Start / Elektromobilität / DS No. 4 E-Tense Test inklusive Video

DS No. 4 E-Tense Test inklusive Video

DS No. 4 E-Tense Test

Mit dem DS No. 4 E-Tense bringen die Franzosen ein kompaktes Elektroauto an den Start, das gar nicht erst versucht, im Designstrom der Beliebigkeit mitzuschwimmen. Genau das macht diesen Fünftürer so spannend. Schon an der Front wird klar, dass DS hier bewusst anders auftreten will als viele andere europäische Hersteller. Das beleuchtete DS-Logo, die markante Lichtsignatur und das seitlich heruntergezogene Tagfahrlicht sorgen für einen eigenständigen Auftritt, der im Gedächtnis bleibt. Zusammen mit den LED-Scheinwerfern wirkt der kompakte Franzose modern, hochwertig und durchaus selbstbewusst.

Auch die Proportionen passen zu diesem Anspruch. Der DS No. 4 E-Tense misst 4,40 Meter in der Länge, ist 1,83 Meter breit, mit Außenspiegeln 2,06 Meter breit und 1,47 Meter hoch. Der Radstand liegt bei 2,67 Metern. Damit bewegt sich das Modell im klassischen Kompaktsegment, wirkt optisch aber flacher und gestreckter, als es viele Wettbewerber tun. Der Wendekreis von 10,90 Metern passt ebenfalls zu diesem Format und zeigt, dass der Wagen im Alltag noch ausreichend handlich bleibt.

In der getesteten Ausführung als Etoile setzt DS außerdem auf einen besonders sportlich-eleganten Zuschnitt. Dazu gehören 225er Reifen im Format 225/45 R19, hochglänzende Felgen mit Winterbereifung sowie Scheibenbremsen vorne und hinten. Gerade in dieser Kombination entsteht ein Auftritt, der nicht nur geschniegelt wirken will, sondern dem Fahrzeug auch optisch die nötige Spannung mitgibt. Das Heck greift diese Linie mit scharf gezeichneten LED-Rückleuchten und der hatchbackartigen Form stimmig auf.

DS No. 4 E-Tense Test-Video

Welche Technik steckt im DS No 4 E-Tense?

Unter der Haube arbeitet beim DS No 4 E-Tense ein Elektromotor an der Vorderachse. Er leistet im Peak 156 kW beziehungsweise 213 PS und stellt 343 Newtonmeter Drehmoment bereit. Das reicht laut Werksangabe für den Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

Beim Akku setzt DS auf ein 400-Volt-System. Die Batterie bringt 61 kWh brutto mit, von denen 58,3 kWh netto nutzbar sind. Geladen wird serienmäßig dreiphasig mit bis zu 11 kW AC. An der DC-Säule sind bis zu 100 kW im Peak möglich. Für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent gibt DS 31 Minuten an. Der Ladeanschluss sitzt auf der Beifahrerseite.

Beim Gewicht zeigt sich, dass der No 4 E-Tense trotz seiner kompakten Außenmaße kein Leichtgewicht ist. Das Leergewicht nach EU beträgt 1.792 Kilogramm, das zulässige Gesamtgewicht 2.250 Kilogramm. Daraus ergibt sich eine Zuladung von 458 Kilogramm. Für die Dachlast nennt das Datenblatt 80 Kilogramm. Eine optionale Anhängerkupplung für die rein elektrische Variante wurde im Testfahrzeug dagegen nicht gefunden. Wer also auf regelmäßigen Anhängerbetrieb schielt, sollte diesen Punkt sehr genau prüfen.

Was zeigt der Blick unter die Haube?

Der Griff zur Fronthaube führt zwar nicht zu einem Frunk, aber durchaus zu einem sauber aufgeräumten Technikbereich. Unter der gedämmten Haube sitzt vorne der Elektromotor samt Inverter und Ladetechnik. Dazu kommen die üblichen Servicepunkte wie Kühlmittel, Bremsflüssigkeit, Wischwasser und die 12-Volt-Bordnetzbatterie.

Gerade diese Verpackung zeigt, wie eng es im Vorderwagen zugeht. Für zusätzlichen Stauraum bleibt schlicht kein Platz. Das ist kein Drama, aber eben ein praktischer Unterschied zu manchen anderen Elektroautos, bei denen das Ladekabel vorne separat verschwinden kann. Hier muss man klassisch über den Kofferraum arbeiten.

Wie praktisch ist der Kofferraum des DS No 4 E-Tense?

Im Heck bietet der DS No 4 E-Tense 390 Liter Kofferraumvolumen. Das ist für diese Klasse ein ordentlicher Wert und wird durch eine vernünftige Variabilität ergänzt. Die Rückbank ist im Verhältnis 60:40 umklappbar, wodurch das Volumen auf 1.190 Liter wächst. Eine Durchreiche ist ebenfalls vorhanden, sie lässt sich von innen über die Mittelarmlehne nutzen.

Der Kofferraum selbst macht einen hochwertigen Eindruck. Teppichauskleidung, 12-Volt-Dose, Beleuchtung und ein zusätzliches Fach unter dem Ladeboden sorgen dafür, dass der Alltag grundsätzlich gut abgedeckt wird. Selbst das Ladekabel könnte mit etwas Geschick dort untergebracht werden. Positiv fällt auch die stabile Hutablage auf, die stoffbezogen ausgeführt ist und sich angenehm wertig anfühlt.

Ganz ohne Kritik kommt das Heck aber nicht davon. Was fehlt, sind Haken für Taschen oder Einkaufsbeutel. Gerade in einem Fahrzeug, das sich so sichtbar Mühe bei Materialanmutung und Detailgestaltung gibt, wäre das eine sinnvolle Ergänzung gewesen. Dafür punktet die elektrische Heckklappe, die nicht nur automatisch öffnet, sondern auch sehr geschmeidig schließt. Das passt zum Premium-Anspruch des Fahrzeugs.

2026 DS No.4 Fotos

Wie hochwertig wirkt der Innenraum wirklich?

Im Innenraum liefert der DS No 4 E-Tense genau das, was man sich von dieser Marke verspricht. Die Materialauswahl fällt auf, ohne plump geschniegelt zu wirken. Im Testwagen kombiniert DS Alcantara, weiche Kunststoffe, anthrazitfarbenes Nappaleder, Kontrastnähte und metallisch wirkende Zierleisten. Gerade die Türverkleidungen vorne hinterlassen einen starken Eindruck. Weiche Oberflächen, sauber gepolsterte Auflagen und mit Teppich ausgekleidete Türtaschen heben sich wohltuend vom Klassenmittel ab.

Ganz perfekt ist das Gesamtbild aber nicht. An einigen Stellen spart auch DS. So sind Bereiche, die man weniger direkt im Blick hat, aus hartem Kunststoff gefertigt. Das betrifft etwa Teile des Türeinstiegs oder die Innenseiten mancher Ablagen. Das zerstört den guten Gesamteindruck nicht, zeigt aber, dass auch ein französischer Premium-Anspruch am Ende nicht völlig losgelöst von Konzernrealitäten existiert.

Besonders schick geraten sind Armaturenträger und Mittelkonsole. Das Head-up-Display projiziert die wesentlichen Informationen in das Sichtfeld, dazu kommt ein gut ablesbares Fahrerdisplay. Das Lenkrad ist in Höhe und Tiefe verstellbar, mit weichem Nappaleder bezogen und mit haptischen Tasten sowie Wippen versehen, über die sich auch die Rekuperation steuern lässt. Der Materialmix aus Alcantara, weich unterschäumten Flächen und metallischen Akzenten erzeugt tatsächlich ein Ambiente, das eher an teurere Fahrzeuge erinnert.

Ein kleiner Wunsch blieb allerdings offen. Bei einer Alcantara-Ausstattung hätte ein Alcantara-Dachhimmel das Gesamtbild noch stärker abgerundet. Stattdessen gibt es einen Stoffhimmel.

Wie gut ist Bedienung und Infotainment gelungen?

Das zentrale Infotainment-Display macht optisch einen sehr guten Eindruck und ist sauber integriert. Die Bedienlogik wirkt nicht immer in jedem Punkt ganz selbsterklärend, doch grundsätzlich bietet das System die wichtigen Funktionen. Navigation, Ladeplanung und Klimasteuerung sind an Bord. Positiv ist, dass die Ladeplanung direkt in die Navigation integriert ist. Wer möchte, kann sich also samt Ladestopps führen lassen. Alternativ lassen sich auch individuelle Ladestationen entlang der Route auswählen oder die Ladeplanung deaktivieren.

Apple CarPlay und Android Auto sind optional verfügbar. Besonders positiv fiel im Test die Integration von Apple CarPlay auf, sowohl kabelgebunden als auch kabellos. Die Smartphone-Spiegelung nutzt den Screen gut aus und erlaubt es, Anwendungen wie Google Maps komfortabel einzubinden. Das ist im Alltag häufig die angenehmere Lösung als ein herstellereigenes Navigationssystem, vor allem wenn Echtzeitverkehr eine große Rolle spielt.

Im Detail zeigt sich auch im Innenraum die DS-Liebe zum Besonderen. Ein Kippschalter öffnet das Fach in der Mittelkonsole, darunter finden sich USB-Anschluss, 12-Volt-Steckdose, induktive Ladefläche und zwei Becherhalter. Hinzu kommen ein Lautstärkedrehregler, der deutlich angenehmer wirkt als viele Touch-Lösungen, sowie mehrere weich gepolsterte Ablagen. Das ist nicht revolutionär, aber durchdacht und angenehm anders inszeniert.

Wie sitzt man vorne im DS No 4 E-Tense?

Vorne gibt sich der DS No 4 E-Tense ausgesprochen angenehm. Die Sitze sind sportlich geschnitten und kombinieren Leder, Alcantara und Stoff. Sie bieten ordentlichen Seitenhalt, eine gute Unterstützung im Oberschenkelbereich und eine verlängerbare Sitzfläche für größere Fahrer. Dazu kommt eine verstellbare Lordosenstütze und eine angenehm weiche Kopfstütze.

Auch ergonomisch stimmt vieles. Fahrer und Beifahrer sitzen gut integriert, die Mittelarmlehne baut hoch auf und vermittelt dadurch ein eher coupéhaftes, umschlossenes Gefühl. Das kann man mögen, weil es zur sportlichen Grundausrichtung passt. Allerdings zeigt sich hier auch, dass die Mehrenergie-Plattform mit Verbrenner-, Plug-in-Hybrid- und Elektrovarianten gewisse Kompromisse erzwingt. So fehlt im Bereich zwischen den Sitzen etwas Offenheit und zusätzlicher Stauraum, wie ihn reine Elektroplattformen oft ermöglichen.

Interessant ist zudem die elektrische Sitzverstellung. Im Test fiel auf, dass zwar die Höhenverstellung elektrisch erfolgt, die Längsverstellung jedoch manuell. Das ist ungewöhnlich und zeigt, dass selbst in diesem Detail nicht alles dem klassischen Erwartungsmuster folgt.

Wie gut sitzt es sich im Fond?

Im Fond schlägt sich der DS No 4 E-Tense ordentlich. Bei einer Körpergröße von 1,85 Metern bleibt ausreichend Platz, sowohl für die Beine als auch in der Höhe. Ganz nach oben offen ist das Raumgefühl allerdings nicht, weshalb größere Personen vor dem Kauf eine Sitzprobe machen sollten. Gerade die Dachlinie und der Einstieg verlangen ein wenig Aufmerksamkeit, damit man sich den Kopf nicht stößt.
Die Rückbank bietet eine weich gepolsterte Mittelarmlehne mit zwei Becherhaltern sowie eine Durchreiche zum Kofferraum. Hinzu kommen Lüftungsdüsen, USB-C-Anschluss und ein kleines Ablagefach. Weniger überzeugend ist die fehlende Fußgarage unter den Vordersitzen. Die Füße lassen sich nicht weit unter den Sitz schieben, was auf längeren Fahrten etwas Beinfreiheit kosten kann.

Positiv ist, dass die Türverkleidungen hinten fast den gleichen gestalterischen Anspruch wie vorne zeigen. Alcantara, Kunstleder, Nahtbild und gepolsterte Armauflagen sorgen auch im Fond für ein angenehmes Ambiente. Gleichzeitig gibt es aber erneut einzelne harte Kunststoffflächen, etwa im Bereich der B-Säule und des Einstiegs. Genau dort könnte im Alltag auch einmal ein Gurt klappern. Das ist kein großes Drama, aber eben ein typisches Detail, das im Alltag auffällt, wenn man auf solche Dinge achtet.

Wie fährt sich der DS No 4 E-Tense im Alltag?

Auf der Straße hinterlässt der DS No 4 E-Tense einen gelungenen Eindruck. Er fährt sich straff-komfortabel, liegt sauber auf der Straße und vermittelt durchaus Fahrfreude. Gerade auf kurvigen Landstraßen dürfte der kompakte Franzose gut in sein Element kommen. Die direkte Lenkung unterstützt diesen Eindruck, ohne nervös zu wirken.

Auch der Reisekomfort passt. Die Sitze sind bequem, der Seitenhalt stimmt und das Fahrwerk schafft einen guten Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit. Im Test wurde der Wagen als angenehm genug für längere Strecken beschrieben, gleichzeitig aber nicht weichgespült. Das ist eine Charakteristik, die zum Auftritt des Fahrzeugs passt. Der DS 4 E-Tense will nicht bloß sanft und geschniegelt gleiten, sondern durchaus auch mit etwas Dynamik überzeugen.

Bei den Fahrmodi stehen Eco, Normal und Sport zur Verfügung. Im Test wurde viel im Sport-Modus gefahren, was den eher lebendigen Eindruck zusätzlich unterstrich. Die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h wirkt angesichts von 213 PS allerdings etwas konservativ. Für viele Nutzer wird das mehr als ausreichen, wer jedoch auf der Autobahn gerne zügig unterwegs ist, hätte sich bei dieser Leistung vermutlich eher 180 oder 200 km/h gewünscht.

Wie leise ist der DS No 4 E-Tense?

DS verbaut vorne eine Doppelverglasung, also zwei Scheiben mit dazwischenliegender Folie. Der Anspruch dahinter ist klar: ein möglichst ruhiger Innenraum. Die gemessenen Werte zeigen, dass der Wagen sich akustisch ordentlich schlägt.

Bei 50 km/h wurden 60 bis 61 dB gemessen. Bei 70 km/h lagen 63 dB an. Bei 100 km/h standen 69 bis 70 dB auf dem Messgerät. Das sind vernünftige Werte und passen zum gehobenen Anspruch des Fahrzeugs. Ein Wunderwagen der völligen Stille ist der No 4 E-Tense damit nicht, aber im Segment bewegt sich das auf einem guten Niveau.

Wie gut funktionieren Assistenzsysteme und Kameratechnik?

Im Fahrbetrieb punktet der DS No 4 E-Tense mit einem gut funktionierenden Assistenzpaket. Der Drive Assist hält das Fahrzeug über den Lenkassistenten sauber in der Fahrspur, dazu kommen Abstandsregeltempomat und Spurhalteassistent. Gerade auf der Autobahn macht das einen soliden Eindruck und sorgt für echte Entlastung.

Die Verkehrszeichenerkennung arbeitet ebenfalls gut und kann in die Temporegelung übernommen werden. Das System wirkt im Test alltagstauglich und trägt dazu bei, dass längere Fahrten entspannter werden. Natürlich bleibt es bei einem Assistenzsystem. Aufmerksamkeit und Kontrolle gehören weiterhin auf den Fahrersitz, nicht ins Steuergerät.

Auch beim Einparken und Rangieren macht der DS No 4 E-Tense eine gute Figur. Die Rückfahrkamera bietet Hilfslinien, eine ordentliche Auflösung und ein 360-Grad-Bild. Zusätzlich lässt sich eine 180-Grad-Ansicht nutzen, sowohl vorne als auch hinten. Gerade beim Herausfahren aus unübersichtlichen Einfahrten ist das ein echter Sicherheitsgewinn, weil man querenden Verkehr, Kinder, Fahrräder oder andere Hindernisse früher erkennt.

Welche Messwerte hat unser Test ergeben?

Neben den technischen Daten gab es auch praktische Messwerte aus dem Fahrbetrieb. Beim Sprint wurden per GPS folgende Werte ermittelt:

Von 0 auf 50 km/h vergingen 4,28 Sekunden. Von 0 auf 60 km/h waren es 5,05 Sekunden. Von 0 auf 100 km/h wurden 9,28 Sekunden gemessen. Für die Verzögerung von 100 auf 0 km/h wurden 3,74 Sekunden ermittelt.

Damit blieb der Testwagen deutlich über der Werksangabe von 7,1 Sekunden für den Standardsprint. Im Fahrversuch wurde allerdings auch festgestellt, dass der Wagen beim Beschleunigen etwas Schlupf hatte. Zudem waren die Bedingungen nicht ideal, was Asphalt und Reifentemperatur anging. Diese Abweichung sollte man daher einordnen und nicht sofort als endgültiges Urteil verstehen. Sie zeigt aber, dass Papier und Praxis nicht immer deckungsgleich sind.

Auch beim Bremsen lag der Wert mit 3,74 Sekunden von 100 auf 0 km/h nicht auf Topniveau. Das ist kein schlechtes Resultat, aber eben auch kein Ausrufezeichen.

Wie hoch war der Verbrauch im Test?

Der Testverbrauch lag bei 18,1 kWh pro 100 Kilometer. Dabei wurde der DS No 4 E-Tense nach Aussage im Fahrbericht nicht geschont, sondern eher forsch bewegt, häufig im Sport-Modus und bei rund 14 Grad Außentemperatur. Vor diesem Hintergrund wirkt der Wert durchaus ordentlich.

Die Einschätzung aus unserem ersten einfach elektrisch Test fällt entsprechend positiv aus. In der Stadt könnten im Sommer Verbräuche unter 15 kWh pro 100 Kilometer möglich sein. Über Land wurde eine Spanne von etwa 13 bis 18 kWh pro 100 Kilometer für realistisch gehalten. Auf der Autobahn hängt wie üblich viel am Tempo. Wer sehr zügig fährt, wird schnell eine Zwei vorne sehen. Wer moderat unterwegs ist, könnte auch dort noch in einem vernünftigen Bereich bleiben.

Mit Blick auf die nutzbare Batteriekapazität von 58,3 kWh bedeutet das: Der DS No 4 E-Tense dürfte im Alltag eine praxisnahe Reichweite liefern, allerdings ohne das große Langstrecken-Feuerwerk abzubrennen. Gerade in Kombination mit maximal 100 kW DC und 31 Minuten für 10 bis 80 Prozent zeigt sich, dass dieses Auto eher der stilvolle Alltagsstromer mit gelegentlicher Reisebegabung ist als der kompromisslose Kilometerfresser.

Was kostet der DS No. 4 E-Tense?

Preislich sortiert sich der DS No 4 E-Tense im gehobenen Bereich ein. Der Benziner startet ab 38.640 Euro. Der Plug-in-Hybrid beginnt bei 45.900 Euro, exakt auf diesem Niveau startet auch die rein elektrische Variante. Die getestete Topausstattung in der Linie Etoile Alcantara liegt bei 51.100 Euro.

Das ist ohne Frage ambitioniert. Allerdings versucht DS auch gar nicht, über den nackten Preis die Massen anzulocken. Hier geht es eher um Stil, Materialanmutung, Andersartigkeit und ein bewusst gesetztes Premiumgefühl. Ob das für jeden den Aufpreis rechtfertigt, ist eine andere Frage. Aber wenigstens versteht man, wofür das Geld aufgerufen wird.

Für wen ist der DS No 4 E-Tense die richtige Wahl?

Der DS No 4 E-Tense ist kein Elektroauto für Menschen, die in erster Linie Datenblätter optimieren oder auf der Langstrecke jeden Ladehalt gegen die Stoppuhr fahren. Dafür ist die Ladeleistung mit 100 kW Peak inzwischen etwas zu konservativ, und auch die 31 Minuten von 10 auf 80 Prozent wirken im aktuellen Marktumfeld nicht mehr sensationell.

Spannend wird der Franzose für Menschen, die ein kompaktes Elektroauto suchen, das sich optisch und haptisch vom Üblichen absetzt. Wer keine Lust auf sterile Gleichförmigkeit hat, sondern ein Auto mit Charakter, eigenständigem Design und einem sichtbar hochwertigen Innenraum möchte, findet hier ein interessantes Angebot. Dazu kommen gute Sitze, ein angenehmes Fahrwerk, brauchbare Assistenzsysteme und ein im Alltag vernünftiger Verbrauch.

Bringen wir es auf den Punkt?

Am Ende bleibt der Eindruck eines kompakten Elektroautos, das deutlich stärker über Stil, Atmosphäre und Detailgefühl kommt als über blanke Zahlenakrobatik. Der DS No 4 E-Tense sieht eigenständig aus, fühlt sich innen vielerorts richtig hochwertig an und fährt sich angenehm direkt sowie straff-komfortabel. Die 213 PS sorgen für ausreichend Druck, der Verbrauch wirkt ordentlich und auch die Assistenzsysteme machen einen guten Job.

Dem gegenüber stehen eine inzwischen nur noch durchschnittliche Schnellladeleistung, die fehlende Frunk-Lösung, keine erkennbare Anhängerkupplungsoption bei der Elektroversion und einzelne Stellen, an denen der Premium-Anspruch materialseitig nicht ganz bis zum letzten Zentimeter durchgehalten wird.

Trotzdem ist dieser DS kein beliebiges Auto geworden. Genau das macht ihn interessant. Wer im Kompaktsegment nicht noch einen x-beliebigen Stromer fahren möchte, sondern ein Fahrzeug mit eigenem Stil, mit französischem Blick für Inszenierung und mit spürbar hohem Anspruch an Ambiente, sollte sich den No 4 E-Tense sehr genau anschauen. Als rundes Gesamtpaket für Alltag, Pendelstrecke und gepflegte Mittelstrecke hat er definitiv etwas für sich.

Markiert: