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Genesis GV60 Magma: Luxus hoch zwei?!

Genesis GV60 Magma Premiere

Genesis hatte schon länger eine ziemlich klare Designlinie und eine gute Portion Understatement. Jetzt zündet die Marke die nächste Stufe. Mit dem Genesis GV60 Magma zeigen die Koreaner nicht nur ein neues Topmodell, sondern gleich eine ganze Strategie für die nächsten zehn Jahre. Das Schlagwort lautet Luxury High Performance. Also nicht einfach nur mehr Leistung, sondern ein Zusammenspiel aus Design, Luxus und Fahrdynamik, das Genesis ganz bewusst vom klassischen Premiumumfeld abheben soll.

Die Bühne für dieses neue Kapitel könnte kaum passender sein. Circuit Paul Ricard, blauer Asphalt, Highspeed Geraden, schnelle Kurven. Genau hier feiert der GV60 Magma seine Weltpremiere und markiert den offiziellen Start des Magma Programms von Genesis. In den kommenden Jahren soll der Name Magma zu dem werden, was bei anderen Marken die besonders scharfen Buchstaben im Typenschild sind.

Luxury High Performance: mehr als nur Leistungsdaten

Genesis spricht ausdrücklich nicht nur über PS und kW, sondern über Eleganz, Kraftentfaltung und Kontrolle. Die bekannte Designphilosophie Athletic Elegance wird in Richtung Hochleistung weitergedacht. Das Ziel ist eine ausgewogene Dynamik und eine möglichst enge Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug. Luxus soll hier nicht weichgespült wirken, sondern wie ein präzises Werkzeug, das einfach sehr gut in der Hand liegt.

Der GV60 Magma ist das erste Serienauto, das genau diese Idee auf die Straße bringt und den Weg für weitere Magma Modelle ebnet. Vorboten gab es bereits einige. Konzepte wie das GV80 Coupé, das X Gran Berlinetta oder der G80 Magma Special haben in den vergangenen Monaten gezeigt, wohin die Reise geht. Jetzt wird es ernst.

Design: subtile Kraft statt Krawall

Optisch geht der GV60 Magma einen spannenden Weg. Er schreit nicht nach Aufmerksamkeit, er hat eher diesen Look von: Wer es weiß, weiß es. Im Vergleich zum normalen GV60 sitzt der Magma breiter auf der Straße, die Dachlinie wurde abgesenkt und die Stoßfänger neu gezeichnet. Besonders auffällig ist die Dreiloch Struktur in Frontschürze und Seitenschwellern. Die sieht nicht nur eigenständig aus, sondern optimiert auch den Luftstrom und die Kühlung der Technik dahinter.

Glänzend schwarze Zierleisten, dunkle Metallakzente und aerodynamische Canards sorgen für eine sehr klare, fast schon monochrome Optik. Chrom wurde bewusst zurückgenommen. Stattdessen wirken die breiteren Kotflügel, die exklusiven 21 Zoll Schmiederäder und die 275er Reifen wie eine optische Unterschrift. Das Heck schließt das Ganze mit einem funktionalen Spoiler ab, der tatsächlich Abtrieb erzeugt, dazu kommt ein neu gezeichneter Diffusor, der die Aerodynamik weiter schärft.

Das Ergebnis ist ein Auto, das gleichzeitig edel und ernst aussieht. Kein Bodykit mit Schreifaktor, sondern ein sehr aufgeräumtes Fahrzeug, bei dem man auf den zweiten Blick erkennt, dass hier deutlich mehr dahintersteckt als nur ein anderes Felgendesign.

Genesis GV60 MAGMA Fotos:

Innenraum: Performance Lounge mit Magma Details

Innen bleibt Genesis seiner Linie treu und mischt hochwertige Materialien mit einer klaren Formsprache. Chamude, ein wildlederähnlicher Mikrofaser Velours, zieht sich über Sitze, Türverkleidungen und Mittelkonsole. Dazu kommen orangefarbene und graue Kontrastnähte, Steppdetails und farblich passende Sicherheitsgurte. So entsteht eine sportliche Atmosphäre, die trotzdem eindeutig im Luxussegment zu Hause ist.

Schalter, Knöpfe und Embleme sind in schwarzem Hochglanz oder dunklem Metall gehalten, um Reflexionen zu minimieren. Das wirkt nicht nur hochwertig, sondern ist auch funktional, wenn man sich auf der Rennstrecke voll konzentrieren möchte. Ein kleines, aber wichtiges Detail ist das Lenkrad. Exklusive Magma Elemente, ein schwarzes Emblem und orangefarbene Akzente auf den Fahrmodus und Boost Tasten machen klar, dass man hier nicht in einem normalen GV60 sitzt.

Leistung: 650 PS im Boost und ernsthafte Fahrwerte

Unter der Karosserie wird es dann richtig deutlich. Der GV60 Magma gehört zu den stärksten Modellen innerhalb der gesamten Hyundai Motor Group. Zwei Elektromotoren bringen zusammen 448 Kilowatt auf die Straße, das entspricht 609 PS und 740 Newtonmeter. Im Boost Modus, der für 15 Sekunden freigeschaltet wird, steigt die Systemleistung auf 478 Kilowatt, also 650 PS, und das Drehmoment auf 790 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 264 Kilometern pro Stunde.

Der Leistungsbereich des Heckmotors wurde erweitert, um eine möglichst stabile Kraftentfaltung zu erreichen. Mit aktivierter Launch Control sprintet der GV60 Magma in nur 10,9 Sekunden aus dem Stand auf 200 Kilometer pro Stunde. Wichtig ist dabei nicht nur der Antritt, sondern auch die Tatsache, dass die Leistung auch bei höheren Geschwindigkeiten sehr konstant abrufbar bleiben soll.

Dazu kommen drei Fahrmodi. Sprint für maximale Attacke, GT für den sportlichen Alltagsbetrieb und MY für individuelle Einstellungen. Im MY Modus lässt sich unter anderem das elektronische Sperrdifferenzial, die Stabilitätskontrolle und weitere Performance Parameter an den persönlichen Geschmack anpassen.

Fahrwerk, Dämpfung und Bremsen: High Performance zum Einstellen

Damit die Leistung auch sinnvoll auf die Straße kommt, hat Genesis beim Fahrwerk tief ins Regal gegriffen. Das Rollzentrum wurde neu kalibriert, die Geometrie überarbeitet und das Fahrzeug mit einem elektronischen Dämpfersystem ausgestattet. Das System arbeitet mit einem End of Travel Regelsystem zusammen, um die Balance zwischen Kurvenstabilität und Komfort zu optimieren.

Hydro-G Buchsen an der Vorderachse und zweilagige Buchsen im hinteren Querträger sollen Vibrationen und Stöße effektiv filtern. Beim Bremsen setzt Genesis vorne auf Monoblock Sättel in Kombination mit groß dimensionierten Scheiben, abgestimmt auf die 21 Zoll Räder. Hinten kommen Hochreib-Beläge der Klasse GG zum Einsatz. Ziel ist ein Bremsgefühl, das zur Leistung passt und sich auch auf der Rennstrecke nicht verstecken muss.

Trotz aller Schärfe will Genesis aber weiter ein Luxusfahrzeug liefern. Helfen sollen dabei eine aktive Geräuschunterdrückung für Abroll- und Fahrbahngeräusche, schalldämmendes Glas und verstärkte Türdichtungen. Wer also nicht jeden Tag auf der Rennstrecke unterwegs ist, soll den GV60 Magma auch im Alltag als komfortablen, sehr leisen Stromer erleben.

Magma Modus, Drift Mode und VGS: digitale Spielwiese für Enthusiasten

Richtig spannend wird es beim Thema Software und Fahrfunktionen. Der GV60 Magma bekommt eine eigene digitale Signatur, ein auf die Performance zugeschnittenes Sounddesign und ein spezielles Feedback System.

Mit dem Magma Modus verwandelt sich das Kombiinstrument in ein dreigeteiltes Layout. Angezeigt werden dann unter anderem Motor und Batterietemperatur, Geschwindigkeit und G Kräfte. Im Head up Display erscheinen parallel die wichtigsten Infos wie Geschwindigkeit, Rekustufen und die verbleibende Boost Zeit in reduzierter Form.

Das Infotainment System öffnet zudem den Zugang zu den Magma exklusiven High Performance Funktionen. Dazu gehört das Virtual Gear Shift System, kurz VGS. Hier wird die Leistungsabgabe der Elektromotoren, das Drehmoment und die Rekuperation so gesteuert, dass das Schaltgefühl eines klassischen Hochleistungs Verbrenners simuliert wird. Dazu passt ein Sound, der an einen hochdrehenden Motor erinnert. Es geht nicht darum, einen Motor zu kopieren, sondern ein bewusst emotionales Fahrerlebnis zu erzeugen, das dem Fahrer mehr Feedback liefert.

Wenn VGS und die High Performance Battery Control aktiv sind, blendet das Kombiinstrument weitere, leistungsrelevante Daten ein. Zum Beispiel einen Leistungstimer oder die Pedaleingangswerte, also wie stark das Fahrpedal tatsächlich genutzt wird.

Der Drift Mode kombiniert die Kräfteverteilung der E Motoren mit dem elektronischen Sperrdifferenzial, um das Fahren über die Hinterachse zu begünstigen. Die Batterie wird über HPBC so temperiert, dass maximale Leistung auch bei Trackdays, Rennen oder Drag Starts möglichst konstant abrufbar bleibt. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass Magma kein reines Designpaket ist, sondern eine technisch durchentwickelte Performance Linie.

Das Magma Programm: mehr als nur ein starkes Topmodell

Parallel zur Weltpremiere des GV60 Magma zeigt Genesis in Le Castellet eine ganze Reihe von Konzepten und Prototypen aus dem Magma Umfeld. Vom GV80 Coupé Concept über den G80 Magma Special und das G80 EV Magma Concept bis hin zu X Gran Berlinetta, X Gran Racer, G90 Wingback und dem GMR 001 Hypercar. Dieser breite Auftritt ist eine klare Ansage. Magma soll langfristig als eigener Performance Kosmos innerhalb der Marke wachsen.

Dass das Konzept funktioniert, hat Genesis bereits 2024 beim Goodwood Festival of Speed gezeigt. Das damalige GV60 Magma Concept holte im Sunday Shootout einen Klassensieg und zeigte dort, dass elektrische Performance nicht nur messbar, sondern auch emotional sein kann. Der jetzt vorgestellte Serien GV60 Magma ist so etwas wie der logische nächste Schritt.

Ab 2026 soll das Modell in Europa und Nordamerika auf den Markt kommen. Damit bringt Genesis die Luxury High Performance Vision auf die Straße und macht aus einem Imageprojekt ein Produkt, das man tatsächlich bestellen kann.

Ein Statement für elektrische Performance mit Charakter?

Mit dem GV60 Magma verschiebt Genesis die eigene Wahrnehmung deutlich in Richtung Hochleistungsmarke. Das Auto ist kein Showcar, das nur für Le Castellet gebaut wurde, sondern der Startpunkt eines größeren Plans. Viel Leistung, ein eigenständiges Design, ein sehr hochwertiger Innenraum und ein digitaler Werkzeugkasten aus Magma Modus, Drift Mode, VGS und Battery Control.

Spannend wird am Ende natürlich auch das, was man nicht in der Pressemitteilung lesen kann. Wie sich Launch Control, Magma Modus und Drift Mode auf der Strecke wirklich anfühlen und ob der GV60 Magma die angekündigte Balance aus Luxus und Performance auch im Alltag halten kann. Auf dem Papier hat Genesis jedenfalls sehr deutlich gezeigt, dass die Marke Lust auf ernsthafte Performance hat. Und dass Luxury High Performance bei Genesis nicht nach Lautstärke aussieht, sondern nach sehr bewusst eingesetzter Kraft mit einer klaren eigenen Handschrift.

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