Start / Elektromobilität / Lucid Gravity im Test: Kann dieses Elektro-SUV wirklich alles?

Lucid Gravity im Test: Kann dieses Elektro-SUV wirklich alles?

Lucid Gravity Test

Mit dem neuen Lucid Gravity schauen wir uns heute ein Elektroauto an, das schon auf den ersten Blick keine halben Sachen macht. Dieses Fahrzeug will nicht einfach nur ein weiteres großes Elektro-SUV sein. Es will Raumwunder, Luxusliner, Langstreckenauto und Performance-Maschine in einem sein. Genau das macht den Gravity so spannend. Denn wenn ein Hersteller so viel verspricht, dann muss man umso genauer hinschauen. Wo liegen also die echten Stärken dieses Fahrzeugs und wo zeigen sich vielleicht doch die ersten Schwächen?

Lucid Gravity Test Video

Schon beim ersten Rundgang wird klar: Der Lucid Gravity ist ein Auto der Superlative. Mit 5,03 Metern Länge, 2,00 Metern Breite und 2,19 Metern inklusive Außenspiegel bringt er echte Full-Size-Formatierung auf die Straße. Dazu kommt eine Höhe von 1,65 Metern und ein beeindruckender Radstand von 3,30 Metern. Allein diese Zahlen lassen bereits erahnen, worum es hier geht: maximaler Innenraum, maximale Präsenz und möglichst viel Auto fürs Geld, wobei man über das Thema Geld beim Lucid Gravity ganz sicher noch sprechen muss.

Was zeigt der Lucid Gravity schon außen?

Optisch setzt Lucid beim Gravity auf eine moderne und sehr klar gezeichnete Front. Das Design wirkt glatt, sauber und aufgeräumt. Dabei verfolgt Lucid nicht nur einen ästhetischen Ansatz, sondern verbindet die Formgebung ganz bewusst mit Aerodynamik. Das Ziel ist klar: ein möglichst günstiger Luftwiderstand, um Effizienz und Reichweite trotz großer Stirnfläche auf hohem Niveau zu halten. Optional gibt es Matrix LED-Scheinwerfer, die nachts Teilbereiche präzise ausblenden und so aus Dunkelheit beinahe Tag machen sollen.

Auch in der Seitenansicht macht der Gravity Eindruck. Durch das schwarze Dach in Kombination mit der grünen Metallic-Lackierung wirkt das Auto flacher und breiter, als es ein klassisches großes SUV normalerweise tut. Das Heck greift diesen Eindruck auf. Besonders gelungen ist die Integration des Heckwischers in den Dachkantenspoiler. Genau solche Details sorgen dafür, dass das Auto trotz seiner Größe nicht plump, sondern erstaunlich elegant wirkt.

Positiv fällt außerdem auf, dass Lucid auf einen sichtbaren Heckaufbau für Assistenzsensorik verzichtet. Die Technik sitzt sauber in Karosserie und Außenspiegeln integriert. Das sieht schlicht besser aus und unterstreicht den Premiumanspruch. Dazu kommen praxisrelevante Werte wie 95 Kilogramm Dachlast. Optional gibt es eine Anhängerkupplung mit bis zu 2,5 Tonnen gebremster Anhängelast bei 12 Prozent Steigung, dazu 750 Kilogramm ungebremst. Richtig bemerkenswert ist aber die Stützlast von 272 Kilogramm. Das ist ein Wert, bei dem man im ersten Moment fast an einen Lesefehler denkt. Für Fahrradträger oder andere schwere Lasten am Heck eröffnet das ganz neue Möglichkeiten.

Welche Antriebe und welche Technik stecken im Gravity?

Aktuell kommt der Lucid Gravity ausschließlich mit Allradantrieb. Eine heckgetriebene Basisversion gibt es zum Marktstart noch nicht. Angeboten werden zwei Varianten. Der Dual Motor Touring AWD startet ab 99.900 Euro und besitzt einen Akku mit 89 Kilowattstunden brutto. Die Nettokapazität nennt Lucid nicht. Darüber rangiert der hier gefahrene Dual Motor Grand Touring AWD ab 116.900 Euro mit einem 123-Kilowattstunden-Akku brutto. Auch hier bleibt die Nettokapazität offen.

Leistung ist in beiden Varianten reichlich vorhanden. Der Touring kommt auf 568 PS, der Grand Touring auf 839 PS. Damit sprintet der Gravity je nach Version in bis zu 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht bis zu 250 km/h Spitze. Das sind Werte, die man in dieser Größe und Gewichtsklasse erst einmal sauber auf die Straße bringen muss.

Besonders spannend ist die Lade- und Antriebstechnik. Lucid setzt auf 900-Volt-Architektur, also auf ein System, das für hohe Effizienz und vor allem für extrem hohe Ladeleistungen ausgelegt ist. AC lädt der Gravity mit bis zu 22 kW, DC sogar mit bis zu 400 kW. Den großen 123-Kilowattstunden-Akku soll man so in nur 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden können. Das ist ganz klar Oberklasse und in dieser Fahrzeugklasse derzeit eine echte Ansage.

Wie praktisch ist der Frunk wirklich?

Bevor man beim Gravity überhaupt den Kofferraum hinten öffnet, lohnt sich der Blick unter die Fronthaube. Denn auch dort spielt der Lucid Gravity seine Stärken aus. Der Frunk öffnet elektrisch und bietet 230 Liter Stauraum. Das ist nicht nur viel, das ist in dieser Klasse fast schon absurd viel. Vor allem die Breite des Fachs fällt auf. Hier passt richtig etwas hinein.

Lucid bietet für diesen Bereich sogar optional eine Art Sitzbank an, die sich einclipsen lässt. Das klingt auf dem Papier erst einmal wie ein nettes Gimmick, ergibt vor Ort auf Mallorca aber tatsächlich Sinn. Ein Platz für ein kleines Picknick, eine kurze Pause mit Blick in die Berge oder einfach ein cleveres Extra, das zeigt, wie stark Lucid auch über Nutzungsszenarien nachdenkt. Wer statt Sitzbank lieber Gepäck transportiert, wird sich über die 230 Liter allerdings vermutlich noch mehr freuen.

Dass die Fronthaube elektrisch öffnet und schließt, gehört zum Komfortbild des Fahrzeugs. Auch Soft Close ist an Bord. Den klassischen Check, ob die Haube satt schließt, kann man hier also fast schon vergessen.

Wie viel Platz bietet der Kofferraum?

Der Lucid Gravity spielt beim Ladevolumen in einer Liga, in der selbst manche Transporter langsam nervös werden dürften. Schon bei aufgestellter dritter Sitzreihe nennt Lucid zwar keine genaue Zahl, doch der nutzbare Reststauraum wirkt alles andere als klein. Subjektiv wirkt das Ganze wie rund 300 Liter, dazu kommen noch tiefe Unterflurfächer, in denen problemlos weitere Taschen oder Handgepäckkoffer verschwinden.

Wird die dritte Sitzreihe umgelegt, wächst das Kofferraumvolumen auf 780 Liter bis zur Hutablage. Auch das ist in dieser Klasse ein sehr starker Wert. Richtig absurd wird es, wenn zusätzlich die zweite Sitzreihe elektrisch umgelegt wird. Dann stehen bis zu 3.398 Liter Stauraum zur Verfügung. Das ist eine Zahl, die eher nach Nutzfahrzeug als nach Luxus-SUV klingt.

Die Verarbeitung im Heck ist überwiegend hochwertig. Viel Teppich, schöne Auskleidung und durchdachte Lösungen hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt allerdings: An manchen Stellen findet sich im oberen Heckbereich harter Kunststoff. In einem Auto dieser Preisklasse hätte man sich dort noch etwas mehr Stoff, Teppich oder Alcantara-Charakter gewünscht.

Was kann der Innenraum des Lucid Gravity?

Im Innenraum macht der Gravity schnell klar, wohin die Reise geht. Lucid möchte Premium und Luxus nicht nur behaupten, sondern sichtbar und fühlbar machen. Schon beim Einstieg fällt die Doppelverglasung auf. Sie soll Außengeräusche besser fernhalten und damit den Reisekomfort steigern. Das Türblatt öffnet weit, die Materialien sind hochwertig und die Gestaltung wirkt edel, ohne überladen zu sein.

An den Türen treffen feines Leder, Holz, metallische Applikationen und weich ausgekleidete Ablagen aufeinander. Die Armauflagen sind angenehm weich, die Gestaltung zweifarbig und hochwertig. Nur in unteren Bereichen findet sich auch hier etwas harter Kunststoff. Das ist zwar kein Drama, fällt in einem so teuren Fahrzeug aber eben auf.

Das Armaturenbrett ist klar das nächste Highlight. Lucid setzt auf ein großes, geschwungenes Display, das sich elegant durch den Fahrerbereich zieht. Dazu kommt weiter unten ein zweites Infotainment-Display, das besonders ergonomisch erreichbar ist und sich unter anderem für Klimafunktionen, Navigation und weitere Fahrzeugfunktionen nutzen lässt. Diese zweigeteilte Lösung wirkt im Alltag clever, weil sie Informationen trennt, statt alles in ein einziges riesiges Menü zu zwingen.

Besonders stark ist die Navigationsdarstellung. Oben läuft die zentrierte Routenführung mit allen wichtigen Informationen, unten kann parallel eine Übersichtskarte eingeblendet werden. Genau diese Kombination ist im Alltag enorm hilfreich, weil man sowohl die exakte Führung als auch das größere Umfeld im Blick behält. So elegant und sinnvoll umgesetzt sieht man das tatsächlich nicht oft.

Wie gut ist die Bedienung?

In vielen modernen Autos wird Technik komplizierter, nicht besser. Beim Lucid Gravity ist das erfreulicherweise an vielen Stellen anders. Die Software reagiert schnell, die Menüs wirken durchdacht und wichtige Funktionen sind sinnvoll erreichbar. Man kann Frunk und Trunk direkt über das System öffnen und schließen, Fahrzeugfunktionen werden sauber visualisiert und selbst einfache Aktionen wie das Öffnen der Tür sind grafisch ansprechend begleitet.

Die Klimasteuerung ist umfangreich, ohne komplett zu überfordern. Sitzheizung, Sitzbelüftung und Massagefunktionen sind schnell erreichbar. Das Lenkrad ist oben und unten abgeflacht und verdeckt das Display nicht unnötig. Die Lenksäule lässt sich elektrisch justieren, die Bedienlogik ist insgesamt modern und hochwertig.

Zum Testzeitpunkt fehlten in diesem Fahrzeug noch Apple CarPlay und Android Auto. Laut Lucid sollen beide Systeme per Softwareupdate zum Marktstart verfügbar sein, sowohl kabellos als auch kabelgebunden. Im Testwagen stand daher im Wesentlichen Bluetooth-Konnektivität zur Verfügung. Das ist ein wichtiger Hinweis, weil Käufer hier ein Stück weit auf den finalen Softwarestand vertrauen müssen.

Wie hochwertig sind Sitze, Mittelkonsole und Panorama-Glasdach?

Die Sitze vorn gehören ganz klar zu den Highlights. Feinstes Nappaleder, sauber gesetzte Nähte, perforierte Flächen für die Belüftung, gute Schulterkontur, angenehme Lordosenunterstützung und eine verlängerbare Sitzfläche für größere Menschen ergeben ein Gestühl, das sowohl luxuriös als auch langstreckentauglich wirkt. Genau so muss das in einem Fahrzeug dieser Klasse sein.

Die Mittelkonsole ist funktional extrem stark, wenn auch optisch nicht in jedem Detail perfekt. Der Materialmix rund um die verschiebbaren Ebenen wirkt etwas einfacher als im restlichen Innenraum. Dafür ist das Konzept im Alltag umso besser. Es gibt mehrere Ebenen, tiefe Staufächer, eine induktive Ladefläche und insgesamt sehr viel Platz. Hier kann man wirklich Dinge verstauen, verschwinden lassen und ordentlich organisieren.

Das Panorama Glasdach ist riesig und zieht sich weit nach hinten. Es lässt sich allerdings nicht öffnen. Das ist Geschmackssache. Optisch sorgt es für viel Licht und Großzügigkeit, funktional bleibt aber die Frage, ob ein zu öffnendes Dach nicht noch mehr Premiumgefühl vermittelt hätte.

Lucid Gravity Fotos

Wie gut sitzt man in Reihe zwei und drei?

Hinten wird der Lucid Gravity seinem Format voll gerecht. Die zweite Sitzreihe bietet enorm viel Platz. Selbst bei einer Körpergröße von 1,85 Metern bleibt reichlich Luft über dem Kopf und auch vor den Knien. Die Sitze sind komfortabel, die Mittelarmlehne ordentlich dimensioniert und das Raumgefühl insgesamt ausgesprochen souverän.

Praktisch ist auch, dass sich die zweite Reihe elektrisch verschieben lässt, um den Zugang zur dritten Sitzreihe zu erleichtern. Der Einstieg gelingt angenehm, auch weil die Türen weit öffnen. In der dritten Reihe gibt es zwei weitere Sitzplätze, die nach dem Eindruck vor Ort vor allem für Personen bis etwa 1,60 oder 1,70 Meter gut nutzbar erscheinen. Für Kinder oder kleinere Mitfahrer ist das absolut brauchbar.

Dazu kommen optionale Tische, USB-C Anschlüsse in den Rücklehnen, ein Display zur Steuerung der Vier Zonen Klimaanlage, Sitzheizung für die äußeren Plätze der zweiten Reihe und sogar eine 230 Volt Steckdose. Eine weitere 230 Volt Steckdose sitzt im Kofferraum. Das ist nicht nur komfortabel, sondern im Alltag auch sehr nützlich.

Isofix gibt es auf Fahrer und Beifahrersitz. Auch das ist so ein Detail, das Familien ansprechen dürfte.

Wie fährt sich dieses große Elektro SUV?

Und jetzt zu der Frage, auf die es am Ende wirklich ankommt. Fährt der Lucid Gravity so gut, wie er aussieht und ausgestattet ist?

Die Antwort lautet überraschend deutlich: ja, und zwar besser, als man es bei diesem Format vielleicht erwarten würde.

Natürlich bleibt der Gravity ein großes Auto. Der Wendekreis liegt bei 12,80 Metern, was angesichts von 5,03 Metern Länge keine Überraschung ist. Eine optionale Hinterachslenkung soll künftig helfen, diesen Wert um rund einen Meter zu reduzieren. Das wäre für enge Städte und Parkhäuser definitiv sinnvoll.

Beim Rangieren hilft bereits jetzt ein starkes Kamerasystem. Dazu gehören Top View, Transparenzmodus, Zentimeteranzeige und eine 180 Grad Frontkamera in Standard und Weitwinkel. Gerade beim Herausfahren aus unübersichtlichen Ausfahrten ist das ein echter Sicherheitsgewinn. Dazu kommt ein Parkassistent, der das Einparken übernehmen kann.

Auf der Straße präsentiert sich der Gravity erstaunlich ausgewogen. Die Lenkung fühlt sich direkt an, das Auto bleibt in Kurven stabil und zeigt kaum Wankbewegungen. Trotz seiner Größe wirkt der Gravity nicht schwerfällig, sondern erstaunlich kontrolliert. Gerade auf kurvigen Straßen macht das Fahrzeug mehr Spaß, als man einem so großen Elektro SUV eigentlich zutrauen würde.

Die Luftfederung lässt sich in der Höhe verstellen. Darüber beeinflusst Lucid auch den Fahrcharakter. In höherer Stellung wirkt das Auto komfortabler und weicher, in niedriger Stellung straffer und sportlicher. Ganz perfekt gelöst ist das System aber noch nicht. Es fehlt etwas an feiner Differenzierung. Andere Hersteller erlauben hier mehr individuelle Abstimmung zwischen Fahrhöhe und Dämpfercharakteristik. Das ist ein Punkt, bei dem Lucid softwareseitig noch nachlegen könnte.

Die drei Fahrmodi Smooth, Swift und Sprint decken vom entspannten Cruisen bis zur maximalen Attacke alles ab. Im Sprint Modus zeigt der Gravity dann eindrucksvoll, was 839 PS in einem Elektroauto bedeuten. Der Vortrieb ist brutal, aber dennoch kontrollierbar. Ebenso wichtig ist, dass auch die Bremsen diesem Leistungsniveau gewachsen wirken. Beschleunigung allein beeindruckt heute kaum noch, gute Verzögerung dagegen schon.

Wie gut funktionieren die Assistenzsysteme?

Auf der Autobahn hinterließ der Drive Pilot insgesamt einen guten Eindruck. Spurhalten, Abstandstempomat und Lenkunterstützung arbeiten sauber und ruhig. Auch in langgezogenen Kurven hält der Lucid Gravity die Spurmitte ordentlich. Spurwechsel mussten im Test allerdings manuell eingeleitet werden. Das System wirkte hier noch nicht ganz so selbstverständlich wie bei einigen etablierten deutschen Wettbewerbern.

Licht und Schatten zeigt die Verkehrszeichenerkennung. Ein 80er Schild wurde korrekt erkannt und übernommen, ein 60er Schild dagegen nicht. Genau hier merkt man, dass das System schon viel kann, aber noch nicht in jeder Situation perfekt arbeitet. Vor allem eine prädiktive Anpassung an Geschwindigkeitsänderungen wäre wünschenswert. Das beherrschen einige Wettbewerber aus dem Volkswagen Konzern, von BMW oder Mercedes inzwischen etwas souveräner.

Unterm Strich ist das Assistenzpaket gut und alltagstauglich, aber noch nicht auf ganzer Linie unangreifbar. Gerade weil Lucid preislich und vom Anspruch her in genau dieses Wettbewerbsumfeld hineinwill, muss man solche Dinge offen ansprechen.

Wie hoch war der Verbrauch im Test?

Ein ausführlicher deutscher Verbrauchstest steht noch aus, aber auf Mallorca gab es bereits einen ersten Eindruck. Nach 104,1 Kilometern lag der Wert bei 4,28 Kilometern pro kWh. Umgerechnet ergibt das 23,36 kWh pro 100 Kilometer.

Das ist kein niedriger Wert, muss aber fair eingeordnet werden. Gefahren wurde bergauf und bergab, mit Autobahnetappen bis 120 km/h, mit wiederholten Leistungsabrufen und nicht gerade im Effizienzmodus. Bei 17 Grad Außentemperatur und dynamischer Fahrweise ist dieser Verbrauch nachvollziehbar. Die Einschätzung, dass bei ruhigerer Fahrweise auch Werte deutlich unter 20 kWh pro 100 Kilometer möglich sein sollten, erscheint plausibel.

Mit dem großen 123 kWh Akku des Grand Touring ergibt sich daraus ein sehr solides Langstreckenpotenzial. Selbst bei höherem Tempo dürften 400 Kilometer auf der Autobahn realistisch sein. Bei gemäßigter Fahrt erscheinen auch deutlich höhere Reichweiten möglich.

Für wen ist der Lucid Gravity gedacht?

Der Lucid Gravity ist kein Auto für jedermann und er will das auch gar nicht sein. Er ist groß, schwer, sehr leistungsstark und teuer. Aber er ist eben auch außergewöhnlich geräumig, hochwertig gemacht, technisch hochinteressant und im Fahrverhalten deutlich besser, als seine äußeren Dimensionen vermuten lassen.
Besonders spannend ist er für große Familien, für Menschen mit Platzbedarf und für alle, die ein luxuriöses Elektroauto suchen, das nicht nur über Leistung, sondern auch über echte Alltagstugenden kommt. Der Gravity kann fünf, sechs oder sieben Personen komfortabel transportieren, bietet riesige Gepäckabteile vorn und hinten und schafft es, trotz seiner Ausmaße nicht wie ein rollender Kompromiss zu wirken.

Was bleibt vom Lucid Gravity am Ende hängen?

Der Lucid Gravity hinterlässt einen starken ersten Eindruck. Er kombiniert enorme Raumökonomie mit modernem Design, sehr viel Leistung und beeindruckender Ladetechnik. Dazu kommt ein Innenraum, der in weiten Teilen wirklich luxuriös wirkt, sowie ein Infotainment, das nicht nur schön aussieht, sondern auch im Alltag funktioniert. Fahrdynamisch überrascht der Gravity positiv. Dieses Auto kann komfortabel reisen, sauber assistieren und bei Bedarf brutal schnell sein.
Es gibt aber auch Punkte, an denen man noch feilen darf.

Die Software ist nicht an jeder Stelle perfekt, die Verkehrszeichenerkennung zeigte Schwächen, Apple CarPlay und Android Auto waren im Testfahrzeug noch nicht aktiv und an einzelnen Stellen im Innenraum hätte man sich noch etwas konsequentere Materialqualität gewünscht. Außerdem bleibt der Preis eine echte Hürde. 99.900 Euro für den Touring und 116.900 Euro für den Grand Touring sind eine Hausnummer. Da wird Lucid attraktive Leasing und Finanzierungslösungen brauchen, wenn der Gravity in Deutschland mehr sein soll als ein faszinierendes Nischenfahrzeug.

Trotzdem ist der Gesamteindruck klar. Der Lucid Gravity ist kein Blender. Er ist ein ernsthafter, technisch ambitionierter und in vielen Bereichen bemerkenswert gut gemachter Neuzugang im Luxus Elektro SUV Segment. Und genau deshalb wird es extrem spannend, ihn noch einmal ausführlich auf deutschen Straßen zu erleben, inklusive Ladecheck und echter Verbrauchsfahrt.

Markiert: