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2026 XPENG L03 – fast Vollausstattung ab 35.990 €?

XPENG L03 - Vorstellung, technische Daten, Sitzprobe und erste Kritik!

XPENG hat den P7+, den G6, den G9, den X9 und was folgt darauf? Klar, ein XPENG L03 – ist doch logisch! Doch dieses Fahrzeug hat das Zeug ein großer Erfolg zu werden, warum? Das erfahrt ihr nicht nur in diesem Artikel, sondern vor allem auch in dem Video von der Premieren-Veranstaltung, welches Olli euch hochgeladen hat, hier in unserem Online-Magazin versuchen wir darüber hinaus euch noch mehr Informationen mitzuteilen, die es in der Kürze der Würze es nicht in das Video geschafft haben.

Mit dem XPENG L03 erweitert der chinesische Hersteller sein deutsches Modellprogramm nach unten. Wobei „nach unten“ relativ ist, denn mit 4,65 Metern Länge, bis zu 388 PS, maximal 520 Kilometern WLTP-Reichweite und einer umfangreichen Serienausstattung ist der Neue weder besonders klein noch technisch bescheiden. Interessant ist vor allem die neue Antriebsstrategie: Neben drei rein elektrischen Varianten und einer besonders umfangreich ausgestatteten Ultra-Version soll der XPENG L03 auch als Elektroauto mit Range Extender angeboten werden.

Der Online-Konfigurator ist bereits freigeschaltet, Bestellungen sollen bei den teilnehmenden XPENG-Vertragspartnern möglich sein. Die ersten Auslieferungen in Deutschland sind für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Der Einstiegspreis liegt bei 35.600 Euro.

Ist der XPENG L03 wirklich ein kompaktes SUV-Coupé?

XPENG bezeichnet den L03 als kompaktes SUV-Coupé und als neues Einstiegsmodell der Marke. Mit einer Länge von 4,65 Metern, einer Breite von 1,92 Metern und einer Höhe von 1,60 Metern ist er allerdings nur innerhalb der XPENG-Modellfamilie kompakt. Für enge Parkhäuser und ältere Innenstadt-Parkplätze bleibt eine Fahrzeugbreite von 1,92 Metern eine Ansage.

Der Radstand fällt mit 2,85 Metern großzügig aus. Er dürfte vor allem den Passagieren in der zweiten Sitzreihe zugutekommen. Gleichzeitig soll ein Wendekreis von 10,5 Metern dafür sorgen, dass sich der XPENG L03 in der Stadt dennoch vergleichsweise handlich bewegen lässt. Die Bodenfreiheit beträgt beladen 143 Millimeter. Ein Geländewagen wird aus dem SUV-Coupé damit nicht, für Bordsteinkanten, schlechte Zufahrten und den üblichen Alltag sollte der Wert aber ausreichen.

Optisch kombiniert XPENG eine flach auslaufende Dachlinie mit ausgestellten Radhäusern, einer großen Heckscheibe und SUV-typischen Karosserieelementen. Vorn fallen die bumerangförmigen Leuchten auf, hinten zieht sich ein Lichtband unterhalb der laut Hersteller 1,10 Quadratmeter großen Heckscheibe über das Fahrzeug.

Serienmäßig rollt der XPENG L03 auf aerodynamisch optimierten 18-Zoll-Leichtmetallrädern. Nur die Performance Ultra-Version erhält 20-Zoll-Räder und gelbe Abdeckungen für die Bremssättel. Zur Auswahl stehen Arctic White sowie die kostenpflichtigen Lackierungen Midnight Black, Rock Gray, Silver Frost und Phantom Purple. Allerdings sind nicht alle Farben mit jeder Ausführung kombinierbar.

Welche Elektroantriebe bietet der XPENG L03?

XPENG führt mit dem L03 eine breiter aufgestellte Antriebspalette ein. Zur Wahl stehen zwei Batteriegrößen, Heckantrieb und Allradantrieb. Alle rein elektrischen Modelle nutzen LFP-Zellen. Lithium-Eisenphosphat-Akkus gelten als thermisch robust und kommen ohne Nickel und Kobalt in der Kathode aus. Dafür ist ihre Energiedichte in der Regel niedriger als bei klassischen NMC-Akkus.

Den Einstieg bildet der XPENG L03 RWD Standard Range. Er kostet ab 35.600 Euro und kombiniert eine 58,3 kWh große Brutto-Batterie mit einem 180 kW starken Elektromotor an der Hinterachse. Das entspricht 245 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 264 Newtonmeter.

Der Standard Range beschleunigt in 7,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht maximal 180 km/h. Die vorläufige WLTP-Reichweite liegt bei 445 Kilometern. XPENG nennt einen kombinierten Stromverbrauch von 15,3 kWh je 100 Kilometer.

Darüber rangiert der XPENG L03 RWD Long Range für 38.600 Euro. Er besitzt ebenfalls Heckantrieb, 180 kW und 264 Newtonmeter, nutzt aber eine 71,2 kWh große Batterie. Dadurch steigt die vorläufige Reichweite auf bis zu 520 Kilometer.

Interessanterweise beschleunigt der Long Range trotz des höheren Leergewichts schneller als der Standard Range. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h nennt XPENG 6,6 Sekunden. Der WLTP-Verbrauch soll bei 16,0 kWh je 100 Kilometer liegen. Mehr Leistung bieten die beiden Allradmodelle. Der XPENG L03 AWD Performance kostet mindestens 41.600 Euro. Zwei Elektromotoren liefern zusammen 285 kW beziehungsweise 388 PS und ein maximales Drehmoment von 431 Newtonmetern. Damit geht es in 4,5 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 180 km/h begrenzt.

Die Batterie fasst ebenfalls 71,2 kWh. Wegen der höheren Leistung, des zusätzlichen Motors und des höheren Fahrzeuggewichts sinkt die vorläufige Reichweite auf 440 Kilometer. Der kombinierte Verbrauch steigt auf 18,4 kWh je 100 Kilometer.

Technisch identisch motorisiert ist der XPENG L03 AWD Performance Ultra. Er kostet ab 46.600 Euro, beschleunigt ebenfalls in 4,5 Sekunden auf 100 km/h und soll 440 Kilometer weit kommen. Der Aufpreis von 5.000 Euro gegenüber dem normalen Performance-Modell fließt somit nicht in zusätzliche Leistung, sondern vor allem in Ausstattung, Infotainment und Assistenztechnik.

XPENG L03 Fotos

Die Elektrovarianten des XPENG L03 im Überblick

VarianteLeistungBatterie bruttoReichweite0 bis 100 km/hPreis
RWD Standard Range180 kW / 245 PS58,3 kWhbis 445 km7,5 sab 35.600 Euro
RWD Long Range180 kW / 245 PS71,2 kWhbis 520 km6,6 sab 38.600 Euro
AWD Performance285 kW / 388 PS71,2 kWhbis 440 km4,5 sab 41.600 Euro
AWD Performance Ultra285 kW / 388 PS71,2 kWhbis 440 km4,5 sab 46.600 Euro

Alle Verbrauchs-, Reichweiten- und Homologationsangaben sind noch vorläufig. Die finalen Werte können sich im Typgenehmigungsverfahren verändern.

Wie schnell lädt der XPENG L03?

Anders als die größeren und technisch aufwendigeren XPENG-Modelle nutzt der L03 eine 400-Volt-Architektur. Das klingt zunächst weniger spektakulär als ein 800-Volt-System, muss im Alltag aber kein gravierender Nachteil sein. Entscheidend sind schließlich nicht nur die maximale Spannung und der kurzzeitig erreichbare Spitzenwert, sondern die gesamte Ladekurve.

Der Standard Range erreicht laut technischem Datenblatt eine maximale DC-Ladeleistung von 193 kW. Die drei Modelle mit 71,2-kWh-Batterie sollen mit bis zu 236 kW laden können. XPENG gibt für alle vier Varianten eine Ladezeit von 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent an. Für das kleinere Ladefenster von 20 auf 80 Prozent nennt der Hersteller 18 Minuten.

Das sind für ein Elektroauto mit 400-Volt-Technik starke Angaben. Ob die hohe Ladeleistung auch bei niedrigen Temperaturen oder mehreren aufeinanderfolgenden Schnellladevorgängen gehalten wird, muss ein Fahr- und Ladetest zeigen.

An einer Wechselstrom-Wallbox laden alle Varianten dreiphasig mit maximal 11 kW. Für den Standard Range nennt XPENG 6,8 Stunden von fünf auf 100 Prozent. Die Modelle mit größerer Batterie sollen dafür 8,3 Stunden benötigen.

Eine serienmäßige Wärmepumpe und ein intelligentes Thermomanagement sind in allen Ausführungen enthalten. Gleiches gilt für die Vehicle-to-Load-Funktion. Über V2L können externe Verbraucher aus der Hochvoltbatterie versorgt werden, beispielsweise E-Bikes, Werkzeuge oder Campingausrüstung.

Was kann der XPENG L03 mit Range Extender?

Neben den rein elektrischen Varianten plant XPENG einen L03 als Range Extender Electric Vehicle, kurz REEV. Bei diesem Konzept werden die Räder ausschließlich elektrisch angetrieben. Ein 1,5-Liter-Benziner besitzt keine direkte mechanische Verbindung zu den Rädern, sondern arbeitet als Generator.

Die LFP-Batterie des Range-Extender-Modells soll 37,25 kWh fassen. Rein elektrisch verspricht XPENG mehr als 200 Kilometer. Mit vollgeladenem Akku und vollem Kraftstofftank sollen insgesamt bis zu 1.000 Kilometer nach WLTP möglich sein.

Der Marktstart in Deutschland ist für den Herbst 2026 angekündigt. Der Preis soll ebenfalls bei 38.600 Euro beginnen. Verbrauchs-, Leistungs- und Ladeangaben fehlen bislang, da die Homologation noch nicht abgeschlossen ist.

Damit wird der Range Extender vor allem für Menschen interessant, die im Alltag überwiegend elektrisch fahren können, auf langen Strecken aber nicht ausschließlich von der Ladeinfrastruktur abhängig sein möchten. Gleichzeitig bleibt der Verbrennungsmotor samt Tank, Abgasanlage und Wartungsbedarf an Bord. Einfacher und leichter wird das Auto dadurch also nicht.

Auch bei der steuerlichen und förderrechtlichen Einordnung dürfte entscheidend sein, welche finalen Homologationswerte XPENG erreicht. Ein Range Extender ist technisch ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug, besitzt aber trotzdem einen Verbrennungsmotor und lokale Emissionen, sobald der Generator arbeitet.

Wie praktisch ist das SUV-Coupé?

Der reguläre Kofferraum fasst 367 Liter. Das ist angesichts von 4,65 Metern Außenlänge kein überragender Wert. Dafür kommt bei den beiden Hecktrieblern ein 89 Liter großer Frunk unter der vorderen Haube hinzu. Dort können Ladekabel, Adapter und weiteres Zubehör verstaut werden.

Bei den Allradmodellen schrumpft der Frunk wegen des zusätzlichen Frontmotors auf 44 Liter. Die Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis 40:20:40 umlegen und sollen eine weitgehend flache Ladefläche ermöglichen. Unter der Rücksitzbank befindet sich außerdem eine Schublade.

XPENG L03 Frunk & Kofferraum

XPENG verbaut zahlreiche praktische Details. Dazu gehören flexible Gepäckhaken, Verzurrösen, zwei Haken an der Heckklappe, magnetische Haltepunkte und mehrere Gewindeaufnahmen. Über diese Schnittstellen könnten Kameras, Halterungen, Ablagen oder Zubehör befestigt werden. Solche Lösungen sind im Alltag oft wertvoller als das nächste blinkende Untermenü im Infotainment.

Die Dachlast beträgt 75 Kilogramm. Außerdem dürfen alle Varianten ungebremste Anhänger mit bis zu 750 Kilogramm und gebremste Anhänger mit bis zu 1.500 Kilogramm ziehen. Das macht den XPENG L03 auch für Fahrradträger, kleinere Wohnwagen oder Transportanhänger interessant.

Eine Anhängerkupplung kostet 990 Euro. An dieser Stelle sind die Herstellerunterlagen allerdings nicht ganz eindeutig. In der Pressemitteilung ist von einer elektrisch schwenkbaren Anhängerkupplung die Rede, das technische Datenblatt führt dagegen eine manuelle Anhängerkupplung auf. Vor der Bestellung sollte XPENG klären, welche Ausführung tatsächlich geliefert wird.

Wie umfangreich ist die Serienausstattung?

XPENG verfolgt weiterhin eine relativ einfache Ausstattungspolitik. Schon die Basisversion bringt vieles serienmäßig mit, was bei anderen Herstellern über Pakete oder einzelne Optionen bestellt werden muss.

Dazu gehören elektrisch einstellbare Vordersitze mit Memory-Funktion, Sitzheizung, Sitzbelüftung und vierfach verstellbarer Lendenwirbelstütze. Auch das Lenkrad ist beheizbar. Die Ultra-Ausführung ergänzt eine Massagefunktion für die Vordersitze.

Ein großes Panoramaglasdach mit Wärmeschutzbeschichtung, eine elektrische Heckklappe, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Luftausströmer im Fond, eine Wärmepumpe und ein PM2.5-Filtersystem sind ebenfalls serienmäßig.

Für Smartphones gibt es eine belüftete induktive Ladeschale mit bis zu 50 Watt. Hinzu kommen zwei USB-C-Anschlüsse, ein USB-A-Anschluss sowie ein 12-Volt-Anschluss im Kofferraum. Das Ambiente lässt sich über eine Beleuchtung mit 256 Farben anpassen. Die Sitze sind mit Kunstleder bezogen, während Velours an den Säulen und am Dachhimmel für einen hochwertigeren Eindruck sorgen soll.

XPENG L03 Interieur Fotos

Braucht es wirklich drei Bildschirme?

Hinter dem Lenkrad sitzt ein 8,9 Zoll großes Fahrerdisplay. Der zentrale Touchscreen misst 15,6 Zoll. Zusätzlich projiziert ein 26,8 Zoll großes Head-up-Display Informationen in das Sichtfeld.

Damit sind es tatsächlich drei Anzeigeebenen. Die Formulierung „15,6-Zoll-HUD-Touchscreen“ aus der Pressemitteilung ist missverständlich. Das technische Datenblatt trennt klar zwischen dem zentralen 15,6-Zoll-Bildschirm und dem 26,8-Zoll-Head-up-Display.

Das Infotainmentsystem unterstützt Apple CarPlay, Android Auto und Google Play. Hinzu kommen ein XPENG-App-Store, DAB-Radio, Online-Navigation, Over-the-Air-Updates und eine deutschsprachige Vier-Zonen-Sprachsteuerung. Über „Hey XPENG“ sollen Funktionen aus unterschiedlichen Sitzbereichen bedient werden können.

Weitere Softwarefunktionen sind ein Haustiermodus, ein Meditationsmodus und eine Müdigkeitserkennung. Der digitale Fahrzeugschlüssel kann über Bluetooth auf dem Smartphone hinterlegt werden.

Die ersten drei Versionen erhalten ein Soundsystem mit neun regulären Lautsprechern und zwei zusätzlichen Lautsprechern in der Kopfstütze des Fahrers. Die Ultra-Version besitzt ein System mit insgesamt 18 Lautsprechern, eine stufenlose Klangfeldanpassung und eine aktive Unterdrückung von Fahrgeräuschen.

XPENG L03 Sitzprobe

Fährt der XPENG L03 Ultra wirklich autonom?

Nein. Trotz der offensiven Formulierungen rund um künstliche Intelligenz und automatisiertes Fahren bleibt auch der XPENG L03 Ultra ein Fahrzeug, dessen Fahrer jederzeit verantwortlich ist.

Im Ultra arbeiten zwei von XPENG entwickelte Turing-AI-Chips. Zusammen sollen sie eine Rechenleistung von bis zu 750 TOPS erreichen. TOPS steht für „Tera Operations per Second“ und beschreibt vereinfacht, wie viele Rechenoperationen ein System pro Sekunde ausführen kann.

Darauf baut das Assistenzsystem XNGP auf. XPENG spricht von einem Vision-Language-Action-Modell, das Kamerabilder und Verkehrssituationen analysieren und daraus passende Fahrzeugreaktionen ableiten soll. Eine europaweite gesetzliche Grundlage für bestimmte erweiterte Funktionen erwartet XPENG zum 1. Januar 2027.

Die Bezeichnung Level 2+ bedeutet jedoch nicht, dass der Fahrer schlafen, lesen oder sich dauerhaft vom Verkehr abwenden darf. Das System kann lenken, beschleunigen, bremsen und in bestimmten Situationen Spurwechsel unterstützen. Die Überwachungspflicht verbleibt beim Menschen.

Die normalen L03-Varianten verfügen ebenfalls über ein umfangreiches Assistenzpaket. Serienmäßig sind unter anderem adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurzentrierung, Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent, Totwinkelwarner, Querverkehrswarner vorn und hinten sowie ein Türöffnenwarner.

Auch ein automatischer Parkassistent, eine 360-Grad-Kamera, ferngesteuertes Vorwärts- und Rückwärtsfahren sowie ein Remote-Parkassistent per Smartphone gehören bereits zum Umfang. Die Ultra-Version ergänzt unter anderem einen aktiven Spurwechselassistenten, einen Rückfahrassistenten und das Parken in nicht markierten Flächen.

Wie unterscheiden sich Fahrwerk und Fahrleistungen?

Vorn setzt XPENG auf MacPherson-Federbeine, hinten auf eine Fünflenker-Mehrlenkerachse. Diese Konstruktion erlaubt grundsätzlich eine relativ präzise Führung der Hinterräder und bietet den Entwicklern viele Möglichkeiten, Komfort und Fahrdynamik aufeinander abzustimmen.

Ob daraus tatsächlich ein besonders agiles SUV-Coupé wird, lässt sich aus dem Datenblatt nicht ableiten. Mit Leergewichten von rund 1.870 bis 2.060 Kilogramm ist der XPENG L03 trotz LFP-Batterie kein Leichtgewicht.

Die Hecktriebler dürften mit ihren 245 PS bereits vollkommen ausreichend motorisiert sein. Besonders der Long Range wirkt auf dem Papier interessant. Er ist mit 6,6 Sekunden auf 100 km/h schnell genug, bietet die größte Reichweite und kostet lediglich 3.000 Euro mehr als das Basismodell.

Die Allradversionen liefern mit 388 PS und 4,5 Sekunden für den Standardsprint deutlich mehr Leistung. Ob dieser Leistungszuwachs im Alltag den höheren Verbrauch und die geringere Reichweite rechtfertigt, hängt stark vom persönlichen Einsatzprofil ab.

Zur Verfügung stehen die Fahrmodi Eco, Comfort, Sport, Individual, Snow und Slippery. Die Allradmodelle besitzen zusätzlich einen Escape-Modus, der beim Herausfahren aus schwierigeren Untergründen helfen soll.

Ist der XPENG L03 günstig?

35.600 Euro sind kein Kleinwagenpreis. Gemessen an Größe, Leistung, Reichweite und Serienausstattung positioniert XPENG den L03 allerdings aggressiv, ein gut ausgestatteter Renault 5 kostet mehr!

Schon das Basismodell bietet 245 PS, Heckantrieb, eine vorläufige Reichweite von 445 Kilometern, eine Wärmepumpe, V2L, elektrische und belüftete Sitze, Panoramadach, elektrische Heckklappe, Head-up-Display, 360-Grad-Kamera sowie zahlreiche Assistenzsysteme.

Besonders spannend erscheint der Long Range für 38.600 Euro. Für 3.000 Euro Aufpreis wächst die Batterie von 58,3 auf 71,2 kWh, die Reichweite steigt um 75 Kilometer und die maximale Ladeleistung von 193 auf 236 kW. Gleichzeitig verbessert sich die Beschleunigung von 7,5 auf 6,6 Sekunden.

Der AWD Performance kostet weitere 3.000 Euro mehr. Dafür gibt es Allradantrieb, 388 PS und den Sprint auf Tempo 100 in 4,5 Sekunden. Wer diese Leistung nicht benötigt, dürfte mit dem Long Range vernünftiger fahren.

Beim Ultra-Aufpreis von 5.000 Euro wird die Rechnung schwieriger. Das Auto wird weder schneller noch reichweitenstärker. Bezahlt werden vor allem die aufwendigere Assistenzhardware, das größere Soundsystem, Massagesitze, 20-Zoll-Räder und zusätzliche Komfortfunktionen. Eine Fahrzeuggarantie von sieben Jahren oder 160.000 Kilometern sowie eine Batteriegarantie von acht Jahren oder ebenfalls 160.000 Kilometern stärken das Angebot.

Was halten wir vom XPENG L03?

Der XPENG L03 könnte für XPENG in Deutschland wichtiger werden als die bislang angebotenen größeren Modelle. Nicht weil er klein wäre, sondern weil er preislich in einen Bereich rutscht, der für deutlich mehr Interessenten erreichbar ist.

Das stärkste Angebot ist aus unserer Sicht zunächst der Long Range. 520 Kilometer vorläufige WLTP-Reichweite, 236 kW Ladeleistung, 245 PS und eine umfangreiche Serienausstattung für 38.600 Euro klingen zumindest auf dem Papier überzeugend. Der Abstand zum Standard Range ist klein genug, um die größere Batterie beinahe zur naheliegenden Wahl zu machen. Gleichzeitig bleiben offene Fragen. Die 367 Liter Kofferraumvolumen sind für ein 4,65 Meter langes Fahrzeug überschaubar. Die Breite von 1,92 Metern macht den L03 nicht automatisch zum idealen Stadtfahrzeug. Zudem müssen Verbrauch, Ladeleistung, Softwarequalität und Assistenzsysteme erst im europäischen Alltag beweisen, wie gut die Ankündigungen funktionieren.

Auch die Kommunikation sollte XPENG präzisieren. Ein Level-2+-System ist kein autonomes Fahren. Eine Anhängerkupplung kann nicht gleichzeitig manuell und elektrisch schwenkbar sein. Und vorläufige WLTP-Werte bleiben nun einmal vorläufige Werte.

Trotzdem steht fest: Der XPENG L03 ist kein halbherzig ausgestattetes Lockangebot. Bereits das Basismodell bringt eine ungewöhnlich vollständige Ausstattung mit. Sollte XPENG die angekündigten Ladezeiten, Verbrauchswerte und Softwarefunktionen tatsächlich liefern, bekommt der deutsche Elektroautomarkt Ende 2026 einen ziemlich ernst zu nehmenden Neuzugang und wir kommen damit zur Einschätzung von unserem Olli

XPENG L03 Kritik

Auf den ersten statischen Eindruck liefert der XPENG L03 erstaunlich viel Auto fürs Geld. Das klare, fast schon elegante Design, der sehr gute Materialmix, das großzügige Platzangebot, der riesige Frunk der Hecktriebler und viele pfiffige Details hinterlassen einen deutlich hochwertigeren Eindruck, als es der Einstiegspreis von 35.600 Euro vermuten lässt.

Auch die Kombination aus niedrigem cw-Wert, ordentlichen Reichweiten und bis zu 236 kW Ladeleistung zeigt, dass eine 400-Volt-Architektur nicht automatisch veraltet sein muss. Ganz ohne Kritik geht es allerdings nicht: Das große Glasdach besitzt keine Verdunklung, der Beifahrersitz lässt sich offenbar nicht in der Höhe verstellen, vorn gibt es nur eine induktive Ladeschale und die ausschließlich über den Bildschirm bedienbaren Luftausströmer sind im Alltag unnötig umständlich.

Zudem wirken 367 Liter Kofferraum bei 4,65 Metern Fahrzeuglänge eher knapp bemessen. Subjektiv betrachtet ist der L03 aber zunächst deutlich näher am Preiskracher als am Blender. Ob er diese Vorschusslorbeeren verdient, entscheiden jedoch erst Fahreindruck, reale Effizienz, Ladekurve sowie attraktive Leasing- und Finanzierungskonditionen. Denn ein gutes Datenblatt gewinnt Aufmerksamkeit, ein überzeugendes Gesamtpaket mit verlässlichem Händler- und Servicenetz gewinnt am Ende Kunden.

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