Wir hatten über den Mercedes-AMG GT XX Concept Rekord berichtet und freuen uns nun auch noch mehr Einblicke hinter diese Rekord-Versuche geben zu können. Heute werden wir hier auf einfach elektrisch sehr technisch, denn gerade bei dem Concept AMG GT XX: Wenn Rekorde zur Alltagssimulation werden wurde einiges getan um dieses Fahrzeug vorzubereiten.
Rekorde sind zum brechen da!
Das Concept AMG GT XX – so heißt das Fahrzeug intern wirklich – umrundete in weniger als acht Tagen die Welt, exakt 40.075 Kilometer auf der Teststrecke in Süditalien. Dabei stellte das Hightech-Coupé 25 neue Langstreckenrekorde auf und demonstrierte eindrucksvoll, wie weit sich elektrische Dauerleistung heute treiben lässt. Besonders bemerkenswert war, dass der Rekord für die längste jemals in 24 Stunden zurückgelegte Distanz nicht nur überboten wurde, sondern gleich vierzehnmal hintereinander.



















Beide eingesetzten Fahrzeuge fuhren mit konstant 300 km/h ihre Stints und ließen die alte Bestmarke weit hinter sich. Wir wissen nun also auch, dass die Fahrzeuge länger geladen haben müssen als von uns vorher angenommen.
Was treibt denn das Concept Fahrzeug an?
Im Zentrum des Technologieprogramms steht ein revolutionärer Antriebsstrang mit drei Axial-Fluss-Motoren und einer direktgekühlten Hochleistungsbatterie, die schon 2026 in die neue Hochleistungsarchitektur AMG EA einfließen wird. Die Axial-Fluss-Technologie bietet eine deutlich höhere Leistungsdichte als herkömmliche E-Motoren und erlaubt in Kombination mit der innovativen Kühlung eine Dauerleistung, die bislang unerreicht war. Diese Dauerstabilität machte es möglich, über Tage hinweg bei konstant hohen Geschwindigkeiten zu fahren und gleichzeitig extrem kurze Ladezeiten zu realisieren.
Eine Schlüsselrolle spielte das neue Kühlkonzept. Der sogenannte Central Coolant Hub fungiert als zentrales Steuerungselement für alle Kühlkreisläufe und regelt präzise die unterschiedlichen Temperaturfenster für Batterie, Leistungselektronik und Antriebseinheiten. So lassen sich Belastungsspitzen effizient abfangen, ohne dass die Leistung reduziert werden muss. Ergänzt wird das System durch eine passive Kühlplatte im Unterboden, die bereits beim Vision EQXX erprobt wurde. Sie reduziert den Bedarf an aktiver Kühlung und senkt zugleich den Luftwiderstand. Auf diese Weise kann das Concept AMG GT XX selbst nach einer Hochgeschwindigkeitsfahrt ohne Einschränkung an der Schnellladesäule die volle Ladeleistung abrufen und umgekehrt nach dem Laden sofort wieder mit maximaler Performance auf die Strecke gehen.
Luftwiderstandsbeiwert von 0,19!
Von entscheidender Bedeutung war auch die Aerodynamik. Bei einer Geschwindigkeit von 300 km/h werden rund 83 Prozent der Antriebsenergie benötigt, um den Luftwiderstand zu überwinden. Der Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,19, erreicht durch ein konsequentes Feintuning an Karosserie, Unterboden und Rädern, zeigt, wie akribisch die Entwickler an jedem Detail gearbeitet haben. Bewegliche Lamellen in den Kühlern, optimierte Diffusoren und neu entwickelte 20-Zoll-Räder mit Carbon-Claddings sorgten dafür, dass das Fahrzeug mit minimalem Luftwiderstand und maximaler Stabilität unterwegs war. Selbst der aktive Heckspoiler konnte eingefahren bleiben, ohne dass die Fahrstabilität litt.
Die Ladeperformance markierte ein weiteres Novum. Gemeinsam mit Alpitronic entstand eine speziell entwickelte Ladesäule, die erstmals Ströme von bis zu 1000 Ampère über ein Standard-CCS-Kabel übertragen konnte. In Kombination mit einem eigens aufgebauten High-Power Charging Hub auf dem Testgelände erreichte das AMG GT XX eine durchschnittliche Ladeleistung von 850 Kilowatt. Damit wurde das schnelle Nachladen zum entscheidenden Erfolgsfaktor, denn nur durch diese kurzen Boxenstopps war die Konstanz der Rekordfahrten möglich.
Ohne Software läuft nichts!
Nicht weniger wichtig war die Software. Auf Basis der Mercedes-Benz Betriebssystem-Architektur MB OS wurde ein intelligentes Batterie-Management-System entwickelt, das mit virtuellen Sensoren das Verhalten jeder einzelnen Zelle im Kern modelliert. Diese Daten flossen in eine Betriebsstrategie ein, die es erlaubte, die Batterie permanent im optimalen Performancefenster zu halten. Ergänzt wurde dies durch den Predictive Performance Manager, eine Art digitaler Rennstrategieberater, der den Fahrern akustische und visuelle Hinweise für die ideale Fahrweise gab. Damit konnte die optimale Geschwindigkeit von 300 km/h konstant gehalten und jeder Ladestopp präzise vorbereitet werden.
Augmented-Reality-Rennhelm?
Auch im Cockpit stand alles im Zeichen der Rekordfahrt. Neben maßgeschneiderten Anzeigen im 14-Zoll-Display kam erstmals ein Augmented-Reality-Rennhelm zum Einsatz, der Ladezustand, Rundenzeiten und Streckeninformationen direkt ins Sichtfeld einblendete. Damit blieb der Blick des Fahrers jederzeit auf der Strecke. Ergänzt wurde das Konzept durch 3D-gedruckte Sitzpads, die über einen Bodyscan individuell auf den jeweiligen Fahrer angepasst wurden.
Darüber hinaus diente das Fahrzeug als Testfeld für weiterführende Technologien. Besonders spektakulär ist der Einsatz von Plasma-Aktuatoren, die eine aerodynamische Abrisskante ohne physische Karosserieveränderungen ermöglichen und damit völlig neue Designfreiheiten eröffnen. Mit ThrillAR entwickelte Mercedes zudem eine Mixed-Reality-Erfahrung, die die Rekordfahrt für Medienvertreter virtuell nacherlebbar macht.
Starke Partner!
An der Seite von Mercedes-AMG standen renommierte Partner. Michelin entwickelte mit dem Pilot Sport 5 Energy einen völlig neuen Hochleistungsreifen, der maximale Stabilität bei 300 km/h mit hoher Effizienz kombinierte. Microsoft lieferte die Cloud-Infrastruktur für die Datenanalyse in Echtzeit, während Signify mit spezieller Beleuchtung für Sicherheit und Orientierung auf der Strecke sorgte.
Tradition verpflichtet!
Die Mission in Nardò knüpft an eine lange Tradition an. Schon in den 1970er-Jahren setzte Mercedes mit dem C111 in Süditalien Maßstäbe für innovative Antriebe, damals mit Diesel- und Ottomotoren. Heute beweist das Concept AMG GT XX, dass sich auch im Elektrozeitalter Grenzen verschieben lassen.
Für Markus Schäfer, Technikvorstand der Mercedes-Benz Group, beginnt mit diesem Technologieprogramm eine neue Dimension der Performance, die den Anspruch von AMG, Maßstäbe immer wieder neu zu definieren, in die Zukunft trägt.
Wisst ihr über was wir uns gefreut hätten? Belastbare Zahlen zum Thema Verbrauch, Ladeleistung, Ladekurven, Ladezeiten, aber davon gibt es aktuell leider nichts, aber es ist und bleibt ein Concept-Fahrzeug, von daher darf man da von seitens der Hersteller auch noch etwas verschwiegen sein. Ein Rekord konnte der Concept-Flitzer von AMG nicht brechen, der YANGWANG U9 Track Edition hält den Weltrekord!





















