Goodwood ist kein normales Auto-Event. Goodwood ist Bühne, Laufsteg, Rennstrecke, Gartenparty, Klassikertreffen, Motorsport-Museum und Zukunftslabor in einem. Genau deshalb nutzt Alpine das Goodwood Festival of Speed 2026, um mit der Alpine A110 FUTURE einen ersten Ausblick auf die dritte Generation der legendären A110 zu geben.
Vom 9. bis 12. Juli 2026 wird der Prototyp nicht nur ausgestellt, sondern täglich in Aktion zu sehen sein. Das ist wichtig, denn in Goodwood reicht es nicht, ein Auto einfach auf einen Stand zu stellen. In Goodwood muss ein Auto fahren, klingen, beschleunigen, bremsen und eine Geschichte erzählen.

Warum ist Goodwood so wichtig?
Das Goodwood Festival of Speed (FOS) gilt als eine der wichtigsten automobilen Veranstaltungen der Welt. Goodwood selbst beschreibt das Festival als ultimative Motorsport-Gartenparty. Seit 1993 treffen sich auf dem Anwesen rund um Goodwood House in West Sussex historische Rennwagen, moderne Hypercars, Motorräder, Formel-1-Autos, Prototypen, Studien und Serienfahrzeuge. Jedes Jahr fahren mehr als 600 Autos und Motorräder den berühmten Hügel hinauf. Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz aus: Nirgendwo sonst stehen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Automobils so dicht nebeneinander.
Für die Hersteller ist Goodwood längst mehr als ein schönes Sommerfest mit Benzingeruch. Es ist ein globaler Aufmerksamkeits-Magnet. Vor Ort stehen Zuschauerinnen und Zuschauer direkt an der Strecke, Medienschaffende berichten weltweit, und über den Livestream erreicht das Festival auch Menschen, die nicht in England dabei sein können. Genau das macht Goodwood so spannend. Ein Fahrzeug muss dort nicht nur auf Fotos funktionieren, sondern im Moment. Beim Start, beim Hill Climb, in der Kurve, vor der Kulisse von Goodwood House und vor einem Publikum, das jedes Detail erkennt.
Was macht den Hill Climb so besonders?
Der Hill Climb ist das Herzstück des Festival of Speed. Es geht nicht um eine sterile Präsentation in einer Halle, sondern um echte Bewegung. Fahrzeuge fahren den berühmten Goodwood Hill hinauf, teilweise als Demonstrationslauf, teilweise im Kampf gegen die Uhr. Goodwood beschreibt den Hügel als Bühne, auf der die größten Hersteller der Welt ihre neuesten Autos und Motorräder erstmals zeigen. Dazu kommt der Timed Shoot-Out, der als einer der intensivsten Motorsport-Momente des Wochenendes gilt.
Der Streckenrekord liegt bei 39,08 Sekunden und wurde 2022 von Max Chilton im elektrischen McMurtry Spéirling gefahren. Schon diese Zahl zeigt, wie gut Goodwood zur Elektromobilität passt.
Unser Redakteur war 2019 dabei, als Volkswagen im ID. R den damalige Rekord pulverisierte und hier bekommt ihr einen Eindruck wie es damals bei Goodwood so abging:
Hier seht ihr die Rekord-Fahrt noch einmal, das war für 2019 wirklich krass:
Elektrofahrzeuge sind dort nicht mehr nur stille Zukunftsversprechen, sondern längst Teil der Performance-Erzählung. Genau deshalb ist der Auftritt der Alpine A110 FUTURE so passend. Ein elektrischer Sportwagen muss heute nicht mehr erklären, dass er schnell sein kann. Er muss zeigen, ob er leichtfüßig, präzise und emotional sein kann. Goodwood ist dafür der richtige Prüfstand vor großem Publikum.
Warum batteln sich die Hersteller in Goodwood um Aufmerksamkeit?
Weil Goodwood einer der wenigen Orte ist, an denen ein neues Auto sofort in einen großen Vergleich gerät. Direkt neben einem Prototypen kann ein Le-Mans-Sieger stehen, dahinter ein Formel-1-Auto, daneben ein Rallye-Klassiker und kurz darauf ein vollelektrisches Hypercar.
Wer dort auffallen will, braucht mehr als eine Pressemeldung. Man braucht eine Geschichte, eine starke Optik, eine technische Ansage und im besten Fall einen Lauf den Hügel hinauf, über den danach gesprochen wird.
2026 steht das Festival unter dem Motto „The Rivals – Epic Racing Duels“. Goodwood will damit legendäre Rivalitäten des Motorsports feiern, darunter Ford gegen Ferrari in Le Mans 1966 und Hunt gegen Lauda in der Formel-1-Saison 1976. Das passt fast schon perfekt zur Situation der Hersteller. Auch heute gibt es Rivalitäten, nur heißen sie nicht mehr ausschließlich Ferrari gegen Porsche oder Lancia gegen Audi. Heute geht es auch um Verbrenner gegen Elektro, Leichtbau gegen Batteriemasse, Tradition gegen Software und Emotion gegen Effizienz.
Dass die Tickets für das Festival of Speed 2026 bereits ausverkauft sind, unterstreicht die Strahlkraft des Events zusätzlich. Wer dort steht, steht nicht auf irgendeiner Messefläche. Wer dort fährt, fährt in einem globalen Schaufenster.
Was zeigt Alpine mit der A110 FUTURE?
Alpine nutzt Goodwood für den bisher stärksten Markenauftritt der eigenen Geschichte bei diesem Festival. Im Mittelpunkt steht die Alpine A110 FUTURE. Dabei handelt es sich um einen Technologieträger, also ein Entwicklungsfahrzeug, mit dem Alpine die Technik der dritten A110-Generation erprobt. Die Serienversion für Europa und Deutschland ist noch nicht fertig entwickelt und noch nicht homologiert.
Verbrauchs-, Emissions- und technische Daten werden erst im Rahmen der Homologation vor Verkaufsstart festgelegt. Alpine selbst bezeichnet die kommende dritte A110-Generation als ersten echten Elektro-Sportwagen der Welt. Diese Aussage ist natürlich selbstbewusst. Sie zeigt aber auch, wohin die Reise gehen soll. Alpine will keinen schweren Elektro-GT bauen, der nur auf der Geraden beeindruckt. Die neue A110 soll der Marken-DNA treu bleiben: leicht, direkt, fahraktiv und emotional. Gleichzeitig soll sie die besten aktuellen Sportwagen mit Verbrennungsmotor in puncto Leistung übertreffen.
Welche Technik steckt unter dem Prototyp?
Die technische Basis ist die neue Alpine Performance Platform, kurz APP. Diese Plattform wurde speziell für einen Elektro-Sportwagen entwickelt. Das ist ein wichtiger Punkt, denn viele Elektroautos entstehen auf Plattformen, die möglichst viele Karosserieformen abdecken müssen. Alpine geht hier einen anderen Weg und richtet die Architektur klar auf Fahrdynamik aus.
Die Aluminiumstruktur soll für ein geringes Gewicht und ein direktes Ansprechverhalten sorgen. Besonders spannend ist die Anordnung der Batteriepakete. Alpine platziert zwei Batteriepakete so, dass eine Gewichtsverteilung von 40 zu 60 zwischen Vorder- und Hinterachse möglich wird. Genau diese heckbetonte Balance passt zu einem klassischen Sportwagen. Sie soll Traktion, Agilität und Fahrgefühl unterstützen.
Dazu kommt eine 800-Volt-Cell-to-Pack-Batterietechnologie. 800 Volt stehen grundsätzlich für hohe Ladeleistungen und geringere Stromstärken bei gleicher Leistung. Cell-to-Pack bedeutet, dass die Batteriezellen direkter in das Batteriepaket integriert werden, ohne klassische Modul-Zwischenebene. Das kann Bauraum und Gewicht sparen. Alpine spricht außerdem von Zellen mit hoher Energiedichte, was ebenfalls zur Gewichtsreduzierung beitragen soll.

An der Hinterachse sitzt eine neue 3-in-1-E-Achse mit zwei Elektromotoren und einem SiC-Wechselrichter. SiC steht für Siliziumkarbid. Solche Wechselrichter können besonders effizient und schnell arbeiten. Die zwei Motoren im Heck ermöglichen eine sehr schnelle und präzise Steuerung des Drehmoments. Genau hier liegt die große Chance eines elektrischen Sportwagens: Nicht nur viel Leistung, sondern fein dosierbare Leistung. Nicht nur Beschleunigung, sondern Kontrolle.
Warum ist die A110 FUTURE für Alpine so wichtig?
Die A110 ist für Alpine mehr als nur ein Modell. Sie ist Markenkern, Erkennungszeichen und emotionales Fundament. Die originale Berlinette wurde zur Rallye-Ikone. Die moderne A110 brachte Alpine zurück auf die Straße und erinnerte daran, dass Fahrspaß nicht automatisch 600 PS und zwei Tonnen Gewicht bedeuten muss. Jetzt steht Alpine vor der schwierigsten Aufgabe: Diese Idee ins Elektrozeitalter zu übertragen.
Genau deshalb ist die A110 FUTURE kein beliebiger Prototyp. Sie muss beweisen, dass Alpine auch elektrisch Alpine bleiben kann. Das ist eine größere Herausforderung, als es auf den ersten Blick klingt. Ein Elektroauto schnell zu machen, ist heute keine Kunst mehr. Ein Elektroauto leichtfüßig, feinfühlig und lebendig wirken zu lassen, ist deutlich schwieriger. Wenn Alpine das hinbekommt, könnte die neue A110 ein sehr wichtiges Auto werden, nicht nur für die Marke, sondern auch für die Wahrnehmung elektrischer Sportwagen.
Welche Rolle spielen A290 und A390?
Alpine zeigt in Goodwood nicht nur die Zukunft der A110, sondern auch die wachsende Modellfamilie. Die Alpine A290 steht für den elektrischen Hot Hatch und ist laut Alpine aktuell das meistverkaufte Modell der Marke. Der Stromverbrauch liegt kombiniert bei 16,5 bis 15,8 kWh/100 km, die CO2-Emissionen bei 0 g/km, CO2-Klasse A.
Dazu kommt die Alpine A390, ein fünfsitziger Sport-Fastback mit bis zu 470 PS. Der Stromverbrauch liegt kombiniert bei 21,4 bis 18,9 kWh/100 km, die CO2-Emissionen ebenfalls bei 0 g/km, CO2-Klasse A. Damit zeigt Alpine, dass die Marke nicht nur von einem einzelnen Sportwagen leben will. A290, A390 und die kommende A110 bilden zusammen eine elektrische Sportwagen-Familie mit unterschiedlichen Rollen.
Was passiert beim „Alpine Moment“?
Ein besonderes Highlight ist der „Alpine Moment“ am Donnerstag, dem 9. Juli. Dann bringt Alpine im Rahmen der Brand Parade die A110 FUTURE mit wegweisenden A110-Modellen zusammen. Es geht also nicht nur um den Blick nach vorn, sondern auch um die Verbindung zur Vergangenheit. Als Abschluss ist eine Demonstrationsfahrt des Formel-1-Rennwagens E20 geplant. Dazu kommen Fahrerinnen und Fahrer aus dem Alpine-Umfeld, darunter Pierre Gasly, Franco Colapinto sowie Mitglieder der Alpine Academy und Ersatzfahrer Nina Gademan, Paul Aron und Alex Dunne.
Auch der Alpine-Stand soll mehr sein als eine reine Ausstellungsfläche. Geplant sind interaktive Simulatoren, tägliche Gespräche, Autogrammstunden und DJ-Sets zur Mittagszeit. Goodwood funktioniert eben nicht nur über Fahrzeuge, sondern über Nähe. Menschen wollen Autos sehen, hören, anfassen, Fahrer treffen, Technik verstehen und Momente erleben, die man später weitererzählt.
Warum verfolgen wir den Livestream?
Goodwood ist auch im Livestream extrem spannend, weil dort nicht einfach nur Moderatoren um Autos herumlaufen. Man sieht die Fahrzeuge in Bewegung. Man sieht, wie ein Prototyp startet, wie ein Fahrer mit der Strecke arbeitet, wie sich ein Auto beim Anbremsen bewegt und wie unterschiedlich moderne Elektrofahrzeuge, klassische Rennwagen und Formel-1-Boliden auftreten. Genau deshalb werden wir den Livestream persönlich verfolgen.
Für uns ist Goodwood fast so etwas wie ein Stresstest für Aufmerksamkeit. Wer im Livestream hängen bleibt, hat etwas richtig gemacht. Wer dort untergeht, hat zwar vielleicht ein gutes Auto gebaut, aber keine starke Geschichte erzählt. Die Alpine A110 FUTURE hat genau diese Geschichte: eine französische Sportwagenlegende, eine neue Elektro-Plattform, Leichtbau-Anspruch, Heckantrieb-Gefühl und der Versuch, die Alpine-DNA in eine neue Zeit zu bringen.
Was bleibt hängen? Unsere Sehnsucht!
Die Alpine A110 FUTURE ist kein Serienauto und noch kein fertiges Versprechen für den deutschen Markt. Aber sie ist ein wichtiges Signal. Alpine will zeigen, dass Elektromobilität nicht nur Reichweite, Ladeleistung und Effizienz bedeuten muss. Sie kann auch Fahrfreude, Balance, Leichtbau und Emotion bedeuten.
Goodwood ist dafür die perfekte Bühne. Dort treffen Tradition und Zukunft direkt aufeinander. Dort kämpfen Hersteller um Sekunden, Bilder, Schlagzeilen und Aufmerksamkeit. Und dort muss die Alpine A110 FUTURE zeigen, ob aus einer Legende ein elektrischer Sportwagen werden kann, der nicht nur technisch überzeugt, sondern auch Bauchgefühl erzeugt. Genau darauf wird es ankommen und früher oder später werden wir auch wieder in Goodwood sein, denn wer das Festival of Speed einmal erlebt hat, der will es immer wieder, es macht einfach süchtig.





















