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Test: Aston Martin Vantage S

Aston Martin Vantage S Test

Moment mal, ein Verbrenner auf einfach elektrisch? Haben wir denn nun komplett den Verstand verloren? Nein! Wir stellen euch auch einfach emotionale Fahrzeuge vor, von denen wir uns wünschen würden, dass die früher oder später auch rein elektrisch auf den Markt kommen, so auch der Aston Martin Vantage S!

Eigentlich ist einfach elektrisch das Zuhause für Elektroautos, Ladeleistung, Effizienz, Reichweite und all die technischen Themen, die moderne Elektromobilität spannend machen. Und dann steht da plötzlich ein Aston Martin Vantage S. Kein E-Antrieb. Kein Akku im Unterboden. Kein Rekuperationsmenü. Kein Ladeplaner. Stattdessen ein Vierliter-V8 mit Biturbo-Aufladung, 680 PS, 800 Newtonmeter Drehmoment und einer Abgasanlage, bei der Elektromobilisten kurz tief durchatmen müssen.

Warum also dieses Auto? Weil Autoleidenschaft nicht an der Steckdose endet. Weil Technikbegeisterung nicht nur in Kilowattstunden gemessen wird. Und weil ein Aston Martin Vantage S eines dieser Fahrzeuge ist, die man verstehen muss, selbst wenn man längst elektrisch fährt.

Es geht hier nicht um Vernunft. Es geht um Mechanik, Fahrdynamik, Karosseriebau, Materialästhetik, Klang und das fast schon absurde Bemühen, aus einem kompakten Sportwagen noch mehr Präzision herauszuholen.

Der Vantage S ist kein Auto für den Alltagseinkauf, auch wenn er genau das überraschend ordentlich kann. Er ist eher der automobile Wochenendanzug aus Carbon, Leder, Aluminium und sehr viel britischem Selbstbewusstsein. Ein Auto für Menschen, die vielleicht längst ein Elektroauto als Erstwagen fahren, aber in der Garage noch Platz für ein mechanisches Erlebnisgerät haben – und außerdem müssen wir ja auch mal schauen was die anderen Hersteller so auf die Beine Räder stellen.

Aston Martin Vantage S Fahrbericht

Was ist Aston Martin eigentlich für eine Marke?

Aston Martin ist eine dieser Marken, bei denen der Name allein schon Bilder erzeugt. James Bond. British Racing Green. Lange Motorhauben. Leder, Chrom, Motorsport, Understatement und diese ganz spezielle Mischung aus Noblesse und Wahnsinn. Gegründet wurde Aston Martin 1913 von Lionel Martin und Robert Bamford. Der Name leitet sich vom Aston Hill ab, wo Lionel Martin Bergrennen fuhr.

Seitdem hat sich Aston Martin immer irgendwo zwischen Sportwagenhersteller, Luxusmanufaktur und Mythos bewegt. Die Marke hatte wirtschaftlich nicht immer einfache Zeiten, aber sie hat sich eine Identität bewahrt, die kaum ein anderer Hersteller so glaubwürdig pflegen kann. Aston Martin baut keine brüllenden Karikaturen. Aston Martin baut schnelle Autos mit Haltung.

Der Vantage ist dabei traditionell der kompaktere, aggressivere Sportwagen im Programm. Während DB-Modelle stärker den Gran-Turismo-Gedanken pflegen, will der Vantage näher an die Kurve, näher an die Straße, näher an den Fahrer. Und der neue Vantage S treibt genau diesen Gedanken weiter.

Was macht den Aston Martin Vantage S äußerlich besonders?

Der Vantage S ist ein klassisches zweitüriges 2+0-Coupé. Das bedeutet: zwei Türen, zwei Sitze, keine Rückbank. Hier wird nicht so getan, als könnten hinten noch Kinder, Hunde oder Schwiegereltern sitzen. Der Aston Martin Vantage S ist ehrlich. Er ist ein Auto für Fahrer und Beifahrer, Punkt.

Vorne trägt er den markentypischen Metallkühlergrill mit fünf Flügeln. Das Aston-Martin-Logo besteht aus verchromtem Messing und Emaille. Das klingt wie ein Detail aus einer anderen Zeit, ist aber genau diese Art von Detail, die den Unterschied macht. Während viele Hersteller ihre Logos inzwischen nur noch als Kunststoffemblem aufkleben, wirkt das Aston-Martin-Emblem wie ein kleines Schmuckstück.

Die Schwanenflügeltüren öffnen leicht nach oben. Das sieht elegant aus, hat aber auch einen praktischen Hintergrund. Durch den Winkel soll die Tür an Bordsteinen besser vorbeikommen. Solche Lösungen sind typisch Aston Martin: technisch begründbar, aber gleichzeitig wunderbar theatralisch.
Das gezeigte Fahrzeug lebt zusätzlich stark vom Q-Individualisierungsprogramm. Q ist Aston Martins hauseigene Personalisierungsschiene. Farbe, Kontrastlinien, Kühlergrillumrandung, Bremssättel, Gurte, Innenraumleder, Nähte, Carbonpakete und zahllose weitere Details lassen sich individuell kombinieren. Genau dadurch wird aus einem Vantage S kein Auto von der Stange, sondern eher ein persönliches Einzelstück.

Warum spielt Carbon beim Vantage S eine so große Rolle?

Carbon ist nicht nur Dekoration, auch wenn es bei vielen Autos leider genau so eingesetzt wird. Beim Vantage S hat es eine doppelte Funktion. Es sieht gut aus und spart Gewicht. Das Carbonpaket umfasst unter anderem Anbauteile an Front, Seite und Heck. Am Heck sitzt ein Diffusor aus Echtcarbon, dazu kommt eine Abrisskante auf dem Heckdeckel.

Ein Diffusor ist ein aerodynamisches Bauteil am Unterboden-Heck. Er soll die Luftströmung unter dem Fahrzeug kontrolliert herausführen und dadurch Abtrieb erzeugen. Abtrieb bedeutet, dass das Auto bei höherer Geschwindigkeit stärker auf die Straße gedrückt wird. Mehr Druck auf den Reifen bedeutet mehr Grip.

Auch die seitlichen Schweller sind nicht einfach optische Spielerei. Bei einem SUV würde man vielleicht von Trittbrettern sprechen, hier geht es eher um Luftführung und Stabilität. Der Vantage S soll bei hohem Tempo nicht leicht werden, sondern sich festkrallen.

Das Carbondach ist ebenfalls mehr als ein Showeffekt. Gewicht am höchsten Punkt des Fahrzeugs wirkt sich besonders ungünstig auf den Schwerpunkt aus. Wird oben Gewicht gespart, reduziert das die Wankneigung in Kurven. Das Auto wirkt präziser, direkter und weniger träge.

Welche technischen Daten liefert der Aston Martin Vantage S?

Der Aston Martin Vantage S misst 4,50 Meter in der Länge, 1,98 Meter in der Breite ohne Außenspiegel und 2,12 Meter mit Außenspiegeln. Die Höhe liegt bei nur 1,28 Metern, der Radstand bei 2,71 Metern. Damit steht er extrem flach und breit auf der Straße.

Das Leergewicht liegt bei 1.745 Kilogramm nach EU-Norm. Für einen modernen, luxuriös ausgestatteten V8-Sportwagen ist das kein Federgewicht, aber angesichts von Leistung, Ausstattung, Steifigkeit und Sicherheitsanforderungen ein realistischer Wert. Entscheidend ist hier weniger die absolute Zahl, sondern die Verteilung. Aston Martin gibt 50 zu 50 zwischen Vorder- und Hinterachse an. Das ist fahrdynamisch Gold wert.

Der Tank fasst 73 Liter. Bei einem kombinierten WLTP-Verbrauch von 12,1 Litern auf 100 Kilometer ergibt sich rechnerisch eine ordentliche Reichweite. Realistisch hängt das natürlich massiv vom rechten Fuß ab. Wer 680 PS regelmäßig weckt, fährt nicht mehr im Prospekt.

Was steckt unter der langen Haube?

Das Herzstück ist ein Vierliter-V8-Biturbo aus Aluminium. Der Motor stammt in seiner Basis aus dem Mercedes-AMG-Regal, wird von Aston Martin aber eigenständig abgestimmt und veredelt. Im Vantage S leistet er 500 kW, also 680 PS, und liefert 800 Newtonmeter Drehmoment zwischen 2.000 und 5.000 Umdrehungen pro Minute.

Biturbo bedeutet, dass zwei Turbolader die Ansaugluft verdichten. Mehr Luft im Brennraum ermöglicht mehr Kraftstoffverbrennung und damit mehr Leistung. Damit diese verdichtete Luft nicht zu heiß wird, nutzt der Motor eine Wasser-Luft-Ladeluftkühlung. Warme Luft enthält weniger Sauerstoff, gekühlte Luft verbessert Leistung und Ansprechverhalten.

Besonders nerdig wird es beim Brennraum. Aston Martin setzt auf vollständig CNC-gefräste Brennräume. CNC bedeutet computergesteuerte Präzisionsbearbeitung. Dadurch lassen sich Strömung, Verdichtung und Verbrennung sehr genau kontrollieren. Das ist kein sichtbares Showteil, aber genau so ein technisches Detail, in das man sich verlieben kann.

Dazu kommen duale variable Nockenwellenverstellung und eine elektronisch steuerbare Auspuffanlage. Die variable Nockenwellenverstellung passt die Ventilsteuerzeiten an Drehzahl und Last an. Der Motor kann dadurch unten herum kräftig, oben heraus drehfreudig und insgesamt effizienter arbeiten. Die Abgasanlage verändert per Klappensteuerung ihren Klang und Durchfluss. Im Komfortbetrieb bleibt sie zivilisierter, im Sportmodus wird sie deutlich präsenter.

Wie schnell ist der Aston Martin Vantage S?

Der Vantage S beschleunigt in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 325 km/h. Das sind Werte, die man im Alltag kaum sinnvoll nutzen kann, die aber viel über die Substanz des Fahrzeugs erzählen.

Interessant ist: Gegenüber dem normalen Vantage geht es nicht nur um ein paar zusätzliche PS. Der Vantage S legt um 15 PS zu, aber Aston Martin hat vor allem an der Fahrdynamik gearbeitet. Domstreben vorne, eine zusätzliche Strebe im Heck, angepasste Dämpfer und eine noch schärfere Abstimmung sollen dafür sorgen, dass das Auto nicht nur schneller geradeaus fährt, sondern präziser einlenkt, stabiler bleibt und sich direkter anfühlt.

Genau das merkt man auf kurvigen Landstraßen. Der Vantage S ist kein reines Autobahn-Geschoss. Natürlich kann er 325 km/h laufen. Aber sein eigentliches Zuhause sind lange Kurven, schnelle Wechsel, saubere Bremspunkte und dieser Moment, in dem Vorderachse, Hinterachse, Lenkung und Gasfuß miteinander reden.

Aston Martin Vantage S Bildergalerie

Warum ist die Transaxle-Bauweise so wichtig?

Der Vantage S nutzt ein Achtgang-Wandlerautomatikgetriebe von ZF in Transaxle-Bauweise. Das bedeutet: Der Motor sitzt vorne, das Getriebe aber hinten an der Hinterachse. Verbunden wird beides über eine Carbon-Antriebswelle in einem Leichtmetallgehäuse.

Der Vorteil liegt in der Gewichtsverteilung. Statt Motor und Getriebe vorne zu bündeln, wandert Masse nach hinten. Dadurch entsteht die fast perfekte Balance von 50 zu 50. Genau das macht ein Auto beim Einlenken neutraler und beim Herausbeschleunigen stabiler.

Ein Wandlergetriebe nutzt einen Drehmomentwandler statt einer klassischen Kupplung. Moderne Wandlerautomaten können extrem schnell schalten, bleiben im Alltag aber geschmeidig. Im Vantage S passt das hervorragend, weil der Wagen zwei Charaktere bedienen muss. Er soll auf dem Golfplatz nicht nerven, aber auf der Landstraße die Carbon-Schaltwippen ernst nehmen.

Wie fährt sich der Aston Martin Vantage S?

Der Vantage S fährt sich erstaunlich zweigeteilt. Im normalen Modus bleibt er straff, aber nicht brutal. Die adaptiven Dämpfer lassen sich in mehreren Stufen verstellen. Adaptiv bedeutet, dass die Stoßdämpfer elektronisch geregelt werden und ihre Kennlinie je nach Fahrmodus und Fahrsituation verändern.
In der komfortableren Einstellung bleibt der Aston Martin tatsächlich reisefähig. Natürlich ist das kein weichgespülter Cruiser. Die 21-Zoll-Räder, die breite Bereifung und die straffe Karosserie lassen keinen Zweifel daran, dass hier ein Sportwagen unterwegs ist. Aber er prügelt seine Insassen nicht unnötig durch den Alltag.

Wird der Vantage S schärfer gestellt, verändert sich die Wahrnehmung deutlich. Die Lenkung wirkt direkter, die Karosseriebewegungen werden weiter reduziert, der V8 reagiert präsenter und das Getriebe hält die Gänge engagierter. In Sport Plus kommt beim Zurückschalten Zwischengas hinzu. Zwischengas bedeutet, dass die Motordrehzahl beim Herunterschalten kurz angehoben wird, damit Gangwechsel harmonischer und sportlicher wirken. Beim Vantage S ist das nicht nur funktional, sondern auch akustisch eine kleine Belohnung.

Wie präzise ist die Lenkung?

Die Zahnstangenlenkung arbeitet mit elektrischer Servounterstützung und einer Übersetzung von 12,8:1. Das ist sehr direkt. Von Anschlag zu Anschlag benötigt das Lenkrad nur 2,27 Umdrehungen.

Das Ergebnis ist ein Auto, das sofort auf Lenkbefehle reagiert. Jeder kleine Impuls kommt vorne an. Das ist im Alltag anfangs fast ungewohnt, auf der Landstraße aber ein Genuss. Der Vantage S fühlt sich dadurch kleiner an, als er ist. Breit bleibt er natürlich trotzdem. Mit 1,98 Metern ohne Spiegel ist das kein Auto für enge Altstadtgassen, sondern eher für offene Straßen mit Platz zum Atmen.

Was leisten Reifen und Bremsen?

Vorne fährt der Vantage S auf 275/35 ZR21, hinten auf gewaltigen 325/30 ZR21. Das sind Michelin Pilot Sport S 5 in Aston-Martin-spezifischer Auslegung. Solche OE-Reifen sind nicht einfach Standardware mit anderem Schriftzug. Sie werden in Abstimmung mit dem Hersteller auf Fahrwerk, Gewicht, Balance und gewünschtes Fahrverhalten angepasst.

Die Hinterreifen sind 325 Millimeter breit. Das braucht der Vantage S auch, denn 800 Newtonmeter wollen über die Hinterachse auf die Straße. Heckantrieb ist hier keine Nostalgie, sondern Programm. Ein elektronisches Differenzial hilft dabei, die Kraft sauber zu verteilen. Ein E-Diff kann die Sperrwirkung elektronisch regeln und dadurch Traktion und Agilität verbessern.

Serienmäßig arbeitet der Vantage S mit großen Stahlbremsen. Vorne messen die zweiteiligen Scheiben 400 mal 36 Millimeter und werden von Sechskolben-Sätteln gepackt. Hinten sind es 360 mal 32 Millimeter mit Vierkolben-Sätteln. Das Testfahrzeug war mit Keramikbremsanlage unterwegs. Keramikbremsen sind hitzefester, leichter und bei harter Beanspruchung standfester, kosten aber auch entsprechend. Beim harten Anbremsen zeigt sich, warum man sie haben möchte. Der Druckpunkt ist klar, die Verzögerung massiv, das Vertrauen hoch.

Ist der Aston Martin Vantage S alltagstauglich?

Überraschend ja, aber natürlich in einem sehr eigenen Rahmen. Der Kofferraum fasst 235 Liter. Das klingt wenig, ist für einen zweisitzigen Sportwagen aber brauchbar. Besonders clever ist die Durchlademöglichkeit nach vorne in den Innenraum. Zwei Golfbags sollen Platz finden, was für die Zielgruppe vermutlich wichtiger ist als die Frage, ob ein Kinderwagen hineinpasst.

Die Heckklappe öffnet nicht elektrisch, sondern klassisch gedämpft. Bei einem Sportwagen ist das fast sympathisch. Weniger Gewicht, weniger Komplexität, mehr Handarbeit. Zum Schließen gibt es einen Ledergriff. Auch so ein Detail, das keiner braucht, das man aber sofort mag.

Beim Rangieren hilft das 360-Grad-Kamerasystem. Die ausfahrbare Heckkamera liefert ein klares Bild, dazu gibt es Hilfslinien, Frontkamera, 180-Grad-Ansichten und eine 3D-Perspektive. Gerade bei den breiten 21-Zoll-Rädern ist das keine Spielerei, sondern Felgenschutz.

Wie ist der Innenraum des Aston Martin Vantage S?

Der Innenraum ist eine Mischung aus Sportgerät, Gentlemen-Club und Technik-Labor. Das Testfahrzeug kombiniert tabakfarbenes Leder mit rotem Stitching, Carbon, Glas, Magnesium und Chrom. Stitching bezeichnet die sichtbaren Ziernähte. Hier greifen sie die Außenfarbe auf und verbinden Karosserie und Innenraum optisch miteinander.

Die Türen öffnen im typischen Aston-Martin-Winkel leicht nach oben. Innen ist nahezu alles beledert, selbst Ablageflächen. Das verhindert Klappern, wirkt hochwertig und riecht vermutlich besser als jedes Nachhaltigkeitsversprechen aus Recyclingkunststoff.

Die Sitze sind Carbon-Schalensitze. Eine Schalensitz-Konstruktion hält den Körper in schnellen Kurven besser fest, spart Gewicht und vermittelt mehr Kontakt zum Auto. Gleichzeitig gibt es elektrische Einstellmöglichkeiten für die Lehne. Nach vorne und hinten wird mechanisch verstellt. Das ist leicht, direkt und irgendwie passend.

Das Lenkrad ist dick gepolstert, griffig und mit echten Carbon-Schaltwippen kombiniert. Die Wippen drehen sich mit dem Lenkrad mit. Das ist Geschmackssache, passt hier aber zum fahrerzentrierten Charakter. Besonders schön: Aston Martin hat nicht alles in Touch-Menüs verbannt. Temperatur, Lüftung, Fahrprogramme, Dämpfer, Abgasanlage und Assistenzsysteme lassen sich über echte Bedienelemente steuern. Das ist in einem Performance-Auto wichtig, weil man während der Fahrt nicht durch Menüs wischen möchte.

Was kann Apple CarPlay Ultra im Aston Martin?

Aston Martin gehört zu den ersten Herstellern, die Apple CarPlay Ultra integrieren. Dabei geht es nicht nur um das klassische Spiegeln des Smartphones auf dem zentralen Display. CarPlay Ultra greift tiefer in die Fahrzeugdarstellung ein und kann auch das Fahrerdisplay prägen.

Der Vantage S besitzt ein 10,25-Zoll-Touchdisplay in der Mitte und ein weiteres 10,25-Zoll-Display für Fahrerinformationen. Ein Head-up-Display gibt es nicht. Das ist schade, aber im Sportwagensegment nicht ungewöhnlich. Die wichtigsten Informationen liegen direkt vor dem Fahrer.

Wichtig ist: Aston Martin kombiniert moderne Software mit physischen Tasten. Genau das ist der richtige Weg. Digital, wo es sinnvoll ist. Mechanisch, wo es schnell gehen muss.

Welche Assistenzsysteme sind an Bord?

Auch ein Vantage S kommt nicht mehr ohne moderne Fahrerassistenz aus. An Bord sind unter anderem autonome Notbremsung, Kollisionswarnung, adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalteassistent, Spurabweichungswarnung, Totwinkelwarner, Querverkehrswarner hinten, Ausstiegswarnung, Fahreraufmerksamkeitsassistent und Matrix-Fernlichtsteuerung.

Das passt nicht auf den ersten Blick zu einem puristischen Sportwagen, ist aber realistisch. Wer mit einem über 200.000 Euro teuren Fahrzeug unterwegs ist, möchte im Alltag Komfort und Sicherheit. Gleichzeitig bietet Aston Martin eine praktische Taste, um Assistenzsysteme schnell zu deaktivieren oder anzupassen. Genau das ist wichtig, wenn man auf einer schönen Landstraße das Auto wieder stärker selbst erleben möchte.

Wie klingt der V8?

Hier müssen Elektromobilisten einmal tapfer sein. Der V8 klingt nicht beiläufig. Er brummt, bollert, faucht und dreht im Stand bis 6.200 Umdrehungen. Aston Martin kann sich das als Kleinserienhersteller noch leisten. Große Hersteller sind akustisch längst stärker reglementiert und zurückhaltender.
Der Klang ist Teil des Erlebnisses. Nicht unbedingt rational, aber emotional. Ein Elektroauto gewinnt beim Punch aus dem Stand, bei Effizienz und Ruhe. Der Vantage S gewinnt beim mechanischen Drama. Beim Startknopf. Beim Zwischengas. Beim Schaltvorgang. Beim Nachhallen der Abgasanlage zwischen Bäumen.
Das ist nicht besser oder schlechter. Es ist anders. Und genau deshalb darf es auf „einfach elektrisch auch einmal stattfinden“.

Was kostet der Aston Martin Vantage S?

Der Aston Martin Vantage S startet bei rund 203.000 Euro. Realistisch ist das aber nur der Einstieg in die Welt der Möglichkeiten. Q-Individualisierung, Carbonpakete, Keramikbremsen, besondere Lackierungen, Lederwelten, Nähte, Gurte, Felgen und weitere Optionen können den Preis deutlich nach oben treiben.

Aber ganz ehrlich: Wer einen Vantage S kauft, konfiguriert ihn selten nüchtern. Dieses Auto lebt davon, persönlich zu sein. Genau das macht ihn zum Traumwagen. Nicht, weil er rational sinnvoll wäre. Sondern weil er irrational begehrenswert ist.

Was bleibt nach unserer Probefahrt?

Der Aston Martin Vantage S ist ein Auto aus einer fast schon aussterbenden Welt. Ein kompakter Front-Mittelmotor-Sportwagen mit Heckantrieb, Transaxle-Layout, Carbon-Antriebswelle, V8-Biturbo, echtem Klang, massiven Reifen, aufwendigem Fahrwerk und einem Innenraum, der noch Handwerkskunst atmet.

Er ist nicht perfekt. Er ist breit, teuer, durstig und im Alltag natürlich kein Vernunftsauto. Aber er ist ehrlich in seinem Wahnsinn. Er will kein Öko-Feigenblatt tragen. Er will kein Kompromiss sein. Er will fahren, klingen, lenken, bremsen und begeistern. Für uns bei einfach elektrisch ist das kein Widerspruch. Elektromobilität ist die Zukunft des Alltags, der Effizienz und vieler neuer Performance-Dimensionen.

Aber der Aston Martin Vantage S zeigt, warum die alte Welt der Verbrenner so lange fasziniert hat. Nicht wegen des Verbrauchs. Nicht wegen der Emissionen. Sondern wegen der Mechanik, der Details und dieser unverschämten Fähigkeit, aus Metall, Leder, Carbon und Benzin Emotion zu machen. Der Aston Martin Vantage S ist damit kein Auto, das man braucht. Er ist ein Auto, das man versteht, wenn man Autos liebt.

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