In Sindelfingen herrscht tiefster Winter, obwohl draußen vielleicht gerade die Sonne scheint. Im Mercedes-Benz Forschungszentrum wird derzeit der neue GLB auf seine Weltpremiere vorbereitet – und das unter extremen Bedingungen. Minus 40 Grad Celsius, Schneestürme mit bis zu 200 km/h und vereiste Scheiben gehören zum Alltag der Ingenieurinnen und Ingenieure, die den Kompakt-SUV in den hochmodernen Klimawindkanälen auf Herz und Nieren prüfen. Ziel ist es, Zuverlässigkeit, Komfort und Sicherheit selbst unter den widrigsten Umständen sicherzustellen.
Der GLB bleibt dabei seinem Konzept treu: Er kommt weiterhin als Fünf- und Siebensitzer, was ihn zu einem der vielseitigsten Fahrzeuge im Mercedes-Portfolio macht.
Technologie, die jedes Wetter nachstellt
Die beiden Klimawindkanäle in Sindelfingen sind echte Hightech-Anlagen. Im Kaltkanal lassen sich Temperaturen von minus 40 bis plus 40 Grad Celsius erzeugen, während Schneekanonen und Windgebläse ein realistisches Schneetreiben erzeugen. Der Prüfstand ist sogar für Leistungen bis 780 kW und Geschwindigkeiten bis 265 km/h ausgelegt. Keine Sorge, das sind nicht die Daten des neuen GLB, sondern die des Prüfstands.
Alle Testphasen werden vom Kontrollraum aus überwacht. Temperatur, Windstärke und Luftfeuchtigkeit können dort präzise gesteuert werden, um jede Situation exakt zu reproduzieren. Das erlaubt eine Entwicklungsarbeit auf höchstem Niveau und das nicht nur in der Kälte.
Vom Polarkreis in die Wüste
Im sogenannten Warmkanal lassen sich Temperaturen bis 60 Grad Celsius simulieren. 32 Hochleistungslampen erzeugen dabei Sonnenbedingungen, die sonst nur in der Wüste herrschen. Auf der sogenannten „Hot Road“ wird getestet, wie sich Materialien und Klimasysteme auf bis zu 70 Grad heißem Asphalt verhalten. Diese Kombination aus Kälte- und Hitzetests sorgt dafür, dass der neue GLB für jede Jahreszeit gerüstet ist.





Effizienz trifft Heizleistung
In Sachen Effizienz und Innenraumkomfort legt der neue Mercedes-Benz GLB deutlich zu. Bei minus 15 Grad Außentemperatur schafft es das Heizsystem in nur 15 Minuten, die Frontscheibe vollständig zu enteisen. Auch der Innenraum profitiert: Bei minus 7 Grad wird er doppelt so schnell warm wie beim Vorgänger, übrigens bei halbiertem Energiebedarf. Möglich macht das eine neue Wärmepumpe, die aus dem Technologietransfer des Vision EQXX stammt. Sie nutzt Abwärme von Antrieb, Batterie und Umgebungsluft und kommt mit nur einem Drittel der Energie eines herkömmlichen elektrischen Zuheizers aus.



Interieur zwischen Luxus und Logik
Im Innenraum will der neue Mercedes-Benz GLB die Balance zwischen Eleganz und Alltagstauglichkeit neu definieren. Das Design wirkt aufgeräumt, hochwertig und technisch. Zentraler Blickfang ist der optionale MBUX Superscreen, der sich über die gesamte Breite des Armaturenbretts zieht. Dazu kommen futuristische Lüftungsdüsen, edle Materialien und – leider – weiterhin viel Klavierlack, der optisch glänzt, praktisch aber eher nervt.
Mercedes-Benz hat immerhin an der Ergonomie gearbeitet. Das neue Lenkrad setzt auf klassische Walzen und Wippen statt reiner Touchflächen. Ein Wunsch vieler Kunden, der tatsächlich umgesetzt wurde. Aber da lässt Mercedes-Benz auch noch viele weitere Wünsche offen.
2026 Mercedes-Benz GLB Interieur Fotos





Platz für alle und ein bisschen Magie
Die Neuauflage des GLB bleibt ein echter Raumkünstler. Neben der Fünfsitzer-Version gibt es wieder eine Variante mit sieben Sitzen. Beide profitieren von mehr Kopf- und Beinfreiheit, wozu das serienmäßige Panoramadach beiträgt. Dieses Dach ist nicht nur größer, sondern auch technisch faszinierend: Es kann in Millisekunden von transparent auf opal wechseln und zeigt in Verbindung mit der Ambientebeleuchtung sogar einen Sternenhimmel.
Damit nicht nur Kinder staunen, lässt sich die zweite Sitzreihe verschieben und in der Neigung verstellen. Der Zugang zur dritten Reihe ist dank neuer Easy-Entry-Funktion leichter geworden. Und mit gleich vier Isofix-Halterungen (zwei in Reihe zwei, zwei in Reihe drei) bleibt der GLB auch für Familien eine clevere Wahl.
Neues Herzstück: MB.OS
Unter der digitalen Oberfläche arbeitet das neue Mercedes-Benz Operating System, kurz MB.OS. Es vernetzt Infotainment, Navigation, Assistenzsysteme und digitale Dienste in einer gemeinsamen Architektur. Das System kommuniziert über Avatare, nutzt künstliche Intelligenz zur Personalisierung und ist ständig online-fähig.
Acht Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren sorgen dafür, dass der GLB technisch bestens für die Zukunft gerüstet ist. Mit dem wassergekühlten Hochleistungsrechner sind auch kommende Over-the-Air-Funktionen möglich. Serienmäßig an Bord sind der Abstands-Assistent DISTRONIC und zahlreiche MB.DRIVE-Systeme für teilautomatisiertes Fahren.
Ausblick auf die Weltpremiere
Was Mercedes-Benz hier vorbereitet, ist mehr als nur ein Facelift. Der neue GLB wird technisch auf das Niveau des kommenden CLA gehoben, was vor allem bei Effizienz, Infotainment und Fahrassistenz spürbar sein dürfte. Am 8. Dezember 2025 feiert der neue Mercedes-Benz GLB seine Weltpremiere. Dann wissen wir endgültig, wie viel vom Versprechen aus der Klimakammer den Weg in die Serie gefunden hat und ob der Kompakt-SUV tatsächlich das beste aus allen Welten vereint.




















