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Mitsubishi Eclipse Cross Electric – eigenständig trotz Allianz-Basis?

Neuer Mitsubishi Eclipse Cross Electric

Die strategische Partnerschaft zwischen der Renault Group, Nissan und Mitsubishi Motors in Europa hat ein neues Kapitel aufgeschlagen. Im traditionsreichen Ampere Werk im französischen Douai läuft die Vorbereitung auf die Produktion zweier neuer Elektrofahrzeuge: Neben dem bereits vorgestellten Nissan Micra wird künftig auch der Mitsubishi Eclipse Cross Electric dort gebaut. Die technische Basis liefert der Renault Scenic, doch Mitsubishi hat sichtbar mehr Aufwand betrieben, als einfach nur Embleme auszutauschen.

Olli war zusammen mit Steffen für uns live bei der Premiere in Brüssel (Belgien) vor Ort, hat eigene Fotos mitgebracht und nachfolgendes Video erstellt. Seine Eindrücke vor Ort haben gezeigt, dass Mitsubishi beim neuen Modell durchaus Mut bewiesen hat.

Neuer Mitsubishi Eclipse Cross Design

Eigenständige Optik statt Badge-Engineering

Während der Mitsubishi Colt als Clio-Ableger kaum über kosmetische Unterschiede hinausgeht, ist der neue Eclipse Cross deutlich eigenständiger gestaltet. Schon an der Front fällt die neue Verkleidung mit den markanten Mitsubishi-Diamanten ins Auge. Dazu kommen neu gestaltete Tagfahrleuchten, die sich klar vom Renault-Spenderfahrzeug unterscheiden.

An der Seite trägt der Eclipse Cross Electric stolz das Mitsubishi EV-Emblem. Das gezeigte Fahrzeug stand auf großformatigen 20-Zoll-Rädern mit 235/45er Bereifung, auffälligen Nabendeckeln und den Diamanten als Markenzeichen.

Noch spannender wird es am Heck: Eine komplett eigenständige Heckklappe, eine horizontale Kunststoffleiste zwischen den Rückleuchten und eine neu geformte Heckschürze sorgen für Wiedererkennungswert. Hier hat Mitsubishi spürbar investiert. Olli und Jens sind sich einig: Das Heckdesign ist eigenständig, frisch und gelungen, schade nur, dass Mitsubishi ebenfalls auf einen Frunk verzichtet hat.

DAS ist der neue Mitsubishi Eclipse Cross

Innenraum mit Renault-DNA

Beim Blick ins Interieur wird die Verwandtschaft zum Scenic unübersehbar. Das digitale Kombiinstrument, das große Infotainment-Display und die Anmutung der Oberflächen erinnern klar an Renault. Dazu gehören auch die bekannten Hochglanz-Elemente, die nicht jedermanns Geschmack sind. Dennoch wirkt das Cockpit modern, übersichtlich und funktional.

Neuer Mitsubishi Eclipse Cross Innenraum

Technische Daten im Überblick

Zum Marktstart bietet Mitsubishi den Eclipse Cross mit einer großen 87-kWh-Batterie an. Damit soll eine Reichweite von rund 600 Kilometern möglich sein. Eine kleinere Batterieversion wird 2026 folgen. Das Ladevolumen im Kofferraum liegt zwischen 545 Litern bei aufgestellten Rücksitzen und bis zu 1.670 Litern bei umgeklappter Rückbank.

Der Antrieb erfolgt über einen hocheffizienten Synchronmotor, der 160 kW und 300 Nm Drehmoment liefert. Damit sprintet das SUV in 8,4 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Auf dem Papier ist das in Sachen Beschleunigung etwas weniger als beim Renault Scenic E-Tech Electric, doch in der Praxis dürfte dieser Unterschied kaum ins Gewicht fallen.

Beim Laden setzt Mitsubishi auf Flexibilität. Serienmäßig ist ein 11-kW-Bordlader verbaut, optional lässt sich auf 22 kW aufrüsten. Gleichstromladen ist mit bis zu 150 kW möglich, was praxisgerechte Ladezeiten verspricht. Ein effizientes Thermomanagement, eine Wärmepumpe und vierstufige Rekuperationsregelung über Lenkradwippen gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Vernetzt und sicher unterwegs

Das Infotainment basiert auf der Google-Integration: Google Maps, Google Play und Google Assistant sind serienmäßig ab der Intro Edition an Bord. Ergänzend stehen Android Auto und Apple CarPlay zur Verfügung. Ein optionales Harman Kardon Soundsystem sorgt für satten Klang.

Bis zu 20 Assistenzsysteme, darunter der teilautomatisierte MI-PILOT, eine Rückwärts-Notbremsfunktion, Spurhalteassistent und Totwinkelüberwachung, erhöhen die Sicherheit. Dazu kommt eine stabile Karosseriestruktur mit hochfesten Stählen, sieben Airbags und ein spezieller Schutz rund um die Batterie.

Signalwirkung für Mitsubishi

Mit dem Eclipse Cross Electric bringt Mitsubishi nach langer Pause wieder ein rein elektrisches SUV auf den europäischen Markt. Der letzte Versuch, der i-MiEV, war seiner Zeit voraus, konnte sich jedoch nie durchsetzen. Jetzt soll der Eclipse Cross zeigen, dass Mitsubishi in der Allianz mehr ist als nur Mitläufer.
Und das gelingt. Anders als beim Colt oder ASX ist dieses Badge-Engineering weit mehr als nur Kosmetik. Das eigenständige Heckdesign überzeugt, die technischen Daten sind solide, und Mitsubishi-Händler haben endlich wieder ein vollelektrisches Angebot für ihre Kundschaft. Was sind Mitsubishi-Kunden gewohnt? Wenig Stress und Ärger, die Garantie? Bis zu acht Jahre bzw. 160.000 km! Das kann sich auch sehen lassen!

Olli: „Man darf sich nicht täuschen lassen, auch wenn die Basis klar Renault ist: Beim Eclipse Cross hat Mitsubishi den Aufwand betrieben, den Kunden am Ende wirklich sehen kann.“

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