Lexus holt einen ganz großen Namen zurück auf die Bühne. Mit dem neuen Lexus LFA Concept zeigen die Japaner, wie sich ein Sportwagen im Zeitalter der Elektrifizierung anfühlen soll. Statt hochdrehendem V10 gibt es nun ein vollelektrisches Antriebskonzept, doch Anspruch und Aufgabe bleiben gleich. Der LFA soll wieder ein Technologieträger sein und gleichzeitig zeigen, wie viel Emotion in der nächsten Generation von Lexus Sportwagen steckt.
Vorgestellt wurde das Konzept in Japan, in Europa läuft die Kommunikation über Toyota und Lexus in Köln. Offizielle WLTP Werte und detaillierte Leistungsdaten hält Lexus noch zurück, die Studie ist aber klar als Fingerzeig auf ein kommendes Serienmodell zu verstehen.
Vom V10 Mythos zum Elektro Sportwagen
Der Name LFA ist für Lexus mehr als ein Kürzel. Der erste LFA mit V10 Motor gilt bis heute als Ikone. Extrem drehfreudig, handgefertigt und streng limitiert. Entsprechend groß ist der Erwartungsdruck, wenn Lexus diesen Namen wiederbelebt.
Diesmal steht der LFA für den nächsten Schritt. Das neue LFA Concept ist ein vollelektrischer Sportwagen, der das Erbe des Vorgängers auf eine neue technische Basis überträgt. Statt Zylindern gibt es E Maschinen, statt Soundkulisse aus zehn Brennkammern stehen jetzt Instant Drehmoment, fein dosierbare Leistungsabgabe und das Potenzial für künftige Hochvolt und Solid State Technologien im Raum. Genaue Angaben zum Antrieb macht Lexus noch nicht, der Fokus der ersten Präsentation liegt klar auf Fahrgefühl, Architektur und Design.
Gemeinsam entwickelt mit Toyota GR GT und GR GT3
Spannend aus technischer Sicht ist die Entstehungsgeschichte. Das Lexus LFA Concept wurde parallel zu den neuen Toyota Sportwagen GR GT und GR GT3 entwickelt. Die Fahrzeuge teilen sich zentrale Konstruktionsprinzipien und Teile der Architektur.
Basis ist ein komplett neu entwickelter Vollaluminium Rahmen, der zuerst beim GR GT eingesetzt wird und nun auch dem LFA Concept als Fundament dient. Toyota spricht von einem Strukturkonzept, das einen extrem niedrigen Schwerpunkt, hohes Steifigkeitsniveau und gleichzeitig möglichst wenig Gewicht verbinden soll. Beim GR GT sitzt ein V8 mit Biturbo Layout im Vorderwagen, beim Lexus LFA Concept nutzt man die gleiche Plattform, um Batteriepaket und Elektromotoren unterzubringen.
Damit wird klar, was Lexus vorhat. Das LFA Concept ist kein Showcar ohne Substanz, sondern ein Technologieträger aus einem Konzernbaukasten, der ganz offensichtlich auf Serienreife ausgelegt ist.
Lexus LFA Concept Fotos















Shikinen Sengu was hinter dem Prinzip steckt
Lexus verknüpft das LFA Concept mit einem Begriff aus der japanischen Tradition. Shikinen Sengu beschreibt ein Ritual, bei dem ein Shinto Schrein in regelmäßigen Abständen komplett neu aufgebaut wird. Es geht darum, Techniken, handwerkliches Können und Wissen von Generation zu Generation weiterzugeben, statt nur ein Objekt möglichst lange zu konservieren.
Übertragen auf den LFA bedeutet das: Die Marke möchte das Know how aus dem klassischen Sportwagenbau in die Ära der Elektrifizierung mitnehmen. Ingenieure, die an 2000GT und am ersten LFA gearbeitet haben, geben ihr Wissen an jüngere Teams weiter, die nun mit Batterietechnik, Leistungselektronik und neuen Werkstoffen arbeiten. Das LFA Concept ist damit auch eine Art Lernprojekt, bei dem Tradition und Zukunft bewusst miteinander verknüpft werden.
Leichtbau und Steifigkeit Vollaluminium statt Kohlefaser
Der erste LFA war berühmt für seinen massiven Einsatz von Kohlefaser. Beim neuen LFA Concept geht Lexus einen anderen Weg. Der Sportwagen steht auf einem Vollaluminium Rahmen, der gleichzeitig leicht und sehr steif sein soll. Aluminium bietet Vorteile bei Reparaturfreundlichkeit und Skalierbarkeit in der Produktion, lässt sich gut mit verschiedensten Aufbauten kombinieren und passt zur Idee einer geteilten Plattform mit Toyota GR GT und GR GT3.
Das Grundlayout des Fahrzeugs folgt klassischen Sportwagenregeln. Ein sehr langer Vorderwagen, Kabine weit nach hinten gerückt, kurze Überhänge und ein flaches Dach. Daraus ergeben sich Proportionen, die sofort klar signalisieren, worum es geht. Fahrdynamik und Emotion zuerst, alltagstaugliche Verpackung erst an zweiter Stelle.
Zentrales Entwicklungsziel war ein möglichst niedriger Schwerpunkt. Das Batteriepaket sitzt entsprechend tief im Fahrzeug, die Sitzposition ist stark abgesenkt, die Dachlinie liegt extrem niedrig. In Kombination mit einer hohen Verwindungssteifigkeit des Rahmens soll das für präzises Einlenken, klar definierte Rückmeldungen und hohe Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sorgen.
Design mit Wiedererkennungswert und zeitloser Linie
Optisch zitiert das Lexus LFA Concept den Vorgänger, ohne ihn zu kopieren. Die Front ist lang gestreckt, die Silhouette wirkt wie ein einziger fließender Bogen von der Motorhaube bis ins Heck. Lexus spricht von einer zeitlosen Form, die auch in der nächsten Generation noch modern wirken soll.
Auffällige Flügel oder übertriebene Aerodynamik Anbauten sucht man vergeblich. Stattdessen setzt Lexus auf eine saubere, fast skulpturale Oberfläche, in der aerodynamische Funktionen subtil integriert sind. Lufteinlässe, Kanäle und Abrisskanten sind sichtbar, aber nicht dominant. Der LFA soll erkennbar Sportwagen sein, aber eben einer mit typischer Lexus Eleganz.
Besonders in der Frontansicht fällt die breite Spur auf. Mit 2.040 Millimetern Außenbreite steht das Fahrzeug extrem satt auf der Straße. Das gibt den Designern Spielraum für breite Radhäuser, flache Scheinwerfer und einen sehr tief gezogenen Vorderwagen. Gleichzeitig trägt die Breite zur Fahrstabilität bei, insbesondere in schnellen Kurven.
Cockpit im Fokus Discover Immersion
Unter dem Stichwort Discover Immersion beschreibt Lexus das Fahrerlebnis, das der neue LFA bieten soll. Es geht darum, den Fahrer buchstäblich in das Fahrzeug eintauchen zu lassen. Das Cockpit ist darum komplett um den Menschen auf dem Fahrersitz herum aufgebaut.
Die Sitzposition orientiert sich an GR GT und GR GT3. Du sitzt tief im Fahrzeug, mit gestreckten Beinen, beide Hände am Lenkrad und den wichtigsten Bedienelementen in Griffweite. Lexus betont, dass das Lenkrad speziell für Sportwageneinsätze ausgelegt ist. Es soll so ausgeformt sein, dass du auch bei großen Lenkwinkeln nicht umgreifen musst.
Die Schalterlandschaft ist bewusst reduziert und so angeordnet, dass eine blinde Bedienung möglich ist. Das heißt, du kannst nach kurzer Eingewöhnung viele Funktionen bedienen, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Displays und Instrumente sind deutlich auf Fahrinformationen ausgelegt, der Innenraum folgt insgesamt einem minimalistischen Ansatz. Weniger Zierrat, mehr Konzentration auf das, was beim Fahren wirklich zählt.
Lexus LFA Concept Abmessungen und Fahrzeugkonzept
Beim Blick auf die Eckdaten wird klar, wie konsequent der LFA Concept als Supersportwagen positioniert ist. Das Fahrzeug misst 4.690 Millimeter in der Länge und 2.040 Millimeter in der Breite, die Höhe liegt bei nur 1.195 Millimetern, der Radstand beträgt 2.725 Millimeter. Dazu kommen zwei Sitzplätze und eine konsequent auf Fahrdynamik ausgelegte Verpackung.
Im Vergleich zum verwandten Toyota GR GT fällt der LFA Concept etwas kürzer, aber breiter aus. Das unterstreicht seinen Charakter als besonders fahrdynamisch ausgelegtes Modell innerhalb der Plattformfamilie. Die extreme Breite kombiniert mit der niedrigen Höhe erzeugt diese typische Flunder Optik, die du von klassischen Supersportlern kennst.
Über Kofferraumgröße, mögliche Frunk Lösungen oder Alltagspunkte wie Anhängelast spricht Lexus bisher nicht. Angesichts des klaren Fokus auf Performance ist aber davon auszugehen, dass der LFA Concept eher für Wochenendtouren, Trackdays und emotionale Ausfahrten gedacht ist als für den Familienurlaub mit fünf Koffern.
Fahrspaß im Zeitalter der Elektrifizierung
Spannend ist der Anspruch, den Lexus mit dem LFA Concept formuliert. Viele Elektrofahrzeuge überzeugen heute mit beeindruckenden Zahlen, aber das Fahrerlebnis wirkt nicht immer emotional. Hier setzt Lexus an. Statt nur mit Beschleunigungswerten zu beeindrucken, will die Marke ein Fahrgefühl liefern, das dieses berühmte Einssein von Fahrer und Fahrzeug vermittelt.
Die Kombination aus niedrigem Schwerpunkt, steifem Vollaluminium Rahmen, breiter Spur und bewusst fahrerzentriertem Cockpit zielt genau darauf. Auch ohne Angaben zu Leistung und Batterie ist klar, dass Lexus dieses Auto nicht als weiteres schnelles Elektro Coupé sieht, sondern als Aushängeschild für eine neue Generation von Performance BEVs.
Status Konzeptfahrzeug WLTP Werte und Marktstart
Wichtig für alle, die bereits die Bestellfunktion suchen. Der Lexus LFA Concept ist aktuell noch ein Konzeptfahrzeug. Offizielle WLTP Werte zu Energieverbrauch und Reichweite liegen nicht vor, Lexus kündigt an, diese Daten erst zum Marktstart eines möglichen Serienmodells zu veröffentlichen.
Ein konkreter Termin für die Serie ist ebenfalls noch offen. Klar ist nur, dass im gleichen Technikumfeld die Toyota Modelle GR GT und GR GT3 ab etwa 2027 erwartet werden. Es ist also realistisch, den Lexus LFA Nachfolger zeitlich in dieser Größenordnung zu verorten, zumal die Plattform bereits existiert und die Studie sehr seriennah wirkt.
Einordnung für Lexus und die Sportwagenwelt
Mit dem neuen LFA Concept positioniert sich Lexus in einer noch jungen Nische. Rein elektrische Supersportler sind aktuell rar. Hersteller wie Porsche, Audi oder Mercedes arbeiten an entsprechenden Konzepten, der Markt ist aber längst nicht so gefüllt wie bei klassischen Verbrenner Supersportwagen.
Lexus nutzt die Chance, den berühmten Namen LFA in genau dieses Feld zu stellen. Für Fans des ursprünglichen V10 Modells mag der Schritt weg vom Verbrennungsmotor zunächst hart wirken. Wer sich auf die neue Technik einlässt, bekommt dafür die Aussicht auf einen Sportwagen, der die Stärken der Elektromobilität mit der Präzision und dem Feinschliff der Toyota und Lexus Ingenieure verbindet.
Für uns bei einfach elektrisch ist der Lexus LFA Concept damit eines der spannendsten Signale der letzten Zeit. Wenn die Serie hält, was das Konzept verspricht, könnte hier ein Sportwagen entstehen, der zeigt, dass Emotion, Handwerkskunst und Fahrspaß im Elektrozeitalter nicht weniger, sondern eher mehr werden und das Thema Elektromobiliät emotional aufzuladen, kann sicherlich nicht schaden!





















