Der DS No 8 ist so ein Auto, das nicht versucht, everybody’s darling zu sein. Er will auffallen, aber nicht laut, sondern mit französischem Stil, Lichtsignatur und diesem ganz eigenen DS-Design, das irgendwo zwischen SUV-Coupé und Fließheck-Limousine spielt. Genau das war auch unser Eindruck im Fahrbericht: ein Fahrzeug für Menschen, die sich angenehm abheben wollen, ohne gleich den Individualisten-Stempel auf die Stirn gedrückt zu bekommen. Eher frankophil, eher hochwertig, eher “ich nehme bewusst nicht den Mainstream”.
Und ja, der Gag mit der Präsidenten-Limousine fiel bei uns nicht ohne Grund: Der N°8 wirkt mit seiner Inszenierung, dem Materialmix und der Ruhe an Bord so, als könnte man sich darin wirklich chauffieren lassen, ganz egal ob man Emmanuel Macron ist oder einfach nur lange Strecken entspannt fahren möchte.
Wie groß ist der DS No 8 und wie alltagstauglich wird das in der Stadt?
Unser Testwagen war die FWD-Long-Range-Variante, und allein die nackten Maße sagen schon: Das ist kein City-Flitzer. 4,82 Meter Länge, 1,90 Meter Breite und mit Spiegeln 2,10 Meter, dazu 1,58 Meter Höhe und 2,90 Meter Radstand. Der Wendekreis liegt bei 11,30 Metern, und das ist genau die Zahl, die man im Hinterkopf haben sollte, wenn man oft in engen Quartieren, Parkhäusern oder Altstädten unterwegs ist.
Was im Alltag wirklich hilft: die Kameras. Im Fahrbericht hat sich das System mit 360-Grad-Ansicht und den zusätzlichen Blickwinkeln beim Rangieren als echter Stress-Reduzierer gezeigt, gerade bei der Fahrzeuggröße. Und die Möglichkeit, die Kamera bei Schmuddelwetter reinigen zu lassen, ist genau so ein Detail, das man erst dann richtig feiert, wenn man es im Winter braucht.
Unser DS No 8 Test Video
Welche Varianten gibt es und was kosten sie?
DS bietet den N°8 in drei elektrischen Antriebsvarianten an: FWD, FWD Long Range und AWD Long Range. In der Preisliste steht der Einstieg für den FWD bei 57.700 Euro als Pallas und 65.100 Euro als Étoile.
Wenn du Long Range willst, geht es bei 63.200 Euro (Pallas) los, Étoile liegt bei 71.000 Euro, und die Collection Jules Verne ist mit 77.000 Euro gelistet. Der AWD Long Range startet bei 68.100 Euro (Pallas), 75.000 Euro (Étoile) und 81.000 Euro (Jules Verne).
Unser Testwagen als FWD Long Range passte damit exakt ins Preisbild der Liste: 63.200 Euro als Grundpreis.
Was steckt technisch drin und wie unterscheiden sich Leistung und Batterie?
Beim Akku setzt DS auf Lithium-Ionen-NMC-Technik, also eine Zellchemie, die typischerweise auf hohe Energiedichte zielt, sprich: viel Reichweite bei vertretbarem Bauraum. In den technischen Daten stehen zwei Netto-Kapazitäten: 73,7 kWh beim FWD und 97,2 kWh beim FWD Long Range sowie beim AWD Long Range.
Leistung ist so ein Thema, bei dem DS in der Preisliste sauber zwischen Standardleistung und Peakleistung trennt. Der FWD hat 169 kW als Standard, Peak sind 190 kW. Der FWD Long Range liegt bei 180 kW Standard und 207 kW Peak, jeweils mit 343 Nm Drehmoment. Der AWD Long Range bringt 257 kW Standard und 276 kW Peak und geht auf 509 Nm.
Wir waren mit dem FWD Long Range unterwegs, also der frontgetriebenen Version mit großem Akku. Die Werksangabe für 0 auf 100 liegt bei 7,8 Sekunden, Vmax ist elektronisch auf 190 km/h begrenzt.
Unsere gemessenen Werte im Video lagen auf Winterreifen bei 8,69 Sekunden, also nah dran an der Realität unter nicht perfekten Bedingungen.
DS No 8 Fotos
















Wie lädt der DS No 8 und was bedeutet das auf der Langstrecke?
Serienmäßig ist ein 11-kW-Onboard-Charger für dreiphasiges AC-Laden angegeben, das gilt für alle Varianten.
Spannend wird es beim DC-Laden: In den technischen Daten ist für 20 auf 80 Prozent an einer Schnellladestation ab 160 kW Gleichstrom eine Zeit von 31 Minuten (FWD) beziehungsweise 27 Minuten (FWD Long Range) ausgewiesen. Für zu Hause nennt DS außerdem konkrete AC-Zeiten, zum Beispiel 20 auf 80 Prozent an 11 kW mit 4 Stunden 45 Minuten beim kleineren Akku und 6 Stunden 10 Minuten beim großen Akku.
Im Fahrbetrieb hat uns zusätzlich gefallen, wie erwachsen die Routen- und Ladeplanung im Navi wirkt, inklusive EV-Routing und Trip-Planner. Und das Auto kann Assistenzsysteme sogar vorausschauend nutzen, inklusive automatischer Anpassung an Tempolimits, was im Alltag nicht nur Komfort bringt, sondern oft auch Effizienz.
Wie praktisch ist er wirklich: Kofferraum, Anhängelast, Dachlast?
Hier punktet der N°8 stärker, als man bei der coupéartigen Linie erwarten würde. Laut technischer Tabelle hat der FWD und der FWD Long Range 621 Liter unter der Abdeckung, beim AWD sind es 581 Liter, jeweils mit kleinen Abzügen, falls das Focal-HiFi verbaut ist. Umgeklappt geht es beim FWD auf 1.553 Liter, beim AWD auf 1.514 Liter.
Bei der Anhängelast wird es interessant, weil hier viele Elektro-SUVs schwächeln. DS nennt gebremst bei 12 Prozent Steigung 1.260 kg für den FWD, 1.200 kg für den FWD Long Range und 1.400 kg für den AWD Long Range. Ungebremst sind es jeweils 750 kg. Die Stützlast ist mit 80 kg angegeben, die Dachlast ebenfalls 80 kg.
Während unserer Probefahrt war der Kofferraum-Eindruck passend zu diesen Zahlen: eher “tiefer, sauber gemachter Stauraum” als eine riesige Ladeöffnung in Transporter-Manier. Praktisch wirkt auch die durchdachte Auskleidung, weniger praktisch ist, dass ein Frunk vorn nicht angeboten wird, obwohl der Platz dafür gefühlt da wäre.
Wie ist der Innenraum und wo liegt die Kritik?
Der Innenraum ist die große Bühne des N°8. Während unserer Probefahrt war das durchgehend spürbar: ungewöhnliche Formen, viel Licht, viel Struktur, ein sehr eigener Stil, der sich klar von typischen Stellantis-Innenräumen absetzt. Head-up-Display, das große zentrale Display, die Gestaltung der Lüftungsdüsen, diese Mischung aus Leder, Stoff und Dekor, das wirkt insgesamt wirklich wie Premium.
Aber es gibt auch Punkte, die in dieser Preisklasse auffallen dürfen. Die manuelle Lenksäulenverstellung fühlt sich nicht nach Oberklasse an, auch wenn man sie im Alltag natürlich nicht täglich verstellt. Softclose-Türen gab es bei unserem Eindruck nicht. Im Fond gilt: Wer groß ist, sollte unbedingt probesitzen, weil die Dachlinie hinten schneller knapp wird, als man es von außen erwartet.
Wie effizient ist der DS N°8 laut WLTP?
Für den FWD nennt DS 15,7 bis 16,5 kWh pro 100 km und 527 bis 550 km kombinierte Reichweite. Der FWD Long Range liegt bei 15,9 bis 17,3 kWh pro 100 km und 692 bis 749 km kombinierter Reichweite. Der AWD Long Range kommt auf 16,6 bis 18,0 kWh pro 100 km und 646 bis 689 km kombinierte Reichweite. Alle Varianten sind mit CO2-Klasse A ausgewiesen.
Während unserer Probefahrt war unser Gefühl: Das Auto wirkt grundsätzlich effizient, aber für belastbare Realwerte braucht es wie immer einen längeren Test mit festen Messrouten und reproduzierbaren Bedingungen.
Was ist unser Fazit nach der Probefahrt?
Der DS N°8 ist kein Auto, das man rein über Zahlen versteht. Du musst ihn erleben, weil sein Kern nicht nur Reichweite und Ladezeit ist, sondern Atmosphäre, Ruhe, Design und diese französische Idee von Luxus, die nicht unbedingt jedem gefällt, aber eben genau deshalb so eigen ist. Während unserer Probefahrt hat er uns mit seiner Dämmung, dem Reisekomfort und dem Innenraum-Feeling überzeugt. Gleichzeitig gibt es Ecken, an denen man merkt: Perfekt ist er nicht, und manche Details würden wir uns in dieser Klasse konsequenter wünschen.





















