Ein Event, 25 Hersteller, rund 60 Fahrzeuge und jede Menge Gesprächsstoff. Bei GCOTY in Alsfeld ging es nicht nur darum, Autos statisch zu betrachten oder kurz um den Block zu fahren. Es ging um Einordnung, um Vergleiche, um erste Eindrücke und um genau die Gespräche, die man auf klassischen Fahrveranstaltungen oft nur am Rand führen kann.
Für uns bei „einfach elektrisch“ war der Besuch in Alsfeld deshalb ein ganz besonderes Event. Denn hier standen nicht nur einzelne Neuheiten im Mittelpunkt, sondern ein kompletter Querschnitt durch das, was die Automobilbranche gerade bewegt. Kleine Elektroautos, große Familien-SUVs, sportliche Performance-Modelle, Plug-in-Hybride, Luxuslimousinen und Fahrzeuge, die in Deutschland noch gar nicht offiziell auf der Straße angekommen sind.
Und mittendrin: der neue GEELY E2. Ein Fahrzeug, das für uns zu den spannendsten Entdeckungen des Events gehörte.
Was ist GCOTY?
GCOTY steht für „Germany’s Car of the Year“. Hinter dieser Auszeichnung steckt ein unabhängiger Automobilpreis, bei dem neue Fahrzeuge von einer Fachjury bewertet werden. Dabei geht es nicht nur um reine Fahrleistungen oder beeindruckende technische Daten. Bewertet werden auch Design, Alltagstauglichkeit, Innovation, Bedienung, Effizienz, Preis-Leistungs-Verhältnis und die Frage, wie relevant ein Auto für seinen Markt wirklich ist.
Im Umfeld von GCOTY findet mit GTEST in Alsfeld eines der spannendsten Test-Events des Jahres statt. Hersteller bringen dort aktuelle und kommende Modelle zusammen, Journalistinnen und Journalisten sowie Fachleute können vergleichen, fahren, diskutieren und Eindrücke sammeln. Genau das macht den Reiz aus. Es ist kein steriler Messestand, sondern ein Arbeitsumfeld für Menschen, die Autos nicht nur anschauen, sondern verstehen, einordnen und erklären wollen.
Für uns ist das besonders wertvoll. Denn viele Fahrzeuge wirken einzeln betrachtet interessant. Erst im direkten Vergleich zeigt sich aber, wie gut ein Bedienkonzept funktioniert, wie großzügig ein Kofferraum wirklich ausfällt, wie hochwertig Materialien wirken oder ob ein Hersteller seine Hausaufgaben bei den Details gemacht hat.

Warum war das Event in Alsfeld so besonders?
In Alsfeld kamen zahlreiche Fahrzeuge zusammen, die sonst über das ganze Jahr verteilt auf einzelnen Fahrveranstaltungen, Pressekonferenzen oder Präsentationen auftauchen. Genau dadurch entstand eine seltene Möglichkeit: Man konnte innerhalb kurzer Zeit sehr unterschiedliche Konzepte direkt miteinander vergleichen.
Es ging um Kompaktwagen, Familienautos, Luxus-SUVs, Performance-Modelle und neue Marken, die sich in Deutschland gerade erst positionieren. Dazu kamen viele gute Gespräche vor Ort. Mit Kolleginnen und Kollegen, mit Herstellern, mit Produktverantwortlichen und auch mit Menschen, die tief in der Entwicklung einzelner Fahrzeuge stecken.
Solche Gespräche sind Gold wert. Denn oft erfährt man dabei nicht nur, was ein Fahrzeug kann, sondern auch, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden. Warum ein Display so angeordnet ist. Warum ein Kofferraum besonders tief ausfällt. Warum ein Hersteller beim Innenraum wieder mehr haptische Tasten einsetzt. Oder warum ein neues Elektroauto bewusst nicht nur auf maximale Leistung, sondern auf einen bezahlbaren Einstieg setzt.
Genau diese Mischung aus Technik, Austausch und direktem Blick aufs Produkt hat GCOTY in Alsfeld so besonders gemacht.
Welche Rolle spielte der GEELY E2?
Der GEELY E2 war für uns eines der spannendsten Fahrzeuge vor Ort. Nicht, weil er die größte Leistung, das auffälligste Design oder den höchsten Preis mitgebracht hätte. Sondern weil er genau dort ansetzt, wo der Markt in Deutschland aktuell dringend Bewegung braucht: beim bezahlbaren Elektroauto.
Der GEELY E2 soll, vorbehaltlich der deutschen Homologation, voraussichtlich in einem preislich sehr interessanten Bereich starten. Im Raum steht ein Einstieg rund um 21.000 Euro. Das wäre eine Ansage, vor allem dann, wenn GEELY es schafft, die Kombination aus Raumangebot, Ausstattung, Infotainment und Preis-Leistungs-Verhältnis sauber auf den deutschen Markt zu übertragen.
Nach den derzeit bekannten und noch nicht final für Deutschland bestätigten Daten misst der GEELY E2 rund 4,13 Meter in der Länge, etwa 1,80 Meter in der Breite und ungefähr 1,57 Meter in der Höhe. Der Radstand liegt bei rund 2,65 Metern. Damit ist er ein kompaktes Urban-Car, aber kein reines Kurzstreckenauto. Genau das macht ihn spannend: Er soll im Alltag handlich bleiben, gleichzeitig aber genug Platz bieten, um auch mal mit Gepäck oder auf längeren Strecken unterwegs zu sein.
Geplant sind zwei Akkugrößen. Die kleinere Batterie soll rund 35 kWh bieten und ungefähr 250 Kilometer Reichweite ermöglichen. Die größere Variante soll mit etwa 47 kWh auf bis zu 345 Kilometer Reichweite kommen. Auch diese Angaben stehen noch unter Vorbehalt, da das Fahrzeug für den deutschen Markt noch nicht final homologiert ist. Beim DC-Laden ist von bis zu 70 kW die Rede. Das klingt nicht nach Rekordwert, kann in dieser Fahrzeugklasse aber durchaus ausreichen, wenn Effizienz, Preis und Alltagstauglichkeit zusammenpassen.
Auch beim Raumangebot setzt der GEELY E2 interessante Akzente. Der Kofferraum soll rund 375 Liter fassen, bei umgeklappter Rücksitzbank bis zu 1.320 Liter. Dazu kommt zusätzlicher Stauraum unter der Rücksitzbank und ein Frunk vorne. Gerade dieser Frunk mit rund 70 Litern wäre in der Klasse ein starkes Argument, weil sich dort Ladekabel oder Kleinkram sauber verstauen lassen.
Von außen wirkt der GEELY E2 modern, klar gezeichnet und nicht übertrieben verspielt. Innen, soweit der Blick durch die Scheiben des Prototyps möglich war, zeigt sich ein digitales Cockpit mit Fahrerdisplay, großem Infotainment-Bildschirm und einem aufgeräumten Raumgefühl. Genau hier wird es spannend: GEELY muss nicht nur preislich überzeugen, sondern auch beim Bedienkonzept, bei der Materialanmutung und bei der Software liefern.
Unser Eindruck: Der GEELY E2 könnte ein harter Wettbewerber für Fahrzeuge wie Kia EV2, MG4 oder Renault Twingo E-Tech werden. Entscheidend wird sein, wie gut GEELY den E2 für Europa abstimmt, wie die finalen Preise aussehen und ob die Marke in Deutschland schnell genug Vertrauen aufbauen kann.

Was zeigte GEELY außerdem?
GEELY war in Alsfeld nicht nur mit dem E2 ein Thema. Auch der GEELY E5 und der GEELY Starray EM-i zeigen, wohin die Reise der Marke gehen soll. Der E5 steht für den rein elektrischen Ansatz in einem größeren Segment, der Starray EM-i bringt Plug-in-Hybrid-Technik ins Spiel.
Auffällig ist dabei, dass GEELY nicht versucht, nur über einzelne extreme Werte aufzufallen. Die Marke kommt über Design, Ausstattung, Infotainment und Preis-Leistungs-Verhältnis. Genau das kann für den deutschen Markt gefährlich spannend werden. Denn viele Käuferinnen und Käufer suchen nicht zwingend das Auto mit der höchsten Ladeleistung oder der größten Batterie, sondern ein Fahrzeug, das viel bietet, ordentlich aussieht, gut bedienbar ist und finanziell erreichbar bleibt.
Wenn GEELY diese Punkte konsequent zusammensetzt, könnte die Marke in Deutschland schneller relevant werden, als es einige etablierte Hersteller gerne hätten.
Welche weiteren Fahrzeuge standen im Fokus?
Der Rundgang in Alsfeld war fast schon ein Blick in die nahe Zukunft des Automarktes. Der Škoda Peaq zeigte sich als spannendes Familienfahrzeug mit bis zu sieben Plätzen und einem sehr praktischen Innenraumkonzept. Besonders interessant ist hier die Kombination aus Platz, Nutzwert und moderner Škoda-Designsprache.
Kritikpunkte bleiben im Detail, etwa bei der Frage, warum ein Heckwischer nicht eleganter in den Heckspoiler integriert wird. Aber grundsätzlich zeigt Škoda, wie wichtig durchdachte Familienautos auch im Elektrozeitalter bleiben.
Hyundai brachte mit dem IONIQ 3 N Line ein Fahrzeug mit, das optisch bewusst polarisiert. Die abfallende Dachlinie, der markante Heckspoiler und die sportliche N-Line-Inszenierung machen klar: Hyundai will nicht langweilig sein. Gerade im Innenraum sieht man, dass Hyundai bei Materialmix, Displays und Design deutlich nachgelegt hat. Der IONIQ 3 wirkt nicht wie ein nüchternes Kompakt-SUV, sondern wie ein Auto, das bewusst Charakter zeigen will.
Mazda setzte mit dem CX-6e einen anderen Akzent. Coupéartige Linienführung, die Farbe Nightfall Violet, aerodynamische Details und ein hochwertig wirkender Innenraum zeigen, dass Mazda auch im Elektrosegment viel Wert auf Stil legt. Besonders spannend sind Details wie die Luftführungen an Front und Heck, die für eine bessere Effizienz sorgen sollen. Innen überzeugt der CX-6e mit einer sehr eigenständigen Atmosphäre, großem Screen, Head-up-Display und einer hochwertigen Farb- und Materialkombination.
Mercedes-Benz zeigte mit dem elektrischen GLC, wie die nächste Generation eines Premium-SUVs aussehen kann. 800-Volt-Technik, große Displays, weiterentwickelte Assistenzsysteme und ein sehr hochwertiger Innenraum machen klar, dass Mercedes den GLC elektrisch nicht als Nebenprodukt versteht. Der elektrische GLC könnte für viele bisherige Verbrennerfahrerinnen und Verbrennerfahrer ein wichtiger Umstiegspunkt werden.
Auch Opel war mit dem Astra Sports Tourer Electric vertreten. Der elektrische Kombi bleibt ein Geheimtipp, weil dieses Segment im Elektrobereich noch immer viel zu dünn besetzt ist. Wer einen flachen, praktischen Kombi mit großem Gepäckraum sucht, findet aktuell nicht viele Alternativen. Genau deshalb ist der Astra Sports Tourer Electric so interessant.
Toyota zeigte mit dem C-HR+ ein kompaktes Elektro-SUV mit coupéartiger Linie und viel Alltagstauglichkeit. Der Innenraum wirkt modern, die Sitzposition angenehm, das Kofferraumkonzept solide. Gerade Toyota-Kundinnen und Toyota-Kunden, die den Schritt in die Elektromobilität gehen wollen, könnten hier ein vertrautes, aber neues Angebot finden.
Cadillac brachte mit dem Optiq ein Fahrzeug mit, das im deutschen Straßenbild noch viel zu selten zu sehen ist. Dabei zeigt gerade der Optiq, dass Cadillac im Elektrobereich eine interessante Alternative zu den üblichen Premium-SUVs bieten kann. Viel Platz, ein auffälliges Design, gute Sitze, ein hochwertig wirkender Innenraum und ein angenehm anderer Charakter machen ihn spannend.
Peugeot war mit dem E-408 vertreten, einem Fahrzeug, das für uns weiterhin unterschätzt wirkt. Der E-408 fährt komfortabel, sieht eigenständig aus und bietet gute Effizienz. Ja, ein größerer Akku wäre wünschenswert. Aber als entspannter Elektro-Cruiser mit französischem Flair hat er seinen eigenen Reiz.
Suzuki brachte den e Vitara mit, ein kleines Elektro-SUV für Menschen, die nicht den neuesten Technik-Showroom suchen, sondern ein solides Auto für den Alltag. Genau darin kann seine Stärke liegen. Suzuki-Kundschaft erwartet oft Zuverlässigkeit, einfache Bedienung und faire Konditionen. Wenn der e Vitara das liefert, wird er seine Käufer finden.
Kia zeigte mit dem EV2, wie viel Flexibilität in einem kleinen Elektroauto stecken kann. Besonders die Rückbank, das variable Raumkonzept und die praktische Auslegung machen den Kia EV2 interessant. Zusammen mit dem Hyundai Inster zeigt Kia, dass kleine Elektroautos nicht automatisch eng, spartanisch oder langweilig sein müssen.
MG war mit dem MG4 vertreten, der weiterhin über sein Preis-Leistungs-Verhältnis kommt. Viel Platz, attraktive Einstiegskonditionen und eine klare elektrische Ausrichtung machen ihn zu einem wichtigen Wettbewerber in der Kompaktklasse.
XPENG setzte mit dem P7+ ein starkes Ausrufezeichen. Eine fast fünf Meter lange Limousine, ein attraktiver Preisbereich und eine sehr hohe Ladeperformance machen deutlich, dass chinesische Hersteller nicht mehr nur über günstige Preise kommen. Sie bringen inzwischen auch Technik mit, die etablierte Hersteller unter Druck setzt.
Renault zeigte mit dem Twingo E-Tech, dass Retro-Design und moderne Elektrotechnik gut zusammenpassen können. Der Twingo spricht eine andere Zielgruppe an als ein großes SUV oder eine Performance-Limousine. Aber genau das ist wichtig, denn Elektromobilität braucht Vielfalt.
Hyundai zeigte mit dem IONIQ 6 N, wie viel Emotion ein Elektroauto erzeugen kann. Über 600 PS, sportliche Fahrdynamik, künstliche Schaltlogik und Soundkulisse sind nicht für jeden notwendig, aber sie zeigen: Elektroautos müssen nicht emotionslos sein. Hyundai hat mit dem IONIQ 5 N bereits bewiesen, dass Performance elektrisch funktionieren kann. Der IONIQ 6 N führt diesen Gedanken weiter.
Denza brachte mit dem Z9 GT ein technisches Statement nach Alsfeld. Drei Elektromotoren, enorme Leistung, starke Ladeversprechen und eine luxuriöse Ausrichtung zeigen, wie selbstbewusst neue Premiummarken auftreten. Ob das in Deutschland in großen Stückzahlen funktioniert, muss sich zeigen. Aufmerksamkeit erzeugt Denza damit aber auf jeden Fall.
BMW war mit dem iX3 Neue Klasse vertreten. Dieses Auto ist für BMW extrem wichtig, weil es die neue Elektro-Architektur, ein neues Bedienkonzept und eine neue Designsprache zusammenführt. Besonders spannend ist das Panoramic-Vision-Konzept unterhalb der Windschutzscheibe. Zusammen mit Head-up-Display und zentralem Infotainment-Screen entsteht ein völlig neues Cockpit-Gefühl. BMW verbindet hier Effizienz, Ladeleistung und Assistenzsysteme mit einem sehr modernen Innenraum.
Citroën zeigte mit dem ë-C5 Aircross ein Elektro-SUV mit viel Platz, hohem Komfort und einem attraktiven Preis-Leistungs-Ansatz. Gerade mit großem Akku könnte der ë-C5 Aircross für Familien interessant werden, die ein bequemes Elektroauto für Alltag und Langstrecke suchen.
Volkswagen war gleich mehrfach spannend.
Der ID. Cross zeigte, wohin die elektrische Alternative zum T-Cross gehen könnte. Kompakt, höher gebaut, praktisch und mit erstaunlich viel Raum im Kofferraum. Der ID.3 Neo wiederum zeigt, dass Volkswagen auf Kritik hört. Mehr haptische Tasten, besserer Materialmix, überarbeitete Bedienung und vertrautere Lösungen im Alltag sind genau die Punkte, die viele Kundinnen und Kunden gefordert haben.
Ein echtes Highlight war der Volkswagen ID. Polo GTI. Hier geht es nicht nur um Elektromobilität, sondern um Emotion. Der Sound im GTI-Modus, die sportlichere Lenkung, das klassische GTI-Muster auf den Sitzen und der erstaunlich große Kofferraum zeigen, dass Volkswagen versucht, die GTI-Idee in die elektrische Welt zu übertragen. Nicht jeder braucht den GTI. Aber wenn Volkswagen es richtig macht, könnte der ID. Polo GTI ein Auto werden, das zeigt, dass elektrische Kleinwagen nicht nur vernünftig, sondern auch begehrenswert sein können.
Der normale Volkswagen ID. Polo ist dagegen die bodenständigere Variante. Er wird vermutlich das wichtigere Auto für den Markt. Wenn Volkswagen tatsächlich einen Einstieg um 25.000 Euro realisieren kann, wird dieser ID. Polo zu einem der wichtigsten Elektroautos der nächsten Jahre.







Welche Luxus- und Performance-Modelle beeindruckten besonders?
Der Lucid Gravity war eines der imposantesten Fahrzeuge vor Ort. Riesiger Frunk, viel Platz, bis zu sechs Personen mit Gepäck und eine Leistung von bis zu 839 PS machen ihn zu einem Luxus-SUV der besonderen Art. Lucid zeigt, wie stark amerikanische Elektroautos im Premiumsegment auftreten können, wenn Effizienz, Raumgefühl und Leistung zusammenkommen.
Porsche setzte mit dem Cayenne Turbo Electric ein klares Zeichen. Dieses Auto ist nicht einfach ein elektrifizierter Cayenne, sondern ein eigenständiges Performance-SUV mit enormer Leistung, 800-Volt-Technik, aufwendiger Aerodynamik und einem hochdigitalen Innenraum. Auf den ersten Metern wird klar, dass Porsche nicht nur Leistung liefern will, sondern Fahrdynamik. Der Cayenne Turbo Electric klebt auf der Straße, bleibt kontrolliert und verbindet Komfort mit beeindruckender Sportlichkeit.
Natürlich gibt es auch Kritik. In einem Fahrzeug dieser Preisklasse fallen harte Kunststoffflächen im Innenraum stärker auf als in einem günstigeren Modell. Genau das muss man sagen dürfen. Aber insgesamt zeigt der Cayenne Turbo Electric eindrucksvoll, dass große Elektro-SUVs nicht nur schnell geradeaus fahren können, sondern auch fahrdynamisch richtig stark sein können.
Der Porsche 911 Turbo S T-Hybrid stand für die technologieoffene Seite des Events. Auch wenn der Fokus bei Einfach elektrisch klar auf elektrifizierten Fahrzeugen liegt, zeigt der 911 Turbo S T-Hybrid, wie Hybridtechnik im Performancebereich eingesetzt werden kann. Nicht als Sparlösung, sondern als Mittel für noch mehr Ansprechverhalten, Leistung und Fahrdynamik.
Auch die Mercedes-Benz S-Klasse zeigte, dass elektrifizierte Luxuslimousinen weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Gerade im Fond, mit Einzelsitzen, Bildschirmen und maximalem Reisekomfort, bleibt die S-Klasse ein Maßstab. Gleichzeitig wird klar: Auch in diesem Segment kommen neue Wettbewerber aus Asien, die den etablierten Marken zunehmend Druck machen werden.
GCOTY GTEST Video-Rundgang 2026
Was sagt der Rundgang über den Markt?
Der Tag in Alsfeld zeigte sehr deutlich, dass Elektromobilität längst nicht mehr nur aus wenigen Leuchtturm-Modellen besteht. Der Markt wird breiter, vielfältiger und schwieriger zu überblicken. Genau das ist gut für Kundinnen und Kunden, aber herausfordernd für Hersteller.
Auf der einen Seite stehen bezahlbare Elektroautos wie GEELY E2, Renault Twingo E-Tech, Kia EV2 oder Volkswagen ID. Polo. Auf der anderen Seite stehen Fahrzeuge wie Lucid Gravity, Porsche Cayenne Turbo Electric, Mercedes-Benz GLC Electric oder Denza Z9 GT. Dazwischen gibt es Familienautos, Kompakt-SUVs, praktische Vans wie den Kia PV5, große Modelle wie den Kia EV9 und neue Konzepte wie den BMW iX3 Neue Klasse.
Auffällig ist auch: Viele Hersteller haben verstanden, dass technische Daten allein nicht reichen. Es geht um Bedienung, Vertrauen, Alltag, Leasingraten, Ladeplanung, Software, Platz und das Gefühl, im Auto verstanden zu werden. Ein riesiger Akku hilft wenig, wenn die Bedienung nervt. Viel Leistung beeindruckt nur kurz, wenn das Fahrwerk nicht mithält. Und ein günstiger Preis überzeugt nur dann, wenn Qualität, Händlernetz und Service passen.
Genau deshalb sind Events wie GCOTY so wichtig. Sie bringen Fahrzeuge zusammen, die man sonst nicht direkt vergleichen würde. Und sie ermöglichen Gespräche, die über das übliche Datenblatt hinausgehen.
Warum bleibt der GEELY E2 im Kopf?
Weil er das Potenzial hat, ein sehr relevantes Auto zu werden. Nicht für Menschen, die maximale Leistung suchen. Nicht für Menschen, die 1.000 Kilometer am Stück fahren wollen. Sondern für alle, die ein bezahlbares, kompaktes, modernes Elektroauto suchen, das im Alltag funktioniert und nicht nach Verzicht aussieht.
Der GEELY E2 könnte genau diese Lücke treffen. Kompakte Abmessungen, ordentliches Raumangebot, zwei Batteriegrößen, ein großer Frunk, digitales Cockpit und ein mutmaßlich sehr attraktiver Preis. Wenn GEELY die finalen europäischen Daten sauber liefert, die Software überzeugt und das Händler- und Servicenetz Vertrauen schafft, dann wird dieses Auto spannend.
Für uns war der GEELY E2 deshalb nicht nur ein weiteres Fahrzeug auf dem Gelände. Er war eines dieser Autos, bei denen man nach dem ersten Blick denkt: Das könnte etwas werden.
Unser Fazit: GCOTY in Alsfeld war ein Blick in die nahe Zukunft
GCOTY beziehungsweise GTEST in Alsfeld war für uns mehr als ein Event mit vielen Autos. Es war ein konzentrierter Blick auf die Richtung, in die sich der Markt bewegt. Mehr elektrische Vielfalt, mehr bezahlbare Modelle, mehr digitale Innenräume, mehr chinesische Wettbewerber, aber auch starke Antworten europäischer Hersteller.
Besonders wertvoll waren dabei die Gespräche vor Ort. Denn sie zeigen, was hinter den Fahrzeugen steckt. Welche Ideen verfolgt ein Hersteller? Wo wurde auf Kundenkritik reagiert? Welche Technik ist nur Show und welche bringt im Alltag echten Mehrwert? Genau diese Fragen lassen sich am besten beantworten, wenn man Autos nicht nur aus der Ferne betrachtet, sondern sie direkt nebeneinander erlebt und im direkten Gespräch mit Ansprechpartnern der Industrie und mit Kollegen konnten auch Missverständnisse geklärt werden, in der digitalen Welt sind solche Gespräche nicht nur Gold wert, sondern einfach unersetzbar. Ein herzliches Danke noch einmal an Jens Meiners und Des Sellmeijer und allen andern die das Event nicht nur auf die Beine, sondern auch auf die Räder gestellt haben.
Der GEELY E2 war unser heimlicher Star des Tages. Aber auch Volkswagen ID. Polo GTI, BMW iX3 Neue Klasse, Porsche Cayenne Turbo Electric, Mazda CX-6e, Hyundai IONIQ 3 N Line, Kia EV2, Citroën ë-C5 Aircross, XPENG P7+, Cadillac Optiq und viele andere Fahrzeuge zeigten: Die nächsten Jahre werden im Automarkt alles andere als langweilig.





















