Im BMW Group Werk München beginnt eine entscheidende Phase auf dem Weg zur nächsten Generation elektrischer Modelle. Erstmals laufen dort Vorserienfahrzeuge des neuen BMW i3 vom Band. Damit geht das Stammwerk einen weiteren Schritt in Richtung Serienstart, der für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist. Für BMW ist das mehr als ein symbolischer Moment. Es ist der Praxistest unter realen Bedingungen.
Warum ist die Vorserienproduktion so wichtig?
Vorserienfahrzeuge gelten in der Automobilindustrie als Lackmustest für ein neues Modell. Hier zeigt sich, ob Planung, Fertigungstechnik, Logistik und digitale Prozesse im Alltag funktionieren. In München bedeutet das konkret: Der i3 durchläuft erstmals sämtliche Produktionsschritte direkt im Werk. Vom modernisierten Presswerk über den neuen Karosseriebau und die hochmoderne Lackiererei bis hin zur neuen Montage und den neu strukturierten Logistikabläufen.



Der Unterschied zu früheren Phasen ist entscheidend. Während die ersten Fahrzeuge noch gemeinsam mit dem Pilotwerk im Forschungs- und Innovationszentrum entstanden, läuft der i3 nun vollständig durch die Serieninfrastruktur. Auch wenn die Stückzahlen noch gering sind, gelten bereits alle Regeln der späteren Großserie. Teile kommen über die vorgesehenen Materialflüsse, Prozesse müssen ohne Sonderlösungen funktionieren und jede Abweichung fällt sofort auf.
Was wird jetzt konkret getestet?
In dieser Phase wird nichts dem Zufall überlassen. Jedes Bauteil, jede Schraube und jeder Handgriff wird überprüft. Ein besonderer Fokus liegt auf der Freigabe der neuen Fertigungsanlagen und Werkzeuge sowie deren digitaler Vernetzung. Gerade bei einem Fahrzeug, das als Teil der Neuen Klasse stark auf softwaregestützte Prozesse setzt, ist die saubere Integration in die bestehenden IT-Systeme entscheidend.
Der laufende Vorserienbetrieb liefert dabei wertvolle Erkenntnisse. Wo entstehen unnötige Wege. Wo hakt die Logistik. Welche Prozesse lassen sich vereinfachen oder stabiler gestalten. Genau diese Details entscheiden später darüber, ob ein Serienanlauf ruhig verläuft oder teuer nachgebessert werden muss.
Wie bereitet sich die Belegschaft auf den Serienstart vor?
Parallel zur Technik steht der Mensch im Mittelpunkt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Werk München durchlaufen intensive Trainings. Zunächst virtuell, etwa mithilfe von Augmented-Reality-Anwendungen, später direkt an den realen Anlagen. Ziel ist es, Abläufe frühzeitig zu verinnerlichen und mögliche Fehlerquellen zu erkennen, bevor die Taktzeiten der Serie greifen.
Gerade im Zusammenspiel der Produktionsbereiche zeigt sich, wie gut ein Werk aufgestellt ist. Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei, Montage und Logistik müssen exakt ineinandergreifen. Die Vorserienphase dient hier als Generalprobe unter nahezu seriennahen Bedingungen.
Was bedeutet das für den elektrischen i3 und BMW insgesamt?
Der Start der Vorserienproduktion ist ein klares Signal. BMW meint es ernst mit dem Umbau seines Münchner Stammwerks zur Elektromobilitätsdrehscheibe. Der neue i3 steht dabei nicht nur für ein weiteres Elektroauto, sondern für eine neue Art der Produktion. Digital vernetzt, flexibel und konsequent auf die Anforderungen der kommenden Jahre ausgerichtet.
Für uns ist das ein spannender Moment. Denn hier zeigt sich, wie viel Aufwand und Präzision nötig sind, bevor ein neues Elektroauto überhaupt beim Kunden ankommt. Wenn in der zweiten Jahreshälfte 2026 die Serienproduktion startet, ist das Ergebnis monatelanger Detailarbeit, Tests und Trainings. Genau diese unsichtbare Vorarbeit entscheidet am Ende über Qualität, Effizienz und Alltagstauglichkeit.





















