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Ein Tag Müllmann! Elektrischer Müllwagen in Berlin?

Elektrischer Müllwagen: Ein Tag Müllmann mit ALBA Berlin und dem vollelektrischen Volvo-Müllwagen

Wenn man Kinder fragt, was sie später einmal werden möchten, hört man selten Antworten wie Steuerberater oder Projektmanager mit Schwerpunkt Controlling. Stattdessen stehen ganz andere Berufe auf der Wunschliste. Besonders beliebt sind Polizist, Feuerwehrmann und der legendäre Held des grauen Morgens, der Müllmann. Oder besser gesagt das Team im Müllwagen, das beeindruckender Präzision durch enge Straßen fährt, während hinten zwei Menschen kerzengerade auf den Fußtritten stehen und dabei wirken wie die coolsten Jungs auf dem Schulhof.

Genau diese Fußtritte waren der Stoff, aus dem Kindheitsträume gemacht sind. Während manche davon träumten, auf einem Drachen durch Hogwarts zu fliegen, reichte uns eine Warnweste und ein Platz hinten auf dem Müllwagen. Wer dort stand, war unantastbar, der König der Straße. Ein legaler S-Bahn-Surfer mit Jobgarantie und einem scheinbar endlosen Vorrat an leeren Capri-Sonnen in der Tonne.
Einziger Nachteil war der Geruch. Neben den Düften vergangener Wochenmärkte und biologisch aktivierter Windeln lag immer auch eine ordentliche Portion Diesel in der Luft der Stadt. Das war dann nicht mehr ganz so traumhaft, sondern eher eine Herausforderung für die Nase.

Doch jetzt gibt es eine Neuerung von ALBA. Plötzlich sind die Müllwagen fast lautlos unterwegs, denn sie fahren elektrisch. Kein Dieselmotor, kein lautes Auspuffgeräusch, keine schwarze Rauchwolke beim Anfahren. Stattdessen hört man nur ein leises Summen wie bei einem ferngesteuerten Auto, nur dass dieses hier Container leert und keine Spielzeugautos jagt.

Die Marzahner Straße in Berlin wird an diesem Morgen Zeuge einer leisen, aber bemerkenswerten Veränderung. Hier rollt kein dröhnender Dieselpresswagen durch die Straßen, sondern ein nahezu lautloser, rein elektrischer LKW von Volvo Trucks. Begleitet wird er von einem Team, das sich tagtäglich für saubere Städte einsetzt. Im Fokus steht nicht nur die Abfallentsorgung, sondern auch eine zukunftsweisende Technologie, die die Stadt und ihre Bewohner nachhaltig verändern könnte.

Das heißt nicht mehr Müllmann!

Das ist korrekt! Die offizielle Bezeichnung für den Beruf des Müllmanns lautet heute meist Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft oder, in einem einfacheren Kontext, Müllwerker, Entsorgungsfachkraft oder Abfallwirtschaftler.

Dennoch bleibt der Begriff Müllmann im alltäglichen Sprachgebrauch weit verbreitet, da er für viele Menschen mit Respekt und sogar einer gewissen Bewunderung verbunden ist. Besonders Kinder sehen Müllmänner als Helden, weil sie schwere Tonnen bewegen, auf den Trittbrettern der Fahrzeuge stehen und große Lastwagen durch enge Straßen steuern. Auch Erwachsene verbinden mit dem Begriff eine ehrliche und körperlich anspruchsvolle Arbeit, die für das Funktionieren der Gesellschaft unverzichtbar ist, obwohl sie oft wenig Beachtung findet.

Fachlich gilt die Bezeichnung Müllmann jedoch als überholt, weil sich die Aufgaben im Bereich der Abfallwirtschaft stark verändert haben. Heute geht es nicht mehr nur um das Einsammeln von Müll, sondern auch um das Management von Ressourcen, Recyclingprozesse, die Einhaltung von Umwelt- und Gefahrgutvorschriften sowie den Umgang mit modernen, digitalisierten Entsorgungssystemen.

Daher werden in Ausbildung und Stellenanzeigen präzisere Berufsbezeichnungen verwendet, während der Begriff Müllmann im Sprachgebrauch weiterhin präsent bleibt und nicht automatisch abwertend ist.

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Von der Diesel zur Elektrotechnologie: Ein Blick unter die Motorhaube

Frank, ein erfahrener Fahrer bei Alba Berlin, führt durch den Tag. Seine Hände greifen zu den Knöpfen des Bedienfelds, während er erklärt, wie das Presswerk des elektrischen LKWs funktioniert. Anders als beim Diesel läuft hier alles aus dem Akku, sogar der hydraulische Antrieb für das Anheben der Mülltonnen. Das Öl muss sich zwar erst erwärmen, doch dann läuft der Pressvorgang reibungslos. Die Automatik erleichtert die Arbeit, die Tonnen werden präzise in die Presse gefahren und mit einem Knopfdruck entleert.

Elektrischer Müllwagen: Fahrgefühl und Alltagserfahrung

Frank wechselt regelmäßig zwischen Diesel und Elektro LKW. Der Unterschied ist für ihn deutlich spürbar: Während der Verbrenner laut und kraftaufwendig ist, startet der Elektro LKW nahezu geräuschlos und mit einem sofort verfügbaren, kraftvollen Drehmoment. Schaltvorgänge gibt es kaum, das Fahren fällt leichter und flüssiger. Im dichten Stadtverkehr ist das ein echter Vorteil. Der LKW gleitet hinter den Autos her, als wäre er Teil des Stroms.

Reichweite, Ladevorgang und Wirtschaftlichkeit: Zahlen und Fakten

Zwei Touren am Tag, jeweils etwa acht Stunden, sind mit dem Volvo Electric Truck problemlos möglich. Zwischen den Schichten wird der LKW an einer der Alpitronic Ladesäulen auf dem Betriebshof geladen. Pro Tag werden rund 50 Prozent des Akkus benötigt, eine Schnellladung ist in der Mittagspause möglich. Der Akku verfügt über 375 Kilowattstunden nutzbare Energie, wobei im Alltag etwa 300 Kilowattstunden zur Verfügung stehen. Die Ladegeschwindigkeit liegt bei bis zu 250 Kilowatt, abhängig vom Modell. Ein komplettes Aufladen dauert etwa anderthalb bis zwei Stunden, meist wird jedoch über Nacht geladen.

Elektrischer Müllwagen mit Technik, die überzeugt: Akku, Antrieb und Sicherheit

Christoph Hein, Produktexperte bei Volvo, erklärt die technischen Details. Die Batterien sind in den Flanken des Fahrzeugs verbaut, dort, wo beim Diesel der Tank sitzt. Vier Akkus sorgen für ausreichend Energie, um einen vollen Arbeitstag abzudecken. Der Antriebsschrank ähnelt dem des Diesels, doch statt eines Motors dreht hier ein leistungsstarker Elektromotor die Räder. Die Leistung liegt bei 225 Kilowatt, mehr als genug für die täglichen Aufgaben eines Müllwagens. Auch das Thema Sicherheit steht im Vordergrund: Assistenzsysteme wie Abbiegeassistent und Lenkassistent sorgen für zusätzlichen Schutz, selbst bei ausgeschaltetem Fahrzeug.

Wirtschaftlichkeit und Umwelt: Warum sich der Umstieg lohnt

Die Anschaffungskosten für einen elektrischen LKW sind höher als für einen Diesel. Doch die Betriebskosten sind deutlich geringer. Ein Diesel Müllwagen verbraucht etwa 60 Liter auf 100 Kilometer, während der Elektro LKW mit 150 bis 200 Kilowattstunden auf 100 Kilometer auskommt. Bei den aktuellen Strompreisen rechnet sich der Umstieg nach etwa dreieinhalb bis vier Jahren. Ein weiterer Vorteil: Viele Unternehmen können den benötigten Strom selbst erzeugen, etwa durch Photovoltaik auf dem Betriebshof. Das macht die Fahrzeuge nicht nur umweltfreundlich, sondern auch unabhängig von steigenden Kraftstoffpreisen.

Stadt, Menschen, Zukunft: Die Perspektive von Alba Berlin

Christoph Franske, Geschäftsführer bei Alba Berlin, betont die Bedeutung der Elektromobilität für das Unternehmen. Alba setzt auf innovative Technologien, um Emissionen zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. Die Erfahrungen mit den elektrischen LKWs sind durchweg positiv: Die Fahrzeuge sind zuverlässig, leise und effizient. Auch die Fahrer schätzen das angenehme Fahrgefühl und die geringe Geräuschentwicklung. Für die Anwohner bedeutet das weniger Lärm, vor allem in den frühen Morgenstunden.

Ausblick: Elektromobilität als Standard in der Abfallwirtschaft

Alba Berlin plant, den Anteil elektrischer Fahrzeuge weiter auszubauen. Bereits jetzt sind zwölf elektrische LKWs im Einsatz, weitere sollen folgen. Auch bei Radladern und Baggern werden elektrische Modelle getestet. Der Erfolg hängt jedoch von den politischen Rahmenbedingungen ab: Förderungen, Mautregelungen und die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur sind entscheidend. Doch eines ist klar: Die Zukunft der Abfallentsorgung in der Stadt ist elektrisch, leise und nachhaltig.

Elektrischer Müllwagen: Ein Schritt in die richtige Richtung

Der Einsatz elektrischer Müllwagen bei Alba Berlin zeigt, wie moderne Technologie den Alltag in der Stadt verbessern kann. Weniger Lärm, weniger Emissionen und eine höhere Effizienz sind nur einige der Vorteile. Für Unternehmen wie Alba lohnt sich der Umstieg nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht. Die stille Revolution auf Berlins Straßen hat begonnen und sie wird weitergehen. Wir Danken allen Verantwortlichen, die uns diese spannenden Einblicke ermöglicht haben.

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