Lange haben wir auf ihn gewartet – nun ist er da, der neue Skoda Elroq. Als jüngstes Mitglied auf dem MEB-Baukasten schiebt sich das kompakte Elektro-SUV zwischen Enyaq, ID.3, ID.4 und Cupra Born und will dabei alles sein: praktisch, komfortabel, schick und familienfreundlich! Doch schafft er das? Wir haben den Elroq 85 in der Topversion über Landstraße, Kopfsteinpflaster und Testparcours gejagt, wie immer mit klarem Blick auf Alltagstauglichkeit, Fahrdynamik, Verarbeitungsqualität und Reichweitenversprechen.
Skoda Elroq 85 Bildergalerie












Design: Kantig, modern – und mit Stilbruch
Von außen ist der Elroq ein klarer Skoda, aber eben ein Neuer. Die Front markiert den Übergang zur kommenden Designära: Statt klassischem Logo prangt nur noch der Skoda-Schriftzug über einer markanten schwarz glänzenden Fläche. Das wirkt bullig, aufgeräumt und erinnert fast ein wenig an Hyundai. Auch die schmalen Pixel-LED-Tagfahrlichter und optionalen Matrix-LED-Scheinwerfer machen ordentlich was her.
Ein paar Design-Spielereien wie die angedeuteten Lufteinlässe an der Seite wirken etwas übermotiviert – und die Entscheidung, einen glänzenden, aber unlackierten Kunststoffkontrast rund ums Auto zu ziehen, bleibt Geschmackssache. Immerhin: unser Testwagen steht auf dicken Aftermarket-Borbet-Felgen, optisch ein Statement, aerodynamisch eher ein Rückschritt. Und: Ja, natürlich gibt’s auch hier wieder die gute alte Trommelbremse an der Hinterachse. MEB eben.
Hinten: LED-Lichtgrafik, angedeuteter Diffusor, Spoilerkante. Alles wirkt stimmig, fast schon sportlich. Kleiner Wermutstropfen: Der Heckwischer bleibt sichtbar, wo andere Marken wie Kia ihn längst elegant im Spoiler verschwinden lassen. Es sind diese Details, bei denen sich zeigt, ob man es richtig meint oder einfach „nur gut genug“.
Innenraum: Simply clever? Meistens. Simply konsequent? Nicht immer!
Skoda bleibt seinem Markenkern treu: Raumangebot und clevere Details gehören zur Serienausstattung. Mit 4,48 m Länge kratzt der Elroq an der Kompaktklassegrenze – bietet aber innen fast schon Mittelklasse-Niveau. Vor allem der Kofferraum mit 470 bis über 1.500 Litern Stauvolumen überzeugt – samt durchdachter Ablagefächer, Ladeboden, Regalbögen und einem clever positionierten Netz über dem Kofferraumbereich. Die optionale Anhängerkupplung schafft immerhin 1.000 kg (gebremst), mit der späteren Allradvariante sind es 1.200 kg. Das ist ausreichend, aber nicht üppig.
Vorne geht es aufgeräumt zu: 13-Zoll-Touchscreen, optionales AR-Head-up-Display, sauber ins Cockpit integriert. Das neue VW-Bediensystem (Version 5.0) zeigt sich spürbar verbessert: Schnell, intuitiv, gut strukturiert mit einer Ausnahme: Die Filterlogik für Ladesäulen bleibt seltsam halbgar.
Materialmix? Gemischt. Obenrum weich, untenrum hart, man könnte auch sagen harte Schale, weicher Kern! Türtafeln vorn okay, hinten wieder gespart. Auch an Stellen, wo es nicht nötig gewesen wäre wie beim Filz in der Türtasche oder der nur manuell verstellbaren Beifahrersitzlehne in einem 55.000-Euro-Testwagen.
Immerhin: ISOFIX gibt’s auch vorn für den Beifahrersitz, Sitzkomfort und Verstellbereiche sind top. Die Sitze selbst überzeugen mit gutem Seitenhalt, hochwertiger Anmutung und cleveren Details und auch hinten sitzt man kommod, mit angenehmer Armlehne, Sonnenrollos und USB-C sowie Belüftung für die zweite Reihe.
Antrieb & Fahrverhalten: So souverän kann MEB
Unser Testwagen trägt das Kürzel „85“ – was übersetzt bedeutet: 77 kWh netto im Akku, 210 kW (286 PS) Systemleistung, 545 Nm Drehmoment und heckgetriebener Vorwärtsdrang. Der Sprint auf 100 gelingt in 6,8 Sekunden – gemessen wohlgemerkt, nicht aus dem Bauchgefühl. Die Werkangabe liegt bei 6,6 Sekunden. Trotz über zwei Tonnen Leergewicht wirkt der Elroq agil, leichtfüßig, klar geführt. Die Lenkung ist direkt.
Auch bei hohem Tempo bleibt der Elroq stabil, sicher und angenehm leise. Geräuschdämmung und Sitzkomfort passen. Das Fahrwerk ist straff! Unserer Überzeugung nach spürbar straffer als z. B. beim Peugeot e-5008 oder BYD Seal U. Wer französische Federung liebt, wird hier nicht komplett glücklich. Wer es dynamischer mag, schon. Die Sitze sind top, die Sitzposition angenehm, die Assistenzsysteme verlässlich.
Ob Schlaglöcher oder Elchtest: Der Skoda bleibt stabil, ohne schwammig zu werden. Nur wer auf verstellbare Dämpfer hofft, schaut in die Röhre! Dafür glänzt der Elroq mit seinem 9,3-Meter-Wendekreis: urban ein echter Vorteil, und beim Einparken ohnehin Gold wert. Unterstützt wird der Einparkvorgang von einer sehr brauchbaren 360°-Kamera und zahlreichen Assistenten, die nicht nur mitdenken, sondern auch gut funktionieren.
Geräuschkomfort & Reisequalität
Doppelverglasung vorne, gute Dämmung, solide Fahrwerksabstimmung! Das ergibt, was viele Elektroautos versprechen, aber nicht alle halten: echten Langstreckenkomfort. Bei 100 km/h messen wir im Innenraum 69 bis 71 dB. Auch der Travel Assist gehört zur Oberklasse: prädiktiv, zuverlässig, angenehm feinfühlig.
Tempolimits werden vorausschauend erkannt, die Spurführung funktioniert zuverlässig, einzig das Menü zur Temporegulierung mit Zusatzwippe wirkt unnötig verkompliziert.
Klanglich liefert das optionale Canton-Soundsystem einen sauberen Job: klare Höhen, ordentlicher Punch. Zugegeben kein audiophiler Gänsehautgarant aber für die meisten Ohren mehr als ausreichend.
Wie effizient ist der neue Skoda Elroq auf der Autobahn?
Wie performt er beim Laden? Und wie clever sind seine Assistenzsysteme wirklich? Wir haben ihn über unsere bewährte A20-Teststrecke gejagt mit Messungen bei 100, 120, 140 und 160 km/h. Und wir sagen es vorweg: Der Elroq überrascht. In beide Richtungen.
Ausgangslage: Bedingungen, Bereifung, Moduswahl
Unser Testfahrzeug: Der Skoda Elroq 85 mit 210 kW (286 PS), 545 Nm, 77 kWh netto, reinem Heckantrieb. Außentemperatur: 8 Grad. Bereifung: Winterreifen auf 19-Zoll-Aftermarket-Borbet-Felgen. Gefahren wurde im Ecomodus (soweit möglich), Klimaanlage deaktiviert, Heizung aktiv, wir wollen realistische Werte ermitteln und keine Fabelrekorde aufstellen, die sowieso später keiner erzielen kann.
Was verbraucht der Skoda Elroq 85 bei 100 km/h?
19,8 kWh/100 km! Für ein SUV dieser Größe bei Winterbereifung durchaus akzeptabel, auch wenn ähnliche Fahrzeuge (z. B. ein IONIQ 5 oder Model Y mit Aero-Felgen) hier noch ein Quäntchen sparsamer sein können.
Was verbraucht der Skoda Elroq 85 bei 120 km/h?
Die nächste Stufe, die erste Stufe der Wahrheit: 25,1 kWh/100 km bei konstant 120 km/h. Auch das bewegt sich im erwartbaren Rahmen. Kein Verbrauchswunder – aber auch kein Ausreißer.
Was verbraucht der Skoda Elroq 85 bei 140 und 160 km/h?
Bei 140 km/h klettert der Verbrauch auf 31,7 kWh/100 km, bei 160 km/h sind es sogar 33,9 kWh, allerdings bei leichtem Rückenwind und nur über eine Testdistanz von 16 Kilometern, anschließend konnten wir die höhere Geschwindigkeit nicht mehr halten.
Der Trend ist klar und absolut nicht überrasschend: ab Tempo 130 km/h steigt der Verbrauch deutlich an, was bei Stirnfläche, Gewicht und Felgenwahl nicht überrascht. Wer dauerhaft schnell unterwegs ist, muss mit realen Reichweiten von 250 km oder weniger rechnen. Der Sweet-Spot des Elroq 85 liegt eindeutig im Bereich um die 100 km/h!
Skoda Elroq 85 Ladeleistung: Wie sieht die typische Ladekurve aus?
Von unter 3 % Restkapazität starten wir den Ladecheck an einem IONITY-Hypercharger. Und siehe da: Der Elroq liefert ab: 125 kW direkt zu Beginn, 146 kW bei rund 10 %, wir erreichen die Peakladeleistung von 177 kW bei 30 % und konnten binnen 14 Minuten von 3-50% State of Charge nachladenm! Nach exakt 30 Minuten beenden wir den Ladetest bei einem Ladestand von 80 % und haben in diesem Zeitraum exakt 64 kWh nachgeladen.
Das ist nicht nur sehr ordentlich sondern endlich konkurrenzfähig. Im Vergleich zum ersten Enyaq, der sich noch 40 Minuten gönnte, ist das ein echter Fortschritt. Schade nur: Die Batterievorkonditionierung bricht kurz vor Ziel eigenmächtig ab, obwohl noch Restreichweite vorhanden war. Das zeigt: Die Hardware kann es, die Software muss noch lernen.
Skoda Elroq Assistenzsysteme
In der Theorie liefert Skoda alles, was die Konzernkiste hergibt: Travel Assist mit Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Spurwechselassistent, Totwinkelwarner und prädiktiver Temporegelung. In der Praxis? Funktioniert es, wenn man weiß, wie man den Modus korrekt aktiviert. Beim Spurwechsel reagierte das System zunächst gar nicht. Erst nach einem Wechsel vom ACC in den Travel Assist lief alles wie vorgesehen.
Kritikpunkte: Detailpflege mit Luft nach oben
Trotz aller Liebe zum cleveren Detail fällt auf: Skoda gönnt sich nicht durchgängig den Premiumanspruch, den der Preis suggeriert. 55.000 Euro sind kein Pappenstiel und da erwartet man dann doch elektrische Sitzverstellung für beide Vordersitze, durchgängig bessere Materialien (auch hinten!) und vielleicht ein kleines Ladeabteil vorne? Stichwort Frunk, der fehlt hier nämlich komplett und die Tatsache, dass man beim Beifahrersitz lieber am Stellrad kurbelt als elektrisch fährt, passt bei dem Preis auch nicht ganz ins Bild.
Der Skoda Elroq 85! Kompakt, kräftig, clever. Fast immer.
Mit dem Elroq 85 liefert Skoda ein rundes Paket ab. Wer ein kompaktes, alltagstaugliches, gut verarbeitetes Elektro-SUV mit ausreichend Leistung, viel Platz und cleveren Details sucht, wird hier fündig. Das Platzangebot ist klasse, das Fahrverhalten stimmig, die Technik auf der Höhe der Zeit.
Aber: Wer sich für die Topversion entscheidet, zahlt viel – und darf auch etwas mehr Konsequenz erwarten. Skoda ist nah dran am perfekten Familien-Elektro-SUV, doch an manchen Stellen fehlt es noch an Liebe zum Detail. Der Elroq ist deshalb eher ein Simply Almost Perfect.
Was spricht für den Skoda Enyaq?
Der Skoda Elroq 85 zeigt sich im Alltag wie auf der Langstrecke als rundum stimmiger Begleiter für die elektrische Zukunft. Besonders positiv fällt dabei seine Ladeleistung ins Gewicht: Mit einem Peak von bis zu 177 Kilowatt und einer Ladezeit von nur 30 Minuten für den Sprung von 10 auf 80 Prozent ist der Elroq nicht nur schnell wieder einsatzbereit, sondern auch konkurrenzfähig gegenüber deutlich teureren Modellen.
Auch beim Verbrauch überzeugt der Tscheche, wenn man ihn nicht fliegen lässt. Wer mit 100 bis 120 Kilometern pro Stunde unterwegs ist, darf sich über Verbrauchswerte freuen, die angesichts von Gewicht und Fahrzeugformat absolut im grünen Bereich liegen. Und schließlich wären da noch die Assistenzsysteme, die nicht nur vielfältig, sondern auch angenehm verlässlich arbeiten.
Ob Abstandshalten, Spurführen oder teilautonomes Fahren, der Elroq zeigt was moderne Technik heute leisten kann. Kombiniert mit einem angenehm straffen, aber langstreckentauglichen Fahrwerk sowie einer sehr guten Geräuschdämmung ergibt sich ein stimmiges Gesamtpaket für alle, die Komfort, Technik und Ladeleistung in einem kompakten SUV suchen.
Was sollte man sich noch einmal bei der Probefahrt ansehen?
Bei einer Probefahrt mit dem Skoda Elroq lohnt es sich, neben dem ersten Gesamteindruck auch gezielt auf einige Punkte zu achten, die im Alltag relevant werden können. Wer häufig schneller unterwegs ist, sollte den Energieverbrauch bei 140 Stundenkilometern und darüber bewusst beobachten. Hier zeigt der Elroq, wie viele SUV, einen spürbaren Mehrverbrauch. Das ist, wie bereits erwähnt physikalisch nachvollziehbar, aber gerade bei langen Autobahnfahrten relevant für die Reichweite.
Auch die Bedienlogik der Assistenzsysteme verdient Aufmerksamkeit: Tempomat, Spurhaltefunktion und Travel Assist sind zwar umfangreich vorhanden, erfordern aber teils etwas Einarbeitung, bis sie zuverlässig arbeiten und intuitiv bedient werden können.
Nicht zuletzt lohnt ein Blick auf die Ladeplanung und die Batterie-Vorkonditionierung. In unserem Test kam es vor, dass das System die Vorkonditionierung kurz vor dem Ladevorgang unerwartet abbrach. Das kann die Ladeleistung negativ beeinflussen. Wer also häufig Langstrecke fährt, sollte diesen Punkt gezielt prüfen, etwa indem eine Schnellladesäule im Navi als Ziel ausgewählt wird und beobachtet wird, ob sich die Batterie spürbar aufheizt.
Technische Daten:
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Antrieb | Elektromotor (Permanentmagnet-Synchronmotor) |
| Leistung | 210 kW (286 PS) |
| Drehmoment | 545 Nm |
| Antriebssystem | Hinterradantrieb (RWD) |
| Getriebe | 1-Gang-Automatik |
| Batterietyp | Lithium-Ionen |
| Batteriekapazität | 82,0 kWh brutto / 77,0 kWh netto |
| Reichweite (WLTP) | 580 km kombiniert / bis zu 731 km im Stadtverkehr |
| Verbrauch (WLTP) | 15,2 kWh/100 km |
| Ladeanschluss | Typ 2 (AC), CCS Combo 2 (DC) |
| AC-Laden | 11 kW |
| DC-Schnellladen | 175 kW max. (10–80 % in ca. 28 min) |
| Beschleunigung | 0–100 km/h in 6,6 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Länge | 4.488 mm |
| Breite | 1.884 mm |
| Höhe | 1.625 mm |
| Radstand | 2.765 mm |
| Leergewicht | 2.119 kg |
| Sitzplätze | 5 |
| Anhängelast | 1000 kg |
| Dachlast | 75 kg |
| Stützlast | 75 kg |
| Kofferraumvolumen | 470-1.580 l |
| Wendekreis | 9,3 m |
| Reifen | 235/55 R19 / 255/50R19 |
| Fahrwerk | Schraubenfedern vorne und hinten |
| Sicherheitsfeatures | Airbags, ABS, ESP, Spurhalteassistent, Notbremsassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelung, Rückfahrkamera |
| Infotainment | 13" Touchscreen, digitales Kombiinstrument, DAB+ Radio, 8 Lautsprecher, USB-Anschlüsse, Sprachsteuerung, Apple CarPlay, Android Auto (kabellos) |
| Besonderheiten | adaptives Fahrwerk gegen Aufpreis erhältlich |
| Preis (Deutschland) | Basis ab 35.990 €, 85 ab 43.900 € (Stand: Juni 2025) |
Unser einfach elektrisch Test Video auf YouTube:
Reichweiten & Ladecheck Video auf YouTube:
Kindersitze montieren im Skoda Elroq?
Der Skoda Elroq bietet im Alltag mit Kindern ein durchdachtes und praktisches Umfeld, vor allem wenn es um die Montage von Kindersitzen geht. Auf den beiden äußeren Rücksitzen finden sich Isofix-Aufnahmen, die hinter kleinen Klappen oder festen Führungen verborgen sind und ein leichtes Einrasten des Kindersitzes ermöglichen. Auch auf dem Beifahrersitz kann ein Kindersitz befestigt werden, denn dort ist ebenfalls eine Isofix-Halterung vorhanden. Wichtig dabei ist, dass der Beifahrerairbag deaktiviert werden kann, wenn ein rückwärtsgerichteter Sitz genutzt wird. Die Rückbank bietet ausreichend Platz, sodass selbst größere Reboarder sicher und stabil montiert werden können, ohne dass der Vordersitz unangenehm weit nach vorne rutschen muss. Wer öfter mit Kindern unterwegs ist, wird zudem die gut zugänglichen Türöffnungen und den angenehmen Einstieg schätzen, gerade wenn das Anschnallen im hektischen Alltag schnell gehen muss. Damit zeigt sich der Elroq als echtes Familienauto, das nicht nur mit Platz, sondern auch mit sinnvollen Details punktet.
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