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MG IM6 Sitzprobe: Premium-SUV mit 800-Volt-Technik, 751 PS und viel Raumgefühl?

MG IM6 Sitzprobe und technische Daten

Paris ist die Stadt der Liebe. Ob man sich dort in ein Elektro-SUV verliebt, entscheidet am Ende nicht nur das Design, sondern auch das Gesamtpaket. Beim neuen MG IM6 wird genau das spannend, denn MG schiebt seine Marke mit diesem Modell sichtbar nach oben. Der IM6 ist kein kleines City-SUV, kein günstiger Einstieg in die Elektromobilität und auch kein klassischer Preisbrecher. Er ist ein fast 4,90 Meter langes Premium-SUV mit 100-kWh-Batterie, 800-Volt-Technik, bis zu 396 kW Ladeleistung, Allradlenkung und auf Wunsch 553 kW, also 751 PS.

Damit tritt MG in einem Segment an, in dem Kunden nicht nur Reichweite und Leistung erwarten, sondern auch Komfort, Materialqualität, Geräuschdämmung, Bedienlogik, Platzangebot und Langstreckentauglichkeit. Genau deshalb ist die erste Sitzprobe so interessant. Denn auf dem Papier liest sich der MG IM6 stark. Statisch zeigt sich bereits, ob MG den Anspruch auch im Innenraum, beim Raumgefühl und bei den Details einlösen kann.

Was ist der MG IM6?

Der MG IM6 ist ein vollelektrisches Premium-SUV mit coupéartiger Dachlinie und fünf Sitzplätzen. Er ist eng mit dem MG IM5 verwandt, tritt aber nicht als Limousine, sondern als großes SUV mit mehr Höhe, mehr Kofferraum und stärkerem Alltagsnutzen an. IM steht für Intelligence in Motion. MG nutzt diese Modellfamilie, um technisch anspruchsvollere Fahrzeuge oberhalb der bekannten MG-Baureihen zu positionieren.

Mit 4.904 mm Länge, 1.988 mm Breite ohne Außenspiegel, 1.669 mm Höhe und einem Radstand von 2.950 mm ist der MG IM6 ein großes Fahrzeug. Der Radstand ist dabei besonders wichtig, denn er beschreibt den Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse. Je länger dieser Wert ausfällt, desto mehr Raum lässt sich in der Regel für die Passagiere schaffen. Beim IM6 merkt man das vor allem in der zweiten Reihe.

Optisch tritt der IM6 selbstbewusst auf. Die Front ist glatt, modern und typisch elektrisch gestaltet. Das Tagfahrlicht zieht sich markant in die Breite, die Voll-LED-Scheinwerfer bieten Fern- und Abblendlicht. Die Silhouette steigt zur B-Säule hin an und fällt nach hinten coupéartig wieder ab. Das sorgt für einen sportlicheren Auftritt als bei einem klassischen Kasten-SUV. Gleichzeitig wirkt der IM6 nicht überzeichnet. Das Design ist modern, aber nicht so wild, dass es in wenigen Jahren schon wieder alt aussehen müsste.

Wie wirkt der MG IM6 von außen?

Der erste Eindruck ist stark. Der IM6 steht breit, flach für ein SUV und elegant auf der Straße. Die rahmenlosen Türen, die bündig integrierten Türgriffe und die durchgehende Lichtsignatur am Heck zahlen auf den hochwertigen Anspruch ein. Gerade das Heck erinnert mit seiner breiten Schulter und der fließenden Linie durchaus an britische Oberklasse-SUVs. Das ist nicht böse gemeint, sondern zeigt eher, dass MG hier bewusst auf eine elegante statt auf eine rustikale SUV-Form setzt.

Beim gezeigten Fahrzeug waren 21-Zoll-Räder montiert. Sie gehören beim Premium AWD zum optionalen Drive Pack und stehen dem Auto gut. 235/45 21″ Reifen! Dazu kommt ein Bremssystem von Continental, das bei den Fahrleistungen auch nötig ist. Ein SUV mit bis zu 751 PS muss nicht nur schnell beschleunigen, sondern auch sauber und reproduzierbar verzögern können. Einen Heckscheibenwischer gibt es nicht.

Das sieht schöner aus, kann im Alltag aber ein Thema werden. Bei vielen coupéartigen SUVs soll die Aerodynamik dafür sorgen, dass Wasser und Schmutz von der Heckscheibe abgetragen werden. Ob das beim MG IM6 funktioniert, muss der Fahrbericht zeigen. Gerade im deutschen Herbst, bei Regen, Gischt und Autobahnverkehr, ist das kein unwichtiges Detail.

Welche technischen Daten bringt der MG IM6 mit?

Der MG IM6 wird in Deutschland zunächst in zwei Varianten angeboten. Der MG IM6 100 kWh Premium kommt mit Heckantrieb, 300 kW, also 407 PS, und einem maximalen Drehmoment von 500 Nm. Er beschleunigt in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h. Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt bei 18,2 kWh auf 100 km, die kombinierte Reichweite beträgt bis zu 625 km.

Darüber steht der MG IM6 100 kWh Premium AWD. AWD steht für All-Wheel Drive, also Allradantrieb. Hier arbeiten zwei Elektromotoren zusammen und liefern 553 kW, also 751 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 802 Nm. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 239 km/h. Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt je nach Ausstattung bei 21,7 bis 23,4 kWh auf 100 km. Die kombinierte Reichweite beträgt bis zu 545 km, mit Drive Pack sind es 505 km.

WLTP steht für Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure. Das ist ein standardisiertes Messverfahren, mit dem Verbrauch und Reichweite verschiedener Fahrzeuge vergleichbarer gemacht werden sollen. Im Alltag hängen Verbrauch und Reichweite aber stark von Temperatur, Geschwindigkeit, Bereifung, Beladung, Topografie und Fahrstil ab. Gerade bei einem großen und sehr leistungsstarken SUV wie dem IM6 wird der Unterschied zwischen gelassener Langstrecke und sportlicher Fahrweise deutlich spürbar sein.

Welche Batterie steckt im MG IM6?

Beide Varianten nutzen eine 100-kWh-Batterie. Nach den zusätzlichen technischen Angaben stehen davon 96,5 kWh netto zur Verfügung. Brutto beschreibt die gesamte verbaute Batteriekapazität, netto den Teil, den das Fahrzeug tatsächlich zum Fahren freigibt. Der restliche Anteil bleibt als Schutzpuffer, damit die Batterie nicht zu tief entladen oder dauerhaft an ihre chemischen Grenzen gebracht wird.

Die große Batterie ist die Grundlage für die Langstreckentauglichkeit des IM6. Beim Hecktriebler werden bis zu 625 km WLTP-Reichweite genannt, beim Allradmodell bis zu 545 km. Mit dem optionalen Drive Pack sinkt die Reichweite des AWD auf 505 km. Das liegt vor allem an den 21-Zoll-Rädern und der geänderten Fahrwerksausstattung. Größere Räder sehen gut aus und können fahrdynamisch Vorteile bringen, kosten aber häufig Reichweite, weil Rollwiderstand, Gewicht und Aerodynamik ungünstiger ausfallen können.

2027 MG IM6 Fotos

Wie schnell lädt der MG IM6?

Einer der wichtigsten Punkte beim MG IM6 ist die 800-Volt-Architektur. Bei einem Elektroauto beschreibt die Systemspannung vereinfacht das elektrische Grundniveau des Hochvoltsystems. Eine höhere Spannung ermöglicht bei gleicher Leistung niedrigere Stromstärken. Das reduziert Wärmeverluste und kann besonders hohe Ladeleistungen ermöglichen.

An AC, also an Wechselstrom, lädt der MG IM6 mit maximal 11 kW. Das ist solide, aber in dieser Fahrzeugklasse nicht überragend. Gerade bei einer 100-kWh-Batterie hätte ein 22-kW-Onboard-Lader gut gepasst, weil sich damit das öffentliche AC-Laden deutlich beschleunigen ließe. Zuhause an der Wallbox reichen 11 kW in vielen Fällen aus, unterwegs an AC-Säulen ist es aber eben nur Mittelmaß.

An DC, also am Schnelllader mit Gleichstrom, sieht das ganz anders aus. Hier nennt MG eine maximale Ladeleistung von bis zu 396 kW. Unter optimalen Bedingungen soll die Batterie an einem 350-kW-Schnelllader in rund 17 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. MG spricht beim IM6 von bis zu 355 km nachgeladener Reichweite in diesem Ladefenster. Das ist ein starker Wert.

Wichtig bleibt aber: Die maximale Ladeleistung ist immer ein Spitzenwert. Entscheidend ist später die Ladekurve. Sie zeigt, wie lange ein Fahrzeug hohe Ladeleistungen wirklich halten kann. Außerdem müssen Batterie-Temperatur, Ladezustand, Ladesäule, Vorkonditionierung und Umgebung passen. Der Fahrbericht und ein echter Ladetest werden hier spannender als jede Zahl aus der Pressemappe.

Wie viel Platz bietet der MG IM6?

Der MG IM6 ist beim Platzangebot eines der überzeugenden Modelle aus dieser neuen MG-Familie. Vorne sitzt man hoch genug für gute Übersicht, aber nicht so thronartig, dass der SUV sportlich völlig entkoppelt wirkt. Die Sitzposition passt, die Rundumsicht wirkt angenehm und das große Glasdach verstärkt das Raumgefühl.

Hinten wird der lange Radstand besonders deutlich. Bei 1,85 Meter Körpergröße bleibt viel Platz für Kopf und Beine. Trotz der coupéartigen Dachlinie ist die Kopffreiheit ordentlich. Beim Einsteigen sollte man den Kopf dennoch etwas einziehen, weil die Dachlinie nach hinten sichtbar abfällt. Im Fond sitzt man aber nicht eingezwängt, sondern entspannt.
Ein wichtiger Unterschied zum IM5: Die Rückbanklehne lässt sich im IM6 in mehreren Stufen einstellen. Das ist im Alltag ein echter Vorteil. Steiler gestellt entsteht mehr Kofferraumvolumen, flacher gestellt wird es im Fond bequemer. Genau solche Details machen aus einem großen Elektro-SUV ein Familien- und Reiseauto.

Auch die Oberschenkelauflage im Fond fällt positiv auf. Die Sitzfläche ist lang genug, um auch größeren Personen Halt zu geben. Die Füße lassen sich ordentlich unter die Vordersitze schieben, was bei der Limousine IM5 nicht ganz so selbstverständlich wirkte. Dazu kommen Lüftungsdüsen hinten, eine Mittelarmlehne mit doppeltem Becherhalter, eine Tablet-Halterung, zwei ISOFIX-Plätze außen und eine insgesamt hochwertige Verkleidung.

Wie praktisch ist der Kofferraum?

Der MG IM6 bietet offiziell 665 Liter Kofferraumvolumen nach VDA. Werden die Rücksitze umgelegt, entstehen bis zu 1.640 Liter. Mit dem optionalen Drive Pack reduziert sich das Volumen leicht auf 646 bis 1.621 Liter. Das liegt vermutlich an der Technik der adaptiven Luftfederung beziehungsweise an der geänderten Package-Situation im Heckbereich.

Der Kofferraum öffnet elektrisch. Der Öffnungsknopf sitzt im Bereich des IM-Logos. Die Heckklappe schwingt groß auf, der Laderaum ist sauber mit Teppich ausgekleidet, dazu gibt es Beleuchtung, Verzurrösen und eine 12-Volt-Steckdose. Besonders erfreulich ist der doppelte Ladeboden. Darunter befindet sich ein großes Fach, in dem ein Weekender, Ladezubehör oder sogar ein kleiner Handgepäckskoffer Platz finden kann. Genau hier punktet der IM6 gegenüber dem IM5 deutlich.

Die Rückbank lässt sich umlegen, allerdings nicht in einer besonders variablen 40:20:40-Aufteilung. Eine Durchreiche für Ski oder lange Gegenstände hätten wir uns gewünscht. Das ist kein riesiger Kritikpunkt, aber bei einem großen Reise-SUV wäre diese Lösung einfach praktischer gewesen.

Vorne unter der Haube gibt es zusätzlich einen Frunk mit 32 Litern Volumen. Frunk ist die Kurzform aus Front und Trunk, also ein vorderer Kofferraum. Beim IM6 ist dieser Bereich ordentlich ausgekleidet und groß genug für Ladeequipment oder eine kleine Tasche. Auch der Wischwasser-Einfüllstutzen ist sauber hinter einer Klappe versteckt. Das wirkt durchdacht und aufgeräumt.

Was darf der MG IM6 ziehen?

Der MG IM6 darf ungebremst 750 kg und gebremst bis zu 1.500 kg ziehen. Das ist für viele Alltagsaufgaben ausreichend. Ein kleiner Baumarktanhänger, ein leichter Wohnanhänger oder ein Anhänger für Garten- und Freizeitbedarf sind damit grundsätzlich möglich. Die Stützlast wurde in den zusätzlichen Angaben mit 75 kg genannt.

Die Stützlast ist wichtig, wenn ein Fahrradträger auf der Anhängerkupplung genutzt wird. 75 kg reichen für viele Kombinationen aus Träger und zwei Fahrrädern, bei schweren E-Bikes muss man aber genau rechnen. Trägergewicht, Fahrradgewicht, Akku und Zubehör zählen zusammen. Gerade bei großen Elektro-SUVs erwartet man manchmal mehr, deshalb wäre hier ein höherer Wert noch alltagstauglicher gewesen.

Die Dachlast lag bei der Sitzprobe noch nicht vor. Für ein SUV wäre dieser Wert interessant, weil Dachboxen, Dachzelte oder Sportträger in dieser Fahrzeugklasse durchaus relevant sein können. Ohne finalen Wert bleibt dieser Punkt offen.

Wie hochwertig ist der Innenraum?

Der Innenraum ist einer der stärksten Punkte des MG IM6. Die Türverkleidungen sind oben und im Griffbereich weich ausgeführt, es gibt Kunstleder, Ziernähte, Ambientebeleuchtung und metallisch wirkende Lautsprecherabdeckungen. Die Materialanmutung passt deutlich besser zum Premium-Anspruch als bei vielen älteren MG-Modellen.

Die Seitenscheiben sind doppelt verglast. Dabei werden zwei Glasscheiben mit einer Folie verbunden. Das verbessert die Geräuschdämmung und kann den Innenraum leiser machen. Zusätzlich gibt es Road Noise Cancellation, kurz RNC. Dieses System funktioniert grundsätzlich ähnlich wie aktive Geräuschunterdrückung bei Kopfhörern. Störende Fahrgeräusche werden erkannt und über das Audiosystem mit Gegenschall reduziert. Wie gut das im IM6 wirklich funktioniert, muss der Fahrtest zeigen.

Nicht perfekt sind die unteren Türfächer. Sie bestehen aus hartem Kunststoff und sind nicht mit Teppich oder Filz ausgekleidet. Dort können Kleinteile später klappern. Das ist kein Drama, aber genau solche Details fallen in einem Fahrzeug auf, das sich selbst in Richtung Premium bewegt. Soft-Close-Türen gibt es ebenfalls nicht. Die Türen schließen aber satt.

Die Türöffnung erfolgt elektromechanisch per Taste. Zusätzlich gibt es eine mechanische Notentriegelung. Das ist wichtig, weil bei elektrischen Türöffnern immer eine Rückfallebene vorhanden sein muss.

Wie ist das Cockpit aufgebaut?

Vorne dominiert das breite 26,3-Zoll-Panoramadisplay. Es liegt hoch unter der Windschutzscheibe und verbindet Fahrerinformationen mit Infotainment. Ein Head-up-Display gab es im gezeigten Fahrzeug nicht. Ein Head-up-Display projiziert wichtige Informationen direkt in die Windschutzscheibe, damit der Blick stärker auf der Straße bleiben kann. MG versucht diesen Punkt durch das hoch positionierte Panoramadisplay abzufangen. Ob das im Alltag wirklich reicht, muss die Fahrt zeigen.

Dazu kommt ein vertikaler Zentralbildschirm in der Mittelkonsole. Darüber werden viele Fahrzeugfunktionen bedient, unter anderem Klima, Sitze, Assistenzsysteme und weitere Einstellungen. Die Software zeigte bei der Sitzprobe eine moderne Kachelstruktur.

Apple CarPlay und Android Auto sind kabellos vorhanden. Auch Apps wie YouTube, Spotify, Amazon Music und TikTok waren sichtbar. Das 360-Grad-Kamerasystem mit dynamischen Führungslinien gehört ebenfalls zur Ausstattung.

Die Lüftungsdüsen werden elektronisch über das Display verstellt. Das sieht modern aus und passt zum reduzierten Innenraum. Im Alltag ist es aber Geschmackssache. Wer während der Fahrt schnell und blind eine Luftdüse anpassen möchte, wird klassische Versteller vermissen. Wer ein sehr cleanes Cockpit mag, wird die Lösung vermutlich mögen.

Das Lenkrad liegt gut in der Hand, besitzt eine Drei-Speichen-Optik und Bedienelemente mit Tasten und Rollrädern. Die Lenksäule lässt sich manuell in Höhe und Abstand verstellen. Links sitzt der Blinker samt Lichtsteuerung, rechts der Fahrstufenwähler. Positiv: MG verbannt nicht alles ins Display, sondern lässt wichtige Fahrfunktionen weiterhin über klassische Hebel erreichbar.

Wie bequem sind die Sitze vorne?

Die Vordersitze machen einen sehr guten Eindruck. Sie sind elektrisch verstellbar, bequem, aber nicht schwammig. Wir würden sie als straff-komfortabel beschreiben. Die Perforierung weist auf Sitzbelüftung hin, die im Fahrzeug vorhanden ist.

Sitzheizung gibt es ebenfalls, dazu eine Lenkradheizung. Besonders positiv ist die ausziehbare Oberschenkelauflage. Für größere Personen ist das ein echter Komfortgewinn, weil die Beine besser unterstützt werden.

Unterhalb des Armaturenträgers gibt es ein großes Ablagefach, das sich gut für eine Tasche eignet. Ein klassisches Handschuhfach konnten wir bei der Sitzprobe allerdings nicht finden. Das ist schon ein merkwürdiger Punkt. Bei aller Digitalisierung und allen offenen Ablageflächen bleibt ein geschlossenes Handschuhfach im Alltag einfach praktisch.

Die Mittelkonsole bietet eine induktive Ladefläche mit Kühlung. Induktives Laden bedeutet, dass das Smartphone kabellos über ein elektromagnetisches Feld geladen wird. Die Kühlung ist sinnvoll, weil Smartphones beim kabellosen Laden warm werden können. Schade ist allerdings, dass es nur eine induktive Ladefläche gibt. In einem großen SUV mit Familien- und Business-Anspruch wären zwei Ladeflächen konsequent gewesen.

Die Mittelarmlehne ist weich gepolstert und im IM6 offenbar verschiebbar. Darunter sitzt ein großes Staufach mit USB-C-Anschlüssen und Lüftung. Dadurch lässt sich das Fach im Sommer als kleines Kühlfach nutzen. Das ist ein pfiffiges Detail, das im Alltag tatsächlich Mehrwert bieten kann.

Wie gut sitzt man hinten?

Im Fond überzeugt der MG IM6 noch stärker als der IM5. Die zweite Reihe bietet viel Beinraum, viel Kniefreiheit und eine bequeme Sitzposition. Die Lehne lässt sich verstellen, was auf langen Strecken sehr angenehm ist. Im entspannten Modus kann man hinten fast schon ein kleines Powernap einlegen, und genau das ist für ein Reise-SUV ein gutes Zeichen.

Die Mittelarmlehne ist weich gepolstert, besitzt zwei Becherhalter und eine Tablet-Halterung. Eine kleine Ablage im Inneren der Armlehne gibt es offenbar nicht. Hinten sind Lüftungsdüsen vorhanden, außerdem mindestens ein USB-C-Anschluss. Zwei USB-C-Anschlüsse wären besser gewesen, denn gerade auf der Rückbank sitzen oft zwei Personen mit zwei Smartphones, Tablets oder Kopfhörern.
Die Türverkleidungen hinten übernehmen weitgehend das Materialkonzept von vorne. Oben gibt es Kunstleder, dazu zweifarbige Elemente, metallische Lautsprecherabdeckungen, Fensterheberbedienung und elektromechanische Türöffnung. Unten bleibt es wieder bei hartem Kunststoff ohne Filz oder Teppich. Das ist ein wiederkehrender Kritikpunkt, aber im Gesamtbild wirkt der Fond trotzdem hochwertig.

Welche Assistenzsysteme bringt der MG IM6 mit?

MG nennt für den IM6 das Fahrassistenzsystem IM AD. Dazu kommen 360-Grad-Kamera, dynamische Führungslinien, One-Touch iAD-Parkassistent und der Rainy Night Mode. ADAS steht allgemein für Advanced Driver Assistance Systems, also fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme. Dazu zählen je nach Auslegung Spurhalteassistent, Lenkassistent, Abstandsregeltempomat, Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent und weitere Funktionen.
One-Touch iAD soll beim Ein- und Ausparken auf Knopfdruck helfen. Der Rainy Night Mode soll bei Dunkelheit und schlechtem Wetter die Wahrnehmung von Fahrbahn, Markierungen und anderen Verkehrsteilnehmern verbessern. Das klingt spannend, aber solche Systeme müssen wir immer auf der Straße bewerten. Bei der Sitzprobe lässt sich nur feststellen, dass die Technik an Bord ist. Wie sauber sie arbeitet, wie früh sie warnt, wie natürlich sie lenkt und wie gut sie deutsche Verkehrssituationen erkennt, zeigt erst der Fahrtest.

MG IM6 Review (Sitzprobe) als Video

Was kann das Fahrwerk?

Serienmäßig bekommt der MG IM6 eine Allradlenkung. Dabei lenken die Hinterräder mit. Bei niedrigen Geschwindigkeiten können sie entgegengesetzt zu den Vorderrädern einschlagen. Dadurch wird der Wendekreis kleiner, was beim Rangieren und Parken hilft. Bei höheren Geschwindigkeiten können die Hinterräder in die gleiche Richtung lenken, was Spurwechsel stabiler und souveräner machen kann.

Das optionale Drive Pack gibt es nur für den Premium AWD. Es kostet 2.000 Euro und bringt 21-Zoll-Räder sowie eine adaptive Luftfederung. Eine Luftfederung nutzt Luftbälge statt klassischer Stahlfedern. Damit kann das Fahrzeug je nach Situation komfortabler federn, das Niveau anpassen und gleichzeitig präzisere Fahreigenschaften bieten. Adaptiv bedeutet, dass sich die Abstimmung an Fahrzustand, Fahrmodus und Straße anpassen kann.

Das Drive Pack klingt für den Allrad-IM6 verlockend, hat aber einen messbaren Nachteil. Die Reichweite sinkt von bis zu 545 km auf 505 km, der Verbrauch steigt von 21,7 auf 23,4 kWh auf 100 km. Wer Wert auf maximale Reichweite legt, sollte das bedenken. Wer Optik, Komfort und Fahrdynamik priorisiert, wird das Drive Pack trotzdem interessant finden.

Welche Ausstattung ist serienmäßig?

Die Serienausstattung fällt umfangreich aus. Dazu zählen Allradlenkung, Fahrassistenzsystem IM AD, Audio-System mit 20 Lautsprechern, Voll-LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, elektrisch verstellbare Sitze für Fahrer und Beifahrer, 2-Zonen-Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang, Panorama-Glasdach, Vehicle-to-Load-Funktion, 26,3-Zoll-Instrumenten- und Infotainmentdisplay, elektrische und smarte Heckklappe, One-Touch iAD-Parkassistent, MG iSMART, 360-Grad-Kamera mit dynamischen Führungslinien und Road Noise Cancellation.

Vehicle-to-Load, kurz V2L, bedeutet, dass das Auto Strom aus der Hochvoltbatterie nach außen abgeben kann. Damit lassen sich zum Beispiel elektrische Geräte betreiben. Für Camping, Videodrehs, mobile Arbeit oder Freizeit kann das sehr praktisch sein.

Das Panorama-Glasdach sorgt für ein sehr offenes Raumgefühl. Es besitzt aber offenbar keine klassische Verdunkelung. Gerade bei starker Sonne und hohen Temperaturen wird spannend, wie gut die Beschichtung arbeitet. Es gibt Glasdächer, die Hitze erstaunlich gut abhalten. Es gibt aber auch Glasdächer, die den Innenraum im Sommer spürbar aufheizen. Das werden wir im Fahrbericht prüfen müssen.

Was kostet der MG IM6?

Der MG IM6 100 kWh Premium mit Heckantrieb startet in Deutschland bei 56.990 Euro. Der MG IM6 100 kWh Premium AWD mit Allradantrieb, 553 kW und 802 Nm Drehmoment kostet ab 60.990 Euro. Die Preise verstehen sich als unverbindliche Preisempfehlung inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Transportkosten.

Die Optionsliste ist kurz. Eine Metallic-Lackierung kostet 790 Euro. Die helle Innenausstattung kostet 650 Euro und ist für beide Varianten verfügbar. Nur für den Premium AWD gibt es zusätzlich das Drive Pack mit 21-Zoll-Rädern und adaptiver Luftfederung für 2.000 Euro.

Damit bleibt MG seiner Strategie treu: viel Ausstattung ab Werk, wenige Sonderausstattungen, überschaubare Preissprünge. Ein Schnäppchen im klassischen Sinne ist der IM6 nicht. Aber gemessen an Leistung, Batteriegröße, Ladeleistung, Ausstattung und Fahrzeugformat wirkt das Preis-Leistungs-Verhältnis interessant. Entscheidend werden am Ende auch die Leasing- und Finanzierungskonditionen sein. Wenn MG hier ähnlich attraktiv auftritt wie in der Vergangenheit beim MG4, könnte der IM6 für viele deutlich spannender werden.

Was gibt es zu kritisieren?

Der MG IM6 macht bei der Sitzprobe vieles richtig, aber nicht alles perfekt. Der 11-kW-AC-Lader ist bei einer 100-kWh-Batterie eher Durchschnitt. Ein 22-kW-Lader hätte dem Langstrecken- und Premium-Anspruch besser gestanden. Ein Head-up-Display fehlt im gezeigten Fahrzeug. Das hohe Panoramadisplay kann diesen Punkt vielleicht teilweise ersetzen, aber das muss im Alltag erst bewiesen werden.
Das große Glasdach ohne sichtbare Verdunkelung bleibt ein Fragezeichen. Die unteren Türfächer sind nicht ausgekleidet. Das kann später klappern. Ein klassisches Handschuhfach konnten wir nicht finden. Hinten wäre ein zweiter USB-C-Anschluss schön gewesen. Im Kofferraum fehlt eine 40:20:40-Aufteilung oder wenigstens eine Durchreiche für lange Gegenstände.
Auch die fehlende Heckscheibenwischer-Lösung müssen wir im Alltag beobachten.

Sie sieht sauber aus, kann aber bei Regen, Schmutz und Winterwetter nerven, wenn die Aerodynamik den Job nicht zuverlässig übernimmt.

Wie fällt also unser erstes Fazit aus?

Der MG IM6 ist nach der ersten Sitzprobe eines der spannendsten neuen MG-Modelle. Er wirkt außen modern, elegant und selbstbewusst. Innen geht MG sichtbar neue Wege. Das Cockpit ist reduziert, die Displays sind groß, die Materialanmutung ist für diese Preis- und Fahrzeugklasse sehr ordentlich und das Raumangebot überzeugt besonders in der zweiten Reihe.

Technisch bringt der IM6 starke Zutaten mit: 100-kWh-Batterie, 800-Volt-Architektur, bis zu 396 kW DC-Ladeleistung, bis zu 625 km Reichweite, Allradlenkung, bis zu 751 PS und auf Wunsch adaptive Luftfederung. Dazu kommen ein großer Kofferraum, ein brauchbarer Frunk, 1,5 Tonnen Anhängelast und eine umfangreiche Serienausstattung.

Der IM6 ist kein perfektes Auto, aber er ist ein sehr ernstzunehmendes Elektro-SUV. Genau das macht ihn interessant. MG kommt hier nicht nur über den Preis, sondern über Technik, Raum, Leistung und Ausstattung. Ob daraus ein echter Treffer wird, entscheidet der Fahrbericht. Denn erst dann wissen wir, wie gut Fahrwerk, Assistenzsysteme, Geräuschdämmung, Verbrauch und Ladeleistung wirklich funktionieren.

Statisch betrachtet hinterlässt der MG IM6 aber einen starken Eindruck. Wenn MG jetzt noch attraktive Leasing- und Finanzierungskonditionen nachlegt, könnte dieses große Elektro-SUV deutlich häufiger im Straßenbild auftauchen, als es manchen etablierten Wettbewerbern lieb sein dürfte.

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