Das ist der Citroen ELO. Und Elo ist hier nicht einfach nur ein Name. Es geht weder um die nicht anerkannte Hunderasse, noch um den Ort in Spanien und auch nicht um die Spielstärke eines Schachspielers, auch wenn sich mit diesem Concept durchaus einige Marktbegleiter schachmatt setzen ließen. Dieses Concept wird sicher nicht jedem gefallen, es ist aber auch nicht darauf ausgelegt, allen zu gefallen. Hier wurde das Thema Individualmobilität sichtbar weitergedacht. Klar ist: Elo steht für Rest, Play und Work.
Citroën denkt Mobilität neu und bündelt viele der jüngsten Ideen in einem einzigen Konzeptfahrzeug. Der Citroën ELO ist weit mehr als eine Studie mit auffälligem Design. Das Fahrzeug versteht sich als rollendes Ideenlabor, das zeigen soll, wie sich elektrisches Fahren, moderner Lebensstil und bewusster Ressourceneinsatz zu einem stimmigen Gesamtkonzept verbinden lassen. Außen kompakt, innen überraschend großzügig, freundlich im Auftritt und radikal auf Alltagstauglichkeit getrimmt.
Kompakt wie ein Stadtwagen, geräumig wie ein Minivan
Mit einer Länge von 4,10 Metern bewegt sich der Elo formal in der Klasse der kompakten Stadtwagen. Proportionen und Architektur erzählen jedoch eine andere Geschichte. Die Entwickler haben von Beginn an eine rein elektrische Plattform zugrunde gelegt und den Antrieb auf die Hinterachse verlagert. Die Technik rückt damit nach hinten, der Vorderwagen wird aufgeräumt und der Innenraum gewinnt spürbar an Länge. Das Verhältnis von Außenmaß zu nutzbarem Innenraum fällt für ein Fahrzeug dieser Größe außergewöhnlich aus.
Der Elo bietet bis zu sechs vollwertige Sitzplätze auf einer Grundfläche, die ungefähr einem aktuellen ë-C3 entspricht. In einer Zeit immer größerer Fahrzeuge setzt Citroën hier bewusst ein Gegensignal. Die Grundfläche bleibt kompakt, Verkehrsflächen in der Stadt werden nicht weiter belastet und trotzdem entsteht ein Innenraum, der eher an ein kleines Loft erinnert als an einen klassischen Kleinwagen. Elo fühlt sich im urbanen Umfeld zuhause, ist dank Konzept jedoch auch als Begleiter für Wochenenden, Festivals und Freizeitaktivitäten gedacht.
Citroen ELO Fotos

























Ein Lebensraum statt nur ein Innenraum
Das Herzstück des Konzepts ist der Innenraum, der nicht mehr nur als Cockpit plus Rückbank verstanden wird, sondern als modularer Lebensraum. Elo passt sich der Situation an und nicht umgekehrt. Im Standardlayout gibt es vier Sitze mit einem zentral positionierten Fahrerplatz im vorderen Bereich. Dieser mittig angeordnete Fahrersitz erzeugt ein neues Gefühl von Übersichtlichkeit, unterstützt von einer weit nach vorn gezogenen Lenksäule und einer Windschutzscheibe mit Panorama Charakter. Die Karosseriehöhe von rund 1,70 Metern erleichtert den Einstieg und erlaubt es, sich im Innenraum bequem zu bewegen.
Der Fahrerplatz ist als Dreh und Angelpunkt ausgelegt. Der Sitz lässt sich um 360 Grad drehen. Nach der Fahrt wird aus dem Cockpit mit einem Handgriff ein kommunikativer Raum, in dem man sich gegenübersitzt, arbeitet oder entspannt. Die zweite Reihe bietet drei gleich breite Einzelsitze mit klappbaren Rückenlehnen, die sich herausnehmen und im Freien als Sessel nutzen lassen.
Zusätzlich sind unter den Seitensitzen der zweiten Reihe zwei weitere, bei Bedarf ausklappbare Sitze verborgen. Aus dem viersitzigen Layout wird so auf Wunsch eine Sechssitzer Konfiguration, ohne dass der Kofferraum signifikant leiden soll.
Vier Türen öffnen sich gegenläufig, eine B Säule gibt es nicht. Der Einstieg ist dadurch 1,92 Meter breit und komplett frei. Zusammen mit einem ebenen Boden entsteht ein durchgängiger, frei nutzbarer Raum, der die klassische Trennung von vorn und hinten auflöst. Elo wird damit zum Wohnraum auf Rädern. Dass die Türen nicht so schmal anliegen wie klassische Schiebetüren, ist konstruktionsbedingt, sorgt aber für einen extrem offenen Zugang.
Citroen ELO Innenraum-Layout












Energy Bubble: Design als Gute Laune Generator
Elo tritt als rollende Energy Bubble auf. Bereits auf den ersten Blick wirkt das Fahrzeug freundlich und zugänglich. Die Silhouette orientiert sich an einem kompakten Minivan, die Räder sitzen weit außen an den Ecken, die Flanken sind klar und flächig gezeichnet, die Glasflächen großzügig dimensioniert.
Die Farbe spielt eine zentrale Rolle. Ein leuchtender Orangeton dominiert das Exterieur und wandert je nach Lichteinfall in Richtung Rot oder Gelb. Das soll Bewegung und Lebendigkeit ausdrücken und verschafft dem Elo einen auffälligen Auftritt im sonst eher grauen Stadtverkehr.
Die großflächige Verglasung sorgt dafür, dass der Innenraum optisch leicht wirkt und viel Tageslicht erhält. Insgesamt 4,5 Quadratmeter Glasfläche öffnen die Kabine nach außen, insbesondere die halbrunden hinteren Türen, die bis ins Dach reichen und die Helligkeit im Fond maximieren.
Auch die Lichtsignatur greift bekannte Designmotive der Marke auf. Vorne erinnern die Leuchten an den aktuellen C5 Aircross. Vertikale Lichtmodule rahmen das Markenlogo ein. Stoßfänger und Kotflügeloberseiten bestehen aus expandiertem Polypropylen. Das Material ist leicht, robust und dient zusätzlich als Ablagefläche im Außenbereich, etwa wenn der Elo als Basislager genutzt wird.
Am Heck setzt eine schwebende Lichtsignatur einen grafischen Akzent. Eine asymmetrische Doppelheckklappe, oben verglast, erleichtert den Zugang und sorgt für zusätzliche Sicht und Helligkeit. Kritisch zu sehen ist dabei, dass eine klassische, nach oben öffnende Heckklappe mehr Regenschutz geboten und beim Beladen in engen Parklücken Vorteile gehabt hätte.
Als Ausgleich bietet das Dach ein weiteres Feature. Es ist im hinteren Bereich teilbar, ein Faltdachsegment lässt sich nach oben schieben. Das erweitert die Beladungshöhe und eröffnet in der Schlafkonfiguration den Blick in den Sternenhimmel.
Neues Anzeige Konzept und ikonisches Ein Speichen Lenkrad
Auch das Cockpit bricht mit Konventionen. Statt eines klassischen Armaturenbretts setzt Citroën auf eine Projektionslösung. Informationen werden auf eine transparente Fläche mit reflektierender Folie projiziert, sodass sie scheinbar frei über die gesamte Breite der Windschutzscheibe schweben. Der Fahrer behält den Blick auf die Straße und hat dennoch alle relevanten Infos im Sichtfeld. Die Technik knüpft an das Smartband Konzept des Oli an, geht aber einen Schritt weiter und soll im Vergleich zu einem konventionellen Head up Display kosteneffizient bleiben.
Das legendäre Ein Speichen Lenkrad von Citroën kehrt in moderner Form zurück. Mithilfe von 3D Textildruck neu interpretiert, bietet es eine große Öffnung und damit freie Sicht auf die projizierten Anzeigen. Zwei joystickartige Bedienelemente integrieren die wichtigsten Funktionen. Der gesamte Fahrerarbeitsplatz folgt dem Leitmotiv der Vereinfachung. Die Bedienelemente sind intuitiv, der Fokus liegt auf dem Wesentlichen und einer Atmosphäre der Unbeschwertheit. Der in satten Orangetönen gehaltene Innenraum verzichtet sichtbar auf Klavierlack Optik und große, glatte Touchflächen und unterstreicht damit den robusten, freundlichen Charakter des Konzepts.
REST: das Auto als Rückzugsort und Schlafzimmer
Citroën nimmt eine Zahl ernst, über die im Alltag selten gesprochen wird. Durchschnittlich steht ein Auto rund 95 Prozent der Zeit ungenutzt. Der Elo soll genau diese Standzeit nutzbar machen, insbesondere für Ruhe und Entspannung.
Im Ruhemodus verwandelt sich der Innenraum in einen gemütlichen Schlafplatz für zwei Personen oder in ein improvisiertes Heimkino. Im Kofferraumboden befinden sich zwei Matratzen in speziellen Fächern. Sie bestehen aus Dropstitch Material von Decathlon, das auch bei aufblasbaren Surfbrettern, Kajaks oder Paddleboards Verwendung findet. Die Matratzen werden herausgenommen, aufgeklappt und mit einem fest integrierten Kompressor über eine Düse im Unterboden aufgepumpt. Das Material ist so stabil, dass keine zusätzliche Unterkonstruktion nötig ist.
Die hinteren Lichtmodule übernehmen in diesem Modus die Funktion von Nachttischlampen. Spezielle Halterungen, ursprünglich für Paddleboard Finnen vorgesehen, dienen im Elo als Aufnahme für Zubehör wie einen kleinen Projektor. In Kombination mit einer ausziehbaren Leinwand entsteht ein mobiles Heimkino. Bei geöffnetem hinteren Dachsegment lässt sich der Sternenhimmel genießen.
In dieser Konfiguration eignet sich das Fahrzeug besonders als Begleiter für Festivals oder Wochenendtrips. Sitzplätze, Liegefläche, Beleuchtung, eigene Entertainment Lösung und Strom für Gadgets oder Lautsprecher sind an Bord, der Elo wird zum kompakten Rückzugsort auf Rädern.
PLAY: Basislager für Freizeit und Abenteuer
Elo versteht sich zudem als mobile Basisstation für Outdoor Aktivitäten. Gemeinsam mit Decathlon haben die Citroën Designer Materialien, Stauräume und Nutzungsszenarien entwickelt, die auf Freizeit in der Natur zugeschnitten sind.
Die Kofferraumöffnung ist so ausgelegt, dass die Ladekante als Sitzfläche dienen kann. Nach einer Wanderung lassen sich hier bequem die Schuhe wechseln. Im vorderen Bereich gibt es zusätzliche Taschen für Kleinteile. An allen vier Türen sind Haken vorgesehen, an denen sich auf beiden Seiten Markisen befestigen lassen. So entstehen geschützte Aufenthaltsflächen, um den Tag auch bei Sonne oder Regen komfortabel zu verlängern.
Die Sitzflächen der drei Rücksitze können entnommen und als Stühle im Freien genutzt werden. Ein im Unterboden integrierter Kompressor versorgt die Matratzen ebenso wie Luftmatratzen, Schwimmhilfen oder Fahrradreifen.
Über die V2L Funktion wird die Hochvoltbatterie zur Powerbank. Elo kann elektrische Verbraucher wie Grill, Beleuchtung oder Lautsprecher mit Energie versorgen. Die flachen Kotflügeloberseiten dienen dabei als stabile Ablagen für Gläser und Teller. Das Konzept macht das Fahrzeug zum Mittelpunkt eines entspannten Tages im Freien, zum Basislager für Sport, Picknick oder Camping.
WORK: das rollende Büro
Hybrides Arbeiten und spontane Online Meetings gehören für viele Menschen inzwischen zum Alltag. Elo trägt dem Rechnung und wird bei Bedarf zum mobilen Büro.
Der Fahrersitz ist in Polsterung und Schaumstoffdichte sowohl auf Langstreckenkomfort als auch auf die Nutzung als ergonomischer Bürostuhl ausgelegt. Dreht man ihn Richtung Innenraum, lässt sich ein ausziehbares Tablett montieren, das unter dem mittleren Sitz der zweiten Reihe verstaut ist. Es bietet ausreichend Platz für Laptop oder Unterlagen und macht den Innenraum zu einem vollwertigen Arbeitsplatz.
Das Anzeige Konzept unter der Windschutzscheibe wechselt in diesem Modus den Kontext. Statt klassischer Fahrinformationen können Videokonferenzen, Präsentationen oder Terminübersichten dargestellt werden. In den vorderen Innenradkästen befinden sich clever integrierte Fächer mit Getränkehaltern, in denen sich Smartphone, Kopfhörer oder andere Kleinteile verstauen lassen. Innerhalb weniger Handgriffe entsteht so ein Arbeitsplatz, der nahezu überall genutzt werden kann.
So könnte der Citroen ELO genutzt werden






















Verantwortungsbewusst bis ins Detail
Elo ist von seiner Grundarchitektur her konsequent als Elektrofahrzeug gedacht. Darüber hinaus soll das Konzept exemplarisch zeigen, wie sich Nachhaltigkeit und Materialeffizienz im Fahrzeugbau umsetzen lassen.
Im Innenraum kommen strapazierfähige, wasserabweisende und leicht zu reinigende Materialien zum Einsatz, insbesondere an den Rückenlehnen der zweiten Sitzreihe, die im Alltag häufig mit Freizeit Ausrüstung in Kontakt kommen. Die Abteilung Colours and Materials von Citroën hat ein neuartiges Material entwickelt, das in Frankreich in der Nähe von Lille produziert wird. Es basiert auf überschüssigen Stoffen und Komponenten, die bereits für das Konzeptfahrzeug Oli vorgesehen waren. Nach dem Zerkleinern werden diese Reststücke zu Platten verarbeitet, aus denen sich die zahlreichen Staufächer im Elo formen lassen.
Die Sitzbezüge bestehen aus einem weich gepolsterten, farbenfrohen und widerstandsfähigen Material, das pflegeleicht und robust ist. Geschäumtes Polypropylen wird nicht nur im unteren Bereich der Stoßfänger, sondern auch neben dem Fahrersitz verwendet. Das Material ist aus Fahrradhelmen von Decathlon bekannt, besteht zu rund dreißig Prozent aus recycelten Rohstoffen, ist vollständig recycelbar und hilft, das Gesamtgewicht niedrig zu halten. Durch die Verwendung identischer Bauteile an verschiedenen Stellen sinkt zudem die Anzahl der unterschiedlichen Karosserieteile.
Intelligente Reifen von Goodyear
Wie schon bei früheren Citroën Studien kommt auch beim Elo Goodyear als Partner zum Einsatz. Die intelligenten Reifen sind speziell für den kombinierten Einsatz in der Stadt und bei gelegentlichen Ausflügen ins leichte Gelände ausgelegt.
Sie überwachen Reifendruck und Verschleiß in Echtzeit und melden die Daten an eine eigene App. Eine im Felgenbett integrierte LED signalisiert auf einen Blick, ob der Druck stimmt. Grün steht für in Ordnung, Rot warnt vor zu geringem Druck. Das Profil ist zweigeteilt. Ein Bereich ist auf Reichweite und geringen Rollwiderstand optimiert. Ein zweiter Abschnitt, erkennbar am orangefarbenen Gummi, bietet zusätzlichen Grip bei Aktivitäten abseits perfekt asphaltierter Straßen.
Die Felge wirkt auf den ersten Blick klassisch, ihre Gestaltung setzt sich optisch jedoch in den Reifen hinein fort. Statt eines traditionellen Mehr Speichen Designs prägt eine glatte, hexagonale Wabenstruktur das Bild. Sie verbessert die Aerodynamik und fügt sich in den grafischen Gesamtauftritt des Fahrzeugs ein. Die Optik erinnert an frühere Tuning Trends mit großen Abdeckungen, ist hier jedoch funktional integriert und modern interpretiert.
Ein freundlicher Pionier für eine neue Art von Mobilität
Elo ist und bleibt ein Konzeptfahrzeug. Offizielle Werte zu Verbrauch oder Reichweite liegen nicht vor, eine Homologation existiert nicht. Die Studie zeigt jedoch sehr klar, in welche Richtung Citroën denkt.
Kompakte Außenmaße statt immer größerer SUV Silhouetten, ein maximal ausgenutzter Innenraum, der als echter Lebensraum verstanden wird, ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität, verantwortungsvoll eingesetzte Materialien und eine Design Sprache, die Optimismus transportiert.
REST, PLAY, WORK steht nicht als reine Marketingformel im Datenblatt, sondern beschreibt ein detailliert durchdachtes Nutzungsszenario aus Rückzugsort, Basislager und mobilem Büro. Der Entwurf zeigt, wie ein Auto zum Begleiter eines bewegten Lebens werden kann und wie sich vermeintliche Standzeit kreativ zurückerobern lässt.
Aus Sicht eines möglichen Serienfahrzeugs ließe sich über Details wie die geteilte Hecklösung und die mittige Fahrerposition diskutieren. Eine klassische Heckklappe würde beim Beladen Vorteile bringen, eine konventionelle Sitzanordnung neben dem Beifahrersitz käme vielen Nutzern entgegen. Unabhängig davon markiert der Citroën Elo ein mutiges Konzept, das zentrale Fragen der künftigen Individualmobilität adressiert und bewusst neue Antworten ausprobiert.





















