Wir konnten den Leapmotor i C10 bereits vor der Essen Motor Show für euch besser kennenlernen. Komplett in Schwarz, rote Linie über die ganze Seite, breite 20 Zoll Räder im Radhaus und hinten ein dezenter Spoiler. Leapmotor iC10 steht auf dem Heck, auf der Plakette im Innenraum liest du 001 von 250. Spätestens da ist klar, dass es hier nicht um die nächste brave Familienkutsche geht, sondern um ein Auto für Menschen, die gern ein bisschen anders unterwegs sind und was bringt diese Limitierung? Willst du gelten, mach dich selten!
Was macht den Leapmotor i C10 so besonders
Die Basis kennst du vielleicht schon. Der i C10 ist technisch ein Leapmotor C10 ProMax AWD mit 800 Volt Architektur, LFP Akku und Allradantrieb. Irmscher nimmt sich genau diese Topversion und verpasst ihr ein komplettes Design und Fahrwerkspaket. Die Hard Facts klingen nach Sportler im Familienoutfit. 4,74 Meter Länge, 1,90 Meter Breite ohne Außenspiegel und durch die Tieferlegung rund 1,65 Meter Höhe. Der Radstand liegt bei 2,83 Metern. Unter dem Boden sitzt ein 81,9 kWh großer LFP Akku, netto nutzbar, dazu kommen zwei Elektromotoren für alle vier Räder mit zusammen 440 kW, also 598 PS, und satten 720 Newtonmetern Drehmoment.
Der Sprint von null auf 100 km/h ist in rund 4 Sekunden erledigt, Schluss ist bei 190 km/h. Laut WLTP liegt der Verbrauch bei 20,9 kWh auf 100 Kilometer, die kombinierte Reichweite wird mit 437 Kilometern angegeben, innerstädtisch sind theoretisch sogar deutlich längere Distanzen drin. Geladen wird serienmäßig mit 11 kW AC dreiphasig und bis zu 180 kW DC, die 800 Volt Technik spielt an High Power Chargern mit ausgewiesenen Ladeleistungen ab etwa 250 kW ihr „volles Potenzial“ aus.
Beim Preis bleibt es erstaunlich bodenständig. Der normale C10 ProMax AWD liegt bei 44.900 Euro, das Irmscher Paket mit Felgen, Fahrwerk, Optikteilen, Innenraumdetails und Limitierung kostet 5.000 Euro Aufpreis. Macht 49.900 Euro für ein Allrad SUV mit knapp 600 PS, großem Akku, 800 Volt System und Extraportion Individualität.
DAS ist der Leapmotor i C10
Design und Irmscher Umbau
Von außen hält sich Leapmotor beim C10 eigentlich angenehm zurück. Klare Flächen, schmale Leuchten, ein bisschen Skandinavien, ein bisschen China, insgesamt eher unaufgeregt. Genau hier setzt Irmscher an und dreht an den richtigen Stellschrauben, ohne das Auto zu verkleiden.
Die auffälligste Änderung ist die durchgehende rote Linie über Front, Seite und Heck. Vorne integriert Irmscher eine Zierleiste im Bereich des Stoßfängers, an der Seite betont der Streifen die Schulterlinie, hinten läuft er sauber in das durchgehende LED Leuchtenband aus. Dazu kommt der Heckkanten Spoiler, der dem Crossover eine Portion mehr Dynamik mitgibt, ohne nach Zubehörregal auszusehen. Laut Irmscher ist die Aerodynamik dabei nicht verschlechtert, der zusätzliche Anpressdruck soll eher für Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten sorgen als für mehr Luftwiderstand.
Ein echtes Highlight sind die exklusiven 20 Zoll Irmscher Leichtmetallräder mit angedeutetem Zentralverschluss Look. Die Felge wirkt im Stand schon nach Motorsport und füllt die Radhäuser deutlich besser als das Serienrad. Noch wichtiger ist aber das Fahrwerk. Irmscher legt den iC10 rund 30 Millimeter tiefer und verbaut eigene Federn. Optisch tut das dem Auto richtig gut, der SUV Look rückt ein Stück Richtung Crossover, die Proportionen stimmen plötzlich so, wie man es sich bei der Serienversion heimlich gewünscht hätte.
Am Heck bleibt es bewusst dezent. Kein wilder Diffusor, kein Fake Doppelrohr. Stattdessen der Spoiler, der iC10 Schriftzug und das Irmscher Emblem. Die Außenfarbe ist für den iC10 festgelegt, Metallic Schwarz passt perfekt zur roten Linie und lässt den Wagen auf der Messe fast wie ein Showcar wirken.
Leapmotor i C10 Fotos



















Platzangebot, Frunk und Kofferraum
Unter der vorderen Haube gibt es etwas, das wir bei vielen Elektro SUVs inzwischen vermissen. Leapmotor spendiert dem C10 und damit auch dem iC10 einen echten Frunk mit rund 32 Litern Volumen, inklusive zwei Gasdruckdämpfern. Dort lassen sich Ladekabel und Kleinkram sauber verstauen, Scheibenwaschwasser füllst du ebenfalls vorne ein.
Hinten geht es klassisch weiter. Die elektrische Heckklappe gibt den Blick auf 435 Liter Kofferraumvolumen frei. Das Gepäckabteil ist sauber mit Teppich verkleidet, seitlich gibt es Fächer und Haken, rechts sitzt der Subwoofer des Soundsystems. Ein doppelter Ladeboden schafft zusätzlichen Stauraum für Kabel oder Equipment. Klappst du die im Verhältnis 60 zu 40 geteilte Rücksitzlehne um, wächst das Ladevolumen auf über 1.400 Liter. Einziger echte Kritikpunkt bleibt wie beim normalen C10 die fehlende Durchreiche für lange Gegenstände, hier wäre eine kleine Klappe in der Mittelarmlehne einfach praktisch. Für Menschen mit Hobbys und Familie bleibt der iC10 trotzdem voll nutzbar.
Dachlast bis 100 Kilogramm erlaubt Dachbox oder Skiträger, optional ist eine Anhängerkupplung erhältlich, die bis zu 1,5 Tonnen gebremst bei 12 Prozent Steigung ziehen darf. Ungebremst sind 750 Kilogramm möglich, die Stützlast liegt bei 60 Kilogramm. Wer schwere E Bikes auf dem Kupplungsträger transportieren möchte, wird sich da eine etwas höhere Stützlast wünschen, für viele Alltagsszenarien reicht das aber.
Innenraum und Irmscher Details
Im Cockpit bleibt der iC10 zunächst ganz klar ein C10. Vor dem Fahrer sitzt ein 10,25 Zoll großes Display, in der Mitte dominiert der 14,6 Zoll Touchscreen mit allen Infotainment Funktionen, Online Navigation inklusive Ladeplanung, DAB Radio, 7.1 Surround System mit zwölf Lautsprechern und Over the Air Updates. Die Klimabedienung läuft über das Display, die wichtigsten Funktionen sind aber schnell erreichbar.
Die Materialanmutung passt zur Preisklasse. Oben an der Tür eine Art weicher Neopren Stoff, darunter Kunstleder mit vernünftiger Polsterung, erst weiter unten gibt es den harten Kunststoff. Ganz ehrlich, bei einem knapp 50.000 Euro Elektro SUV mit 598 PS ist das völlig in Ordnung. Spannend sind die Sitze. Leapmotor verbaut OEKOTEX zertifiziertes Silikonleder, die Vordersitze sind elektrisch verstellbar, beheizt und belüftet. Sie sind eher komfortabel ausgelegt, Seitenhalt gibt es, aber nicht auf Sportschalensitz Niveau. Für ein langstreckentaugliches Familienauto mit Sportgenen ist das ein nachvollziehbarer Kompromiss.
Die Irmscher Handschrift siehst du an den Details. Spezielle Fußmatten mit roter Kontrastnaht, ein feines Etui für die Keycard, ebenfalls mit rotem Stitching, und natürlich die limitierte Plakette im Innenraum. 001 von 250, 015 von 250 oder welche Nummer du am Ende bekommst, sorgt direkt für das berühmte Haben wollen Gefühl. Schade ist nur, dass die Gelegenheit nicht genutzt wurde, dem iC10 einen schwarzen Dachhimmel zu spendieren. Gerade bei sportiven Varianten wirkt das einfach noch mal eine Spur edler und stimmiger. Das große Glasdach mit elektrischer Verschattung ist dafür ein echtes Plus, besonders weil Leapmotor nicht auf ein Rollo verzichtet, sondern dir eine echte Verdunkelungsmöglichkeit lässt.
Hinten überrascht der Leapmotor auch beim iC10 mit richtig viel Platz. Mit 1,85 Meter Körpergröße kannst du die Füße locker unter den Vordersitz schieben, die Knie haben Luft und die Rückenlehne passt vom Winkel. Die Türverkleidung ist hinten praktisch identisch zu vorne, es gibt also keinen harten Spar Look in der zweiten Reihe. Zwei USB Anschlüsse, Lüftungsdüsen und eine breite Mittelarmlehne sorgen dafür, dass sich auch Erwachsene auf der Rückbank wohlfühlen. Die Rückseiten der Vordersitze sind aus Kunststoff mit aufgesetzter Tasche, was Eltern mit kleinen Kindern eher freuen dürfte als ein empfindliches Leder.
Assistenzsysteme und Technik
Beim Thema Sicherheit und Assistenz fährt der iC10 absolut auf der Höhe der Zeit. Serienmäßig sind unter anderem ein adaptiver Tempomat, ein erweiterter Spurhalteassistent, Müdigkeitsüberwachung, Toter Winkel Assistent, Querverkehrswarnung hinten, Front und Heckkollisionswarner sowie ein E Call System an Bord. Dazu kommt eine 360 Grad Kamera, Parksensoren und ein Head Unit System, das Over the Air Updates unterstützt. Wärmepumpe, schlüsselloses Startsystem per NFC Karte oder PIN und die Vehicle to Load Funktion, mit der du den Akku als mobile Steckdose nutzen kannst, runden das Paket ab.
Unterm Strich ist der Leapmotor iC10 so etwas wie die erwachsen gewordene Autoquartett Karte. Allrad, knapp 600 PS, echter Frunk, großer Kofferraum, ordentliche Anhängelast, 800 Volt Technik und dann noch ein Irmscher Paket, das das Ganze optisch und fahrdynamisch abrundet. Für knapp unter 50.000 Euro und limitiert auf 250 Exemplare weltweit ist das eine Kombination, die man in diesem Segment erst einmal finden muss.
Die wenigen Kritikpunkte sind schnell aufgezählt. Keine Durchreiche im Kofferraum, die Stützlast könnte höher sein, die Sitze dürften für manche Sportfahrer etwas mehr Seitenhalt bieten und ein schwarzer Dachhimmel würde dem Gesamtauftritt extrem gut stehen. Auf der Haben Seite steht dafür ein sehr gutes Raumangebot, viel Technik, ein stimmiger Look und das gewisse Etwas, das du nicht an jeder Ecke siehst.
Ob sich der Aufpreis von 5.000 Euro gegenüber dem normalen C10 ProMax AWD lohnt, muss man sich am Ende selbst beantworten. Wenn du ein Auto suchst, das in erster Linie rational sein soll, reicht die Serienversion völlig aus. Wenn du aber genau hinschaust, dich an Details erfreust und Spaß daran hast, eines von 250 Fahrzeugen weltweit zu fahren, dann ist der Leapmotor iC10 designed by Irmscher genau die Sorte Elektroauto, die man sich auf der Essen Motor Show gerne noch ein zweites Mal anschaut. Ihr findet ihn mehr oder weniger versteckt in der Sonderausstellung für Elektrofahrzeuge.




















