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Rennbericht: Formel E in Mexiko 2026

Formel E Mexiko 2026

Formel E in Mexiko? Hitze, Strategie und ein elektrisiertes Podium! Die Formel E hat in Mexiko-Stadt einmal mehr gezeigt, warum diese Serie sportlich wie technologisch zu den spannendsten im Motorsport gehört. Auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez wurde nicht nur um Positionen, sondern um Energie, Timing und Nervenstärke gefahren. Vor ausverkauften Rängen entwickelte sich ein Rennen, das sinnbildlich für die aktuelle Formel E steht: eng, taktisch anspruchsvoll und bis zur letzten Runde offen.

Rowland kämpft sich aufs Podium zurück

Aus unserer Sicht stand das Rennen von Oliver Rowland exemplarisch für modernes Elektro-Racing. Der amtierende Weltmeister ging nach einer soliden Qualifikation von Startplatz acht ins Rennen und hielt sich zunächst clever aus allem Gröbsten heraus. Der erste Attack Mode kam früh, vielleicht einen Tick zu früh, denn kurz darauf wurde Rowland ins Gras gedrängt und verlor mehrere Positionen. Besonders bitter: Nur Sekunden später folgte eine Full Course Yellow Phase, wodurch ein Teil des Zusatzschubs verpuffte.

Was danach folgte, war jedoch genau das, was einen Titelverteidiger ausmacht. Rowland blieb ruhig, nutzte jede Lücke, jede kleine Unachtsamkeit der Konkurrenz und arbeitete sich mit präziser Energienutzung wieder nach vorn. Obwohl ihm am Ende weniger Attack Mode zur Verfügung stand als seinen direkten Gegnern, setzte er in der Schlussphase alles auf eine Karte. Ein mutiges Überholmanöver in der letzten Runde brachte schließlich Platz drei und damit den zweiten Podestplatz im zweiten Rennen der Saison.

Nato sammelt wichtige Punkte im Mittelfeldchaos

Auch Norman Nato lieferte ein Rennen, das auf dem Papier unscheinbar wirkt, in Wahrheit aber viel Substanz hatte. Der Franzose verpasste die Duels nur hauchdünn und startete von Rang zwölf. Im Rennen setzte er auf eine energiesparende Anfangsphase, um später attackieren zu können. Ein Kontakt im dichten Mittelfeld kostete ihn zwischenzeitlich mehrere Plätze, doch Nato ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen.

Mit sauberem Management und effizientem Fahrstil kämpfte er sich zurück und sah die Zielflagge als Zehnter. Ein Punkt, der im extrem engen Feld der Formel E durchaus Gewicht hat und zeigt, dass auch abseits des Podiums strategische Disziplin belohnt wird.

Ein Rennen, zwei Geschichten und ein historischer Sieger

Während Nissan mit einem weiteren Podium ein starkes Zeichen setzte, schrieb Citroën Racing in Mexiko Motorsportgeschichte. Nick Cassidy gewann das Rennen nach einer beeindruckenden Aufholjagd von Startplatz 13 und sicherte der Marke den ersten Formel-E-Sieg überhaupt. Mit perfektem Energiemanagement und messerscharfen Überholmanövern fuhr Cassidy im wahrsten Sinne des Wortes in die Geschichtsbücher.

Auch Jean-Éric Vergne zeigte, was im Paket steckt. Von Platz 18 gestartet, kämpfte er sich bis auf Rang acht nach vorn und sammelte wichtige Punkte. Citroën übernimmt damit nach nur zwei Saisonrennen die Führung in der Fahrer-, Team- und Herstellerwertung und unterstreicht, wie schnell sich Kräfteverhältnisse in der Formel E verschieben können.

Fotos – Formel E Mexiko 2026

Mehr als Motorsport: Design, Märkte und Message

Abseits der Strecke setzte Nissan in Mexiko ebenfalls ein Statement. Beide Fahrzeuge traten mit einer speziellen Lackierung an, die das japanische Kirschblütenmotiv mit mexikanischer Kultur verband. Entworfen vom Künstler César Menchaca, stand das Design sinnbildlich für Werte wie Respekt, Ehrlichkeit und harte Arbeit und damit genau für das Selbstverständnis der Serie und der Marke.

Mexiko ist für Nissan einer der wichtigsten Märkte weltweit, und genau hier zeigt sich, wie eng Motorsport, Markenstrategie und Elektromobilität miteinander verwoben sind. Die Formel E ist längst kein reines Rennformat mehr, sondern ein rollendes Schaufenster für Technologie, Effizienz und elektrische Zukunft.

Starke Ausgangslage vor dem nächsten Kapitel

Nach zwei Rennen liegt Oliver Rowland auf Rang drei der Fahrerwertung, Nissan belegt Platz drei bei Teams und Herstellern. Das klingt nüchtern, fühlt sich nach diesem Wochenende aber nach deutlich mehr an. Die Pace stimmt, die Strategie greift, und die Konstanz ist da.

Weiter geht es am 31. Januar in Miami, erstmals auf dem Miami International Autodrome. Wenn Mexiko eines gezeigt hat, dann das: In dieser Saison ist nichts vorhersehbar und genau das macht die Formel E aktuell so sehenswert.

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