Unserern XPENG X9 Test habt ihr bereits gelesen? Super! Dann gibt es jetzt den Nachschlag, ungefilterter Erfahrungen aus einem 700 km langen Roadtrip von Valencia nach Montpellier.
XPENG X9? Ein Elektro-Van, über 5,30 Meter Länge, sieben Sitzplätze, ein großer Akku und der Anspruch, Langstrecke komfortabel, effizient und schnellladefähig zu machen. Genau damit sind wir in Spanien gestartet.

Unser Roadtrip führte uns mit dem XPENG X9 von Valencia nach Montpellier. Rund 700 Kilometer, hohe Temperaturen, Autobahn, Stadtverkehr, Stau, zwei Ladestopps und viel Zeit, um herauszufinden, ob der große Elektro-Van nur auf dem Papier beeindruckt oder auch auf echter Langstrecke überzeugt.
Gefahren sind wir den XPENG X9 Long Range mit Frontantrieb. Wichtig, denn bei der Modellbezeichnung kann man schnell durcheinanderkommen. Es war nicht der heckgetriebene RWD, sondern der FWD mit Frontantrieb. Unter der Haube arbeitet ein 320 PS starker Elektroantrieb, im Fahrzeugboden steckt ein rund 110 kWh großer Akku. Der Ladezustand lag beim Start bei gut 80 Prozent. Unser Ziel war klar:
Valencia verlassen, Richtung Norden fahren, unterwegs den Verbrauch beobachten, die Assistenzsysteme nutzen, die Ladeleistung ausprobieren und am Ende in Montpellier ankommen.
Was ist der XPENG X9 eigentlich?
Der XPENG X9 ist kein klassischer Van im alten Sinne. Er ist eher ein luxuriöser Elektro-Reise-Van mit Business-Class-Anspruch. 5,31 Meter Länge, viel Glasfläche, große elektrische Schiebetüren, drei Sitzreihen und ein erstaunlich variabler Innenraum machen ihn zu einem Fahrzeug für Familien, Shuttle-Dienste, Langstreckenfahrer oder Geschäftsleute, die nicht mehr zwingend in einer großen Limousine reisen wollen.
Gerade dieser Trend ist spannend. Früher standen Mercedes S-Klasse, BMW 7er oder Audi A8 für den maximalen Langstreckenkomfort. Heute zeigen Modelle wie der XPENG X9, dass ein luxuriös ausgestatteter Van auf Reisen sogar noch praktischer sein kann. Man sitzt höher, hat deutlich mehr Raum, kann im Fond arbeiten, sich zurücklehnen und nimmt trotzdem Gepäck und bis zu sieben Personen mit.
Dazu kommt: Der XPENG X9 wirkt nicht wie ein improvisiertes Nutzfahrzeug mit Luxusausstattung. Das Interieur ist hochwertig, der Materialmix angenehm, die Geräuschdämmung sehr gut. Doppelverglasung, ruhiger Antrieb und viel Platz sorgen dafür, dass der Roadtrip eher nach Lounge als nach Pflichtprogramm wirkt.
Wie fährt sich der XPENG X9 auf der Langstrecke?
Schon nach den ersten Kilometern wurde klar: Der XPENG X9 ist ein entspannter Reisebegleiter. In der Stadt rund um Valencia lag der Verbrauch zunächst bei erstaunlich niedrigen 12,9 kWh pro 100 Kilometer. Das ist für ein Fahrzeug dieser Größe bemerkenswert. Natürlich relativiert sich dieser Wert auf der Autobahn, aber er zeigt, dass der große Van im urbanen Umfeld effizient bewegt werden kann.
Auf der Autobahn pendelte sich der Verbrauch später im Bereich um 22 kWh pro 100 Kilometer ein. Nach 155 Kilometern standen 22,4 kWh pro 100 Kilometer auf dem Display. Nach 225 Kilometern waren es 22,1 kWh pro 100 Kilometer. Kurz vor dem ersten Ladestopp bei Ionity lagen wir nach 268,6 Kilometern bei 21,9 kWh pro 100 Kilometer. Das sind sehr ordentliche Werte. Wir sprechen hier nicht über ein flaches Effizienzauto, sondern über einen 5,31 Meter langen Elektro-Van mit 20-Zoll-Rädern, großer Stirnfläche, Klimatisierung bei 35 bis 36 Grad Außentemperatur und Autobahntempo. In Spanien und Frankreich darf man zudem nicht so schnell fahren wie auf deutschen Autobahnen. Genau das hilft natürlich beim Verbrauch. Trotzdem muss man sagen: Der XPENG X9 hat sich effizienter geschlagen, als man es bei dieser Größe erwarten würde.

Wie gut funktionieren die Assistenzsysteme?
Ein echter Höhepunkt des Roadtrips waren die Assistenzsysteme. XPENG nennt sein System XPILOT. Dazu gehören unter anderem der adaptive Abstandstempomat, der Spurhalteassistent, die Verkehrszeichenerkennung und der unterstützte Spurwechsel.
Das System hält den XPENG X9 sauber in der Spurmitte, passt die Geschwindigkeit gut an und wirkt insgesamt sehr souverän. Besonders beeindruckend war der automatische Spurwechsel. Wird der Blinker gesetzt, prüft das Fahrzeug die Umgebung, beobachtet den rückwärtigen Verkehr und wechselt erst dann die Spur, wenn der Sicherheitsabstand passt. Kommt ein Fahrzeug zu schnell von hinten, bricht der XPENG X9 den Vorgang ab oder wartet, bis die Lücke groß genug ist.
Sehr gelungen ist auch die Einbindung des Totwinkelwarners in das Head-up-Display. Dadurch muss der Blick nicht ständig vom Verkehr weg auf einen Seitenspiegel oder ein separates Symbol wandern. Gerade auf langen Autobahnetappen reduziert das die Ablenkung.
Trotzdem bleibt wichtig: Das System fährt nicht autonom. Die Hände gehören ans Lenkrad, der Fahrer muss aufmerksam bleiben und die Verantwortung liegt weiterhin beim Menschen. Der XPENG X9 unterstützt sehr gut, ersetzt aber nicht den Fahrer.
Wie komfortabel ist der Innenraum auf fast 700 Kilometern?
Der Innenraum ist eine der größten Stärken des XPENG X9. Vorn sitzt man bequem, mit gutem Seitenhalt, elektrischer Verstellung, Sitzheizung und Sitzbelüftung. In der zweiten Reihe geht es dann fast schon in Richtung Business-Class. Die Einzelsitze bieten viel Platz, eine angenehme Polsterung und genügend Raum, um längere Strecken wirklich entspannt zu verbringen.
Während Steffen gefahren ist, konnten wir im Fond am Laptop arbeiten, Mails erledigen, Business-Calls führen und sogar Videos schneiden. Genau hier zeigt der XPENG X9, warum solche Fahrzeuge spannend sind. Wer viel unterwegs ist, kann Reisezeit produktiv nutzen. Der große Innenraum, die Jalousien, das gute Raumgefühl und die ruhige Geräuschkulisse machen das Auto fast zu einem rollenden Büro.
Dazu kommt der Kühlschrank im Innenraum. Kleine Flaschen lassen sich dort auf etwa 0 Grad herunterkühlen. Bei Außentemperaturen von über 34 Grad ist das nicht nur ein nettes Gimmick, sondern tatsächlich ein Komfortgewinn. Theoretisch kann das Fach auch heizen, was es noch vielseitiger macht.
Ein kleines Detail zeigt, dass XPENG mitdenkt: Wenn die Ladeklappe geöffnet ist, fährt die elektrische Schiebetür auf dieser Seite nur ein Stück auf. So wird verhindert, dass Tür und Ladeklappe miteinander kollidieren. Das wirkt unscheinbar, ist in der Praxis aber clever gelöst.

Wie schlägt sich das Fahrwerk?
Das Luftfahrwerk ist grundsätzlich komfortabel abgestimmt. Auf der Autobahn gleitet der XPENG X9 angenehm ruhig dahin, schlechte Straßen und Bodenwellen werden sauber weggefiltert. In Spanien und Frankreich gab es einige Abschnitte, auf denen das Fahrwerk zeigen musste, was es kann. Gerade im Komfortmodus rollt der große Van sehr weich ab.
Natürlich merkt man die Fahrzeuggröße und die Höhe. Ein 5,31 Meter langer Van mit hohem Aufbau kann sich nicht wie ein Sportwagen anfühlen. In manchen Bewegungen schaukelt der Aufbau leicht nach. Das ist nicht dramatisch, aber spürbar. Wer es straffer mag, kann das Fahrwerk in andere Modi stellen. Neben Komfort gibt es auch Standard und Sport. Dann wird der XPENG X9 spürbar straffer, bleibt aber natürlich immer ein großer Reise-Van.
Für lange Strecken passt die komfortable Abstimmung sehr gut. Wer hinten arbeitet, liest oder einfach entspannt sitzt, wird die weichere Fahrwerksabstimmung eher zu schätzen wissen.
Wie praktisch ist der XPENG X9?
Der XPENG X9 bietet Platz für sieben Personen und trotz dritter Sitzreihe noch ordentlich Gepäckraum. Im Transkript wird ein Kofferraumvolumen von über 700 Litern genannt. Die dritte Sitzreihe lässt sich elektrisch umklappen, wodurch noch einmal deutlich mehr Stauraum entsteht.
Auch für den Alltag ist der große Van überraschend handlich. Der Wendekreis liegt bei 10,80 Metern. Das ist für ein Fahrzeug dieser Länge beeindruckend und hilft besonders in Städten, Parkhäusern und engen Zufahrten. Hinzu kommt ein sehr gutes 360-Grad-Kamerasystem mit verschiedenen Ansichten, Felgenschutz, Frontkamera, Heckkamera und Top-View-Darstellung. Selbst an engen Ladesäulen oder beim Rangieren mit einem Fahrzeug dieser Größe nimmt das viel Stress heraus.
Der Parkassistent kann den XPENG X9 selbstständig einparken. Auch das haben wir unterwegs ausprobiert. Gerade bei einem Auto mit über 5,30 Meter Länge ist das keine Spielerei, sondern ein echter Komfortfaktor.
Wie hoch war der Verbrauch auf dem Roadtrip?
Die wichtigsten Verbrauchswerte des Roadtrips zeigen ein ziemlich klares Bild. In der Stadt waren sehr niedrige Werte möglich. Auf der Autobahn lag der XPENG X9 bei warmem Wetter, Klimatisierung und Tempo 120 bis 130 km/h meist um 22 kWh pro 100 Kilometer.
Unsere Zwischenstände:
Nach rund 5 Kilometern Stadtverkehr in Valencia: 12,9 kWh pro 100 Kilometer.
Nach 155 Kilometern: 22,4 kWh pro 100 Kilometer.
Nach 225 Kilometern: 22,1 kWh pro 100 Kilometer.
Nach 268,6 Kilometern vor dem ersten Ladestopp: 21,9 kWh pro 100 Kilometer.
Nach dem ersten Ladestopp und weiteren 106,4 Kilometern: 22,6 kWh pro 100 Kilometer.
Nach 228 Kilometern auf dem zweiten Abschnitt: 22,3 kWh pro 100 Kilometer.
Nach 323 Kilometern auf dem zweiten Abschnitt: 21,7 kWh pro 100 Kilometer.
Kurz vor dem zweiten Ladestopp nach 377,9 Kilometern: 22,0 kWh pro 100 Kilometer.
Auf den letzten Kilometern nach Montpellier ging der Verbrauch sogar wieder Richtung 21 kWh pro 100 Kilometer und kurzzeitig darunter. Das zeigt: Wird der XPENG X9 vorausschauend bewegt, sind für diese Fahrzeugklasse sehr ordentliche Werte möglich.
Wie lief der erste Ladestopp bei Ionity?
Der erste Ladestopp fand bei Ionity statt. Wir kamen mit rund 25 bis 26 Prozent Akku an. Die Säule war mit 350 kW angegeben. Der XPENG X9 startete zunächst mit moderater Ladeleistung, steigerte sich dann aber schnell. Wir sahen Werte über 200 kW, später rund 261 bis 262 kW. Die erhofften 350 kW wurden allerdings nicht erreicht.
Nach 6 Minuten waren bereits rund 28 kWh nachgeladen. Nach 19 Minuten standen 91 Prozent im Akku, 77 kWh waren nachgeladen und der XPENG X9 lud noch mit rund 105 kW weiter. Das ist insgesamt ein starker Praxiswert. Auch wenn die maximale Peak-Leistung nicht erreicht wurde, war der Ladestopp schnell und alltagstauglich.
Unklar blieb, ob die Begrenzung an der Säule, am Fahrzeug, an der Temperatur oder an der Batteriekonditionierung lag. Wir hatten zuvor die manuelle Vorkonditionierung angestoßen, das Fahrzeug nahm sie aber offenbar nicht aktiv an. Bei hohen Außentemperaturen kann die Batterie ohnehin bereits in einem passenden Temperaturfenster liegen. Später zeigte sich jedoch, dass die Navigation zur Ladesäule und die damit verbundene Vorkonditionierung eine Rolle spielen kann.
Was passierte beim zweiten Ladestopp bei Electra?
Der zweite Ladestopp fand bei Electra an einer 400-kW-Säule von Alpitronic statt. Wir kamen mit 16 Prozent Akku an. Zunächst sah alles sehr vielversprechend aus. Die Ladeleistung stieg schnell: 132 kW, über 300 kW, 333 kW, später rund 367 bis 370 kW. Die 400 kW wollten wir sehen, erreicht wurden sie in unserem Fall aber nicht.
Dann brach die Leistung bei rund 30 Prozent Ladezustand deutlich ein. Zwischenzeitlich fiel sie auf Werte um 55 kW, später pendelte sie wieder nach oben. Auch andere Fahrzeuge beziehungsweise Kollegen hatten an diesem Standort offenbar ähnliche Beobachtungen gemacht. Deshalb liegt der Verdacht nahe, dass hier eher die Säule, das Standort-Thermomanagement oder die verfügbare Infrastruktur limitiert haben könnte.
Bis 50 Prozent dauerte es rund 10,5 Minuten, 37,7 kWh waren nachgeladen. Am Ende standen wir 27 Minuten, hatten 90,5 kWh nachgeladen und erreichten 93 Prozent State of Charge. Bis 90 Prozent lud der XPENG X9 noch mit über 100 kW. Das ist stark, auch wenn die Ladekurve nicht so sauber verlief, wie man es sich bei einem Fahrzeug mit einer angegebenen Maximalleistung von bis zu 542 kW wünschen würde.
Was zeigt der Roadtrip über die Ladeinfrastruktur?
Der XPENG X9 kann auf dem Papier extrem schnell laden. XPENG nennt bis zu 542 kW Ladeleistung und eine Ladezeit von 10 auf 80 Prozent in etwa 13 Minuten. Genau solche Werte sind beeindruckend, aber sie bringen nur dann etwas, wenn die Ladeinfrastruktur mithalten kann.
Unser Roadtrip zeigt das bekannte Problem der Elektromobilität im Jahr 2026 sehr deutlich. Die Fahrzeuge werden immer leistungsfähiger. Akkus werden größer, Spannungsarchitekturen schneller, Ladeleistungen höher. Aber wenn die Säule, der Standort, die Kühlung, die Netzanschlussleistung oder das Lastmanagement nicht mitspielen, sieht man diese Werte in der Praxis nicht.
Das ist keine reine Kritik am XPENG X9. Im Gegenteil: Das Auto zeigte, dass es sehr hohe Ladeleistungen abrufen kann. Aber die Infrastruktur muss liefern. Wer Fahrzeuge mit 400, 500 oder perspektivisch noch mehr kW Ladeleistung verkauft, braucht Ladesäulen, die diese Leistung auch zuverlässig bereitstellen können. Sonst entsteht Frust, obwohl das Fahrzeug technisch bereits weiter ist als die Umgebung.

Wie gut ist das Soundsystem?
Im XPENG X9 arbeitet das X-Opera-Soundsystem. In einem großen Van ist guter Klang keine Selbstverständlichkeit, denn der Innenraum ist groß, offen und akustisch anspruchsvoll. Genau deshalb hat uns das System positiv überrascht.
Mit Apple CarPlay über den großen Bildschirm integriert sich die eigene Musik sauber ins Fahrzeug. Der Klang verteilt sich überzeugend über alle Sitzplätze. Gerade auf einer langen Reise ist das wichtig. Ein gutes Soundsystem macht aus Autobahnkilometern keine kürzere Strecke, aber es macht sie deutlich angenehmer.
Was hat uns besonders gut gefallen?
Der XPENG X9 überzeugt vor allem durch die Kombination aus Raum, Komfort, Technik und Effizienz. Der Innenraum ist riesig, die Sitze sind bequem, die Assistenzsysteme arbeiten sehr gut und der Verbrauch ist für diese Fahrzeugklasse erfreulich niedrig.
Besonders positiv aufgefallen sind der XPILOT mit seinem sauberen Spurwechselassistenten, das Head-up-Display mit sinnvollen Zusatzinformationen, das 360-Grad-Kamerasystem, der kleine Kühlschrank, die sehr gute Geräuschdämmung und die Möglichkeit, im Fond wirklich produktiv zu arbeiten.
Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis wirkt stark. Der Einstiegspreis von rund 77.600 Euro ist natürlich kein Schnäppchen. Gleichzeitig bekommt man dafür ein sehr großes, luxuriös ausgestattetes Elektrofahrzeug mit sieben Sitzplätzen, großem Akku, hoher Ladeleistung und einer Ausstattung, die bei europäischen Wettbewerbern schnell deutlich teurer werden kann.
Was hat uns nicht so gut gefallen?
Ganz ohne Kritik geht es nicht. Die Sitzbelüftung war bei den hohen Temperaturen vorhanden, aber für unseren Geschmack zu schwach. Gerade bei 34 bis 36 Grad Außentemperatur wünschen wir uns mehr spürbare Kühlung im Rücken und auf der Sitzfläche.
Auch die Prädiktivität könnte noch besser werden. Gemeint ist damit die vorausschauende Einbindung von Strecke, Topografie, Verkehr und Ladeplanung. Der XPENG X9 kann viel, aber hier gibt es noch Potenzial für Feinschliff.
Beim Fahrwerk muss man die Größe des Fahrzeugs berücksichtigen. Im Komfortmodus ist der X9 sehr angenehm, aber durch den hohen Aufbau gibt es leichte Karosseriebewegungen. Wer es straffer mag, sollte Standard oder Sport ausprobieren.
Der größte Kritikpunkt betrifft allerdings weniger das Auto selbst, sondern die Ladeinfrastruktur. Wenn ein Fahrzeug theoretisch über 500 kW laden kann, die Säule aber schwankt, limitiert oder thermisch einbricht, bleibt Potenzial ungenutzt. Das ist schade, denn genau solche Fahrzeuge zeigen, wie kurz Ladestopps eigentlich sein könnten.
Für wen passt der XPENG X9?
Der XPENG X9 passt zu Menschen, die viel Platz brauchen und trotzdem elektrisch reisen wollen. Familien mit mehreren Kindern, Shuttle-Anbieter, Hotels, Unternehmen, Chauffeurdienste oder Vielfahrer mit hohem Komfortanspruch dürften besonders angesprochen werden.
Wer bisher eine große Limousine gefahren ist, aber mehr Platz, eine höhere Sitzposition und bessere Nutzbarkeit sucht, sollte den X9 ebenfalls anschauen. Der große Elektro-Van zeigt, dass Komfort nicht zwingend flach, lang und klassisch sein muss. Manchmal ist ein Van schlicht die bessere Langstreckenlösung.
Die Long-Range-Version mit Frontantrieb wirkt dabei wie das stimmigste Paket. 320 PS reichen für diese Fahrzeugklasse völlig aus. Wer maximale Leistung will, kann zum AWD Performance greifen. Für die meisten dürfte der Fronttriebler aber die vernünftigere, effizientere und preislich attraktivere Wahl sein.
Unser Fazit zum XPENG X9 Roadtrip
Nach fast 700 Kilometern von Valencia nach Montpellier bleibt ein starkes Bild. Der XPENG X9 ist groß, komfortabel, leise, effizienter als erwartet und technisch beeindruckend. Er kann Langstrecke. Er kann Familie. Er kann Business. Und er kann dabei ein Komfortniveau bieten, das man in dieser Form nicht bei jedem Elektroauto findet.
Die Verbrauchswerte um 22 kWh pro 100 Kilometer sind für einen 5,31 Meter langen Elektro-Van mit großem Innenraum, 20-Zoll-Rädern und hohen Außentemperaturen sehr ordentlich. Die Assistenzsysteme gehören zu den positiven Überraschungen. Der Innenraum ist ein echtes Reise-Argument. Und die Ladeleistung zeigt, dass der X9 technisch auf hohem Niveau unterwegs ist, auch wenn die Infrastruktur im Praxistest nicht immer das liefern konnte, was das Fahrzeug theoretisch abrufen kann.
Unterm Strich ist der XPENG X9 einer der spannendsten Elektro-Vans auf dem Markt. Nicht perfekt, aber in vielen Punkten erstaunlich weit. Wer einen großen Elektro-Van sucht, sollte dieses Auto nicht nur auf dem Datenblatt anschauen, sondern unbedingt Probe sitzen, Probe fahren und sich ein konkretes Angebot rechnen lassen. Nach diesem Roadtrip ist klar: Der XPENG X9 ist kein Exot für die Nische, sondern ein ernstzunehmender Langstrecken-Stromer mit sehr viel Platz, sehr viel Komfort und sehr viel Technik.
…und nach so vielen Worten zum XPENG, nun noch ein paar Worte zu der eigentlich Roadtrip-Route: Die Strecke von Valencia nach Montpellier war für den XPENG X9 genau das richtige Testfeld. Rund 700 Kilometer liegen zwischen der spanischen Mittelmeer-Metropole und der südfranzösischen Stadt, also genug Distanz, um Verbrauch, Ladeplanung, Assistenzsysteme und Reisekomfort nicht nur kurz anzutesten, sondern wirklich zu erleben.
Valencia liefert dafür den perfekten Startpunkt: eine lebendige Stadt zwischen historischer Altstadt, breiten Straßen, Mittelmeer-Flair und futuristischer Architektur. Besonders die Ciudad de las Artes y las Ciencias steht sinnbildlich für moderne Technik und Fortschritt, denn der Komplex gilt als eine der meistbesuchten Attraktionen der Stadt und verbindet Wissenschaft, Kultur und Architektur auf spektakuläre Weise. Von dort aus ging es über Autobahnen, Stadtverkehr, Stau, Hitze und Ladepausen weiter Richtung Frankreich.
Montpellier war als Ziel fast genauso passend, denn die Stadt steht für südfranzösische Lebensart, historische Fassaden, enge Gassen und mit der Place de la Comédie für einen der bekanntesten Plätze der Stadt. Dort treffen die Opéra Comédie von 1888 und der Drei-Grazien-Brunnen auf urbanes Leben, Cafés und Fußgängerzonen. Genau diese Mischung aus moderner Startkulisse, langer Autobahnetappe und entspanntem Zielort macht den Roadtrip so spannend: Der XPENG X9 musste nicht auf einer Laborstrecke glänzen, sondern im echten Reisealltag zwischen Spanien und Frankreich zeigen, ob er ein großer Elektro-Van für lange Distanzen sein kann.





















