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Leapmotor B05 im ersten Test: Ist das der Elektro-Kompakte, auf den viele gewartet haben?

Leapmotor B05 Test

Warum ist der Leapmotor B05 mehr als nur der nächste neue Stromer aus China? Das klären wir im heutigen Test und für alle die keine Lust haben viel Text zu lesen, denn wir werden mal wieder sehr ausführlich, haben wir unten ja auch unser einfach elektrisch Test-Video eingebunden.

Der Leapmotor B05 kommt zu einem interessanten Zeitpunkt. Während viele Hersteller die Kompaktklasse in den vergangenen Jahren gefühlt immer höher, schwerer und SUV-lastiger gemacht haben, stellt Leapmotor ein Elektroauto auf die Räder, das wieder näher an dem ist, was viele unter einem klassischen Kompaktwagen verstehen. Flach, breit, modern, mit Hatchback-Heck und einer Länge von 4,43 Metern. Kein elektrisches Lifestyle-SUV, kein Mini-Crossover, sondern ein ordentlich proportionierter Fünftürer mit viel Platz, starker Ausstattung und einem Preis, der in diesem Segment sofort Aufmerksamkeit erzeugt.

Wir hatten den B05 bereits auf der IAA 2025 statisch gesehen. Damals war er noch Ausstellungsstück, nun ist er fahrbereit, bestellbar und deutlich konkreter. Der Einstieg beginnt bei 27.900 Euro für den B05 Pro Life mit 56,2-kWh-LFP-Batterie. Die von uns gefahrene stärkere Akkuvariante B05 ProMax Design steht mit 67,1-kWh-LFP-Batterie in der Preisliste bei 31.900 Euro. Beide Varianten leisten 160 kW, also 218 PS, beide fahren lokal emissionsfrei und beide setzen auf eine 400-Volt-Architektur.

Spannend ist dabei nicht nur der Preis. Spannend ist vor allem die Kombination aus Karosserieform, Reichweite, Ladeleistung, Ausstattung und Händlernetz. Leapmotor wird in Europa über Stellantis vertrieben. Damit landet die Marke nicht irgendwo im luftleeren Raum, sondern bei bekannten Autohausstrukturen, die bereits Opel, Peugeot, Citroën oder andere Stellantis-Marken betreuen. Das kann Vertrauen schaffen, gerade bei einer neuen chinesischen Marke.

Wie tritt der Leapmotor B05 optisch auf?

Der erste Eindruck ist klar: Der B05 wirkt niedriger, breiter und sportlicher, als es der Preis vermuten lässt. Die Front ist flach gezeichnet, die Lichtsignatur modern, das LED-Tagfahrlicht schmal und prägnant. Dahinter sitzen LED-Scheinwerfer mit automatischer Funktion, das Fernlicht kann also situationsabhängig auf und abblenden. In der Front fallen zudem Air Curtains auf, die den Luftstrom gezielt führen sollen. Das ist nicht nur ein Designdetail, sondern ein Baustein für Effizienz.

In der Seitenansicht profitiert der B05 von seiner flachen Linie. Die 19-Zoll-Leichtmetallräder stehen satt in den Radhäusern. Vorn kommen Reifen im Format 225/45 R19 zum Einsatz, hinten sind es 235/45 R19. Diese leicht breitere Bereifung an der Hinterachse passt zum offiziellen Datenblatt, denn dort wird der B05 als Hecktriebler ausgewiesen. Das ist in dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich und hilft dem Auto auch optisch, weil die Proportionen stimmiger wirken als bei vielen auf Effizienz getrimmten Kompakt-Stromern.

Das Heck ist breit, glatt und sauber gestaltet. Die Rückleuchten ziehen sich modern über die Breite, der Griff für die Heckklappe ist unauffällig in die Rückleuchte integriert. Positiv fällt auf, dass Leapmotor auf sichtbare Billiglösungen verzichtet. Ein klassisches Heckklappenschloss gibt es nicht, die Technik sitzt sauber integriert. Weniger schön: Einen Heckscheibenwischer haben wir nicht gefunden. Das kann je nach Aerodynamik funktionieren, im deutschen Alltag mit Nieselregen, Schmutz und Autobahn-Gischt bleibt aber ein Fragezeichen.

Wie groß ist der B05 und was bedeuten die Abmessungen im Alltag?

Mit 4.430 mm Länge, 1.880 mm Breite und 1.520 mm Höhe gehört der Leapmotor B05 klar in die Kompaktklasse. Der Radstand beträgt 2.735 mm, die Bodenfreiheit liegt bei 154 mm. Der Wendekreis wird mit 10,34 Metern von Bordstein zu Bordstein angegeben. Das ist ein guter Wert und im Stadtverkehr sofort spürbar, weil sich der B05 angenehm handlich bewegen lässt.

Der Pro Life bringt laut Preisliste 1.775 kg Leergewicht mit, der ProMax Design liegt bei 1.855 kg. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 2.138 kg beim kleineren Akku und 2.225 kg beim größeren Akku. Die Nutzlast fällt mit 363 kg beim Pro Life und 370 kg beim ProMax Design nicht üppig, aber für die Fahrzeugklasse noch alltagstauglich aus. Wer regelmäßig mit fünf Personen und Gepäck unterwegs ist, sollte hier genauer rechnen. Die zulässigen Achslasten liegen beim Pro Life bei 955 kg vorn und 1.221 kg hinten, beim ProMax bei 989 kg vorn und 1.272 kg hinten.

Nicht abschließend geklärt sind Dachlast, Anhängelast und Stützlast. In der Preisliste sind diese Werte noch nicht ausgewiesen, bei der Anhängelast und Stützlast steht jeweils, dass die Angaben folgen. Für einen klassischen Kompaktwagen ist das kein Drama, für Nutzerinnen und Nutzer mit Fahrradträger, Dachbox oder kleinem Anhänger aber ein wichtiger Punkt. Hier muss Leapmotor noch nachliefern.

Was steckt technisch unter der Karosserie?

Beide Varianten des Leapmotor B05 nutzen einen Elektromotor mit 160 kW, also 218 PS. Das maximale Drehmoment liegt laut Preisliste bei 240 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 170 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 6,7 Sekunden. Damit ist der B05 kein reiner Spar-Stromer, sondern ein durchaus flotter Kompakter. Von 0 auf 50 km/h benötigt der Pro Life 4,0 Sekunden, der ProMax 4,2 Sekunden.

Die Batterie setzt in beiden Varianten auf LFP-Chemie. LFP steht für Lithium-Eisenphosphat. Diese Batterietechnik gilt als robust, kobaltfrei und thermisch stabil, hat aber in der Regel eine geringere Energiedichte als klassische NMC-Akkus. Für ein preisbewusstes Elektroauto ist LFP eine sinnvolle Wahl, weil Haltbarkeit, Kosten und Alltagstauglichkeit im Vordergrund stehen.

Der B05 Pro Life nutzt eine 56,2-kWh-Batterie, der ProMax Design eine 67,1-kWh-Batterie. Beide Akkus arbeiten mit 400 Volt. Beim ProMax ist im Testumfeld von rund 65 kWh nutzbarer Kapazität die Rede gewesen. Damit ergibt sich eine ordentliche elektrische Langstreckentauglichkeit, zumal Leapmotor den Verbrauch niedrig hält.

Leapmotor B05 Test (Fotos)

Wie weit kommt der Leapmotor B05?

Der kleinere B05 Pro Life wird mit einem kombinierten WLTP-Verbrauch von 15,8 kWh pro 100 km angegeben. Die elektrische Reichweite liegt laut Preisliste bei 401 km kombiniert und bei 532 km im innerstädtischen WLTP-Zyklus. Der größere B05 ProMax Design kommt auf 15,9 kWh pro 100 km, erreicht aber durch die größere Batterie 482 km kombinierte WLTP-Reichweite und 638 km innerstädtisch.
Diese Zahlen sind stark. Sie zeigen, dass der B05 nicht nur über den Preis kommen will, sondern auch über Effizienz. Besonders bemerkenswert ist, dass die größere Akkuvariante trotz 1.855 kg Leergewicht nur 15,9 kWh pro 100 km nach WLTP verbrauchen soll. Das ist für einen 4,43 Meter langen Elektro-Kompakten mit 19-Zoll-Rädern und guter Ausstattung ein überzeugender Wert.

Im ersten Test konnten wir natürlich keinen finalen Verbrauchstest unter Laborbedingungen fahren. Unsere Runde war kurz, gemischt und teilweise zügig. Trotzdem zeigte der Bordcomputer nach rund 41 Kilometern einen Verbrauch von 13,5 kWh pro 100 km. Das ist beachtlich, weil wir nicht nur durch die Stadt geschlichen sind, sondern auch Autobahn und Landstraße dabei waren. Für ein endgültiges Urteil braucht es einen längeren Testwagen über mehrere Tage, aber der erste Eindruck ist klar: Der B05 scheint sparsam zu sein.

Wie schnell lädt der B05?

Beim AC-Laden, also beim Laden mit Wechselstrom, können beide Varianten dreiphasig mit 11 kW laden. Das ist solide und alltagstauglich. An der Wallbox oder öffentlichen AC-Säule lädt der Pro Life von 0 auf 100 Prozent in weniger als sieben Stunden, der ProMax in weniger als acht Stunden. Von 30 auf 80 Prozent dauert es beim Pro Life weniger als drei Stunden, beim ProMax weniger als vier Stunden. An einer 3,7-kW-Steckdose dauert der Bereich von 30 auf 80 Prozent zehn Stunden beim kleineren und elf Stunden beim größeren Akku.

Beim DC-Schnellladen unterscheiden sich die Varianten stärker. Der Pro Life lädt mit bis zu 140 kW, der ProMax mit bis zu 168 kW. Beim Pro Life gibt Leapmotor 20 Minuten für den Bereich von 10 auf 80 Prozent an, beim ProMax sind es 24 Minuten. Von 30 auf 80 Prozent sollen 16 Minuten beim Pro Life und 17 Minuten beim ProMax reichen.

Das sind gute Werte, vor allem im Verhältnis zum Preis. Natürlich entscheidet auf der Langstrecke nicht nur die Peak-Ladeleistung, sondern die komplette Ladekurve. Genau diese Ladekurve müssen wir in einem späteren Roadtrip noch prüfen. Auf dem Papier passt das Paket aber: ordentliche Batteriegröße, niedriger Verbrauch, brauchbare Schnellladeleistung und 11-kW-AC-Lader serienmäßig.

Zusätzlich bietet der B05 eine Vehicle-to-load-Funktion mit 3,3 kW. Damit kann das Auto externe Verbraucher mit Strom versorgen. Das ist im Alltag praktischer, als es zunächst klingt. Camping, Werkzeug, E-Bike-Ladegerät, Kühlbox oder Laptop können damit unabhängig von einer Steckdose betrieben werden.

Wie praktisch ist der Kofferraum?

Der Gepäckraum fasst 295 Liter. Bei umgeklappter Rücksitzbank werden daraus 1.205 Liter. Das ist nicht der Klassenbestwert, aber es ist nachvollziehbar, warum Leapmotor hier nicht stärker auf Kofferraumvolumen gegangen ist. Der B05 bietet im Fond erstaunlich viel Platz. Offensichtlich wurde ein Teil des möglichen Gepäckraumvolumens zugunsten des Innenraums verwendet.

Der Kofferraum selbst ist ordentlich gemacht. Es gibt eine Gepäckraumabdeckung, Beleuchtung und einen doppelten Ladeboden. Darunter lassen sich Ladekabel, Bordwerkzeug, Warndreieck und Kleinkram sauber verstauen. Die Heckklappe öffnet nicht elektrisch, sondern manuell. In dieser Preisklasse ist das verschmerzbar, auch wenn der B05 an anderer Stelle so viel Ausstattung bietet, dass eine elektrische Heckklappe beinahe ins Gesamtbild gepasst hätte.

Kritik gibt es bei den Details. Die Seitenverkleidungen im Kofferraum bestehen aus hartem Kunststoff und könnten im Alltag kratzempfindlich sein. Haken für Einkaufstaschen fehlen ebenfalls. Außerdem gibt es keine Durchladeöffnung und keine 40:20:40-Teilung. Die Rücksitzbank klappt im Verhältnis 60:40. Für den Alltag reicht das, für Skier oder lange Gegenstände wäre eine zusätzliche Durchreiche praktischer gewesen.

Einen Frunk gibt es nicht. Das ist schade, weil unter der Fronthaube durchaus Platz für ein kleines Fach denkbar gewesen wäre. Gerade Ladekabel, nasse Schuhe, Sportequipment oder verschmutzte Dinge wären dort besser aufgehoben als im sauberen Gepäckraum.

Leapmotor B05 Test (Video)

Wie wirkt der Innenraum?

Der Innenraum ist eine der positiven Überraschungen des B05. Leapmotor schafft es, für den aufgerufenen Preis ein modernes, ordentlich verarbeitetes und gut ausgestattetes Cockpit zu liefern. Die Türen wirken nicht billig. Es gibt weich unterschäumte Bereiche, Kunstlederauflagen, einen sauberen Materialmix und eine angenehm dunkle Gestaltung. Nicht alles ist weich, nicht alles ist Premium, aber das Gesamtbild passt.

Das Lenkrad ist vierfach einstellbar, liegt ordentlich in der Hand und trägt Bedienelemente mit Drehreglern und Druckfunktion. Dahinter sitzt ein 8,8-Zoll-Instrumentendisplay. Es bewegt sich mit der Lenksäule und bleibt damit gut im Sichtfeld. Ein Head-up-Display gibt es nicht, was in dieser Klasse aber kein echter Mangel ist.

Das zentrale Infotainmentdisplay misst 14,6 Zoll, bietet 2,5K-Auflösung und reagiert flott. Die Menüstruktur arbeitet mit Kacheln, viele Fahrzeugfunktionen lassen sich darüber einstellen. Apple CarPlay und Android Auto sind an Bord, ebenso DAB/FM-Radio, Online-Navigation mit Kartenupdates und Over-the-air-Updates. Das bedeutet: Softwareverbesserungen können später über das Netz ins Auto kommen, ohne dass zwingend ein Werkstattbesuch nötig ist.

Die Klimabedienung läuft über den Bildschirm. Das funktioniert im Stand und bei ruhiger Fahrt ordentlich, trotzdem bleiben wir dabei: Für Temperatur, Gebläse und wichtige Alltagsfunktionen sind klassische Tasten oder Drehregler während der Fahrt oft besser. Immerhin gibt es haptische Lüftungsdüsen, die sich manuell einstellen lassen.

Wie gut sind Sitze und Raumgefühl?

Vorn sitzt es sich überraschend komfortabel. Die Sitze bieten eine gute Beinauflage, ordentliche Unterstützung im Rücken und eine angenehme Kopfstütze. In der Design-Ausstattung sind Premium-Synthetik-Leder, Sitzheizung und elektrische Verstellung enthalten. Der Fahrersitz ist dann sechfach elektrisch verstellbar und beheizbar, der Beifahrersitz vierfach elektrisch verstellbar und ebenfalls beheizbar. Das Lenkrad ist in der Design-Version beheizbar.

Im Fond überrascht der B05 noch mehr. Bei einer Körpergröße von 1,85 Metern bleibt hinter einer entsprechend eingestellten Vordersitzposition noch spürbar Knieraum. Auch die Kopffreiheit unter dem Glasdach ist besser, als die flache Silhouette vermuten lässt. Die Füße lassen sich gut unter die Vordersitze schieben, die Rückbank ist bequem und die Mittelarmlehne mit Becherhalter gibt es in der Design-Ausstattung.

Hinten gibt es USB-Anschlüsse vom Typ A und Typ C, manuelle Lüftungsdüsen und ISOFIX-Kindersitzanschlüsse mit Top Tether. Damit ist der B05 kein enger Lifestyle-Kompakter, sondern ein Fahrzeug, das auch als Familienauto funktionieren kann. Der Kompromiss bleibt der Kofferraum. Wer den Platz im Fond nutzt, bekommt hinten keine Ladevolumen-Wunder. Aus unserer Sicht ist diese Priorität aber gut gewählt, weil Menschen wichtiger sind als Literangaben.

Welche Ausstattung steckt serienmäßig im B05 Life?

Die Serienausstattung des B05 Life ist bereits ungewöhnlich umfangreich. Neben dem Kunstlederlenkrad, den manuell verstellbaren Vordersitzen, der Mittelarmlehne vorn, der 60:40 teilbaren Rückbank und der Gepäckraumabdeckung gibt es automatische Klimaanlage, kabelloses Laden vorn, einen 12-Volt-Anschluss, USB-Anschlüsse vorn und hinten, elektrisch beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn und hinten sowie rahmenlose Seitenscheiben.

Beim Infotainment sind Multifunktionslenkrad, 8,8-Zoll-Instrumentendisplay, 14,6-Zoll-2,5K-Display, DAB/FM-Radio, Online-Navigation, OTA-Updates, Apple CarPlay und Android Auto dabei. Die Leapmotor-App ermöglicht Fahrzeugstatus, Bluetooth-Schlüssel, geplantes Laden und Fahrzeugstandort. Dazu kommen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und beide Ladekabel, also Typ 2 Mode 2 für Schuko und Typ 2 Mode 3 für die Wallbox oder öffentliche AC-Säule.

Auch bei Sicherheit und Technik ist viel Serie. Der B05 Life bringt Frontairbags, Mittel- und Seitenairbags vorn, Vorhangairbags vorn und hinten, automatische LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, LED-Tagfahrlicht, Nebelrückleuchten, Follow-me-home-Licht, 360-Grad-Panoramakamera, integrierten Fahrrekorder per USB, Parksensoren hinten, drei Fahrmodi, drei Lenkmodi, drei Rekuperationsstufen, schlüsselloses Startsystem per NFC-Karte oder PIN, elektronische Parkbremse mit Auto-Hold, direktes Reifendruckkontrollsystem und Wärmepumpe mit. Das ist für 27.900 Euro eine Ansage.

Was bringt der B05 ProMax Design zusätzlich?

Der B05 ProMax Design ist nicht einfach nur die Variante mit größerer Batterie. Er legt auch bei Komfort und Optik nach. Die Ausstattung umfasst Premium-Synthetik-Leder in Light Grey oder Shadow Grey, ein beheizbares Lenkrad, elektrisch verstellbare und beheizbare Vordersitze, ein Panoramadach mit elektrischem Sonnenschutz, 64-Farben-Ambientebeleuchtung mit interaktiver Lichtkommunikation, einen PM2.5-Luftqualitätsfilter, eine Mittelarmlehne mit Becherhalter hinten, elektrisch anklappbare Außenspiegel, getönte Seitenscheiben hinten, getönte Heckscheibe, Regensensor und ein Premium Surround-Sound-System mit zwölf Lautsprechern.

Gerade dieses Prinzip macht den B05 sympathisch. Es gibt keine komplizierte Aufpreisliste, keine künstlich kastrierte Basis und keine endlose Optionslogik. Im Kern entscheidet die Kundschaft zwischen kleinerem und größerem Akku sowie zwischen Life und Design. Danach bleibt vor allem die Farbe. Lightning Yellow ist ohne Aufpreis dabei, Starry Night Blue, Galaxy Silver, Windy Grey und Metallic Black kosten jeweils 650 Euro.

Wie funktioniert das Infotainment im Alltag?

Das Infotainment wirkt modern und schnell genug. Die Darstellung ist klar, die Bedienung grundsätzlich logisch. Die Navigation kann Routen berechnen und soll auch Ladestopps einbeziehen. Im ersten Test machte das System einen ordentlichen Eindruck, auch wenn wir für ein endgültiges Urteil noch eine längere Strecke mit echter Ladeplanung fahren müssen. Gerade bei Elektroautos ist die Ladeplanung entscheidend. Ein gutes System muss nicht nur Ladestationen anzeigen, sondern Ladezustand, Verbrauch, Temperatur, Ladeleistung und Aufenthaltsdauer sauber einbeziehen.

Apple CarPlay lief großflächig über den Bildschirm und fügt sich sauber ein. Damit sind Google Maps, Apple Karten, Musikdienste und weitere Smartphone-Apps schnell verfügbar. Wer dem eigenen Navigationssystem nicht vertraut, hat also Alternativen.

Das Soundsystem überzeugte im ersten Eindruck. Schon das Basissystem bringt sechs Lautsprecher mit, im Design gibt es zwölf Lautsprecher. Die Höhen wirkten sauber, die Mitten klar und der Bass angenehm präsent. Das ist kein High-End-System für extreme Audiofans, aber für die Preisklasse richtig gut.

Wie fährt sich der Leapmotor B05 in der Stadt?

In der Stadt wirkt der B05 handlich, direkt und angenehm übersichtlich. Die Karosserie ist nicht winzig, aber die 4,43 Meter Länge und der Wendekreis von 10,34 Metern machen das Auto gut beherrschbar. Die Rundumsicht passt, die 360-Grad-Kamera hilft beim Rangieren und die Hilfslinien erleichtern das Einparken.
Besonders gut gefällt, dass die Kameraauflösung ordentlich ist. Enge Ausfahrten, Bordsteine oder Hindernisse lassen sich gut einschätzen. Auch die 180-Grad-Ansicht kann im Alltag sehr nützlich sein, etwa wenn man aus einer engen Einfahrt in eine schlecht einsehbare Straße rollt.

Nicht ganz perfekt ist die Logik beim Umschalten zwischen Rückwärtsgang, Vorwärtsgang und Kameraansicht. Im Test hätten wir uns gewünscht, dass das System nach dem Rangieren konsequenter in der Frontkamera bleibt. Das wirkt wie ein Softwarethema und könnte per Update verbessert werden.

Die Leistungsentfaltung passt gut zum urbanen Umfeld. 160 kW sind mehr als genug, um schnell loszukommen. Gleichzeitig wirkt der Antrieb gut dosierbar. Der B05 springt nicht nervös nach vorn, sondern setzt seine Leistung sauber um.

Wie schlägt sich der B05 auf Landstraße und Autobahn?

Auf der Landstraße zeigt der Leapmotor B05 seine sportliche Seite. Die Lenkung ist direkt, das Auto liegt satt und Wankbewegungen halten sich in Grenzen. Leapmotor hat das Fahrwerk für Europa angepasst, und das merkt man. Der B05 fährt nicht weich und schwammig, sondern straff, kontrolliert und durchaus engagiert. In Kurven entsteht fast ein kleines Gokart-Gefühl, was zum kompakten Auftritt gut passt.

Allerdings ist genau diese Abstimmung auch der größte Kritikpunkt. Der B05 ist sehr straff. Nicht unkomfortabel im Sinne eines schlecht abgestimmten Autos, aber spürbar hart. Kanaldeckel, Querfugen und Unebenheiten werden deutlicher in den Innenraum übertragen, als wir es uns bei einem Alltags-Kompakten wünschen würden. Die Sitze selbst sind bequem, daran liegt es nicht. Es ist die Fahrwerksabstimmung, die eher auf Sportlichkeit als auf entspanntes Gleiten ausgelegt ist.

Auf der Autobahn fährt der B05 stabil und sicher. Die Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h reicht für ein Elektroauto dieser Klasse völlig aus. Die Geräuschdämmung ist ordentlich. Bei 50 km/h haben wir etwa 60 bis 61 dB gemessen, bei 70 km/h rund 64 dB und bei 100 km/h etwa 72 dB. Das sind keine absoluten Bestwerte, aber gute Werte für diese Klasse und diesen Preisbereich.

Wie gut arbeiten die Assistenzsysteme?

Der Leapmotor B05 bringt eine sehr umfangreiche Assistenz-Ausstattung mit. Dazu zählen adaptive Geschwindigkeitsregelung, intelligenter Geschwindigkeitsassistent, erweiterter Spurhalteassistent, Notfall-Spurhalteassistent, Spurzentrierung, Fahreraufmerksamkeits- und Müdigkeitswarnung, Toter-Winkel-Erkennung, Türöffnungswarnung, erweiterter Notbremsassistent, Querverkehrsassistent vorn und hinten, Kollisionswarnung vorn und hinten, Kind-Anwesenheitserkennung und E-Call.

Im Fahrbetrieb funktionierte die teilautonome Unterstützung grundsätzlich gut. Der LCC, also die Kombination aus Abstandsregeltempomat und Spurzentrierung, hielt den B05 sauber in der Spur. Auch der Spurwechselassistent funktionierte im Test, wenn die Rahmenbedingungen passten. In Baustellen oder bei schwierigen Fahrbahnmarkierungen war das System zurückhaltender. Das ist nicht zwingend schlecht, denn bei teilautonomen Systemen bleibt die Verantwortung immer beim Fahrer. Vorsicht ist besser als übertriebene Selbstsicherheit.

Deutliche Kritik gibt es bei der Verkehrszeichenerkennung. Im Test zeigte das System mehrfach unplausible Geschwindigkeiten an. Auf der Autobahn blieb zeitweise ein zuvor erkanntes Tempo hängen, an anderer Stelle wurden 80 km/h angezeigt, obwohl 100 km/h galten. Das ist ärgerlich, weil genau diese Funktion im Alltag unterstützen soll. Hier muss Leapmotor nachschärfen. Da der B05 OTA-fähig ist, besteht die Chance, dass solche Themen per Softwareupdate verbessert werden.

Ebenfalls störend war ein wiederkehrendes Gurtwarnsignal, obwohl die Insassen angeschnallt waren. Das mag ein Einzelfall oder ein Vorserienthema sein, im Testalltag nervt so etwas aber sofort. Bei einem Auto, das ansonsten so viel richtig macht, fallen solche Kleinigkeiten besonders auf.

Wie sicher wirkt der B05?

Der subjektive Eindruck ist solide. Die Karosserie wirkt stabil, die Türen schließen satt, die Assistenzsysteme sind umfangreich und die Airbag-Ausstattung ist vollständig. Der B05 bringt Frontairbags, Mittel- und Seitenairbags vorn sowie Vorhangairbags vorn und hinten mit. Dazu kommen ISOFIX samt Top Tether im Fond, direktes Reifendruckkontrollsystem, 360-Grad-Kamera, Notbremsassistent, Spurhaltefunktionen und Querverkehrswarnung.

Leapmotor strebt nach unseren Informationen eine starke Euro-NCAP-Bewertung an. Ein offizielles Ergebnis muss jedoch abgewartet werden. Wichtig ist: Die technische Grundlage wirkt ernst gemeint. Gerade Kind-Anwesenheitserkennung, Türöffnungswarnung und Querverkehrsassistent vorn und hinten zeigen, dass Leapmotor nicht nur die Pflicht, sondern auch einige Kürfunktionen mitbringt.

Welche Garantie gibt Leapmotor?

Die Neuwagengarantie gilt laut Preisliste für vier Jahre ab Erstzulassung oder 100.000 Kilometer, je nachdem, was zuerst eintritt. Für die Antriebsbatterie gelten acht Jahre ab Erstzulassung oder 160.000 Kilometer. Eine Reduzierung der Batterie-Leistungseigenschaften um bis zu 20 Prozent innerhalb dieser Garantiezeit wird als übliche Abnutzung eingeordnet.

Das ist im Marktumfeld ein normaler, aber wichtiger Wert. Gerade bei einer neuen Marke spielt Garantie Vertrauen in die Technik eine große Rolle. Noch wichtiger wird in der Praxis, wie zuverlässig Händlernetz, Teileversorgung und Softwarebetreuung funktionieren. Durch den Stellantis-Vertrieb hat Leapmotor hier zumindest eine bessere Ausgangslage als manche andere neue Marke.

Was kostet der Leapmotor B05?

Der Leapmotor B05 Pro Life startet bei 27.900 Euro. Dafür gibt es die 56,2-kWh-LFP-Batterie, 160 kW Leistung, 401 km WLTP-Reichweite, 11-kW-AC-Laden, bis zu 140 kW DC-Ladeleistung und eine bereits umfangreiche Serienausstattung.
Der B05 ProMax Design kostet laut Preisliste 31.900 Euro. Dafür gibt es die 67,1-kWh-LFP-Batterie, 482 km WLTP-Reichweite, bis zu 168 kW DC-Ladeleistung und zusätzlich die deutlich gehobenere Design-Ausstattung mit Panoramadach, elektrischem Sonnenschutz, Sitzheizung, Lenkradheizung, Premium-Synthetik-Leder, Ambientebeleuchtung, besserem Soundsystem und weiteren Komfortdetails.

Alle Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, aber zuzüglich Überführungskosten. Wer nicht Lightning Yellow wählt, zahlt für Starry Night Blue, Galaxy Silver, Windy Grey oder Metallic Black jeweils 650 Euro Aufpreis. Damit liegt ein B05 ProMax Design mit Sonderfarbe bei 32.550 Euro plus Überführungskosten.

Wo liegen die Schwächen?

Der B05 ist kein perfektes Auto. Das Fahrwerk ist für unseren Geschmack zu straff abgestimmt. Wer sportlich unterwegs sein möchte, wird das mögen. Wer einen möglichst komfortablen Alltagsbegleiter sucht, sollte unbedingt eine Probefahrt auf schlechten Straßen machen.

Die Verkehrszeichenerkennung braucht mehr Präzision. Das ist kein nebensächliches Komfortthema, weil moderne Assistenzsysteme immer stärker auf solche Informationen zugreifen. Auch die Kamera-Logik beim Rangieren könnte noch intuitiver sein. Dazu kommen praktische Kleinigkeiten: kein Frunk, keine elektrische Heckklappe, kein Heckscheibenwischer, keine Taschenhaken im Kofferraum, keine Durchladeöffnung und harte Kunststoffe an einigen Stellen.
Auch die noch fehlenden Angaben zu Dachlast, Anhängelast und Stützlast sind ein Thema. Solange diese Werte nicht offiziell vorliegen, bleibt der B05 für Nutzerinnen und Nutzer mit Fahrradträger, Dachbox oder Anhänger nur eingeschränkt planbar.

Wie fällt unser Fazit aus?

Der Leapmotor B05 ist eines der spannendsten Elektroautos der kompakten Klasse. Nicht, weil er alles besser macht als etablierte Modelle. Sondern weil er viele Dinge erstaunlich richtig kombiniert. Er sieht gut aus, fährt flott, bietet viel Platz im Fond, bringt eine sehr umfangreiche Ausstattung mit, lädt ordentlich schnell und bleibt beim Verbrauch auffällig effizient. Dazu kommt ein Preis, der in Zeiten teurer Elektroautos fast schon frech wirkt.

Besonders stark ist die ProMax-Design-Variante. Für 31.900 Euro gibt es 482 km WLTP-Reichweite, 168 kW DC-Ladeleistung, 160 kW Motorleistung, 19-Zoll-Räder, großes Infotainment, 360-Grad-Kamera, Wärmepumpe, viele Assistenzsysteme, Panoramadach, Sitz- und Lenkradheizung, Ambientebeleuchtung und ein 12-Lautsprecher-Soundsystem. Das ist in dieser Kombination schwer zu ignorieren.
Der B05 zeigt aber auch, dass günstiger Preis und lange Ausstattungsliste nicht alles sind. Bei Fahrwerkskomfort, Detailpraktikabilität und Software-Feinschliff gibt es noch Arbeit. Genau dort trennt sich im Alltag oft das gute Datenblatt vom wirklich runden Auto.

Trotzdem bleibt der Eindruck klar positiv. Der Leapmotor B05 ist kein weiterer belangloser China-Stromer, sondern ein ernstzunehmender Kompaktwagen mit elektrischem Antrieb, guter Reichweite und starker Preis-Leistungs-Ansage. Wenn Leapmotor die Software weiter verbessert, attraktive Leasing- und Finanzierungsangebote nachlegt und die Händlerstruktur sauber funktioniert, kann der B05 die elektrische Kompaktklasse tatsächlich aufmischen.

Für uns ist er vor allem eines: ein wohltuend normales Elektroauto. Kein überhöhter SUV, kein Luxusversprechen, kein Technikblender, sondern ein flacher, geräumiger und effizienter Kompakter mit erstaunlich viel Ausstattung fürs Geld. Genau solche Autos braucht der Markt.

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