Heute berichten wir hier auf einfach elektrisch über eine ganz besondere App, sie zeigt günstige Lademöglichkeiten für Elektroautofahrer, ohne dass man vorher einen Vertrag abschließen muss oder eine passende Ladekarte in der Tasche (oder virtuell im Smartphone) hat. Ad-Hoc ist das Zauberwort, es wird ganz einfach mit der Geldkarte oder der Kreditkarte bezahlt.
Was bedeutet Ad-Hoc Laden?
Ad-hoc Laden bedeutet, dass E-Autofahrer ihr Fahrzeug spontan und ohne vorherige Registrierung oder Vertragsbindung an einer öffentlichen Ladesäule mit Strom versorgen können. Die EU hat dieses Prinzip vorgeschrieben, damit niemand gezwungen ist, für jeden Anbieter einen eigenen Vertrag abzuschließen.
Praktisch läuft es so ab: Der Nutzer kommt an die Ladesäule, scannt etwa den dort angebrachten QR-Code oder nutzt ein Terminal, wählt die Zahlungsmethode – in der Regel Kreditkarte, Debitkarte oder mobile Bezahldienste wie Apple Pay und Google Pay – und kann den Ladevorgang direkt starten.
Vor Beginn müssen Preis und Ladeleistung klar ersichtlich sein, sodass volle Transparenz herrscht. Der große Vorteil liegt in der Flexibilität, denn man ist an keinen Anbieter gebunden und kann auch unterwegs oder im Ausland jederzeit laden.
Allerdings hat das spontane Laden meist seinen Preis: Ad-hoc Tarife sind deutlich teurer als das Laden über Verträge, Ladekarten oder Apps. Viele Betreiber sehen das Angebot eher als Notfalllösung, vergleichbar mit den höheren Preisen an Tankstellen entlang der Autobahn. Es gibt sie aber, die günstigeren Ad-Hoc Lademöglichkeiten und Gerd Bremer hat sich die Mühe gemacht diese in der Ad-Hoc Map zusammenzutragen.
Ad-Hoc Ladekarte
Die in der Elektroautofahrer-Community bekannte Ad-Hoc Map, die bislang als Google Map von Gerd Bremer mit günstigen Ladestationen bis zu 50 Cent pro Kilowattstunde für Aufmerksamkeit gesorgt hat, gibt es ab sofort auch als eigene App. Entwickler ist Jens Zipple, Betreiber des YouTube-Kanals Move Electric. Die Anwendung ist seit gestern im Apple App Store verfügbar, eine Android-Version befindet sich noch in der Prüfphase des Google Play Stores.
Von der digitalen Karte zur Ad-Hoc Map App
Die Google Map von Gerd Bremer hat in den letzten Wochen fast vier Millionen Aufrufe erreicht und wurde breit in den Medien diskutiert. Nun folgt mit der App die logische Weiterentwicklung: mehr Übersicht, bessere Bedienbarkeit und zusätzliche Funktionen. Jens Zipple erklärt in seinem Vorstellungs-Video, dass ihn die Usability der Map auf dem Smartphone gestört habe. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er deshalb eine native App, die die bestehenden Daten von Gerd Bremer nutzt, aber in einer aufbereiteten Form darstellt.
Ad-Hoc Map App – Funktionen im Überblick
Die App startet direkt mit der Umgebung des Nutzers und zeigt verfügbare Ladestationen mit Preis und Ladeleistung an. Anbieter werden farblich unterschieden, Filterfunktionen ermöglichen die gezielte Suche nach Ladeleistung, Preis oder Betreiber. Einzelne Ladepunkte können als Favoriten gespeichert oder über die integrierte Routenfunktion direkt in Google Maps oder Apple Karten angesteuert werden.
Besonders praxisnah: Nutzer können Änderungen an Preisen oder Adressen melden. Diese fließen ins Backend ein und werden nach Prüfung übernommen. Dadurch bleiben die Daten stets aktuell. Die Abdeckung reicht bereits über Deutschland hinaus und umfasst auch Österreich, die Schweiz, Belgien, die Niederlande und Tschechien, weitere Länder sollen folgen.
Wie finanziert sich die Ad-Hoc Map App?
Die App ist aktuell kostenlos. Jens Zippel deutete im Video jedoch an, dass über ein Spendenmodell oder andere Formen der Finanzierung nachgedacht wird, um die Weiterentwicklung langfristig zu sichern. Aktuell hat er über whydonate eine Spendenaktion für die App ins Leben gerufen.
Wie geht es weiter mit der Ad-Hoc App? Was ist da geplant?
Geplant sind Echtzeitdaten zur Belegung von Ladesäulen, CarPlay-Integration, Fotos der Ladepunkte sowie Bewertungen. Auch teurere Anbieter sollen künftig aufgenommen werden, um den direkten Preisvergleich zu erleichtern und so den Wettbewerb zu fördern. So sollen aber auch andere Länder demnächst noch integriert werden, dies ist auch der Grund warum hinter dem Ladepreis aktuell keine Währung steht. Andere Länder, andere Währungen.
Derzeit wird intensiv an einer Reihe von Updates für die App gearbeitet, die sowohl die Benutzerfreundlichkeit als auch den Funktionsumfang erweitern sollen. So wird der Text im Suchfeld angepasst: Statt „Ort“ erscheint künftig der Begriff „Ladestation“, was die Bedienung verständlicher macht. Darüber hinaus wird es künftig möglich sein, bei einer Routenanzeige zwischen Apple Karten und Google Maps zu wählen, sodass Nutzer die bevorzugte Navigations-App einsetzen können.
Neu hinzu kommt außerdem eine Teilen-Funktion, über die sich die Adresse einer ausgewählten Ladestation direkt weitergeben lässt – beispielsweise an das Navigationssystem im Fahrzeug. Im Hintergrund werden die Systeme ebenfalls weiterentwickelt: Das Backend erhält eine übersichtlichere Feedbackanzeige, was die Verarbeitung von Nutzerhinweisen erleichtert. Ein weiterer Fix sorgt dafür, dass Pins bei der Suche und beim Hineinzoomen in die Karte zuverlässig sichtbar bleiben. Gleichzeitig werden die Daten um Ladestationen aus Dänemark ergänzt, wodurch das Netz international wächst. Abgerundet wird das Update-Paket durch kleinere Bugfixes, die die Stabilität und Zuverlässigkeit der App verbessern.
Ad-Hoc Map App: iOS zuerst – Android second!
Während Apple die App innerhalb von 48 Stunden freigab, verlangt Google zunächst eine zweiwöchige interne Beta-Testphase, zwei Wochen sind bei Google aber anders schnell und deswegen gibt es die Ad Hoc Map App nun auch im Google Play-Store.
Das erste Ad-Hoc Map App Update
Die App ist gerade mal zehn Tage online und schon über 40.000 Mal heruntergeladen. Mit dem ersten großen Update wurden jetzt einige der meistgewünschten Funktionen eingebaut: Ladepunkte lassen sich teilen, etwa direkt ans Tesla-Navi oder per WhatsApp, bei der Routenplanung kann man zwischen Apple Karten und Google Maps wählen – leider wird Tom Tom aktuell noch nicht integriert, auch nicht wenn man Google Maps gelöscht hat, dann kann man nur noch Apple Karten nutzen und hat keine Wahlmöglichkeit. Favoriten können sortiert und leichter gelöscht werden, die Filter sind flexibler und die Preisgrenze für Ad-hoc-Laden liegt nun standardmäßig bei 50 Cent (optional bis 59 Cent).
Neu ist außerdem eine englische Sprachoption, ein Überblick über alle Open-Source-Lizenzen und zusätzliche Ladepunkte in Dänemark. Hinter den Kulissen arbeitet das Entwicklerteam an der Anbindung von Live-Daten über die A4-Schnittstelle, sodass künftig auch Echtzeit-Belegung und Preise sichtbar werden, zunächst in Österreich, später in ganz Deutschland und früher oder später sollen auch Fotos von den Lademöglichkeiten angezeigt werden. Jens Zippel gibt in seinem Video noch weitere Eindrücke und Einblicke hinter die Kulissen:
Ad Hoc App Update 1.2.5:
Das Update 1.2.5 der Ad-Hoc Map App bringt gleich mehrere Neuerungen: Der Splash Screen ist nun responsive und die App unterstützt auf Tablets einen Landscape-Modus. Als großes Highlight gibt es erstmals Fotos zu vielen Ladepunkten, die über eine Schnittstelle zum Going-Electric-Forum eingebunden wurden, aktuell betrifft dies etwa ein Drittel aller Einträge.
Zudem lassen sich Favoriten jetzt nach Entfernung sortieren, Ladepunkt-Adressen können kopiert werden und die Teilen-Funktion wurde auf Android verbessert, auch wenn es bei iOS wegen der BMW-App noch Einschränkungen gibt.
Mit Crashlytics wurde außerdem ein Fehleranalyse-Tool integriert, das auf Wunsch anonyme Absturzberichte übermittelt. Parallel laufen Vorbereitungen für Nutzerfunktionen wie eigene Foto-Uploads und neue Ladepunktmeldungen. Im Hintergrund arbeitet das Team weiterhin an der Einbindung von Echtzeitdaten und günstigen DC-Ladepunkten bis 50 oder 59 Cent, stößt dabei aber auf technische und organisatorische Grenzen, besonders bei den Datenquellen in Österreich und Deutschland.
29.09.2025 – das nächste Ad-Hoc Map App Update und gute Nachrichten
Es gibt ein Update zur Adoc Map App, das deutlich zeigt, wie stark die Community inzwischen Einfluss auf den Markt nimmt. Die App, die inzwischen rund 65.000 Downloads zählt und täglich etwa 500 bis 600 Mal heruntergeladen wird, hat mit dazu beigetragen, dass der große europäische Ladeinfrastrukturbetreiber Elektra für zwei Monate seine Ad-hoc-Preise auf 49 Cent pro Kilowattstunde senkt, allein um in der App gelistet zu werden und die Wirkung günstigerer Preise zu testen. Auch sonst geht es bei der Weiterentwicklung zügig voran: Künftig können Nutzer neue Ladestationen direkt in der App melden, wenn diese mindestens 50 kW leisten und maximal 49 beziehungsweise 50 Cent verlangen.
Zudem soll die App bald Live-Preise und Echtzeit-Auslastungsdaten anzeigen und Ladepunkte statt nur Standorte differenziert darstellen. Dafür arbeitet das Team an Schnittstellen zu CPOs und Roamingpartnern, denn bislang fehlen vielerorts noch aktuelle Daten, etwa über Datex2, das erst ab 2026 verpflichtend wird. Österreich wird bald integriert, dort sind bereits Live-Preise verfügbar.
Da es sich um ein rein Community-getriebenes Projekt ohne Investoren handelt, finanziert sich die Weiterentwicklung über Spenden, eine neue Kampagne ist gestartet. Ziel bleibt, alle Ladepunkte dynamisch mit Preisen, Belegungsstatus und EVSE-ID abzubilden und so eine noch präzisere und nützlichere Karte für E-Mobilisten zu schaffen.





















