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2025 MG S5 EV Test – einfach elektrisch?

2025 MG S5 EV Test - einfach elektrisch?

Mit dem brandneuen MG S5 EV tritt die Marke in die nächste Evolutionsstufe ihres elektrischen Kompakt-SUVs ein. Als inoffizieller Nachfolger des MG ZS EV soll er nicht nur mehr Reichweite, Leistung und moderne Technik bieten, sondern auch beim Design und im Alltag überzeugen. Wir haben uns den MG S5 EV bereits näher angesehen, selbstverständlich inklusive Video-Fahrbericht, und klären, was das Modell kann und wo es noch Luft nach oben gibt.

MG S5 EV Design: Frisch, modern und eigenständig

Optisch zeigt sich der MG S5 EV erwachsener als sein Vorgänger. Die Frontpartie setzt auf eine klare LED-Signatur mit getrenntem Tagfahrlicht und Scheinwerfern, die einen modernen und leicht sportlichen Charakter verleihen. In der Luxury-Version rollen 18-Zoll-Felgen mit glanzpolierten Flächen und Bridgestone-Bereifung ins Bild. MG kombiniert Chrom-Details, silberne Akzente an der Dachreling und einen dunkelgrauen Schwellerbereich. Wir vermuten, dass nicht jeder Fan sich mit dem Dreiklang an Farbtönen anfreunden, doch insgesamt wirkt das SUV gefällig.

MG S5 EV Test Fotos

Am Heck zeigt sich ein durchgehendes Leuchtenband, nur unterbrochen vom MG-Logo. Die Heckklappe ist in der Luxury-Ausstattung elektrisch bedienbar, dahinter verbirgt sich ein Kofferraum mit 453 Litern Volumen, der sich durch Umklappen der Rücksitze auf bis zu 1.441 Liter erweitern lässt. Praktische Details wie ein doppelter Ladeboden, Staufächer mit Netzen und eine solide Hutablage zeigen, dass MG an den Alltag gedacht hat.

Beim Thema Anhängelast zeigt der MG S5 EV Licht und Schatten. Zwar ist eine Anhängerkupplung optional verfügbar, doch die Werte sind überschaubar: Sowohl gebremst als auch ungebremst dürfen lediglich 750 Kilogramm gezogen werden. Für einen vollwertigen Campinganhänger oder einen schweren Transport ist das damit eher ungeeignet. Noch kritischer ist die Stützlast von aktuell nur 30 Kilogramm, die den Einsatz von gängigen Fahrradträgern erheblich einschränkt, man arbeitet aber an einer Freigabe für 75 kg. Positiv: Auf dem Dach dürfen bis zu 75 Kilogramm transportiert werden, was zumindest Spielraum für Dachboxen oder Sportgeräte bietet.

MG S5 EV Antriebe und Akkus: Zwei Varianten zur Wahl

MG bietet den S5 EV in zwei Batteriegrößen an. Die Basisversion startet ab 37.990 Euro mit 47,1 kWh netto und 170 PS (125 kW). Die Long-Range-Variante kommt auf 62,1 kWh netto, leistet 231 PS (170 kW) und liefert 350 Nm Drehmoment. Beide Varianten setzen auf Heckantrieb. In der Long Range-Version gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h. Das reicht, um die 1,8 Tonnen SUV jederzeit souverän in Bewegung zu setzen.

Geladen wird serienmäßig mit 11 kW AC (ca. 6,5 Stunden von leer auf voll) und bis zu 139 kW DC. MG gibt eine Zeit von rund 31 Minuten für 10 auf 80 Prozent an. Ein Wert, der in dieser Fahrzeugklasse absolut konkurrenzfähig ist.

Innenraum: Viel Platz, solide verarbeitet

Im Innenraum überrascht der MG S5 EV mit wertiger Anmutung: weich unterschäumte Oberflächen, Kunstlederdetails und eine klare Gestaltung sorgen für ein stimmiges Ambiente. Die Sitze sind bequem, wenn auch ohne üppigen Seitenhalt, und bieten in der Luxury-Variante sogar eine elektrische Verstellung – allerdings nur für den Fahrer. Großgewachsene Beifahrer müssen weiterhin mit einer eingeschränkten Verstellbarkeit leben.

Das Cockpit setzt auf ein volldigitales Fahrerdisplay sowie ein großes Infotainmentsystem, das mit Apple CarPlay und Android Auto kabellos kompatibel ist. Über das Menü lassen sich Navigation, Medien (inklusive Spotify, Amazon Music und sogar YouTube), Klimatisierung oder die Vehicle-to-Load-Funktion steuern, die bis zu 3,3 kW externe Geräte versorgen kann.

Hinten punktet der MG mit großzügigem Platzangebot: selbst bei 1,85 Meter Körpergröße bleibt ausreichend Bein- und Kopffreiheit. Isofix-Halterungen, Lüftungsdüsen und eine Mittelarmlehne runden das Bild ab.

MG S5 EV Fahrwerk und Fahreindruck: Europäisch abgestimmt

Auf der Straße zeigt der MG S5 EV eine straffe, europäische Fahrwerksabstimmung. Während manche asiatische Modelle eher weich abgestimmt sind, setzt MG bewusst auf mehr Direktheit. Das kommt sportlich orientierten Fahrern entgegen, kann im Alltag aber auch als hart empfunden werden, insbesondere über Gullideckel und Kopfsteinpflaster.

In schnellen Kurven bleibt das SUV neutral und überzeugt mit gutem Grip. Die 231 PS der Long-Range-Variante sorgen für souveräne Beschleunigung, auch wenn die gemessene Zeit (7,0 Sekunden) etwas hinter der Werksangabe zurückblieb. Die Bremswerte hingegen fielen sehr gut aus.

Positiv: Der Innenraum ist hervorragend gedämmt. Mit 65 dB bei 100 km/h liegt der S5 EV spürbar leiser als etwa ein VW ID.3.

Der MG S5 EV Test

MG S5 EV Assistenzsysteme: Licht und Schatten

Der MG S5 EV bietet moderne Assistenzsysteme wie einen adaptiven Tempomaten und Spurhalteassistenten. In der Praxis zeigte sich allerdings, dass nicht alle Funktionen zuverlässig arbeiten: Spurzentrierung und Ladeplanung in der Navigation wirkten unausgereift. Hier besteht klar Nachbesserungsbedarf bei der Software, die zudem mit einer leichten Verzögerung auf Eingaben reagiert.

MG S5 EV Test: Verbrauch und Reichweite

Im Test lag der Stromverbrauch bei rund 20,2 kWh/100 km, was einer praxisnahen Reichweite von etwa 300 Kilometern entspricht. Damit bewegt sich der S5 EV auf solidem Niveau, auch wenn er nicht zu den Effizienzmeistern gehört.

MG S5 EV Test: Viel Auto fürs Geld?

Mit dem S5 EV bringt MG ein überzeugendes Elektro-SUV auf den Markt, das reichlich Platz, gute Fahrleistungen und eine ordentliche Ausstattung zum fairen Preis bietet. Besonders Leasing- und Finanzierungsangebote machen das Modell attraktiv, denn hier ist MG traditionell stark.

Abzüge gibt es für die noch unausgereifte Software, die geringe Stützlast für Fahrradträger und das straffe Fahrwerk, das nicht jedem gefallen dürfte. Auf der Habenseite stehen jedoch ein großzügiger Innenraum, eine solide Verarbeitung, die gute Geräuschdämmung und die ordentliche Ladeperformance.

Wer ein kompaktes E-SUV sucht, das preislich unter den deutschen Platzhirschen liegt, sollte den MG S5 EV definitiv in die engere Wahl nehmen und wir werden hier noch mal die Ladeperformance und die anderen Verbrauchswerte für euch erfahren und dann diesen Artikel updaten. 

Update: MG S5 EV Verbrauch- und Ladezeit-Test

Den neuen MG S5 EV haben wir bereits im klassischen Review mit Fahrbericht vorgestellt. Diesmal ging es ans Eingemachte: reale Verbräuche in Stadt und Land, vier Autobahn-Etappen mit 100, 120, 140 und 160 km/h Durchschnittstempo, Reisekomfort und ein sauber dokumentierter Ladecheck von 10 auf 80 Prozent.

Rahmenbedingungen für unseren Test: spätsommerliche 17 bis 19 Grad Celsius, 18-Zoll-Sommerbereifung, Long-Range-Akku und Heckantrieb mit 231 PS.

Wieviel verbraucht der MG S5 EV in der Stadt?

Der Auftakt durch Neubrandenburg über nur 7 Kilometer Stadtverkehr bringt einen überraschend niedrigen Bordcomputer-Wert: 8,2 kWh pro 100 km bei Ø 45 km/h. Direkt danach die 7,3 Kilometer Landstraße: 9,9 kWh/100 km bei Ø 58 km/h. Das ist effizient, alltagstauglich und ein klarer Hinweis, warum der S5 EV für Laternenparker interessant sein kann: Wer hauptsächlich urban pendelt und nur gelegentlich nachlädt, bekommt sehr viel Strecke pro Kilowattstunde.

Was verbraucht der MG S5 EV auf der Autobahn?

Auf der A20 haben wir jeweils rund 20 Kilometer Messfenster genutzt und vor jedem Lauf den Bordcomputer zurückgesetzt.

100 km/h: 14,9 kWh/100 km bei Ø 97 km/h. Das ist stark und würde – rechnerisch – um 400 Kilometer Reichweite bei Autobahn-Schleichfahrt andeuten.

120 km/h: 20,4 kWh/100 km bei Ø 116 km/h. Der Sprung ist deutlich, aber klassenüblich.

140 km/h: 29,0 kWh/100 km bei Ø 132 km/h. Hier wird es spürbar durstig.

160 km/h: 29,8 kWh/100 km bei Ø 155 km/h. Der Bordcomputer zeigt ab hier maximal 29,9 kWh an; real dürfte der Wert leicht darüber liegen.

Unterm Strich: Bis 120 km/h überzeugt der S5 EV, darüber steigt der Bedarf in typischer SUV-Manier kräftig an. Wer regelmäßig zügig fährt, sollte das einkalkulieren.

Assistenten, Navi und Bedienlogik

Der MG Pilot war zunächst „versteckt“: Der Lenkassistent ließ sich erst nach sehr langem Druck auf die Lenkradtaste aktivieren, danach arbeitete er zuverlässig und hielt die Spur sauber – aber ohne kapazitives Lenkrad, sprich: regelmäßiger Lenkmoment-Impuls ist Pflicht. Adaptiver Tempomat funktioniert, eine automatische Geschwindigkeitsübernahme aus Schildern gibt es in unserem Testwagen nicht. Bei 160 km/h lässt sich der Tempomat nicht setzen.

Die Sprachbedienung enttäuschte: Navigationsziele per Sprache wurden nicht angenommen. Manuell ließ sich zwar eine Route planen, eine integrierte Ladeplanung inklusive Anbieter-Filter war im Fahrzeugmenü jedoch nicht auffindbar. Das kann ein Software-Thema sein, ändert aber nichts am Teststatus: Ende August 2025 funktionierte es bei unserem Auto nicht.

MG S5 EV Ladeleistung im Test: Peak passt, Schnitt bremst

Start bei 10 Prozent SoC an einer Ionity-Säule. Der MG klettert zügig auf seinen Peak und kratzt bei rund 28 bis 30 Prozent an den versprochenen 139 kW – Haken dran. Entscheidend ist jedoch der Durchschnitt: Bis etwa 50–55 Prozent lädt er ordentlich dreistellig, danach fällt die Kurve spürbar ab.

Ergebnis des vollständigen Durchlaufs: 10–80 Prozent in exakt 30 Minuten, 47,3 kWh nachgeladen, am Ende noch knapp 57 kW Leistung. Das ist solide 400-Volt-Kost, aber nicht klassenführend. Wer viel Langstrecke fährt, wünscht sich eine flachere, länger hohe Ladekurve statt eines kurzen Peaks.

Pluspunkte: Vorkonditionierung der Batterie über das Navigationsziel („intelligent“, nicht manuell) ist an Bord. Vehicle-to-Load bis 3,3 kW macht den S5 zum mobilen Stromspender.

Komfort, Akustik und Topspeed

Reisekomfort: Sitze bequem, Seitenhalt mittel, Verstellung konventionell; die Sitzhöhe wüssten wir uns gern variabler. Das Fahrwerk ist europäisch-straff abgestimmt – auf der Autobahn angenehm, in der Stadt über Querfugen und Gullideckel teils ruppig. Akustisch: Das seriennahe Soundsystem spielt klar, es fehlt aber an Tiefgang und „Punch“.

Leistungseindruck: Mit 231 PS und 350 Nm schiebt der Hecktriebler untenrum kräftig an. Gemessene Durchzüge variierten je nach Akkustand: 80–120 km/h zwischen 4,98 s (niedriger SoC) und 4,39 s (80 Prozent SoC), 100–160 km/h zwischen 11,91 s und 10,13 s, 100–180 km/h rund 16–16,8 s. Topspeed: stabil anliegende 190 km/h, auch über lange Autobahnkurven hinweg.

Der MG S5 EV überzeugt im urbanen und gemischten Alltag mit sehr guten Effizienzwerten, auf der Autobahn bis 120 km/h mit fairen Konsumzahlen und beim Laden mit einem flotten Peak, der jedoch zu früh an Leistung verliert. Fahrkomfort und Fahrdynamik sind europäisch straff, das gibt Souveränität bei Tempo, kostet aber etwas Biss über Kanten. Die Assistenz funktioniert – wenn man weiß, wie – die Sprachbedienung und die integrierte Ladeplanung müssen nachgelegt werden.

Am Ende entscheidet der Taschenrechner: MG punktet traditionell mit attraktiven Leasing- und Finanzierungskonditionen und einem dichten Händlernetz. Wer primär Stadt, Umland und moderat schnelle Autobahnfahrten fährt, bekommt ein modernes, geräumiges Kompakt-SUV mit ordentlicher Technikbasis, V2L-Mehrwert und ehrlicher Performance. Wer regelmäßig mit 140+ unterwegs ist oder Top-Ladezeiten jagt, findet in 800-Volt-Konkurrenten die schnelleren Etappensieger, dann aber meist aber auch zu einem höheren effektiven Kurs.

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