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Tesla Model Y Performance im Test!

Tesla hat das Model Y Performance spürbar nachgeschärft. Und zwar nicht nur dort, wo es auf dem Datenblatt Eindruck macht, sondern auch in vielen Details, die im Alltag zählen. Genau das macht diesen Testwagen so interessant. Denn das neue Tesla Model Y Performance will nicht bloß ein brutales Beschleunigungsmonster sein, sondern ein Elektro-SUV, das Leistung, Effizienz, Langstreckentauglichkeit und Familiennutzen in einer Weise zusammenbringt, wie es in dieser Klasse nach wie vor nur wenige Fahrzeuge schaffen.

Schon der erste Blick macht klar, dass hier nicht einfach nur ein weiteres Model Y mit mehr Leistung vorfährt. Die geänderte Frontschürze, die speziellen Aerodynamik-Elemente und die eigenständig inszenierte Optik sorgen dafür, dass die Performance-Variante ihren Anspruch auch äußerlich unterstreicht. Besonders die Air Curtains an der Front, die großen 21-Zoll-Räder und die roten Bremssättel setzen klare Akzente. Dazu kommen die schwarzen Exterieurdetails, Privacy-Verglasung und die insgesamt deutlich sportlichere Präsenz. An der Front hätte es zwar gern noch etwas extrovertierter werden dürfen, etwa mit einer markanteren Spoilerlippe, doch unterm Strich wirkt das Auto stimmig, straff und erwachsen.

Was macht das neue Model Y Performance optisch besonders?

Am Heck wird der sportliche Anspruch dann noch deutlicher. Die kräftig modellierte Heckschürze, die angedeuteten Luftauslässe und der markante Diffusoransatz geben dem Performance-Modell genau die Portion Aggressivität, die man bei über 600 PS auch erwartet. Hinzu kommt die Carbonkante an der Heckklappe, die nicht nur optisch auffällt, sondern das Modell klar von schwächeren Varianten absetzt. Auch die neu gestalteten Rückleuchten passen sehr gut ins Gesamtbild. Was auf ersten Fotos vielleicht noch gewöhnungsbedürftig wirkt, gewinnt in der Realität und besonders bei Dunkelheit deutlich an Reiz.
Praktisch bleibt Tesla trotzdem. Trotz Sportanspruch gibt es optional eine Anhängerkupplung, die gebremst bis zu 1,6 Tonnen ziehen darf. Dazu kommen 75 Kilogramm Dachlast und eine Stützlast von 100 Kilogramm. Das ist nicht nur für einen Fahrradträger relevant, sondern zeigt auch, dass Tesla das Model Y Performance eben nicht als Spielzeug für die Viertelmeile versteht, sondern als vollwertiges SUV mit Nutzwert.

Welche Technik steckt im Tesla Model Y Performance?

Unter der Karosserie arbeitet ein Dual-Motor-Allradantrieb mit zwei E-Maschinen. An der Vorderachse sitzen 158 kW beziehungsweise 215 PS, an der Hinterachse 303 kW beziehungsweise 412 PS. Zusammen ergibt das 461 kW Systemleistung, also 627 PS, sowie 741 Newtonmeter Drehmoment. Tesla gibt den Sprint von null auf 100 km/h mit 3,5 Sekunden an, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Damit bewegt sich das Model Y Performance leistungsmäßig in Regionen, die früher reinen Sportwagen vorbehalten waren.

Zwischen den Achsen sitzt ein Akku mit 79 kWh netto und 83 kWh brutto. Das Model Y misst 4,79 Meter in der Länge, ist 1,92 Meter breit, mit Außenspiegeln 2,12 Meter breit und 1,61 Meter hoch. Der Radstand liegt bei 2,89 Metern. Damit bleibt es ein stattliches SUV, ohne im Alltag unhandlich zu wirken.

Besonders bemerkenswert ist die Effizienz. Trotz Winterbetrieb bei rund minus 10 Grad Außentemperatur waren im Test über 300 Kilometer Reichweite realistisch erreichbar. Der WLTP-Verbrauch liegt bei 16,2 kWh pro 100 Kilometer. Im realen Winterbetrieb lag der Wert eher um die 20 kWh, in einem längeren Alltagsmix auch bei 23,6 kWh pro 100 Kilometer. Angesichts von Leistung, Fahrzeuggröße und Witterung ist das ein sehr starker Wert. Gerade hier zeigt Tesla weiterhin, wie gut die Marke Effizienz und Performance zusammenbringen kann.

Model Y Performance Test-Video

Wie lädt das Model Y Performance?

Geladen wird AC dreiphasig mit bis zu 11 kW. An der DC-Schnellladesäule sind bis zu 250 kW möglich, am Supercharger soll der Ladestopp von 10 auf 80 Prozent rund 29 Minuten dauern. Im Alltag hängt die tatsächlich erreichte Ladeleistung wie üblich auch von der Ladesäule ab, an normalen Schnellladern sind rund 200 kW realistisch. Dazu kommt die bei Tesla nach wie vor sehr komfortable Integration des Supercharger-Netzwerks in die Navigation und ins gesamte Fahrzeugkonzept. Routenplanung, Ladehalte und App-Anbindung funktionieren hier nach wie vor äußerst souverän.

Wie viel Platz bietet das Performance-Modell?

Ein großer Pluspunkt des Tesla Model Y bleibt das Raumkonzept. Vorn gibt es weiterhin den Frunk mit über 120 Litern Volumen. Für Ladekabel, einen Weekender oder kleinere Gepäckstücke ist das Fach sehr gut nutzbar. Noch beeindruckender ist aber der hintere Gepäckraum. 822 Liter Kofferraumvolumen stehen zur Verfügung, erweitert werden kann auf bis zu 2.138 Liter. Zusätzlich gibt es ein großes Unterflurfach und weitere Stauräume links und rechts.

Tesla hat dabei nicht nur auf Volumen gesetzt, sondern auch auf clevere Bedienung. Die Rücksitzlehnen lassen sich elektrisch umklappen, und zwar nicht nur nach vorn, sondern auch wieder elektrisch aufrichten. Genau solche Details machen im Alltag einen echten Unterschied. In dieser Klasse ist das weiterhin eine Besonderheit. Auch die Materialanmutung im Kofferraum fällt positiv auf. Viel Teppich, saubere Verkleidungen und ein insgesamt hochwertiger Eindruck zeigen, dass Tesla an vielen Stellen dazugelernt hat.

Wie hochwertig ist der Innenraum geworden?

Wer Tesla früher vor allem mit Hartplastik, spartanischer Optik und eher wechselhafter Verarbeitung verbunden hat, muss das neue Model Y Performance deutlich differenzierter betrachten. Die Türverkleidungen, die weich ausgeführten Oberflächen, Alcantara-ähnliche Einsätze, Kunstleder, Ambientebeleuchtung und die saubere Verkleidung mit Teppich und Filz ergeben einen Materialmix, der in dieser Preisklasse absolut konkurrenzfähig ist. Tesla hat hier sichtbar nachgelegt.

Das gilt auch für die Geräuschanmutung. Doppelverglasung vorne und hinten, gut gedämmte Türen und weniger Poltern als früher machen das neue Model Y deutlich angenehmer. Im Test wurden bei 50 km/h rund 60 bis 61 dB gemessen, bei 70 km/h etwa 63 dB und bei 100 km/h rund 69 bis 70 dB. Das sind ordentliche Werte, wenn auch nicht absolute Klassenbestmarken.

Wie sitzt man im Tesla Model Y Performance?

Vorn verbaut Tesla im Performance-Modell sehr überzeugende Sportsitze mit starker Konturierung, integrierter Kopfstütze, guter Schulterführung und ordentlicher Unterstützung für Rücken und Oberschenkel. Sitzheizung und Sitzbelüftung sind vorhanden, eine Massagefunktion gibt es dagegen nicht. Gerade auf längeren Strecken überzeugen die Sitze dennoch durch eine gelungene Mischung aus Halt und Komfort.

Im Fond bleibt das Model Y seiner bekannten Stärke treu. Auch große Erwachsene finden reichlich Bein- und Kopffreiheit. Dazu gibt es beheizbare Rücksitze, zwei USB-C-Anschlüsse, ein eigenes Display für die Fondpassagiere und eine angenehm luftige Atmosphäre durch das große Glasdach. Dass Tesla auf hintere Taschen an den Vordersitzlehnen verzichtet, ist etwas schade, ändert aber nichts daran, dass der Fond insgesamt sehr gelungen ist.

Tesla Model Y Fotogalerie

Was fehlt im Cockpit?

Das Cockpit bleibt klar Tesla. Das heißt konkret: kein Head-up-Display, kein klassisches Fahrerdisplay, fast alle Funktionen laufen über den zentralen Touchscreen. Das muss man mögen. Das Lenkrad ist angenehm griffig, der Blinkerhebel ist zurück und die Bedienung vieler Funktionen über das Lenkrad klappt inzwischen gut. Spiegel- und Lenkradverstellung über das Display bleiben dennoch eine Sache, an die man sich gewöhnen muss. Gerade wer häufig rangiert oder seine Spiegel öfter nachjustiert, dürfte klassische Schalter vermissen.
Das große Plus bleibt die Software. Die Navigation arbeitet sehr schnell, plant Ladestopps sauber ein und bindet auch Drittanbieter-Lader besser ein als früher. Apple Music, YouTube Music, Amazon Music, Bluetooth-Audio, Dashcam-Funktionen, Klima-Steuerung, Kamerazugriff und Fahrzeugüberwachung über die App sind bestens integriert. Optisch wirkt Teslas System stellenweise immer noch eher funktional als luxuriös, technisch ist es aber sehr stark. Besonders die App-Anbindung gehört weiterhin zum Besten, was die Branche zu bieten hat.

Wie fährt sich das neue Tesla Model Y Performance?

Hier liegt einer der größten Fortschritte. Frühere Model-Y-Performance-Varianten wirkten oft sehr hart, polterig und eher nervös abgestimmt. Das neue Modell ist klar straff, aber deutlich ausgewogener. Auf schlechten Straßen, in schnellen Kurven und auch auf winterlichen Strecken bleibt das Auto stabil, kontrollierbar und überraschend komfortabel. Wank- und Neigebewegungen sind gering, das Auto vermittelt viel Sicherheit und wirkt insgesamt deutlich reifer.

Auf der Teststrecke lieferte das Model Y Performance trotz Winterreifen und widriger Bedingungen einen Sprintwert von 4,16 Sekunden auf 100 km/h. Damit wurde die Werksangabe zwar nicht ganz erreicht, angesichts der Bedingungen ist das Ergebnis aber stark. Noch wichtiger: Die Art, wie das Auto anschiebt, ist brutal direkt, aber sauber kontrollierbar. Das Fahrwerk kann diese Leistung inzwischen deutlich besser verarbeiten als früher.

Die Lenkung arbeitet direkt und kann in ihrer Charakteristik angepasst werden. In Kombination mit dem tiefen Schwerpunkt und dem kräftigen Allradantrieb ergibt sich ein sehr fahraktives Gesamtbild. Das Model Y Performance fühlt sich nicht wie ein reines Geradeaus-Auto an, sondern auch in Kurven sehr kompetent. Nur bei der Bremse bleibt ein kleiner Rest Kritik. Sie packt ordentlich zu, doch in einem Auto mit dieser Beschleunigung dürfte die Performance beim Verzögern noch einen Tick bissiger und spontaner sein.

Wie gut funktioniert der Tesla Autopilot?

Der Autopilot liefert insgesamt eine solide Performance. Spurhalten, Abstandstempomat und Verkehrszeichenerkennung funktionieren im Test überwiegend ordentlich. Das System hält das Fahrzeug sauber in der Spur, reagiert nachvollziehbar und unterstützt auf längeren Fahrten durchaus angenehm. Kritik gibt es bei der fehlenden Prädiktion. Das System reagiert meist adaptiv auf Schilder, statt Streckenverläufe, Ortsdurchfahrten oder bekannte Tempowechsel über Kartendaten vorausschauend einzubeziehen. Außerdem nervt das teils häufige Gebimmel im Alltag.

Beim Rangieren helfen Teslas Kamerasysteme inzwischen sehr gut. Weil Tesla weiter auf Ultraschallsensoren verzichtet, läuft alles über das kamerabasierte Vision-System. Das funktionierte im Test alltagstauglich, inklusive Frontkamera und Reinigungsfunktion.

Was kostet das Tesla Model Y Performance?

Das Einstiegsmodell der Baureihe startet bei 39.990 Euro. Das Tesla Model Y Performance liegt bei 62.970 Euro. Dazu kommen weitere Varianten wie Long Range und Allradmodelle. Gerade im Barkauf wirkt das Preis-Leistungs-Verhältnis des Performance-Modells stark. Viel Leistung, viel Platz, gute Effizienz, starke Software und das Tesla-Ladenetz ergeben ein sehr rundes Paket.

Ein klarer Kritikpunkt bleibt jedoch bei Leasing und Finanzierung. Hier wirkt Tesla weiterhin weniger attraktiv als manche europäische Konkurrenz. Die Monatsraten fallen vergleichsweise hoch aus, was das rechnerisch gute Gesamtpaket in der Praxis für viele Kunden etwas relativiert.

Bringen wir es auf den Punkt?

Das neue Tesla Model Y Performance ist kein perfektes Auto. Ein Head-up-Display fehlt, ein klassisches Fahrerdisplay ebenfalls. Die Spiegelverstellung über den Bildschirm ist Geschmackssache, die Bremse dürfte noch etwas schärfer zupacken und bei Leasing sowie Finanzierung muss Tesla dringend nachlegen. Auch die Sprachbedienung wirkt im Vergleich zu modernen KI-Lösungen anderer Hersteller nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.

Trotzdem ist dieses Auto in Summe beeindruckend. Tesla hat beim Fahrwerk spürbar dazugelernt, den Innenraum deutlich aufgewertet, die Alltagstauglichkeit hoch gehalten und die bekannte Stärke bei Software, Effizienz und Laden weiter ausgespielt. Dazu kommt eine Leistung, die selbst in diesem Segment alles andere als selbstverständlich ist.

Unterm Strich ist das neue Tesla Model Y Performance damit eines der spannendsten Elektro-SUVs seiner Klasse. Schnell, geräumig, effizient und spürbar besser abgestimmt als früher. Wer mit dem Tesla-Konzept grundsätzlich etwas anfangen kann und ein Elektro-SUV mit echtem Druck, viel Platz und hoher Langstreckenkompetenz sucht, sollte sich dieses Auto sehr genau anschauen.

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