Der Fiat 500 gehört zu den Fahrzeugen, die man eigentlich nicht erklären muss. Seine Form ist bekannt, seine Herkunft unverkennbar und seine Wirkung erstaunlich zeitlos. Trotzdem steht der kleine Italiener erneut vor einer Veränderung.
Nachdem die aktuelle Generation zunächst vor allem als vollelektrischer Fiat 500e auf sich aufmerksam gemacht hatte, erweitert Fiat das Angebot um den neuen Fiat 500 Hybrid.
Damit kehren ein Dreizylinder-Ottomotor, eine manuelle Sechsgangschaltung und ein klassisches Kupplungspedal in die moderne 500er-Karosserie zurück. Das Ergebnis ist kein Leistungsmonster und auch kein Technologieträger mit einem halben Dutzend Displays. Stattdessen konzentriert sich der Fiat 500 Hybrid auf das, was ein kleiner Stadtwagen wirklich können muss: kompakt sein, wenig verbrauchen, einfach zu bedienen sein und dabei möglichst viel Charme versprühen.
Wir waren mit dem neuen Fiat 500 Hybrid in Italien unterwegs und haben überprüft, ob die Verbindung aus modernem Cinquecento und klassischem Handschalter funktioniert.
Bleibt der Fiat 500 Hybrid optisch ein echter Cinquecento?
Fiat hat beim Design des 500 Hybrid keine Experimente gewagt. Das war auch nicht notwendig, denn die aktuelle Form des kleinen Italieners funktioniert weiterhin ausgesprochen gut. Der Fiat 500 bleibt rundlich, freundlich und sofort als Mitglied der traditionsreichen Baureihe erkennbar.
An der Front sitzen moderne LED-Scheinwerfer mit einem charakteristischen Tagfahrlicht. Anders als beim rein elektrischen Fiat 500e benötigt der Hybrid einen deutlich sichtbaren Kühlergrill. Schließlich muss der Dreizylinder-Ottomotor während der Fahrt mit ausreichend Kühlluft versorgt werden.
Unser Testwagen trägt eine auffällige gelb-goldene Metallic-Lackierung, die hervorragend zum verspielten Charakter des Fahrzeugs passt. Dazu kommen 16 Zoll große Leichtmetallräder mit Reifen im Format 195/55. Kleine 500-Logos und weitere liebevoll gestaltete Details erinnern immer wieder daran, dass Fiat bei diesem Fahrzeug nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein Lifestyle-Produkt verkaufen möchte.
Besonders gelungen sind die Hinweise auf die italienische Herkunft. Der Schriftzug „500 Torino“ verweist auf Turin, den Stammsitz der Marke. Auch in den Rückleuchten wurde das 500-Logo integriert. Im Innenraum begegnet uns später sogar die stilisierte Skyline von Turin.
Am Heck bleibt der Fiat 500 seiner bekannten Form ebenfalls treu. Ein kleiner Dachkantenspoiler verlängert die Dachlinie, auf eine auffällige Dachantenne verzichtet Fiat. Die Antennentechnik wurde unauffällig in die Karosserie beziehungsweise die Verglasung integriert. Lediglich der sichtbare Heckwischer stört die ansonsten ausgesprochen saubere Linienführung ein wenig.
Wie kompakt ist der Fiat 500 Hybrid wirklich?
Mit einer Länge von lediglich 3,63 Metern ist der Fiat 500 Hybrid weiterhin ein echter Stadtwagen. Die Karosserie ist 1,68 Meter breit, mit ausgeklappten Außenspiegeln sind es 1,87 Meter. Die Höhe beträgt 1,53 Meter.
Der Radstand fällt mit 2,32 Metern für ein Fahrzeug dieser Länge ordentlich aus. Noch wichtiger für den Stadtverkehr ist allerdings der Wendekreis. Mit gerade einmal 9,70 Metern lässt sich der Fiat 500 Hybrid auf engem Raum problemlos drehen und in kleine Parklücken manövrieren.
Auch beim Gewicht erinnert der Fiat an eine Fahrzeugklasse, die zunehmend selten wird. Das Leergewicht beträgt 1.141 Kilogramm. Damit bleibt der Hybrid deutlich leichter als viele moderne Elektroautos und zahlreiche größere Fahrzeuge mit umfangreicher Komfort- und Sicherheitsausstattung.
Die wichtigsten Abmessungen des Fiat 500 Hybrid:
Länge: 3,63 Meter
Breite: 1,68 Meter
Breite mit Außenspiegeln: 1,87 Meter
Höhe: 1,53 Meter
Radstand: 2,32 Meter
Wendekreis: 9,70 Meter
Leergewicht: 1.141 Kilogramm
Für enge italienische Altstädte, dicht befahrene Innenstädte und kleine Parkhäuser bringt der Fiat 500 Hybrid damit nahezu ideale Voraussetzungen mit.
Was steckt unter der Motorhaube?
Unter der kurzen Motorhaube arbeitet ein Dreizylinder-Ottomotor. Die Systemleistung wird mit 48 kW beziehungsweise 65 PS angegeben. Geschaltet wird klassisch über ein manuelles Sechsganggetriebe. Zusätzlich gibt es selbstverständlich einen Rückwärtsgang.
Die Motorhaube wird nicht von Gasdruckfedern gehalten, sondern mit einer klassischen Haubenstütze fixiert. Eine zusätzliche Dämmmatte an der Unterseite der Motorhaube war bei unserem Fahrzeug nicht vorhanden. Das weckte zunächst die Frage, ob sich der Dreizylinder im Innenraum akustisch deutlich bemerkbar machen würde. Die später gemessenen Geräuschwerte zeigen allerdings, dass der kleine Fiat trotz der fehlenden Dämmung ordentlich isoliert ist.
Mit 65 PS ist der Fiat 500 Hybrid auf dem Papier zurückhaltend motorisiert. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 16,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 155 km/h. Diese Werte machen deutlich, dass der Fiat 500 Hybrid kein Fahrzeug für das Überholprestige auf der Autobahn sein möchte. Seine Stärken liegen im urbanen Umfeld, auf Landstraßen und im alltäglichen Pendelverkehr.
Der kombinierte WLTP-Verbrauch wird mit 5,3 Litern je 100 Kilometer angegeben. In Verbindung mit dem 37 Liter großen Kraftstofftank ergibt sich rechnerisch eine Reichweite von knapp 700 Kilometern. Im normalen Alltag dürfte sich die tatsächliche Reichweite abhängig von Fahrweise, Verkehrsbedingungen und Außentemperatur entsprechend darunter oder darüber bewegen.
Die wichtigsten Antriebsdaten:
Motor: Dreizylinder-Ottomotor mit Hybrid-Unterstützung
Leistung: 48 kW beziehungsweise 65 PS
Getriebe: manuelles Sechsganggetriebe
Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 16,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h
WLTP-Verbrauch: 5,3 Liter je 100 Kilometer
Tankvolumen: 37 Liter
Wie viel Gepäck passt in den Fiat 500 Hybrid?
Einen Frunk unter der Motorhaube gibt es beim Fiat 500 Hybrid naturgemäß nicht. Dafür besitzt der Kleinwagen einen konventionellen Kofferraum mit einer angenehm großen Hecköffnung.
Die Heckklappe wird manuell geöffnet und geschlossen. Eine Schlaufe an der Innenseite erleichtert das Herunterziehen, ohne dabei Fingerabdrücke auf dem Lack zu hinterlassen. Hinter der Rückbank stehen 183 Liter Gepäckraumvolumen zur Verfügung. Das klingt zunächst überschaubar, reicht für Einkäufe, Getränkekisten, kleinere Reisetaschen oder das typische Stadtgepäck aber durchaus aus. Unter dem Ladeboden befindet sich ein kleiner zusätzlicher Stauraum, in dem sich Bordwerkzeug und andere Kleinigkeiten unterbringen lassen. Eine Beleuchtung ist vorhanden. Praktische Haken zur Fixierung von Einkaufstaschen hätten den Nutzwert allerdings noch verbessert.
Wird mehr Platz benötigt, lässt sich die Rücksitzlehne vollständig umklappen. Das maximale Ladevolumen steigt dadurch auf 440 Liter. Die große Hecköffnung erleichtert das Einladen sperriger Gegenstände. Eine geteilte Rückbank wäre im Alltag flexibler gewesen, im kompakten Fiat muss die Lehne jedoch als Ganzes umgelegt werden.
Angaben zu einer möglichen Dachlast oder Anhängelast lagen im Rahmen unseres Tests nicht vor. Für die typische Nutzung eines solchen Stadtwagens dürfte das für viele Interessenten allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Wie hochwertig wirkt der Innenraum?
Beim Einstieg begegnet uns zunächst eine einfache Seitenscheibenverglasung. Angesichts eines Einstiegspreises von unter 20.000 Euro wäre eine aufwendige Akustikverglasung in dieser Fahrzeugklasse kaum zu erwarten.
Die Türverkleidungen bestehen überwiegend aus hartem Kunststoff. Fiat versucht jedoch nicht, diesen Kunststoff als etwas anderes erscheinen zu lassen. Die Oberflächen sind sauber gemasert und werden durch Stoffelemente aufgelockert.
Interessant ist die elektrische Türöffnung. Zusätzlich gibt es eine mechanische Notentriegelung. Ablagen in den Türen bieten Platz für eine Flasche und weitere kleinere Gegenstände. Der Innenraum kombiniert digitale Anzeigen mit klassischer Bedienung. Hinter dem Lenkrad sitzt ein digitales Fahrerdisplay, das unter anderem Geschwindigkeit und Motordrehzahl darstellt. Das Lenkrad lässt sich in Höhe und Abstand einstellen und liegt mit seinem gepolsterten Lederbezug angenehm in der Hand.
Die Multifunktionstasten sind haptisch bedienbar. Auf der linken Seite werden unter anderem die Infotainmentfunktionen gesteuert, rechts befinden sich die Tasten für die Geschwindigkeitsregelanlage und weitere Fahrzeugfunktionen. Ein Head-up-Display gibt es nicht. In einem Kleinwagen dieser Preisklasse empfinden wir das allerdings nicht als echten Nachteil.
Warum ist die Klimabedienung erfreulich unkompliziert?
In der Mitte des Armaturenbretts sitzt ein modernes Infotainmentsystem. Apple CarPlay und Android Auto ermöglichen die Einbindung des eigenen Smartphones. Navigation, Musik, Podcasts und weitere Apps können dadurch direkt über den Bildschirm genutzt werden.
Unterhalb des Displays befinden sich echte Tasten für Zentralverriegelung, Warnblinkanlage und Klimatisierung. Temperatur, Luftverteilung, Gebläsestärke, Umluftfunktion und Heckscheibenheizung lassen sich ohne Umwege durch digitale Untermenüs bedienen.
Genau so sollte eine Klimabedienung im Auto funktionieren. Die wichtigsten Einstellungen können während der Fahrt ertastet und verändert werden, ohne dass der Blick länger von der Straße genommen werden muss.
Zusätzlich stehen mehrere Anschlüsse zur Verfügung. Im vorderen Bereich befindet sich ein USB-A-Anschluss. Weiter hinten gibt es eine 12-Volt-Steckdose, einen weiteren USB-A-Port und einen USB-C-Anschluss.
Auch eine Ablage für das Smartphone ist vorhanden. Abhängig von der Ausstattung kann dieser Bereich offenbar eine induktive Ladefunktion enthalten.
Was macht den Innenraum typisch Fiat 500?
Ein besonderes Gestaltungselement ist die große, in Wagenfarbe lackierte Fläche am Armaturenbrett. Die Außenfarbe wird damit in den Innenraum übertragen und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.
Hinzu kommen die bereits erwähnte Skyline von Turin und mehrere 500-Logos. Die Sitze besitzen eine Stoffkombination mit eingesticktem Modellschriftzug. Der Fiat 500 zeigt damit, dass ein Kleinwagen nicht zwangsläufig nüchtern und emotionslos gestaltet sein muss.
Das Handschuhfach fällt für ein Fahrzeug dieser Größe erstaunlich geräumig aus. Auch zwischen den Vordersitzen stehen mehrere Ablagen und Getränkehalter zur Verfügung. Eine Mittelarmlehne fehlt allerdings. Gerade auf längeren Strecken würde sie die Ergonomie deutlich verbessern. Auch die langen Wege des Schalthebels passen zwar zum analogen Charakter, könnten aber etwas präziser und kürzer ausfallen.
An einigen Stellen sind harte und potenziell kratzempfindliche Kunststoffe sichtbar. Das betrifft unter anderem die Einstiegsbereiche. Angesichts der Preisklasse ist das nachvollziehbar, sollte aber bei der Bewertung nicht unerwähnt bleiben.
Wie gut sitzt man im Fiat 500 Hybrid?
Auf den vorderen Plätzen überrascht der Fiat 500 Hybrid mit einem ordentlichen Raumangebot. Auch mit einer Körpergröße von 1,85 Metern lässt sich eine angenehme Sitzposition finden. Die Kopffreiheit fällt vorne ausreichend aus, und durch die großen Glasflächen ist die Rundumsicht gut.
Die Sitze sind vernünftig gepolstert und bieten auch auf längeren Strecken einen akzeptablen Komfort. Sie sind nicht übermäßig sportlich konturiert, passen damit aber zum alltäglichen Einsatzbereich des Fahrzeugs.
Für Kindersitze stehen insgesamt drei Isofix-Möglichkeiten zur Verfügung. Zwei befinden sich auf den hinteren Sitzplätzen, eine weitere auf dem Beifahrersitz.
Der Zugang zur zweiten Reihe wird durch eine Easy-Entry-Funktion erleichtert. Der Vordersitz lässt sich nach vorne bewegen, damit Passagiere hinter den beiden Türen einsteigen können.
Erwachsene können hinten grundsätzlich mitfahren. Allerdings bleiben die Platzverhältnisse naturgemäß eingeschränkt. Besonders die nach hinten abfallende Dachlinie begrenzt die Kopffreiheit. Für kurze Strecken ist die zweite Reihe brauchbar, als vollwertiger Viersitzer für lange Reisen ist der Fiat 500 Hybrid jedoch nur bedingt geeignet.
Wie fährt sich der Fiat 500 Hybrid?
Schon nach den ersten Metern wird deutlich, dass der Fiat 500 Hybrid ein bewusst klassisches Fahrerlebnis bietet. Es gibt ein Kupplungspedal, einen Schalthebel und sechs manuell einzulegende Vorwärtsgänge.
Das Getriebe lässt sich leicht und flüssig schalten. Die Schaltwege sind allerdings relativ lang. Eine etwas knackigere Führung hätte besser zum agilen Charakter des Fahrzeugs gepasst.
Mit 65 PS muss der Motor regelmäßig gedreht werden. Die maximale Drehzahl reicht bis etwa 6.200 Umdrehungen pro Minute. Wer zügig vorankommen möchte, sollte daher nicht zu früh hochschalten.
Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 16,2 Sekunden verlangt Geduld. Im Stadtverkehr fällt die geringe Leistung dank des niedrigen Gewichts weniger stark auf. Dort wirkt der Fiat ausreichend lebendig, reagiert direkt und lässt sich mühelos durch enge Straßen bewegen.
Auf schnellen Landstraßen oder beim Auffahren auf die Autobahn muss dagegen vorausschauender geplant werden. Spontane Zwischenspurts gehören nicht zu den Talenten des Fiat 500 Hybrid.
Klingt der Dreizylinder besser als erwartet?
Akustisch überrascht der Dreizylinder positiv. Der Motor klingt kernig und unter Last beinahe sonor. Der typische Dreizylinder-Rhythmus ist hörbar, wirkt aber nicht unangenehm oder übermäßig angestrengt.
Beim Zurückschalten und Beschleunigen entsteht sogar ein gewisser Unterhaltungswert. Der Fiat 500 Hybrid ist kein Sportwagen, vermittelt aber mehr mechanisches Fahrerlebnis als viele stark abgeschirmte und automatisierte Neufahrzeuge.
Auch das serienmäßige Audiosystem liefert eine für die Fahrzeugklasse ordentliche Leistung. Es richtet sich nicht an besonders anspruchsvolle Hi-Fi-Fans, reicht für Radio, Musikstreaming und Podcasts aber problemlos aus.
Fiat 500 Hybrid Fotos














Wie laut ist es im Innenraum?
Während der Testfahrt haben wir die Geräuschkulisse bei verschiedenen Geschwindigkeiten gemessen. Bei 50 km/h wurden etwa 62 Dezibel ermittelt. Bei 70 km/h stieg der Wert auf rund 67 Dezibel. Bei ungefähr 90 km/h zeigte das Messgerät etwa 70 bis 71 Dezibel an.
Für einen Kleinwagen mit einfacher Verglasung und ohne sichtbare Dämmmatte unter der Motorhaube sind das ordentliche Werte. Der Fiat bleibt bei normalen Geschwindigkeiten ausreichend leise, um sich entspannt zu unterhalten oder einen Podcast zu hören.
Unter hoher Last wird der Dreizylinder naturgemäß deutlicher hörbar. Das ist allerdings weniger ein akustisches Problem als ein Teil des bewusst analogen Fahrerlebnisses.
Ist das Fahrwerk nur für die Stadt geeignet?
Das Fahrwerk des Fiat 500 Hybrid findet einen gelungenen Kompromiss zwischen Agilität und Komfort. Der Kleinwagen reagiert direkt auf Lenkbewegungen und lässt sich präzise durch Kurven führen.
Sein geringer Wendekreis, die übersichtlichen Abmessungen und das niedrige Gewicht sorgen für ein ausgesprochen handliches Fahrgefühl. Gerade auf kurvigen italienischen Straßen vermittelt der Fiat mehr Fahrfreude, als seine bescheidene Motorleistung erwarten lässt.
Gleichzeitig ist die Abstimmung nicht übermäßig hart. Normale Unebenheiten und Kanaldeckel werden ordentlich verarbeitet. Gröbere Kanten und Bahnübergänge können zwar spürbar in den Innenraum durchgereicht werden, insgesamt bleibt der Komfort aber auf einem guten Niveau.
Auch eine längere Reise ist mit dem Fiat 500 Hybrid möglich. Die Sitze sind ausreichend bequem, eine Klimaanlage ist vorhanden und das Fahrzeug läuft bei konstantem Tempo stabil. Für regelmäßige lange Autobahnetappen gibt es komfortablere Alternativen, grundsätzlich ist der kleine Italiener aber nicht ausschließlich auf kurze Stadtfahrten beschränkt.
Welche Assistenzsysteme bietet der Fiat 500 Hybrid?
Unser Testwagen konzentrierte sich bei den Fahrerassistenzsystemen auf das Wesentliche. Eine klassische Geschwindigkeitsregelanlage ist vorhanden. Die gewünschte Geschwindigkeit lässt sich über die Lenkradtasten einstellen und wird anschließend gehalten.
Einen Abstandsregeltempomaten oder eine aktive Lenkunterstützung bot das gefahrene Fahrzeug nicht. Auch eine permanente Spurzentrierung war nicht vorhanden. Trotzdem läuft der Fiat dank seiner ordentlich abgestimmten Lenkung stabil geradeaus.
Eine Verkehrszeichenerkennung gehört ebenfalls zum Funktionsumfang. Diese arbeitete während der Testfahrt allerdings nicht immer zuverlässig. Teilweise wurden Geschwindigkeitsbegrenzungen verspätet oder falsch angezeigt. Die Anzeige in der Smartphone-Navigation war in diesen Situationen gelegentlich aktueller.
Beim Einparken verzichtet der Fiat auf eine Rückfahrkamera. Akustische Parksensoren unterstützen den Fahrer jedoch beim Rangieren. Dank der kompakten Karosserie, der guten Rundumsicht und des kleinen Wendekreises lässt sich der 500 auch ohne Kamerasystem problemlos in enge Lücken stellen.
Eine Rückfahrkamera wäre angenehm, ist bei einem 3,63 Meter kurzen Stadtwagen aber kein zwingendes Muss. Gleichzeitig zeigt der Verzicht, wie Fiat den Einstiegspreis niedrig halten möchte.
Wo liegen die Stärken des Fiat 500 Hybrid?
Die größte Stärke des Fiat 500 Hybrid ist sein stimmiges Gesamtpaket. Das Fahrzeug verbindet ein emotionales Design mit kompakten Abmessungen, einem geringen Gewicht und einer vergleichsweise einfachen Bedienung.
Der Innenraum wirkt trotz harter Kunststoffe nicht lieblos. Die lackierte Armaturentafel, die Turin-Details und die 500-Schriftzüge schaffen eine Atmosphäre, die viele nüchterne Kleinwagen vermissen lassen.
Auch das manuelle Getriebe ist ein wichtiger Teil des Charakters. Der Fiat fährt sich direkt, ehrlich und angenehm unaufgeregt. Wer gerne selbst schaltet und keinen hochgezüchteten Antrieb benötigt, bekommt hier ein zunehmend seltenes Fahrerlebnis.
Der Wendekreis von 9,70 Metern, die gute Übersicht und die kompakten Maße machen den Fiat zu einem idealen Stadtfahrzeug. Gleichzeitig fällt der Komfort gut genug aus, um auch gelegentliche längere Fahrten zu absolvieren.
Wo hat der Fiat 500 Hybrid Schwächen?
Die geringe Leistung lässt sich nicht wegdiskutieren. 65 PS und 16,2 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h sind auch in einem leichten Kleinwagen keine sportliche Ansage. Wer häufig Autobahn fährt, voll beladen unterwegs ist oder regelmäßig auf kurzen Auffahrten beschleunigen muss, dürfte sich mehr Reserven wünschen.
Auch die langen Schaltwege trüben den ansonsten erfreulich direkten Fahreindruck etwas. Eine präzisere und kürzere Führung hätte gut zum Charakter des Fiat gepasst.
Im Innenraum fehlt eine Mittelarmlehne. Die Kunststoffe sind teilweise hart und kratzempfindlich. Auf der Rückbank wird es für große Erwachsene eng, insbesondere bei der Kopffreiheit. Im Kofferraum vermissen wir Befestigungshaken für Einkaufstaschen und eine geteilt umklappbare Rücksitzlehne. Bei den Assistenzsystemen arbeitet die Verkehrszeichenerkennung nicht immer zuverlässig. Eine Rückfahrkamera gibt es zumindest im getesteten Fahrzeug ebenfalls nicht.
Keine dieser Schwächen macht den Fiat 500 Hybrid zu einem schlechten Auto. Sie zeigen aber, an welchen Stellen Fiat gespart oder bewusst auf Einfachheit gesetzt hat.
Fiat 500 Hybrid Test
Für wen eignet sich der Fiat 500 Hybrid?
Der Fiat 500 Hybrid richtet sich an Menschen, die einen kompakten und emotional gestalteten Kleinwagen suchen, aber nicht rein elektrisch fahren möchten oder können. Besonders gut passt er in die Stadt. Kurze Wege, enge Straßen und kleine Parklücken gehören zu seinem bevorzugten Umfeld. Durch den niedrigen WLTP-Verbrauch von 5,3 Litern je 100 Kilometer kann er auch für Pendler interessant sein.
Familien werden den Fiat eher als Zweitwagen nutzen. Drei Isofix-Befestigungen sind praktisch, das Platzangebot im Fond und der 183 Liter große Kofferraum setzen dem Alltag mit mehreren Personen aber Grenzen.
Für Fahranfänger kann der Fiat 500 Hybrid ebenfalls interessant sein. Die Leistung bleibt überschaubar, die Karosserie ist gut zu überblicken und der Wendekreis erleichtert das Rangieren. Gleichzeitig lernen junge Fahrer hier noch den klassischen Umgang mit Kupplung und Handschaltung.
Ist der Fiat 500 Hybrid die bessere Wahl als der Fiat 500e?
Die Entscheidung zwischen dem Fiat 500 Hybrid und dem vollelektrischen Fiat 500e hängt stark vom persönlichen Einsatzprofil und vom verfügbaren Budget ab. Der elektrische 500 fährt leiser, spontaner und lokal emissionsfrei. Er bietet das modernere Antriebskonzept und dürfte insbesondere im Stadtverkehr die angenehmere Motorisierung sein.
Der Fiat 500 Hybrid punktet dagegen mit einem niedrigeren Einstiegspreis, einer unkomplizierten Reichweite und der Möglichkeit, innerhalb weniger Minuten Kraftstoff nachzufüllen. Außerdem vermittelt er mit Kupplung, Handschaltung und Dreizylinder ein klassischeres Fahrgefühl.
Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann und überwiegend kurze Strecken fährt, dürfte weiterhin gute Argumente für den elektrischen 500 finden. Wer möglichst günstig in die aktuelle 500er-Generation einsteigen möchte und keine Ladeinfrastruktur nutzen kann, erhält mit dem Hybrid eine nachvollziehbare Alternative.
Wie fällt das Fazit zum Fiat 500 Hybrid aus?
Der Fiat 500 Hybrid ist kein Auto, das über Leistung, Rekordreichweiten oder besonders aufwendige Assistenzsysteme überzeugen möchte. Seine Qualitäten liegen an anderer Stelle. Er sieht charmant aus, bleibt angenehm kompakt und vermittelt ein direktes, klassisches Fahrgefühl. Die Bedienung ist weitgehend unkompliziert, die Klimatisierung besitzt echte Tasten und das manuelle Getriebe bringt eine Form von Interaktion zurück, die bei modernen Fahrzeugen zunehmend verschwindet.
Die 65 Pferdchen reichen im Stadtverkehr aus, verlangen außerhalb geschlossener Ortschaften aber Geduld. Der kleine Motor muss gedreht werden, und schnelle Überholmanöver wollen gut geplant sein. Dafür verspricht der WLTP-Verbrauch von 5,3 Litern je 100 Kilometer überschaubare Kraftstoffkosten.
Der Innenraum bietet vorne überraschend viel Platz, hinten bleibt es konstruktionsbedingt eng. Der Kofferraum reicht für den Stadtalltag, setzt bei größeren Transportaufgaben aber klare Grenzen.
Unterm Strich bleibt der Fiat 500 Hybrid ein echter Cinquecento. Modernisiert, digitalisiert und mit einigen zeitgemäßen Komfortfunktionen ausgestattet, aber weiterhin klein, verspielt und unverwechselbar italienisch.
Wer einen möglichst praktischen Kleinwagen mit maximalem Raumangebot sucht, findet rationalere Alternativen. Wer dagegen einen kompakten Stadtwagen mit Charakter, Handschaltung und hohem Wiedererkennungswert haben möchte, sollte den Fiat 500 Hybrid zumindest einmal selbst ausprobieren.
Der Cinquecento bleibt ein Cinquecento. Und das ist in diesem Fall verdammt gut so.





















