Mit dem neuen Subaru Uncharted betritt Subaru endgültig die moderne Welt der elektrischen SUV Coupés. Und genau deshalb ist dieses Fahrzeug spannend. Subaru steht seit Jahrzehnten für robuste Allradtechnik, praktische Fahrzeuge und eine extrem treue Fangemeinde. Elektroautos hingegen galten bei Subaru bislang eher als vorsichtiger Seitenschritt statt als mutiger Sprung nach vorne. Der Uncharted soll das nun ändern.
Bereits auf den ersten Metern wird klar, dass Subaru hier nicht einfach irgendein Elektroauto auf die Räder gestellt hat. Der Uncharted versucht vielmehr die klassische Subaru-DNA mit moderner Elektromobilität zu verbinden. Herausgekommen ist ein Elektro-SUV Coupé, das vieles richtig macht, aber auch ein paar Schwächen mitbringt, die man kennen sollte.
Wie wirkt der Subaru Uncharted von außen?
Optisch macht der Uncharted zunächst einmal vieles richtig. Die Front wirkt modern und gefällig, ohne übertrieben futuristisch zu sein. Besonders die Kombination aus schmalen Tagfahrleuchten und darunter integriertem LED-Fahrlicht sorgt für einen hochwertigen Eindruck. Subaru setzt dabei klar auf Aerodynamik. Das erkennt man unter anderem an den sogenannten Air Curtains.
Air Curtains sind gezielt geformte Luftkanäle an der Front eines Fahrzeugs. Sie leiten den Luftstrom sauber an den Rädern vorbei und reduzieren Verwirbelungen. Das verbessert die Effizienz und senkt im Idealfall den Stromverbrauch auf der Autobahn. Gerade bei Elektroautos spielt Aerodynamik eine immer größere Rolle, weil jeder eingesparte Luftwiderstand direkt Reichweite bedeutet.
Mit 4,53 Metern Länge, 1,87 Metern Breite und einer Höhe von 1,62 Metern positioniert sich der Uncharted mitten im beliebten Segment der kompakten Elektro-SUV. Der Radstand von 2,75 Metern verspricht zudem ordentliche Platzverhältnisse im Innenraum.
Besonders gelungen finden wir die Seitenlinie. Die leicht abfallende Dachform sorgt für eine sportliche Coupé-Silhouette, ohne komplett unpraktisch zu werden. Subaru verzichtet hinten auf einen übertriebenen Dachspoiler und integriert stattdessen eine dezente Abrisskante. Diese soll zusätzlichen Anpressdruck erzeugen und gleichzeitig den Luftstrom sauber abreißen lassen.
Welche Antriebe und Akkus bietet Subaru an?
Beim Antrieb zeigt sich der Uncharted erfreulich vielseitig. Subaru bietet gleich mehrere Leistungsstufen an. Die Einstiegsversion kombiniert Frontantrieb mit 123 kW beziehungsweise 167 PS. Darüber rangiert eine stärkere Frontantriebsvariante mit 165 kW beziehungsweise 224 PS. Wer es sportlicher möchte, bekommt den Uncharted auch mit Allradantrieb und satten 252 kW beziehungsweise 343 PS. Damit sprintet das Elektro-SUV in rund fünf Sekunden auf 100 km/h.
Zwischen den Achsen sitzt ein 400-Volt-Akkupaket mit entweder 58 oder 77 kWh Kapazität. Das ist inzwischen ein typischer Wert in dieser Fahrzeugklasse. Interessant wird es allerdings bei der Höchstgeschwindigkeit. Subaru begrenzt den Uncharted auf lediglich 160 km/h. Das wirkt zunächst überraschend niedrig, dürfte aber bewusst gewählt worden sein, um Effizienz und Reichweite zu optimieren.
Wie lädt der Subaru Uncharted?
Beim Laden liefert Subaru ein insgesamt solides Paket ab. AC-Laden ist je nach Variante mit 11 oder sogar 22 kW möglich. Gerade die 22-kW-Option ist im Alltag tatsächlich ein echter Vorteil, weil das Fahrzeug damit an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen deutlich schneller nachladen kann als viele Konkurrenten, die weiterhin bei 11 kW begrenzt bleiben.
An der Schnellladesäule unterstützt der Uncharted bis zu 150 kW Ladeleistung. Laut Subaru soll der Akku damit in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden können. Das ist kein Spitzenwert im Markt, aber absolut alltagstauglich für längere Reisen.
Der Ladeanschluss sitzt auf der Fahrerseite direkt vor der Tür. Darüber kann man diskutieren. Manche Fahrer bevorzugen diese Position, andere hätten den Anschluss lieber klassisch vorne oder hinten an der Fahrzeugseite. Einen Frunk, also einen zusätzlichen kleinen Kofferraum unter der Fronthaube, gibt es leider nicht. Gerade dort hätte man Ladekabel sauber verstauen können.
Subaru Uncharted Fotos
















Wie praktisch ist der Kofferraum?
Der Kofferraum fasst 403 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf 1.323 Liter an. Damit liegt der Uncharted im soliden Mittelfeld seiner Klasse. Der doppelte Ladeboden bietet zusätzliche Verstaumöglichkeiten, wirkt allerdings etwas wabbelig und könnte besser fixiert sein.
Positiv überrascht hat uns hingegen die integrierte 230-Volt-Steckdose mit bis zu 1.500 Watt Leistung. Damit lassen sich externe Geräte direkt über den Fahrzeugakku betreiben. Vom Elektrogrill bis hin zu Werkzeugen auf einer Baustelle sind damit viele Einsatzmöglichkeiten denkbar. Diese sogenannte Vehicle-to-Load-Funktion wird bei Elektroautos immer wichtiger.
Weniger überzeugend fällt dagegen die Anhängelast aus. Die frontgetriebenen Varianten dürfen lediglich 750 Kilogramm gebremst ziehen. Erst die Allradversion schafft 1,5 Tonnen Anhängelast. Immerhin erlaubt Subaru eine hohe Stützlast von 150 Kilogramm. Das ist ideal für schwere Fahrradträger mit mehreren E-Bikes.
Wie modern wirkt der Innenraum?
Innen zeigt sich der Subaru überraschend modern. Besonders das große Infotainmentdisplay hinterlässt einen guten Eindruck. Subaru kombiniert Touchflächen mit echten Drehreglern und physischen Tasten. Genau diese Mischung wünschen sich viele Autofahrer inzwischen wieder, weil wichtige Funktionen während der Fahrt blind bedient werden können.
Das Fahrerinformationsdisplay sitzt ungewöhnlich weit oben direkt an der Windschutzscheibe. Subaru verzichtet deshalb sogar auf ein klassisches Head-up-Display. Das funktioniert erstaunlich gut und reduziert tatsächlich den Blickweg von der Straße zum Display. Allerdings kann das Lenkrad je nach Sitzposition Teile der Anzeige verdecken.
Ebenfalls erfreulich sind die zwei induktiven Ladeflächen für Smartphones. Viele Hersteller sparen selbst in teuren Fahrzeugen weiterhin an solchen Details. Subaru verbaut hingegen gleich zwei Ladepads für Fahrer und Beifahrer.
Materialseitig hinterlässt der Uncharted insgesamt einen ordentlichen Eindruck. Weiche Kunststoffe, Kunstlederflächen und sauber integrierte Zierleisten sorgen für ein wertiges Ambiente. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte. Gerade die harten Kunststoffflächen im unteren Türbereich zeigen bereits bei jungen Testwagen kleine Kratzer.
Wie viel Platz bietet der Fond?
Im Fond überrascht der Uncharted trotz seiner Coupé-Form mit ordentlichen Platzverhältnissen. Selbst mit 1,85 Metern Körpergröße bleibt noch ausreichend Kopffreiheit vorhanden. Allerdings fällt die Beinfreiheit etwas knapper aus als erwartet. Besonders die Füße lassen sich nicht optimal unter die Vordersitze schieben.
Positiv ist hingegen die verstellbare Rücksitzlehne. Dadurch kann entweder der Sitzkomfort oder das Kofferraumvolumen priorisiert werden. Auch die Sitzpolsterung überzeugt mit angenehmem Komfort. Isofix-Halterungen für Kindersitze sind ebenfalls vorhanden.
Wie fährt sich der Subaru Uncharted?
Auf der Straße zeigt der Uncharted seine größte Stärke. Subaru versteht seit Jahrzehnten etwas von Fahrwerksabstimmung und genau das merkt man auch diesem Elektroauto an.
Das Fahrwerk ist straff genug für stabile Kurvenfahrten, bleibt aber gleichzeitig komfortabel auf langen Strecken. Der Wagen liegt sauber auf der Straße, zeigt wenig Wankbewegung und vermittelt auch bei höheren Geschwindigkeiten ein sicheres Fahrgefühl.
Besonders angenehm fällt die Geräuschdämmung aus. Bei 50 km/h wurden rund 62 Dezibel gemessen, bei 100 km/h etwa 72 Dezibel. Verantwortlich dafür ist unter anderem die Doppelverglasung der Seitenscheiben. Dabei werden zwei Glasscheiben mit einer speziellen Folie verbunden, um Wind- und Abrollgeräusche besser zu reduzieren.
Auch die Assistenzsysteme hinterlassen einen positiven Eindruck. Spurhalteassistent, Abstandstempomat und teilautonomes Fahren funktionieren zuverlässig und angenehm unaufgeregt. Die kapazitive Lenkraderkennung erkennt bereits leichte Berührungen am Lenkrad und verhindert unnötige Warnmeldungen.
Wie effizient ist der Subaru Uncharted?
Überraschend stark fällt der Verbrauch aus. Auf der Testfahrt lag der Durchschnitt bei lediglich 15,4 kWh pro 100 Kilometer. Und das trotz überwiegender Autobahnfahrt mit rund 120 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Für ein SUV Coupé dieser Größe ist das tatsächlich ein sehr guter Wert.
Dabei hilft auch die einstellbare Rekuperation. Rekuperation bedeutet, dass das Fahrzeug beim Verzögern Bewegungsenergie zurück in elektrische Energie umwandelt und damit den Akku wieder leicht auflädt. Subaru bietet hier vier verschiedene Stufen an, die sich bequem über Schaltwippen am Lenkrad einstellen lassen.
Ist der Subaru Uncharted ein gelungenes Elektroauto?
Ja, der Subaru Uncharted ist tatsächlich ein gelungenes Elektroauto geworden. Subaru schafft hier den schwierigen Spagat zwischen klassischer Bedienbarkeit und moderner Elektromobilität erstaunlich gut.
Der Uncharted will nicht das futuristischste Elektroauto der Welt sein. Er will ein solides, modernes und alltagstaugliches Elektro-SUV für Menschen sein, die sich im Auto nicht erst wie in einem Techniklabor fühlen möchten. Genau das gelingt ihm.
Natürlich gibt es Schwächen. Kein Frunk, keine 360-Grad-Kamera, eine überschaubare Anhängelast bei Frontantrieb und einige empfindliche Kunststoffflächen kosten Punkte. Gleichzeitig überzeugt der Subaru aber mit hohem Reisekomfort, guten Sitzen, durchdachter Bedienung, überraschend niedrigem Verbrauch und einem insgesamt sehr harmonischen Fahrerlebnis.
Besonders spannend dürfte am Ende der Preis werden. Mit einem Einstiegspreis ab rund 36.000 Euro positioniert sich Subaru durchaus attraktiv im Markt. Entscheidend werden aber wie so oft Leasing- und Finanzierungskonditionen sein. Gerade bei Elektroautos spielen diese inzwischen eine deutlich größere Rolle als der reine Listenpreis.





















