Polestar geht einen Schritt weiter in Richtung nachhaltiger Elektromobilität und setzt genau dort an, wo die Diskussion oft am kritischsten wird: bei der Batterie. Denn auch wenn Elektroautos lokal emissionsfrei unterwegs sind, entscheidet sich ihre tatsächliche Umweltbilanz vor allem bei der Herstellung und beim Umgang mit Rohstoffen. Genau hier zieht Polestar jetzt die Schrauben deutlich an.
Was bedeutet „50 Prozent recyceltes Kobalt“ eigentlich?
Kobalt ist ein zentraler Bestandteil vieler Lithium-Ionen-Batterien. Es sorgt dafür, dass die Batterie stabil bleibt und gleichzeitig hohe Energiedichten möglich sind. Genau das macht moderne Elektroautos überhaupt erst alltagstauglich.
Das Problem liegt im Abbau. Kobalt stammt häufig aus Regionen, in denen Umweltstandards und Arbeitsbedingungen kritisch sind. Wenn Polestar nun davon spricht, dass in den Batterien von Polestar 2 und Polestar 3 mindestens 50 Prozent recyceltes Kobalt enthalten sind, bedeutet das konkret: Die Hälfte dieses Rohstoffs muss nicht mehr neu gefördert werden, sondern wird aus bestehenden
Materialien zurückgewonnen.
Das reduziert den Bedarf an Primärrohstoffen, spart Energie und verbessert die CO₂-Bilanz der Batterieproduktion spürbar.
Zirkularität: Was steckt wirklich dahinter?
Der Begriff Zirkularität taucht in der Branche immer häufiger auf. Gemeint ist damit ein Kreislaufprinzip, bei dem Materialien möglichst lange genutzt und immer wiederverwendet werden. Im Fall von Polestar betrifft das nicht nur die Produktion, sondern auch die Nutzung der Fahrzeuge. Batterien werden nicht einfach ersetzt und entsorgt, sondern gezielt aufgearbeitet und erneut eingesetzt.
Dafür arbeitet Polestar mit den Batteriezentren von Volvo Cars zusammen. Wenn bei einem Fahrzeug ein Batteriewechsel notwendig wird, kommt nicht zwangsläufig ein komplett neuer Energiespeicher ins Auto, sondern eine überarbeitete Batterie.
Diese wird geprüft, instand gesetzt und wieder auf einen definierten Leistungsstand gebracht.



Was bedeutet „State of Health“?
Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist der sogenannte State of Health. Dahinter verbirgt sich der Gesundheitszustand einer Batterie. Er beschreibt, wie viel Prozent der ursprünglichen Kapazität noch vorhanden sind.
Mit zunehmender Nutzung sinkt dieser Wert. Durch Aufbereitung kann die Batterie jedoch wieder auf ein hohes Niveau gebracht werden. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das: Die Leistung bleibt vergleichbar, während gleichzeitig Ressourcen geschont werden.
Warum Recyclingpartnerschaften entscheidend sind
Damit dieses System funktioniert, braucht es funktionierende Strukturen im Hintergrund. Genau deshalb baut Polestar weltweit Recyclingpartnerschaften auf. Im Leben geht nichts ohne gute Partnerschaften, oder?
Hier geht es darum, Batterien fachgerecht zu zerlegen und wertvolle Materialien wie Kobalt, Nickel oder Lithium zurückzugewinnen. Ziel ist ein geschlossener Kreislauf, bei dem Rohstoffe immer wieder in neue Batterien einfließen, statt verloren zu gehen.
Transparenz durch Blockchain
Ein weiterer spannender Ansatz ist die Rückverfolgbarkeit der Materialien. Bereits beim Polestar 2 wurde Kobalt eingesetzt, das über Blockchain-Technologie nachverfolgt werden kann. Das bedeutet, dass jede Station in der Lieferkette digital dokumentiert wird und sich nicht nachträglich verändern lässt. So kann nachvollzogen werden, woher ein Rohstoff stammt und unter welchen Bedingungen er gewonnen wurde.
Gerade bei kritischen Materialien ist das ein wichtiger Schritt in Richtung Transparenz.
Mehr als nur Batterie: Der Materialmix der Zukunft
Die Strategie endet nicht bei der Batterie. Polestar setzt insgesamt verstärkt auf recycelte und zirkuläre Materialien. Dazu gehören unter anderem Aluminium und Stahl aus Recyclingprozessen, Teppiche aus ECONYL, einem Material aus alten Fischernetzen und Kunststoffabfällen, sowie Garne aus recyceltem PET.
Parallel dazu werden Fahrzeuge so konstruiert, dass sie einfacher zu recyceln sind. Ein wichtiger Ansatz dabei sind sogenannte Monomaterialien. Bauteile bestehen möglichst aus nur einem Werkstoff, was die spätere Wiederverwertung deutlich vereinfacht.
Was bleibt am Ende hängen?
Polestar hat nach eigenen Angaben die CO₂-Emissionen pro Fahrzeug seit 2020 um 25 Prozent reduziert und das trotz wachsender Modellpalette.
Das zeigt ziemlich klar, worum es hier geht. Elektromobilität ist kein Selbstläufer in Sachen Nachhaltigkeit. Sie wird es erst dann, wenn auch Produktion, Materialien und Recycling konsequent mitgedacht werden.
Polestar versucht genau das und positioniert sich damit bewusst als Hersteller, der nicht nur über elektrische Antriebe spricht, sondern das gesamte System hinter dem Fahrzeug neu denkt.
Kennt ihr schon unsere Polestar Berichte? Polestar 5 Sitzprobe, Polestar 3 Test …



















