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Polestar 3 mit Heckantrieb im Test: Reicht die Basisvariante völlig aus?

Polestar 3 mit Heckantrieb Test

Der Polestar 3 gehört zu den Elektro SUVs, die schon auf den ersten Blick klar machen, dass sie nicht bloß groß, sondern auch bewusst gestaltet sein wollen. Statt wuchtig und aufgeblasen aufzutreten, wirkt er breit, flach und erstaunlich elegant. Genau das macht ihn spannend. Noch spannender wird es aber, wenn man nicht über die potente Dual Motor Variante oder gar das Performance Modell spricht, sondern über den Preiseinstieg. Denn diesmal stand der Polestar 3 mit Heckantrieb im Fokus. Also genau jene Version, die für viele Käuferinnen und Käufer am Ende die vernünftigste und vielleicht sogar die interessanteste sein dürfte.

Im Test zeigt sich schnell, dass die Basisversion nicht einfach nur das günstigste Modell der Baureihe ist. Sie ist vielmehr ein eigenständiges Angebot mit eigenem Charakter. Gleichzeitig schwebt über ihr bereits ein Thema, das für Kaufinteressenten entscheidend sein kann: der bevorstehende Wechsel von 400 auf 800 Volt Technik im Modelljahr 2026. Damit steht der Polestar 3 an einem spannenden Punkt zwischen Gegenwart und Zukunft.

Polestar 3 mit Heckantrieb Test

Wie wirkt der Polestar 3 von außen?

Der Polestar 3 ist ein großes SUV, aber er trägt seine Größe mit erstaunlicher Leichtigkeit. Die Front wirkt modern, sauber gezeichnet und aerodynamisch durchdacht. Die Luft wird gezielt geführt, die Proportionen stimmen, und genau dadurch sieht der Wagen deutlich sportlicher aus als viele andere Elektro SUVs in diesem Segment. Auch die sogenannte Smart Sensor Zone an der Front fügt sich stimmig ein und integriert die notwendige Technik, ohne das Design unnötig zu zerstören.

Bei der Lichttechnik bietet Polestar serienmäßig LED Scheinwerfer, optional gibt es HD LED Scheinwerfer mit Matrixfunktion und beeindruckenden 1,3 Millionen Pixeln pro Scheinwerfer. Das ist nicht nur ein Datenblatt-Gag, sondern zeigt, dass Polestar auch im Detail auf Premiumanspruch setzt.

In den Abmessungen wird klar, womit man es hier zu tun hat. Der Polestar 3 misst 4,90 Meter in der Länge, ist 1,93 Meter breit und kommt inklusive Außenspiegel auf 2,12 Meter. Die Höhe liegt bei 1,61 Metern. Der Radstand beträgt 2,98 Meter. Dazu kommen bis zu 202 Millimeter Bodenfreiheit und ein Wendekreis von 11,8 Metern. Für ein fast fünf Meter langes SUV ist das im Alltag durchaus ordentlich. Gerade in der Stadt wirkt der Polestar 3 dadurch etwas handlicher, als seine schiere Präsenz zunächst vermuten lässt.

Was steckt technisch in der heckangetriebenen Basisversion?

Unter dem Blech arbeitet in dieser Variante ein Elektromotor an der Hinterachse mit 220 kW, also 299 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 490 Newtonmetern. Damit sprintet der Polestar 3 in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt. Das klingt zunächst nicht spektakulär, reicht im Alltag aber völlig aus. Mehr noch: Im Test wirkte das Auto keineswegs untermotorisiert. Im Gegenteil. Der Antritt ist souverän, Überholmanöver gelingen zügig und auch aus mittleren Geschwindigkeiten heraus schiebt der große Schwede sehr ordentlich an.

Dazu kommt der große Akku. Verbaut ist ein 111 kWh großer Batteriespeicher brutto, von dem 107 kWh netto nutzbar sind. Das ist ein üppiges Paket, das zum Charakter des Fahrzeugs passt. Beim AC Laden bleibt Polestar allerdings bei 11 kW dreiphasig. Genau hier darf man kritisch sein. Bei dieser Akkugröße wäre ein 22 kW Onboard Lader eigentlich sehr wünschenswert. Denn mit 11 kW dauert eine Vollladung von 0 auf 100 Prozent rund zehn Stunden, mit 22 kW ließe sich diese Zeit nahezu halbieren. Gerade für Fahrerinnen und Fahrer, die häufig an passenden AC Säulen laden, wäre das ein echter Alltagsvorteil.

An der Schnellladesäule lädt das aktuelle 400 Volt System mit bis zu 250 kW. Das ist ordentlich, aber eben nicht mehr ganz State of the Art in dieser Fahrzeugklasse. Genau deshalb ist der kommende Wechsel auf 800 Volt Technik so relevant.

Warum ist das 800 Volt Update für 2026 so wichtig?

Polestar wird den Polestar 3 im Laufe des Modelljahres 2026 auf 800 Volt Technik umstellen. Das ist keine Kleinigkeit, sondern für viele womöglich der entscheidende Punkt bei der Kaufentscheidung. Denn mit dem neuen System soll die Ladeleistung auf bis zu 350 kW steigen. Ein so großer Akku dürfte dann in grob mittleren 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent nachladen können. Für Vielfahrer ist das ein echter Unterschied.

Dazu kommt mehr Leistung in allen Varianten. Die künftige Single Motor Version soll auf 245 kW beziehungsweise 333 PS kommen. Das sind noch einmal gut 25 kW mehr als bisher. Das maximale Drehmoment wird mit 480 Newtonmetern angegeben. Die künftige Dual Motor Variante steigt auf 400 kW oder 544 PS bei 740 Newtonmetern. Das Performance Modell soll sogar 500 kW beziehungsweise 680 PS und 870 Newtonmeter liefern. Preise für die 800 Volt Varianten lagen zum Zeitpunkt des Tests noch nicht vor.

Genau hier muss man offen sein. Wer jetzt einen Polestar 3 bestellt, bekommt noch die 400 Volt Generation. Wer auf schnelleres Laden, etwas mehr Leistung und wahrscheinlich auch besseren Werterhalt schielt, sollte das 2026er Modell zumindest mit in seine Überlegungen einbeziehen.

Wie praktisch ist der Polestar 3 im Alltag?

Vorne gibt es unter der Haube einen Frunk mit rund 32 Litern Volumen. Das reicht für das Typ 2 Kabel, ein Notfallset oder schmutzige Dinge, die man nicht im eigentlichen Kofferraum liegen haben will. Solche Lösungen sind im Alltag schlicht praktisch, auch wenn der Frunk hier nicht riesig ausfällt.

Hinten bietet der Polestar 3 484 Liter Kofferraumvolumen. Mit umgeklappter Rückbank wächst das Ladevolumen auf 1.411 Liter. Dazu kommt ein großer Stauraum unter dem doppelten Ladeboden, in den sogar ein Weekender-Koffer passt. Polestar kleidet den Kofferraum hochwertig aus, verbaut Verzurrösen, Haken für Taschen, eine Durchlademöglichkeit für lange Gegenstände und eine 12 Volt Steckdose mit 120 Watt. Das alles wirkt durchdacht und passend zur Fahrzeugklasse.

Trotzdem muss man fair bleiben: Bestwerte liefert der Polestar 3 beim Ladevolumen nicht. Ein Skoda Enyaq ist deutlich kürzer, bietet aber mehr Kofferraum. Das zeigt, dass Polestar beim Dreier klar Prioritäten setzt. Design und Linienführung standen hier sichtbar vor maximaler Raumausnutzung.

Auch bei der Anhängelast bleibt Raum für Diskussionen. Die optionale Anhängerkupplung bietet 100 Kilogramm Stützlast. Gebremst darf der Polestar 3 bei 12 Prozent Steigung 1,5 Tonnen ziehen, ungebremst 150 Kilogramm. Für ein großes SUV dieser Klasse wirkt das eher überschaubar. Gerade weil viele Kunden in dieser Größe mehr erwarten, ist das ein Punkt, den man nüchtern ansprechen muss.

Wie hochwertig ist der Innenraum?

Innen zeigt der Polestar 3 sehr überzeugend, warum die Marke inzwischen ihre eigene Designhandschrift gefunden hat. Der Materialmix wirkt modern, hochwertig und angenehm anders. Statt krampfhaft Lederoptik zu simulieren, setzt Polestar sichtbar auf Stoffe, recycelte Materialien und eine bewusst reduzierte Gestaltung. Das passt zum Charakter der Marke und fühlt sich keineswegs billig an. Im Gegenteil. Vieles wirkt sogar spannender als in manchem klassisch luxuriösen Wettbewerber.

Die Türverkleidungen kombinieren Stoff, weiche Auflagen und sauber eingearbeitete Details. Optional ist ein Bowers & Wilkins Soundsystem an Bord, dazu kommt dezent integrierte Ambientebeleuchtung in zwei Farbvarianten, darunter das typische Schwedengold. Auch die Verarbeitung macht einen guten Eindruck. Soft Close Türen gehören zumindest beim Testwagen dazu und unterstreichen den Premiumanspruch zusätzlich.

Ein echtes Highlight ist das Gestühl. Die Sitze bieten sehr guten Seitenhalt, eine starke Schulterpartie, ordentliche Lordosenunterstützung und eine manuelle Sitzflächenverlängerung. Elektrische Verstellung ist ebenso an Bord wie Sitzheizung und Lenkradheizung. Je nach Ausstattung kommen weitere Komfortfunktionen wie belüftete Sitze hinzu. Polestar und Volvo zeigen hier einmal mehr, dass sie Sitze einfach können.

Polestar 3 mit Heckantrieb Fotos

Wie gut ist Infotainment und Bedienung gelungen?

Im Cockpit setzt Polestar auf eine klare digitale Struktur. Vor dem Fahrer sitzt ein großes Fahrerdisplay, das auch eine Google Maps Karte einblenden kann. Hinzu kommt ein Head-up-Display, das die wichtigsten Informationen sinnvoll und nicht überladen in die Frontscheibe projiziert. Zentral sitzt der bekannte vertikale Touchscreen.

Gerade dieses Hochformat erweist sich bei der Navigation als sehr gelungen. Die Kartendarstellung zeigt deutlich mehr Strecke in Fahrtrichtung als viele horizontale Displays. Das mag beim Videostreaming in der Ladepause weniger relevant sein, im Fahralltag ist es aber tatsächlich praktisch.

Als Betriebssystem kommt Android Automotive zum Einsatz. Das System arbeitet schnell, flüssig und gehört noch immer zu den besten Lösungen im Markt. Apps lassen sich über den Google Play Store nachinstallieren, Updates halten das Auto aktuell und die Sprachbedienung mit Google Assistant ist grundsätzlich komfortabel. Ganz fehlerfrei lief sie im Test allerdings nicht, denn nicht jeder Sprachbefehl wurde auf Anhieb verstanden. Das ist kein Drama, aber eben auch noch nicht perfekt.

Gut gefallen haben die vielen Navigationsfunktionen. So lässt sich etwa ein gewünschter Ladezustand bei Ankunft festlegen. Auch Ladeanbieter können gezielt ausgewählt werden, was vor allem für Nutzer mit bestimmten Ladetarifen oder Abos praktisch ist.

Wie reist es sich im Fond?

Im Fond zeigt der Polestar 3, dass er sehr wohl familien- und langstreckentauglich ist. Der Einstieg ist bequem, die Platzverhältnisse ordentlich und selbst mit 1,85 Meter Körpergröße bleibt noch gut Raum. Der hohe Fahrzeugboden sorgt allerdings dafür, dass die Beine etwas stärker angewinkelt sind. Das ist bei vielen Elektroautos so, schönreden muss man es trotzdem nicht.

Dafür gibt es hinten viele angenehme Details. Die Rückbank ist komfortabel, die Mittelarmlehne gut gepolstert, die Becherhalter sind sauber integriert und die Materialqualität entspricht weitgehend dem vorderen Bereich. Genau das ist positiv, denn viele Hersteller sparen im Fond sichtbar. Polestar tut das hier nicht. Dazu kommen Isofix, Sitzheizung im Fond, eigene Temperaturregelung über die Dreizonen-Klimaautomatik, Lüftungsdüsen und zwei USB-C Anschlüsse. Für vier Erwachsene lässt es sich hier sehr entspannt reisen, kurze Strecken gehen dank ebenem Boden auch zu fünft.

Wie fährt sich der Polestar 3 mit Heckantrieb?

Der vielleicht größte Pluspunkt dieses Autos ist die Art, wie es fährt. Der Polestar 3 schafft eine Spreizung, die viele Hersteller zwar versprechen, aber nicht immer wirklich hinbekommen. Das Fahrwerk ist straff, aber nicht unangenehm. Das Auto liegt sauber in Kurven, schaukelt sich nicht auf und bleibt selbst auf feuchter Landstraße gut kontrollierbar. Gerade für ein großes, schweres Elektro SUV ist das bemerkenswert.

Man merkt, dass Polestar den sportlichen Anspruch ernst nimmt. Der Wagen lenkt sauber ein, bleibt stabil und vermittelt Sicherheit. Gleichzeitig ist er auf schlechteren Straßen nicht unkomfortabel. Kopfsteinpflaster und kleinere Unebenheiten steckt der Polestar 3 gelassen weg. Wer mit Familie reist, bekommt also kein bretthartes Sportgerät, sondern ein sehr stimmig abgestimmtes Gesamtpaket.

Auch die Lenkung lässt sich in drei Stufen anpassen. Das erlaubt es, den Charakter je nach Geschmack etwas zu variieren. Unterm Strich bleibt aber der Eindruck eines Autos, das mehr kann, als es auf dem Papier zunächst vermuten lässt.

Wie gut sind Assistenzsysteme und Kameras?

Beim Rangieren punktet der Polestar 3 mit einer sehr guten 360 Grad Kamera und zusätzlichen Perspektiven, die im engen Alltag wirklich helfen. Gerade die Queransicht beim Herausfahren aus unübersichtlichen Stellen ist ein Sicherheitsplus, weil Fußgänger oder Radfahrer früher sichtbar werden.

Der Drive Assist hinterlässt einen gemischten Eindruck. Spurhalten und Abstandstempomat funktionieren grundsätzlich ordentlich, auch in Kurven hält das Fahrzeug die Spur sauber. Kritisch ist aber, dass erkannte Tempolimits auf der Landstraße im Test nicht automatisch in die eingestellte Geschwindigkeit übernommen wurden. Das ist im Jahr 2026 kein Ruhmesblatt, denn andere Hersteller sind hier teils deutlich weiter und bieten sogar prädiktive Anpassungen. Genau an solchen Punkten dürfte Polestar mit Updates noch nachlegen.

Wie schnell ist der Polestar 3 im echten Leben?

Beim Beschleunigen aus dem Stand wirkte die Heckantriebsversion durchaus munter. Im Test wurden 0 auf 60 km/h in 4,1 Sekunden und 0 auf 80 km/h in 5,8 Sekunden gemessen. Der Sprint auf 100 km/h gelang in 8,1 Sekunden und lag damit leicht über dem offiziellen Werkswert von 7,8 Sekunden. Angesichts von feuchter Fahrbahn und niedrigen Temperaturen ist das aber kein überraschendes Ergebnis.

Wichtiger als nackte Zahlen ist ohnehin das Gefühl im Alltag. Und da liefert der Polestar 3 ab. Die 220 kW reichen völlig aus, um zügig unterwegs zu sein. Wer nicht unbedingt maximale Beschleunigungsorgien sucht, wird mit dieser Version nichts vermissen.

Wie hoch ist der Verbrauch?

Beim Verbrauch zeigte sich der Polestar 3 für seine Größe und sein Gewicht in einem plausiblen Rahmen. Auf einer eher kurzen und engagiert gefahrenen Testrunde lag der Verbrauch bei 25,7 kWh pro 100 Kilometer. Auf einer zweiten Runde über 89,9 Kilometer standen 22,6 kWh pro 100 Kilometer im Bordcomputer. Der Langzeitverbrauch des Testwagens lag bei 24,2 kWh pro 100 Kilometer über 482,5 Kilometer.

Das sind keine Rekordwerte, aber ehrliche Größenordnungen für ein großes Elektro SUV mit über 100 kWh netto nutzbarer Batterie. Der Eindruck aus dem Test war, dass im Sommer und auf Landstraße oder innerorts durchaus auch Werte unter 20 kWh drin sein könnten. Auf der Autobahn dürfte der Verbrauch naturgemäß wieder steigen. In Kombination mit dem großen Akku sind aber selbst auf Basis der Testwerte rund 400 Kilometer reale Reichweite durchaus realistisch.

Lohnt sich der Polestar 3 mit Heckantrieb?

Der Einstieg in den Polestar 3 beginnt in der getesteten Single Motor Version bei 78.590 Euro. Der Dual Motor startet bei 85.590 Euro, die Performance Variante bei 92.190 Euro. Das ist alles andere als günstig, aber der Polestar 3 positioniert sich eben klar im Premiumsegment.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob das Auto billig ist, sondern ob es als Gesamtpaket überzeugt. Und genau das tut es. Der Polestar 3 mit Heckantrieb ist kein abgespeckter Kompromiss, sondern ein sehr stimmig gemachtes Elektro SUV mit starkem Design, gutem Fahrwerk, hervorragenden Sitzen, modernem Infotainment und ordentlicher Alltagstauglichkeit. Schwächen gibt es beim Kofferraum im Klassenvergleich, bei der Anhängelast, beim fehlenden 22 kW Lader und bei Details der Assistenzsysteme. Dazu kommt das Timingproblem mit dem bevorstehenden 800 Volt Update.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein sehr positives Bild. Wer jetzt ein gut fahrendes, hochwertiges und angenehm eigenständiges Elektro SUV sucht, kann mit der heckangetriebenen Version des Polestar 3 sehr glücklich werden. Wer dagegen vor allem auf Ladeperformance, Zukunftssicherheit und etwas mehr Leistung schielt, sollte das 800 Volt Modelljahr 2026 sehr genau im Auge behalten. Genau darin liegt am Ende die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieses Tests. Die Basis reicht vollkommen aus. Aber die Zukunft klopft beim Polestar 3 bereits ziemlich laut an die Tür.

Update? Wir haben geladen! Wie schnell lädt er wirklich im Alltag?

Wer sich nach der ausführlichen Review noch eine ganz praktische Frage stellt, bekommt hier die passende Ergänzung. Wie effizient ist der Polestar 3 eigentlich im Alltag, wenn man ihn wirklich fährt und nicht nur über technische Daten spricht? Genau das haben wir in einer separaten Verbrauchsfahrt herausgefunden. Mit dabei ist natürlich wieder unsere klassische Teststrecke rund um die A20, auf der wir die Fahrzeuge immer unter möglichst vergleichbaren Bedingungen bewegen.

Die Strecke führte zunächst über Land Richtung Neubrandenburg, anschließend durch die Stadt und später auf die Autobahn. Dort haben wir, wie gewohnt, mehrere Geschwindigkeitsbereiche getestet. Gefahren wurde jeweils rund 20 Kilometer mit konstant 100, 120, 140 und 160 km/h, um möglichst realistische Vergleichswerte zu ermitteln.

Schon auf der Landstraße zeigte sich ein erster interessanter Eindruck. Bei vier Grad Außentemperatur lag der Verbrauch auf der Überlandetappe bei 19,2 kWh pro 100 Kilometer. In der Stadt ergab sich auf einer kurzen Strecke von rund sieben Kilometern sogar ein Wert von 11,9 kWh pro 100 Kilometer. Natürlich sind solche kurzen Abschnitte nur ein Anhaltspunkt, zeigen aber, dass selbst ein großes Elektro SUV im urbanen Verkehr erstaunlich effizient unterwegs sein kann.

Auf der Autobahn verändert sich das Bild erwartungsgemäß deutlich. Bei konstant 100 km/h lag der Verbrauch bei rund 19,6 kWh pro 100 Kilometer. Erhöht man das Tempo auf 120 km/h, steigt der Wert auf etwa 25,3 kWh pro 100 Kilometer. Bei 140 km/h lagen wir schließlich bei rund 33,9 kWh pro 100 Kilometer. Und wer mit 160 km/h unterwegs ist, muss mit rund 43,4 kWh pro 100 Kilometer rechnen. Das zeigt sehr deutlich, wie stark Geschwindigkeit bei einem großen SUV den Energiebedarf beeinflusst.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Langstrecke ist natürlich das Laden. Für den Ladecheck ging es an eine Ionity Schnellladesäule. Der Polestar 3 startete mit rund acht Prozent Restladung im Akku. Die Ladeleistung baute sich schnell auf und erreichte knapp unter 200 kW. Am Ende dauerte der Ladevorgang von etwa acht auf 80 Prozent rund 34 Minuten. Das entspricht ziemlich genau dem Standard, den viele 400 Volt Fahrzeuge in dieser Klasse aktuell erreichen.

Damit wird aber auch klar, warum der kommende Modelljahrgang mit 800 Volt Technik spannend sein dürfte. Polestar hat bereits angekündigt, dass der Polestar 3 künftig deutlich schneller laden soll. Wer also besonders viel auf Langstrecke unterwegs ist und maximale Ladegeschwindigkeit sucht, sollte diese kommende Generation durchaus im Blick behalten.

Trotzdem zeigt die Verbrauchsfahrt auch etwas anderes. Die heckgetriebene Variante des Polestar 3 ist im Alltag erstaunlich effizient unterwegs und benötigt im direkten Vergleich deutlich weniger Energie als die leistungsstarke Twin Motor Performance Version. Wer also eher der entspannte Cruiser ist und nicht unbedingt maximale Beschleunigung braucht, bekommt mit dem RWD eine sehr interessante Kombination aus Leistung, Effizienz und Komfort.

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