Home / Elektromobilität / Sitzprobe: Jeep Compass Elektro First Edition

Sitzprobe: Jeep Compass Elektro First Edition

Jeep Compass Elektro

Der neue Jeep Compass Elektro steht in Frankfurt als eines von nur fünf Vorserienfahrzeugen und schon beim ersten Rundgang wird klar: Hier will Jeep nicht nur mit elektrischer Technik, sondern auch mit authentischer Markenidentität punkten. Die Front erinnert an den kleineren Jeep Avenger, ist aber deutlich muskulöser, kerniger und entspricht genau der Klasse, die viele E-SUV-Interessierte in Deutschland anspricht.

Jeep Compass Elektro Abmessungen

Er misst 4,55 Meter in der Länge, ist 1,90 Meter breit (ohne Spiegel), rund 1,70 Meter hoch und bringt einen Radstand von satten 2,80 Metern auf die Straße. Damit positioniert sich der Jeep Compass Elektro als echtes Kompakt-SUV mit stattlichem Platzangebot.

Im Detail überzeugt die First Edition mit schicken Matrix-LED-Scheinwerfern, einer 360°-Kamera und eleganten, seidenmatt-schwarzen Felgen samt polierten Akzenten, die endlich mal wieder etwas klassisch wirken und nicht nur rein aerodynamischen Vorgaben folgen. Charakteristisch Jeep: die breiten Kunstoffradläufe, die markante SUV-Silhouette und das Maskulin-Sachliche im Design.

Die Heckpartie setzt mit LED-Rückleuchten, beleuchtetem Jeep-Logoband und einem sportlichen Spoiler ebenfalls starke Akzente. Allerdings: Der Heckwischer prangt sichtbar am Scheibenfuß, und auf dem Dach findet sich eine recht große Haifischflosse. Da sind uns schon elegantere Lösungen untergekommen.

Jeep Compass Elektro Fotos

Jeep Compass Elektro Technik: Drei Akkus, drei Antriebe

Besonders spannend ist der Blick unter den Unterboden (und die normalerweise verschlossene Haube): Jeep bringt den Compass Electric ab Marktstart (November 2025) in drei verschiedenen Akku-Größen und mit drei Antriebskonfigurationen. Los geht’s mit einem 73 kWh-Akku netto und Frontantrieb samt 157 kW / 213 PS. Wer mehr Reichweite will, wartet auf das größere 82,2-kWh-Modell, immer noch mit 157 kW / 213 PS. Langstrecken-Fans müssen sich bis 2026 gedulden: Dann kommt ein 96,9-kWh-Akku und ein Frontmotor mit 231 PS, geschätzte 650 WLTP-Kilometer Reichweite dürften möglich sein.

Das absolute Topmodell richtet sich an Abenteurer: Mit Allradantrieb, 375 PS und der Möglichkeit, auch beim Skifahren oder im leichten Gelände zu glänzen. Jeep setzt dabei bewusst auf mehr Leistung als der Konzernbruder Opel Grandland (er steht auf der gleichen Plattform). Maximal 180 km/h Spitze und ein Sprintwert von unter 6 Sekunden sind greifbar.

Geladen wird mit bis zu 11 kW AC oder 160 kW DC (10-80% in ca. 30 Minuten). Die große, seitlich platzierte Ladeklappe ist Geschmackssache. Praktisch: Anhängelast bis zu 1,2 Tonnen (gebremst, bei Frontantrieb) und wohl 1,35 Tonnen beim Allrader; Dachlast ca. 80 kg. Einen vorderen Frunk gibt es leider nicht. Das ist schade, denn unter der Haube wäre Platz genug für ein Ladekabelfach gewesen.

Die Wattiefe des Jeep Compass Elektro wird mit 470 mm angegeben, der Böschungswinkel vorne mit 20°, der Rampenwinkel mit 15°, der Böschungswinkel hinten mit 26° und die Bodenfreiheit von 200 mm lässt so manch Pseudo-SUV-Fahrer verstummen.

Jeep Compass Elektro Innenraum

Hochwertiger Materialmix vorn, solide Funktionalität im Fond! Beim Einstieg überrascht der Jeep Compass mit einem erfreulich hochwertigen Materialmix: Die Türverkleidungen und das Armaturenbrett bieten weiches Kunstleder mit Kontrastnaht, griffige Kunststoffe und einige Stoffakzente. Die ergonomisch geformten Sitze bieten gerade im Lendenbereich guten Halt, elektrische Verstellung ist Serie, zumindest vorne. Leider verzichtet Jeep auf eine Beinauflage- oder Kopfstützenlängsverstellung.

Das Cockpit kommt modern, aufgeräumt und fahrerorientiert daher: Ein kristallklares, volldigitales Kombiinstrument, ein breites 16″ Infotainmentdisplay (noch nicht im Demo-Modus nutzbar), Apple CarPlay/Android Auto sind angekündigt, vermutlich auch wireless nutzbar. Viele haptische Tasten und ein echter Lautstärkeregler zeigen: Hier gibt’s Bedienkomfort und keine Touch-überladene Zukunftsspielerei.
Clever: Jede Menge Ablagen, ein verschiebbares Rollo für die Mittelkonsole, viele USB-C-Ladebuchsen, große Mittelarmlehne und zahlreiche Fächer. Einige Elemente kennt man vom Konzernbruder Grandland, zum Beispiel das tiefe Mittelablagefach. Kleine Kritik: Die Materialgüte im Fond fällt ab, harte Kunststoffe und weniger Wertigkeit im Vergleich zu vorn.

Unser einfach elektrisch Video zum neuen Elektro-Jeep:

Jeep Compass Elektro: Viel SUV für die Familie

Der Jeep Compass Elektro ist ein Raumwunder: 550-580 Liter Kofferraumvolumen mit aufgestellten Rücksitzen – im Topbereich der Klasse, der Skoda Enyaq lässt grüßen. Legt man die 40:20:40 geteilte Rückbank um, werden daraus über 1.600 Liter. Im Fond finden auch große Erwachsene (1,85 m) bequem Platz; die Kopffreiheit ist selbst ohne Panoramadach großzügig und der Einstieg sehr komfortabel. Vorteil für Familien: Der ebene Fahrzeugboden hinten, Lüftungsdüsen, zahlreiche Strom- und USB-Anschlüsse sowie Isofix-Halterungen (leider nicht dreifach wie im Grandland).

Jeep Compass Electric Ersteindruck

Wer ein geräumiges, kräftiges und wertig gebautes elektrisches SUV sucht, das nicht zu verspielt oder überdesignt daherkommt, sollte den Jeep Compass auf seiner Liste haben. Viel Platz, hohe Variabilität, kräftige Motoren, solide Reichweiten, wertige Front-Materialien und cleveres Bedienkonzept überzeugen. Kleine Schwächen (harte Kunststoffe hinten, kein Frunk) trüben das Bild kaum.

Los geht’s zur Markteinführung im November 2025 bei 50.400 € als fast voll ausgestattete First Edition (73 kWh Akku, 157 kW / 213 PS). Günstigere Varianten werden folgen, später dann Longrange und Allrad-Topmodell mit bis zu 375 PS.

Jetzt fehlt uns nur noch die erste Ausfahrt – aber der erste Eindruck ist äußerst positiv: Jeep interpretiert das elektrische Familien-SUV akkurat amerikanisch, fortschrittlich und nicht zu abgehoben. Ein echter Jeep, jetzt einfach elektrisch.

Markiert: