Volvo macht ernst mit dem Begriff Cross Country und bringt den EX60 als eigenständige, klar geschärfte Variante für alle, die nicht nur auf dem Papier gern „auch mal abseits“ unterwegs sind. Der Volvo EX60 Cross Country ist dabei nicht einfach ein EX60 mit ein bisschen Plastik an den Radhäusern, sondern technisch spürbar anders aufgestellt. Wichtig vorab: Laut der vorläufigen technischen Spezifikation tritt der Cross Country zum Start ausschließlich als P10 AWD an, also mit Allradantrieb, Luftfederung und klarer Offroad-Orientierung, ohne dabei seine Rolle als Premium-Familien-SUV zu verlieren.
Positionierung: Cross Country heißt hier nicht nur Optik, sondern Fahrwerk
Der Kern des Cross Country ist das Fahrwerk. Volvo setzt serienmäßig auf eine Luftfederung mit Ein-Kammer-Luftbälgen an Vorder- und Hinterachse. Dazu kommen die aufwendige Achskonstruktion mit Doppelquerlenkern vorn und einer Fünflenker-Hinterachse sowie semiaktive Dämpfer (CCD). Heißt übersetzt: Der EX60 Cross Country kann komfortabel abrollen, sich aber je nach Fahrsituation straffen und stabilisieren, und er kann vor allem seine Bodenfreiheit variieren. Genau das ist der Unterschied zum zivileren EX60, der auch mit Stahlfedern und Standard-Dämpfern angeboten wird. Beim Cross Country ist die adaptive Luftfederung hingegen gesetzt.
Volvo EX60 Cross Country Fotos














































Maße und Proportionen: minimal größer, aber klar höher
In den Außenmaßen bleibt Volvo sehr nah am EX60, was für viele praktisch ist, weil Parkhäuser, Garagen und Stellplätze nicht plötzlich zum Glücksspiel werden. Der Cross Country ist 481,1 Zentimeter lang, 189,9 Zentimeter breit (Karosseriebreite) und 165,9 Zentimeter hoch. Der Radstand liegt unverändert bei 297,0 Zentimetern. Interessant sind die Details: Der vordere Überhang wächst leicht auf 90,7 Zentimeter, hinten bleibt es bei 93,4 Zentimetern. Mit geöffneter Heckklappe erreicht das Fahrzeug eine Höhe von 212,8 Zentimetern, also ein bisschen mehr als beim Standardmodell.
Die Aerodynamik wird dabei bewusst nicht ignoriert, aber die Cross-Country-Logik setzt Prioritäten: Der cw-Wert liegt bei 0,27 und damit minimal über dem zivileren Bruder. Das ist der Preis für die robustere Auslegung und die höher bauende Luftfederung.
Bodenfreiheit und Winkel: hier wird der EX 60 Cross Country konkret
Der wichtigste Satz für alle, die mit Waldwegen, Schneematsch oder schlechten Zufahrten zu tun haben, steht bei Volvo in den Zahlen. Die Bodenfreiheit liegt bei 19,4 bis 23,4 Zentimetern, abhängig von der Luftfederungsstellung. Im Alltagszustand mit zusätzlicher Beladung (curb weight + 1 person) werden 19,3 Zentimeter angegeben. Die Wattiefe liegt bei 45 Zentimetern bei Schrittgeschwindigkeit. Das ist ein praxisrelevanter Wert, weil er zeigt: Der Cross Country ist nicht als Hardcore-Offroader gedacht, aber er kann das typische „ich muss da durch“-Szenario auf Reisen oder im Winter souveräner wegstecken als ein normal abgestimmter SUV.
Dazu passen die Geländewinkel, die beim Cross Country ebenfalls steigen. Der Böschungswinkel vorn liegt bei 19,6 Grad, der Rampenwinkel bei 15,9 Grad und der Böschungswinkel hinten bei 21,1 Grad. Genau diese Werte entscheiden im Alltag darüber, ob du an einer steilen Einfahrt aufsetzt oder ob du mit dem Unterboden auf einem Kamm hängenbleibst.
Antrieb: P10 AWD als einzige Cross-Country-Konfiguration
Volvo koppelt den Cross Country in der vorliegenden Spezifikation an den P10 AWD. Das bedeutet zwei Elektromotoren, einer an der Vorder- und einer an der Hinterachse. Die Systemleistung beträgt 375 kW, das maximale Drehmoment liegt bei 710 Nm. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 4,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist wie bei Volvo üblich auf 180 km/h begrenzt. Das klingt nach Performance, ist im Cross-Country-Kontext aber vor allem ein Traktionsversprechen: Allrad plus viel Drehmoment heißt sichere Souveränität auf nasser Wiese, Schneematsch oder losem Untergrund, ohne dass du erst Anlauf nehmen musst.
Batterie und Reichweite: große Kapazität, realistische Einordnung
Beim Akku bleibt Volvo beim bekannten Setup des P10. Die nominelle Batteriekapazität beträgt 95 kWh, nutzbar sind 91 kWh. Die kombinierte WLTP-Reichweite liegt beim Cross Country bei 640 Kilometern. Das ist etwas weniger als beim zivileren EX60 P10, und das ist auch logisch: mehr Bodenfreiheit, A/S-Bereifung und die Cross-Country-Form bedeuten mehr Luftwiderstand und in der Praxis oft auch mehr Rollwiderstand. Der WLTP-Verbrauch wird mit 16,2 kWh pro 100 Kilometer angegeben.
640 Kilometer WLTP sind eine Ansage, aber entscheidend ist die Grundlogik. Der Cross Country zielt nicht auf maximale Effizienz um jeden Preis, sondern auf Reserven und Robustheit, ohne beim Thema Reichweite „Strichliste“ zu werden.
Laden: 800 Volt und hohe DC-Power
Auch der Cross Country nutzt das 800-Volt-System und kann entsprechend schnell laden. Die Peak-DC-Ladeleistung ist mit bis zu 370 kW angegeben. AC-seitig ist bidirektionales Laden vorbereitet und die maximale AC-Entladeleistung liegt bei bis zu 22 kW, vorausgesetzt kompatible Volvo-Hardware und eine passende Infrastruktur sind vorhanden. Das ist spannend für alle, die perspektivisch mit Vehicle-to-Home oder Vehicle-to-Load spielen wollen, also das Auto als Energiespeicher im Alltag sehen.
Bei den DC-Ladezeiten nennt Volvo für den Ladehub 10 auf 80 Prozent mehrere Referenzpunkte je nach Ladesäule. Bei 50 kW werden 79 Minuten angegeben, bei 150 kW 28 Minuten, bei 300 kW 16 Minuten und bei 400 kW 18 Minuten. Dazu kommt eine Range-Angabe für zehn Minuten Nachladen von 315 Kilometern unter idealisierten WLTP-Bedingungen. Diese Werte sind wie immer stark abhängig von Batterie-Vorkonditionierung, Temperatur und Ladehardware, aber sie zeigen die Richtung: Der Cross Country ist trotz Outdoor-Fokus ein Langstreckenauto.
Bremsen, Lenkung und Wendekreis: trotz Höhe nicht unbeholfen
Die Lenkung arbeitet als elektrisch unterstützte Zahnstangenlenkung. Der Wendekreis liegt bei 11,3 Metern von Bordstein zu Bordstein und 11,8 Metern von Wand zu Wand. Für ein SUV mit knapp 4,81 Metern Länge ist das absolut im grünen Bereich. Beim Bremsen bleibt Volvo ebenfalls konkret: Der Cross Country steht aus 100 km/h nach 35 Metern. Verbaut sind vorne 345 Millimeter große, belüftete Scheiben, hinten 325 Millimeter ebenfalls belüftet. Die Kombination aus ABS, elektronischer Bremskraftverteilung und rekuperationsfähiger elektrischer Bremse gehört zum Systempaket.
Gewichte und Anhängelast: EX60 Cross Country bleibt Zugfahrzeug
Auch als Cross Country bleibt der EX60 ein vollwertiges Zugfahrzeug. Die maximale Anhängelast liegt bei 2.400 Kilogramm. Die Dachlast beträgt 100 Kilogramm. Beim Gewicht nennt Volvo je nach Setup 2.295 bis 2.370 Kilogramm. Das ist spürbar mehr als bei einem heckgetriebenen EX60, aber es passt zur Kombination aus Allradtechnik, großer Batterie und Luftfederung. Wer Anhängerbetrieb und Camping ernst meint, wird sich über die 2,4 Tonnen eher freuen als über ein paar Kilo weniger Leergewicht.
Innenraum und Kofferraum: praktisch bleibt praktisch
Im Innenraum unterscheidet sich der Cross Country in den reinen Raummaßen nicht vom EX60. Die Kopffreiheit vorn beträgt mit Panoramadach bis zu 108,6 Zentimeter, die Beinfreiheit liegt vorn bei 105,8 Zentimetern und hinten bei 95,1 Zentimetern. Der Kofferraum bleibt bei 634 Litern bei aufgestellter Rückbank und 1.647 Litern maximal. Spannend ist ein Detail, das man beim Cross Country erwartet und auch bekommt: Die Kofferraumbodenhöhe zum Boden steigt auf 77,3 Zentimeter. Das ist genau der Effekt der höheren Grundabstimmung. Es ist nicht dramatisch, aber im Alltag merkst du es beim Einladen schwerer Kisten. Dafür bekommst du mehr Reserven beim Unterboden. Der Frunk bleibt mit 58 bis 85 Litern identisch dimensioniert. Auch die Laderaumlängen sind gleich: 187,7 Zentimeter von der ersten Sitzlehne bis zur Heckklappe auf Bodenhöhe und 104,7 Zentimeter von der zweiten Sitzlehne bis zur Heckklappe.
Der EX60 Cross Country ist der „vernünftige Abenteurer“
Der Volvo EX60 Cross Country ist ein Elektro-SUV, der nicht so tut, als wäre er ein Geländewagen, aber sehr klar dort besser ist, wo viele Familien-SUVs anfangen zu nerven: schlechte Wege, Schnee, nasse Wiesen, unbefestigte Stellplätze, steile Zufahrten. Die Luftfederung mit bis zu 23,4 Zentimetern Bodenfreiheit, die verbesserten Winkel, die 2,4 Tonnen Anhängelast und die 800-Volt-Ladetechnik ergeben ein Paket, das nach Freiheit aussieht und sich technisch auch so anfühlen dürfte. Und jetzt bleibt eigentlich nur noch die große Frage, die Volvo uns noch schuldig ist: Wie teuer wird der Spaß und wo landet die Leasingrate? Die Preise für den normalen Volvo EX60 starten in Deutschland ab 62.990 Euro in der Plus-Variante, Ultra startet ab 69.790 Euro. Aufpreis von P6 auf P10 = 3.000 Euro, Aufpreis für den P12 = 9.000 Euro !





















