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Kia EV4 Modelljahr 2027: Mehr Leistung, mehr Ladeflexibilität und endlich Allrad

2027 KIA EV4

Der Kia EV4 geht ins Modelljahr 2027 und bekommt genau das, was viele bei einem modernen Elektro-Kompaktwagen inzwischen erwarten: mehr Leistung, mehr Traktion und mehr Alltagstempo beim Laden. Der in Europa entwickelte und im slowakischen Kia-Werk Zilina produzierte Stromer ist ab sofort auch mit Allradantrieb bestellbar. Dazu kommt optional ein 22-kW-On-Board-Charger, der vor allem beim Laden zu Hause, am Arbeitsplatz oder an öffentlichen AC-Ladesäulen einen echten Unterschied machen kann.
Damit wird der Kia EV4 nicht neu erfunden, aber sinnvoll nachgeschärft. Und genau das ist meistens spannender als jede Hochglanz-Ansage. Denn im Alltag zählen nicht nur Sprintwerte und Reichweite, sondern auch Ladezeiten, Anhängelast, Ausstattung und die Frage, ob ein Auto im echten Leben einfach besser funktioniert.

Was bringt der neue Allradantrieb im Kia EV4?

Die neue Topmotorisierung des Kia EV4 leistet 195 kW, also 265 PS. Dafür kombiniert Kia einen 125-kW-Motor an der Vorderachse mit einem 70-kW-Motor an der Hinterachse. Das maximale Drehmoment liegt bei 385 Newtonmetern. Damit beschleunigt der EV4 AWD in 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt, wie bei allen EV4-Varianten, bei 170 km/h.

Zum Vergleich: Der frontgetriebene Kia EV4 mit großem 81,4-kWh-Akku und 19-Zoll-Rädern benötigt für den Standardsprint 7,8 Sekunden, mit 17-Zoll-Rädern sind es 7,7 Sekunden. Der Allradler ist also nicht brutal, aber spürbar kräftiger. Er macht aus dem EV4 keinen Sportwagen, sondern einen souveräneren Kompaktwagen. Genau das passt eigentlich ganz gut zu diesem Fahrzeug.

Serienmäßig kommt die AWD-Version mit dem großen Akku mit 81,4 kWh und 19-Zoll-Rädern. Angeboten wird sie für die Ausstattungslinie Earth und für die sportlicher auftretende GT-Line. Die Reichweite liegt bei bis zu 560 Kilometern, in der GT-Line sind es bis zu 550 Kilometer. Das ist ein ordentlicher Wert, vor allem weil der Allradantrieb nicht völlig ohne Verbrauchsnachteile bleibt.

Warum ist die Anhängelast beim EV4 AWD interessant?

Eine kleine, aber durchaus wichtige Zahl: Der Kia EV4 AWD darf gebremst bis zu 1,5 Tonnen ziehen. Damit setzt er innerhalb der EV4-Baureihe eine neue Bestmarke. Die 2WD-Version mit großem 81,4-kWh-Akku kommt gebremst auf 1.000 Kilogramm. Ungebremst liegen beide Varianten bei 750 Kilogramm.

Das klingt trocken, ist aber für viele ein echter Punkt. Fahrradträger, kleiner Wohnwagen, Baumarktanhänger, Gartenprojekt, Vereinsmaterial, Umzugskram, all diese Dinge sind im echten Leben relevanter als die Frage, ob man an der Ampel 0,3 Sekunden schneller ist als der Nachbar. Kia macht den EV4 mit dem Allradantrieb also nicht nur dynamischer, sondern auch praktischer.

Was bringt der neue 22-kW-On-Board-Charger?

Der zweite große Punkt im Modelljahr 2027 ist das AC-Laden mit bis zu 22 kW. AC steht für Wechselstrom. Genau damit laden viele Elektroautos zu Hause an der Wallbox, an öffentlichen Stadtladesäulen, beim Arbeitgeber oder im Parkhaus. Bisher sind 11 kW bei vielen Fahrzeugen der Standard. Das ist solide, aber nicht immer schnell genug, wenn man zwischendurch möglichst viel Energie nachladen möchte.

Mit dem optionalen 22-kW-On-Board-Charger halbiert sich die AC-Ladezeit im Idealfall fast. Beim großen 81,4-kWh-Akku verkürzt sich die Ladezeit von 10 auf 100 Prozent von 7 Stunden und 15 Minuten auf 3 Stunden und 55 Minuten. Das sind mehr als drei Stunden Unterschied. Und ja, das merkt man.
Besonders spannend ist das, weil AC-Laden oft günstiger ist als Schnellladen an der Autobahn. Wer also regelmäßig an einer 22-kW-Säule laden kann, bekommt mit dem neuen On-Board-Charger einen echten Kostenvorteil und mehr Flexibilität. Der On-Board-Charger ist dabei das Bauteil im Auto, das den Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom für die Batterie umwandelt. Je leistungsfähiger dieser Lader ist, desto schneller kann das Fahrzeug an AC-Ladepunkten Energie aufnehmen.

Kia hat das 22-kW-AC-Laden im Frühjahr mit dem EV2 eingeführt und inzwischen auf EV3, EV5 und nun auch EV4 ausgeweitet. Weitere Elektromodelle sollen folgen. Das ist eine gute Nachricht, denn 22 kW AC waren lange Zeit eher ein Thema bei wenigen Herstellern. Dabei ist diese Technik im Alltag oft wertvoller als die nächste theoretische Spitzenladeleistung auf dem Papier.

Wie schnell lädt der Kia EV4 an der Schnellladesäule?

Beim DC-Laden, also beim Gleichstrom-Schnellladen, bleibt es beim bekannten Niveau. Der Standardakku und der Langstreckenakku lassen sich an einer entsprechend leistungsfähigen Schnellladesäule in rund einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent laden. Kia nennt 29 Minuten für den kleineren Akku und 31 Minuten für den großen Akku.

DC-Laden ist das, was auf längeren Strecken zählt. Dort wird der Strom direkt als Gleichstrom in die Batterie gedrückt, deshalb kann deutlich schneller geladen werden als an einer normalen AC-Ladesäule. Für die Langstrecke bleibt der EV4 damit ordentlich aufgestellt. Keine Revolution, aber auch kein Grund zur Panik an der Ladesäule.

Was kostet der Kia EV4 AWD?

Der Kia EV4 Earth AWD startet bei 48.730 Euro. Der Kia EV4 GT-Line AWD kostet ab 51.940 Euro. Der Aufpreis gegenüber der jeweiligen 2WD-Version liegt bei 2.500 Euro. Beim Earth sind es wegen der zusätzlichen 19-Zoll-Räder 3.190 Euro.

Interessant ist: Die Grundpreise der frontgetriebenen Versionen bleiben zum Modelljahr 2027 unverändert, obwohl Kia auf gestiegene Rohstoff- und Transportkosten verweist. Die Basisversion Air mit 58,3-kWh-Akku kostet weiterhin ab 37.590 Euro. Sie bietet bereits eine breite Serienausstattung und bis zu 440 Kilometer Reichweite.

Inbegriffen sind die bei Kia übliche 7-Jahre-Herstellergarantie sowie acht Jahre Batteriegarantie oder 160.000 Kilometer. Die Auslieferungen des neuen Modelljahrgangs sollen noch im Juli 2026 beginnen.

Welche Ausstattung bringt der Kia EV4 Earth AWD mit?

Schon die AWD-Einstiegsversion Earth ist ordentlich bestückt. Serienmäßig an Bord sind ein Navigations- und Infotainmentsystem, ein digitales Kombiinstrument und ein Touchscreen für die Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Diese Anzeigen sind in ein breites Panoramadisplay integriert.

Dazu kommen Kia Connect Online-Dienste mit KI-Assistent, Online-Navigation, Musik- und Videostreaming, teilweise gegen Aufpreis, sowie Over-the-Air-Updates. OTA bedeutet, dass Fahrzeug- und Infotainmentsoftware drahtlos aktualisiert werden können, ohne dass das Auto zwingend in die Werkstatt muss.

Zur Serienausstattung gehören außerdem 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer, vordere Türgriffe mit automatischer Flush-Funktion, Sitzheizung vorn, beheizbares Lenkrad, Smart-Key, induktive Smartphone-Ladestation, Rückfahrkamera, Parksensoren vorn und hinten, elektrisch anklappbare Außenspiegel und ein Batterievorheizsystem.

Gerade die Batterievorheizung ist wichtig. Sie sorgt dafür, dass der Akku vor dem Schnellladen auf eine günstige Temperatur gebracht wird. Das kann die Ladeleistung verbessern, besonders bei niedrigen Außentemperaturen.

2027 KIA EV4 Fotos

Welche Assistenten sind serienmäßig dabei?

Auch bei den Assistenzsystemen fährt der EV4 Earth AWD nicht mit angezogener Handbremse vor. Serienmäßig sind unter anderem eine navigationsbasierte adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-go-Funktion, ein Autobahnassistent, ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent mit Stummschaltung, ein Frontkollisionswarner 1.5 mit Abbiegefunktion, ein aktiver Spurhalteassistent 2.0 mit Hands-on-Erkennung im Lenkradkranz, ein Fahreraufmerksamkeitsassistent und sieben Airbags.

Das klingt nach einem halben Gesetzestext, bedeutet im Alltag aber: Der EV4 unterstützt beim Abstandhalten, in der Spurführung, beim Stop-and-go-Verkehr, bei Tempolimits und in kritischen Situationen vor dem Fahrzeug. Wichtig bleibt natürlich, dass diese Systeme unterstützen und nicht den Fahrer ersetzen. Auch wenn manche Autos inzwischen so tun, als hätten sie heimlich ein Abitur in Verantwortung gemacht.

Was bietet die GT-Line zusätzlich?

Die GT-Line legt noch einmal nach. Serienmäßig gibt es adaptive Dual-LED-Scheinwerfer, Sitzbezüge in hochwertiger Ledernachbildung, elektrisch einstellbare Vordersitze, sequenzielle Ambientebeleuchtung, ein Premium-Soundsystem von Harman Kardon, eine Wärmepumpe für die Innenraumklimatisierung sowie Sportlenkrad, Aluminium-Pedale und einen schwarzen Dachhimmel.

Die Wärmepumpe ist gerade bei Elektroautos sinnvoll, weil sie den Innenraum effizienter heizen kann als eine reine elektrische Heizung. Das kann bei kühlen Temperaturen helfen, Reichweite zu sparen.

Auch bei den Assistenten bekommt die GT-Line mehr Technik. Serienmäßig sind ein Autobahnassistent 2.0 mit Spurwechselunterstützung, ein Frontkollisionswarner 2.0 mit Quer- und Gegenverkehrerkennung sowie Ausweichfunktion, ein aktiver Totwinkelassistent mit Lenk- und Bremseingriff, ein Querverkehrwarner hinten mit Notbremsfunktion und ein Ausstiegsassistent.

Welche neuen Komfortdetails gibt es im Modelljahr 2027?

Neben Allrad und 22-kW-AC-Laden bringt das Modelljahr 2027 weitere Detailverbesserungen. Für die GT-Line gibt es optional eine zweite induktive Smartphone-Ladestation. Damit können zwei Smartphones gleichzeitig nebeneinander kabellos geladen werden. Das klingt nach Luxusproblem, ist aber im Alltag gar nicht so dumm. Denn spätestens auf längeren Fahrten liegen in modernen Autos gerne zwei Handys mit niedrigem Akkustand herum.

Außerdem gibt es vorn eine stärkere USB-C-Ladebuchse mit 100 Watt. In der GT-Line ist sie serienmäßig, für Earth optional. 100 Watt reichen nicht nur für Smartphones, sondern auch für viele Tablets oder Laptops. Das ist so ein Detail, das in Pressemitteilungen schnell untergeht, im Familien-, Arbeits- oder Redaktionsalltag aber sehr willkommen ist.

Welche Optionen bietet Kia für den EV4 AWD?

Für beide AWD-Versionen sind unter anderem ein Glasdach mit elektrischem Schiebedach, eine sensorgesteuerte elektrische Heckklappe, eine 230-Volt-Steckdose im Fond mit V2L-Funktion, eine V2X-Hardware-Vorbereitung für V2H und V2G, ein Totwinkelassistent mit Monitoranzeige, ein Auspark-Kollisionsvermeidungsassistent, eine Rundumsichtkamera und ein fernbedienbarer Parkassistent erhältlich.
V2L bedeutet Vehicle-to-Load. Das Auto kann also externe elektrische Geräte mit Strom versorgen. V2H steht für Vehicle-to-Home, also die Nutzung des Fahrzeugs als Stromspeicher fürs Haus. V2G bedeutet Vehicle-to-Grid, also die mögliche Rückspeisung von Energie ins Stromnetz. Wichtig ist: Kia spricht hier von einer Hardware-Vorbereitung. Was später tatsächlich genutzt werden kann, hängt auch von Markt, Infrastruktur, rechtlichen Rahmenbedingungen und passenden Tarifen ab.

Für die GT-Line gibt es zusätzlich Premium-Relaxation-Sitze für Fahrer und Beifahrer, Sitzventilation vorn, Memory-Funktion für den Fahrersitz, Head-up-Display und Digital Key 2.0. Mit dem Digital Key kann das Smartphone als Autoschlüssel genutzt werden.

Was ist mit dem EV4 Fastback und der GT-Version?

Kia kündigt an, dass Details zum Modelljahr 2027 der Limousinen-Variante EV4 Fastback sowie zur angekündigten GT-Variante rechtzeitig zum jeweiligen Bestellstart bekanntgegeben werden. Heißt übersetzt: Da kommt noch was, aber noch nicht heute.

Gerade die GT-Version dürfte spannend werden, denn mit dem neuen AWD-Antrieb ist die technische Grundlage für mehr Leistung bereits sichtbar. Ob Kia daraus einen richtig scharfen Kompakt-Stromer macht oder eher eine dynamischere Ausstattungsversion, bleibt abzuwarten.

Kia EV4 MJ2027

Der Kia EV4 wird mit dem Modelljahr 2027 erwachsener. Der Allradantrieb sorgt für mehr Leistung, bessere Traktion und eine deutlich höhere Anhängelast. Der optionale 22-kW-On-Board-Charger ist vielleicht sogar die wichtigere Neuerung, weil er das günstige AC-Laden im Alltag deutlich beschleunigt. Genau solche Details entscheiden darüber, ob ein Elektroauto nur auf dem Datenblatt überzeugt oder auch im Alltag richtig gut funktioniert.

Der EV4 AWD ist mit mindestens 48.730 Euro kein Billigheimer. Aber er bietet viel Reichweite, ordentliche Fahrleistungen, 1,5 Tonnen Anhängelast, ein hohes Ausstattungsniveau und die lange Kia-Garantie. Dass Kia die Preise der 2WD-Versionen trotz gestiegener Kosten stabil hält, ist ebenfalls ein Signal.

Unterm Strich macht Kia beim EV4 genau das Richtige: nicht lauter, nicht schriller, nicht künstlich spektakulär, sondern an den richtigen Stellen besser. Mehr Alltag, mehr Technik, mehr Nutzwert. Und genau damit dürfte der EV4 im Kompaktsegment noch ein Stück gefährlicher werden.

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