Der Name Mitsubishi Eclipse Cross ist zurück, doch mit dem bisherigen Eclipse Cross hat die neue Generation technisch nur noch wenig gemeinsam. Der neue Mitsubishi Eclipse Cross fährt ausschließlich elektrisch und entsteht auf einer gemeinsamen Plattform mit dem Renault Scenic E-Tech. Damit drängt sich der Vergleich zwangsläufig auf, denn unter dem Blech bestehen deutliche technische Verwandtschaften. Trotzdem wäre es zu einfach, den Mitsubishi lediglich als Scenic mit drei Diamanten auf der Front abzutun. Schließlich besteht ein Auto nicht ausschließlich aus Plattform, Batterie und Elektromotor. Design, Ausstattung, Händlernetz, Garantiebedingungen, Finanzierungsmöglichkeiten und nicht zuletzt die konkrete Abstimmung entscheiden ebenfalls darüber, welches Modell am Ende besser zum eigenen Alltag passt. Genau deshalb haben wir uns den Mitsubishi Eclipse Cross über einen längeren Zeitraum angesehen und ihn nicht nur auf einer kurzen Präsentationsrunde bewegt. Nach ersten Eindrücken bei der Weltpremiere in Brüssel und einer Fahrveranstaltung auf Mallorca hatten wir nun rund zwei Wochen Zeit, uns intensiver mit dem Elektro-SUV auseinanderzusetzen. Und tatsächlich bleibt nach unserem ausführlicheren Fahrversuch die interessante Erkenntnis, dass der Eclipse Cross trotz seiner technischen Nähe zum Renault Scenic E-Tech durchaus eigene Argumente besitzt und für uns im direkten persönlichen Vergleich sogar mit einer kleinen Nasenspitze vorne liegt.
Wie ordnet sich der neue Mitsubishi Eclipse Cross ein?
Mit 4,49 Metern Länge gehört der Mitsubishi Eclipse Cross zu den ausgewachsenen Familien-SUV, ohne bereits in die ausufernden Dimensionen der großen Oberklasse-Stromer vorzudringen. Die Karosserie misst 1,91 Meter in der Breite ohne Außenspiegel und 1,57 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 2,78 Meter. Gerade der lange Radstand ist für ein Elektroauto interessant, weil sich zwischen den Achsen nicht nur die Hochvoltbatterie unterbringen lässt, sondern gleichzeitig ein großzügiger Innenraum entstehen kann. Mit einer Bodenfreiheit von 14,5 Zentimetern bleibt der Eclipse Cross trotz seiner SUV-Optik klar ein straßenorientiertes Fahrzeug. Ausflüge über einen Feldweg sind damit kein Problem, ein Geländewagen möchte dieser Mitsubishi allerdings nicht sein. Der Wendekreis von Bordstein zu Bordstein beträgt lediglich 10,90 Meter und erwies sich während unseres Tests als angenehm kompakt. Gerade im Stadtverkehr und auf engen Parkplätzen lässt sich das immerhin knapp 4,50 Meter lange Fahrzeug dadurch überraschend handlich bewegen. Das Leergewicht liegt abhängig von der Ausstattung zwischen 1.922 und 1.950 Kilogramm, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 2.335 Kilogramm. Daraus ergibt sich einschließlich eines mit 75 Kilogramm angesetzten Fahrers eine Zuladung zwischen 460 und 488 Kilogramm. Das ist für ein elektrisches Familienfahrzeug ein durchaus relevanter Wert, denn große Batteriepakete treiben bei Elektroautos nicht nur das Leergewicht nach oben, sondern können im ungünstigsten Fall auch die verbleibende Zuladung deutlich reduzieren. Beim Eclipse Cross bleibt genügend Reserve für mehrere Personen und Gepäck.
Sieht der Mitsubishi Eclipse Cross eigenständig genug aus?
Optisch bemüht sich Mitsubishi sichtbar darum, dem Eclipse Cross einen eigenen Charakter mitzugeben. Unser Testwagen trägt die Lackierung Kosmosblau und kombiniert sie mit schwarzen Onix-Akzenten. Diese zweifarbige Metallic-Lackierung gehört allerdings zu den kostspieligeren Möglichkeiten und schlägt in dieser Kombination mit 1.750 Euro zu Buche. An der Front steht das Mitsubishi-Logo selbstbewusst im Mittelpunkt. Seitliche Blade-Elemente führen optisch in die adaptiven LED-Scheinwerfer, darunter sitzt die eigenständige Tagfahrlicht-Signatur. Silberne beziehungsweise graue Elemente lockern die dunklen Flächen auf und lassen die Front hochwertiger wirken.
Auch seitlich setzt Mitsubishi mit schwarzen und mittelgrauen Bereichen sowie ausfahrenden Türgriffen Akzente. Unser Testwagen steht außerdem auf 20-Zoll-Rädern im Format 235/45 R20. Die Felgen sind aerodynamisch gestaltet, was bei einem Elektroauto nicht nur eine Frage der Optik ist. Jede Verringerung von Luftverwirbelungen kann dazu beitragen, insbesondere bei höherem Tempo den Energiebedarf zu reduzieren. Am Heck setzt Mitsubishi die Lichtgrafik der Front in den LED-Rückleuchten fort. Privacy-Verglasung und ein ausgeprägter Heckkantenspoiler unterstreichen den modernen Auftritt. Weniger elegant finden wir die klassische Haifischflossen-Antenne auf dem Dach und auch der Heckscheibenwischer hätte sich aus unserer Sicht besser in den Dachspoiler integrieren lassen. Das sind allerdings Detailkritiken an einem Fahrzeug, das insgesamt deutlich eigenständiger wirkt, als es die technische Verwandtschaft mit dem Renault Scenic zunächst vermuten lässt.
Welche Antriebstechnik steckt im Mitsubishi Eclipse Cross?
Der elektrische Mitsubishi Eclipse Cross wird in der getesteten Konfiguration von einem elektrisch erregten Synchronmotor angetrieben, der die Vorderachse antreibt. Die maximale Leistung beträgt 160 kW beziehungsweise 218 PS, dazu kommen 300 Nm maximales Drehmoment. Ein elektrisch erregter Synchronmotor erzeugt das Magnetfeld seines Rotors elektrisch.
Anders als bei einem permanentmagneterregten Motor müssen dafür nicht zwingend Permanentmagnete im Rotor eingesetzt werden. Für den Fahrer ist diese technische Unterscheidung im Alltag kaum wahrnehmbar, relevant wird sie vor allem für die Konstruktion, Regelbarkeit und Effizienz des Antriebs.
Mitsubishi nennt zusätzlich eine 30-Minuten-Dauerleistung von 55 kW beziehungsweise 75 PS. Dieser Wert darf nicht mit der maximal abrufbaren Leistung verwechselt werden. Die Peakleistung von 160 kW steht für die kurzfristig maximal verfügbare Antriebsleistung, während die Dauerleistung beschreibt, welche Leistung das System unter definierten Bedingungen über einen längeren Zeitraum kontinuierlich bereitstellen kann. Im normalen Straßenverkehr sind die 160 kW der Wert, der den Fahreindruck prägt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h, für den Sprint von 0 auf 100 km/h nennt Mitsubishi 7,9 Sekunden. Damit gehört der Eclipse Cross nicht zur Fraktion der Elektroautos, die mit brachialer Beschleunigung beeindrucken möchten. 218 PS und 300 Nm reichen im Alltag allerdings vollkommen aus und passen aus unserer Sicht sogar ziemlich gut zum Charakter dieses SUV. Der Mitsubishi möchte eher souverän und entspannt schnell sein als bei jedem Ampelstart die Halswirbelsäule neu sortieren.
Wie schnell ist der Eclipse Cross wirklich?
Natürlich haben wir uns nicht ausschließlich auf die Herstellerangabe verlassen, sondern die Beschleunigung mit GPS und Dragy selbst gemessen. Im Sportmodus erreichte unser Testwagen 50 km/h nach 3,99 Sekunden und 60 km/h nach 4,85 Sekunden. Für 0 auf 100 km/h benötigten wir 8,89 Sekunden und lagen damit knapp eine Sekunde oberhalb der Herstellerangabe von 7,9 Sekunden. Solche Abweichungen sind bei realen Messungen nichts Ungewöhnliches, denn Temperatur, Straßenbelag, Reifen, Batteriezustand und weitere Bedingungen beeinflussen das Ergebnis. Entscheidender als die letzte Zehntelsekunde ist für uns ohnehin der subjektive Eindruck.
Der Eclipse Cross reagiert spontan auf das Fahrpedal und setzt sein unmittelbar verfügbares elektrisches Drehmoment sauber auf die Straße. Trotz Frontantrieb kam es auf trockenem Asphalt nicht zu störendem Durchdrehen der Vorderräder. Die Antriebsschlupfregelung greift offenbar so ein, dass die 300 Nm kontrolliert auf die Straße gelangen. Gerade bei einem Elektromotor ist das wichtig, weil das hohe Drehmoment praktisch aus dem Stand zur Verfügung steht und ein schlecht abgestimmter Fronttriebler beim kräftigen Beschleunigen schnell mit den Vorderrädern um Haftung kämpfen könnte. Der Mitsubishi bleibt dagegen souverän. Beim anschließenden Bremstest überzeugte er ebenfalls. Für die Verzögerung aus 100 km/h bis zum Stillstand wurden 2,65 Sekunden gemessen. Die kräftig dimensionierte Bremsanlage hinterließ dabei einen vertrauenerweckenden Eindruck.
Wie groß ist die Batterie und welche Reichweite schafft der Mitsubishi Eclipse Cross?
Im Fahrzeugboden steckt eine Lithium-Ionen-Batterie mit 87 kWh Kapazität. Je nach Ausstattung nennt Mitsubishi einen kombinierten WLTP-Verbrauch zwischen 16,7 und 17,1 kWh pro 100 Kilometer. Für Diamond Plus werden 16,7 kWh pro 100 Kilometer angegeben, für Diamond Top 16,9 kWh und für Diamond Top mit Luxury-Paket 17,1 kWh. Daraus ergeben sich elektrische WLTP-Reichweiten zwischen 615 und 627 Kilometern. Für den innerstädtischen WLTP-Zyklus werden sogar 806 bis 828 Kilometer genannt. Solche Stadtwerte zeigen eine Besonderheit des Elektroantriebs. Während ein Verbrennungsmotor auf der Autobahn häufig effizienter arbeitet als im Stop-and-go-Verkehr, kann es beim Elektroauto genau andersherum aussehen.
Niedrige Geschwindigkeiten reduzieren den Luftwiderstand erheblich und beim Verzögern lässt sich über Rekuperation ein Teil der Bewegungsenergie zurückgewinnen. Rekuperation bedeutet, dass der Elektromotor beim Verzögern zum Generator wird und elektrische Energie zurück in die Hochvoltbatterie speist. Auf der Autobahn steigt dagegen mit zunehmendem Tempo der Luftwiderstand und damit der Energieverbrauch deutlich an.
Die städtischen WLTP-Werte sind deshalb technisch nachvollziehbar, sollten aber nicht als pauschale Alltagsreichweite verstanden werden. Für die meisten Käufer dürfte die kombinierte Reichweite von etwas mehr als 600 Kilometern der wesentlich realistischere Orientierungswert sein.
Wie effizient war der Mitsubishi Eclipse Cross in unserem Test?
Hier wird es besonders interessant, denn nach rund zwei Wochen Nutzung stand ein Durchschnittsverbrauch von 17,1 kWh pro 100 Kilometer im Bordcomputer. Das ist deshalb bemerkenswert, weil wir den Mitsubishi keineswegs ausschließlich auf einer optimierten Verbrauchsrunde bewegt haben. Autobahnanteile gehörten genauso zum Test wie zügige Landstraßenfahrten, Kurvenpassagen, Beschleunigungsmessungen und Bremsversuche.
Die äußeren Bedingungen waren mit hohen Temperaturen allerdings günstig für ein Elektroauto. Am Tag der abschließenden Verbrauchsmessung lagen rund 23 Grad Celsius an. Trotzdem zeigt der Wert, dass sich der Eclipse Cross in unserem Test erstaunlich nah an den offiziellen Verbrauchsangaben bewegen ließ. Gerade in Verbindung mit dem großen 87-kWh-Akku ergibt sich daraus ein überzeugendes Langstreckenpotenzial. Ein niedriger Verbrauch ist bei einem Elektroauto mindestens genauso wichtig wie eine große Batterie. Schließlich muss jede Kilowattstunde zunächst geladen und anschließend mitgeführt werden. Ein Fahrzeug, das seinen Reichweitenvorteil ausschließlich über einen immer größeren und schwereren Akku erzielt, löst das Effizienzproblem nur teilweise. Der Eclipse Cross verbindet dagegen eine große Batterie mit einem in unserem Test erfreulich moderaten Energiebedarf. Deshalb lässt sich der Mitsubishi durchaus als Langstrecken-Elektroauto einordnen, auch wenn die Ladeleistung an der Schnellladesäule nicht zur absoluten Spitze des Marktes gehört.
Wie schnell lädt der neue Mitsubishi Eclipse Cross?
Serienmäßig ist ein 11-kW-AC-Onboard-Charger vorgesehen. Optional lässt sich die Ladeleistung auf 22 kW AC erhöhen. Diese Option kostet laut den uns vorliegenden Angaben 1.400 Euro und gehört für uns zu den interessantesten Extras des Eclipse Cross. AC steht für Alternating Current, also Wechselstrom. An einer Wallbox oder öffentlichen AC-Ladesäule übernimmt der Onboard-Charger im Fahrzeug die Umwandlung des Wechselstroms in den Gleichstrom, den die Batterie speichern kann. Mit 22 kW lässt sich die 87-kWh-Batterie unter passenden Bedingungen in ungefähr viereinhalb Stunden von leer auf voll laden. Gerade für Autofahrer ohne eigene Wallbox kann das einen erheblichen Unterschied machen. Wer während eines Einkaufs, Arbeitstags oder längeren Termins an einer öffentlichen 22-kW-Säule lädt, bekommt deutlich mehr Energie in die Batterie als mit einem auf 11 kW begrenzten Fahrzeug. Steht lediglich eine 11-kW-Infrastruktur zur Verfügung, kann der Eclipse Cross selbstverständlich auch mit dieser Leistung laden. Genau diese Flexibilität gefällt uns, denn 22-kW-AC-Laden ist inzwischen längst nicht mehr bei jedem Elektroauto selbstverständlich.
An einer DC-Schnellladesäule sind bis zu 150 kW möglich. DC steht für Direct Current, also Gleichstrom. Hier befindet sich der leistungsstarke Stromwandler in der Ladesäule, sodass die Energie direkt in die Hochvoltbatterie eingespeist werden kann. Mitsubishi gibt für den Ladehub von 15 auf 80 Prozent rund 37 Minuten an. Damit gehört der Eclipse Cross nicht zu den ultraschnellen 800-Volt-Fahrzeugen, die ihren Akku unter idealen Bedingungen deutlich schneller wieder auffüllen können. Trotzdem sollte die Ladeleistung immer zusammen mit Reichweite und Verbrauch betrachtet werden. Wer mit einer Batterieladung deutlich über 500 Kilometer unter realistischen günstigen Bedingungen zurücklegen kann, muss auf einer langen Reise weniger häufig laden als ein weniger effizientes Fahrzeug mit kleinerem Akku. Ob 37 Minuten von 15 auf 80 Prozent als zu lang empfunden werden, hängt deshalb stark vom persönlichen Reiseprofil ab. Für maximale Kilometerleistung in möglichst kurzer Zeit gibt es schnellere Konzepte. Wer Ladepausen ohnehin mit Essen, Arbeiten oder einem Spaziergang verbindet, wird die Charakteristik des Eclipse Cross deutlich gelassener beurteilen.
Wie praktisch ist der Kofferraum des Mitsubishi Eclipse Cross?
Der Mitsubishi Eclipse Cross stellt nach VDA-Messung 545 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das maximale Gepäckraumvolumen auf 1.670 Liter. Damit eignet sich das Elektro-SUV problemlos für den Familienalltag und längere Reisen. Der Kofferraum ist tief ausgeformt und verfügt über zusätzlichen Stauraum unterhalb des eigentlichen Gepäckraumbodens. Dort können beispielsweise Ladekabel und weitere kleinere Gegenstände verschwinden. Unser Testwagen bot außerdem Beleuchtung, Taschenhaken und eine 12-Volt-Steckdose. Positiv fällt die flexible Rückbank auf. Statt einer einfachen 60:40-Teilung lässt sich auch ein schmaler Mittelbereich separat umlegen, wodurch eine Durchlademöglichkeit für Ski oder andere lange Gegenstände entsteht, während außen weiterhin zwei Sitzplätze nutzbar bleiben. Weniger gelungen finden wir die entstehende Stufe bei umgeklappten Rücksitzen. Ein variabler oder zusätzlicher Ladeboden hätte hier eine durchgehend ebene Ladefläche schaffen können. Ebenfalls etwas altmodisch wirken die Schlaufen zum Entriegeln der Rücksitzlehnen. Kleine Hebel oder Tasten wären komfortabler. Einen Frunk unter der vorderen Haube gibt es nicht. Frunk ist eine Wortschöpfung aus Front und Trunk und bezeichnet einen zusätzlichen Gepäckraum unter der Motorhaube eines Elektroautos. Platz für einen solchen Stauraum hat Mitsubishi nicht vorgesehen, sodass Ladekabel und Zubehör im hinteren Gepäckraum untergebracht werden müssen.
Kann der elektrische Eclipse Cross einen Anhänger ziehen?
Auch in Sachen Anhängelast zeigt sich, dass Mitsubishi den Eclipse Cross nicht lediglich als urbanes Lifestyle-Elektroauto positioniert. Die gebremste Anhängelast beträgt bei bis zu zwölf Prozent Steigung 1.100 Kilogramm, ungebremst dürfen 750 Kilogramm gezogen werden. Die maximale Stützlast liegt bei 75 Kilogramm. Gerade dieser Wert ist für Nutzer eines Fahrradträgers auf der Anhängerkupplung interessant, weil Elektro-Fahrräder mit ihrem höheren Gewicht schnell relevante Lasten erzeugen können. Zusätzlich darf das Dach dynamisch mit bis zu 80 Kilogramm belastet werden. Eine Dachbox oder andere Transportlösungen lassen sich damit ebenfalls nutzen. Zusammen mit dem großen Kofferraum und der vernünftigen Zuladung bekommt der Eclipse Cross dadurch einen hohen praktischen Nutzwert. Er ist nicht nur elektrischer Pendler, sondern kann tatsächlich als Hauptfahrzeug einer Familie funktionieren.
Wie hochwertig wirkt der Innenraum des Mitsubishi Eclipse Cross?
Der Innenraum gehört zu den Bereichen, in denen der Mitsubishi einen ausgesprochen guten ersten Eindruck hinterlässt. Vorne finden wir leicht weich unterschäumte Kunststoffe, Mikrofaser-Elemente, Kunstleder, sauber ausgeführte Nähte und eine integrierte Ambientebeleuchtung. Auch die Armauflagen sind weich gepolstert und große Teile der Türablagen wurden mit Filz ausgekleidet, sodass Flaschen oder kleinere Gegenstände nicht sofort bei jeder Bodenwelle anfangen zu klappern. Gerade solche Details sind wichtiger, als sie bei einer kurzen statischen Betrachtung erscheinen. Ein Fahrzeug kann auf einem Messestand noch so hochwertig aussehen, wenn im Alltag Münzen, Schlüssel und Getränkeflaschen in ungepolsterten Ablagen scheppern, verliert dieser Eindruck schnell an Wirkung. Ganz konsequent ist Mitsubishi allerdings auch hier nicht. Einzelne Bereiche innerhalb der Ablagen bleiben unverkleidet und in den hinteren Türen wird deutlich mehr Hartkunststoff verwendet als vorne. Dieses bekannte Sparmuster finden wir inzwischen bei vielen Herstellern, nachvollziehbarer wird es dadurch allerdings nicht. Gerade wenn die vorderen Türen zeigen, wie hochwertig das Materialkonzept aussehen kann, fällt der einfachere Fond umso stärker auf. Insgesamt bleibt die Verarbeitung dennoch eine Stärke des Eclipse Cross. Auch während unserer Fahrt über Kopfsteinpflaster blieb der Innenraum überwiegend ruhig. Lediglich im Bereich einer Türablage war leichtes Rascheln zu hören.
Wie bequem sitzt es sich vorne?
Die Sitze in unserem Testwagen sind elektrisch verstellbar und bieten eine elektrische Lordosenstütze. Eine Lordosenstütze unterstützt den Bereich der Lendenwirbelsäule und kann helfen, die natürliche Form des Rückens auch auf längeren Strecken besser zu stabilisieren. Zusätzlich gibt es eine einfache Massagefunktion, bei der die Lendenstütze ihre Position beziehungsweise ihren Druck verändert. Mit den aufwendigeren Multikontur-Massagesitzen mancher Oberklassemodelle ist das nicht vergleichbar, als zusätzliche Komfortfunktion ist es trotzdem angenehm. Die Sitze selbst sind gut ausgeformt, bieten vernünftigen Seitenhalt und eine ausreichend lange Oberschenkelauflage. Gerade auf längeren Strecken erwiesen sie sich als angenehm straff gepolstert, ohne hart zu werden. Einen Kritikpunkt haben wir allerdings über die zwei Testwochen deutlich wahrgenommen. Eine Sitzbelüftung fehlt.
Bei Außentemperaturen von teilweise 37 Grad Celsius wurde die Lederoberfläche auf längeren Fahrten spürbar warm und sowohl Fahrer als auch Beifahrer empfanden Rücken und Sitzfläche irgendwann als unangenehm feucht. Das ist kein grundsätzliches Problem des Sitzes, denn Form und Polsterung überzeugen. Gerade deshalb wäre eine Sitzventilation die logische Ergänzung. Bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse und angesichts der inzwischen breiten Verfügbarkeit dieser Technik bei Wettbewerbern hätten wir sie zumindest optional erwartet.
Wie viel Platz bietet der Mitsubishi Eclipse Cross im Fond?
Der lange Radstand von 2,78 Metern zahlt sich auf der Rückbank aus. Bei einer Körpergröße von 1,85 Metern bleibt hinter einem entsprechend eingestellten Vordersitz sehr viel Knieraum. In unserem Test lagen ungefähr eineinhalb bis zwei Fäuste Luft zwischen Knien und Vordersitz. Zusätzlich können die Füße bequem unter den Sitz geschoben werden, was die Sitzposition auf langen Strecken spürbar angenehmer macht. Auch die Kopffreiheit bleibt gut, obwohl die Dachlinie nach hinten leicht abfällt.
Der Einstieg gelingt komfortabel, weil Mitsubishi auf eine extrem coupéartige Dachform verzichtet. In der Mitte befindet sich eine weich gepolsterte Armlehne mit zwei Becherhaltern. Hinzu kommen Lüftungsdüsen, zwei USB-C-Anschlüsse und große Taschen an den Rückenlehnen der Vordersitze. Besonders familienfreundlich sind die vorhandenen ISOFIX-Befestigungsmöglichkeiten. In der getesteten Ausstattung stehen insgesamt drei Möglichkeiten zur Kindersitzbefestigung zur Verfügung. ISOFIX ist ein standardisiertes Befestigungssystem, bei dem kompatible Kindersitze direkt mit festen Haltepunkten der Fahrzeugstruktur verbunden werden. Dadurch entfällt bei entsprechenden Sitzen die alleinige Befestigung über den Sicherheitsgurt und der Einbau wird reproduzierbarer. Beim Platzangebot erfüllt der Eclipse Cross damit ziemlich genau das, was von einem modernen Familien-SUV erwartet werden darf. Einzig eine verstellbare Lehnenneigung der Rücksitze hätte den Langstreckenkomfort noch einmal erhöhen können.
Ist das große Glasdach im Sommer eine gute Idee?
Das große Glasdach bringt viel Licht in den Innenraum und verstärkt das ohnehin großzügige Raumgefühl. Während unserer Testphase zeigte sich allerdings auch die Kehrseite. Bei Außentemperaturen von rund 37 Grad Celsius war die Wärmeeinstrahlung trotz Abdunklung deutlich zu spüren. Ein klassisches blickdichtes Rollo gibt es in der getesteten Variante nicht. Genau das hätten wir uns gewünscht. Moderne Glasdächer können zwar mit speziellen Beschichtungen einen Teil der Wärmestrahlung reduzieren, doch wenn die Sonne über längere Zeit direkt auf das Dach scheint, kann sich der Innenraum trotzdem erheblich aufheizen. Bei unserem Test war die Wärmeeinwirkung am Kopf deutlich wahrnehmbar. Das Glasdach bleibt damit optisch attraktiv und sorgt insbesondere im Frühjahr, Herbst und Winter für ein angenehmes Raumgefühl, bei hochsommerlichen Temperaturen würden wir eine mechanische Verschattung bevorzugen. Zusammen mit der fehlenden Sitzbelüftung ist das einer der wenigen Bereiche, in denen der Eclipse Cross während unserer heißen Testtage deutlich Verbesserungspotenzial zeigte.
Wie gut ist das Infotainment mit Android Automotive?
Beim Infotainment setzt der Mitsubishi Eclipse Cross auf Android Automotive. Dabei handelt es sich nicht um Android Auto, also lediglich die Spiegelung bestimmter Smartphone-Inhalte, sondern um ein Betriebssystem, das direkt im Fahrzeug läuft. Google Maps ist entsprechend nativ integriert und kann auch für die elektrische Routen- und Ladeplanung genutzt werden. Dabei lassen sich unter anderem gewünschte Restladestände am Ziel und bevorzugte Ladeanbieter berücksichtigen. Gerade bei einem Elektroauto ist eine gute Ladeplanung entscheidend. Das Navigationssystem muss nicht nur den Weg zum Ziel kennen, sondern im Idealfall auch einschätzen, an welcher Ladesäule ein Zwischenstopp sinnvoll ist und mit welchem Batteriestand das Fahrzeug dort beziehungsweise am Ziel ankommt. Zusätzlich können über den Google Play Store kompatible Anwendungen installiert werden.
Spotify und andere Dienste lassen sich dadurch direkt im Fahrzeug nutzen. Apple CarPlay steht ebenfalls zur Verfügung, sodass auch iPhone-Nutzer ihre gewohnte Smartphone-Umgebung einbinden können. Die Klimasteuerung ist ebenfalls sauber in die Bedienoberfläche integriert. Besonders gut gefallen uns die klar erreichbaren Einstellungen für Temperatur und Lüfterleistung sowie die drei Intensitäten der Klimaautomatik.
Soft, Auto und Fast erlauben es, die Regelstrategie an die jeweilige Situation anzupassen. Nach dem Einsteigen in ein stark aufgeheiztes Auto kann die Klimaanlage entsprechend schnell herunterkühlen, während bei angenehmen Temperaturen eine sanftere Regelung genügt.
Eclipse Cross Test
Ist die Bedienung des Eclipse Cross gelungen?
Grundsätzlich ja, allerdings nicht überall. Das große Fahrerdisplay kann unterschiedliche Ansichten darstellen und unter anderem Navigation sowie Assistenzinformationen einblenden. Ein Head-up-Display gibt es nicht. Ein Head-up-Display projiziert wichtige Fahrinformationen in den direkten Sichtbereich des Fahrers, sodass der Blick weniger weit von der Straße abweichen muss. Wir hätten diese Funktion grundsätzlich begrüßt, kamen während unseres Tests aber auch mit dem gut ablesbaren Instrumentendisplay zurecht. Weniger gefallen hat uns die Vielzahl der Hebel rund um die Lenksäule.
Fahrstufenwahl, Scheibenwischer und weitere Funktionen liegen räumlich so nah beieinander, dass wir selbst nach mehreren Tagen gelegentlich den falschen Hebel erwischten. Das kann sich mit zunehmender Gewöhnung relativieren, besonders intuitiv ist die Anordnung trotzdem nicht. Positiv fallen dagegen das angenehm belederte Lenkrad, die umfangreiche Verstellbarkeit der Lenksäule und die Schaltwippen zur Steuerung der Rekuperation auf. Über diese Wippen lässt sich beeinflussen, wie stark das Fahrzeug beim Lupfen des Fahrpedals verzögert und dabei Bewegungsenergie zurück in elektrische Energie verwandelt. Damit kann je nach Strecke stärker gesegelt oder intensiver rekuperiert werden.
Wie fährt sich der Mitsubishi Eclipse Cross auf schlechten Straßen?
Das Fahrwerk gehört für uns zu den größten Stärken des Eclipse Cross. Mitsubishi beziehungsweise die gemeinsame technische Basis findet eine sehr überzeugende Balance zwischen Komfort und Kontrolle. Bodenwellen und kleinere Unebenheiten werden ordentlich weggefiltert, ohne dass sich das Fahrzeug weich oder schwammig anfühlt. Gleichzeitig bleibt die Karosserie in schnelleren Kurven gut kontrollierbar. Natürlich lässt sich die SUV-Bauform nicht vollständig verbergen. Bei stärkeren Richtungswechseln entstehen sicht- und spürbare Wankbewegungen. Wanken bezeichnet die seitliche Neigung der Karosserie in einer Kurve. Ein höher bauendes Fahrzeug besitzt konstruktionsbedingt einen höheren Schwerpunkt als eine flache Limousine oder ein Sportwagen und neigt sich daher tendenziell stärker. Beim Eclipse Cross bleibt diese Bewegung allerdings in einem absolut vernünftigen Rahmen. Besonders positiv fiel auf, dass das Fahrwerk auch auf welligem Asphalt nicht nervös wird. Selbst schnelle Kurven mit zusätzlichen Bodenwellen bringen das Fahrzeug nicht aus der Ruhe. Die Lenkung vermittelt genügend Kontakt zur Straße und die Sitze liefern ausreichend Seitenhalt. Der Eclipse Cross wird dadurch nicht zum Sportwagen, aber er lässt sich deutlich flotter bewegen, als es sein gemütlicher Familien-SUV-Charakter zunächst vermuten lässt.
Wie leise ist der Mitsubishi Eclipse Cross?
Ein Elektroauto besitzt zwar keinen Verbrennungsmotor, automatisch leise ist es deshalb noch lange nicht. Sobald das Motorgeräusch verschwindet, treten Wind-, Abroll- und Fahrwerksgeräusche deutlich stärker in den Vordergrund. Interessanterweise setzt der Eclipse Cross vorne auf Einfachverglasung und nicht auf eine aufwendige akustische Doppelverglasung. Trotzdem überzeugt die Dämmung. Bei 50 km/h haben wir im Innenraum etwa 54 bis 55 Dezibel gemessen. Bei 70 km/h waren es ungefähr 57 bis 58 Dezibel und bei 100 km/h rund 62 bis 63 Dezibel. Trotz windiger Bedingungen während der Messung blieb das Fahrzeug damit ausgesprochen ruhig. Das zeigt, dass gute Innenraumakustik nicht allein von doppelten Seitenscheiben abhängt. Türdichtungen, Karosseriestruktur, Dämmmaterialien, Radhausisolierung und aerodynamische Gestaltung spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Gerade auf längeren Fahrten trägt dieses niedrige Geräuschniveau erheblich zum entspannten Charakter des Mitsubishi bei.
Wie gut funktionieren die Assistenzsysteme?
Der Mitsubishi Eclipse Cross verfügt über ein umfangreiches Assistenzpaket mit Lenkunterstützung, Spurhaltefunktion, Abstandsregeltempomat und prädiktiver Geschwindigkeitsanpassung. Prädiktiv bedeutet in diesem Zusammenhang vorausschauend. Das Fahrzeug reagiert nicht erst auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn das entsprechende Schild direkt passiert wird, sondern kann erkannte beziehungsweise bekannte Tempolimits bereits vorher berücksichtigen. Während unserer Fahrt erkannte das System beispielsweise eine bevorstehende Begrenzung auf 70 km/h und reduzierte die Geschwindigkeit bereits vor dem Schild über Rekuperation.
Nach Aufhebung des Limits beschleunigte das Fahrzeug wieder selbstständig und auch vor einer Ortschaft wurde das kommende Tempolimit frühzeitig erkannt. Genau so stellen wir uns ein modernes Assistenzsystem vor. Es entlastet den Fahrer, ohne ihm die Verantwortung abzunehmen. Die Spurführung arbeitete ebenfalls überwiegend sauber, auch wenn in engeren Landstraßenkurven gelegentlich kleine Korrekturen notwendig waren. Das ist kein autonomes Fahrsystem, sondern eine Assistenz, die insbesondere auf Autobahnen und gut markierten Straßen unterstützen soll.
Einen entscheidenden Kritikpunkt gibt es trotzdem. Die prädiktive Geschwindigkeitssteuerung muss nach unseren Erfahrungen vor Fahrtantritt immer wieder in einem Fahrzeugmenü aktiviert werden. Eine einmal bewusst gewählte Einstellung sollte aus unserer Sicht gespeichert bleiben. Wenn eine sinnvolle Komfortfunktion bei jeder Fahrt erneut eingeschaltet werden muss, wird aus technischer Unterstützung unnötig schnell ein Bedienärgernis. Funktional gehört das System für uns dagegen zu den starken Lösungen im aktuellen Fahrzeugumfeld.
Wie gut lässt sich der Eclipse Cross einparken?
Der Wendekreis von 10,90 Metern hilft bereits beim Rangieren. Zusätzlich verfügt unser Testwagen über ein umfangreiches Kamerasystem. Die eigentliche Rückfahrkamera könnte höher auflösen und auch die Führungslinien dürften deutlicher dargestellt werden. Dafür stehen mehrere Perspektiven zur Verfügung. Eine 180-Grad-Ansicht erleichtert das rückwärtige Herausfahren aus unübersichtlichen Einfahrten, eine Topview-Darstellung zeigt das Fahrzeug aus der Vogelperspektive und sogar Ansichten im Bereich der Räder sind vorhanden. Gerade bei den großen 20-Zoll-Felgen ist das praktisch, wenn der Bordstein beim Einparken nicht zum unfreiwilligen Felgendesigner werden soll. Auch vorne steht eine Kamera zur Verfügung. Die Bedienung erschließt sich nicht auf den ersten Blick vollständig, nach kurzer Eingewöhnung bietet das System aber einen hohen praktischen Nutzen und kompensiert die durch die Karosserie eingeschränkte direkte Übersicht ordentlich.
Was kostet der Mitsubishi Eclipse Cross?
Der Mitsubishi Eclipse Cross startet in der Ausstattung Diamond Plus bei 47.990 Euro. Diamond Top wird mit 52.790 Euro angegeben. Farben kosten in der Regel zwischen 750 und 950 Euro Aufpreis. Zweifarbige Metallic-Lackierungen sind ausschließlich für Diamond Top vorgesehen und kosten zwischen 1.550 und 1.750 Euro. Der optionale 22-kW-AC-Onboard-Charger kostet für Diamond Plus beziehungsweise Diamond Top 1.400 Euro. Das Luxury-Paket ist ausschließlich für Diamond Top erhältlich und wird mit 3.400 Euro angegeben.
Dabei handelt es sich um unverbindliche Preisempfehlungen ab Importlager zuzüglich Überführungs- und Zulassungskosten. Gerade beim Listenpreis sollte der Vergleich allerdings nicht enden. Während unseres Tests wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Mitsubishi regelmäßig mit Leasing- und Finanzierungsangeboten arbeitet. Für Käufer beziehungsweise Nutzer, die ein Elektroauto nur drei, vier oder fünf Jahre fahren und anschließend auf eine neue Fahrzeuggeneration wechseln möchten, kann deshalb die tatsächliche monatliche Belastung erheblich relevanter sein als der reine Bruttolistenpreis.
Mitsubishi Eclipse Cross Fotos
















Ist der Mitsubishi Eclipse Cross nur ein Renault Scenic E-Tech mit anderem Logo?
Technisch lässt sich die enge Verwandtschaft nicht wegdiskutieren. Beide Fahrzeuge nutzen eine gemeinsame Plattform und entsprechend finden sich zahlreiche Gemeinsamkeiten. Für uns bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass beide Fahrzeuge in der Kaufentscheidung identisch behandelt werden müssen. Ein Auto wird nicht ausschließlich über seine Hardware verkauft. Händlernähe, Service, Garantiebedingungen, Finanzierung, Leasing und die persönliche Erfahrung mit einer Marke spielen ebenfalls eine Rolle. Genau hier sehen wir den Mitsubishi interessant positioniert.
Nach unserem längeren Test würden wir bei einer persönlichen Wahl zwischen beiden technisch verwandten Fahrzeugen leicht zum Eclipse Cross tendieren. Nicht deshalb, weil der Renault Scenic E-Tech dadurch plötzlich ein schlechteres Fahrzeug wäre. Vielmehr ergibt sich das Gesamtbild beim Mitsubishi aus ordentlicher Verarbeitung, hohem Komfort, überzeugendem Platzangebot, guter Effizienz, ausgereiftem Infotainment und dem bestehenden Mitsubishi-Händler- und Serviceumfeld. Hinzu kommt die Erwartung attraktiver Finanzierungs- und Leasingkonditionen. Diese Faktoren sollten im konkreten Kaufvergleich mindestens genauso ernst genommen werden wie Unterschiede auf dem technischen Datenblatt.
Was fehlt dem Mitsubishi Eclipse Cross noch?
Trotz unseres positiven Gesamteindrucks bleibt eine Wunschliste. Eine Sitzbelüftung würde gerade zu den ansonsten ausgezeichneten Vordersitzen hervorragend passen. Ein richtiges Rollo unter dem großen Glasdach wäre bei sommerlichen Temperaturen ebenfalls willkommen. Die Rücksitze könnten zusätzlich eine verstellbare Lehnenneigung vertragen und manche Hartkunststoffe im Fond passen nicht zum hochwertigen Eindruck des vorderen Innenraums. Bei der Ladeleistung wären mehr als 150 kW DC natürlich ebenfalls willkommen, insbesondere angesichts des großen 87-kWh-Akkus.
Und wer einen sportlichen Mitsubishi erwartet, könnte sich zusätzlich eine stärkere Allradvariante mit einem zweiten Elektromotor wünschen. Genau eine solche Leistungsvariante fehlt derzeit im von uns getesteten Angebot. Notwendig ist sie für den Alltag allerdings nicht. Die vorhandenen 160 kW beziehungsweise 218 PS und 300 Nm reichen problemlos aus, 170 km/h Höchstgeschwindigkeit sind für ein komfortorientiertes elektrisches Familien-SUV ebenfalls vollkommen ausreichend. Mehr Leistung wäre vor allem eine emotionale Ergänzung und kein funktionaler Bedarf.
Was ist unser Fazit zum Mitsubishi Eclipse Cross?
Der neue Mitsubishi Eclipse Cross überrascht weniger mit einzelnen spektakulären Bestwerten als mit einem ausgesprochen stimmigen Gesamtpaket. 160 kW beziehungsweise 218 PS und 300 Nm sorgen für souveräne Fahrleistungen, ohne aus dem Familien-SUV einen verkappten Sportwagen machen zu wollen. Die 87-kWh-Batterie ermöglicht nach WLTP zwischen 615 und 627 Kilometer Reichweite und unser über rund zwei Wochen ermittelter Verbrauch von 17,1 kWh pro 100 Kilometer zeigt, dass diese gute Effizienz nicht nur auf dem Papier existiert. Beim Laden sind 150 kW DC heute nicht mehr herausragend, dafür verdient die optionale 22-kW-AC-Lademöglichkeit ausdrücklich Lob.
Gerade für Fahrer ohne eigene Wallbox kann sie im Alltag wertvoller sein als die nächste theoretische Rekordzahl an einer HPC-Säule.
Noch stärker überzeugt uns der Eclipse Cross allerdings abseits der nackten Elektrodaten. 545 bis 1.670 Liter Gepäckraum, 1.100 Kilogramm gebremste Anhängelast, 75 Kilogramm Stützlast und 80 Kilogramm Dachlast machen ihn zu einem vollwertigen Familienauto. Das Platzangebot im Fond ist großzügig, die Sitze sind bequem und das Fahrwerk schafft einen sehr guten Kompromiss zwischen Komfort und ausreichender Straffheit. Dazu kommt ein erstaunlich niedriger Geräuschpegel, obwohl Mitsubishi keine aufwendige Doppelverglasung benötigt. Android Automotive liefert eine der aktuell überzeugenderen Infotainment-Grundlagen und auch die prädiktiven Assistenzfunktionen funktionieren richtig gut, wenn sie denn nicht bei jedem Fahrtantritt erneut aktiviert werden müssten.
Perfekt ist der Mitsubishi nicht. Die fehlende Sitzbelüftung haben wir bei Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius deutlich vermisst. Das Glasdach verlangt bei großer Hitze nach einem richtigen Rollo, hinten dürfte Mitsubishi weniger Hartplastik verwenden und 150 kW DC sind bei einem 87-kWh-Akku eher solide als spektakulär. Trotzdem haben wir den Eclipse Cross nach zwei Wochen als ausgesprochen angenehmes Elektroauto erlebt. Er versucht nicht, mit vierstelligen PS-Zahlen oder absurden Sprintwerten Aufmerksamkeit zu bekommen. Stattdessen konzentriert er sich auf Reichweite, Effizienz, Komfort, Platz und Alltagstauglichkeit. Und genau aus diesem Grund funktioniert er.
Die technische Nähe zum Renault Scenic E-Tech bleibt offensichtlich, aber sie macht den Mitsubishi nicht überflüssig. Im Gegenteil. Wer beide Modelle miteinander vergleicht, sollte nicht nur die technischen Daten nebeneinanderlegen, sondern auch Ausstattung, Händler, Garantie, Finanzierung und Leasing berücksichtigen. In unserem persönlichen Vergleich schiebt sich der Mitsubishi Eclipse Cross dadurch tatsächlich eine kleine Nasenspitze nach vorne. Modernes Design, ein wertiger Innenraum, sehr gute Platzverhältnisse, ein überzeugendes Fahrwerk, niedriger Verbrauch und eine für den Alltag interessante 22-kW-AC-Option ergeben ein Paket, das kaum spektakulär schreit, aber ziemlich viele Dinge richtig macht.
Der Mitsubishi Eclipse Cross ist damit vor allem eines: ein angenehm erwachsenes Elektroauto für Menschen, die nicht mit jeder Beschleunigung ihre Mitfahrer beeindrucken müssen, sondern mit dem Fahrzeug fahren, reisen, einkaufen, Kinder transportieren und im Zweifelsfall auch einen Anhänger ziehen wollen. Und manchmal ist genau diese unaufgeregte Alltagstauglichkeit am Ende das stärkere Argument als der nächste technische Rekordwert.















