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Ford SuperVan 4.2 auf dem Nürburgring – einfach elektrisch zur Rekordzeit!

Ford SuperVan 4.2 - nun auch Rekord auf der Nürburgring Nordschleife!

Der Ford Transit, normalerweise Sinnbild für Handwerksarbeiten, Lieferungen und robuste Alltagseinsätze bzw. auch gerne im Camping-Einsatz hat auf der legendären Nürburgring-Nordschleife erneut Motorsportgeschichte geschrieben. Mit dem vollelektrischen Ford SuperVan 4.2 gelang Fahrer Romain Dumas eine spektakuläre Zeit von 6:48,393 Minuten. Damit reiht sich der Transporter als neuntschnellstes Fahrzeug überhaupt unter die offiziellen Rundenzeiten der „Grünen Hölle“ ein.

Von TV-Legende zur Realität

Die Idee, mit einem Transit ernsthaft über den Nürburgring zu jagen, geht auf einen „Top Gear“-Kultmoment zurück. Damals versprach Ring-Ikone Sabine Schmitz, sie könne mit einem Ford Transit schneller sein als Jeremy Clarkson im Jaguar S-Type. Diese augenzwinkernde Wette entwickelte sich zum Mythos und inspirierte nun, fast zwei Jahrzehnte später, zu einem realen Rekordprojekt.

Ford SuperVan 4.2 – Technisches Ungetüm auf Rädern

Beim Rekordfahrzeug handelt es sich um den SuperVan 4.2, einen rund 2.000 PS starken Elektro-Renntransporter, den Ford Performance für Demonstrations- und Testzwecke baut. Der SuperVan hatte bereits Erfolge beim legendären Pikes Peak International Hill Climb und am Mount Panorama in Bathurst (daher stammt auch unser Vorschaubild) gefeiert. Der Nürburgring aber galt als der ultimative Härtetest.

„Unser Demonstratoren-Programm erlaubt es uns, ohne Reglemente an die Grenzen des technisch Machbaren zu gehen“, erklärt Michael Norton, Programmmanager für Ford Performance. „Die Erkenntnisse daraus fließen direkt in zukünftige Renn- und Straßenfahrzeuge ein.“

Ford SuperVan 4.2 Nürburgring Rekord mit Symbolkraft

Die Zeit von 6:48 Minuten bedeutet, dass der Transit schneller war als hochkarätige Supersportwagen wie der Porsche 911 GT3 RS oder der Chevrolet Corvette ZR1X – und das, obwohl es sich im Kern immer noch um einen „Kastenwagen“ handelt, wenn auch auf radikalster Renntechnik-Basis und natürlich mit ordentlich E-Power! Ein einfach elektrisch angetriebener SuperVan.

Hommage an Sabine Schmitz

Für viele Fans hatte die Fahrt zudem eine emotionale Note: Sie ist eine Hommage an die unvergessene Sabine Schmitz, die 2021 viel zu früh verstorbene „Königin des Nürburgrings“. Ohne ihren legendären Satz aus der „Top Gear“-Episode gäbe es diesen Rekord in dieser Form wohl nie.

Ford SuperVan 4.2 – so geht es weiter

Während Ford den Erfolg des SuperVan 4.2 feiert, kündigen die Ingenieure bereits das nächste Kapitel an. Auch der F-150 Lightning SuperTruck war am gleichen Tag am Nürburgring unterwegs, Details dazu will Ford zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.

Eines ist jedoch klar: Der Mythos vom Ford Transit in der „Grünen Hölle“ hat sich eindrucksvoll weitergeschrieben. Diesmal nicht nur im Fernsehen, sondern mit einem offiziell gestoppten Rundenrekord und wer mag kann sich die Runde mit Romain Dumas einmal in Ruhe ansehen.

Ford SuperVan 4.2 Runde auf der Nürburgring Nordschleife

Romain Dumas?

Romain Dumas ist ein vielseitiger französischer Rennfahrer, der seit den 1990er Jahren im Motorsport aktiv ist. Er hat sich vor allem im Langstreckenrennsport einen Namen gemacht und zählt zu den erfolgreichsten Fahrern seiner Generation: Er gewann unter anderem das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2010 sowie mehrfach das 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife.

Dumas ist bekannt für seine Expertise neben der Rennstrecke auch bei Bergrennen wie dem Pikes Peak International Hill Climb, den er mehrfach gewann und bei dem er Rekorde aufstellte. Er war lange Zeit Werksfahrer für Porsche, Audi und Volkswagen und ist heute unter anderem als Fahrer für Ford Performance aktiv. Seine Vielseitigkeit, Erfahrung und technische Präzision machen ihn zum idealen Piloten für extreme Fahrzeugprojekte wie den Ford Transit SuperVan 4.2 und die Nordschleife kennt er auch ganz gut.

Romain Dumas stellte 2019 mit dem VW I.D. R einen Rekord für Elektrofahrzeuge auf: 6:05,336 Minuten, bis dato die schnellste je gefahrene Runde eines Elektroautos und zweitbeste Runde aller Zeiten auf der Nordschleife.

Mit dem Ford SuperVan 4.2 durch die „grüne Hölle“

Die Nürburgring-Nordschleife, auch bekannt als „Grüne Hölle“, ist eine der berühmtesten und anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt. Sie ist 20,832 Kilometer lang und verfügt über offiziell 73 Kurven sowie Steigungen von bis zu 18% und Gefälle von bis zu 11%. Die Strecke durchquert die Eifel und weist dabei einen Höhenunterschied von rund 290 Metern auf.

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1927 gilt die Nordschleife als ultimative Herausforderung für Fahrer und Fahrzeuge, und der Rundenrekord dort ist der Maßstab für außergewöhnliche Leistung und technologische Innovation im Motorsport. Jährlich finden auf der Nordschleife zahlreiche Rennveranstaltungen statt, darunter das berühmte 24-Stunden-Rennen, bei dem rund 150 Fahrzeuge und fast 500 Fahrer antreten.

Neben Profis nutzen auch Hobbyfahrer die Strecke im Rahmen von Touristenfahrten, allerdings gelten hohe Sicherheitsanforderungen und Fahrzeugvorschriften. Die Nordschleife ist nicht nur wegen ihrer Länge die längste permanente Rennstrecke der Welt, sondern auch wegen ihrer extremen Streckenführung und wechselnden Bedingungen eine wahre Königsdisziplin im Rennsport.

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