BMW meldet den nächsten großen Meilenstein auf dem Weg zur Elektromobilität. Das zweimillionste vollelektrische Fahrzeug ist vom Band gelaufen. Es handelt sich um eine BMW i5 M60 xDrive Limousine in Tansanitblau, produziert im Werk Dingolfing und ausgeliefert an einen Kunden in Spanien. Klingt nach einem klassischen PR-Moment, ist aber bei genauerem Hinsehen durchaus ein spannender Gradmesser für die Entwicklung der Branche.
Wie relevant sind zwei Millionen Elektroautos für den Gesamtmarkt?
Zwei Millionen batterieelektrische Fahrzeuge aus einem Konzern wirken zunächst wie eine beeindruckende Zahl. Und das ist sie auch. Gleichzeitig lohnt der Blick auf die Einordnung. BMW hat 2025 weltweit rund 2,46 Millionen Fahrzeuge verkauft. Das zeigt: Der Hochlauf der Elektromobilität ist spürbar, aber längst noch nicht dominant im Gesamtgeschäft.
Interessant ist vor allem das Tempo. Erst 2021 begann BMW mit dem iX die Serienproduktion vollelektrischer Modelle im großen Stil. Innerhalb von rund fünf Jahren auf zwei Millionen Einheiten zu kommen, zeigt, wie stark der Wandel inzwischen Fahrt aufgenommen hat.
BMW i5 M60 xDrive Limousine in Tansanitblau






Welche Rolle spielt das Werk Dingolfing im Elektro-Hochlauf?
Dingolfing ist so etwas wie das Herzstück der elektrischen Transformation bei BMW. Dort laufen aktuell gleich mehrere zentrale Modelle vom Band, darunter der iX, der i5 als Limousine und Touring sowie der i7.
Mehr als 320.000 vollelektrische Fahrzeuge wurden allein in Dingolfing seit 2021 produziert. Das bedeutet im Umkehrschluss: Fast jedes sechste Elektroauto der BMW Group stammt aus genau diesem Werk. 2025 lag der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge dort bereits bei über 25 Prozent der Gesamtproduktion. Das ist ein klarer Hinweis darauf, wie schnell sich klassische Werke umstellen müssen und auch können.
Warum setzt BMW weiterhin auf einen technologieoffenen Ansatz?
Während andere Hersteller zunehmend auf reine Elektroplattformen setzen, fährt BMW weiterhin zweigleisig. Im Rahmen der sogenannten iFACTORY werden unterschiedliche Antriebsarten flexibel auf einer Produktionslinie gebaut.
Das klingt nach maximaler Effizienz, hat aber auch eine strategische Komponente. BMW hält sich bewusst Optionen offen. Elektro, Plug-in-Hybrid und Verbrenner laufen parallel.
Das kann man kritisch sehen. Denn es bedeutet auch, dass Skaleneffekte bei reinen Elektroplattformen möglicherweise langsamer greifen als bei Herstellern, die radikaler umstellen. Gleichzeitig reduziert dieser Ansatz Risiken, falls Märkte unterschiedlich schnell elektrifizieren.
Ist Elektromobilität bei BMW schon Alltag?
Ein entscheidender Punkt der Mitteilung ist fast unscheinbar formuliert: In jedem deutschen BMW Werk läuft inzwischen mindestens ein vollelektrisches Modell vom Band. Das bedeutet nichts weniger als den Übergang von der Pilotphase in den industriellen Alltag. Elektromobilität ist bei BMW kein Zukunftsprojekt mehr, sondern Teil der Serienrealität. Und genau das ist der eigentliche Kern dieser Meldung. Nicht die zwei Millionen Fahrzeuge. Sondern die Tatsache, dass sie inzwischen routinemäßig gebaut werden.
Welche Bedeutung hat das für den Standort Deutschland?
BMW betont, dass Deutschland heute der zweitgrößte Produktionsstandort für Elektroautos weltweit ist. Das ist ein Punkt, der gerne untergeht in der öffentlichen Diskussion. Die industrielle Basis ist da. Die Werke sind umgestellt oder zumindest vorbereitet. Die Frage ist weniger, ob Deutschland Elektroautos bauen kann, sondern ob die Nachfrage und die politischen Rahmenbedingungen Schritt halten.
Meilenstein mit Signalwirkung, aber kein Selbstläufer
Die zwei Millionen Elektroautos sind ein klares Zeichen dafür, dass der Wandel bei BMW real ist. Gleichzeitig zeigt der technologieoffene Ansatz, dass man sich nicht vollständig festlegen will. Das kann strategisch klug sein oder zu zögerlich. Am Ende entscheidet der Markt, dennoch: Die Elektromobilität ist bei BMW angekommen und wir stellen uns die Frage ob man sich für die Jubiläums-Nummer extra die BMW i5 M60 xDrive Limousine in Tansanitblau ausgesucht hat?!





















