Es gibt Autos, bei denen steht unser Urteil nach den ersten Kilometern ziemlich schnell fest, und dann gibt es Fahrzeuge wie den neuen Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, bei dem wir nach zwei Wochen intensiver Nutzung immer noch zwischen Begeisterung und Kopfschütteln schwanken. Das Bemerkenswerte daran ist allerdings, dass diese Unentschlossenheit nicht daher kommt, dass der Outlander ein mittelmäßiges Auto wäre. Im Gegenteil. Er ist komfortabel, ausgesprochen leise, kräftig motorisiert, hochwertig verarbeitet, geräumig und besitzt einen Plug-in-Hybrid-Antrieb, der im Alltag durchaus sinnvoll eingesetzt werden kann. Gleichzeitig leistet sich Mitsubishi ausgerechnet bei der Ladetechnik Entscheidungen, die bei einem elektrifizierten Fahrzeug im Jahr 2026 nur schwer nachvollziehbar sind. Der Outlander vereint damit nicht einfach Verbrenner und Elektroantrieb, sondern auf beinahe schon faszinierende Weise auch moderne Fahrzeugtechnik und elektrisches Gestern in einem Auto. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick.
Wie selbstbewusst darf ein Mitsubishi Outlander eigentlich auftreten?
Zurückhaltung gehört beim neuen Outlander definitiv nicht zur Stellenbeschreibung. Die Front wirkt breit, aufrecht und massiv, ohne dabei in eine übertriebene Aggressivität abzurutschen. Gerade diese fast amerikanisch anmutende Präsenz passt erstaunlich gut zum Charakter des großen SUV. LED-Scheinwerfer, markant gezeichnetes Tagfahrlicht, die kräftig modellierte Front und die üppigen Proportionen lassen keinen Zweifel daran, dass der Outlander gesehen werden möchte. In der Seitenansicht setzen sich die klaren SUV-Proportionen fort, ergänzt um klassische Radhausverkleidungen, eine silberfarbene Dachreling, Chromdetails entlang der Fensterlinie und in unserem Testfahrzeug stattliche Räder im Format 255/45 R20.
Auch das Heck bleibt vergleichsweise sachlich, mit Dachkantenspoiler, großem Mitsubishi-Logo, Outlander-Schriftzug und eher zurückhaltend gestalteter unterer Abschlusskante. Uns gefällt dabei insbesondere, dass Mitsubishi nicht versucht hat, den Outlander optisch zwanghaft futuristisch erscheinen zu lassen. Er sieht nach SUV aus, er steht satt auf der Straße und er besitzt eine gewisse zeitlose Eleganz, die vermutlich auch in einigen Jahren noch funktioniert.
Die stattliche Erscheinung kommt dabei nicht nur durch das Design zustande, denn der Outlander ist tatsächlich ein großes Auto. Mit 4,72 Metern Länge, 1,86 Metern Breite ohne Außenspiegel und knapp 1,75 Metern Höhe bewegt er sich klar im Bereich der ausgewachsenen Familien-SUV. Mit ausgeklappten Außenspiegeln wächst die Breite auf 2,14 Meter, was spätestens im Parkhaus durchaus eine relevante Information ist. Der Radstand beträgt 2,70 Meter, der Wendekreis liegt bei 11 Metern und erwies sich in unserem Praxistest angesichts der Außenabmessungen als angenehm handlich. Abhängig von der Ausstattung stehen außerdem 195 bis 199 Millimeter Bodenfreiheit zur Verfügung, womit der Mitsubishi zumindest mehr SUV kann als Fahrzeuge, die sich ihre Abenteuerlust hauptsächlich über schwarze Kunststoffblenden erarbeiten.
Wie funktioniert der Plug-in-Hybrid mit seinen drei Motoren?
Technisch betreibt Mitsubishi beim Outlander erheblichen Aufwand. Unter der Motorhaube arbeitet ein 2,4-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 2.360 Kubikzentimetern Hubraum, 100 kW beziehungsweise 136 PS und einem maximalen Drehmoment von 203 Newtonmetern. Damit ist die Geschichte allerdings noch lange nicht erzählt, denn an der Vorderachse sitzt zusätzlich ein permanenterregter Synchronmotor mit 85 kW beziehungsweise 116 PS und 255 Newtonmetern, während an der Hinterachse ein weiterer Elektromotor mit 100 kW beziehungsweise 136 PS und 195 Newtonmetern arbeitet.
Die maximale Systemleistung des kompletten Antriebs beträgt 225 kW beziehungsweise 306 PS. Dass sich die Einzelleistungen der drei Motoren nicht einfach addieren lassen, liegt daran, dass Verbrennungsmotor, Batterie, Leistungselektronik und Elektromotoren ihre jeweilige Maximalleistung nicht zwangsläufig gleichzeitig und unter identischen Bedingungen bereitstellen können. Entscheidend ist deshalb die von Mitsubishi freigegebene Systemleistung.
Interessant ist vor allem das Allradkonzept. Der vordere Elektromotor treibt die Vorderachse an, der hintere Elektromotor die Hinterachse, eine klassische mechanische Kardanwelle zwischen beiden Achsen ist deshalb nicht erforderlich. Mitsubishi fasst die Regelung dieses elektrifizierten Allradantriebs unter dem bekannten Super All Wheel Control zusammen.
Für den Fahrer bedeutet das in erster Linie, dass die Antriebskraft sehr schnell zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt werden kann und der Outlander auch bei schlechten Fahrbahnbedingungen oder auf losem Untergrund seine Leistung kontrolliert auf die Straße bringen soll. Verschiedene Fahrprogramme erlauben darüber hinaus eine Anpassung an unterschiedliche Einsatzbedingungen, während ein Power-Modus die komplette Systemleistung stärker in den Vordergrund rückt.
Und 306 PS sind bei diesem Auto keineswegs nur eine dekorative Zahl für die technischen Daten. Mitsubishi nennt 7,9 Sekunden für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h, in unserem GPS-gestützten Beschleunigungstest lag der Outlander sogar knapp unter der Werksangabe. Das Entscheidende ist allerdings weniger die nackte Zahl als die Art der Leistungsentfaltung. Gerade die beiden Elektromotoren sorgen aus niedrigen Geschwindigkeiten heraus für spontanen Schub, weshalb Überholmanöver oder das Einfädeln auf eine Schnellstraße angenehm souverän funktionieren.
Rein elektrisch sind etwa 135 km/h möglich, im Hybridbetrieb liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 170 km/h. Damit wird der Outlander sicher nicht zum Autobahnjäger, doch genau das möchte dieses Auto auch gar nicht sein. Es ist ein kräftiger Cruiser und kein zwei Tonnen schwerer Ersatz für einen Sportwagen.
Wie weit fährt der Outlander wirklich elektrisch?
Die Energie für die Elektromotoren stammt aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit 22,7 kWh Kapazität und einer Betriebsspannung von 355 Volt. Mitsubishi nennt je nach Ausstattung 83 bis 85 Kilometer elektrische Reichweite, im Stadtzyklus sollen sogar 102 bis 103 Kilometer möglich sein. Für einen Plug-in-Hybrid ist das grundsätzlich eine ordentliche Batteriegröße und eine Reichweite, mit der sich viele tägliche Arbeitswege tatsächlich vollständig elektrisch erledigen lassen. Plug-in-Hybrid bedeutet dabei, dass der Akku nicht nur während der Fahrt über Rekuperation oder den Verbrennungsmotor Energie bekommt, sondern extern an einer Steckdose oder Ladestation geladen werden kann. Genau dieses regelmäßige externe Laden ist entscheidend, denn ohne Strom aus der Steckdose wird aus einem Plug-in-Hybrid schnell ein schweres Hybridfahrzeug, das einen großen Akku spazieren fährt, ohne dessen Vorteile konsequent zu nutzen.
Im Alltag haben wir festgestellt, dass die elektrische Reichweite stark davon abhängt, wie intensiv die durchaus kräftigen Elektromotoren genutzt werden. Mit einem ruhigen Stromfuß erscheinen Werte in Richtung der WLTP-Angabe erreichbar, bei flotterer Fahrweise bewegten wir uns eher im Bereich von ungefähr 60 bis 70 Kilometern. Das ist kein ungewöhnliches Verhalten, denn hohe Geschwindigkeiten, starke Beschleunigungen, Klimatisierung und das hohe Fahrzeuggewicht erhöhen zwangsläufig den Energiebedarf. Gleichzeitig zeigt gerade diese elektrische Leistungsfähigkeit, wie gut das Grundkonzept funktioniert. Der Outlander fährt angenehm souverän elektrisch und vermittelt dabei tatsächlich den Eindruck, dass aus dieser technischen Basis mit größerer Batterie auch ein ausgesprochen interessantes batterieelektrisches SUV entstehen könnte.
Warum ist ausgerechnet das Laden die größte Schwäche?
Bis zu diesem Punkt könnte die Geschichte des Outlander ziemlich harmonisch verlaufen. Leider kommt nun die Ladeklappe und mit ihr ein technischer Kulturschock. Schon die Klappe selbst hinterließ bei unserem Testfahrzeug keinen besonders hochwertigen Eindruck und ließ sich zudem nicht unter allen Betriebsbedingungen so öffnen, wie wir es intuitiv erwartet hätten. Das eigentliche Problem liegt jedoch dahinter. Beim AC-Laden setzt Mitsubishi auf eine einphasige Lösung. In unserem Test waren trotz entsprechend konfigurierter Wallbox maximal ungefähr 3,2 kW möglich. Für eine komplette Ladung benötigten wir dadurch rund sieben Stunden und 19 Minuten. Mitsubishi nennt bei 230 Volt und 10 Ampere ungefähr zehn Stunden und bei 230 Volt und 16 Ampere rund sechseinhalb Stunden. Wer den Outlander abends anschließt und erst am nächsten Morgen wieder benötigt, dürfte damit leben können. Wer tagsüber innerhalb weniger Stunden möglichst viel elektrische Reichweite nachladen möchte, wird sich dagegen schnell fragen, weshalb hier kein zeitgemäßer dreiphasiger Onboard-Lader verbaut wurde.
Noch erstaunlicher wird es beim Gleichstrom-Schnellladen. Mitsubishi setzt beim europäischen Outlander weiterhin auf CHAdeMO statt auf CCS. CHAdeMO war insbesondere bei frühen japanischen Elektrofahrzeugen lange ein verbreiteter Gleichstrom-Ladestandard, während sich in Europa inzwischen CCS als dominierender Anschluss für DC-Schnellladen durchgesetzt hat. Der Outlander kann per CHAdeMO schnellladen, Mitsubishi nennt ungefähr 32 Minuten bis 80 Prozent Ladezustand, doch die praktische Frage lautet inzwischen schlicht, wo eine passende CHAdeMO-Ladesäule steht. Genau darin liegt unser größtes Problem mit diesem ansonsten modernen Plug-in-Hybrid. Ein Auto des Modelljahres 2026 mit einer relevanten elektrischen Reichweite bekommt einen Schnellladeanschluss, dessen Infrastruktur hierzulande zunehmend an Bedeutung verliert. Im Test entstand deshalb der sehr merkwürdige Eindruck, dass Mitsubishi beim Fahrzeug selbst in der Gegenwart angekommen ist, beim Ladestecker jedoch einen Blick in das eigene Technikmuseum geworfen hat.
Wir hätten uns an dieser Stelle einen dreiphasigen AC-Lader mit höherer Leistung und beim DC-Laden einen CCS-Anschluss gewünscht. Gerade weil der Outlander elektrisch so angenehm fährt, ist diese Entscheidung doppelt schade. Ein guter Plug-in-Hybrid soll dazu motivieren, möglichst häufig zu laden. Wenn ein leerer Akku dagegen viele Stunden an der Wallbox benötigt und bei der Schnellladesäule zunächst die Suche nach einem passenden Anschluss beginnt, arbeitet die Ladetechnik gegen die eigentliche Idee des Fahrzeugs. Für Besitzer mit eigener Wallbox, die das Fahrzeug ohnehin jede Nacht mehrere Stunden abstellen, relativiert sich das Problem deutlich. Für Fahrer ohne zuverlässige private Lademöglichkeit ist es dagegen ein Punkt, der vor dem Kauf unbedingt bedacht werden sollte.
Wie praktisch ist ein über zwei Tonnen schwerer Plug-in-Hybrid?
Die aufwendige Technik bleibt beim Gewicht selbstverständlich nicht ohne Folgen. Je nach Ausstattung bringt der Outlander ungefähr 2.156 bis 2.232 Kilogramm auf die Waage, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 2.685 Kilogramm. Daraus ergibt sich je nach Variante eine Zuladung von ungefähr 528 bis 604 Kilogramm einschließlich des mit 75 Kilogramm angesetzten Fahrers. Das ist für einen großen Plug-in-Hybrid mit elektrischem Allradantrieb ordentlich und zeigt gleichzeitig, warum bei modernen elektrifizierten Fahrzeugen das Leergewicht allein nicht die ganze Geschichte erzählt. Batterie, zwei Elektromotoren, Verbrennungsmotor, Tank, Leistungselektronik und die notwendige Kühltechnik müssen schließlich gemeinsam mitfahren.
Erfreulich ist, dass der technische Aufwand den praktischen Nutzen nicht ruiniert. Der Outlander bietet fünf Sitzplätze und ein Kofferraumvolumen von mindestens 498 Litern. Werden die Rücksitze umgelegt, stehen maximal 1.404 Liter zur Verfügung. Hinzu kommt ein Unterbodenbereich, in dem beispielsweise Ladekabel verstaut werden können. Die Kofferraumverkleidung besteht nicht überall aus feinstem Wohnzimmermaterial und an einigen Stellen begegnet uns harter Kunststoff, doch in einem Gepäckabteil ist das zumindest funktional nachvollziehbar. Weniger überzeugend fanden wir die Lösung rund um die umklappbare Mittelarmlehne und die daraus entstehende Öffnung zum Gepäckraum, denn kleinere Gegenstände sollten bei einer Vollbremsung selbstverständlich nicht ungehindert in Richtung Fahrgastraum gelangen können.
Praktisch bleibt dagegen die verstellbare Lehnenneigung der Rückbank, mit der sich je nach Bedarf mehr Komfort oder etwas mehr Gepäckraum schaffen lässt.
Auch für Zugaufgaben ist der Outlander brauchbar aufgestellt. Ungebremste Anhänger dürfen bis zu 750 Kilogramm wiegen, gebremst sind bei 12 Prozent Steigung bis zu 1.600 Kilogramm zulässig. Die maximale Stützlast beträgt 80 Kilogramm, ebenfalls 80 Kilogramm dürfen auf das Dach. Gerade die Stützlast ist für den Alltag wichtiger, als der Begriff zunächst vermuten lässt, denn nicht nur ein Anhänger belastet die Kupplung nach unten, sondern auch ein Fahrradträger samt Fahrrädern. Dessen Eigengewicht muss deshalb in die maximal zulässige Stützlast eingerechnet werden. Gleiches gilt auf dem Dach für Dachträger und Dachbox, die Teil der maximalen Dachlast sind.
Mitsubishi Outlander PHEV Test Video
Ist der Innenraum japanisch konservativ oder einfach angenehm normal?
Im Cockpit macht der Outlander etwas, das inzwischen fast schon als mutig gelten kann: Er besitzt Tasten. Richtige Tasten. Sogar Drehregler. Und nach zahlreichen Fahrzeugen, bei denen für die Änderung der Innenraumtemperatur erst ein digitales Untermenü konsultiert werden muss, fühlt sich das beinahe revolutionär an. Mitsubishi kombiniert ein digitales Fahrerinformationsdisplay mit einem Head-up-Display und einem zentralen Infotainment-Bildschirm, verzichtet aber darauf, jede einzelne Fahrzeugfunktion in den Touchscreen zu verbannen. Die grundlegende Klimabedienung besitzt physische Bedienelemente, am Lenkrad gibt es haptische Tasten und auch die Lautstärke lässt sich klassisch regeln. Das ist vielleicht weniger spektakulär als eine Bildschirmwand quer über das Armaturenbrett, funktioniert im Alltag aber hervorragend und reduziert die Ablenkung. Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls an Bord, wodurch das nicht in jeder Hinsicht hochmoderne Mitsubishi-Infotainment ohnehin an Bedeutung verliert.
Vor allem in der hochwertig ausgestatteten Variante zeigt Mitsubishi außerdem, dass japanische Sachlichkeit keinesfalls Verzicht bedeuten muss. Leder, weich unterschäumte Oberflächen, ein angenehmes Lenkrad, Sitzheizung, Sitzbelüftung, Lenkradheizung, eine Mehrzonen-Klimaautomatik, USB-C-Anschlüsse, induktives Laden des Smartphones und zahlreiche Ablagen schaffen ein ausgesprochen angenehmes Reiseumfeld. Hinzu kommen je nach Ausstattung ein digitales Innenspiegel-System, ein großes Panorama-Glasschiebedach samt vollständiger Verschattung und eine Massagefunktion für die Vordersitze. Die Massage gehört zwar nicht zu den kräftigsten Systemen, die wir bisher ausprobiert haben, aber sie ist vorhanden und auf einer langen Reise durchaus willkommen. Weniger willkommen ist der Einsatz von Klavierlack rund um häufig berührte Bereiche. Die hochglänzende Oberfläche sieht im Neuwagenzustand hübsch aus, sammelt Fingerabdrücke, Staub und feine Kratzer allerdings mit einer Zuverlässigkeit, bei der man sich fast eine serienmäßige Packung Mikrofasertücher im Handschuhfach wünschen würde.
Ein echtes Highlight unserer Ausstattung war das Yamaha-Soundsystem. Musik wird sauber und druckvoll wiedergegeben, Höhen, Mitten und Bass lassen sich sinnvoll abstimmen und zusammen mit der guten Geräuschdämmung entsteht ein Innenraum, in dem lange Strecken tatsächlich angenehm vergehen. Dazu passt auch die klassische Rundumsicht durch vergleichsweise großzügige Fensterflächen. Das ist ein Detail, das bei modernen SUV mit immer kleineren Glasflächen und immer breiteren Säulen keineswegs selbstverständlich geworden ist.
Auch die Passagiere im Fond werden nicht als notwendiges Übel behandelt. Die Rückbank ist bequem, bietet vernünftige Beinfreiheit und eine verstellbare Lehnenneigung. Dazu kommen Sitzheizung an den äußeren Plätzen, USB-C-Anschlüsse, eine 230-Volt-Steckdose und eigene Einstellmöglichkeiten für die Klimatisierung. Besonders praktisch sind die integrierten Sonnenrollos in den hinteren Türen. Genau solche unspektakulären Lösungen prägen unseren Gesamteindruck des Outlander stärker als irgendeine animierte Startsequenz auf einem Display. Mitsubishi baut hier ein Auto zum Benutzen und nicht primär ein rollendes Technik-Schaufenster.
Kann der Outlander auch abseits des Datenblatts überzeugen?
Schon auf den ersten Metern wird deutlich, wo die eigentliche Stärke dieses Mitsubishi liegt. Das Fahrwerk trifft einen ausgesprochen angenehmen Kompromiss. Es ist straff genug, um das große und schwere SUV in Kurven kontrolliert zu halten, gleichzeitig werden Bodenwellen und schlechte Fahrbahnoberflächen so sauber weggefiltert, dass der Outlander auch auf längeren Strecken nicht anstrengend wird. Die Lenkung arbeitet direkt genug, ohne unnötig nervös zu wirken, die Sitze unterstützen diesen komfortorientierten Charakter und selbst auf kurvigeren Landstraßen fühlt sich das Auto erstaunlich leichtfüßig an. Natürlich verschwindet die Physik von mehr als zwei Tonnen nicht einfach, und ein Kurvenräuber wird aus dem Outlander nicht. Er versucht aber auch gar nicht erst, einer zu sein. Er ist ein souveräner, ruhiger Cruiser und genau darin ausgesprochen gut.
Bemerkenswert ist außerdem die Geräuschdämmung. Bei unserer Messung standen bei 50 km/h lediglich ungefähr 54 bis 55 dB auf dem Messgerät, bei 70 km/h waren es etwa 57 bis 58 dB und bei 100 km/h rund 61 bis 62 dB. Solche Werte passen hervorragend zum Charakter des Outlander, weil sie den hohen Reisekomfort nicht nur subjektiv, sondern zumindest in unserem Vergleichstest auch messbar unterstützen. Auch der Verbrennungsmotor bleibt im Hybridbetrieb angenehm im Hintergrund und fiel selbst auf längeren Strecken mit weitgehend entladener Batterie nicht unangenehm durch Dröhnen oder hohe Drehzahlen auf.
Wie sparsam ist der Plug-in-Hybrid im echten Alltag?
Plug-in-Hybrid-Verbräuche sind komplizierter zu bewerten als die Werte eines reinen Benziners oder Elektroautos, weil zwei Energiequellen berücksichtigt werden müssen. Nur den Benzinverbrauch zu nennen und den zusätzlich geladenen Strom zu verschweigen wäre ebenso wenig sinnvoll wie ausschließlich auf den Stromverbrauch zu schauen. In unserem Test standen nach 252,5 Kilometern seit dem letzten Tanken 23,2 kWh Stromverbrauch je 100 Kilometer und gleichzeitig 2,5 Liter Benzin je 100 Kilometer im Bordcomputer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 56 km/h und die Strecke bestand überwiegend aus Landstraßenfahrten. Diese Zahlen zeigen vor allem eines: Wird die Batterie regelmäßig geladen und der elektrische Anteil konsequent genutzt, kann der Outlander einen großen Teil seiner Alltagskilometer mit vergleichsweise wenig Kraftstoff bewältigen.
Genau darin liegt weiterhin die Existenzberechtigung eines guten Plug-in-Hybrids. Auf kurzen und mittleren Alltagswegen fährt er überwiegend elektrisch, auf langen Strecken steht zusätzlich der Benziner zur Verfügung, wodurch keine Ladepause notwendig wird, wenn sie zeitlich oder infrastrukturell gerade nicht in den Tagesablauf passt. Allerdings funktioniert dieses Konzept nur dann wirklich gut, wenn geladen wird. Wer einen Plug-in-Hybrid überwiegend mit leerem Akku bewegt, trägt das Gewicht der Batterie mit sich herum und verschenkt einen großen Teil des technischen Potenzials. Beim Outlander ist diese Erkenntnis besonders bitter, weil das Auto elektrisch ausgesprochen angenehm fährt, Mitsubishi das regelmäßige Nachladen mit der schwachen AC-Ladeleistung aber unnötig unattraktiv macht.
Mitsubishi Outlander PHEV Fotos
















Wo liegen die größten Probleme bei den Assistenzsystemen?
Während Fahrwerk und Antrieb ausgesprochen harmonisch wirken, fällt die Assistenztechnik deutlich ab. Besonders die Fahrerüberwachung und die Geschwindigkeitswarnung können im Alltag schnell an den Nerven ziehen. Natürlich sind bestimmte Warnfunktionen aufgrund europäischer Vorschriften inzwischen vorgeschrieben, entscheidend ist allerdings, wie komfortabel ein Hersteller die Bedienung gestaltet. Beim Outlander mussten wir uns durch Menüs im Fahrerinformationsdisplay arbeiten, um bestimmte Warnungen anzupassen beziehungsweise die Fahrerüberwachung zu deaktivieren. Gerade wenn solche Einstellungen nach einem Neustart erneut erforderlich werden, entsteht aus einem Sicherheitsfeature schnell eine tägliche Fingerübung. Eine zentrale und schnell erreichbare Bedienmöglichkeit wäre hier deutlich angenehmer.
Noch deutlicher zeigte sich der Rückstand beim aktiven Spurführungsassistenten und bei der Übernahme erkannter Geschwindigkeitsbegrenzungen. Auf geraden Strecken funktionierte die Spurführung ordentlich, in engeren Kurven hielt das System den Outlander jedoch nicht mit der Souveränität in der Spurmitte, die wir 2026 inzwischen von zahlreichen anderen Fahrzeugen kennen. Auch erkannte Geschwindigkeitsänderungen wurden teilweise so spät umgesetzt, dass wir manuell eingreifen mussten, um rechtzeitig auf die neue Begrenzung zu verzögern. Das heißt nicht, dass der Outlander unsicher wäre. Es bedeutet lediglich, dass die elektronische Unterstützung nicht auf dem Niveau liegt, das inzwischen selbst deutlich günstigere Fahrzeuge erreichen. Wer gerne selbst fährt, wird darüber leichter hinwegsehen. Wer auf langen Strecken möglichst viel Assistenz erwartet, dürfte diesen Punkt wesentlich kritischer bewerten.
Ist der Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid seinen Preis wert?
Im Test wurde für den Outlander ein Einstiegspreis von 39.900 Euro genannt, unsere umfangreich ausgestattete Topvariante inklusive entsprechender Außenfarbe bewegte sich bei rund 57.000 Euro. Das ist viel Geld, gleichzeitig bietet Mitsubishi in dieser Konfiguration ein großes, sehr gut ausgestattetes SUV mit 306 PS Systemleistung, elektrischem Allradantrieb, großer Plug-in-Hybrid-Batterie, hochwertigem Innenraum und einem hohen Komfortniveau. Gerade ältere Outlander-Kunden dürften beim Preis trotzdem schlucken, denn der Mitsubishi ist längst kein günstiger Geheimtipp mehr. Im direkten Verhältnis zu Ausstattung, Größe und Antrieb empfanden wir das Preis-Leistungs-Verhältnis jedoch als nachvollziehbar.
Und dann gibt es noch einen Punkt, der in technischen Vergleichstabellen praktisch nie auftaucht. Mitsubishi ist kein Hersteller, der gerade erst ausprobieren muss, wie das Geschäft mit Autos eigentlich funktioniert. Es existiert ein Händler- und Servicenetz, Ansprechpartner vor Ort sind verfügbar und der Outlander stammt aus einer Modellfamilie, die schon seit vielen Jahren auf dem Markt vertreten ist.
Gerade in einer Zeit, in der neue Hersteller mit beeindruckenden Datenblättern und gigantischen Displays auf den Markt drängen, bleibt die Frage nach Ersatzteilen, Werkstattversorgung, Software-Support und langfristiger Betreuung durchaus relevant. Technischer Fortschritt ist wichtig, aber ein 50.000-Euro-Auto sollte im Idealfall eben auch noch jemanden interessieren, wenn die erste Leasingrate längst vergessen ist. Genau hier besitzt ein etablierter Hersteller wie Mitsubishi einen Vorteil, der sich nicht in Kilowatt oder Bildschirmdiagonalen messen lässt.
Würden wir den Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid kaufen?
Genau an diesem Punkt landen wir wieder bei unserer anfänglichen Zerrissenheit. Wir mögen diesen Outlander ausgesprochen gerne. Seine Optik besitzt Charakter, das Platzangebot ist gut, die Verarbeitung überzeugt weitgehend, die Sitze sind hervorragend, das Fahrwerk gehört zu den großen Stärken des Autos und der elektrifizierte Allradantrieb bietet mehr Leistung, als ein komfortorientiertes Familien-SUV im Alltag eigentlich benötigt. Der Outlander fährt ruhig, souverän und angenehm unaufgeregt. Er versucht nicht, seine Insassen bei jedem Start mit einer digitalen Lightshow davon zu überzeugen, wie modern er ist. Stattdessen funktioniert vieles einfach so, wie es funktionieren sollte.
Und dann öffnet sich die Ladeklappe.
Die einphasige AC-Ladung mit den von uns beobachteten rund 3,2 kW ist für einen Plug-in-Hybrid mit 22,7-kWh-Batterie schwer nachvollziehbar. CHAdeMO als Schnellladeanschluss auf dem europäischen Markt im Jahr 2026 ist für uns noch problematischer. Dazu kommen Assistenzsysteme, die bei Spurführung und Geschwindigkeitsanpassung nicht den aktuellen Klassenstandard erreichen. Das sind keine erfundenen Kritikpunkte, die wir suchen mussten, um einem guten Auto unbedingt etwas Negatives anzuhängen. Es sind echte Schwächen, die im Alltag je nach Nutzungsprofil erheblich stören können.
Trotzdem kippt unser Urteil am Ende knapp auf die positive Seite. Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob der Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid perfekt ist. Das ist er eindeutig nicht. Entscheidend ist, ob seine Schwächen die zahlreichen Stärken überlagern. Für uns tun sie das nicht. Wer zu Hause über Nacht laden kann, mit der langen AC-Ladezeit leben kann und keinen großen Wert auf die modernsten teilautomatisierten Fahrfunktionen legt, bekommt einen ausgesprochen komfortablen, kräftigen, geräumigen und sympathisch unaufgeregten Reisebegleiter. Genau deshalb würden wir trotz unserer Kritik nicht vor dem Outlander davonlaufen. Wir würden beim Händler vermutlich noch einmal kurz auf die Ladeklappe schauen, leise über CHAdeMO schimpfen und dann wahrscheinlich trotzdem über den Kaufvertrag nachdenken.
Das ist vielleicht sogar das größte Kompliment, das wir diesem Auto machen können.





















