Der Kia Sportage Plug-in Hybrid will zwei Antriebswelten miteinander verbinden. Im Alltag soll möglichst häufig der Elektromotor übernehmen, während auf längeren Strecken der Benziner die Reichweitenfrage praktisch erledigt. Nach der Modellpflege tritt der Sportage zudem moderner auf, bekommt aktuelle Infotainment-Technik und bietet in der getesteten GT-Line reichlich Komfort. Ganz rund ist das Paket trotzdem nicht.
Denn ausgerechnet auf der elektrischen Seite bleiben einige Punkte zurück. Die elektrische Reichweite von bis zu 63 Kilometern kann für viele Alltagsstrecken durchaus ausreichen. Gleichzeitig beschränkt Kia die AC-Ladeleistung auf bis zu 7,6 kW, verzichtet auf einen CCS-Anschluss und beim Heizen des Innenraums meldete sich im Test trotz gewähltem Elektro-Modus der Verbrennungsmotor. Dazu kommt ein Assistenzsystem, das auf Landstraßen nicht immer so vorausschauend arbeitet, wie es inzwischen möglich wäre.
Wie sieht der Kia Sportage Plug-in Hybrid nach der Modellpflege aus?
Optisch bleibt der Kia Sportage unverkennbar, wurde mit der Modellpflege aber stärker an die aktuelle Designsprache der Marke herangeführt. Die Front wird von einem klassischen Kühlergrill geprägt, der beim Plug-in Hybrid schon technisch seine Berechtigung hat. Schließlich müssen Verbrennungsmotor und Thermomanagement weiterhin mit Kühlluft versorgt werden.
Beim getesteten Sportage GT-Line setzen schwarz glänzende Elemente Kontraste zur bordeauxroten Metallic-Lackierung. Auffällig bleibt außerdem die boomerangartige Lichtsignatur des Tagfahrlichts. Optional kommen Matrix-LED-Scheinwerfer hinzu, die sich im nächtlichen Alltagstest positiv bemerkbar machten. Der Lichtkegel wird situationsabhängig angepasst und entgegenkommender Verkehr gezielt ausgeblendet.
Auch am Heck bleibt das Design angenehm eigenständig. Der Heckscheibenwischer ist weitgehend in den Heckspoiler integriert. Gerade solche Details sorgen dafür, dass der Sportage trotz klassischer SUV-Proportionen nicht unnötig schwer oder pompös wirkt.
Welche Abmessungen hat der Kia Sportage PHEV?
Mit 4,54 Metern Länge, 1,86 Metern Breite und rund 1,65 Metern Höhe bleibt der Kia Sportage in einem Format, das ordentlich Platz bietet, aber noch gut im Alltag beherrschbar bleibt. Inklusive Außenspiegel werden etwa 2,08 Meter Breite erreicht. Der Radstand beträgt 2,68 Meter.
Der Wendekreis liegt bei 10,90 Metern. Im Praxistest lässt sich der Sportage damit überraschend handlich bewegen. Gerade beim Rangieren und im städtischen Umfeld fällt die Größe weniger negativ auf, als es die SUV-Karosserie vermuten lassen könnte.
Die getestete Allradversion bringt laut den im Test verwendeten technischen Daten 1.896 Kilogramm Leergewicht auf die Waage. Das ist angesichts von Verbrennungsmotor, Elektromotor, Batterie und Allradtechnik keine Überraschung, macht die Abstimmung des Fahrwerks aber umso wichtiger.
Wie funktioniert der Antrieb des Kia Sportage Plug-in Hybrid?
Das Herzstück des Kia Sportage Plug-in Hybrid ist die Kombination aus Benzin- und Elektromotor. Der Ottomotor leistet 132 kW beziehungsweise 180 PS und stellt 265 Nm Drehmoment bereit. Unterstützt wird er von einem Elektromotor mit 79 kW beziehungsweise 107 PS und 334 Nm.
Die Systemleistung beträgt 212 kW beziehungsweise 288 PS, das maximale Systemdrehmoment liegt bei 380 Nm.
Für den Sprint von 0 auf 100 km/h nennt Kia 7,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 206 km/h. Im GPS-Test erreichte der Sportage 100 km/h bereits nach 7,74 Sekunden und lag damit praktisch exakt auf beziehungsweise minimal unter der Werksangabe.
Der elektrische Antrieb ist dabei keineswegs nur zum vorsichtigen Mitschwimmen gedacht. Gerade beim Herausbeschleunigen aus Ortschaften liefert der Elektromotor genügend Kraft, um den Sportage im normalen Alltag souverän zu bewegen. Rein elektrisch sind laut Test bis zu 140 km/h möglich.
Wie weit fährt der Kia Sportage Plug-in Hybrid elektrisch?
Die Batterie besitzt eine Kapazität von 13,8 kWh. Nach WLTP sollen damit bis zu 63 Kilometer elektrische Reichweite möglich sein. Als Stromverbrauch wurden im Test die offiziellen 11,2 kWh pro 100 Kilometer genannt. Beim kombinierten Kraftstoffverbrauch stehen 3,3 Liter pro 100 Kilometer im Datenblatt. Der Benzintank fasst 42 Liter.
Im sommerlichen Testbetrieb machten die 63 Kilometer keinen unrealistischen Eindruck. Bei zurückhaltender Fahrweise erscheint die WLTP-Reichweite erreichbar. Damit deckt der Kia genau den Bereich ab, für den ein Plug-in Hybrid interessant sein kann. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz regelmäßig lädt und täglich vielleicht 30, 40 oder 50 Kilometer zurücklegt, kann einen großen Teil der Alltagsfahrten ohne Benzineinsatz absolvieren.
Im Winter dürfte die elektrische Reichweite allerdings deutlich niedriger liegen. Im Test wurde als Größenordnung mit rund 20 bis 25 Prozent weniger Reichweite gerechnet. Entscheidend ist dabei nicht nur die Batteriechemie bei niedrigen Temperaturen. Beim Sportage kommt noch ein weiterer Punkt hinzu.
Warum ist die Heizung eine Schwäche des Kia Sportage PHEV?
Ausgerechnet beim elektrischen Fahren offenbart der Sportage eine seiner größten Schwächen. Bei niedrigen Außentemperaturen wurde der Innenraum im Testwagen nicht rein elektrisch beheizt. Stattdessen startete der Verbrennungsmotor und lief teilweise mit erhöhter Leerlaufdrehzahl, um Wärme zur Verfügung zu stellen.
Das widerspricht ein Stück weit dem Grundgedanken eines Plug-in Hybrids. Wer beispielsweise morgens mit vollgeladener Batterie 20 Kilometer elektrisch zur Arbeit fahren möchte, erwartet normalerweise, dass der Benzinmotor auch im Winter ausgeschaltet bleiben kann.
Besonders unglücklich wird das bei der Vorklimatisierung. Während sich der Innenraum im Sommer über die Kia-App vorkühlen lässt, konnte im Test keine vergleichbare rein elektrische Vorheizfunktion festgestellt werden. Gerade bei einem Fahrzeug, dessen große Stärke die elektrische Nutzung auf Kurzstrecken sein soll, wäre eine elektrische Heizmöglichkeit ein erheblicher Komfortgewinn.
Wie schnell lädt der Kia Sportage PHEV?
Beim Laden zeigt sich die zweite deutliche Schwäche. Der Kia Sportage Plug-in Hybrid lädt einphasig mit bis zu 7,6 kW. Dafür muss die elektrische Installation die entsprechende Stromstärke bereitstellen.
Stehen nur 16 Ampere zur Verfügung, reduziert sich die maximal mögliche Ladeleistung laut Test auf rund 3,8 kW. An einer Haushaltssteckdose wurden bis zu etwa 2,6 kW genannt. Im Alltag ist das grundsätzlich nutzbar. Wer den Sportage über Nacht lädt, bekommt die Batterie problemlos wieder voll. Gemessen am Anspruch eines modernisierten Plug-in Hybrids wäre ein dreiphasiger 11-kW-Onboard-Lader aber die deutlich flexiblere Lösung.
Noch stärker fällt auf, dass kein CCS-Anschluss für DC-Schnellladen vorhanden ist. Genau diese Möglichkeit wird bei Plug-in Hybriden mit wachsender elektrischer Reichweite zunehmend interessant. Während einer längeren Autobahnpause könnte die Batterie in kurzer Zeit wieder geladen werden, um beispielsweise die letzten 40 oder 50 Kilometer am Ziel elektrisch zurückzulegen. Beim Sportage bleibt diese Option aus.
2026 Kia Sportage PHEV Test
Wie viel verbraucht der Kia Sportage Plug-in Hybrid wirklich?
Beim Verbrauch zeigt sich sehr deutlich, wie stark die Ergebnisse eines Plug-in Hybrids vom Nutzungsprofil abhängen. Auf einer 13,7 Kilometer langen Strecke über Land und durch Ortschaften mit warmem Verbrennungsmotor zeigte der Bordcomputer 6,4 Liter pro 100 Kilometer an. Interessanter wird der längere Betrachtungszeitraum. Nach 437,6 Kilometern seit dem Tanken standen bei regelmäßiger elektrischer Unterstützung 4,8 Liter pro 100 Kilometer im Display.
Über insgesamt 1.117,6 Kilometer, darunter viel Autobahn und Fahrten mit 150 bis 160 km/h, wurden 7,7 Liter pro 100 Kilometer angezeigt.
Die Zahlen zeigen exemplarisch das Grundproblem und gleichzeitig die große Stärke eines Plug-in Hybrids. Wird die Batterie konsequent geladen, kann der Kraftstoffverbrauch deutlich sinken. Wird das Fahrzeug überwiegend schnell auf der Autobahn bewegt und elektrische Energie nur punktuell eingesetzt, bewegt sich der Verbrauch dagegen wieder in Regionen eines klassischen Benzin-SUV.
Eine pauschale Verbrauchszahl erzählt bei dieser Antriebsform deshalb nur einen kleinen Teil der Geschichte.
Wie fährt sich der Kia Sportage Plug-in Hybrid?
Das Fahrwerk gehört zu den positiven Überraschungen des Sportage. Trotz fast 1,9 Tonnen Leergewicht wirkt das SUV auf kurvigen Landstraßen erstaunlich kontrolliert.
Die Abstimmung ist straff genug, um schnelle Richtungswechsel sauber zu verarbeiten, bietet gleichzeitig aber noch genügend Federungskomfort für längere Autobahnetappen. Größere Wankbewegungen bleiben überschaubar und auch über welligem Asphalt schaukelt sich der Sportage nicht unangenehm auf.
Bei niedrigen Geschwindigkeiten können Gullideckel oder kurze Unebenheiten spürbar bis in den Sitz durchgereicht werden. Mit zunehmendem Tempo wirkt das Fahrwerk dagegen harmonischer. Auf der Autobahn entwickelt sich der Sportage zu einem angenehmen Reisewagen.
Auch die Lenkung passt dazu. Sie arbeitet direkt genug, um auf einer kurvigen Straße Vertrauen aufzubauen, ohne dem Fahrer eine Sportlichkeit vorzuspielen, die ein SUV dieser Größe ohnehin nicht liefern muss.
Die Allradversion bietet zusätzlich Terrain-Modi für Sand, Matsch und Schnee, was gerade auf winterlichen Straßen einen praktischen Mehrwert liefern kann.
Wie gut beschleunigt und bremst der Kia Sportage Plug-in Hybrid?
Die versprochenen 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h konnten im Test bestätigt werden. Die GPS-Messung ergab:
0 bis 50 km/h: 2,7 Sekunden
0 bis 60 km/h: 3,43 Sekunden
0 bis 100 km/h: 7,74 Sekunden
Damit unterschritt der Testwagen die angegebene Beschleunigungszeit minimal. Auch die Bremsleistung hinterließ einen guten Eindruck. Der gemessene Bremsvorgang von 100 km/h bis zum Stillstand dauerte 2,89 Sekunden. Eine Bremsstrecke wurde im Transcript nicht ausgewiesen, weshalb sich daraus keine belastbare Meterangabe ableiten lässt.
Wie leise ist der Kia Sportage Plug-in Hybrid elektrisch?
Gerade im Elektrobetrieb zeigt der Sportage, warum Plug-in Hybride ihren besonderen Reiz haben können. Trotz einfacher Verglasung wurden im Innenraum bei 50 km/h rund 56 dB gemessen.
Bei 70 km/h waren es etwa 58 bis 59 dB, bei 100 km/h rund 64 bis 65 dB. Das sind im Test ausgesprochen angenehme Werte. Ohne laufenden Verbrennungsmotor wird der Sportage zu einem ruhigen Cruiser. Gerade auf täglichen Pendelstrecken oder im Stadtverkehr ist dieser Unterschied stärker wahrnehmbar als ein paar Zehntelsekunden bei der Beschleunigung.
Wie viel Platz bietet der Kia Sportage Plug-in Hybrid?
Der Kofferraum fasst 540 Liter. Werden die Rücksitze umgelegt, stehen mehr als 1.500 Liter zur Verfügung.
Praktisch ist die 40:20:40-Unterteilung der Rückbank. Dadurch können längere Gegenstände durch die Mitte geladen werden, während die beiden äußeren Sitzplätze weiterhin nutzbar bleiben.
Unter dem Ladeboden befindet sich zusätzlicher Stauraum, der sich unter anderem für das Ladekabel eignet. Dazu kommen Verzurrösen, Taschenhaken und ein 12-Volt-Anschluss mit bis zu 180 Watt.
Die elektrische Heckklappe kann in ihrer Öffnungshöhe eingestellt werden und besitzt eine Annäherungsfunktion. Wird das Fahrzeug mit dem Schlüssel betreten beziehungsweise nähert sich die Person dem Heck, kann sich die Klappe automatisch öffnen. Im Alltag ist das häufig praktischer als ein Fußsensor unter dem Stoßfänger.
Nicht ganz überzeugen können dagegen die unverkleideten Kunststoffbereiche seitlich im Gepäckraum. Beim bereits zwei Wochen im Alltag bewegten Testfahrzeug waren dort Kratzspuren sichtbar.
2026 Kia Sportage PHEV Fotos
















Wie viel darf der Kia Sportage Plug-in Hybrid ziehen?
Für die getestete Allradversion wurden 1.210 Kilogramm gebremste Anhängelast bei 12 Prozent Steigung genannt. Ungebremst sind es 750 Kilogramm.
Besonders interessant für Fahrradträger ist die Stützlast von 100 Kilogramm. Damit lassen sich auch zwei schwerere E-Bikes vergleichsweise problemlos auf einem passenden Heckträger transportieren.
Auch beim Dach ist der Sportage ordentlich aufgestellt. Die dynamische Dachlast beträgt laut Test 100 Kilogramm.
Wie hochwertig ist der Innenraum des Kia Sportage Plug-in Hybrid?
Die Modellpflege hat dem Cockpit sichtbar gutgetan. Das digitale Fahrerdisplay und das große Infotainment dominieren den Innenraum, dazu kommt je nach Ausstattung ein Head-up-Display.
Kia setzt glücklicherweise nicht ausschließlich auf Touch-Flächen. Am Lenkrad bleiben klassische Tasten, Drehregler und Wippen erhalten. Auch die Klimabedienung besitzt weiterhin gut erreichbare Temperaturregler. Eine umschaltbare Bedienleiste kann zusätzlich als Schnellzugriff für Infotainment-Funktionen genutzt werden.
Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos. Zusätzlich stehen USB-C-Anschlüsse und eine induktive Smartphone-Ladeschale zur Verfügung. Sitzheizung und Sitzbelüftung sind je nach Ausstattung in mehreren Stufen verfügbar, ebenso eine Lenkradheizung. Die getesteten GT-Line-Sitze mit Mikrofaser-Kunstleder-Mix bieten guten Seitenhalt und erwiesen sich auch auf längeren Strecken als bequem.
Vollkommen frei von Kritik ist die Materialauswahl aber nicht. An mehreren Stellen verwendet Kia harten Kunststoff. Ablagen sind teilweise nicht mit Filz ausgekleidet, weshalb lose Gegenstände klappern können. Besonders im Fond fällt auf, dass die hochwertigeren weich unterschäumten Materialien der vorderen Türen nicht konsequent übernommen wurden.
Wie viel Platz bietet der Kia Sportage Plug-in Hybrid im Fond?
Auch die zweite Reihe gehört zu den Stärken des Sportage. Bei einer Körpergröße von 1,85 Metern blieb hinter einem entsprechend eingestellten Vordersitz noch ungefähr eine Faust Platz vor den Knien.
Die Neigung der hinteren Lehnen lässt sich variieren. Das verbessert sowohl den Langstreckenkomfort als auch die Flexibilität beim Beladen.
Für die Passagiere stehen USB-C-Anschlüsse, Ablagemöglichkeiten und eine eigene Bedienmöglichkeit der Dreizonen-Klimaanlage bereit. ISOFIX-Aufnahmen sind ebenfalls vorhanden. Optional können die äußeren Fondsitze beheizt werden.
Weniger überzeugend ist erneut die Materialwahl an den hinteren Türen. Während vorne weichere Oberflächen eingesetzt werden, findet sich im Fond im oberen Türbereich harter Kunststoff. Funktional ist das kein Problem, angesichts des Preisniveaus hinterlässt es dennoch einen kleinen Spar-Eindruck.
Wie gut funktionieren die Assistenzsysteme im Kia Sportage Plug-in Hybrid?
Auf der Autobahn macht der Highway Drive Assist der zweiten Generation einen ordentlichen Job. Spurführung und Abstandsregelung funktionieren bei konstanten Geschwindigkeiten grundsätzlich überzeugend. Auf kurvigen Landstraßen zeigte das System jedoch Grenzen. Die Spurführung hielt den Sportage nicht immer sauber mittig in der Fahrbahn, wodurch mehrfach ein manueller Lenkeingriff notwendig wurde.
Noch deutlicher fiel die Geschwindigkeitsregelung auf. Verkehrszeichen werden zwar erkannt, die Geschwindigkeit wird jedoch nicht konsequent vorausschauend angepasst. Statt bereits vor einem Ortseingang oder einer neuen Geschwindigkeitsbegrenzung das Tempo zu reduzieren, reagierte das System im Test teilweise erst am oder nach dem Schild.
Technisch ist damit zwar eine adaptive Regelung vorhanden, eine wirklich prädiktive Geschwindigkeitssteuerung, bei der Navigations- und Streckendaten frühzeitig berücksichtigt werden, fehlt aber. Gerade weil das Fahrzeug Kurven und Streckenverläufe grundsätzlich erkennt, bleibt hier Potenzial liegen.
Wie gut lässt sich der Kia Sportage Plug-in Hybrid einparken?
Beim Rangieren macht Kia vieles richtig. Rückfahrkamera, Hilfslinien und eine Vogelperspektive erleichtern das Einschätzen des immerhin 4,54 Meter langen SUV. Die Kamera kann verschiedene Ansichten darstellen. Dazu gehören eine Perspektive für den Anhängerbetrieb, eine Ansicht zum Schutz der Felgen sowie eine 180-Grad-Darstellung. Letztere ist besonders hilfreich, wenn beim Herausfahren aus einer unübersichtlichen Einfahrt seitlich kaum Sicht auf Radfahrer, Fußgänger oder andere Fahrzeuge besteht.
In Kombination mit dem Wendekreis von 10,90 Metern wird der Sportage damit trotz seiner Größe zu einem angenehm unkomplizierten Alltagsauto.
Was kostet der Kia Sportage Plug-in Hybrid?
Im Test wurde für die frontgetriebene Variante ein Einstiegspreis von 43.100 Euro genannt. Die Allradversion startet demnach bei rund 55.000 Euro. Bei diesem Preisniveau fallen Kleinigkeiten wie fehlende Haubenlifter, harte Kunststoffflächen oder nicht ausgekleidete Ablagen stärker auf, als sie es bei einem deutlich günstigeren Fahrzeug tun würden.
Auf der anderen Seite bietet der Sportage viel Platz, reichlich Komfortausstattung, moderne Infotainment-Technik und einen leistungsfähigen Hybridantrieb. Damit bleibt letztlich nicht allein der Listenpreis entscheidend. Im Test wurden außerdem vergleichsweise attraktive Leasing- und Finanzierungsangebote angesprochen.
Was sind die größten Schwächen des Kia Sportage Plug-in Hybrid?
Drei Punkte blieben nach dem Test besonders hängen. Die erste Schwäche ist die Ladetechnik. Bis zu 7,6 kW AC sind nutzbar, ein dreiphasiger 11-kW-Lader wäre aber alltagstauglicher. Der fehlende CCS-Anschluss verhindert außerdem schnelles Zwischenladen auf längeren Strecken.
Die zweite Schwäche ist die Heizung im Elektrobetrieb. Dass für warme Luft der Verbrennungsmotor gestartet werden muss, nimmt dem Plug-in Hybrid ausgerechnet im Winter einen Teil seines elektrischen Charmes.
Die dritte Schwäche betrifft die Assistenzsysteme. Auf der Autobahn funktioniert die Unterstützung ordentlich, auf kurvigen Landstraßen und bei wechselnden Geschwindigkeitsbegrenzungen fehlt jedoch die letzte Konsequenz und Voraussicht.
Dazu kommen kleinere Kritikpunkte bei der Materialauswahl. Sie fallen weniger stark ins Gewicht, zeigen aber, dass auch ein ausgereiftes Fahrzeug nicht in jedem Detail perfekt sein muss.
Für wen lohnt sich der Kia Sportage Plug-in Hybrid?
Der Kia Sportage Plug-in Hybrid ergibt vor allem dann Sinn, wenn die Batterie regelmäßig geladen werden kann. Wer den elektrischen Teil des Antriebs ignoriert, trägt Batterie, Elektromotor und Ladetechnik nur als zusätzliches Gewicht spazieren.
Wer dagegen einen Großteil seiner täglichen Fahrten innerhalb von rund 50 bis 60 Kilometern erledigt und zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, bekommt ein interessantes Konzept. Im Alltag fährt der Sportage angenehm leise elektrisch, auf langen Strecken steht jederzeit der Benzinmotor zur Verfügung.
Genau darin steckt der Reiz dieser Antriebsform. Ein Plug-in Hybrid kann Elektromobilität ohne Reichweitenplanung ermöglichen. Er verlangt dafür allerdings, dass beide Antriebssysteme tatsächlich sinnvoll genutzt werden.
Ist der Kia Sportage Plug-in Hybrid nach der Modellpflege empfehlenswert?
Der Kia Sportage Plug-in Hybrid ist nach der Modellpflege ein angenehm ausgereiftes SUV mit viel Platz, einem gelungenen Fahrwerk und einem überraschend überzeugenden Elektroantrieb. Gerade rein elektrisch macht der Sportage deutlich mehr Spaß, als es ein Blick auf die nüchternen technischen Daten zunächst erwarten lässt.
Die 288 PS Systemleistung sorgen für souveräne Fahrleistungen, die 63 Kilometer elektrische WLTP-Reichweite können für viele Pendelstrecken ausreichen und mit 540 Litern Kofferraum bleibt der Nutzwert hoch.
Umso ärgerlicher sind die vergebenen Chancen. Ein größerer Akku, 11-kW-AC-Laden, CCS-Schnellladen und eine vollständig elektrische Heizung hätten aus dem Sportage einen erheblich konsequenteren Plug-in Hybrid gemacht. Gerade weil der elektrische Antrieb so gut funktioniert, wünscht man sich am Ende schlicht mehr davon.
Auch bei den Assistenzsystemen ist Luft nach oben. Das Grundsystem funktioniert, arbeitet auf Landstraßen aber nicht so vorausschauend, wie es bei einem modernisierten Fahrzeug dieser Preisklasse wünschenswert wäre.
Damit bleibt ein grundsolider, komfortabler und vielseitiger Plug-in Hybrid, der besonders gut zu Fahrprofilen mit vielen kurzen und mittleren Alltagsstrecken passt. Wer regelmäßig lädt, bekommt einen Sportage, der erstaunlich häufig zum Elektroauto werden kann. Wer genau das einmal erlebt hat, könnte sich allerdings irgendwann die Frage stellen, warum der nächste Kia überhaupt noch einen Benzinmotor benötigt.





















