Der Nachfolger des DS 7 feierte im März seine Weltpremiere und wir hatten heute die Gelegenheit uns das neuste Top-Modell der Marke in Augenschein zu nehmen. Wir nehmen euch mit auf eine Reise durch die technischen Daten, Zoten und Anekdoten. Man hat ja bekanntlich keine zweite Chance auf einen guten ersten Eindruck und daher bekommt ihr hier direkt den ersten Eindruck von Olli und Steffen, die beiden waren zu Gast bei DS, die in ein Weingut ins beschauliche Flörsheim eingeladen hatten. DS N°7 kann ja keiner tippen und schon gar nicht googeln, daher bleiben wir mal beim DS 7 – einverstanden?
2026 DS 7 Sitzprobe (Video)
Was ist der DS N°7 überhaupt?
Der DS N°7 ist die vollständige Neuauflage des bisherigen DS 7 und markiert einen strategischen Schritt für die französische Premiummarke innerhalb des Stellantis-Konzerns. Er basiert erstmals auf der STLA-Medium-Plattform und ist konsequent als Multi-Energie-Fahrzeug ausgelegt. Neben einem Mild-Hybrid stehen drei vollelektrische Varianten zur Wahl. Damit bewegt sich der N°7 klar im C-SUV-Segment, will aber mit Komfort, Materialien und Technik bewusst in höhere Klassen hineinspielen und auch preislich betrachtet schaut man hier eher nach oben.
Die Preise für den neuen DS 7 starten ab 47.700 Euro für den DS 7 Hybrid 145, ab 56.300 Euro für den DS 7 E-Tense mit Frontantrieb, ab 61.700 Euro für den DS 7 E-Tense mit Frontantrieb und großem Akku und ab 66.600 Euro für den DS 7 E-Tense AWD – sprich der Variante mit Longe-Range und Allradantrieb. Die Basis-Ausstattungslinie bei DS heißt PALLAS, ihr wollt mehr? Dann stehen euch aktuell noch ETOILE und LA PREMIERE zur Verfügung, die die Startpreise auf 58.600 Euro – 78.450 Euro in die Höhe treiben und die Konsumenten haben die Wahl: Mit oder ohne Verbrenner, mit oder ohne Allradantrieb, mit großem oder noch größeren Akku!
Genau diese Flexibilität ist der Kern des Fahrzeugs, denn DS verfolgt beim N°7 bewusst keinen radikalen Elektro-only-Ansatz, sondern bietet mehrere Antriebskonzepte parallel an.
Neuer DS 7 Abmessungen
Im Segment positioniert sich der DS N°7 weiterhin als kompaktes SUV, wobei die Abmessungen klar zeigen, dass hier mehr Platz als bisher geboten wird. Mit einer Länge von 4,66 Metern, einer Breite von 1,90 Metern und einem auf 2,79 Meter gewachsenen Radstand legt das Modell gegenüber dem Vorgänger spürbar zu. In der Länge um sieben Zentimeter, in Sachen Radstand bei fünf Zentimeter. Das zusätzliche Maß kommt vor allem dem Innenraum zugute, der deutlich luftiger ausfällt und insbesondere im Fond mehr Beinfreiheit bietet.
Das kann der DS 7 Kofferraum
Gleichzeitig bleibt der Anspruch erhalten, ein alltagstaugliches Fahrzeug zu sein. Der Kofferraum liegt je nach Variante zwischen 500 und 560 Litern und lässt sich durch eine flexibel umlegbare Rückbank erweitern. Einen Frunk gibt es hier nicht für Geld und gute Worte, unter der vorderen Haube ist dafür auch leider kein Platz mehr.
2026 DS 7 Hybrid 145
Beim Antrieb zeigt sich die strategische Ausrichtung besonders deutlich. Der DS N°7 wird sowohl als Mild-Hybrid als auch in drei vollelektrischen Varianten angeboten. Der Hybrid kombiniert einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit einem 48-Volt-System. Dieses System arbeitet mit einer kleinen Batterie und unterstützt den Verbrennungsmotor vor allem beim Anfahren und Beschleunigen. Die Systemleistung liegt bei 107 Kilowatt, also 145 PS, der Verbrauch bei rund 5,3-5,4 Litern auf 100 Kilometer. Eine elektrische Kurzstreckenfahrt ist im Stadtverkehr teilweise möglich, die Haauptaufgabe liegt jedoch klar in der Effizienzsteigerung. Die Reichweite liegt dank eines 55-Liter-Tanks bei über 1.000 Kilometern.
2026 DS 7 E-Tense – die Elektroversionen
Deutlich spannender sind die elektrischen Varianten, die den technologischen Anspruch des Fahrzeugs unterstreichen. Die Einstiegsversion verfügt über einen Elektromotor mit 169 Kilowatt Leistung und eine Batterie mit 73,7 Kilowattstunden. Daraus ergibt sich eine Reichweite von bis zu 543 Kilometern. Das maximale Drehmoment liegt bei 343 Nm und die Beschleunigung von 0-100 km/h soll binnen 7,7 Sekunden erfolgen. Der kombinierte Verbrauch bei diesem Modell wird mit 16,1-17,3 kWh / 100 km angegeben.
Darüber positioniert sich die Long-Range-Version mit 180 Kilowatt Leistung und einer deutlich größeren Batterie mit 97,2 Kilowattstunden, die eine Reichweite von bis zu 740 Kilometern ermöglicht. Der kombinierte Verbrauch gemäß WLTP steigt auf 16,3-17,6 kWh / 100 km. Das Topmodell setzt auf Allradantrieb und bringt es auf 257 Kilowatt. In diesem Fall liegt die Reichweite bei bis zu 679 Kilometern, während die Beschleunigung auf 100 kmh in 5,4 Sekunden erfolgt, hierfür verfügen die beiden E-Maschinen nicht nur eine Boost-Leistung von bis zu 276 kW, sondern ein maximales Systemdrehmoment von 509 Nm.
Ein entscheidender Punkt bei Elektrofahrzeugen ist nicht nur die maximale Ladeleistung, sondern die sogenannte Ladekurve. Dieser Begriff beschreibt, wie lange eine hohe Ladeleistung tatsächlich gehalten werden kann. Beim DS N°7 liegt die maximale Ladeleistung bei 160 Kilowatt, wobei diese Leistung über einen vergleichsweise breiten Bereich stabil bleibt. Dadurch kann die Batterie in rund 27 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen werden. Innerhalb von zehn Minuten sollen sich bis zu 200 Kilometer Reichweite nachladen lassen. An AC stehen 22 kW zur Verfügung, Plug & Charge, V2L (Vehicle to Load) und eine Wärmepumpe sind für den DS 7 – Verzeihung, den DS N°7 keine Fremdwörter. Stellantis setzt beim DS auch weiterhin auf eine 400-Volt-Architektur und vor Ort erfährt man, dass man binnen zehn Minuten ca. 200 Kilometer an Reichweite nachladen kann. Der Akku verfügt über eine Vorkonditionierung, die sowohl automatisch als auch auf Kundenwunsch aktiviert werden kann.
2026 DS 7 Fotos














So komfortable ist die SUV-Göttin
Neben dem Antrieb legt DS einen klaren Fokus auf Komfort. Ein zentrales Element ist die DS Active Scan Suspension, ein kamerabasiertes Fahrwerkssystem. Dabei erfasst eine Kamera die Fahrbahn vor dem Fahrzeug und erkennt Unebenheiten. Sensoren und Steuergeräte passen daraufhin die Dämpfer in Echtzeit an.
Das System arbeitet also vorausschauend und nicht nur reaktiv, was zu einem besonders ruhigen Fahrverhalten führen soll. Ergänzt wird dieser Ansatz durch umfangreiche Maßnahmen zur Geräuschdämmung. Verbundglas, spezielle Dämmmaterialien und eine aufwendige Karosseriestruktur sorgen für einen hohen akustischen Komfort.
Jetzt wo es scheinbar „im Trend“ ist, weniger hochglänzende Lackflächen im Innenraum zu platzieren, findet man diese Kontrast-Elemente im Bereich der Radläufe, sowie an der Frontverkleidung, auf der Motorhaube, auf dem Dach, an den Seitenspiegeln sowie am Heck.
Auch im Innenraum wird deutlich, dass DS sich bewusst vom klassischen Premiumverständnis absetzen möchte. Materialien wie Nappaleder, Alcantara oder strukturierte Stoffe mit Perlmutt-Effekt prägen das Bild. Charakteristisch sind dabei Details wie das sogenannte Uhrenarmband-Design der Sitze oder die Clous-de-Paris-Struktur, eine spezielle Oberflächenprägung, die aus der Uhrmacherkunst stammt. Diese Elemente sollen Handwerkskunst und Individualität vermitteln und unterscheiden sich bewusst von der eher technisch geprägten Gestaltung vieler Wettbewerber. Das Lenkrad wirkt verspielt und verfügt leider über Klavierlack-Optik an den Schaltern.
Das Infotainment-System bildet das technologische Zentrum des Fahrzeugs. Zum Einsatz kommt das DS Iris System 2.0, das über einen 16-Zoll-Touchscreen bedient wird. Ergänzt wird es durch ein digitales 10″ großes Kombiinstrument. Die Integration einer KI-basierten Sprachsteuerung ermöglicht eine natürlichere Interaktion mit dem Fahrzeug.
Gleichzeitig stehen Funktionen wie EV-Routing zur Verfügung, also eine intelligente Routenplanung für Elektrofahrzeuge, bei der Ladepunkte automatisch berücksichtigt werden. Auch Plug-and-Charge ist integriert. Dabei identifiziert sich das Fahrzeug automatisch an der Ladesäule, sodass kein separates Freischalten erforderlich ist.
Im Bereich der Assistenzsysteme bietet der DS N°7 ein umfangreiches Paket. Dazu gehört ein System für teilautomatisiertes Fahren auf Level 2. Dieses kombiniert eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Spurhaltefunktionen und kann unter bestimmten Bedingungen selbstständig Spurwechsel durchführen. Ergänzt wird dies durch ein Nachtsichtsystem.
Dabei erkennt eine Infrarotkamera Personen oder Tiere außerhalb des Scheinwerferlichts und warnt den Fahrer frühzeitig. Gerade diese Technologie ist im Segment eher selten und zeigt den Anspruch, sich technisch zu differenzieren und natürlich gibt es auch ein Head-up-Dispaly und einen digitalen Rückspiegel, sprich für ein paar Optionalitäten hat man sich noch Zeit und Luft verschafft.
Unser Ersteindruck zum DS 7
Der erste statische Eindruck vom DS 7 fällt insgesamt sehr positiv aus, überrascht aber vor allem durch seinen klaren eigenen Charakter. DS versucht hier gar nicht erst, deutsche Premium-Konkurrenz zu kopieren, sondern setzt bewusst auf eine Mischung aus Design, Komfort und Materialinszenierung. Genau das funktioniert auf den ersten Blick erstaunlich gut. Die Front mit beleuchtetem Markenlogo und filigraner Lichtsignatur wirkt eigenständig und hochwertig, die coupéartige Seitenlinie sorgt für eine elegante, fast schon fließende Silhouette und besonders das Heck bleibt als stimmiges Gesamtbild im Kopf. Gerade hier zeigt sich, wie viel Liebe ins Design geflossen ist.
Gleichzeitig gibt es aber auch Details, die den ansonsten sehr sauberen Auftritt stören. Die klassische Haifischflosse auf dem Dach wirkt wie ein Fremdkörper in einem ansonsten durchdesignten Fahrzeug und auch einzelne Elemente wie der sichtbare Heckwischer hätten eleganter integriert werden können.
Im Innenraum spielt der DS 7 dann seine größte Stärke aus. Der Materialmix aus weichen Oberflächen, Leder und aufwendig gestalteten Zierelementen vermittelt einen echten Premium-Anspruch, ohne dabei beliebig zu wirken. Besonders die Sitze mit Nappaleder, Belüftung, Heizung und Massagefunktion sowie die insgesamt sehr komfortable Auslegung zeigen klar, wohin die Reise geht. DS versteht Komfort nicht als Nebensache, sondern als zentrales Merkmal. Auch Details wie die Doppelverglasung zur Geräuschdämmung oder die aufwendig gestalteten Türverkleidungen unterstreichen diesen Anspruch. Gleichzeitig gibt es auch hier Kritikpunkte. Die Bedienung der Klimafunktionen ausschließlich über das zentrale Display dürfte nicht jeden überzeugen und einzelne Kunststoffflächen im unteren Bereich wirken trotz Struktur anfällig für Kratzer und Berührungsspuren.
Positiv fällt zudem das Raumangebot auf. Trotz der coupéartigen Dachlinie bietet der Fond überraschend viel Platz, auch die Sitzposition und der Komfort auf der Rückbank überzeugen. Der Kofferraum mit 560 Litern Volumen, variabler Rückbank im 40:20:40-Format und durchdachten Details wie Haken, doppeltem Ladeboden und 12-Volt-Anschluss zeigt sich alltagstauglich. Einschränkungen gibt es lediglich bei der Ladehöhe durch die flach abfallende Hecklinie. Ein klarer Kritikpunkt bleibt der fehlende Frunk, der gerade bei einem Elektrofahrzeug zusätzlichen praktischen Nutzen gebracht hätte.
Unterm Strich hinterlässt der DS 7 einen sehr stimmigen ersten Eindruck als komfortorientiertes, designgetriebenes Elektro-SUV mit eigenständigem Auftritt. Er überzeugt weniger über nackte Zahlen, sondern vielmehr über Atmosphäre, Materialqualität und ein durchdachtes Raumgefühl. Genau darin liegt seine Stärke. Die offenen Punkte bei Bedienung, Details im Exterieur und praktischen Features wie dem fehlenden Frunk verhindern zwar die absolute Bestnote, ändern aber nichts daran, dass der DS 7 neugierig auf die erste Fahrt macht und sich bewusst von der Masse abhebt. Noch mehr subjektive Eindrücke bekommt ihr im Video, da zeigt euch Olli auch das Platzangebot vorne und hinten und wirft auch einen Blick in den Kofferraum und auf die verarbeiteten Werkstoffe.
Wo wird der DS 7 produziert?
Ein weiterer Aspekt ist die europäische Ausrichtung des Fahrzeugs. Der DS N°7 wird in Italien produziert, während zentrale Komponenten wie Batterie und Elektromotor aus Frankreich stammen. Insgesamt stammen rund 90 Prozent der Bauteile aus europäischer Produktion.
Gleichzeitig setzt DS auf ein Nachhaltigkeitskonzept, das unter dem neumodischen Begriff SustaiNobility zusammengefasst wird. Dabei werden recycelte Materialien eingesetzt und Prozesse optimiert, ohne den Premiumanspruch aufzugeben.
Kommen wir zurück zur Preis-Leistung?
Preislich bewegt sich der DS N°7 im gehobenen Bereich, bleibt jedoch unterhalb vieler etablierter Premiumanbieter. Der Einstieg beginnt bei 47.700 Euro für den Hybrid. Die elektrischen Varianten starten bei 56.300 Euro und reichen bis zu knapp 80.000 Euro für die Allradversion in der höchsten Ausstattung.
Insgesamt zeigt der DS N°7 einen klaren Richtungswechsel. Statt sich ausschließlich über Leistung oder digitale Features zu definieren, rückt der Fokus stärker auf Komfort, Effizienz und ein eigenständiges Designverständnis, die Verwandtschaft zum Opel Grandland und zum Peugeot e-3008 lässt sich natürlich nicht verleugnen, dennoch: Die Kombination aus hoher elektrischer Reichweite, durchdachter Ladeperformance und einem stark auf Ruhe ausgelegten Fahrkonzept macht das Fahrzeug technisch relevant. Entscheidend wird jedoch sein, ob diese Mischung auch emotional funktioniert und sich gegen die etablierten Wettbewerber im Premiumsegment behaupten kann.





















