Mit dem ORA 5 bringt Great Wall Motor eine komplett neue Modellfamilie nach Deutschland und setzt dabei auf einen Ansatz, der im aktuellen Markt durchaus auffällt: maximale Vielfalt statt klarer Festlegung auf einen einzigen Antrieb. Unter dem Motto „All scenarios – All powertrains“ kombiniert der Hersteller Elektro-, Hybrid- und klassische Verbrennertechnik in einer Baureihe, die zunächst als Kompakt-SUV startet und später um weitere Karosserievarianten ergänzt wird.
Der Verkaufsstart des ORA 5 SUV ist für den Sommer 2026 geplant. Kurz darauf sollen auch eine Hatchback- sowie eine Kombi-Version folgen, womit GWM gezielt unterschiedliche Nutzungsszenarien abdecken will.
Was steckt hinter dem GWM ORA 5?
Mit einer Länge von rund 4,47 Metern positioniert sich der ORA 5 mitten im hart umkämpften C-SUV-Segment. Genau dort also, wo sich in Europa aktuell das größte Volumen abspielt. Der Anspruch ist entsprechend hoch: emotionales Design, moderne Technik, hoher Komfort und gleichzeitig eine möglichst breite Zielgruppe.
Die Plattform ist dabei von Anfang an auf verschiedene Antriebsarten ausgelegt. Frontantrieb ist serienmäßig gesetzt, egal ob Benziner, Hybrid oder Elektroversion. Gleichzeitig wurde das Fahrzeug laut Hersteller speziell für Europa abgestimmt, mit Fokus auf Fahrkomfort, Geräuschdämmung und ein insgesamt ruhiges, hochwertiges Fahrgefühl.
Welche Antriebe stehen zur Wahl?
Spannend wird es beim Blick unter das Blech. Der ORA 5 kommt direkt mit drei grundlegend unterschiedlichen Konzepten auf den Markt.
Die vollelektrische Variante nutzt einen Permanentmagnet-Synchronmotor mit 150 kW beziehungsweise 204 PS und kombiniert diesen mit einer 58,3-kWh-Batterie. Daraus ergibt sich eine WLTP-Reichweite von bis zu 435 Kilometern, innerorts sollen sogar bis zu 603 Kilometer möglich sein. Der kombinierte Stromverbrauch liegt bei 15,5 kWh pro 100 Kilometer. Geladen wird mit bis zu 11 kW AC sowie maximal 120 kW DC, wobei der Bereich von 10 auf 80 Prozent in rund 30 Minuten erreicht werden soll .
Die Hybridversion kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit einem Elektromotor zu einer Systemleistung von 164 kW beziehungsweise 223 PS. Besonders auffällig ist das Drehmoment von 476 Newtonmetern, das in dieser Klasse durchaus eine Ansage ist. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 7,7 Sekunden, während der Verbrauch laut WLTP bei 5,1 Litern liegt . Technisch setzt GWM hier auf ein zweistufiges Hybridgetriebe mit mehreren Betriebsmodi, das je nach Fahrsituation zwischen elektrischem und klassischem Antrieb wechselt.
Als dritte Option gibt es einen klassischen 1,5-Liter-Turbobenziner mit 160 PS und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Diese Variante beschleunigt in 9,3 Sekunden auf Tempo 100 und verbraucht kombiniert 6,9 Liter auf 100 Kilometer .
ORA 5 SUV Fotos




Wie fährt sich der ORA 5 im Alltag?
Zumindest auf dem Papier setzt GWM stark auf Komfort. Eine McPherson-Vorderachse kombiniert mit einer Mehrlenker-Hinterachse soll ein ausgewogenes Fahrverhalten liefern. Dazu kommen gezielte Maßnahmen zur Geräuschreduzierung, eine aerodynamisch optimierte Karosserie und eine mehrschichtige Dämmung, die Wind- und Abrollgeräusche minimieren soll.
Interessant ist auch der Blick auf die Alltagstauglichkeit. Der ORA 5 bietet fünf Sitzplätze, ein Kofferraumvolumen von bis zu 1.120 Litern und eine Anhängelast von bis zu 1.200 Kilogramm beim Verbrenner. Die elektrischen und hybriden Varianten liegen hier mit jeweils 750 Kilogramm etwas darunter .
Mit einem Wendekreis von rund 10,9 Metern bleibt das SUV trotz seiner Größe halbwegs stadttauglich, während 175 Millimeter Bodenfreiheit zumindest gelegentliche Ausflüge abseits befestigter Straßen ermöglichen.
Wie digital ist der Innenraum?
Im Innenraum setzt GWM auf das eigene Betriebssystem Coffee OS, das stark an die Bedienlogik moderner Smartphones angelehnt ist. Große Displays, schnelle Reaktionszeiten und eine klare Benutzerführung sollen den Einstieg erleichtern. Gleichzeitig wird viel Wert auf ein angenehmes Ambiente gelegt, das über Lichtstimmungen und Materialauswahl gezielt eine wohnliche Atmosphäre schaffen soll.
Das Assistenzsystem Coffee Pilot Ultra bringt laut Hersteller insgesamt 23 Funktionen mit, die von klassischen Sicherheitsfeatures bis hin zu erweiterten Fahrassistenzsystemen reichen. Ziel ist es, ein möglichst umfangreich ausgestattetes Fahrzeug bereits ab den Einstiegsversionen anzubieten.
Welche Rolle spielt der ORA 5 für GWM in Europa?
Der ORA 5 ist mehr als nur ein weiteres Modell im Portfolio. Er markiert den Start einer neuen Modellfamilie und gleichzeitig einen wichtigen Schritt für GWM in Europa. Mit Entwicklungsstandorten wie dem Designstudio in München und einer regionalen Zentrale in den Niederlanden will der Hersteller seine Präsenz langfristig ausbauen.
Die Strategie dahinter ist klar: möglichst viele Kundenbedürfnisse mit einer Plattform abdecken. Ob vollelektrisch, hybrid oder klassisch angetrieben, ob SUV, Hatchback oder Kombi, der ORA 5 soll genau diese Bandbreite liefern.
Bringen wir es auf den Punkt?
Der Ansatz ist mutig. Während viele Hersteller ihre Strategien zunehmend auf Elektromobilität fokussieren, geht GWM bewusst den Weg der maximalen Auswahl. Das kann ein Vorteil sein, weil Kunden sich nicht festlegen müssen. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass der ORA 5 in jedem einzelnen Antriebssegment gegen etablierte Konkurrenz antreten muss. Gerade im C-SUV-Bereich entscheidet am Ende nicht nur die Technik, sondern vor allem das Gesamtpaket aus Preis, Qualität, Markenvertrauen und Alltagstauglichkeit. Genau hier wird sich zeigen müssen, ob der ORA 5 mehr ist als nur ein interessantes Konzept auf dem Papier.





















