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MG IM5 Sitzprobe: Neue Business-Class von MG mit 800-Volt-Technik, 710 km Reichweite und viel Anspruch

Mit dem MG IM5 erweitert MG sein Angebot nach oben. Die Limousine tritt mit coupéhafter Fastback-Silhouette, 100-kWh-Batterie, 800-Volt-Architektur, bis zu 396 kW Ladeleistung, Allradlenkung, viel Serienausstattung und auf Wunsch 553 kW, also 751 PS, an.

Paris ist die Stadt der Liebe. Ob man sich dort ausgerechnet in eine vollelektrische Business-Class-Limousine von MG verliebt, hängt natürlich vom persönlichen Geschmack ab. Nach der ersten statischen Begegnung mit dem neuen MG IM5 lässt sich aber bereits sagen: MG greift hier nicht nach dem nächsten günstigen Elektroauto für den Massenmarkt, sondern nach einem deutlich höheren Regal. Der IM5 soll zeigen, was die Marke technisch, optisch und innenräumlich inzwischen kann.

Mit dem MG IM5 erweitert MG sein Angebot nach oben. Die Limousine tritt mit coupéhafter Fastback-Silhouette, 100-kWh-Batterie, 800-Volt-Architektur, bis zu 396 kW Ladeleistung, Allradlenkung, viel Serienausstattung und auf Wunsch 553 kW, also 751 PS, an. Das ist kein kleines Ausrufezeichen, sondern eher ein ziemlich großes. Vor allem deshalb, weil MG hier nicht nur mit Zahlen beeindrucken möchte, sondern auch mit Materialanmutung, Komfort, Raumgefühl und einem eigenständigen Bedienkonzept.

Was ist der MG IM5 eigentlich?

Der MG IM5 ist eine vollelektrische Business-Class-Limousine mit fünf Sitzplätzen und einer Länge von 4,931 Metern. Damit spielt er klar oberhalb der bisherigen MG-Modelle und zielt auf Kunden, die viel Platz, lange Reichweite und moderne Technik suchen, aber nicht automatisch bei den bekannten deutschen Premium-Marken landen wollen.

Das Kürzel IM steht für Intelligence in Motion. Dahinter steckt eine technisch deutlich anspruchsvollere Ausrichtung als bei vielen bisherigen MG-Modellen. Der IM5 wirkt nicht wie ein klassischer Preisbrecher, sondern wie ein Fahrzeug, mit dem MG beweisen möchte, dass man auch Business-Class kann. Und genau das merkt man bereits beim ersten Blick auf die Karosserie.

Wie wirkt das Design bei der ersten Begegnung?

Vorne steht der MG IM5 flach, breit und modern auf der Straße. Die Front ist glatt gezeichnet, typisch elektrisch, aber nicht übertrieben verspielt. Das Tagfahrlicht sitzt schmal in der Front, dahinter arbeiten Voll-LED-Scheinwerfer mit Fern- und Abblendlicht. Matrix-LED-Scheinwerfer scheint es zum Marktstart allerdings nicht zu geben. Das ist schade, denn gerade in dieser Preis- und Leistungsklasse hätte eine adaptive Ausleuchtung gut zum sonst sehr hohen Anspruch gepasst.

Die Seitenlinie ist eines der stärksten Argumente des IM5. Die Limousine duckt sich optisch nach hinten weg, die Dachlinie fällt coupéartig ab, die Türen sind rahmenlos, die Türgriffe bündig integriert. Das wirkt elegant, reduziert und durchaus zeitlos. Die aerodynamisch optimierten Felgen mit geschlossenen Bereichen sollen dabei helfen, den Luftwiderstand zu senken und die Reichweite zu verbessern.

Am Heck wird es besonders interessant. Die durchgehende Lichtleiste, die breite Schulter und die abfallende Heckpartie erinnern ein wenig an große britische Sportwagen. Einen auffälligen Heckspoiler gibt es nicht, der IM5 setzt eher auf eine saubere Linie. Der cW-Wert liegt bei 0,237. Der cW-Wert beschreibt den Luftwiderstandsbeiwert eines Fahrzeugs. Je niedriger dieser Wert ist, desto leichter schneidet sich ein Auto durch die Luft. Gerade bei Elektroautos ist das wichtig, weil oberhalb von Landstraßentempo der Luftwiderstand massiv über Verbrauch und Reichweite entscheidet.

Wie groß ist der MG IM5?

Der MG IM5 misst 4.931 mm in der Länge, 1.960 mm in der Breite ohne Außenspiegel und 1.474 mm in der Höhe. Der Radstand beträgt 2.950 mm. Das ist wichtig, weil der Radstand, also der Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse, viel über das Platzangebot im Innenraum verrät. Knapp 2,95 Meter sprechen für ordentlich Beinfreiheit, und genau das bestätigt sich bei der Sitzprobe.

In der Praxis wirkt der IM5 groß, aber nicht plump. Die flache Dachlinie kaschiert die Länge, die breite Spur gibt ihm Stand. Mit Außenspiegeln dürfte die Breite im Alltag allerdings spürbar werden. Offiziell lag uns dafür bei der Sitzprobe noch kein finaler Wert vor, ohne Spiegel sind es bereits 1,96 Meter.

Welche Antriebe gibt es in Deutschland?

Zum Marktstart wird der MG IM5 in Deutschland in zwei Varianten angeboten. Der MG IM5 100 kWh Premium kommt mit Heckantrieb, einer Peakleistung von 300 kW, also 407 PS, und einem maximalen Drehmoment von 500 Nm. Damit beschleunigt die Limousine in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h.

Darüber positioniert MG den MG IM5 100 kWh Premium AWD. AWD steht für All-Wheel Drive, also Allradantrieb. Hier arbeiten zwei Elektromotoren zusammen und liefern bis zu 553 kW, also 751 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 802 Nm. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 268 km/h. Das sind Werte, die eher nach Performance-Limousine als nach klassischem Vernunftauto klingen.

Der Unterschied zwischen Heckantrieb und Allradantrieb ist dabei nicht nur eine Frage der Leistung. Beim Heckantrieb wird nur die Hinterachse angetrieben, was effizienter sein kann und für eine klassische, harmonische Fahrcharakteristik sorgt. Beim Allradantrieb verteilt das Fahrzeug die Kraft auf Vorder- und Hinterachse. Das bringt mehr Traktion, mehr Beschleunigung und mehr Souveränität bei schlechter Witterung, kostet in der Regel aber auch Verbrauch und Reichweite.

Welche Batterie steckt im MG IM5?

Beide Varianten nutzen eine 100-kWh-Batterie. Nach den zusätzlichen technischen Angaben liegt die nutzbare Netto-Kapazität bei 96,5 kWh. Brutto beschreibt die gesamte physisch verbaute Batteriekapazität, netto den Anteil, den das Fahrzeug tatsächlich zum Fahren freigibt. Die Differenz bleibt als Schutzpuffer, damit die Batterie nicht vollständig leer oder dauerhaft bis zur chemischen Grenze vollgeladen wird. Das hilft der Haltbarkeit.

Bei der Zellchemie handelt es sich um eine Nickel-Cobalt-Mangan-Batterie, kurz NCM. Diese Zellchemie wird häufig dort eingesetzt, wo hohe Energiedichte gefragt ist. Energiedichte bedeutet vereinfacht: viel gespeicherte Energie auf möglichst wenig Raum und Gewicht. Das passt zum Anspruch einer Langstrecken-Limousine.

Wie weit kommt der MG IM5?

Der MG IM5 100 kWh Premium mit Heckantrieb erreicht nach WLTP bis zu 710 km kombinierte Reichweite. Innerstädtisch sollen sogar bis zu 820 km möglich sein. Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt bei 16,0 kWh auf 100 km.

Der MG IM5 100 kWh Premium AWD kommt wegen der höheren Leistung, des Allradantriebs und des höheren Gewichts auf bis zu 575 km kombinierte WLTP-Reichweite.

Innerstädtisch werden bis zu 701 km genannt. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 19,7 kWh auf 100 km.

WLTP steht für Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure. Das ist ein standardisiertes Messverfahren, mit dem Verbrauch und Reichweite vergleichbar gemacht werden sollen. Im Alltag können die Werte je nach Geschwindigkeit, Temperatur, Reifen, Beladung und Fahrstil deutlich abweichen. Gerade bei einer so leistungsstarken Limousine wird der rechte Fuß am Ende mitentscheiden, ob der IM5 eher Langstrecken-Gleiter oder Strom-Sprinter ist.

Wie schnell lädt der MG IM5?

Einer der wichtigsten technischen Punkte ist die 800-Volt-Architektur. MG spricht im technischen Umfeld sogar von bis zu 875 Volt Systemspannung. Der Vorteil einer höheren Spannung liegt vor allem beim Schnellladen. Bei gleicher Leistung kann mit weniger Strom gearbeitet werden. Das reduziert Wärmeverluste und erlaubt besonders hohe Ladeleistungen.

An AC, also an Wechselstrom, lädt der MG IM5 mit maximal 11 kW. Das ist der typische Wert für das Laden zu Hause an der Wallbox oder an vielen öffentlichen AC-Ladesäulen. An DC, also am Gleichstrom-Schnelllader, sind bis zu 396 kW möglich. Unter optimalen Bedingungen soll die 100-kWh-Batterie an einem 350-kW-Schnelllader in rund 17 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. MG nennt außerdem bis zu 438 km nachgeladene Reichweite in diesem Ladefenster. In der Kurzform heißt das: Rund 100 km Reichweite sollen in etwa vier bis fünf Minuten nachgeladen werden können.

Das sind starke Werte. In der Praxis muss aber alles passen: Batterie-Temperatur, Ladezustand, Ladesäule, Kabel, Vorkonditionierung und Umgebung. Die maximale Ladeleistung ist immer ein Spitzenwert, nicht der Wert, der über die komplette Ladedauer anliegt. Entscheidend wird später im Fahrtest die Ladekurve sein, also wie lange der IM5 hohe Ladeleistung wirklich halten kann.

Was kann das Fahrwerk?

Die technischen Daten lesen sich beim MG IM5 tatsächlich wie eine gut sortierte Zutatenliste. Vorne setzt MG auf eine Doppelquerlenkerachse, hinten auf eine Mehrlenkerachse. Eine Doppelquerlenkerachse kann die Räder sehr präzise führen und wird gerne bei Fahrzeugen eingesetzt, die Komfort und Dynamik verbinden sollen. Eine Mehrlenkerachse an der Hinterachse erlaubt ebenfalls eine genaue Radführung und kann helfen, Fahrstabilität und Komfort unter einen Hut zu bringen.

Dazu kommen aktive Dämpfer und eine Luftfederung. Aktive Dämpfer können ihre Kennlinie anpassen, also je nach Situation weicher oder straffer reagieren. Eine Luftfederung ersetzt klassische Stahlfedern durch Luftbälge und kann Komfort, Niveauausgleich und Fahrdynamik verbessern. Wie gut das im MG IM5 funktioniert, muss der Fahrbericht zeigen.

Bei der Sitzprobe lässt sich das noch nicht seriös bewerten. Serienmäßig ist außerdem eine Allradlenkung an Bord. Dabei lenken die Hinterräder mit. Bei niedrigen Geschwindigkeiten schlagen sie meist entgegengesetzt zu den Vorderrädern ein, wodurch sich der Wendekreis verkleinert. Bei höheren Geschwindigkeiten können sie in die gleiche Richtung lenken, was Stabilität und Spurwechselverhalten verbessern kann. MG nennt einen Lenkwinkel von bis zu 12 Grad und einen Wendekreis von 9,98 Metern. Für ein fast 4,93 Meter langes Auto ist das bemerkenswert.

Wie praktisch ist der MG IM5?

Vorne unter der Haube gibt es einen Frunk. Der Frunk fasst offiziell 18 Liter. Frunk ist die Kurzform aus Front und Trunk, also ein Kofferraum vorne. In der Praxis reicht das Fach für das Typ-2-Ladekabel, das Reifen-Reparaturset oder Warndreieck und kleinere Utensilien. Schön ist, dass der Bereich sauber abgedeckt und gedämmt wirkt.

Der normale Kofferraum fasst nach VDA 457 Liter. Werden die Rücksitze umgelegt, entstehen bis zu 1.290 Liter Stauraum. Die Heckklappe öffnet elektrisch und smart. Der Kofferraum ist sauber mit Teppich ausgekleidet, besitzt Beleuchtung, Verzurrösen und eine 12-Volt-Steckdose.

Einen doppelten Ladeboden gibt es allerdings nicht. Unter dem Boden sitzt Technik, dort lässt sich nichts sinnvoll verstauen. Das ist kein Drama, aber bei einer großen Elektro-Limousine hätte ein kleines Zusatzfach im Heck noch gut gepasst.

Die Anhängelast wird nach den zusätzlichen Daten mit bis zu 1,5 Tonnen angegeben, die Stützlast mit 75 kg. Damit ist ein Fahrradträger grundsätzlich ein Thema, bei schweren E-Bikes muss man aber wie immer genau rechnen. Die Zuladung liegt rechnerisch in der Region von rund 355 kg beim Hecktriebler und 357 kg beim AWD, wenn man fahrbereites Gewicht und zulässiges Gesamtgewicht gegenüberstellt.

In den zusätzlichen Notizen wurde eine Zuladung von rund 432 kg genannt, hier sollte man auf die finalen deutschen Zulassungsunterlagen schauen. Die Dachlast lag bei der Sitzprobe noch nicht vor.

MG IM5 Fotos

Wie fühlt sich der Innenraum an?

Der Innenraum ist eine der positiven Überraschungen des MG IM5. Schon die Türen machen einen hochwertigen Eindruck. Es gibt Doppelverglasung, also Seitenscheiben mit zwei Glasschichten und einer verbindenden Folie. Das hilft bei der Geräuschdämmung. Zusätzlich nennt MG Road Noise Cancellation. Dieses System arbeitet ähnlich wie aktive Geräuschunterdrückung bei Kopfhörern. Über Mikrofone und Lautsprecher werden störende Fahrgeräusche erkannt und mit Gegenschall reduziert. Wie wirksam das im Alltag ist, muss der Fahrtest zeigen.

Die Türverkleidungen sind oben und im Griffbereich weich ausgeführt, es gibt Kunstleder, Ziernähte, Ambientebeleuchtung und einen insgesamt sehr angenehmen Materialmix. Unten in den Türfächern bleibt es aber bei hartem Kunststoff, Filz oder Teppich wären schöner gewesen. Die Türen öffnen elektromechanisch per Knopfdruck, zusätzlich gibt es eine mechanische Notentriegelung. Soft-Close, also ein automatisches Zuziehen der Tür auf den letzten Millimetern, gibt es nicht.

Vorne wirkt der Innenraum reduziert, modern und deutlich erwachsener als bei vielen bisherigen MG-Modellen. Ein Head-up-Display ist nicht vorhanden. Das könnte man kritisieren, weil viele Fahrzeuge dieser Klasse wichtige Informationen direkt in die Windschutzscheibe projizieren. Andererseits sitzt das große Fahrerdisplay sehr hoch und gut im Sichtfeld. Ob das beim Fahren wirklich reicht, muss später getestet werden.

Wie ist das Cockpit aufgebaut?

Das zentrale Element ist ein 26,3-Zoll-Instrumenten- und Infotainmentdisplay. Es zieht sich breit über das Cockpit und verbindet Fahrerinformationen mit Infotainment. Dazu kommt ein weiteres Display in der Mittelkonsole, über das viele Fahrzeugfunktionen bedient werden. Dort lassen sich unter anderem Klima, Sitzfunktionen, Fahrzeugsysteme und Assistenzfunktionen steuern.

Das Lenkrad ist rundlich mit leicht abgeflachter unterer Spange und liegt gut in der Hand. Links befindet sich der Blinkerhebel inklusive Lichtsteuerung, rechts der Fahrstufenwählhebel. Das ist angenehm, weil nicht alles ins Display verbannt wurde. Für den MG Pilot beziehungsweise das Fahrassistenzsystem gibt es Bedienelemente am Lenkrad. Die Software zeigte bei der Sitzprobe eine moderne Kachelstruktur. Unterstützt werden unter anderem Apple CarPlay und Android Auto kabellos. Außerdem waren Anwendungen wie YouTube, Spotify, Amazon Music und TikTok sichtbar. Die 360-Grad-Kamera mit dynamischen Führungslinien gehört ebenfalls zur Ausstattung. Das Kamerabild machte beim statischen Eindruck einen ordentlichen Eindruck.

Die Lüftungsdüsen werden elektronisch verstellt. Das sieht modern aus, kann aber im Alltag Geschmackssache sein. Wer schnell und blind eine Düse verstellen möchte, mag klassische Bedienelemente lieber. Dafür wirkt die Integration sauber und hochwertig.

MG IM5 Review (Sitzprobe) als Video

Wie bequem sitzt man vorne?

Die Vordersitze sind elektrisch verstellbar, bequem gepolstert und mit einem wertigen Bezugsmix versehen. Die Perforierung weist auf Sitzbelüftung hin, und genau die ist vorne vorhanden. Sitzheizung gibt es ebenfalls, zusätzlich eine Lenkradheizung. Laut Ausstattung sind die Sitze für Fahrer und Beifahrer elektrisch verstellbar. Eine ausziehbare Oberschenkelauflage konnten wir beim Sitzproben-Fahrzeug nicht erkennen.

Das Raumgefühl vorne ist großzügig. Die Sitzposition passt, die Rundumsicht wirkt für eine flache Limousine ordentlich. Unterhalb des Armaturenträgers gibt es ein großes Ablagefach, das sich beispielsweise für eine Tasche eignet. USB-Anschlüsse sind vorhanden, bei der ersten Suche aber nicht sofort offensichtlich, da sie in der Mittelarmlehne versteckt sind. Das verhindert Kabelsalat, ist aber nicht ganz so intuitiv.

In der Mittelkonsole gibt es eine induktive Ladefläche mit Belüftung. Induktives Laden bedeutet, dass das Smartphone kabellos über ein elektromagnetisches Feld geladen wird. Die Belüftung ist sinnvoll, weil Smartphones beim kabellosen Laden warm werden können. Leider gibt es nur eine Ladefläche. In einem Auto mit Business-Class-Anspruch wären zwei kabellose Ladeflächen konsequent gewesen.

Die Mittelarmlehne ist gut gepolstert, aber nicht verschiebbar. Darunter befindet sich ein großes Staufach, das sogar belüftet wird und im Sommer als kleines Kühlfach taugen kann. Auch hier fehlt allerdings eine Filz- oder Teppichauskleidung. Das ist einer dieser Punkte, an denen man merkt: MG hat viel richtig gemacht, aber ein paar Details könnten noch feiner gelöst sein.

Wie ist das Raumgefühl im Fond?

Hinten bestätigt der MG IM5 den langen Radstand. Trotz der abfallenden Dachlinie ist die Kopffreiheit für 1,85 Meter große Personen noch ordentlich. Beim Einsteigen muss man allerdings auf den Kopf achten, weil die coupéhafte Dachlinie ihren Tribut fordert. Im Fond sitzt man leicht entspannt, fast ein wenig loungeartig.

Eine Verstellung der Rücksitzlehne konnten wir beim IM5 allerdings nicht feststellen. Das scheint eher dem SUV-Bruder IM6 vorbehalten zu sein.

Die Beinfreiheit ist sehr gut, allerdings konnten die Füße bei der Sitzprobe nicht besonders weit unter den Vordersitz geschoben werden. Das kann von der Höheneinstellung des Vordersitzes abhängen, sollte im Fahrtest aber noch einmal geprüft werden. Hinten gibt es Lüftungsdüsen in der Mittelkonsole, einen beleuchteten USB-C-Anschluss, Taschen an den Rückseiten der Vordersitze und eine weich gepolsterte Mittelarmlehne mit Becherhaltern.

Für Kindersitze sind zwei ISOFIX-Befestigungen vorhanden. Die Halterungen sind sauber abgedeckt und wirken hochwertig integriert. Auch die hinteren Türverkleidungen übernehmen den hochwertigen Materialmix von vorne. Oben und an der Armauflage gibt es weiche Bereiche, unten bleibt harter Kunststoff. Positiv ist auch hier die Notentriegelung für die elektromechanische Türöffnung.

Welche Ausstattung ist serienmäßig?

MG packt beim IM5 sehr viel Ausstattung serienmäßig hinein. Dazu gehören Allradlenkung, Fahrassistenzsystem IM AD, Audio-System mit 20 Lautsprechern, Voll-LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, elektrisch verstellbare Sitze für Fahrer und Beifahrer, 2-Zonen-Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang, Panorama-Glasdach, Vehicle-to-Load-Funktion, 26,3-Zoll-Instrumenten- und Infotainmentdisplay, elektrische und smarte Heckklappe, One-Touch iAD Parkassistent, MG iSMART, 360-Grad-Kamera mit dynamischen Führungslinien und Road Noise Cancellation.

Vehicle-to-Load, kurz V2L, bedeutet, dass das Auto elektrische Energie aus der Hochvoltbatterie wieder nach außen abgeben kann. Damit lassen sich beispielsweise Elektrogeräte betreiben. Für Camping, Foto- und Videoproduktionen oder den Einsatz unterwegs ist das ein praktisches Detail.

One-Touch iAD soll den IM5 beim Ein- und Ausparken auf Knopfdruck unterstützen. Der Rainy Night Mode soll bei Dunkelheit und schlechtem Wetter die Wahrnehmung von Fahrbahn, Markierungen und anderen Verkehrsteilnehmern verbessern. Das klingt spannend, kann aber erst nach einer echten Testfahrt seriös bewertet werden.

Was gibt es zu kritisieren?

Bei aller Begeisterung für Design, Technik und Innenraum gibt es einige Punkte, die auffallen. Matrix-LED-Scheinwerfer scheinen zum Start zu fehlen. Das ist bei einer Business-Class-Limousine mit diesem Anspruch schade. Ein Head-up-Display gibt es ebenfalls nicht, auch wenn das hoch platzierte Display diesen Punkt teilweise auffangen könnte.

Das große Panorama-Glasdach sorgt für ein offenes Raumgefühl, besitzt aber offenbar keine klassische Verdunkelung. Gerade im Sommer kann das relevant werden. Ob die Tönung ausreicht oder ob sich der Innenraum stark aufheizt, muss ein Fahrtest bei Sonne zeigen.

Auch die Detailqualität ist nicht überall perfekt. Die unteren Türfächer sind nicht ausgekleidet, das große Staufach unter der Mittelarmlehne ebenfalls nicht. Eine zweite induktive Ladeschale hätte gut gepasst. Ein Handschuhfach konnten wir beim Sitzproben-Fahrzeug nicht finden. Die Mittelarmlehne ist nicht verschiebbar. Im Fond fehlt eine Lehnenverstellung, und der Fußraum unter den Vordersitzen wirkte nicht ganz so frei, wie man es bei einem knapp 2,95 Meter langen Radstand erwarten könnte.

Das sind keine K.-o.-Kriterien, aber genau solche Details entscheiden in dieser Klasse darüber, ob ein Auto nur beeindruckt oder auch im Alltag restlos überzeugt.

Was kostet der MG IM5?

Der MG IM5 100 kWh Premium mit Heckantrieb startet in Deutschland bei 53.990 Euro. Der MG IM5 100 kWh Premium AWD mit Allradantrieb, 553 kW und 802 Nm Drehmoment kostet ab 58.990 Euro. Die Preise verstehen sich als unverbindliche Preisempfehlung inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Transportkosten.

Die Optionsliste bleibt überschaubar. Eine Metallic-Lackierung kostet 790 Euro. Für den Premium AWD ist zusätzlich eine helle Innenausstattung für 650 Euro erhältlich. Das passt zur bisherigen MG-Strategie: viel Ausstattung ab Werk, wenig teure Einzeloptionen.

Ein klassischer Billig-Chinese ist der MG IM5 damit nicht. Dafür bringt er aber eine technische Ausstattung mit, die in dieser Kombination in Deutschland selten zu diesem Preis angeboten wird. Entscheidend wird am Ende auch sein, welche Leasing- und Finanzierungskonditionen MG anbieten kann. Gerade dort war die Marke in der Vergangenheit oft stark.

Wie fällt unser erstes Fazit aus?

Der MG IM5 hinterlässt bei der Sitzprobe einen starken ersten Eindruck. Das Design ist elegant, flach und eigenständig genug. Der Innenraum wirkt hochwertig, modern und deutlich erwachsener als viele bisherige MG-Cockpits. Die technischen Daten sind beeindruckend: 100-kWh-Batterie, bis zu 710 km WLTP-Reichweite, bis zu 396 kW DC-Ladeleistung, 800-Volt-Technik, Allradlenkung, Luftfederung, aktive Dämpfer und in der Topversion 751 PS.

Gleichzeitig ist der IM5 kein perfektes Auto auf dem Papier. Matrix-Licht, Head-up-Display, verschiebbare Mittelarmlehne, ausgekleidete Staufächer, zweite induktive Ladeschale und eine Lösung für das Glasdach hätten den Anspruch noch konsequenter abgerundet. Aber genau deshalb bleibt der Fahrtest spannend. Denn statisch kann der MG IM5 viel versprechen. Ob er dieses Versprechen auf der Straße, beim Laden, bei der Geräuschdämmung und im Assistenzsystem-Alltag einlöst, muss die erste Fahrt zeigen.

Stand jetzt ist der MG IM5 aber eines der spannendsten neuen Elektroautos von MG. Nicht, weil er besonders günstig ist. Sondern weil er zeigt, dass MG inzwischen nicht mehr nur über Preis-Leistung kommen möchte, sondern über Technik, Komfort, Ladeleistung und Auftritt. Für die Marke ist das ein wichtiger Schritt nach oben.

Für den Markt ist es ein weiterer Hinweis darauf, dass die elektrische Business-Class deutlich internationaler, schneller und unbequemer für die etablierten Anbieter wird.

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