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Škoda Peaq: Das neue Elektro-Flaggschiff wird zum Siebensitzer mit mehr als 640 Kilometern Reichweite

Škoda baut sein Elektroangebot weiter aus und stellt mit dem neuen Škoda Peaq ein großes, vollelektrisches SUV an die Spitze der Modellpalette. Der Peaq ist das erste rein elektrische Škoda Modell im Segment der großen SUVs, bietet bis zu sieben Sitzplätze, mehr als 640 Kilometer Reichweite und startet in Deutschland bei 49.900 Euro für den Peaq Selection 60.

Was ist der Škoda Peaq?

Der Peaq wird bei Škoda das neue elektrische Flaggschiff. Während der Enyaq bislang das große E-SUV der Marke war, geht der Peaq noch eine Klasse darüber hinaus. Er ist das elektrische Pendant zum Kodiaq, fällt aber größer und geräumiger aus. Mit 4,87 Metern Länge überragt er den Kodiaq um 116 Millimeter. Der Radstand liegt bei 2,97 Metern und ist damit nicht nur deutlich länger als beim Kodiaq, sondern sogar 124 Millimeter größer als beim Superb.

Damit positioniert Škoda den Peaq klar als Familienauto, Langstreckenfahrzeug und Dienstwagenalternative. Sieben Sitze, viel Kofferraum, große Batterie, solide Anhängelast und ein Preis ab knapp unter 50.000 Euro sollen genau die Kundschaft ansprechen, die viel Platz braucht, aber nicht direkt in die Luxusliga abbiegen möchte.

Wie viel Platz bietet der Peaq?

Der Innenraum gehört zu den wichtigsten Argumenten des neuen Peaq. In der Fünfsitzer-Konfiguration bietet das große Elektro-SUV 935 Liter Kofferraumvolumen. Das ist laut Škoda der größte Gepäckraum aller Modelle der Marke. Wird die dritte Sitzreihe genutzt, bleiben immer noch 299 Liter Stauraum übrig. Dazu kommt ein 37 Liter großer Frunk unter der Fronthaube, der sich etwa für Ladekabel eignet.

Im Innenraum gibt es zusätzlich mehr als 33 Liter Ablagevolumen. Genau an dieser Stelle bleibt Škoda seiner Linie treu. Der Peaq soll nicht nur mit Zahlen glänzen, sondern auch im Alltag funktionieren. Dazu passen Details wie ein Ladekabelreiniger, ein Display-Reiniger, ein Handbesen, ein zweiter Regenschirm in der Beifahrertür oder ein Klapptisch in der Mittelkonsole.

Škoda Peaq Fotos

Was macht das Design besonders?

Optisch folgt der Peaq der Designsprache „Modern Solid“. Das bedeutet klare Flächen, reduzierte Linien und eine bewusst robuste Präsenz. Vorne und hinten trägt der Peaq eine T-förmige Lichtsignatur. Dazu kommen das glänzend schwarze Tech-Deck-Face, eine markante Schulterlinie und breite D-Säulen mit Škoda Schriftzug.

Spannend sind vor allem die Details. Der Peaq ist der erste Škoda mit bündig eingelassenen Türgriffen. Sie fahren beim Annähern elektrisch aus und verschwinden während der Fahrt wieder in der Karosserie. Das sieht nicht nur sauber aus, sondern hilft auch der Aerodynamik. Der cW-Wert liegt bei 0,249, was für ein großes SUV ein sehr ordentlicher Wert ist.

Auch das Panoramadach ist neu. Es ist mit mehr als 2,1 Quadratmetern Glasfläche das größte Panoramadach, das Škoda bisher verbaut hat. Dank Dynamic Shade Control lässt sich die Transparenz elektrisch verändern. Das Dach ist in neun Segmente unterteilt und kann über das Infotainment oder ein Touchpanel an der Dachkonsole gesteuert werden. Zum Produktionsstart ist dieses Dach zunächst exklusiv für die Sportline erhältlich, weitere Varianten folgen später.

Ein schönes Detail steckt in der Windschutzscheibe. Dort integriert Škoda Scheibenwischer mit Waschdüsen direkt im Wischerblatt. Das soll den Verbrauch an Scheibenwaschflüssigkeit um etwa 50 Prozent senken und gleichzeitig die Reinigungswirkung verbessern. Außerdem verstecken sich auf der Beifahrerseite drei Radfahrer als Hinweis auf die Ursprünge der Marke.

Welche Akkus und Antriebe gibt es?

Der Škoda Peaq basiert auf dem MEB Plus und kommt mit zwei Batteriegrößen. Der Peaq 60 nutzt einen Akku mit 63 kWh brutto und 59 kWh netto. Der Peaq 90 und der Peaq 90x erhalten eine größere Batterie mit 91 kWh brutto und 86 kWh netto. Das ist die größte Batterie, die Škoda bisher in einem Elektrofahrzeug verbaut hat.

Der Peaq 60 fährt mit Heckantrieb, leistet 150 kW beziehungsweise 204 PS und bietet 350 Nm Drehmoment. Von 0 auf 100 km/h geht es in 8,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Die Reichweite gibt Škoda mit mehr als 450 Kilometern an.

Der Peaq 90 bleibt ebenfalls beim Heckantrieb, leistet aber 210 kW beziehungsweise 286 PS und kommt auf 545 Nm Drehmoment. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 7,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Die Reichweite steigt auf mehr als 640 Kilometer.

Der Peaq 90x ist die Allradversion. Hier arbeitet zusätzlich ein Asynchronmotor an der Vorderachse. Die Systemleistung liegt bei 220 kW beziehungsweise 299 PS. Von 0 auf 100 km/h geht es in 6,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt ebenfalls bei 180 km/h. Die Reichweite soll mehr als 610 Kilometer betragen.

Škoda Peaq Sportline

Wie schnell lädt der Peaq?

Der kleinere Akku des Peaq 60 soll in 27 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden können. Die große 91 kWh Batterie benötigt dafür 28 Minuten. Für ein Fahrzeug dieser Größe und Batteriekapazität ist das ein wichtiger Wert, denn der Peaq will ausdrücklich auch Langstreckenauto sein.

Der Stromverbrauch liegt je nach Variante zwischen 14,9 und 18,6 kWh je 100 Kilometer. Die Selection 60 startet bei 14,9 bis 17,5 kWh, die Selection 90 bei 15,1 bis 17,6 kWh und die Selection 90x bei 16,0 bis 18,5 kWh. Die Sportline Varianten liegen minimal darüber. Alle Varianten sind mit 0 Gramm CO₂ pro Kilometer und CO₂-Klasse A angegeben.

Was kann der Peaq im Alltag?

Škoda stattet den Peaq mit One Pedal Driving aus. Im B-Modus kann das Fahrzeug über Rekuperation bis zum Stillstand verzögern. Laut Škoda deckt die Rekuperation im B-Modus mehr als 95 Prozent des Bremsbedarfs im Alltag ab. Deshalb setzt die Marke hinten auf Trommelbremsen. Das klingt im ersten Moment altmodisch, ist bei Elektroautos aber technisch durchaus nachvollziehbar, weil die mechanische Bremse im Normalbetrieb deutlich weniger Arbeit leisten muss.

Interessant ist auch das bidirektionale Laden. Der Peaq unterstützt V2L, kann also externe Verbraucher mit Strom versorgen. In Kombination mit der Ambibox DC Wallbox von MOON POWER sind außerdem V2H und V2G vorgesehen, also die Versorgung eines Hauses oder die Rückspeisung ins Netz. Letzteres hängt wie immer von den rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Die Anhängelast fällt für ein Elektro-SUV erfreulich ordentlich aus. Peaq 60 und Peaq 90 dürfen gebremst bis zu 1.800 Kilogramm ziehen, der Peaq 90x sogar bis zu 2.000 Kilogramm. Ungebremst sind bei allen Varianten 750 Kilogramm möglich.

Wie wohnlich wird der Innenraum?

Škoda spricht beim Peaq bewusst von einer Lounge auf Rädern. Je nach Ausstattung gibt es elektrisch verstellbare Sitze, Massagefunktion, ergonomische Beinstützen, Kissen, einen Klapptisch, Ambientebeleuchtung und eine Wellness-App mit sechs Modi. Diese App kann unter anderem Klimatisierung, Sitzmassage und Lichtstimmung anpassen.

Dazu kommt ein neues Premium-Soundsystem von Sonos. Es arbeitet mit 16 Lautsprechern und 755 Watt Leistung. Ein Doppel-Subwoofer mit 200 Watt und 18 Liter Gehäuse soll für kräftige Bässe sorgen, 3D-Lautsprecher in den A-Säulen sollen das Klangbild nach vorne öffnen. Für Škoda ist das eine Premiere und ein klares Signal: Der Peaq soll nicht nur praktisch sein, sondern auch hochwertiger wirken als bisherige Modelle der Marke.

Was bietet das Infotainment?

Im Cockpit steht ein vertikal angeordnetes 13,6 Zoll großes Infotainment-Display auf Android-Basis. Auch das ist neu für Škoda. Die Oberfläche soll stärker personalisierbar sein, Favoriten bieten und eine systemweite Suche ermöglichen. Neben Škoda Apps können auch Drittanbieter-Apps wie Spotify und YouTube genutzt werden.

Die MyŠkoda-App bietet Zugriff auf Remote Charging, Plug & Charge, Ladefunktionen, Vorklimatisierung und die Verwaltung von Škoda Charger Wallboxen. Neu ist außerdem ein Camp-Modus. Er hält über Nacht die gewählte Innenraumtemperatur und Frischluftzufuhr aufrecht, sofern der Akku mindestens 20 Prozent Ladestand hat, die 12 Volt Batterie fit ist und eine stabile Internetverbindung besteht. Ein digitaler Fahrzeugschlüssel für iPhone und Android ist für später im Jahr geplant.

Welche Assistenzsysteme bekommt der Peaq?

Serienmäßig bringt der Peaq bereits eine breite Sicherheitsausstattung mit. Dazu gehören Front Assist mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, City-Notbremsfunktion, Crossroad Assist, Turn Assist, Lane Assist, Side Assist, Ausstiegswarner und der prädiktive adaptive Abstandsassistent. Zehn Airbags sind ebenfalls serienmäßig an Bord, darunter ein zentraler Airbag und hintere Seitenairbags.

Optional gibt es den Travel Assist 3.0. Er umfasst unter anderem Stauassistent und Notfallassistent. Die neueste Version reagiert zudem auf Ampeln, der assistierte Spurwechsel soll später folgen. Die optionale 360 Grad Umgebungskamera kann ein transparentes 3D-Modell der Karosserie anzeigen, was beim Rangieren eines fast 4,90 Meter langen SUVs definitiv helfen dürfte.

Was bietet der Peaq Sportline?

Die Sportline ist direkt ab Bestellstart erhältlich. Sie setzt auf glänzend schwarze Exterieurdetails, schwarze Schriftzüge, ein Sportline Emblem am Heck und optional eine Zweifarb-Lackierung mit schwarzem Dach. LED-Matrix-Scheinwerfer und das beleuchtete Tech-Deck-Face mit Lichtband gehören hier zur Serienausstattung. Serienmäßig rollt die Sportline auf schwarzen 20 Zoll Rädern, 21 Zoll sind optional erhältlich.

Innen gibt es Sportsitze mit integrierten Kopfstützen, ein Drei-Speichen-Sportlenkrad, Edelstahloptik an den Pedalen, schwarzen Dachhimmel und schwarze Polster mit weißen Kontrastnähten. Die Sportline kann mit allen drei Antriebsvarianten kombiniert werden.

Wie ordnet sich der Škoda Peaq ein?

Der Peaq ist für Škoda ein großer Schritt. Nicht nur, weil er größer als ein Kodiaq ist. Sondern weil Škoda damit erstmals ein vollelektrisches Familien und Langstrecken SUV in der oberen Mittelklasse positioniert, das nicht auf Effekthascherei setzt, sondern auf klassische Škoda Tugenden: Platz, Nutzwert, Reichweite, Anhängelast und clevere Details.

Der Einstiegspreis von 49.900 Euro klingt angesichts von Größe, Reichweite und Siebensitzer-Option zunächst selbstbewusst, aber nicht abgehoben. Entscheidend wird am Ende sein, wie teuer die wichtigen Ausstattungspakete werden. Denn viele der besonders spannenden Komfort und Technikfeatures stecken in Paketen oder optionalen Umfängen und das könnt ihr jetzt sogar schon selbst herausfinden, der Konfigurator ist online und da kann man sich schnell auf über 70.000 Euro bringen.

Trotzdem ist der Peaq genau das Auto, das vielen Familien beim Umstieg auf Elektromobilität bislang gefehlt hat. Ein großer Stromer mit drei Sitzreihen, ordentlich Kofferraum, brauchbarer Anhängelast, über 600 Kilometern Reichweite und Škoda-typischer Alltagsdenke. Kein kleiner Stadtflitzer, kein Lifestyle-Crossover, sondern ein großes elektrisches Reiseauto. Genau damit könnte der Peaq für Škoda ziemlich wichtig werden.

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