Mit dem IONIQ 3 erweitert Hyundai Motor Company seine vollelektrische Modellfamilie um ein Kompaktfahrzeug, das klar auf den europäischen Markt zugeschnitten ist. Entwickelt im europäischen Technikzentrum in Rüsselsheim und produziert im türkischen Werk in İzmit, positioniert sich das Modell zwischen Anspruch und Alltag. Der Fokus liegt weniger auf spektakulären Leistungswerten, sondern auf Effizienz, Platzangebot und einer möglichst einfachen Integration in den täglichen Gebrauch.
Was steckt technisch im Hyundai IONIQ 3?
Der IONIQ 3 basiert auf der bekannten Electric-Global Modular Platform, kurz E-GMP, allerdings in einer 400-Volt-Auslegung. Damit setzt Hyundai bewusst auf eine Architektur, die weniger auf maximale Ladeleistung als auf ausgewogene Effizienz und Alltagstauglichkeit ausgelegt ist.
Zwei Batterievarianten stehen zur Wahl. Die Einstiegsversion arbeitet mit einer Kapazität von 42,2 kWh und erreicht eine WLTP-Reichweite von rund 344 Kilometern. Darüber positioniert sich eine Long-Range-Version mit 61 kWh, die auf bis zu 496 Kilometer nach WLTP kommt und damit in dieser Fahrzeugklasse eine relevante Größe darstellt.
Hyundai IONIQ 3 Fotos














Geladen wird mit bis zu 119 kW Gleichstrom, womit der Ladehub von 10 auf 80 Prozent unter optimalen Bedingungen etwa 29-30 Minuten dauert. Die Variante mit dem kleineren Akku lädt mit maximal 100 kW an DC. Im Wechselstrombetrieb (AC) sind bis zu 11 kW serienmäßig und optional bis zu 22 kW möglich, was insbesondere im europäischen Ladeumfeld ein praktischer Vorteil ist. Angetrieben wird der IONIQ 3 über die Vorderachse. Die Leistung liegt je nach Variante bei 99,5 kW oder 107,8 kW, also 135 beziehungsweise 147 PS.
Das maximale Drehmoment beträgt 250 Newtonmeter. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in 9,6 oder 9,0 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei bis zu 170 km/h. Damit bleibt das Fahrzeug klar im Bereich der alltagsorientierten Auslegung.
Wie effizient ist das neue Kompaktmodell?
Ein zentraler Punkt beim IONIQ 3 ist die Aerodynamik. Hyundai führt hier erstmals die sogenannte Aero-Hatch-Bauform ein, die eine Kombination aus klassischem Kompaktwagen und aerodynamisch optimierter Silhouette darstellt. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei 0,263 und bewegt sich damit auf einem soliden Niveau für diese Fahrzeugklasse.
Die Außenabmessungen unterstreichen den Anspruch als kompaktes Alltagsfahrzeug. Mit einer Länge von 4.155 bis 4.170 Millimetern, einer Breite von 1.800 Millimetern und einer Höhe von 1.505 Millimetern bleibt der IONIQ 3 handlich. Gleichzeitig sorgt ein Radstand von 2.680 Millimetern für vergleichsweise großzügige Platzverhältnisse im Innenraum.
Das Fahrzeuggewicht liegt je nach Ausstattung zwischen 1.550 und 1.580 Kilogramm, was im Zusammenspiel mit den verfügbaren Batteriegrößen und der Antriebsleistung auf eine insgesamt effiziente Auslegung hindeutet.
Wie viel Platz bietet der Hyundai IONIQ 3 im Alltag?
Trotz kompakter Außenmaße verfolgt Hyundai im Innenraum ein klares Raumkonzept. Das sogenannte Furnished Space-Interieur nutzt den flachen Fahrzeugboden der Plattform und den langen Radstand, um ein offenes Raumgefühl zu erzeugen.
Der Innenraum ist auf fünf Personen ausgelegt und bietet insbesondere im Fond Platz für drei Erwachsene. Ergänzt wird das Raumangebot durch ein Kofferraumvolumen von insgesamt 441 Litern. Dieses setzt sich aus 322 Litern klassischem Ladevolumen und einer zusätzlichen 119 Liter großen Megabox unter dem Ladeboden zusammen.
Je nach Ausstattung stehen Features wie Relaxation Seats, beheizte und belüftete Sitze sowie eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik zur Verfügung. Optional ergänzt ein BOSE-Soundsystem das Interieur, während Ambientebeleuchtung und verschiedene Materialkonzepte das Raumgefühl weiter beeinflussen.
Welche Rolle spielt die Software im IONIQ 3?
Mit dem IONIQ 3 führt Hyundai in Europa erstmals das Infotainmentsystem Pleos Connect ein. Dieses basiert auf Android Automotive OS und wird über Displays mit 12,9 oder 14,6 Zoll bedient.
Im Fokus steht eine möglichst intuitive Bedienung. Dazu zählen Funktionen wie ein integrierter EV-Routenplaner, Plug & Charge sowie der Digital Key 2, der den Zugang über Smartphone oder Wearables ermöglicht. Ergänzt wird das System durch Vehicle-to-Load-Funktionalitäten, die sowohl im Innenraum als auch extern genutzt werden können.
Die Kombination aus nativer Softwareintegration und Konnektivitätsfunktionen zeigt, dass Hyundai den digitalen Aspekt nicht als Zusatz, sondern als integralen Bestandteil des Fahrzeugs versteht.
Welche Assistenzsysteme kommen zum Einsatz?
Im Bereich Sicherheit und Assistenzsysteme setzt Hyundai auf das SmartSense-Paket. Dazu gehört unter anderem der Autobahnassistent 2.0 mit Handerkennung, der teilautomatisiertes Fahren unterstützt.
Hinzu kommen ein Parkassistent mit Fernbedienung und Memory-Funktion, eine 360-Grad-Kamera sowie eine Monitoranzeige für den Totwinkelassistenten. Insgesamt sieben Airbags gehören zur Serienausstattung.
Ergänzt wird das Sicherheitspaket durch Projektions-LED-Scheinwerfer mit intelligentem Lichtsystem, die die Sicht im Alltag verbessern sollen.
Wie ordnet sich der Hyundai IONIQ 3 ein?
Mit dem IONIQ 3 verfolgt Hyundai einen klaren Ansatz. Statt auf extreme Leistungswerte oder besonders hohe Ladeleistungen zu setzen, liegt der Fokus auf einem ausgewogenen Gesamtpaket. Reichweite von bis zu knapp 500 Kilometern, solide Ladezeiten, ein großzügiges Raumangebot und eine moderne Softwareplattform bilden die Grundlage.
Damit richtet sich das Modell vor allem an Nutzer, die Elektromobilität ohne große Umstellung in ihren Alltag integrieren möchten. Der IONIQ 3 setzt weniger auf spektakuläre Einzelwerte als auf ein stimmiges Gesamtbild, das im täglichen Einsatz funktionieren soll. Genau darin könnte seine eigentliche Stärke liegen.





















