Endlich ist er da, der neue Opel Astra Electric Sportstourer. Opel hat seinem elektrischen Kompaktkombi im Rahmen der Modellpflege an einigen entscheidenden Stellen den Feinschliff verpasst und genau das macht dieses Auto spannend. Denn der Astra will nicht das spektakulärste Elektroauto am Markt sein. Er will auch nicht mit Superlativen um sich werfen. Stattdessen versucht er, ein ehrliches, alltagstaugliches und gut gemachtes Elektroauto zu sein, das vor allem für Familien, Vielfahrer und Kombi-Fans interessant werden könnte.
Wir hatten den Astra Electric Sportstourer jetzt endlich nicht nur statisch, sondern auch fahrend vor der Kamera und auf der Straße. Und genau deshalb schauen wir uns heute an, was Opel bei der Modellpflege verbessert hat, wo die Stärken liegen, wo es noch hakt und für wen dieser elektrische Kombi am Ende wirklich die passende Wahl sein könnte.
Was hat sich außen getan?
Wie immer starten wir von außen und natürlich von vorne. Dort zeigt der modellgepflegte Astra Electric sofort, dass Opel optisch nachgeschärft hat. Besonders ins Auge fällt das nun beleuchtete Opel-Logo in der Front. Opel betont, dass man hier beim Astra als erster die Zulassung dafür bekommen habe, das Emblem sowohl im Stand als auch während der Fahrt leuchten zu lassen. Und man muss sagen: Das steht dem Auto gut. Gerade in Verbindung mit der neuen Frontoptik wirkt der Astra moderner, präsenter und ein Stück hochwertiger.
Dazu kommen die sauber gezeichneten Tagfahrlichter mit ihren dreidimensionalen Details und optionalen Matrix-LED-Scheinwerfern. Gerade diese Front ist so ein Bereich, an dem der Astra Electric wirklich gewinnt. Das ist kein wildes Zukunftsdesign, sondern eine stimmige Weiterentwicklung, die angenehm selbstbewusst wirkt.
Opel Asta Electric Sportstourer Test-Video
Auch die Seitenansicht funktioniert. Unser Testwagen stand in einem satten Mittelgrün-Metallic da, kombiniert mit schwarzem Dach, schwarzen Außenspiegeln und schwarzen Fensterrahmen. Das streckt den Kombi optisch, lässt ihn flacher wirken und gibt ihm genau die Portion Dynamik, die so ein elektrischer Familienlaster gut gebrauchen kann. Auf den 18-Zoll-Rädern im Format 215/45 R18 steht der Astra satt da, ohne sich optisch zu übertreiben.
Ganz ohne Kritik kommt das Exterieur aber nicht davon. Die Dachantenne in Haifischflossenform wirkt auf dem ansonsten recht cleanen Aufbau fast schon wie ein Fremdkörper. Da hätte man sich gewünscht, Opel hätte im Zuge der Modellpflege noch einen Schritt weitergedacht und die Technik eleganter integriert. Auch am Heck bleibt der große Wurf aus. Die LED-Rückleuchten sehen ordentlich aus, die dritte Bremsleuchte hat mit ihrer Anmutung fast schon etwas Motorsport-Flair, aber insgesamt ist das Heck eher solide als aufregend. Und ja, auch der Heckwischer hätte eleganter im Dachspoiler verschwinden dürfen. Andere Hersteller zeigen, dass das geht.
Wie praktisch ist der Astra Electric Sportstourer wirklich?
Gerade als Sportstourer muss der Astra natürlich liefern, wenn es um Platz, Variabilität und Nutzwert geht. Und genau hier sammelt er einige echte Pluspunkte. Mit 4,64 Metern Länge, knapp 1,86 Metern Breite ohne Spiegel, rund 2,06 Metern inklusive Außenspiegeln, 1,49 Metern Höhe und einem Radstand von 2,73 Metern bringt der Opel gute Voraussetzungen für einen geräumigen Kompaktkombi mit.
Schon beim Kofferraum wird klar, warum die Kombiversion im elektrischen Alltag für viele die spannendere Wahl sein dürfte. 516 Liter Gepäckraumvolumen sind eine Ansage. Dazu gibt es unter dem Ladeboden noch zusätzlichen Stauraum für Kabel oder Kleinkram. Alles ist ordentlich mit Teppich ausgekleidet, links gibt es einen Haken, rechts Licht und eine 12-Volt-Steckdose. Solche Details sind es, die im Alltag wirklich zählen.
Besonders gelungen ist die Rückbanklösung. Opel setzt hier auf eine 40:20:40-Teilung. Das ist praktisch, weil sich lange Gegenstände durchladen lassen, ohne dass gleich der halbe Fond geopfert werden muss. Wer mit vier Personen und Ski, Kinderwagen oder sonstigem sperrigem Gepäck unterwegs ist, wird das schnell zu schätzen wissen. Klappt man alles um, wächst das Ladevolumen auf 1454 Liter an. Für einen elektrischen Kompaktkombi ist das ein sehr ordentlicher Wert.
Die elektrisch öffnende Heckklappe ist beim Sportstourer ebenfalls ein echter Vorteil gegenüber dem Fünftürer. Was dagegen enttäuscht, ist das Thema Anhängelast. Genau genommen gibt es hier keinen echten Grund zum Feiern. Eine optionale Anhängerkupplung ist zwar möglich, am Ende bleibt es aber nur bei einer Stützlast von 60 Kilogramm. Das ist selbst für zwei E-Bikes auf einem Heckträger schon schnell ein Thema. Eine echte Anhängelast zum Ziehen eines kleinen Anhängers oder gar eines leichten Wohnwagens fehlt. Und das ist schade. Gerade ein Kombi weckt Erwartungen an Vielseitigkeit und Zugfahrzeug-Qualitäten. Hier lässt Opel Potenzial liegen.
Immerhin sind 80 Kilogramm Dachlast möglich. Das hilft bei Dachboxen oder anderen Transportlösungen zumindest ein Stück weit weiter.
Was steckt technisch im Astra Electric?
Unter der vorderen Haube sitzt kein Frunk, sondern klassisch die Antriebstechnik. Der Astra Electric Sportstourer bleibt bei einem Frontantrieb mit 115 kW, also 156 PS, und 270 Newtonmetern Drehmoment. Das reicht für den Sprint von 0 auf 100 km/h in 9,5 Sekunden und für eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h.
Das klingt auf dem Papier erstmal nicht nach großem Feuerwerk, passt aber ziemlich gut zum Charakter des Autos. Der Astra will kein Sportler sein, auch wenn er optisch durchaus dynamisch auftreten kann. Er ist vielmehr ein Kombi für den Alltag, für Pendelstrecken, Familienfahrten und längere Etappen mit überschaubarem Energieverbrauch.
Im Unterboden sitzt ein 400-Volt-Batteriepaket mit 58 kWh brutto und 55 kWh netto. Geladen wird serienmäßig dreiphasig mit 11 kW AC. DC-seitig sind bis zu 100 kW möglich, womit der Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent laut Opel in 32 Minuten erledigt sein soll.
Genau hier beginnt aber einer der wichtigsten Kritikpunkte an diesem Auto. 100 kW Ladeleistung sind im Jahr 2026 schlicht nicht mehr besonders beeindruckend. Ja, nicht jeder Nutzer jagt von HPC zu HPC. Ja, viele Menschen machen beim Laden ohnehin Pause. Aber in einem Markt, in dem immer mehr Hersteller mit 800-Volt-Architektur, höheren Peaks und besseren Ladeverläufen aufschlagen, wirkt der Astra Electric an dieser Stelle konservativ.
Noch wichtiger ist aber ein anderer Punkt: die Batteriegröße. Gerade weil der Astra als Sportstourer ein so sympathischer Reisekombi sein könnte, hätte ihm eine zweite, größere Akkuoption sehr gut gestanden. Ein Paket im Bereich von rund 80 kWh netto wäre genau das gewesen, was dieses Auto für Langstreckenfahrer und Familien endgültig auf ein anderes Niveau gehoben hätte. So bleibt es bei einer Konfiguration, die für viele Einsatzzwecke reicht, aber nicht den maximalen Nutzwert aus dem Fahrzeugkonzept herausholt.
Wie fühlt sich der Innenraum an?
Innen hat Opel nachgebessert und das merkt man tatsächlich. Der Materialmix wirkt aufgeräumter, wertiger und weniger verspielt als zuvor. Positiv ist vor allem, dass störende Klavierlackflächen weitgehend verschwunden sind. Stattdessen gibt es matte Oberflächen, weich unterschäumte Bereiche und optische Akzente, die an gebürstetes Aluminium erinnern. Das wirkt erwachsener und weniger anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer.
Die Türverkleidungen vorne machen einen guten Eindruck. Oben weich, dazu Kunstleder, Mikrofaseroptik und vernünftig dimensionierte Ablagen, in die auch große Flaschen passen. Schade ist nur, dass manche Fächer nicht stärker gegen Klappern ausgekleidet sind. Genau solche Kleinigkeiten fallen im Alltag auf, gerade wenn das Auto älter wird oder wenn man häufig lose Gegenstände transportiert.
Die Sitze gehören zu den klaren Stärken. In der Ultimate-Ausstattung mit Mikrofaser- und Kunstlederbezug bieten sie guten Seitenhalt, angenehme Polsterung und eine ausziehbare Sitzauflage. Das ist gerade für große Fahrer ein echtes Plus. Wer lange Strecken fährt, merkt schnell, dass Opel beim Thema Sitzkomfort nach wie vor weiß, was man tut. Nicht umsonst genießt die Marke in diesem Bereich seit Jahren einen guten Ruf.
Das Platzangebot vorn fällt großzügig aus. Der Beifahrersitz lässt sich weit zurückschieben, wodurch man fast schon eine Klasse höher vermuten könnte. Auch das optionale Panorama-Glasschiebedach passt gut ins Gesamtbild. Es bringt Licht in den Innenraum und nimmt überraschend wenig Kopffreiheit weg.
Wie gut ist Infotainment und Bedienung gelöst?
Ein echter Pluspunkt des Astra Electric ist, dass Opel bei der Bedienung nicht jedem Trend hinterherläuft. Das Infotainment wurde modernisiert, die Grafiken sind neu, die Prozessoren schneller und die Darstellung wirkt frischer. Apple CarPlay und Android Auto sind natürlich dabei, ebenso weitere Funktionen bis hin zu Games. Das System wirkt insgesamt zeitgemäß und logisch aufgebaut.
Noch wichtiger ist aber etwas anderes: Opel hat physische Tasten an den richtigen Stellen gelassen. Die Klimabedienung erfolgt weiterhin über haptische Schalter, dazu gibt es einen echten Lautstärkeregler. Genau das macht den Unterschied zwischen einem Auto, das man im Alltag gern nutzt, und einem, das einen im täglichen Betrieb mit Touch-Menüs nervt. Wer während der Fahrt schnell Temperatur oder Lautstärke anpassen will, wird das sehr zu schätzen wissen.
Die Mittelkonsole ist ebenfalls clever gelöst. Es gibt zwei USB-C-Anschlüsse, 12 Volt, eine induktive Ladefläche und weitere Ablagemöglichkeiten mit gummierten Einlagen und Rollos. Gerade diese Rollos gefallen, weil sie praktisch sind, ruhig wirken und dafür sorgen, dass abgelegte Gegenstände nicht sofort herumklappern. Die zweigeteilt zu öffnende Mittelarmlehne ist ebenfalls so ein Detail, das im Alltag Freude macht.
Nicht alles ist perfekt. Die induktive Ladeschale scheint ohne aktive Belüftung auszukommen, was bei längeren Fahrten und warmer Umgebung problematisch werden kann. Und wer in der Ladepause gern Video-Apps nutzen würde, dürfte sich fragen, warum YouTube oder ähnliche Anwendungen nicht integriert wurden.
Wie sitzt man im Fond?
Auch im Fond zeigt sich der Astra Electric Sportstourer solide bis gut. Erwachsene sitzen ordentlich, die Rückbank ist bequem gepolstert und die Materialanmutung bleibt auch hinten auf erfreulich hohem Niveau. Isofix gibt es auf den äußeren Rücksitzen, dazu Luftdüsen und USB-C-Anschluss.
Bei einer auf den Fahrer mit 1,85 Metern eingestellten Sitzposition bleibt hinten noch akzeptabler Knieraum übrig, etwa knapp eine Faust. Das ist nicht Klassenbestwert, aber absolut brauchbar. Die Füße lassen sich unter die Vordersitze schieben, wenn auch nicht ganz widerstandslos. Hier merkt man die Plattformkompromisse, die daraus entstehen, dass Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektroversion auf derselben Basis entstehen.
Die Kopffreiheit fällt trotz Glasdach überraschend gut aus. Wer also mit Familie unterwegs ist, bekommt hier ein ordentliches Raumangebot. Zwei USB-C-Anschlüsse im Fond wären allerdings zeitgemäßer gewesen als nur einer. Gerade wenn mehrere Personen mit Smartphones oder Tablets reisen, ist das schnell ein Thema.
Wie fährt sich der Opel Astra Electric Sportstourer?
Kommen wir zum entscheidenden Punkt: dem Fahreindruck. Und der fällt unterm Strich positiv aus. Schon beim Rangieren zeigt der Opel eine Stärke, die im Alltag Gold wert ist. Der Wendekreis von 10,70 Metern ist für ein Auto dieser Größe wirklich gut. Gerade im Stadtverkehr, in Parkhäusern oder beim Umdrehen auf engen Straßen merkt man schnell, wie handlich der Sportstourer wirkt.
Auch beim Einparken schlägt er sich ordentlich. Die Rückfahrkamera liefert ein scharfes Bild, dazu kommen Hilfslinien und eine Top-View-Darstellung. Eine Frontkamera oder ein vollwertiges 360-Grad-System gibt es zwar nicht, aber das vorhandene System reicht in der Praxis meistens aus.
Auf der Straße fühlt sich der Astra Electric erwachsener an, als seine Leistungsdaten vielleicht vermuten lassen. Die 115 kW wirken im Alltag ausreichend, teilweise sogar agiler, als es die Werksangabe von 9,5 Sekunden auf 100 km/h vermuten lässt. Im Sportmodus geht es zügig voran, und auf kurvigen Landstraßen zeigt der Opel, dass Fahrwerk und Lenkung ordentlich abgestimmt wurden. Er lenkt direkt ein, bleibt sauber auf Spur und vermittelt ein gutes Gefühl.
Dass Opel hier noch einmal Hand ans Fahrwerk gelegt hat, spürt man. Der Astra fährt sich straff, aber nicht unkomfortabel. Er liegt sauber auf der Straße und macht auf kurvigen Strecken tatsächlich Spaß. Gerade für Fahrerinnen und Fahrer, die ein etwas direkteres, europäisch abgestimmtes Fahrwerk mögen, passt das gut.
Natürlich gibt es Grenzen. Bei voller Beladung und in bestimmten Situationen merkt man, dass 156 PS und Frontantrieb eben keine Übermacht darstellen. Wer sehr viel Leistung oder maximale Traktion sucht, schaut sich womöglich anderswo um. Aber für den gedachten Einsatzzweck reicht das Gesamtpaket absolut aus.
Wie gut sind Komfort und Geräuschniveau?
Auch hier sammelt der Astra Electric Punkte. Im Innenraum geht es angenehm leise zu. Gemessen wurden bei 50 km/h etwa 61 bis 62 dB, bei 70 km/h rund 68 bis 70 dB und bei 100 km/h etwa 70 bis 72 dB. Das sind ordentliche Werte. Gerade auf längeren Etappen bleibt der Opel angenehm zurückhaltend und erlaubt entspannte Gespräche oder Telefonate.
Die Verbundsicherheitsverglasung trägt ihren Teil dazu bei, Außengeräusche zu reduzieren. Dazu kommt, dass Elektromobilität ohnehin mit einer angenehmen Ruhe unterwegs ist. Genau das macht den Astra auf Reisen sympathisch. Man gleitet leise dahin, ohne Getrieberuckeln, ohne Motorengeräuschkulisse, ohne hektische Unruhe.
Die Sitze tragen ihren Teil zum guten Reiseeindruck bei. Auch Steffens berühmtes Popometer zeigte sich nach längerer Fahrt durchaus angetan. Das Fahrwerk federt eher straff, steckt Bodenwellen und Unebenheiten aber ordentlich weg, ohne unangenehm zu wirken. Wer es noch etwas weicher mag, könnte tatsächlich beim technisch verwandten Peugeot E-308 SW eine leicht komfortbetontere Abstimmung finden. Der Opel gibt sich hier bewusst etwas deutscher und fester.
Wie schlagen sich die Assistenzsysteme?
Die Assistenzsysteme machen insgesamt einen guten, wenn auch nicht perfekten Eindruck. Der adaptive Tempomat übernimmt erkannte Geschwindigkeiten nach Bestätigung, der Spurhalte- und Lenkassistent hält das Fahrzeug ordentlich in der Mitte der Fahrbahn, auch in Kurven funktioniert das System überzeugend.
Allerdings merkt man, dass Opel hier nicht zur Speerspitze der Entwicklung gehört. Es fehlt an echter Prädiktivität, also an einem System, das vorausschauend auf Tempolimits, Kurven oder Verkehrssituationen reagiert und das Tempo entsprechend von selbst anpasst. Andere Hersteller sind da inzwischen einen Schritt weiter. Funktional ist das System, aber eben nicht besonders visionär.
Praktisch ist dagegen die Lösung für die Rekuperation. Statt einer separaten B-Taste setzt Opel nun auf Schaltwippen hinter dem Lenkrad, mit denen sich die Verzögerung in drei Stufen regeln lässt. Das ist eine gute Entscheidung. Man kann situativ eingreifen, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen, und je nach Strecke zwischen stärkerem Verzögern und freiem Rollen wählen.
Wie effizient ist der Astra Electric im Alltag?
Beim Verbrauch liefert der Astra Electric Sportstourer einen erfreulichen Eindruck ab. Auf unserer Testfahrt über rund 60 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 km/h und unter Einhaltung der jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeiten lag der Verbrauch bei 18,2 kWh pro 100 Kilometer. Im Bordcomputer fanden wir zudem einen Wert von 18,0 kWh pro 100 Kilometer über 530 Kilometer bei durchschnittlich 44 km/h.
Bei Temperaturen von etwa 10 bis 11 Grad Celsius ist das ein guter Wert. Der Astra zeigt damit, dass er effizient bewegt werden kann und nicht unnötig Energie verschwendet. Gerade im Alltag und auf gemischten Strecken ist das ein wichtiger Punkt. Denn nicht nur Batteriegröße und Ladeleistung entscheiden darüber, wie angenehm ein Elektroauto zu fahren ist, sondern auch die Frage, wie weit man mit der verfügbaren Energie tatsächlich kommt.
2026 Opel Astra Electric Sportstourer Fotos
















Wo liegen die Schwächen des Astra Electric?
So sympathisch der Astra Electric Sportstourer unterm Strich auch ist, es gibt ein paar Punkte, die man klar benennen muss. Der größte Kritikpunkt bleibt die fehlende Akkuwahl. Gerade ein elektrischer Kombi sollte mehr Langstreckenoptionen bieten. Wer häufiger in den Urlaub fährt, weite Pendelstrecken absolviert oder das Fahrzeug als echten Allrounder nutzen möchte, hätte von einer größeren Batterie massiv profitiert.
Der zweite große Punkt ist die Ladeperformance. 100 kW Peak und rund 32 Minuten von 20 auf 80 Prozent sind ordentlich, aber eben nicht mehr zeitgemäß ambitioniert. Für viele Nutzer mag das reichen, doch das Umfeld entwickelt sich weiter und der Astra wirkt hier nicht wie ein technologischer Vorreiter. Nach ca. elf Minuten unter idealen Bedingungen an der Ladesäule soll man ungefähr 100 Kilometer Reichweite nachgeladen haben. State of the Art sieht in dieser Disziplin leider anders aus!
Dazu kommt die schwache Nutzlast beim Thema Ziehen. Die geringe Stützlast und das Fehlen einer echten Anhängelast passen nicht zu einem Kombi, der eigentlich nach Alltagstalent und Freizeitnutzen ruft.
Und schließlich bleiben die üblichen Plattformkompromisse spürbar. Hier und da merkt man, dass dieses Auto nicht von Anfang an als reines Elektrofahrzeug gedacht wurde. Das betrifft etwa den Bauraum, die fehlende Akkuvarianz oder manche Details im Packaging.
Ist der Opel Astra Electric Sportstourer am Ende trotzdem ein gutes Auto?
Ja, ist er. Und zwar auf eine sehr ehrliche Art. Der Opel Astra Electric Sportstourer ist kein Blender, kein Tech-Showcar und kein Elektroauto, das mit absurden Leistungsdaten Eindruck schinden will. Er ist ein vernünftig gemachter, angenehm fahrender und optisch gelungener Elektrokombi, der vieles richtig macht.
Er punktet mit einem schönen Design, guten Sitzen, wertigerem Innenraum, guter Bedienbarkeit, ordentlicher Effizienz und einem wirklich gelungenen Fahrwerk. Dazu kommt der praktische Kofferraum, die clevere Rückbankaufteilung und die angenehme Langstreckentauglichkeit im Sinne von Komfort und Geräuschniveau.
Gleichzeitig ist er aber auch ein Auto, bei dem man merkt, dass noch mehr drin gewesen wäre. Mehr Akku. Mehr Ladeleistung. Mehr Vielseitigkeit beim Thema Anhängelast. Genau diese Punkte verhindern, dass der Astra Electric Sportstourer ganz nach vorne fährt.
Bringen wir es auf den Punkt?
Der modellgepflegte Opel Astra Electric Sportstourer ist ein gutes Auto mit einem nachvollziehbaren Konzept. Er sieht stark aus, fährt angenehm, bietet viel Platz und macht im Alltag vieles richtig. Vor allem zeigt Opel, dass man Kritikpunkte der Vergangenheit ernst genommen hat. Weniger Klavierlack, mehr Wertigkeit, bessere Details im Innenraum, dazu ein rundes Fahrverhalten und ein insgesamt stimmiger Auftritt.
Wer einen elektrischen Kombi sucht, der bodenständig, angenehm und alltagstauglich ist, sollte sich dieses Auto auf jeden Fall anschauen. Wer allerdings maximale Reichweite, modernste Ladeperformance oder echte Zugfahrzeugqualitäten erwartet, wird mit den Grenzen des Konzepts konfrontiert.
Der Astra Electric Sportstourer ist damit genau das, was Opel traditionell oft am besten konnte: ein vernünftiges Auto für viele Menschen. Und manchmal ist genau das deutlich mehr wert als jedes Marketingfeuerwerk.



















