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2026 Jeep Avenger 4xe Test

Jeep Avenger 4xe Test

Der Jeep Avenger 4xe ist der ungewöhnlichste Avenger im aktuellen Modellprogramm. Er fährt nicht rein elektrisch, ist aber elektrifiziert. Er besitzt keinen klassischen mechanischen Allradantrieb, kann aber trotzdem alle vier Räder antreiben. Und obwohl er mit gut 4,11 Metern Länge eher zu den kompakten Vertretern seiner Art gehört, soll er im Gelände mehr können als nur einen geschotterten Parkplatz vor dem Ferienhaus meistern.

Mit der Modellpflege beziehungsweise dem Modelljahr 2027 hat Jeep den Avenger außerdem an einigen entscheidenden Stellen überarbeitet. Die Front wurde verändert, Matrix-LED-Scheinwerfer halten Einzug, ein 360-Grad-Kamerasystem unterstützt beim Rangieren und vor allem im Innenraum hat Jeep beim Materialmix deutlich nachgebessert.

Für den Jeep Avenger 4xe wird es besonders spannend, sobald der Asphalt endet. Zwei Elektromotoren, ein 48-Volt-System und die elektrische Hinterachse machen aus dem kompakten SUV einen Allradler, der sich im Test auf einem echten Offroad-Parcours überraschend souverän geschlagen hat.

Was ist beim Jeep Avenger 4xe nach der Modellpflege neu?

Optisch bleibt der Avenger unverkennbar ein Jeep. Besonders die Front trägt weiterhin die markentypische Sieben-Slot-Grafik. Neu ist, dass das Tagfahrlicht stärker in diese Gestaltung integriert wurde. Je nach Ausstattung sind nun Matrix-LED-Scheinwerfer verfügbar. Bei dieser Technik wird der Lichtkegel automatisch angepasst. Bereiche, in denen andere Verkehrsteilnehmer unterwegs sind, können gezielt abgedunkelt werden, während die übrige Fahrbahn weiterhin möglichst hell ausgeleuchtet bleibt.

Gerade auf Landstraßen mit viel Wildwechsel kann diese Technik einen echten Sicherheitsgewinn darstellen. Neu gestaltet wurde außerdem die Frontschürze. Zusätzliche robuste Bereiche sollen unter anderem die empfindliche Sensorik schützen. Schließlich sitzt vorne nicht nur der Radarsensor, sondern beim überarbeiteten Avenger auch eine neue Kamera für das 360-Grad-Kamerasystem.

Beim 4xe kommen je nach Ausstattung spezielle Dekorelemente sowie eine stärker auf den Freizeit- und Offroad-Einsatz zugeschnittene Optik hinzu. Auch die Dachreling fällt entsprechend massiv aus.

An der Seitenlinie hat Jeep dagegen wenig verändert. Das Heck bekommt eine überarbeitete Schürze und besitzt einen gut erreichbaren Abschlepppunkt. Der sichtbare Heckscheibenwischer bleibt dagegen eher konventionell gelöst.

Welche Motoren arbeiten im Jeep Avenger 4xe?

Unter der Motorhaube arbeitet ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner in Kombination mit einem 48-Volt-Hybridsystem. Die Systemleistung beträgt 107 kW beziehungsweise 145 PS. Der Verbrennungsmotor allein leistet 101 kW beziehungsweise 136 PS. Ergänzt wird er durch zwei Elektromotoren. Je ein E-Motor unterstützt die Vorder- und Hinterachse mit maximal 21 kW beziehungsweise 28 PS.

Entscheidend ist dabei weniger die bloße Addition der Leistungswerte als deren Zusammenspiel. Die einzelnen Maximalleistungen liegen nicht zwangsläufig gleichzeitig an, weshalb die Systemleistung mit 145 PS deutlich niedriger ausfällt als die mathematische Summe aller Motoren. Der Elektromotor an der Vorderachse liefert bis zu 55 Nm, der hintere Elektromotor bis zu 88 Nm Drehmoment. Die elektrische Hinterachse ist gleichzeitig der Schlüssel zum Allradantrieb.

Die Elektromotoren werden von einer kleinen Lithium-Ionen-Batterie versorgt. Ihre Gesamtkapazität beträgt 0,89 kWh, davon sind 0,432 kWh nutzbar. Der Jeep Avenger 4xe ist damit kein Plug-in Hybrid und muss nicht extern geladen werden.

Wie funktioniert der Allradantrieb des Jeep Avenger 4xe?

Der Jeep Avenger 4xe nutzt kein klassisches Allradsystem mit mechanischer Kardanwelle zwischen Vorder- und Hinterachse. Der Benzinmotor und ein Elektromotor treiben die Vorderachse an. Ein zweiter Elektromotor übernimmt unabhängig davon die Hinterachse. Dadurch entsteht der elektrische Allradantrieb.
Das bringt mehrere Vorteile. Die Hinterachse kann sehr schnell zugeschaltet werden und die Kraftverteilung lässt sich je nach gewähltem Fahrprogramm an die Bedingungen anpassen.

Im normalen Auto-Modus übernimmt die Elektronik die Steuerung weitgehend selbstständig. Im Sport-Modus wird eine stärker heckbetonte Kraftverteilung genutzt. Im Test wurden 70 Prozent an der Hinterachse und 30 Prozent an der Vorderachse genannt.

Für Sand und Matsch nutzt der Avenger eine 50:50-Verteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Zusätzlich gibt es einen Snow-Modus, bei dem die Regelung besonders sensibel auf geringe Traktion reagieren soll.

Gerade im Gelände zeigte sich, dass dieses Konzept keineswegs nur Marketing ist.

Wie schnell ist der Jeep Avenger 4xe?

Mit 145 PS ist der Avenger 4xe kein Performance-SUV, für seine Größe aber ordentlich motorisiert. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt er laut den im Test verwendeten technischen Daten in 9,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 194 km/h. Auf kurvigen Landstraßen wirkte der Antrieb lebendig genug, um den kleinen Jeep zügig zu bewegen. Vor allem die unmittelbare Unterstützung der Elektromotoren sorgt beim Herausbeschleunigen für zusätzlichen Schub. Der Dreizylinder bleibt dabei akustisch präsent. Wir würden seinen Klang als durchaus sonor und passend zum Charakter des Fahrzeugs beschrieben.

Jeep Avenger 4xe Test

Wie hoch ist der Verbrauch des Jeep Avenger 4xe?

Der offizielle WLTP-Verbrauch wurde im Test mit 5,3 Litern pro 100 Kilometer angegeben. Die CO₂-Emissionen liegen bei 121 Gramm pro Kilometer. Eigene Verbrauchsmessungen über eine längere Teststrecke wurden auf Grund von Zeitmangel bei der Produktion nicht durchgeführt. Deshalb lässt sich auf Basis der vorhandenen Informationen keine belastbare Aussage darüber treffen, wie stark der Realverbrauch vom WLTP-Wert abweicht.

Das 48-Volt-System soll grundsätzlich dafür sorgen, dass Bremsenergie zurückgewonnen und elektrische Unterstützung möglichst effizient eingesetzt wird. Aufgrund der kleinen Batterie ist der Avenger 4xe allerdings nicht darauf ausgelegt, größere Strecken rein elektrisch zurückzulegen.

Welche Abmessungen hat der Jeep Avenger 4xe?

Der getestete Jeep Avenger 4xe Overland misst 4,11 Meter in der Länge und 1,58 Meter in der Höhe. Inklusive Außenspiegel beträgt die Breite 1,98 Meter. Der kompakte Jeep besitzt fünf Türen, fünf Sitzplätze und einen Wendekreis von 10,5 Metern. Das Leergewicht liegt bei 1.455 Kilogramm. Für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, zwei Elektromotoren und Allradtechnik bleibt das vergleichsweise überschaubar. Die maximale Zuladung wurde mit 375 Kilogramm angegeben.

Gerade die kurze Karosserie hilft nicht nur in der Stadt, sondern ist auch im Gelände ein echter Vorteil. Je kürzer die Überhänge und der Radstand ausfallen, desto geringer ist die Gefahr, bei steilen Kuppen oder Böschungen mit der Karosserie aufzusetzen.

Was darf der Jeep Avenger 4xe ziehen?

Die maximale Anhängelast beträgt 1.150 Kilogramm. Die Stützlast fällt mit 48 Kilogramm dagegen eher knapp aus. Das sollte insbesondere berücksichtigt werden, wenn schwere Fahrradträger oder E-Bikes transportiert werden sollen. Auch die dynamische Dachlast ist mit 50 Kilogramm nicht besonders üppig.

Damit zeigt der Avenger bereits, dass seine Offroad-Optik nicht automatisch bedeutet, dass er als schwerer Lastenträger konzipiert wurde. Seine Stärke liegt eher in der kompakten Bauform und der Traktion auf schwierigem Untergrund.

Wie geländetauglich ist der Jeep Avenger 4xe auf dem Papier?

Hier wird es für einen kleinen SUV tatsächlich interessant. Die Bodenfreiheit beträgt 21 Zentimeter. Der vordere Böschungswinkel liegt bei 22 Grad, der Rampenwinkel bei 21 Grad und der hintere Böschungswinkel bei 25 Grad. Der Böschungswinkel beschreibt, wie steil eine Rampe oder Böschung sein darf, ohne dass die Front beziehungsweise das Heck aufsetzt. Der Rampenwinkel ist entscheidend, wenn ein Fahrzeug über eine Kuppe fährt. Ist dieser Winkel zu klein, kann das Fahrzeug mit dem Unterboden beziehungsweise der Fahrzeugmitte aufsitzen.

Dazu kommt eine angegebene Wattiefe von 400 Millimetern. Diese gilt bei maximal 8 km/h. Damit besitzt der Avenger 4xe auf dem Papier tatsächlich einige Voraussetzungen, die über die typischen Fähigkeiten eines rein straßenorientierten Klein-SUV hinausgehen.

Was kann der Jeep Avenger 4xe wirklich im Gelände?

Der Offroad-Parcours war einer der überraschendsten Teile des Tests. Gefahren wurde auf losem Untergrund mit Sand, Matsch, deutlichen Steigungen und Gefällestrecken. Dabei kam kein spezieller Geländereifen zum Einsatz, sondern normale Allwetterbereifung. Im Sand-und-Matsch-Modus verteilt das System die Antriebskraft im Test mit 50 Prozent auf die Vorderachse und 50 Prozent auf die Hinterachse.

Gerade an steilen Passagen zeigte sich der Vorteil des elektrischen Hinterachsantriebs. Während die Räder an einer Achse Schlupf entwickeln können, steht an der zweiten Achse weiterhin Antriebsmoment zur Verfügung.

Selbst Steigungen, die zu Fuß bereits unangenehm waren, bewältigte der Avenger ohne sichtbare Schwierigkeiten. Die kurzen Karosserieüberhänge und die 21 Zentimeter Bodenfreiheit helfen zusätzlich. Das Fahrzeug konnte steile Übergänge überwinden, ohne sofort mit Front, Heck oder Unterboden aufzusetzen. Das Ergebnis überraschte im Test deutlich. Der Avenger 4xe ist kein Geländewagen im klassischen Sinne, seine Offroad-Fähigkeiten gehen aber weit über bloße Optik hinaus.

Jeep Avenger 4xe Fotos

Wie fährt sich der Jeep Avenger 4xe auf der Straße?

Ein Offroad-orientiertes Fahrwerk muss immer einen Kompromiss eingehen. Zu weich darf es auf der Straße nicht werden, sonst neigt sich die Karosserie stark und reagiert bei schnellen Richtungswechseln träge. Zu hart darf es ebenfalls nicht sein, weil die Räder im Gelände ausreichend Federweg benötigen, um Unebenheiten auszugleichen und möglichst lange Bodenkontakt zu behalten.

Beim Avenger gelingt dieser Kompromiss überraschend gut. Das Fahrwerk wurde im Test als straff-komfortabel beschrieben. Es besitzt gleichzeitig eine gewisse Nachgiebigkeit, die gerade auf schlechterem Untergrund hilfreich ist.

Auf kurvigen Straßen wirkt der Avenger ausreichend stabil. Die Lenkung könnte etwas direkter arbeiten, vermittelt insgesamt aber genügend Kontrolle. Auch bei kräftigeren Bremsmanövern blieb das Fahrzeug stabil in der Spur. Die Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterachse packten im Test überzeugend zu.

Wie komfortabel ist der Jeep Avenger 4xe auf längeren Strecken?

Die Sitze hinterließen sowohl auf der Straße als auch im Gelände einen guten Eindruck. Seitenhalt und Oberschenkelunterstützung verhindern gerade auf unebenem Untergrund, dass Fahrer und Beifahrer stark auf den Sitzen hin und her rutschen.

Auch die Abstimmung des Fahrwerks wurde im Rahmen von „Steffens Popometer“ positiv bewertet. Trotz der Offroad-Ausrichtung eignet sich der Avenger damit durchaus auch als Langstreckenfahrzeug.

Einschränkungen gibt es allerdings bei der Sitzverstellung. Im getesteten Fahrzeug waren die Sitze manuell verstellbar und boten nicht den Funktionsumfang elektrisch verstellbarer Sitze.

Wie hat Jeep den Innenraum des Avenger verbessert?

Hier macht die Modellpflege einen der größten Schritte. Bereits bei der ersten Generation war der Innenraum funktional und eigenständig gestaltet, beim Materialeindruck gab es jedoch Luft nach oben. Genau dort hat Jeep angesetzt. Die vorderen Türverkleidungen besitzen nun deutlich mehr weich unterschäumte Flächen. Kunstleder, sichtbare Nähte und farbliche Elemente greifen die Außenfarbe des Fahrzeugs auf. Auch die Armauflage ist weich gepolstert.

Der Innenraum wirkt dadurch hochwertiger, ohne den robusten Charakter des Avenger aufzugeben. Weiterhin gibt es harte Kunststoffflächen. Gerade im unteren Bereich der Türen oder an stärker beanspruchten Stellen kann das im Hinblick auf Reinigung und Offroad-Nutzung sogar Vorteile haben. Nicht ausgekleidete Ablagefächer können allerdings dafür sorgen, dass Gegenstände auf schlechten Straßen hörbar werden.

Wie gut ist das Infotainment im Jeep Avenger 4xe?

Ein Head-up-Display besitzt der getestete Avenger nicht. Dafür gibt es ein großes digitales Fahrerdisplay, in dem sich unter anderem Navigationsinformationen darstellen lassen. Das Infotainment arbeitet mit einer Kachelstruktur und unterstützt Apple CarPlay und Android Auto. Smartphone-Inhalte können damit direkt auf dem Fahrzeugdisplay genutzt werden. Positiv fällt auf, dass Jeep wichtige Funktionen nicht komplett in Touch-Menüs versteckt.

Es gibt weiterhin physische Bedienelemente für die Klimaanlage. Temperatur und Lüftung lassen sich damit während der Fahrt bedienen, ohne zunächst durch mehrere Bildschirmmenüs navigieren zu müssen. Auch für die Geschwindigkeitswarnung gibt es eine praktische Lösung. Durch längeres Drücken der entsprechenden ADAS-Taste lässt sich die Warnfunktion schneller deaktivieren. Die reine Elektroversion erhält im Zuge der Modellpflege zusätzlich eine Ladeplanung innerhalb der Navigation. Diese Funktion spielt beim 4xe naturgemäß keine Rolle.

Welche Fahrprogramme bietet der Jeep Avenger 4xe?

Der Select-Terrain-Schalter ist beim 4xe besonders wichtig. Im Auto-Modus entscheidet die Elektronik weitgehend selbst, wie die Antriebskraft verteilt wird. Der Sport-Modus stellt die maximale Performance in den Vordergrund und arbeitet mit einer heckbetonten Verteilung.

Der Sand-und-Matsch-Modus verteilt die Leistung im Test mit 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Im Snow-Modus reagiert die Antriebsschlupfregelung sensibler auf durchdrehende Räder.

Gerade diese Fahrprogramme zeigen, warum der elektrische Hinterachsantrieb mehr ist als nur eine technische Spielerei. Statt eines starren mechanischen Systems kann die Elektronik die Antriebsleistung sehr schnell an unterschiedliche Untergründe anpassen.

Wie praktisch ist der Kofferraum des Jeep Avenger 4xe?

Das Kofferraumvolumen beträgt 325 Liter bei aufgestellten Rücksitzen. Werden die Rücksitze umgelegt, stehen bis zu 1.218 Liter zur Verfügung. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60:40 teilen. Dadurch können längere Gegenstände transportiert werden, während ein Teil der Rückbank weiterhin nutzbar bleibt.

Die elektrische Heckklappe ist je nach Ausstattung verfügbar. Positiv fällt die Auskleidung des Gepäckraums auf. Große Bereiche sind mit Teppich beziehungsweise Filz versehen. Das wirkt nicht nur hochwertiger, sondern verhindert auch, dass Gegenstände auf schlechten Straßen ständig über blanken Kunststoff rutschen und klappern. Zusätzliche Ablagefächer und Haken erhöhen den praktischen Nutzwert.

Wie viel Platz bietet der Jeep Avenger 4xe im Fond?

Gemessen an seinen kompakten Außenmaßen bietet der Avenger hinten ordentlich Platz. Bei einer Körpergröße von rund 1,85 Metern war hinter einem entsprechend eingestellten Vordersitz noch ausreichend Knieraum vorhanden. Auch die Füße lassen sich teilweise unter den Vordersitz schieben. Eine Mittelarmlehne fehlt allerdings.

Auch eigene Lüftungsdüsen für den Fond gibt es nicht. Zum Laden mobiler Geräte steht ein USB-C-Anschluss zur Verfügung. Ein zweiter Anschluss wäre im Familienalltag durchaus praktisch gewesen. Die Sitzlehnen besitzen Ablagetaschen.

ISOFIX-Befestigungen gibt es an den äußeren Fondsitzen. Zusätzlich bietet der Avenger vorne auf dem Beifahrersitz einen weiteren ISOFIX-Punkt. Insgesamt können damit drei Kindersitze über ISOFIX befestigt werden.

Warum ist der Materialmix im Fond trotzdem ein Kritikpunkt?

Während Jeep vorne sichtbar aufgewertet hat, wurde dieser Materialmix hinten nicht vollständig übernommen. Die Türverkleidungen im Fond bestehen stärker aus hartem Kunststoff. Das kann praktisch sein, wenn Kinder mitfahren oder das Fahrzeug nach einem Offroad-Ausflug schnell gereinigt werden soll.

Aus qualitativer Sicht entsteht dadurch allerdings ein sichtbarer Unterschied zwischen Vorder- und Hinterwagen. Auch Gurtschlösser können auf den harten Kunststoffflächen Geräusche verursachen.

Wer den Avenger regelmäßig mit Kindern, schmutziger Sportausrüstung oder nach Outdoor-Aktivitäten nutzt, könnte die leicht zu reinigenden Oberflächen dagegen sogar bevorzugen.

Wie gut funktioniert das 360-Grad-Kamerasystem?

Das neue Kamerasystem gehört zu den sinnvollsten Neuerungen der Modellpflege. Neben der klassischen Rückfahrkamera gibt es unterschiedliche Ansichten.

Eine 180-Grad-Perspektive hilft beispielsweise beim rückwärtigen Herausfahren aus unübersichtlichen Einfahrten. Das gleiche Prinzip funktioniert auch mit der Frontkamera. Gerade dort, wo Hecken, Mauern oder parkende Fahrzeuge die Sicht verdecken, erweitert die Kamera den Blickwinkel deutlich. Zusätzlich gibt es eine Top-View-Darstellung. Diese virtuelle Vogelperspektive erleichtert nicht nur das Einparken, sondern kann auch im Gelände hilfreich sein.

Fahrer können damit beispielsweise erkennen, wie nah Räder oder Fahrzeugseiten an Hindernissen entlanggeführt werden. Nach dem Offroad-Einsatz zeigte sich allerdings auch ein ganz praktisches Problem: Kameras können verschmutzen. Ist die Linse mit Staub oder Schlamm bedeckt, nimmt die Bildqualität zwangsläufig ab.

Wie gut funktionieren die Assistenzsysteme im Jeep Avenger 4xe?

Der Avenger bietet unter anderem einen Lenkassistenten, Spurhalteassistenten und einen adaptiven Abstandsregeltempomaten. Auf geeigneten Straßen hielt das System die Mitte der Fahrspur im Test ordentlich. Auf engen und kurvigen Landstraßen erreicht die Technik allerdings häufiger ihre Grenzen. Dort deaktivierte sich die Lenkunterstützung teilweise.

Das ist kein ungewöhnliches Verhalten. Solche Systeme sind in erster Linie für klar markierte Straßen und insbesondere den Autobahnbetrieb gedacht. Sie ersetzen keine aktive Fahrzeugführung durch den Fahrer. Positiv ist, dass Jeep mit den optionalen Matrix-LED-Scheinwerfern auch die Lichttechnik modernisiert hat. Gerade auf dunklen Landstraßen ist das eine praxisrelevante Verbesserung.

Was kostet der Jeep Avenger 4xe?

Der Jeep Avenger 4xe startet laut den im Test genannten Angaben in der Ausstattung Upland bei 34.300 Euro. Der getestete Avenger 4xe Overland beginnt bei mindestens 36.500 Euro. Damit liegt der Avenger klar oberhalb eines einfachen Kleinwagens. Auf der anderen Seite steckt technisch auch deutlich mehr darin.

Zwei Elektromotoren, elektrischer Allradantrieb, verschiedene Offroad-Programme und eine für die Fahrzeugklasse beachtliche Geländegängigkeit machen den 4xe zu einer ungewöhnlichen Alternative innerhalb des Avenger-Programms.

Wo liegen die Schwächen des Jeep Avenger 4xe?

Perfekt ist auch der überarbeitete Avenger nicht. Die 48 Kilogramm Stützlast begrenzen die Möglichkeiten beim Transport schwerer Fahrräder auf der Anhängerkupplung. Die 50 Kilogramm dynamische Dachlast lassen ebenfalls weniger Spielraum als die robuste Optik zunächst vermuten lässt. Im Fond fehlen eine Mittelarmlehne und Lüftungsdüsen. Der hochwertige Materialmix der vorderen Türen wurde hinten nicht vollständig übernommen.

Die Sitzverstellung könnte umfangreicher sein und an einigen Stellen sorgen harte, nicht ausgekleidete Kunststoffflächen potenziell für Klappergeräusche.

Auch die Lenkung könnte für einen noch agileren Eindruck etwas direkter arbeiten. Das sind allerdings überwiegend Detailkritikpunkte. An seiner Kernaufgabe, kompakte Abmessungen mit echter zusätzlicher Traktion zu kombinieren, scheitert der Avenger 4xe nicht.

Für wen eignet sich der Jeep Avenger 4xe?

Der Avenger 4xe richtet sich an eine ungewöhnlich klar umrissene Zielgruppe. Wer ausschließlich durch die Stadt fährt, braucht den elektrischen Allradantrieb vermutlich nicht. Wer dagegen regelmäßig im Mittelgebirge unterwegs ist, im Winter auf verschneiten Straßen fährt, Outdoor-Hobbys nachgeht oder tatsächlich einmal schlechte Wege, matschige Zufahrten und lose Untergründe bewältigen muss, bekommt mit dem 4xe einen interessanten technischen Ansatz.

Dabei bleibt der Avenger kompakt genug, um im Alltag problemlos als normales Fahrzeug genutzt zu werden. Genau diese Kombination unterscheidet ihn von größeren klassischen Geländewagen.

Ist der Jeep Avenger 4xe ein echter Jeep?

Diese Frage drängt sich bei einem 4,11 Meter langen SUV mit einem 1,2-Liter-Dreizylinder geradezu auf. Nach dem Offroad-Test fällt die Antwort deutlich positiver aus, als es die technischen Eckdaten zunächst vermuten lassen.

Der Avenger 4xe hat auf losem Untergrund bewiesen, dass sein Allradantrieb tatsächlich funktioniert. Steigungen, Gefälle, Sand und Matsch brachten das System nicht aus dem Konzept. Die elektrische Hinterachse liefert Traktion genau dort, wo sie benötigt wird. Bodenfreiheit und kurze Überhänge erledigen den Rest. Gleichzeitig bleibt der kleine Jeep auf der Straße angenehm unkompliziert. Das Fahrwerk trifft einen überzeugenden Kompromiss zwischen Straffheit und Komfort, die 145 PS reichen für den Alltag aus und das modernisierte Interieur wirkt deutlich wertiger als zuvor.

Die Modellpflege hat deshalb genau an den richtigen Stellen angesetzt. Bessere Materialien, Matrix-LED-Licht, das neue Kamerasystem und die bekannten kompakten Abmessungen machen aus dem Avenger ein reiferes Auto.

Der spannendste Punkt bleibt aber der 4xe-Antrieb. Der Avenger versucht nicht, mit maximaler Motorleistung zu beeindrucken. Stattdessen nutzt er Elektrifizierung, um einen echten funktionalen Vorteil zu schaffen: einen kompakten Allradantrieb.

Und genau darin steckt vielleicht der interessanteste Ansatz des gesamten Fahrzeugs. Der Wunsch nach einer rein elektrischen Avenger-Variante mit zusätzlichem Elektromotor an der Hinterachse liegt nach diesem Test allerdings ziemlich nahe. Denn die elektrische Version existiert bereits, der 4xe zeigt gleichzeitig, wie überzeugend der kleine Jeep mit Allradantrieb funktioniert.

Die Kombination aus beidem wäre womöglich genau der Avenger, der das Konzept am konsequentesten zu Ende denkt.

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