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Dacia Striker: Der clevere Crossover-Schachzug aus dem C-Segment

Mit dem neuen Dacia Striker zeigt die Marke, dass ein modernes Auto im C-Segment nicht zwangsläufig teuer, überladen oder künstlich auf Premium getrimmt sein muss.

Mit dem neuen Dacia Striker zeigt die Marke, dass ein modernes Auto im C-Segment nicht zwangsläufig teuer, überladen oder künstlich auf Premium getrimmt sein muss. Der Striker will bewusst etwas anderes sein. Kein klassisches SUV, keine flache Limousine und auch kein ganz normaler Kombi. Er steht irgendwo dazwischen und genau dort wird es interessant.

Wir haben es hier mit einem Crossover zu tun, der die erhöhte Anmutung eines SUV mit der praktischen Seite eines Kombis verbindet und dabei preislich unter 25.000 Euro starten soll. Das ist eine Ansage. Gerade in einer Zeit, in der viele Hersteller ihre Kompaktmodelle immer weiter nach oben schieben, wirkt der Striker fast schon wie ein kleines Gegenprogramm. Dacia sagt nicht: „Wir machen alles maximal luxuriös.“ Dacia sagt eher: „Wir machen das, was wirklich gebraucht wird, aber bitte so, dass es nicht nach Verzicht aussieht.“

Und genau das ist die eigentliche Stärke dieses Autos. Der Striker wirkt nicht billig. Er wirkt robust, geräumig, clever und an vielen Stellen sogar erstaunlich schick. Natürlich gibt es harte Kunststoffe. Natürlich gibt es Kompromisse. Aber der erste statische Eindruck zeigt: Dacia hat verstanden, wie man aus einem vernünftigen Budget ein Auto baut, das mehr kann als nur günstig sein.

Wie sieht der Dacia Striker von außen aus?

Optisch macht der Dacia Striker einen deutlich moderneren Eindruck, als man es vor einigen Jahren von der Marke erwartet hätte. Die Front wirkt selbstbewusst, ohne aggressiv zu sein. Besonders auffällig sind die Einlässe in der Motorhaube, die wie kleine Power-Domes wirken. Das sind ausgeformte Bereiche auf der Haube, die dem Auto mehr Spannung und Kraft in der Linienführung geben. Sie haben hier weniger mit einem brachialen Motor darunter zu tun, sondern vor allem mit Designwirkung. Und die funktioniert.

Der Kühlergrill geht sauber in die Lichtsignatur über. Das Tagfahrlicht greift die aktuelle Dacia-Designsprache auf und wirkt deutlich hochwertiger als der Einstiegspreis vermuten lässt. In der getesteten Ausstattung gibt es zudem moderne LED-Technik und eine automatische Fernlichtfunktion. Das bedeutet, dass das Auto das Fernlicht je nach Verkehrssituation selbstständig aktiviert oder abblendet. Gerade auf Landstraßen ist das ein Komfort- und Sicherheitsgewinn.

Mit 4,62 Meter Länge, 1,82 Meter Breite und 1,53 Meter Höhe bewegt sich der Striker klar im C-Segment. Dieses Segment umfasst klassische Kompaktmodelle und kompakte Familienautos. Der Striker ist aber bewusst etwas höher und praktischer gedacht. Der cw-Wert liegt bei 0,29. Der cw-Wert beschreibt den Luftwiderstandsbeiwert. Vereinfacht gesagt: Je niedriger dieser Wert ist, desto leichter schneidet sich das Auto durch die Luft. Das hilft beim Verbrauch, bei der Effizienz und auch bei den Windgeräuschen.

Am Ausstellungsfahrzeug standen 19-Zoll-Räder mit Reifen im Format 225/45 R19. Die schwarz glänzenden Felgen mit hochglanzpolierten Teilflächen passen gut zum Crossover-Auftritt. Der Striker steht damit satt auf der Straße, ohne übertrieben sportlich wirken zu wollen.

Ist der Striker eher SUV, Kombi oder Limousine?

Genau diese Frage macht den Striker spannend. Er ist nicht so hoch und wuchtig wie ein klassisches SUV, aber auch nicht so flach wie eine Limousine. Gleichzeitig bringt er viel von dem mit, was wir an einem Kombi mögen: eine lange Dachlinie, viel Stauraum und eine praktische Heckklappe. Man könnte ihn also als eine Art Lifestyle-Kombi mit Crossover-Genen beschreiben.

Das klingt erst einmal nach Marketingabteilung und Filterkaffee im Besprechungsraum, ist beim Striker aber durchaus nachvollziehbar. Er wirkt robust genug für den Alltag, praktisch genug für Familien und schick genug, um nicht wie ein reines Vernunftauto vor dem Haus zu stehen. Genau diese Mischung dürfte viele ansprechen, die keine Lust auf den nächsten hohen SUV-Klotz haben, aber auch nicht wieder in einen klassischen Kombi zurückwollen.

Am Heck setzt Dacia die Lichtsignatur der Front fort. Die Rückleuchten greifen das T-förmige Design auf und bringen eine moderne LED-Optik mit. Das sieht richtig gelungen aus. Schade ist nur, dass der Dacia-Schriftzug am Heck nicht beleuchtet ist. Klar, irgendwo muss der Preis herkommen. Aber so ein beleuchteter Schriftzug hätte dem Heck noch einmal einen kleinen Showeffekt gegeben. Auch der Heckscheibenwischer hätte aus unserer Sicht eleganter im Dachkantenspoiler verschwinden dürfen. So bleibt er sichtbar auf der Scheibe stehen. Kein Drama, aber ein kleines Detail, bei dem die Designlinie etwas sauberer hätte enden können.

DAS ist der neue Dacia Striker

Welche Antriebe gibt es zum Start?

Zum Start soll der Dacia Striker mit drei elektrifizierten Antriebsvarianten angeboten werden. Eine rein elektrische Variante gibt es zunächst nicht. Und ja, das ist aus Sicht von einfach elektrisch natürlich ein kleiner Stich ins Ladekabel. Gerade ein geräumiger, bezahlbarer Crossover mit Dacia-DNA hätte als vollelektrisches Modell richtig spannend werden können. Vielleicht kommt das später noch. Zum Start setzt Dacia aber auf Benziner mit Elektrifizierung und auf eine LPG-Variante.

Der Einstieg erfolgt mit dem Mild Hybrid 140. Dabei handelt es sich um einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit elektrischer Unterstützung und einer kleinen 0,8-kWh-Batterie. Ein Mild-Hybrid kann nicht längere Strecken rein elektrisch fahren. Er nutzt den Elektroteil vor allem, um den Verbrenner beim Anfahren und Beschleunigen zu unterstützen, Energie beim Bremsen zurückzugewinnen und den Verbrauch zu senken. Rekuperation nennt man diesen Vorgang. Dabei wird Bewegungsenergie, die sonst als Wärme an den Bremsen verpuffen würde, wieder in elektrische Energie umgewandelt.

Diesen Mild Hybrid 140 soll es auch als LPG-Version geben. LPG steht für Liquefied Petroleum Gas, also Autogas. Das ist eine alternative Kraftstoffart, die in Deutschland noch immer eine kleine, aber treue Fangemeinde hat. Der Vorteil liegt häufig bei den Betriebskosten, weil LPG an der Tankstelle meist günstiger ist als Benzin. Für Vielfahrer kann das interessant sein, auch wenn das Tankstellennetz und der zusätzliche Gastank immer mitgedacht werden müssen.

Darüber rangiert der Hybrid 155. Hier arbeitet ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit einem Elektromotor zusammen. Der Elektromotor leistet 49 PS, die Batterie hat eine Kapazität von 1,4 kWh. Das ist ein klassischer Vollhybrid. Ein Vollhybrid kann kurze Strecken elektrisch fahren, zum Beispiel beim Rangieren, im Stadtverkehr oder beim langsamen Rollen. Er muss aber nicht extern geladen werden, sondern lädt seine Batterie über den Verbrennungsmotor und über Rekuperation.

Dacia Striker Fotos

Was macht der Hybrid 150 4×4 anders?

Die spannendste Variante ist der Hybrid 150 4×4. Hier kombiniert Dacia einen 1,2-Liter-Mild-Hybrid-Benziner an der Vorderachse mit einem Elektromotor an der Hinterachse. Der Verbrenner kommt auf 103 kW, also 140 PS, und 230 Newtonmeter Drehmoment. Der Elektromotor an der Hinterachse leistet 23 kW, also 31 PS, und stellt 87 Newtonmeter bereit. Zusammen ergibt sich eine Systemleistung von 110 kW, also 150 PS.

Das Besondere daran ist der elektrische Allradantrieb. Die Hinterachse wird nicht über eine klassische Kardanwelle mechanisch mit dem Verbrennungsmotor verbunden, sondern elektrisch angetrieben. Das spart Bauraum und kann im Alltag effizienter sein. Wenn Traktion gebraucht wird, schaltet sich die Hinterachse zu. Im Gelände oder auf rutschigem Untergrund kann der Fahrer den Allradantrieb gezielt nutzen.

Dazu passt, dass Dacia dem Striker 4×4 verschiedene Fahrprogramme mitgibt. Es gibt Einstellungen für Schnee, eine Downhill-Funktion und Modi für sparsames oder automatisches Fahren. Die Downhill-Funktion hilft beim kontrollierten Bergabfahren. Das Auto hält dabei die Geschwindigkeit, ohne dass der Fahrer ständig bremsen muss. Das ist besonders auf losem Untergrund hilfreich. Dacia wäre schlecht beraten, seine 4×4-Geschichte zu vergessen, und genau das passiert hier nicht.

Wie praktisch ist der Kofferraum?

Beim Kofferraum liefert der Striker eines seiner stärksten Argumente. Rund 600 Liter Stauvolumen stehen zur Verfügung. Das ist für ein Fahrzeug dieser Klasse ein sehr ordentlicher Wert und passt hervorragend zum Anspruch, mehr als nur ein schick gemachter Crossover zu sein.

Die Heckklappe öffnet in der Topvariante elektrisch. Dahinter zeigt sich ein sauber ausgekleideter Laderaum mit Teppich, Beleuchtung, 12-Volt-Steckdose, Haken für Einkaufstaschen und den typischen Dacia-Befestigungsmöglichkeiten für Zubehör. Dazu kommt ein doppelter Ladeboden mit zusätzlichen Fächern. Besonders clever ist die zweigeteilte Hutablage. Weil der Kofferraum tief nach hinten reicht, hat Dacia nicht einfach eine labbrige Abdeckung eingesetzt, sondern zwei stabile Elemente. Die wirken ordentlich, lassen sich herausnehmen und machen einen robusten Eindruck.

Die Rückbank ist federvorgespannt umklappbar. Das bedeutet: Über Hebel im Kofferraum lassen sich die Lehnen entriegeln, anschließend fallen sie mit Unterstützung nach vorn. So entsteht eine große Ladefläche. Ein kleiner Umzug, der Transport sperriger Gegenstände oder der klassische Baumarkt-Eskalationskauf sollten damit kein Problem sein. Wer eigentlich nur eine Packung Schrauben kaufen wollte und am Ende mit zwei Regalen, einer Pflanze und einem Sonderangebot-Grill dasteht, dürfte den Striker schnell zu schätzen wissen.

Noch offen sind Dachlast und Anhängelast. Diese Werte waren zum Zeitpunkt des statischen Checks noch nicht final bekannt. Die Homologation soll bis zum Bestellstart abgeschlossen sein. Deshalb gilt hier: Vorbehaltlich der finalen technischen Daten sollte man diese Angaben noch nicht frei erfinden. Gerade bei einem Crossover mit Familien- und Freizeitanspruch werden Dachlast und mögliche Anhängelast aber wichtige Werte sein.

Dacia Striker Extreme Hybrid 150 4×4 – Cosmic Blue

Wie wirkt der Innenraum?

Innen zeigt Dacia, wie man mit einfachen Materialien trotzdem einen ansprechenden Eindruck erzeugen kann. Ja, die Türverkleidungen bestehen großteils aus hartem Kunststoff. Das muss man nicht schönreden. Aber Dacia kaschiert das geschickt mit Struktur, Stoffeinsätzen, Nähten und recycelten Materialien. Vorne gibt es eine Art neoprenartigen Stoff an der Armauflage, dazu eine wellenförmige Naht und kleine Designelemente, die das Cockpit deutlich wohnlicher machen.

Die vorderen Türen bieten vier elektrische Fensterheber, eine Kindersicherung für die hinteren Fenster, elektrische Spiegelverstellung und in der Topvariante auch eine Anklappfunktion. Dazu kommen Ablagen in den Türen, wenn auch ohne Filz oder Teppich. Bei einem Einstiegspreis unter 25.000 Euro ist das verschmerzbar, auch wenn eine ausgekleidete Ablage immer angenehmer klingt und weniger klappert.

Das Fahrerdisplay macht einen sehr guten Eindruck. Es wirkt scharf, modern und optisch überraschend hochwertig. Ein Head-up-Display gibt es nicht. Ein Head-up-Display projiziert Fahrinformationen in das Sichtfeld des Fahrers, etwa Geschwindigkeit oder Navigationshinweise. Das wäre ein schönes Extra gewesen, aber bei dieser Preisklasse ist der Verzicht nachvollziehbar.

Das Lenkrad ist oben und unten abgeflacht, liegt gut in der Hand und bietet Multifunktionstasten. Links werden unter anderem die Assistenzsysteme bedient, rechts das Infotainment und das Fahrerdisplay. Die Lenksäule lässt sich in Höhe und Abstand einstellen. Das ist wichtig, weil eine gute Sitzposition nicht nur Komfort bedeutet, sondern auch Sicherheit und Kontrolle.

Welche Technik steckt im Cockpit?

Das zentrale Display misst gute zehn Zoll. Das klingt in einer Welt, in der manche Hersteller halbe Fernseher ins Cockpit schrauben, fast bescheiden. Praktisch ist es aber völlig ausreichend. Apple CarPlay und Android Auto sind an Bord. Damit lassen sich Smartphone-Apps wie Navigation, Musikstreaming oder Telefonie direkt über das Fahrzeugdisplay nutzen.

Dacia bietet außerdem eigene Navigationsmöglichkeiten, Bluetooth, Radio, Kalenderfunktionen und weitere Apps. Dazu kommen je nach Ausstattung eine 360-Grad-Kamera, Frontkamera, Rückfahrkamera, Hilfslinien, Felgenkamera und Zoomfunktion. Gerade die Felgenkamera ist bei den schicken 19-Zöllern ein nettes Detail. Wer schon einmal beim Einparken an einem Bordstein gekratzt hat, weiß: So eine Kamera kann billiger sein als eine Felgenreparatur.

Auch bei den Assistenzsystemen ist der Striker ordentlich aufgestellt. Adaptive Cruise Control, also ein Abstandsregeltempomat, hilft beim gleichmäßigen Fahren im Verkehr. Das System hält nicht nur die gewählte Geschwindigkeit, sondern passt sie auch an vorausfahrende Fahrzeuge an. Dazu kommen Funktionen wie Active Braking und eine Infrarot-Aufmerksamkeitserkennung. Letztere überwacht, ob der Fahrer aufmerksam bleibt. Das klingt ein bisschen nach digitalem Beifahrer mit erhobenem Zeigefinger, ist aber Teil moderner Sicherheitsanforderungen, aber wie von Renault und Dacia gewöhnt, gibt es die My-Perso-Safety-Taste – zwei mal gedrückt, schon sitzt man im Bimmel-Bammel-Ruhe-Glück.

Erfreulich ist auch die Klimabedienung. Es gibt echte Bedienelemente für Temperatur und Lüftung. Man kann also während der Fahrt die Temperatur blind hoch- oder herunterregeln, ohne erst durch drei Untermenüs zu tippen. Das ist kein altmodischer Rückschritt, sondern schlicht gute Bedienbarkeit.

Wie viel cleverer Stauraum steckt im Striker?

Dacia nutzt die Mittelkonsole sehr geschickt. Es gibt USB-C-Anschlüsse, eine induktive Ladefläche für Smartphones, gummierte Ablagen, einen Fahrstufenregler, eine Parktaste und im 4×4 zusätzliche Tasten für die Fahrprogramme. Besonders gelungen ist das modulare Ablagekonzept in der Mittelarmlehne. Einsätze lassen sich herausnehmen oder einsetzen, je nachdem ob Becherhalter, größere Fächer oder zusätzliche Ablagen gebraucht werden.

Das klingt nach Kleinkram, ist im Alltag aber genau die Art von Detail, die ein Auto angenehmer macht. Ein Auto muss nicht nur auf dem Papier funktionieren. Es muss auch wissen, wohin mit Handy, Schlüssel, Getränk, Sonnenbrille, Parkticket und dem einen mysteriösen USB-Kabel, das seit drei Jahren im Auto liegt und trotzdem nie passt.

Das große Glasdach bringt viel Licht in den Innenraum. Es reicht weit nach hinten und lässt den Striker luftiger wirken. Eine sichtbare Verdunklung oder ein Rollo war beim gezeigten Fahrzeug allerdings nicht zu finden. Das kann im Hochsommer ein Thema werden. Bei 35 Grad in Mailand denkt man automatisch an den Herdplatteneffekt. Hier muss sich später zeigen, wie gut Tönung und Beschichtung die Hitze draußen halten.

Wie sitzt man vorne?

Vorne bietet der Striker viel Platz und eine gute Übersicht. Die Sitzposition passt zum Crossover-Anspruch: etwas erhabener, aber nicht thronartig. Die Sitze wirken hochwertig gestaltet, mit grauem Stoff, Dacia-Logo, schönen Nähten und integrierten Kopfstützen. Die Oberschenkelauflage ist angenehm lang, die Seitenführung ordentlich und die Lendenunterstützung sorgt für zusätzlichen Komfort.

Optisch erinnern die Sitze ein wenig an skandinavisches Möbeldesign auf vier Rädern. Böse Zungen könnten sogar eine leichte Volvo-Assoziation erkennen. Das ist an dieser Stelle ausdrücklich als Kompliment gemeint. Dacia hat hier nicht einfach irgendeinen Sitz ins Auto geschraubt, sondern sichtbar am Eindruck gearbeitet.
Der Armaturenträger besteht zwar aus hartem Kunststoff, wirkt durch Dekor, Nahtbild und Stoffeinsätze aber deutlich hochwertiger, als es das Material allein vermuten lässt. Ein glänzender Bereich könnte bei Sonneneinstrahlung spiegeln. Das muss ein späterer Fahrbericht zeigen. Statisch fällt es auf, im Alltag muss es sich beweisen.

Dacia Striker Journey Hybrid 155 – Frost Green

Wie viel Platz bietet die zweite Reihe?

Auch hinten liefert der Dacia Striker solide Werte. Der Einstieg verlangt wegen der leicht abfallenden Dachlinie ein kleines Einziehen des Kopfes, aber auf der Rückbank sitzt man ordentlich. Bei 1,85 Meter Körpergröße bleibt genügend Kopffreiheit und auch die Kniefreiheit fällt vernünftig aus, wenn der Vordersitz praxisnah eingestellt ist.

Nicht ganz perfekt ist die Fußfreiheit unter dem Vordersitz. Dort scheint etwas Bauraum im Weg zu sein, sodass man die Füße nicht besonders tief nach vorn schieben kann. Das ist kein Totalausfall, aber auf längeren Strecken kann so etwas den Komfort beeinflussen.

Gut gelöst sind die Lüftungsdüsen im Fond. Gerade im Sommer und Winter ist eine vernünftige Luftverteilung im Innenraum wichtig. Zusätzlich gibt es hinten zwei USB-C-Anschlüsse, Taschen an den Vordersitzen, Befestigungspunkte für Zubehör und eine Mittelarmlehne. Die Mittelarmlehne hat integrierte Becherhalter. Praktisch, aber für kräftigere Ellenbogen nicht unbedingt die bequemste Lösung. Eine durchgehende Fläche mit ausklappbaren Becherhaltern wäre eleganter gewesen.

Isofix-Befestigungen gibt es auf den äußeren Rücksitzen. Auf dem Beifahrersitz wurde keine Isofix-Aufnahme gefunden. Für Familien mit drei kleinen Kindern wäre ein dritter Isofix-Punkt vorne oder mittig hinten wünschenswert gewesen.

Wo spart Dacia sichtbar?

Dacia spart dort, wo es auffällt, aber nicht zwingend weh tut. Die hinteren Türverkleidungen sind einfacher ausgeführt als vorne. Es gibt weniger Stoffeinsätze, keine weich gepolsterte Armauflage und insgesamt mehr harten Kunststoff. Das ist schade, aber nicht überraschend.

Man kann es auch positiv sehen: In einem Familienauto, in dem Kinder mit Schuhen, Rucksäcken, Trinkflaschen und Keksbröseln einsteigen, ist harter Kunststoff robuster und leichter zu reinigen. Trotzdem bleibt unser journalistischer Reflex erhalten: Eine weichere Armauflage hinten hätte dem Striker gutgetan.

Auch unter der Motorhaube zeigt sich Dacia pragmatisch. Die Haube ist recht schwer und wird mit einem klassischen Haltestab offengehalten. Gasdruckdämpfer wären schöner gewesen. Aber mal ehrlich: Wie oft öffnet man im modernen Alltag wirklich die Motorhaube? Für Wischwasser, Ölstand und gelegentliche Kontrolle reicht die Lösung. Der Wischwasser-Einfüllstutzen ist gut erreichbar platziert, die wichtigsten Flüssigkeiten sind zugänglich und der Motorraum ist ordentlich verkleidet.

Wann kommt der Dacia Striker?

Bestellbar sein soll der Dacia Striker voraussichtlich ab Oktober. In den Handel könnte er dann gegen Ende Dezember kommen. Die finalen Homologationsdaten, darunter Dachlast und Anhängelast, standen beim statischen Check noch aus. Genau diese Werte werden später wichtig, wenn der Striker nicht nur als schicker Crossover, sondern auch als echtes Alltags- und Freizeitauto überzeugen soll.

Der Preisstart unter 25.000 Euro ist dabei das zentrale Argument. In dieser Fahrzeuggröße, mit 4,62 Meter Länge, rund 600 Liter Kofferraum, moderner Optik, elektrifizierten Antrieben und optionalem Allrad, ist das eine Kampfansage. Nicht laut, nicht prollig, aber ziemlich wirksam.

Bringen wir es nun endlich mal auf den Punkt?

Der Dacia Striker wirkt nach dem ersten statischen Eindruck wie ein sehr clever gesetzter Schachzug. Er ist groß genug für Familien, praktisch genug für den Alltag, robust genug für Freizeitnutzer und schick genug, um nicht nur über den Preis verkauft zu werden. Genau darin liegt seine Stärke.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Eine vollelektrische Variante fehlt. Der Heckscheibenwischer dürfte eleganter versteckt sein. Hinten hätten wir uns weichere Armauflagen gewünscht. Ein Head-up-Display wäre schön gewesen. Das Glasdach muss erst noch zeigen, ob es im Hochsommer wirklich angenehm bleibt. Und bei Dachlast sowie Anhängelast müssen wir die finalen Daten abwarten.

Aber das Gesamtpaket stimmt. Wenn der Striker später auch auf der Straße überzeugt, wenn Fahrwerk, Geräuschkomfort, Verbrauch und Allradfunktion so gut funktionieren wie der erste Eindruck hoffen lässt, dann könnte dieses Auto tatsächlich einer der spannendsten Dacia-Starts der kommenden Zeit werden.
Der Dacia Striker ist kein Auto für Menschen, die überall Klavierlack, Ambientebeleuchtung und elektrische Duftpatronen brauchen. Er ist ein Auto für Menschen, die Platz, Sinn, robuste Lösungen und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis suchen. Und genau deshalb könnte er 2026 ein echter Geheimtipp werden.

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