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Peugeot Polygon Concept: Zukunft zum Anfassen oder nur die nächste Konzept-Spielerei?

Peugeot Polygon Concept Sitzprobe

Konzeptfahrzeuge sind eine feine Sache. Sie stehen auf Automessen, drehen sich dekorativ auf beleuchteten Plattformen und werden von Designern mit Formulierungen beschrieben, bei denen selbst ein Marketing-Bingo irgendwann die weiße Fahne schwenkt. Anschließend verschwinden sie häufig in einer Sammlung, während vom großen Zukunftsversprechen im Serienmodell bestenfalls noch eine Ziernaht übrig bleibt.

Beim Peugeot Polygon Concept liegt der Fall etwas anders. Das Fahrzeug sieht zwar aus, als wäre es direkt aus einem Computerspiel auf eine Kartbahn in Frankfurt gebeamt worden, doch unter der auffälligen Hülle steckt Technik, die bereits ab 2027 in einem Serienfahrzeug der Marke eingesetzt werden soll.

Vor allem das ungewöhnliche Hypersquare-Lenkelement in Verbindung mit einer Steer-by-Wire-Lenkung ist wesentlich mehr als eine Designübung. Wir haben uns das Polygon Concept aus der Nähe angesehen und konnten die neue Lenkung zusätzlich in einem fahrfähigen Erprobungsträger ausprobieren.

Ist das Polygon Concept überhaupt ein richtiges Auto?

Das Peugeot Polygon Concept ist kein klassisches Standmodell, das lediglich gut aussehen muss und beim ersten Schlagloch vermutlich sämtliche Anbauteile verlieren würde. Peugeot bezeichnet das Fahrzeug als voll funktionsfähigen, dynamischen Prototypen.

Selbst fahren durften wir das Polygon Concept allerdings nicht. Die praktische Erprobung des neuen Lenksystems fand in einem umgebauten Peugeot 2008 statt, dessen Innenraum mit dem Hypersquare-Lenkelement und der dazugehörigen Steer-by-Wire-Technik ausgerüstet war.

Beim Polygon geht es ohnehin weniger um konkrete Fahrleistungen als um die Frage, wie Peugeot seine Fahrzeuge künftig lenken, bedienen und individualisieren möchte. Und genau deshalb fehlen einige technische Angaben, die bei einem Elektroauto normalerweise besonders interessieren würden.

Peugeot nennt weder die Batteriekapazität noch die Reichweite, die Ladeleistung oder die Antriebsleistung. Auch zur Spannungsebene und zu möglichen Ladezeiten gibt es keine Informationen. Selbst die Frage, ob der Prototyp über Front-, Heck- oder Allradantrieb verfügt, bleibt unbeantwortet.

Das Polygon Concept ist somit kein Vorserienmodell eines konkreten Fahrzeugs, sondern ein rollender Werkzeugkasten für kommende Peugeot-Generationen.

Peugeot Polygon Sitzprobe

Wie futuristisch darf ein Peugeot aussehen?

Optisch lässt Peugeot wenig Zweifel daran, dass es sich um ein Konzeptfahrzeug handelt. Die Front ist rund und vergleichsweise weich modelliert, wirkt durch die zahlreichen Micro-LED-Elemente aber trotzdem ausgesprochen technisch.

Air Curtains sollen die Luft gezielt an den Radhäusern vorbeiführen. Solche Luftkanäle reduzieren Verwirbelungen, die an den rotierenden Rädern entstehen. Das verbessert die Aerodynamik und kann damit den Energieverbrauch senken.

Die Micro-LED-Technik übernimmt nicht nur eine klassische Beleuchtungsfunktion. Durch die Vielzahl einzelner Lichtpunkte lassen sich unterschiedliche Grafiken, Signaturen und Animationen darstellen. Dadurch könnte das Fahrzeug seine Lichtgrafik theoretisch an verschiedene Fahrsituationen, Fahrmodi oder sogar persönliche Vorlieben anpassen.

In einem Serienfahrzeug dürfte die Umsetzung deutlich zurückhaltender ausfallen. Dennoch zeigt das Polygon, wie flexibel Fahrzeugbeleuchtung künftig werden könnte. Ein Rücklicht müsste dann nicht mehr ausschließlich eine fest definierte Grafik besitzen, sondern könnte unterschiedliche Darstellungen erzeugen.

Auch das beleuchtete und in die Tür projizierte Peugeot-Löwenlogo fällt in die Kategorie der Dinge, die niemand zwingend braucht, die aber trotzdem ziemlich gut aussehen.

Peugeot Polygon Fotos

Erinnert das Heck wirklich an den Peugeot 205?

Während die Front stark von runden Formen geprägt ist, wird das Polygon Concept am Heck deutlich kantiger. Peugeot versteht diese Gestaltung als Hommage an den Peugeot 205. Wer den 205 noch kennt, gehört deshalb übrigens nicht automatisch zum automobilen Altmetall. Einige von uns sind das Modell schließlich erst vor Kurzem wieder gefahren.

Die kantige Heckpartie besitzt ebenfalls eine variable Micro-LED-Lichtsignatur. Darüber sitzt ein ausgeprägter Dachkantenspoiler, durch dessen Mitte die Luft hindurchgeführt wird. In das Bauteil sind zusätzliche Leuchtelemente und die dritte Bremsleuchte integriert.

Im unteren Bereich schließt ein großer Diffusor die Karosserie ab. Ob dieser tatsächlich aerodynamische Wunder vollbringt oder hauptsächlich dem Auftritt dient, lässt sich ohne belastbare Luftwiderstands- und Abtriebswerte nicht beurteilen. Eindruck hinterlässt das Heck trotzdem.

Was bedeutet Polygon?

Polygon bedeutet auf Deutsch Vieleck. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: poly = viel oder mehrere und gōnía = Ecke oder Winkel! Ein Dreieck, Viereck oder Fünfeck ist also jeweils ein Polygon. Im Fall des Peugeot Polygon Concept ist der Name vermutlich mehrfach gemeint: Das Fahrzeug besitzt zahlreiche geometrische Formen und kantige Details. Gleichzeitig soll es viele unterschiedliche Seiten beziehungsweise Ausprägungen haben, etwa als Urban-, Sport- oder Offroad-Version. Sinngemäß könnte Peugeot mit „Polygon“ also ein vielseitiges, wandelbares und geometrisch geprägtes Fahrzeugkonzept meinen. Das passt auch zur Individualisierung mit austauschbaren Innenraumteilen, unterschiedlichen Farben und variablen Lichtsignaturen.

Warum fährt der Ladeanschluss aus der Karosserie?

Eines der pfiffigsten Details befindet sich an der C-Säule. Dort zeigt ein kleines Micro-LED-Display den Ladezustand der Batterie an. Im gezeigten Fahrzeug waren beispielsweise 95 Prozent State of Charge ablesbar. State of Charge, kurz SoC, bezeichnet den aktuellen Ladezustand des Akkus in Prozent. Eine von außen sichtbare Anzeige kann praktisch sein, weil sich der Ladestatus kontrollieren lässt, ohne das Fahrzeug zu öffnen oder eine App aufzurufen.

Noch interessanter ist der eigentliche Ladeanschluss. Statt hinter einer klassischen Ladeklappe zu sitzen, fährt er elektrisch aus der Karosserie heraus. Nach dem Ladevorgang verschwindet er wieder vollständig.
Das sieht sauber aus und vermeidet eine vergleichsweise große Klappe in der Seitenwand. Für die Serie müsste das System allerdings dauerhaft gegen Schmutz, Wasser, Eis und mechanische Belastungen geschützt werden. Ein elektrischer Ausfahrmechanismus klingt auf einem beleuchteten Messestand schließlich deutlich problemloser als nach einem salzigen Winter auf einer deutschen Autobahnraststätte.

Trotzdem gehört diese Lösung zu den Konzeptdetails, die wir gerne in einem serienreifen Fahrzeug sehen würden.

Was kann der intelligente Reifen?

Bei Rädern und Reifen arbeitet Peugeot mit Goodyear zusammen. Die eigens entwickelten Reifen besitzen lasergravierte und farblich gestaltete Seitenwandelemente. Dadurch können unterschiedliche optische Konfigurationen entstehen. Entscheidender ist jedoch die integrierte Goodyear-SightLine-Technik. Sie soll Informationen über den Zustand der Reifen und über die Fahrbahn erfassen und in Echtzeit an das Fahrzeug übermitteln.

Das System kann unter anderem dabei helfen, den Reifenverschleiß zu überwachen. Perspektivisch könnten solche Reifen auch Veränderungen bei Haftung, Temperatur oder Straßenbeschaffenheit erkennen. Die gewonnenen Daten lassen sich anschließend in der Fahrzeugsteuerung und bei Assistenzsystemen berücksichtigen.

Ein Auto würde damit nicht mehr ausschließlich wissen, welchen Reifendruck ein Sensor meldet. Es könnte wesentlich genauer einschätzen, in welchem Zustand sich der Reifen befindet und wie viel Haftung aktuell zur Verfügung steht.

Das ist weniger spektakulär als eine Flügeltür, könnte für Sicherheit und Effizienz aber deutlich wichtiger sein.

Was ist Steer-by-Wire?

Das Herzstück des Polygon Concept ist das Hypersquare-Lenkelement in Verbindung mit Steer-by-Wire.
Bei einer herkömmlichen Lenkung besteht eine mechanische Verbindung zwischen dem Lenkrad und dem Lenkgetriebe an der Vorderachse. Drehen wir am Lenkrad, wird diese Bewegung über die Lenksäule direkt an die Räder übertragen.

Bei Steer-by-Wire entfällt diese mechanische Verbindung. Sensoren erfassen die Bewegung des Lenkelements und senden den Lenkbefehl elektronisch an Stellmotoren, welche die Vorderräder bewegen.

Das Prinzip ist grundsätzlich aus der Luftfahrt bekannt. Für den Einsatz im Automobil muss das System mehrfach abgesichert sein. Schließlich darf ein Fehler in der Elektronik nicht dazu führen, dass der Fahrer die Kontrolle über die Fahrtrichtung verliert.

Der große Vorteil liegt in der variablen Lenkübersetzung. Das Fahrzeug kann abhängig von der Geschwindigkeit entscheiden, wie stark sich die Räder bei einer bestimmten Bewegung des Lenkelements einschlagen.

Reichen tatsächlich 170 Grad Lenkeinschlag?

Nach Angaben von Peugeot genügen bei niedrigen Geschwindigkeiten 170 Grad Lenkwinkel pro Richtung, um den maximalen Radeinschlag zu erreichen. Von der Mittelstellung aus wird das Hypersquare also weniger als eine halbe Umdrehung nach links oder rechts bewegt. Insgesamt ist nicht einmal eine volle Drehung erforderlich.

Bei einer klassischen Lenkung sind von Anschlag zu Anschlag häufig etwa drei Lenkradumdrehungen notwendig. Beim Rangieren, Einparken oder Wenden entfällt mit dem Peugeot-System deshalb das bekannte Umgreifen und Kurbeln.

Bei höheren Geschwindigkeiten wird die Übersetzung weniger direkt. Kleine, versehentliche Bewegungen sollen dann nicht zu einem nervösen Fahrverhalten führen. Gleichzeitig sollen geringe Lenkbewegungen für präzise Richtungskorrekturen ausreichen.

Das System kann außerdem unerwünschte Stöße und Vibrationen aus der Lenkung herausfiltern. Relevante Rückmeldungen von der Fahrbahn sollen künstlich erzeugt und über das Lenkelement an den Fahrer weitergegeben werden.

Wie natürlich sich dieses Feedback bei höheren Geschwindigkeiten anfühlt, konnten wir auf der Kartbahn noch nicht beurteilen. Dort waren lediglich maximal 10 km/h erlaubt.

Ist das Hypersquare wirklich besser als ein Lenkrad?

Optisch erinnert das Hypersquare eher an einen überdimensionierten Spielecontroller als an ein klassisches Lenkrad. An seinen vier Ecken befinden sich runde Bedienfelder, die Peugeot als Pods bezeichnet.
Über diese Elemente sollen wichtige Fahrzeugfunktionen mit den Fingerspitzen bedient werden können, ohne die Hände vom Lenkelement zu nehmen. Selbst der Blinker lässt sich darüber aktivieren.

In der Praxis erforderte die ungewohnte Form überraschend wenig Eingewöhnung. Gerade auf der engen Kartbahn ließ sich der große Peugeot 2008 mit kleinen Bewegungen durch die Kurven dirigieren.
Der volle Lenkeinschlag stand sehr schnell zur Verfügung. Beim Wenden und Rückwärtsrangieren musste nicht umgegriffen werden. Was auf den ersten Blick nach einem weiteren Design-Gag aussieht, besitzt damit einen nachvollziehbaren funktionalen Vorteil.

Natürlich war die kurze Fahrt bei niedriger Geschwindigkeit kein vollständiger Fahrtest. Offen bleibt unter anderem, wie präzise das System auf der Autobahn arbeitet, wie gut die Rückmeldung auf schlechten Straßen gelingt und wie harmonisch sich der Übergang zwischen unterschiedlichen Lenkübersetzungen anfühlt.
Der erste Eindruck war dennoch eindeutig: Das System funktioniert intuitiver, als seine ungewöhnliche Form vermuten lässt.

Verschwindet jetzt das komplette Armaturenbrett?

Das Polygon Concept besitzt keine klassischen Instrumente und auch keinen zentralen Infotainment-Bildschirm. Stattdessen wird die Windschutzscheibe zur Projektionsfläche.

Hinter dem Hypersquare sitzt ein Micro-LED-Panel, das die Fahrinformationen auf die Scheibe projiziert. Peugeot nennt eine Projektionsfläche von 24 Zentimetern Breite und 74 Zentimetern Höhe. Die sichtbare Darstellung soll ungefähr einem 31 Zoll großen Bildschirm entsprechen.

Die Informationen befinden sich direkt im Sichtfeld. Dadurch müsste der Blick weniger weit von der Straße abgewendet werden. Im Idealfall kann eine solche Lösung die Ablenkung reduzieren. Das funktioniert allerdings nur, wenn Peugeot die Informationsmenge sinnvoll begrenzt. Eine 31 Zoll große Projektion ist schließlich nicht automatisch übersichtlicher. Wird die Windschutzscheibe mit Symbolen, Animationen und Untermenüs tapeziert, entsteht aus dem Sicherheitsgewinn schnell ein fahrendes Videospiel.

Im Stand sind die Micro-LEDs auch von außen sichtbar und können Animationen darstellen. Zusätzlich lässt sich die Farbe der Innen- und Außenbeleuchtung über einen Drehregler mit integriertem LED-Display verändern. Auf diesem kleinen Display können beispielsweise die Uhrzeit oder die Außentemperatur erscheinen.

Was verändern die Fahrmodi?

Peugeot nennt für das Polygon Concept drei Fahrmodi: Cruise, Fun und Hyper. Je nach ausgewähltem Modus verändern sich die grafische Darstellung, die Lichtstimmung im Innenraum und die äußere Lichtsignatur. Vermutlich könnten bei einer späteren Serienumsetzung auch Lenkung, Antrieb und Fahrwerksabstimmung angepasst werden. Dazu macht Peugeot beim Polygon Concept allerdings keine konkreten Angaben.
Cruise dürfte für entspanntes und effizientes Fahren stehen. Fun klingt nach einer dynamischeren Abstimmung, während Hyper vermutlich sämtliche Animationen und Reaktionen des Fahrzeugs auf maximale Aufmerksamkeit schaltet.

Ob ein Auto seine Stimmung unbedingt über die komplette Außenbeleuchtung mitteilen muss, lässt sich diskutieren. Technisch zeigt Peugeot damit jedoch, wie eng Bedienung, Lichtdesign und Fahrzeugsysteme künftig miteinander verknüpft werden können.

Wie nachhaltig ist der Innenraum?

Im Innenraum setzt Peugeot stark auf austauschbare und teilweise im 3D-Druckverfahren hergestellte Bauteile. Verwendet werden unter anderem Komponenten aus recyceltem PET, häufig als rPET bezeichnet.
Die vier Sitzplätze bestehen aus festen Sitzschalen, die mit weichen, farbigen Polsterelementen kombiniert werden. Diese Einsätze lassen sich herausnehmen und austauschen. Vorgesehen sind unter anderem rote, gelbe, grüne und blaue Varianten.

Auch die Umrandung des Hypersquare-Lenkelements kann ausgewechselt werden. Das Lenkelement selbst lässt sich ähnlich wie bei einem Rennwagen abnehmen. Peugeot zeigt das Konzept in unterschiedlichen Ausprägungen. Neben einer urbanen Variante existieren sportlichere und geländebetonte Interpretationen mit angepassten Farben, Reifen und Sitzen.

Die Idee dahinter ist nachvollziehbar. Statt bei einem beschädigten oder verschlissenen Bauteil einen kompletten Sitz auszutauschen, könnte lediglich das betroffene Element ersetzt werden. Gleichzeitig lässt sich der Innenraum später optisch verändern.

Ob Kunden solche Komponenten tatsächlich regelmäßig wechseln oder ob nach einigen Jahren nur noch ein gelber Sitzbezug im Ersatzteilregal liegt, wird allerdings erst die Praxis zeigen.

Kann man mit vier Personen im Polygon sitzen?

Der Innenraum ist für vier Personen ausgelegt. Durch die beiden sehr großen, elektrisch öffnenden Flügeltüren und die fehlende B-Säule entsteht ein ungewöhnlich freier Zugang. Eine B-Säule ist die senkrechte Karosseriestruktur zwischen Vorder- und Hintertür. Sie trägt bei Serienfahrzeugen wesentlich zur Stabilität und zum Seitenaufprallschutz bei. Ihr Wegfall macht den Einstieg spektakulärer, erhöht aber den konstruktiven Aufwand erheblich.

Dass Peugeot diese Lösung unverändert in ein bezahlbares Kompaktfahrzeug übernimmt, halten wir für ausgesprochen unwahrscheinlich. Die Sitze selbst überraschen mit einem weichen und bequemen Material. Die flache Sitzposition erinnert an ein Sport- oder Rennfahrzeug. Zusätzliche Schlaufen und Ringe dienen dazu, kleinere Gegenstände oder Kopfhörer zu befestigen. Der Platz im Fond hängt stark von der Position der Vordersitze ab. Sitzt vorne eine 1,85 Meter große Person, bleibt dahinter zunächst wenig Beinfreiheit. Da sich die Sitze elektrisch verschieben lassen, kann der Innenraum aber zwischen den Passagieren aufgeteilt werden.

Polygon Concept von Peugeot

Kommt diese Technik wirklich in den nächsten Peugeot 208?

Peugeot stellt in Aussicht, die Kombination aus Hypersquare und Steer-by-Wire ab 2027 in einem Serienfahrzeug einzusetzen. Als wahrscheinlicher Kandidat gilt die nächste Generation des Peugeot 208.
Der von uns gefahrene Peugeot 2008 war lediglich ein Erprobungsträger. Armaturenbrett, Bedienelemente und Verkleidungen entsprachen deshalb noch nicht dem späteren Serienstand. Peugeot dürfte die neue Technik außerdem nicht schlagartig in jedem Modell einführen. Klassisch gelenkte Fahrzeuge werden zunächst weiterhin angeboten. Kunden müssten damit nicht sofort auf ein rechteckiges Lenkelement umsteigen, nur weil in Frankreich jemand entschieden hat, dass runde Lenkräder jetzt offiziell zum alten Eisen gehören.

Der Parallelbetrieb wäre ohnehin sinnvoll. Steer-by-Wire muss Vertrauen aufbauen. Viele Autofahrer verbinden die mechanische Lenksäule mit einem Gefühl von Kontrolle und Zuverlässigkeit. Dieses Vertrauen lässt sich nicht allein mit einer hübschen Animation auf der Windschutzscheibe ersetzen.

Was wird vom Polygon Concept wirklich in Serie gehen?

Die beiden XXL-Flügeltüren werden sehr wahrscheinlich ebenso verschwinden wie die vollständig fehlende B-Säule. Auch der elektrisch ausfahrende Ladeanschluss dürfte es schwer haben, wenn Kosten, Wintertauglichkeit und Dauerhaltbarkeit ins Spiel kommen.

Realistischer sind dagegen die variable Micro-LED-Beleuchtung, individualisierbare Innenraumteile, weiterentwickelte Reifenüberwachung und einzelne Elemente der großen Windschutzscheibenprojektion.
Am sichersten ist jedoch der Einsatz von Steer-by-Wire in Verbindung mit dem Hypersquare. Peugeot hat dafür nicht nur ein statisches Showmodell gebaut, sondern bereits fahrfähige Erprobungsträger entwickelt. Die Technik ist weit genug fortgeschritten, um auf einer engen Kartbahn einen seriennahen Eindruck zu vermitteln. Genau das unterscheidet das Polygon Concept von vielen anderen Zukunftsstudien.

Ist das Peugeot Polygon Concept also mehr als eine Show?

Ja, auch wenn sich Peugeot bei den klassischen Elektroauto-Daten auffallend bedeckt hält. Wir wissen nicht, wie groß die Batterie ist, wie weit das Fahrzeug fährt oder wie schnell es lädt. Wer das Polygon Concept als Vorschau auf einen konkreten elektrischen Kleinwagen betrachtet, bekommt deshalb nur wenige belastbare Antworten.

Als Technologieträger ist das Fahrzeug dagegen relevant. Die neue Lenkung funktioniert, die Bedienlogik lässt sich ausprobieren und ein Einsatz in der Serie ist ab 2027 angekündigt. Das Design bleibt Geschmackssache. Die Flügeltüren sind Show, die fehlende B-Säule dürfte ein Konzeptdetail bleiben und manche Lichtanimation könnte im Alltag ungefähr so notwendig sein wie ein beleuchteter Wasserkocher, wobei den haben wir ja auch gekauft, weil er irgendwie cool ist, oder?

Hinter der bunten Hülle steckt eine ernsthafte technische Idee. Die Steer-by-Wire-Lenkung reduziert den notwendigen Lenkwinkel deutlich und kann das Rangieren tatsächlich erleichtern. Nach der kurzen Fahrt im Erprobungsträger wirkte das Hypersquare nicht wie eine Lösung für ein Problem, das niemand hatte. Es fühlte sich vielmehr nach einer neuen Bedienform an, an die man sich erstaunlich schnell gewöhnen kann.

Das Peugeot Polygon Concept wird vermutlich nie in dieser Form beim Händler stehen. Es muss das aber auch nicht. Entscheidend ist, dass diesmal mehr in die Serie wandern dürfte als eine Farbe, eine Zierleiste und eine besonders kreative Pressemitteilung.

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