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BYD E-Journey VLOG – wird uns China bald mit Autos überrollen?

BYD E-Journey VLOG 2025 - wird uns China bald mit Autos überrollen?

In den kommenden Tagen werden wir euch hier auf einfachelektrisch.net einige fernöstliche Spezialitäten präsentieren, den Startschuss machen wir direkt mit einem VLOG, denn Olli und Steffen waren für uns in China unterwegs und haben sich mal angesehen, was BYD so alles im Köcher hat, plant und fertigt.

BYD-Vlog Tag 1: Die Anreise

Der China-BYD-Vlog ist mehr als nur ein Reisebericht. Das Video erzählt eine dichte Geschichte aus Langstreckenflug, Markeninszenierung, Technikshow und leisen Zwischentönen über den Zustand der Autoindustrie. Zu Beginn nimmt der Vlog die Zuschauer mit an den Flughafen Berlin.

Es geht durch die separate Grenzkontrolle in Tempelhof, weiter in die Turkish Airlines Lounge und dann in die Business Class nach Istanbul. Essen, Komfort, Umsteigen, Terminalwechsel in Istanbul und später in Guangzhou die nächste Umsteigeodyssee mit Elektrobus, neuer Sicherheitskontrolle und chinesischer Lounge.

Nach rund 24 Stunden Reisezeit erreicht das Team Chengdu und checkt im Intercontinental ein. Die Nacht ist kurz, denn am nächsten Morgen geht es direkt zur Rennstrecke und auf das große BYD Testgelände.

Tag 2: Es geht auf die Teststrecke

Dort beginnt die eigentliche Kernstory des Videos. Olli und Steffen zeigen euch eine ganze Produktwelt, die in Europa erst in Ansätzen sichtbar ist. Hypercar Yangwang U9, Rekordfahrten auf dem Nürburgring. Der wasserfahrende Yangwang U8, der große Denza Z9 GT, Offroader, Pick ups, große Elektro SUV wie ein Atto 8, dazu Showcars wie der BYD Han in einer überzeichneten Drachenedition. Es ist eine Mischung aus ernst gemeinter Technikdemonstration und sehr bewusst inszenierter Markenbühne.

Denza B5 – Yangwang U8

Besonders ausführlich wird der Denza B5 auf dem Offroad Parcours gezeigt. Der Plug-in-Offroader mit zwei Elektromotoren und Verbrenner als Generator klettert über simulierte Steinfelder, Stufen, Schräglagen, Buckel, Gefälle und Steigungen. Olli und Steffen zeigen, wie das Fahrwerk arbeitet, wie der Denza B5 steile Rampen fast alleine bewältigt und wie das Fahrzeug auf der Wippe balanciert.

Das ist keine nüchterne Messfahrt, sondern klar als Erlebnisinszenierung gedacht, zeigt aber auch, wie weit chinesische Marken inzwischen im Thema Plug in Langstrecken Offroader sind. Ein weiteres Highlight im Video ist der Yangwang U8 im Wasser. Der SUV mit vier Radnabenmotoren wird von einem Instruktor durch ein künstliches Becken gesteuert.

Türen und Fenster verriegeln sich automatisch, das Fahrzeug schwimmt und lässt sich steuern. Im Vlog wird die Sicherheitsidee dahinter betont, also die Möglichkeit, ein ins Wasser geratenes Fahrzeug kontrolliert wieder an Land zu bringen. Gleichzeitig bleibt der Showcharakter unübersehbar. Andere Journalistinnen, Influencer etc. sind ebenfalls zu sehen, was die Reise als internationales Medienevent erkennbar macht.

BYD Seal 6 – Denza Z9 GT

Auf dem Rundkurs zeigt der BYD Seal 6 DMI, was in ihm steckt. Mit Renninstruktor an Bord geht es im Slalom und auf einem Handlingkurs zur Sache. Olli verschweigt dabei nicht, dass das Gewicht zu spüren ist und der Wagen über die Vorderachse schiebt.

Der Denza Z9 GT demonstriert seine Allradlenkung und Spezialmanöver. Seitliches Fahren wie im Parkmodus und Drehen auf der Stelle erinnern mehr an Konzeptstudien als an klassische Serienfahrzeuge. Die gezeigte Technik schiebt die Grenzen dessen, was man von einem großen Grand Tourer erwartet, aber man spürt auch, wie viel davon im Alltag eher als Marketinggag wahrgenommen würde.

Der Vlog wechselt dann in die Welt der Industrie. Es gibt einen geführten, nur teilweise filmbaren Blick in die Produktion: Presswerk mit riesigen Pressen, Produktionslinien, an denen BYD Fahrzeuge stehen, Rädermontage, ein Gefühl für Dimensionen und Taktung der Fertigung. Im Museum daneben wird Elektromobilität als Gesamtkosmos gezeigt. Vom Windpark zum Wasserrad, von der Unternehmensgeschichte seit den neunziger Jahren, von ersten Autos und Plug-in-Hybriden bis zur heutigen Modellvielfalt.

Besonders hervor gehoben wird die Blade Batterie als Kerntechnologie von BYD. Im Museum ist sie in Schnittmodellen zu sehen, zusammen mit Motoren und Antriebseinheiten des BYD Seal. Dazu eine Wand voller Patente und der Hinweis auf hunderttausende Ingenieure, die an neuen Lösungen arbeiten. Sogar eine integrierte Drohnenlösung wird gezeigt, die von einem Fahrzeugdach aus ausfährt und etwa zur Überwachung eines Grundstücks dienen soll.

Tag 3: Gespräche und mehr

Am dritten Tag geht es noch stärker um Marke und Positionierung. Es stehen Gespräche mit BYD Spitzen wie Stella Li und Chefdesigner Wolfgang Egger auf dem Programm, die im Video angesprochen, gezeigt werden Fahrzeuge wie der Yangwang U8 L mit deutlich verlängertem Radstand und Chauffeurs Fokus im Fond, inklusive Business Class Anmutung mit Monitoren und Loungesitzen.

Denza D9, Denza B5 und Denza Z9 GT

Der Denza D9 wird als luxuriöser Personen Transporter vorgestellt, mit elektrisch öffnenden Türen, vielen Sitzen und hochwertigem Innenraum, mit dem auch die Journalistengruppe vom Flughafen zum Hotel gebracht wurde. Der Yangwang U9 Extreme wird als Hypercar mit Leistungsdaten weit jenseits dessen präsentiert, was heute in Europa serienmäßig auf der Straße steht.

Denza Z9 GT wiederum wird als Grand Tourer im Oberklassesegment eingeordnet, mit sportlichem Design, aktivem Heckspoiler, digitalem Cockpit und drei Displays, reichlich Platz für vier Personen sowie einem praxisnahen Kofferraum. Der Vlog spekuliert offen über mögliche Preisklassen und wiederholt dabei, dass diese Fahrzeuge in den kommenden Jahren auch Europa erreichen sollen.

Der Denza B5 taucht noch einmal als Beispiel für ein Reisefahrzeug auf, das große Reichweiten durch Range Extender Konzept und großen Akku ermöglichen soll und zunächst im Mittleren Osten starten, später aber nach Europa kommen soll.

Zum Ende hin zeigt der Vlog Szenen aus der Stadt, leisen Verkehr mit vielen elektrifizierten Fahrzeugen, Roller und Dreiräder mit Elektroantrieb. Die Botschaft: Elektromobilität ist in chinesischen Städten sichtbar weiter verbreitet als in vielen Regionen Deutschlands. Der Rückflug nach Berlin schließt den Bogen. Auf der Strecke Peking Istanbul Berlin reflektieren Olli und Steffen ihre Eindrücke und nehmen euch somit wieder mit nach Hause. Auf genau diesem Weg hat Olli das Video bereits geschnitten und wir gehen heute hier auch mal auf die Ängste, Sorgen und Befürchtungen ein, die wir der Kommentar-Spalte entnehmen konnten.

Hier ist unser BYD-Vlog-Video:

Was sagt das Volk? Was sagt Volker?

Die Kommentarspalte unter dem Video wirkt wie ein Brennglas für die Debatte rund um chinesische Elektroautos und Elektromobilität in Deutschland. Ganz vorn steht der sehr zugespitzte Kommentar, in Deutschland werde man diesen ganzen Elektroschrott ohnehin nicht kaufen, da Infrastruktur und Strompreise unzureichend seien, Elektromobilität bleibe Nische und werde wieder verschwinden.
Das ist emotional und polemisch, trifft aber zwei reale Schwachpunkte der deutschen Realität: Ladeinfrastruktur und Energiekosten. Öffentliche Ladepunkte sind regional ungleich verteilt, und hohe Strompreise an manchen Schnellladern schrecken vor allem Menschen ohne eigene Wallbox ab. Wer das erlebt, fühlt sich von Hochglanzbildern aus China schnell provoziert.

Gleichzeitig blendet diese Sicht aus, dass die Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge seit Jahren wachsen und dass in anderen Märkten längst eine kritische Masse erreicht ist. Auch in Deutschland ist Elektromobilität inzwischen weit mehr als reine Nische. Die Infrastruktur verbessert sich, aber zu langsam und zu inkonsequent, was den Frust verstärkt.

Die Stammtisch Reaktion, auf die andere Kommentatoren verweisen, spiegelt also eher die Enttäuschung über die Rahmenbedingungen im eigenen Land als eine nüchterne Analyse der Technik. Dem gegenüber stehen zahlreiche Kommentare, die BYD als innovatives Unternehmen sehen, das in den nächsten Jahren enorm wachsen wird und schon heute auf beachtlichem Niveau arbeitet.

Ein Nutzer bestellt sich nach den bisherigen Videos einen BYD Seal U DM i und bedankt sich ausdrücklich bei einfach elektrisch für die Entscheidungshilfe. Gleichzeitig benennt er klar die strukturellen Vorteile chinesischer Hersteller: staatliche Subventionen, niedrigere Löhne, weniger strenges Arbeitsrecht. Auch andere verweisen darauf, dass chinesische Marken zeigen, was mit günstigen, aber technisch soliden E Autos und Hybriden möglich ist.

Diese Perspektive ist ambivalent. Einerseits macht sie deutlich, warum Produkte wie BYD in der Lage sind, preislich zu liefern, wo europäische Hersteller ins Straucheln geraten. Andererseits schwingt mit, dass dieser Wettbewerbsvorteil zum Teil auf Bedingungen beruht, die man sich für europäische Arbeitnehmer nicht wünschen würde.

Die Begeisterung für Modelle wie Yangwang U8, Denza D9 oder Denza Z9 GT zeigt aber auch, wie stark Komfort, Entertainment, Design und Showeffekte inzwischen zu Verkaufsargumenten werden. Während manche Zuschauer chinesische Fahrzeuge noch als Nischenprodukte für Europa sehen, lesen andere darin die Blaupause für kommende Premiumkonzepte.

Mehrere Kommentare stellen fest, wie weit Deutschland in bestimmten Bereichen zurückliegt. Von der Bemerkung, dass man in der Welt abgeschlagen sei, bis hin zu der ironisch bitteren Feststellung, dass man hierzulande noch über das Verbrenner Verbot diskutiert, während in China Elektrofahrzeuge den Straßenverkehr dominieren. Ein Kommentar geht deutlich weiter und wirft einfach elektrisch vor, dem eigenen Land in den Rücken zu fallen. Dahinter steckt die Angst, dass die mediale Bühne für chinesische Hersteller den Niedergang europäischer Marken beschleunigt und Arbeitsplätze gefährdet.

Aus journalistischer Sicht ist dieser Vorwurf zu kurz gegriffen. Berichterstattung über neue Player und deren Technologien ist kein Landesverrat, sondern notwendige Realitätsschilderung. Wer verstehen will, wie sich Märkte entwickeln, muss auch dorthin schauen, wo der Fortschritt schneller passiert.

Gleichzeitig wäre es für die Glaubwürdigkeit wichtig, in zukünftigen Beiträgen nicht nur die Faszination für Technik und Komfort zu zeigen, sondern auch kritische Themen anzusprechen, etwa Fragen der Datensouveränität, Abhängigkeit von chinesischen Plattformen, Lieferketten und die Auswirkungen auf europäische Werke und Zulieferer. Die Kommentatoren, die darauf hinweisen, dass deutsche Hersteller derzeit noch wesentlich mehr Fahrzeuge nach China exportieren, verweisen auf ein Kräfteverhältnis, das sich gerade dreht. Genau diese Dynamik macht Beiträge wie diesen relevant, aber sie verlangt auch eine klare Einordnung, die über die Werkskulisse hinausgeht.

Viele Kommentare loben das Video ausdrücklich als abwechslungsreich und wünschen sich mehr solcher Reiseberichte. Die Zuschauerinnen und Zuschauer fühlen sich mitgenommen in eine Welt, die sie sonst nur in Pressebildern sehen würden. Gleichzeitig gibt es klare Verbesserungsvorschläge. Einige wünschen sich Interviews mit den genannten BYD Verantwortlichen, um mehr Hintergründe zu bekommen. Andere vermissen technische Daten, weil das Video stark auf Erlebnis und weniger auf Fakten setzt. Wieder andere sehen die gezeigten Fahrzeuge für Europa nur als Randerscheinung und hätten gerne eine stärkere Einordnung, welche Modelle tatsächlich relevant werden und wie es mit Händler und Servicenetz aussieht. Genau das werden wir nun demnächst detaillierter beleuchten!

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