Mit dem neuen BMW iX3 beginnt für BMW mehr als nur eine weitere Modellgeneration. Die sogenannte Neue Klasse soll Antrieb, Batterie, Ladeleistung, Software, Bedienung und Fahrdynamik auf ein neues Niveau heben. Dafür bekommt der BMW iX3 50 xDrive eine 800-Volt-Architektur, bis zu 400 kW Ladeleistung, 469 PS, elektrischen Allradantrieb und eine WLTP-Reichweite von maximal 805 Kilometern. Klingt nach einem ziemlich vollständigen Elektro-SUV. Doch wie fährt sich die Neue Klasse tatsächlich, wie überzeugend ist das neue Bedienkonzept und wo wurde trotz eines Grundpreises von 70.900 Euro gespart?
Wir waren mit dem BMW iX3 50 xDrive unterwegs und haben nicht nur Beschleunigung, Verbrauch und Geräuschniveau gemessen, sondern auch Platzangebot, Bedienung, Assistenzsysteme und Alltagstauglichkeit genauer betrachtet.
Was bedeutet die Neue Klasse für BMW?
Der Begriff Neue Klasse ist bei BMW historisch aufgeladen. Dieses Mal geht es nicht nur um ein neues Fahrzeug, sondern um eine neue technische Basis für die kommenden Elektroautos des Herstellers.
Der BMW iX3 ist das erste Serienmodell dieser neuen Generation. Er bringt eine 800-Volt-Architektur, eine neue Batterie, ein vollständig überarbeitetes elektronisches Nervensystem und das neue BMW Panoramic iDrive mit. Dazu kommt das sogenannte „Heart of Joy“. Hinter dem etwas pathetischen Namen steckt eine zentrale Steuereinheit, die Antrieb, Rekuperation, Bremse und Fahrdynamik zusammenführt.
Das Ziel ist klar: Das Fahrzeug soll schneller reagieren, präziser fahren und gleichzeitig effizienter mit der vorhandenen Energie umgehen. Im Fahrbetrieb fällt vor allem auf, wie harmonisch Beschleunigung, Rollen und Rekuperation ineinandergreifen. Die Technik arbeitet nicht als Sammlung einzelner Systeme, sondern tatsächlich wie ein zusammenhängender Antriebsstrang.
Wie stark ist der BMW iX3 50 xDrive?
Der BMW iX3 50 xDrive besitzt jeweils einen Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse. Gemeinsam stellen beide Motoren maximal 345 kW, also 469 PS, sowie 645 Nm Drehmoment bereit. Die Leistung gelangt über den elektrischen xDrive-Allradantrieb und ein einstufiges Getriebe auf die Straße. BMW nennt für den Sprint von 0 auf 100 km/h eine Zeit von 4,9 Sekunden. In unserer GPS-Messung erreichte der iX3 nach 5,01 Sekunden Tempo 100. Angesichts der äußeren Bedingungen, des Fahrzeuggewichts und der Tatsache, dass es sich nicht um eine präparierte Teststrecke handelte, liegt dieser Wert praktisch auf Höhe der Werksangabe.
Unsere weiteren Messwerte:
| Messung | Ergebnis |
|---|---|
| 0 auf 50 km/h | 2,42 Sekunden |
| 0 auf 60 km/h | 2,87 Sekunden |
| 0 auf 100 km/h | 5,01 Sekunden |
| 100 auf 0 km/h | 3,24 Sekunden Verzögerungszeit |
| Höchstgeschwindigkeit laut BMW | 210 km/h |
| Angezeigte Höchstgeschwindigkeit im Test | 213 km/h |
BMW gibt neben der maximalen Leistung auch die gesetzlich relevante 30-Minuten-Dauerleistung an. Beim BMW iX3 50 xDrive beträgt sie 170 kW beziehungsweise 231 PS. Diese Angabe ist vor allem für die Fahrzeugpapiere und regulatorische Einstufungen wichtig. Die tatsächlich abrufbare Spitzenleistung kann unter anderem vom Ladezustand und der Temperatur der Hochvoltbatterie abhängen.
Mit 469 PS ist der iX3 kräftig motorisiert, ohne daraus eine reine Beschleunigungsmaschine zu machen. Im Sport-Modus drückt er seine Insassen deutlich in die Sitze, bleibt dabei aber kontrollierbar. Der Leistungsaufbau erfolgt vehement, aber nicht unnötig aggressiv. Das passt zu einem Elektro-SUV, das Sportlichkeit und Langstreckenkomfort miteinander verbinden soll.
Wie groß ist die Batterie des BMW iX3?
BMW gibt die Batteriegröße des iX3 50 xDrive mit 108,7 kWh an. In der offiziellen Preisliste wird dieser Wert lediglich als Batteriegröße ausgewiesen, ohne dort ausdrücklich zwischen brutto und netto zu unterscheiden. Abhängig von Rädern, Reifen und Ausstattung soll der BMW iX3 50 xDrive zwischen 673 und 805 Kilometer nach WLTP schaffen. Der offizielle kombinierte Energieverbrauch liegt zwischen 15,1 und 18,1 kWh/100 km.
Diese ungewöhnlich große Spannweite zeigt, welchen Einfluss die Konfiguration auf ein Elektroauto haben kann. Große Räder, breite Mischbereifung, zusätzliche Ausstattung und aerodynamische Veränderungen sehen möglicherweise besser aus, kosten aber Reichweite.
Serienmäßig fährt der iX3 auf 20 Zoll großen Leichtmetallrädern mit Reifen im Format 255/45 R20. Optional stehen 21-Zoll-Räder und 22-Zoll-Räder zur Verfügung. Bei den 22-Zoll-Varianten verwendet BMW vorne Reifen im Format 255/35 R22 und hinten 275/35 R22.
Wer die maximale Reichweite tatsächlich ausnutzen möchte, sollte bei den serienmäßigen 20-Zoll-Rädern bleiben. Die sehen weniger spektakulär aus, dürften im Alltag aber die vernünftigste Kombination aus Komfort, Effizienz, Kosten und Reichweite darstellen.
Wie schnell lädt die Neue Klasse?
Eine der wichtigsten Neuerungen steckt unter dem Blech. Der BMW iX3 arbeitet mit einer 800-Volt-Architektur und kann beim Gleichstromladen eine Spitzenleistung von bis zu 400 kW erreichen.
Unter optimalen Bedingungen soll der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent rund 21 Minuten dauern. In diesem Bereich werden rechnerisch etwa 76 kWh in der Batterie gespeichert. Daraus ergibt sich über den gesamten Ladevorgang eine theoretische durchschnittliche Ladeleistung von rund 217 kW. Dieser Durchschnittswert ist für die Reisezeit häufig aussagekräftiger als der nur kurzzeitig erreichbare Spitzenwert.
Innerhalb von zehn Minuten sollen sich je nach Fahrzeugkonfiguration 309 bis 372 Kilometer WLTP-Reichweite nachladen lassen. Dabei handelt es sich allerdings um einen unter idealen Bedingungen ermittelten Wert. Batterietemperatur, Außentemperatur, Ladezustand, Nebenverbraucher und die tatsächlich von der Säule bereitgestellte Leistung haben erheblichen Einfluss auf die Ladegeschwindigkeit.
An einer AC-Ladesäule oder Wallbox lädt der iX3 serienmäßig dreiphasig mit bis zu 11 kW. Eine vollständige Ladung dauert laut BMW rund elf Stunden. Für 740 Euro bietet BMW „AC-Laden Professional“ mit bis zu 22 kW an. Damit reduziert sich die Ladezeit von 0 auf 100 Prozent auf ungefähr fünfeinhalb Stunden.
| Ladefunktion | BMW iX3 50 xDrive |
|---|---|
| Systemspannung | 800 Volt |
| Maximale DC-Ladeleistung | 400 kW |
| DC-Ladezeit von 10 auf 80 Prozent | 21 Minuten |
| Reichweite nach 10 Minuten HPC | 309 bis 372 km |
| AC-Ladeleistung serienmäßig | 11 kW |
| AC-Ladeleistung optional | 22 kW |
| AC-Ladezeit mit 11 kW | ca. 11 Stunden |
| AC-Ladezeit mit 22 kW | ca. 5,5 Stunden |
BMW iX3 50 Drive Alpin White Fotos
















Der iX3 ist zudem für bidirektionales Laden vorbereitet. In Verbindung mit der BMW Wallbox Professional sind Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid mit einer Lade- und Entladeleistung von bis zu 11 kW vorgesehen. Mit der Sonderausstattung AC-Laden Professional und den benötigten Adaptern kann der BMW außerdem externe Geräte per Vehicle-to-Load mit bis zu 3,7 kW versorgen. Das reicht problemlos für Kühlbox, Werkzeug, Kaffeemaschine oder elektrische Campingausrüstung.
Wie effizient war der BMW iX3 im ersten Test?
Unsere erste Testfahrt war 67,7 Kilometer lang. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 59,3 km/h. Dabei wurde der BMW nicht geschont. Wir haben die Beschleunigung gemessen, die Höchstgeschwindigkeit ausprobiert und sind auf der Autobahn längere Abschnitte mit etwa 130 km/h gefahren. Am Ende zeigte der Bordcomputer einen durchschnittlichen Verbrauch von 20,0 kWh/100 km an. Das liegt rund 10,5 Prozent über dem oberen WLTP-Wert von 18,1 kWh/100 km und etwa 32,5 Prozent über dem niedrigsten möglichen WLTP-Verbrauch von 15,1 kWh/100 km.
Angesichts des Fahrprofils ist das kein schlechter Wert. Eine ruhige Überland- oder Stadtfahrt dürfte deutlich unterhalb der 20-kWh-Marke möglich sein. Gleichzeitig wäre es unseriös, aus dieser kurzen und bewusst dynamisch gefahrenen Runde bereits eine belastbare Alltagsreichweite abzuleiten.
Rein rechnerisch würden 20 kWh/100 km auf Basis der von BMW genannten Batteriegröße für ungefähr 544 Kilometer reichen. Das ist keine Reichweitenprognose, sondern lediglich eine mathematische Einordnung. Wetter, Geschwindigkeit, nutzbarer Energieinhalt und Ladeverluste bleiben dabei unberücksichtigt.
Wie fährt sich der BMW iX3 50 xDrive?
Der iX3 macht trotz seines Gewichts nicht den Eindruck eines schwerfälligen Elektro-SUV. Lenkung, Leistungsentfaltung und Fahrwerk passen gut zusammen. Besonders auffällig ist die geringe Seitenneigung. Selbst zügig gefahrene Kreisverkehre bringen die Karosserie nicht sichtbar aus der Ruhe.
Dabei wirkt der BMW nicht unnötig hart. Bodenwellen, Kanaldeckel und schlechtere Fahrbahnoberflächen werden sauber verarbeitet. Die Grundabstimmung liegt auf der komfortablen Seite, ohne das für BMW typische direkte Fahrgefühl vollständig wegzufiltern.
Das Leergewicht beträgt laut BMW 2.360 Kilogramm. Damit ist der iX3 kein Leichtgewicht, für ein 4,78 Meter langes Elektro-SUV mit fast 109 kWh großer Batterie und zwei Elektromotoren liegt der Wert aber im erwartbaren Bereich. Die zentrale Fahrdynamikregelung schafft es erstaunlich gut, diese Masse zu kaschieren.
Die adaptive Rekuperation gehört zu den überzeugendsten Funktionen. Das Fahrzeug berücksichtigt Kameradaten, Navigation, Topografie, Geschwindigkeitsbegrenzungen und vorausfahrenden Verkehr. Wo Rollen effizienter ist, rollt der BMW. Vor Kurven, Kreisverkehren, Abzweigungen oder langsameren Fahrzeugen erhöht er selbstständig die Rekuperation.
Zusätzlich lassen sich niedrige, mittlere und hohe Rekuperationsstufen auswählen. In der Fahrstufe B steht ein One-Pedal-Modus zur Verfügung. Der Übergang in den Stillstand erfolgt dabei erfreulich weich. Der BMW bremst nicht auf den letzten Zentimetern abrupt ab, sondern reduziert das Tempo kontrolliert.
Wie leise ist die Neue Klasse?
Ein Elektroauto besitzt zwar keinen lauten Verbrennungsmotor, kann aber trotzdem durch Wind-, Abroll- oder Fahrwerksgeräusche auffallen. Der BMW iX3 überzeugte bei unserer orientierenden Innenraummessung:
| Geschwindigkeit | Gemessenes Geräuschniveau |
|---|---|
| 50 km/h | 56 bis 57 dB |
| 70 km/h | 59 bis 60 dB |
| 100 km/h | 62 bis 63 dB |
Die Messwerte sind nicht unter Laborbedingungen entstanden, zeigen aber eine klare Tendenz: Der iX3 ist ein sehr leises Auto. Obwohl unser Fahrzeug an den Seitenscheiben keine Verbundverglasung besaß, blieben Wind- und Abrollgeräusche dezent.
Gerade bei 100 km/h wirkt der Innenraum angenehm abgeschottet. Zusammen mit den komfortablen Sitzen und dem ausgewogenen Fahrwerk entsteht bereits auf den ersten Kilometern ein überzeugender Reiseeindruck.
Wie funktioniert das neue Panoramic iDrive?
Das klassische Instrumentendisplay hinter dem Lenkrad verschwindet. Stattdessen projiziert BMW die wichtigsten Informationen mit dem Panoramic Vision über die gesamte Breite des unteren Windschutzscheibenbereichs.
Geschwindigkeit, Navigation, Assistenzstatus und individuell wählbare Inhalte liegen damit direkt im natürlichen Sichtfeld.
Ergänzt wird das System durch ein 17,9 Zoll großes Zentraldisplay im sogenannten Free-Cut-Design. Der Bildschirm ist leicht zum Fahrer geneigt und arbeitet mit dem neuen BMW Operating System X. Optional steht ein 3D-Head-up-Display zur Verfügung.
In der Praxis funktioniert das Panoramic Vision erstaunlich gut. Der Blick muss nur minimal von der Straße gelöst werden. Navigationshinweise lassen sich zentral platzieren, während weitere Informationen seitlich angeordnet werden können. Das optionale Head-up-Display ist technisch beeindruckend, erscheint aber nicht zwingend notwendig, weil die serienmäßige Panoramic-Anzeige bereits viele Aufgaben übernimmt.
Die Menüstruktur ist modern und lässt sich nach kurzer Eingewöhnung gut bedienen. Positiv sind die direkt erreichbaren Schaltflächen für häufig genutzte Assistenzfunktionen. Die Geschwindigkeitswarnung und der Spurhalteassistent lassen sich ohne lange Suche deaktivieren.
Weniger überzeugend ist, dass die Klimatisierung fast vollständig über das Display gesteuert wird. Physische Tasten wären während der Fahrt teilweise schneller und treffsicherer. Die Bildschirmbedienung reagiert zwar präzise, bleibt aber eine Bildschirmbedienung.
Wireless Apple CarPlay und Android Auto gehören ebenso zum Angebot wie Bluetooth, Online-Navigation, Over-the-Air-Updates und der BMW Intelligent Personal Assistant. Der Zugang funktioniert per klassischem Schlüssel oder serienmäßigem BMW Digital Key Plus über das Smartphone.
Wie gut sind die Assistenzsysteme?
Bereits serienmäßig ist der iX3 umfangreich ausgestattet. Zum Driving Assistant Plus gehören unter anderem Abstandsregelung, automatische Geschwindigkeitsanpassung, Lenk- und Spurführungsassistent sowie Strecken- und Kreuzungsassistent.
Optional bietet BMW für 1.450 Euro den Autobahn- und City-Assistenten an. Damit kann der iX3 auf geeigneten Autobahnabschnitten bis 135 km/h assistiert fahren, ohne dass die Hände dauerhaft am Lenkrad liegen müssen. Eine Innenraumkamera kontrolliert, ob der Fahrer aufmerksam bleibt.
Besonders interessant ist der assistierte Spurwechsel. Das System kann einen Spurwechsel vorschlagen und diesen nach einem Blick in den entsprechenden Außenspiegel oder nach Betätigung des Blinkers ausführen.
Im Test funktionierte das über weite Strecken sehr gut. Der iX3 hielt sauber die Fahrspur, regelte den Abstand harmonisch und übernahm erkannte Geschwindigkeitsbegrenzungen. Spurwechsel wurden meist zügig und ohne unnötiges Zögern durchgeführt.
Perfekt ist das System noch nicht. Bei dichtem Verkehr wurden einzelne Spurwechsel abgebrochen oder trotz eines erkennbaren Blicks in den Außenspiegel nicht eingeleitet. Teilweise verlangte der BMW wieder nach den Händen am Lenkrad, obwohl die Aufmerksamkeitserkennung aktiv war. Diese Systemgrenzen sind kein Drama, sollten aber nicht verschwiegen werden. Unterhalb von 135 km/h gehört der Autobahnassistent zu den aktuell überzeugendsten Systemen seiner Art. Oberhalb dieser Geschwindigkeit steht nur die konventionelle assistierte Fahrfunktion zur Verfügung.
Zu beachten ist außerdem die zeitliche Begrenzung des optionalen Pakets. Die initiale Laufzeit beträgt zwei Jahre ab Auslieferung. Anschließend kann die Funktion innerhalb eines festgelegten Zeitraums einmalig kostenlos um weitere zwei Jahre verlängert werden. Danach kann die weitere Nutzung von den dann geltenden ConnectedDrive-Bedingungen abhängen.
BMW iX3 50 xDrive Fahrbericht als Video
Wie gut parkt der BMW iX3?
Bereits serienmäßig bringt der BMW einen Parkassistenten mit Rückfahrkamera, Panorama-Ansicht, Park Distance Control und Rückfahrassistent mit. Für 550 Euro gibt es den Parking Assistant Plus mit 360-Grad-Darstellung. Der Parking Assistant Professional kostet 850 Euro und ergänzt das ferngesteuerte Parken über die My BMW App.
Unser Testwagen konnte eine Parklücke selbstständig erkennen und ansteuern. Der Vorgang dauerte etwas länger als bei manchem Konkurrenzsystem, dafür stand der BMW anschließend sauber und mittig in der Lücke.
Die Kameradarstellung gehört zu den Stärken des Systems. Neben der klassischen Rückfahrkamera stehen Panoramaansichten, eine 3D-Darstellung des Fahrzeugs und spezielle Ansichten für Bordsteine oder unübersichtliche Ausfahrten zur Verfügung. Auch ein Waschstraßen-Modus ist integriert.
Wie geräumig ist der Innenraum?
Der BMW iX3 ist 4.782 mm lang, 1.895 mm breit und 1.635 mm hoch. Mit ausgeklappten Außenspiegeln wächst die Breite auf 2.093 mm. Der Radstand beträgt 2.897 mm.
Damit bleibt der iX3 noch knapp unterhalb der Fünf-Meter-Klasse, bietet innen aber erstaunlich viel Platz. Bei einer Körpergröße von 1,85 Metern bleibt vorne reichlich Verstellweg. Die Rundumsicht ist für ein modernes SUV ordentlich, auch wenn Kameras und Parksensoren angesichts der Fahrzeugbreite im Alltag willkommen sind.
In der zweiten Reihe stehen hinter einem auf 1,85 Meter eingestellten Vordersitz ungefähr anderthalb Fäuste Knieraum zur Verfügung. Auch die Kopffreiheit überzeugt. Die Füße lassen sich unter den Vordersitzen unterbringen, und die Neigung der hinteren Rückenlehnen kann manuell angepasst werden.
Nicht ideal ist der Öffnungswinkel der hinteren Türen. Der Einstieg funktioniert für Erwachsene problemlos, beim Einbau eines großen Kindersitzes oder beim Verladen sperriger Gegenstände wären ein paar zusätzliche Grad hilfreich.
Die äußeren Rücksitze besitzen gut erreichbare ISOFIX-Befestigungen. In der Mittelarmlehne sitzen Getränkehalter. Deren harter Kunststoff liegt allerdings genau dort, wo der Unterarm aufliegt. Eine Abdeckung oder ausklappbare Lösung wäre komfortabler gewesen.
Wie hochwertig ist der Innenraum?
Die Materialqualität hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck. Im vorderen Bereich verwendet BMW weich unterschäumte Kunststoffe, textile Flächen und Kunstleder. Türgriffe, Schalter und Bedienelemente fühlen sich solide an. Das Lenkrad liegt sehr gut in der Hand und die elektrischen Vordersitze bieten bereits in der Grundausstattung einen guten Langstreckenkomfort.
Trotzdem finden sich Stellen, an denen der Rotstift sichtbar wird. Die unteren Türablagen und das Handschuhfach sind nicht mit Filz oder Teppich ausgekleidet. Lose Gegenstände können dort rascheln. Im Fond kommt deutlich mehr harter Kunststoff zum Einsatz als vorne. Das ist pflegeleicht, wirkt bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse aber weniger hochwertig.
Die optionale Multifunktionsbestuhlung kostet 860 Euro und ergänzt unter anderem Lehnenbreitenverstellung, Lordosenstütze, Massagefunktion und das Travel-Comfort-System zur Befestigung von Zubehör. Sitzheizung vorne und elektrische Sitzverstellung mit Memory gehören dagegen zur Serienausstattung.
Das optionale Harman-Kardon-System überzeugt mit sauberer räumlicher Darstellung, klaren Höhen und einem kräftigen, aber nicht übertriebenen Bass. Es ist Bestandteil des 1.900 Euro teuren Innovationspakets. In diesem Paket stecken außerdem das 3D-Head-up-Display und die erweiterte 3-Zonen-Klimaautomatik.
Wie groß sind Kofferraum und Frunk?
Der hintere Gepäckraum fasst 520 Liter. Nach dem Umlegen der im Verhältnis 40:20:40 geteilten Rücksitzlehnen wächst das Volumen auf bis zu 1.750 Liter.
Unter dem Ladeboden gibt es zusätzlichen Stauraum. Hinzu kommen seitliche Fächer, Haken für Einkaufstaschen und eine solide ausgeführte Gepäckraumabdeckung. Die elektrische Heckklappe inklusive Smart Opener gehört zur Serienausstattung.
Unter der Fronthaube befindet sich ein wasser- und staubdichtes Staufach mit 58 Litern Volumen. Dort passen nicht nur Ladekabel hinein, sondern auch eine kleinere Reisetasche oder verschmutzte Ausrüstung, die nicht im Innenraum transportiert werden soll.
Eignet sich der iX3 als Zugfahrzeug?
Der iX3 50 xDrive darf einen gebremsten Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 2.000 Kilogramm ziehen. Ungebremst sind 750 Kilogramm erlaubt. Die Stützlast beträgt 80 Kilogramm, die zulässige Dachlast 75 Kilogramm.
Damit eignet sich der BMW für größere Wohnwagen, Pferdeanhänger oder Fahrradträger. Die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung kostet 1.150 Euro. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 2.825 Kilogramm. BMW nennt eine Zuladung von 540 Kilogramm. Das ist für vier Erwachsene und Gepäck in der Regel ausreichend, bei voller Besetzung, Dachbox, Fahrrädern und hoher Stützlast sollte dennoch gerechnet werden.
Was kostet der BMW iX3 50 xDrive?
Der BMW iX3 50 xDrive startet in Deutschland bei 70.900 Euro. Der heckgetriebene iX3 40 mit 235 kW, 320 PS, 82,6-kWh-Batterie und maximal 637 Kilometern WLTP-Reichweite kostet mindestens 63.400 Euro. Alpinweiß und 20-Zoll-Räder sind beim iX3 50 xDrive serienmäßig. Bereits die Basisausstattung umfasst unter anderem:
- Elektrische Vordersitze mit Memory
- Sitzheizung vorne
- Wärmepumpe
- Zwei-Zonen-Klimaautomatik
- BMW Panoramic Vision
- 17,9-Zoll-Zentraldisplay
- Navigationssystem
- Wireless Apple CarPlay und Android Auto
- Digital Key Plus
- Driving Assistant Plus
- Parkassistent mit Rückfahrkamera
- Elektrische Heckklappe
- 11-kW-AC-Lader
- 400-kW-DC-Ladefähigkeit
- LED-Scheinwerfer
- Frunk mit 58 Litern Volumen
Trotzdem lässt sich der Preis schnell erhöhen. Eine durchaus realistische Konfiguration könnte so aussehen:
| Ausstattung | Aufpreis |
|---|---|
| Grundpreis BMW iX3 50 xDrive | 70.900 Euro |
| Metalliclackierung | 960 Euro |
| M Sportpaket | 3.800 Euro |
| Innovationspaket | 1.900 Euro |
| Panoramadach | 1.420 Euro |
| Anhängerkupplung | 1.150 Euro |
| Parking Assistant Professional | 850 Euro |
| Multifunktionssitze | 860 Euro |
| AC-Laden Professional mit 22 kW | 740 Euro |
| Gesamtpreis | 82.580 Euro |
Wo liegen die Stärken und Schwächen?
Das gefällt uns
- Sehr kraftvoller und gleichzeitig gut dosierbarer Antrieb
- Gelungene Abstimmung zwischen Komfort und Fahrdynamik
- Geringe Seitenneigung trotz 2.360 Kilogramm Leergewicht
- Sehr niedriges Geräuschniveau
- Überzeugende adaptive Rekuperation
- Innovatives Panoramic Vision
- Schnelle und verständliche Bedienoberfläche
- Umfangreiche Serienausstattung
- Bis zu 400 kW DC-Ladeleistung
- Großer Kofferraum und vollwertiger Frunk
- 2.000 Kilogramm Anhängelast
- Eines der besten derzeit verfügbaren Autobahn-Assistenzsysteme
Das gefällt uns weniger
- Hoher Grundpreis und teure Sonderausstattung
- 22-kW-AC-Lader kostet zusätzlich
- Teilweise harter Kunststoff im Fond
- Ungefütterte Ablagefächer und ungefüttertes Handschuhfach
- Klimatisierung fast vollständig über den Bildschirm
- Hintere Türen könnten weiter öffnen
- Autobahnassistent zeigt bei dichtem Verkehr noch Systemgrenzen
- Einige digitale Funktionen sind laufzeitbegrenzt
- Heckscheibenwischer hätte eleganter integriert werden können
- Maximale WLTP-Reichweite hängt stark von der Konfiguration ab
Ist der BMW iX3 50 xDrive das beste Elektro-SUV seiner Klasse?
Nach den ersten Kilometern hinterlässt der BMW iX3 50 xDrive einen ausgesprochen starken Eindruck. Die Neue Klasse wirkt nicht wie ein einzelnes neues Modell, sondern tatsächlich wie ein technischer Neustart. Antrieb, Rekuperation, Fahrwerk und Assistenzsysteme greifen überzeugend ineinander. Das Panoramic Vision ist keine bloße Spielerei, sondern kann die Ablenkung während der Fahrt tatsächlich reduzieren.
469 PS, bis zu 805 Kilometer WLTP-Reichweite und maximal 400 kW Ladeleistung lesen sich beeindruckend. Wichtiger ist aber, dass der iX3 auch abseits des Datenblatts funktioniert. Er ist schnell, leise, geräumig, komfortabel und überraschend handlich. Der auf unserer bewusst fordernden Testfahrt ermittelte Verbrauch von 20,0 kWh/100 km deutet zudem an, dass BMW die Effizienz trotz Leistung, Allradantrieb und großer Batterie nicht vergessen hat.
Perfekt ist der BMW trotzdem nicht. Die Preisliste bleibt typisch BMW, einige Kunststoffe passen nicht zum Preis und selbst das überzeugende Assistenzsystem stößt im dichten Verkehr noch an Grenzen. Außerdem stellt sich die Frage, ob ein 70.900 Euro teures Elektroauto wirklich noch 740 Euro Aufpreis für einen 22-kW-AC-Lader verlangen muss.
Unterm Strich ist der neue BMW iX3 50 xDrive aber ein ausgesprochen kompletter elektrischer Familien-SUV. Ob er tatsächlich das beste Elektro-SUV seiner Klasse ist, muss die Langstrecke zeigen. Nach diesem ersten Test steht jedoch fest: Die Neue Klasse ist weit mehr als eine neue Benutzeroberfläche und ein schicker Name. BMW hat technisch spürbar nachgelegt. Und ausgerechnet bei der wichtigsten traditionellen BMW-Eigenschaft liefert der elektrische iX3 die überzeugendste Antwort: Er macht Freude am Fahren.
Technische Daten BMW iX3 50 xDrive
| Antrieb | Vollelektrischer Allradantrieb |
| Antriebssystem | BMW xDrive |
| Getriebe | 1-Gang-Automatik |
| Maximale Leistung | 345 kW / 469 PS |
| 30-Minuten-Dauerleistung | 170 kW / 231 PS |
| Maximales Drehmoment | 645 Nm |
| Beschleunigung 0–100 km/h | 4,9 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h |
| Batteriegröße | 108,7 kWh |
| Bordnetz-Architektur | 800 Volt |
| WLTP-Verbrauch kombiniert | 15,1–18,1 kWh/100 km |
| WLTP-Reichweite | 673–805 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 0 g/km |
| CO₂-Klasse | A |
| Maximale DC-Ladeleistung | 400 kW |
| DC-Ladezeit 10–80 Prozent | 21 Minuten |
| Reichweite nach 10 Minuten HPC-Laden | 309–372 km |
| AC-Ladeleistung serienmäßig | 11 kW |
| AC-Ladeleistung optional | 22 kW |
| AC-Ladezeit 0–100 Prozent mit 11 kW | 11 Stunden |
| AC-Ladezeit 0–100 Prozent mit 22 kW | 5 Stunden 30 Minuten |
| Bidirektionales Laden | Ja |
| Maximale Lade- und Entladeleistung an der BMW Wallbox Professional | 11 kW |
| Vehicle-to-Load-Leistung | 3,7 kW |
| Länge | 4.782 mm |
| Breite ohne Außenspiegel | 1.895 mm |
| Breite mit Außenspiegeln | 2.093 mm |
| Höhe | 1.635 mm |
| Radstand | 2.897 mm |
| Leergewicht | 2.360 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 2.825 kg |
| Zuladung | 540 kg |
| Kofferraumvolumen | 520–1.750 Liter |
| Frunk-Volumen | 58 Liter |
| Anhängelast gebremst | 2.000 kg |
| Anhängelast ungebremst | 750 kg |
| Stützlast | 80 kg |
| Dachlast | 75 kg |
| Serienbereifung | 255/45 R20 |
| Sitzplätze | 5 |
| Basispreis Deutschland | 70.900 Euro |





















