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CO2-Emissionen neuer Autos in Europa steigen erstmals wieder an

CO2-Emissionen neuer Autos in Europa steigen erstmals wieder an

Nach Jahren des Rückgangs sind die durchschnittlichen CO2-Emissionen neu zugelassener Autos in Europa im Jahr 2024 erstmals wieder leicht gestiegen. Das zeigen aktuelle, vorläufige Daten der Europäischen Umweltagentur. Während die Emissionen von 2020 bis 2023 kontinuierlich sanken, verzeichneten die Behörden nun einen leichten Anstieg. Auch bei neuen Transportern fiel der Zuwachs noch deutlicher aus. Trotz dieser Entwicklung liegen die durchschnittlichen Emissionen von Autos und Transportern weiterhin unter den geltenden Flottengrenzwerten für 2024, aber noch deutlich über den strengeren Vorgaben, die ab 2025 greifen werden. Ein ähnlicher Anstieg der Emissionen wurde bereits im Jahr 2019 beobachtet, dem letzten Jahr vor einer Verschärfung der Grenzwerte.

Elektroauto-Anteil sinkt, CO2-Emissionen steigen

Die Daten basieren auf den Meldungen der europäischen Länder zu allen Neuzulassungen von Pkw und Transportern. Im Jahr 2024 wurden in der EU, Norwegen und Island insgesamt 10,7 Millionen neue Pkw registriert, genauso viele wie im Vorjahr. Rund 22 Prozent dieser Fahrzeuge waren elektrisch, entweder als reine Stromer oder als Plug-in-Hybride. Der Anteil reiner Elektroautos sank jedoch um etwa einen Prozentpunkt auf 14,5 Prozent. Dieser Rückgang beim Anteil der Elektrofahrzeuge ist der Hauptgrund für den Anstieg der durchschnittlichen CO2-Emissionen bei Pkw auf 106,8 Gramm CO2 pro Kilometer, ein Plus von 0,4 Gramm gegenüber 2023. Die höchsten Anteile an Elektroautos wurden in Norwegen mit 92 Prozent, in Schweden mit 62 Prozent und in Dänemark mit 56 Prozent erreicht.

Transporter mit deutlich mehr Emissionen

Auch bei den leichten Nutzfahrzeugen zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. 2024 wurden in der EU, Norwegen und Island 1,3 Millionen neue Transporter zugelassen, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil elektrisch betriebener Transporter, die fast ausschließlich als reine Stromer unterwegs sind, sank von 8,3 auf 6,4 Prozent. Dadurch stiegen die durchschnittlichen CO2-Emissionen bei neuen Transportern auf 185,4 Gramm pro Kilometer, ein Anstieg von 4,6 Gramm im Vergleich zu 2023. Über die Hälfte aller neuen Elektrotransporter wurde in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden zugelassen. Die höchsten Anteile an Elektrotransportern gab es in Norwegen mit 30 Prozent, Schweden mit 21 Prozent und Dänemark mit 18 Prozent.

Strengere Klimaziele ab 2025 rücken näher

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass der Rückgang der Emissionen ins Stocken geraten ist. Der Anteil von Elektrofahrzeugen ist leicht gesunken, während die durchschnittlichen CO2-Emissionen bei Pkw und Transportern wieder steigen. Mit Blick auf die deutlich strengeren CO2-Grenzwerte, die ab 2025 für Neuwagen in Europa gelten, wird die Automobilbranche vor große Herausforderungen gestellt. Die Entwicklung der kommenden Monate wird zeigen, ob der Trend zu mehr Elektromobilität wieder an Fahrt aufnimmt und die Emissionen erneut sinken oder ob man die CO2-Grenzwerte noch noch verändert bzw. die Strafzahlungen dafür aufschiebt?!

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