Der neue Jeep Compass ist nicht nur als Elektroauto erhältlich. Mit dem Jeep Compass PHEV bringt die traditionsreiche SUV-Marke eine Plug-in-Hybrid-Version auf den Markt, die zwei unterschiedliche Anforderungen miteinander verbinden soll. Im Alltag kann der Compass viele Strecken rein elektrisch zurücklegen, auf längeren Reisen übernimmt bei Bedarf weiterhin ein Benziner. Das klingt nach dem bekannten Prinzip eines Plug-in-Hybriden, Jeep setzt es beim neuen Compass jedoch mit einer vergleichsweise großen elektrischen Reichweite, 225 PS Systemleistung und einer umfangreichen Ausstattung um.
Wir konnten uns den neuen Jeep Compass PHEV ausführlich ansehen und ihn auf Landstraße, Autobahn und im urbanen Umfeld fahren. Dabei zeigte sich ein überraschend ausgewogenes Familien-SUV, das komfortabel, leise und ausreichend kräftig unterwegs ist. Gleichzeitig gibt es einige Details, bei denen Jeep konsequenter hätte sein dürfen.
Für wen ist der Jeep Compass PHEV gedacht?
Nicht jeder Autofahrer möchte sofort vollständig auf ein Elektroauto umsteigen. Manche können zu Hause oder am Arbeitsplatz laden, benötigen auf längeren Strecken aber weiterhin die Flexibilität eines Verbrennungsmotors. Genau an dieser Stelle setzt der Jeep Compass PHEV an.
Seine Batterie soll für den überwiegenden Teil der täglichen Fahrten ausreichen. Wird die Strecke länger oder steht keine Lademöglichkeit zur Verfügung, springt der Benziner ein. Jeep nennt eine Gesamtreichweite von bis zu 978 Kilometern. Damit bewegt sich der Compass zumindest auf dem Papier in einem Bereich, der auch längere Urlaubsfahrten ohne ausgeprägte Ladeplanung ermöglicht.
Das Konzept funktioniert allerdings nur dann sinnvoll, wenn die Batterie regelmäßig geladen wird. Ein Plug-in-Hybrid, der dauerhaft mit leerem Akku bewegt wird, trägt schließlich nicht nur einen Verbrennungsmotor, sondern zusätzlich einen Elektromotor und ein knapp 18 kWh großes Batteriepaket mit sich herum. Wer keine realistische Lademöglichkeit hat, dürfte deshalb mit dem normalen E-Hybrid oder einem konventionelleren Antrieb besser beraten sein.
Was unterscheidet den Plug-in-Hybrid vom normalen E-Hybrid?
Beim Jeep Compass ist die genaue Modellbezeichnung wichtig. Neben dem Plug-in-Hybrid bietet Jeep auch einen E-Hybrid an, dessen Batterie nicht extern geladen werden kann. Wer elektrisch größere Strecken zurücklegen möchte, muss deshalb auf den Zusatz „Plug-in“ achten.
Der von uns gefahrene Jeep Compass PHEV Summit E-Hybrid Plug-in FWD 225 HP besitzt einen Ladeanschluss und eine nutzbare Batteriekapazität von 17,9 kWh. Die Abkürzung FWD steht für Front-Wheel Drive, also Frontantrieb. Der Plug-in-Hybrid schickt seine Leistung ausschließlich an die Vorderräder.
Ein klassischer Jeep-Allradantrieb gehört bei dieser Variante somit nicht zum Paket. Trotzdem hat Jeep dem Compass einige typische SUV-Eigenschaften mitgegeben. Dazu gehören 200 Millimeter Bodenfreiheit, verschiedene Fahrprogramme und vergleichsweise kurze Karosserieüberhänge.
Wie viel Leistung bietet der Jeep Compass PHEV?
Das Plug-in-Hybrid-System erreicht eine kombinierte Leistung von 165 kW, entsprechend 225 PS. Das maximale Systemdrehmoment liegt bei 350 Newtonmetern.
Unter der Motorhaube arbeitet ein 1,6 Liter großer Benziner mit 110 kW, also 150 PS. Der Verbrennungsmotor stellt ein maximales Drehmoment von 300 Newtonmetern bereit. Unterstützt wird er von einem Elektromotor mit 92 kW und bis zu 350 Newtonmetern.
Jeep kombiniert beide Antriebe mit einem Siebengang-Getriebe. Über Schaltwippen am Lenkrad können die Gänge bei Bedarf manuell gewählt werden.
Für den Sprint von 0 auf 100 km/h nennt Jeep 8,0 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 216 km/h. Damit wird der Compass nicht zum Sport-SUV, er ist aber ausreichend motorisiert, um auf der Autobahn souverän zu beschleunigen und Überholvorgänge ohne lange Vorplanung abzuschließen.
Im Fahrversuch erreichte der Compass zügig Geschwindigkeiten jenseits von 200 km/h. Dabei blieb das Fahrzeug überraschend stabil. Die großen Bremsen vermittelten ebenfalls einen kräftigen und gut dosierbaren Eindruck.
Wie weit fährt der Jeep Compass PHEV elektrisch?
Die netto nutzbare Batteriekapazität beträgt 17,9 kWh. Nach WLTP soll der Jeep Compass PHEV kombiniert zwischen 90 und 94 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können. Im Stadtverkehr nennt Jeep sogar 108 bis 113 Kilometer.
Damit gehört die elektrische Reichweite zu den wichtigsten Argumenten für den Plug-in-Hybrid. Für viele Pendler dürften 90 Kilometer ausreichen, um den täglichen Arbeitsweg vollständig elektrisch zu absolvieren. Unter günstigen Bedingungen könnten sogar mehrere kurze Alltagsfahrten ohne einen Start des Benzinmotors möglich sein.
Entscheidend ist allerdings, wie schnell gefahren wird, wie stark Heizung oder Klimaanlage arbeiten und welche Außentemperaturen herrschen. Auch die Wahl der Räder beeinflusst den Verbrauch. Unser Summit-Testwagen stand auf 20 Zoll großen Leichtmetallrädern mit Reifen im Format 235/50 R20. Sie sehen gut aus, dürften bei Reichweite und Komfort aber nicht die effizienteste Kombination darstellen.
Über eine separate Funktion lässt sich die elektrische Energie im Akku für einen späteren Streckenabschnitt reservieren. Das kann sinnvoll sein, wenn zunächst eine längere Autobahnfahrt ansteht und die gespeicherte Energie anschließend im Stadtverkehr genutzt werden soll.
Jeep Compass PHEV Fahrbericht
Wie realistisch ist der niedrige Normverbrauch?
Jeep gibt für den Compass PHEV einen kombinierten WLTP-Verbrauch von 2,7 bis 2,9 Litern Benzin je 100 Kilometer an. Hinzu kommen 14,5 bis 14,9 kWh elektrische Energie. Die offiziellen CO₂-Emissionen liegen bei 61 bis 63 Gramm je Kilometer.
Diese Werte sind erklärungsbedürftig. Der WLTP-Wert eines Plug-in-Hybriden basiert darauf, dass ein erheblicher Teil der Strecke mit zuvor geladener Batterie zurückgelegt wird. Die 2,7 Liter sind deshalb kein realistischer Dauerverbrauch für eine lange Autobahnfahrt mit leerem Akku.
Bei entladener Batterie nennt Jeep einen Kraftstoffverbrauch zwischen 6,5 und 7,0 Litern je 100 Kilometer. Dieser Wert ist für die Einschätzung der Langstreckeneffizienz deutlich aussagekräftiger.
Im Bordcomputer unseres Fahrzeugs waren nach 410 Kilometern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 km/h rund 3,0 Liter Benzin je 100 Kilometer gespeichert. Dazu kam der elektrische Energieverbrauch. Der Wert zeigt, dass das System bei einem hohen elektrischen Fahranteil durchaus sparsam arbeiten kann. Als isolierter Benzinverbrauch darf er jedoch nicht betrachtet werden.
Wer den Jeep Compass PHEV täglich lädt und überwiegend kurze bis mittlere Strecken fährt, kann den Benzinverbrauch stark reduzieren. Wer dagegen regelmäßig mit leerer Batterie und hohem Autobahntempo unterwegs ist, wird eher Werte zwischen sechs und sieben Litern oder darüber sehen.
Wie schnell lässt sich der Jeep Compass PHEV laden?
Der Jeep Compass PHEV besitzt einen 7,4 kW starken Onboard-Charger. An einer entsprechend leistungsfähigen AC-Ladestation gibt Jeep eine Ladezeit von 2 Stunden und 53 Minuten an.
Damit passt ein vollständiger Ladevorgang gut zu typischen Standzeiten. Während eines Arbeitstages, beim Einkaufen oder über Nacht lässt sich die Batterie problemlos wieder füllen.
Eine DC-Schnellladefunktion besitzt der Compass PHEV nicht.
Ein CCS-Anschluss fehlt somit. Das ist angesichts einer elektrischen Reichweite von mehr als 90 Kilometern bedauerlich. Ein kurzer Schnellladestopp könnte den elektrischen Anteil auf längeren Strecken erhöhen. Andererseits würde zusätzliche DC-Ladetechnik Kosten und Gewicht verursachen.
Im Alltag dürfte das AC-Laden für viele Nutzer ausreichen. Voraussetzung bleibt eine regelmäßige Lademöglichkeit zu Hause, am Arbeitsplatz oder an häufig besuchten Orten.
Wie eigenständig sieht der neue Jeep Compass aus?
Optisch ist der neue Compass klar als Jeep zu erkennen, ohne sich ausschließlich auf nostalgische Geländewagen-Zitate zu verlassen. Die Front interpretiert den traditionellen Kühlergrill mit sieben Elementen neu. Die Tagfahrlicht-Grafik führt optisch in die Performance-LED-Scheinwerfer über.
Je nach Ausstattung sind Matrix-LED-Scheinwerfer erhältlich. Sie können einzelne Bereiche des Fernlichts ausblenden, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden, während die übrige Fahrbahn weiterhin möglichst weit ausgeleuchtet wird.
Unser Fahrzeug kombinierte eine mittelblaue Metallic-Lackierung mit zahlreichen schwarz glänzenden Elementen. Dazu kamen die großen 20 Zoll Räder, schwarze Einfassungen an den Radhäusern und eine abgedunkelte Privacy-Verglasung. Das Ergebnis wirkt modern, wertig und weniger rustikal als bei früheren Jeep-Modellen.
Auch die Heckpartie ist gelungen. Die Rückleuchten besitzen eine eigenständige Grafik, der beleuchtete Jeep-Schriftzug unterstreicht den modernen Auftritt. Weniger elegant wirkt der konventionell auf der Heckscheibe platzierte Scheibenwischer. Eine Integration in den Dachkantenspoiler hätte die klare Heckansicht verbessert.
Wie groß ist der Jeep Compass PHEV?
Mit einer Länge von rund 4,55 Metern gehört der Compass in die Klasse der kompakten Familien-SUV. Die Breite ohne Außenspiegel beträgt 1,94 Meter, die Höhe liegt bei 1,68 Metern. Der Radstand misst 2,78 Meter.
Damit ist der Compass groß genug für eine Familie, bleibt aber noch handlich genug für den Stadtverkehr. Der Wendekreis von 10,80 Metern fällt für ein Fahrzeug dieser Größe angenehm kompakt aus.
Das Gewicht wird nach MRO-Angabe mit 1.994 Kilogramm genannt. MRO bedeutet „Mass in Running Order“ und bezeichnet das fahrbereite Fahrzeuggewicht inklusive Betriebsstoffen und einer normierten Fahrerzuladung. Knapp zwei Tonnen sind viel, für einen Plug-in-Hybrid dieser Größe aber nicht ungewöhnlich.
Die Anhängelast beträgt 1.500 Kilogramm. Die zulässige Stützlast liegt bei 80 Kilogramm. Damit eignet sich der Compass auch für kleinere Wohnwagen, Transportanhänger oder einen schweren Fahrradträger.
Wie praktisch ist der Kofferraum?
Der Kofferraum fasst fast 550 Liter. Jeep spricht von einem der besten Gepäckabteile seiner Klasse. Ob der Compass tatsächlich jeden Wettbewerber übertrifft, lässt sich ohne direkten Vergleich nicht abschließend beurteilen. Groß und gut nutzbar ist der Laderaum aber zweifellos.
Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Durch die schmale Mittelpassage können längere Gegenstände transportiert werden, während zwei äußere Sitzplätze erhalten bleiben. Werden die Lehnen vollständig umgelegt, entsteht eine große und weitgehend ebene Ladefläche.
Ein doppelter Ladeboden erhöht die Flexibilität. Er kann auf unterschiedlichen Höhen eingesetzt werden. In der tieferen Position lassen sich beispielsweise größere Gepäckstücke aufrecht transportieren. Unterhalb des Ladebodens bleibt zusätzlicher Stauraum.
Die breite Heckklappe öffnet elektrisch und gibt eine große Ladeöffnung frei. Verzurrösen helfen beim Sichern schwererer Gegenstände. Zwei helle LED-Leuchten verbessern die Sicht bei Dunkelheit.
Kritik verdient die Materialwahl an den Seitenwänden. Dort verwendet Jeep harten Kunststoff, auf dem bereits bei einem nahezu neuen Fahrzeug erste Kratzspuren zu erkennen waren. Eine textile Verkleidung wäre nicht nur hochwertiger, sondern auch unempfindlicher gegenüber sichtbaren Gebrauchsspuren gewesen. Zusätzliche Taschenhaken hätten den Nutzwert ebenfalls erhöht.
Wie hochwertig wirkt der Innenraum?
Vorne präsentiert sich der Jeep Compass PHEV deutlich moderner und hochwertiger als viele frühere Modelle der Marke. Große Bereiche der Türverkleidungen und des Armaturenbretts sind weich ausgeführt oder mit Kunstleder und sichtbaren Nähten bezogen.
Das Lenkrad liegt gut in der Hand, ist oben und unten abgeflacht und lässt sich in Höhe und Abstand verstellen. Hinter dem Lenkrad sitzt ein digitales Fahrerdisplay. Ein Head-up-Display projiziert Geschwindigkeit, Navigation, Verkehrszeichen und Hinweise der Assistenzsysteme direkt in die Windschutzscheibe.
Die Summit-Ausstattung bietet elektrisch verstellbare Sitze mit Lordosenstütze. Hinzu kommen Sitzheizung, Sitzbelüftung und eine Massagefunktion. Die Sitze sind straff, aber komfortabel gepolstert und bieten guten Halt im Schulter-, Oberschenkel- und Lendenbereich.
Die Mittelarmlehne lässt sich von beiden Seiten öffnen. Darunter befindet sich ein großes, gummiertes Ablagefach. Weitere Fächer, zwei Becherhalter und eine belüftete induktive Ladeschale für Smartphones erhöhen den Alltagsnutzen.
Nicht alles wirkt gleichermaßen hochwertig. Das Handschuhfach und einige Türablagen sind nicht mit Filz oder Teppich ausgekleidet. Kleine Gegenstände können dort klappern. Auch im unteren Bereich der Türen und an den Einstiegen dominiert harter Kunststoff.
Besonders auffällig ist der Materialunterschied zwischen Vorder- und Hintertüren. Während vorne weiche Flächen, Ziernähte und Metalloptik für ein hochwertiges Ambiente sorgen, verwendet Jeep hinten deutlich mehr Hartplastik. Dieses Vorgehen ist in der Branche verbreitet, macht es aber nicht überzeugender.
Wie gut ist das Infotainment des Jeep Compass PHEV?
Das breite zentrale Display ist optisch stark in die horizontale Gestaltung des Armaturenbretts eingebunden. Der Startbildschirm lässt sich anpassen, wichtige Funktionen sind über eine moderne Kachelstruktur erreichbar.
Apple CarPlay und Android Auto können kabellos oder per Kabel genutzt werden. Im Test lief die Smartphone-Integration flüssig. Auch das werkseigene Navigationssystem reagierte zügig und stellte Karten übersichtlich dar.
Positiv fällt auf, dass Jeep nicht jede Funktion in Untermenüs versteckt. Lautstärke, Temperatur, Gebläsestärke, Scheibenheizung und Umluft lassen sich über separate Tasten oder dauerhaft eingeblendete Bedienelemente steuern. Dadurch kann die Klimaanlage während der Fahrt weitgehend blind bedient werden.
Über eine separate Taste lässt sich die stärkere Rekuperation aktivieren. Rekuperation bedeutet, dass der Elektromotor beim Verzögern als Generator arbeitet und einen Teil der Bewegungsenergie zurück in die Batterie speist. Wird die Funktion deaktiviert, rollt der Compass freier. Auf der Autobahn kann dieses Segeln effizienter sein, während die stärkere Rekuperation auf Landstraßen und im Stadtverkehr häufiger Energie zurückgewinnt.
Unser Summit-Modell war zusätzlich mit einem Focal-Soundsystem ausgestattet. Es überzeugte mit kräftigem Bass, klaren Höhen und einer sauberen Wiedergabe der mittleren Frequenzen.
Jeep Compass Plug-in-Hybrid Fotos















Welche Fahrprogramme bietet der Jeep Compass PHEV?
Über einen Drehregler in der Mittelkonsole stehen verschiedene Fahrprogramme zur Verfügung. Im Electric-Modus fährt der Compass so lange wie möglich rein elektrisch. Im Auto-Modus entscheidet das Fahrzeug abhängig von Leistungsanforderung, Batteriestand und Fahrsituation selbst über den Einsatz der beiden Antriebe.
Der Sport-Modus stellt die maximale Systemleistung schneller bereit. Zusätzlich gibt es Programme für Schnee sowie für Sand und Matsch. Sie passen unter anderem die Gasannahme und die Regelung der Antriebsschlupfsysteme an einen Untergrund mit wenig Haftung an.
Der Frontantrieb setzt den Möglichkeiten im Gelände natürliche Grenzen. Trotzdem bleibt der Compass dank seiner Bodenfreiheit und der Fahrprogramme mehr als ein reines Design-SUV.
Wie viel Jeep steckt im Fronttriebler?
Die Bodenfreiheit beträgt 200 Millimeter. Jeep nennt eine Wattiefe von 470 Millimetern. Der vordere Böschungswinkel liegt bei 20 Grad, der Rampenwinkel bei 16 Grad und der hintere Böschungswinkel bei 27 Grad.
Der Böschungswinkel beschreibt, wie steil eine Kante sein darf, ohne dass die Karosserie vorne oder hinten aufsetzt. Der Rampenwinkel gibt an, welche Kuppe das Fahrzeug überfahren kann, ohne in der Mitte aufzusetzen.
Diese Werte machen aus dem Jeep Compass PHEV keinen kompromisslosen Geländewagen. Für Feldwege, Baustellenzufahrten, verschneite Straßen und leichtes Gelände bieten sie aber mehr Reserven als bei vielen tief abgestimmten Crossover-Modellen.
Kamera und Radarsensor wurden vergleichsweise hoch in der Front platziert. Das schützt die Technik bei Fahrten abseits befestigter Straßen und verbessert gleichzeitig die Perspektive der Frontkamera.
Wie viel Platz bietet der Jeep Compass hinten?
Der lange Radstand sorgt für ordentliche Platzverhältnisse in der zweiten Reihe. Bei einer Körpergröße von 1,85 Metern blieb hinter einem entsprechend eingestellten Vordersitz noch ausreichend Beinfreiheit. Auch die Kopffreiheit überzeugte.
Die Füße lassen sich unter die Vordersitze schieben. Das verbessert die Sitzhaltung auf längeren Strecken. Eine weich gepolsterte Mittelarmlehne mit zwei Becherhaltern erhöht den Komfort.
Für die hinteren Passagiere gibt es eigene Lüftungsdüsen, USB-C-Anschlüsse, einen 12-Volt-Anschluss und zusätzliche Ablagemöglichkeiten. Die Sitzbank ist ähnlich wie die Vordersitze straff, aber langstreckentauglich gepolstert. Unpraktisch gelöst sind die Isofix-Befestigungen. Sie liegen hinter Abdeckungen mit Reißverschlüssen, die sich in unserem Fahrzeug nur mit erheblichem Kraftaufwand öffnen ließen. Gerade bei regelmäßigem Ein- und Ausbau eines Kindersitzes wäre eine einfache Kunststoffklappe die deutlich bessere Lösung.
Wie fährt sich der Jeep Compass PHEV?
Bereits auf den ersten Kilometern fällt die ausgewogene Fahrwerksabstimmung auf. Der Compass ist straff genug, um auf kurvigen Straßen kontrolliert zu wirken, bietet aber ausreichend Federweg für schlechten Asphalt, Kanaldeckel und längere Autobahnetappen.
Die Lenkung arbeitet direkt, ohne unnötig nervös zu reagieren. In schnelleren Kurven treten Wank- und Neigebewegungen auf, sie bleiben für ein fast zwei Tonnen schweres SUV aber überschaubar. Bei Ausweichmanövern wirkt der Compass stabil und gut kontrollierbar.
Die Kombination aus komfortablen Sitzen, gutem Geradeauslauf und einer vergleichsweise leisen Fahrgastzelle macht den Compass zu einem angenehmen Reisewagen. Trotz der SUV-typischen Sitzposition entsteht nicht das Gefühl, ein schwerfälliges Fahrzeug zu bewegen.
Im Elektromodus reagiert der Compass spontan und unaufgeregt. Wird mehr Leistung angefordert, schaltet sich der Benziner hinzu. Sein Klang bleibt bei normaler Fahrt im Hintergrund, unter Volllast wird er deutlich hörbar, klingt dabei aber nicht unangenehm angestrengt.
Wie leise ist der Jeep Compass PHEV?
Obwohl Jeep keine aufwendig laminierte Doppelverglasung verwendet, blieb der Compass bei unseren Messungen angenehm leise. Bei 50 km/h zeigte das Messgerät rund 53,4 Dezibel. Bei 70 km/h lagen die Werte zwischen 55 und 56 Dezibel. Bei 100 km/h wurden ungefähr 63 bis 64 Dezibel erreicht. Diese Messungen ersetzen keine normierte Akustikprüfung. Sie zeigen aber, dass eine gute Geräuschdämmung nicht zwangsläufig laminierte Seitenscheiben benötigt. Wind-, Abroll- und Antriebsgeräusche blieben im getesteten Geschwindigkeitsbereich gut gedämpft.
Wie gut funktionieren die Assistenzsysteme?
Der Jeep Compass PHEV verfügt über einen adaptiven Abstandsregeltempomaten, einen Spurhalteassistenten, einen aktiven Lenkassistenten, eine Verkehrszeichenerkennung, eine intelligente Geschwindigkeitsanpassung und einen Totwinkelwarner.
Der Spurwechselassistent war in unserem Testfahrzeug zunächst nicht aktiviert. Nach der Aktivierung im Menü funktionierte er zuverlässig. Das Fahrzeug erkannte freie Nachbarspuren und führte den Spurwechsel nach Betätigung des Blinkers zügig aus.
Auf der Autobahn hielt der Compass auch auf unebener Fahrbahn sauber die Fahrspurmitte. Die Eingriffe wirkten weder hektisch noch übermäßig streng. Informationen zu den Systemen wurden übersichtlich im Fahrerdisplay und im Head-up-Display angezeigt.
Eine prädiktive Geschwindigkeitsanpassung, die das Tempo bereits vor Kurven oder neuen Tempolimits automatisch reduziert, war bei unserem Fahrzeug nicht in vergleichbarer Form vorhanden. Einige Wettbewerber bieten hier umfangreichere Funktionen.
Wie hilfreich sind die Kameras beim Rangieren?
Das 360-Grad-Kamerasystem gehört zu den überzeugendsten Ausstattungsdetails. Die Bilder sind hochauflösend, die Hilfslinien gut erkennbar und die verschiedenen Perspektiven sinnvoll gewählt.
Neben der klassischen Rückfahrkamera stehen eine Vogelperspektive sowie breitere 180-Grad-Ansichten zur Verfügung. Letztere helfen beim rückwärtigen Herausfahren aus unübersichtlichen Einfahrten oder Parklücken.
Auch die Frontkamera liefert einen echten Mehrwert. Stehen links und rechts größere Fahrzeuge, kann der Fahrer den Querverkehr über die Kamera deutlich früher erkennen. Im Gelände hilft die hohe Kameraposition dabei, Hindernisse direkt vor dem Fahrzeug besser einzuschätzen.
Was kostet der Jeep Compass PHEV?
Jeep nennt für die Plug-in-Hybrid-Version Preise zwischen 43.400 und 46.900 Euro, abhängig von Ausstattungslinie und Konfiguration. Der Summit befindet sich am oberen Ende dieser Spanne.
Dafür bietet der Compass eine umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung. Matrix-LED-Licht, elektrische Sitze, Sitzheizung, Sitzbelüftung, Massagefunktion, Head-up-Display, 360-Grad-Kamera, modernes Infotainment und zahlreiche Assistenzsysteme können den Preis teilweise erklären. Günstig ist der Jeep Compass PHEV trotzdem nicht. In dieser Preisregion wird die Konkurrenz groß. Außerdem stellt sich die Frage, ob ein Elektroauto oder ein effizienter Vollhybrid für das individuelle Nutzungsprofil nicht wirtschaftlicher wäre.
Entscheidend sind deshalb nicht nur Listenpreis und Motorleistung. Relevant sind Leasingrate, mögliche Rabatte, Versicherung, Energiepreise und vor allem die Möglichkeit, regelmäßig günstig zu laden.
Wo liegen die Schwächen des Jeep Compass PHEV?
Die größte konzeptionelle Schwäche betrifft nicht ausschließlich den Compass, sondern Plug-in-Hybride generell. Ohne regelmäßiges Laden verliert das System einen wesentlichen Teil seines Vorteils. Dann bleiben das hohe Gewicht und der zusätzliche technische Aufwand, während der elektrische Fahranteil schrumpft.
Auch die fehlende DC-Lademöglichkeit ist angesichts der großen elektrischen Reichweite schade. Eine kurze Schnellladung könnte den Elektromotor auf längeren Tagesetappen häufiger nutzbar machen.
Im Innenraum stören der sichtbare Materialabfall zwischen Vorder- und Hintertüren, die nicht ausgekleideten Ablagen und die umständlich erreichbaren Isofix-Punkte. Im Kofferraum sind die Hartplastikflächen kratzempfindlich. Zusätzliche Taschenhaken wären ebenfalls sinnvoll.
Unter der Motorhaube verwendet Jeep weiterhin einen einfachen Haltestab. Gasdruckfedern wären in dieser Preisregion zwar kein Muss, hätten aber besser zum ansonsten wertigen Gesamteindruck gepasst.
Was macht der Jeep Compass PHEV besonders gut?
Seine größte Stärke ist die Ausgewogenheit. Der Compass versucht nicht, ein Sportwagen, ein extremer Geländewagen oder ein maximales Luxus-SUV zu sein. Stattdessen verbindet er einen komfortablen Innenraum, gute Platzverhältnisse, ein großes Gepäckabteil und eine alltagstaugliche elektrische Reichweite.
Das Fahrwerk findet einen überzeugenden Kompromiss zwischen Straffheit und Komfort. Die Geräuschdämmung ist gut, das Infotainment reagiert schnell und die Assistenzsysteme entlasten auf längeren Strecken spürbar.
Auch die elektrische Reichweite von bis zu 94 Kilometern kombiniert und mehr als 100 Kilometern im Stadtverkehr ist ein starkes Argument. Wer zu Hause lädt und im Alltag selten weiter fährt, kann den Compass über weite Strecken wie ein Elektroauto nutzen.
Gleichzeitig bleiben der 55 Liter große Tank und eine Gesamtreichweite von bis zu 978 Kilometern erhalten. Genau diese Kombination dürfte für Fahrer interessant sein, die elektrisch fahren möchten, bei längeren Reisen aber noch nicht vollständig von einer Ladeinfrastruktur abhängig sein wollen.
Ist der Jeep Compass PHEV die richtige Wahl?
Der Jeep Compass PHEV ist kein halbherziger Lückenfüller zwischen Benziner und Elektroauto. Seine Batterie ist groß genug, um im Alltag einen echten elektrischen Nutzen zu bieten. Die Leistung reicht vollkommen aus, das Fahrwerk überzeugt und die Ausstattung des Summit lässt nur wenige Komfortwünsche offen.
Das Fahrzeug ergibt allerdings nur dann wirklich Sinn, wenn es konsequent geladen wird. Wer den Ladeanschluss ignoriert, bewegt einen schweren Benziner mit ungenutzter Batterie durch die Gegend. Wer dagegen den überwiegenden Teil seiner täglichen Strecken elektrisch zurücklegen kann, erhält ein vielseitiges Familien-SUV mit großer Langstreckenreserve. Im Detail bleibt Luft nach oben. Die Materialqualität im Fond passt nicht vollständig zum Preis, die Isofix-Lösung ist unnötig umständlich und eine DC-Ladefunktion wäre technisch reizvoll gewesen. Diese Punkte ändern jedoch wenig am insgesamt positiven Eindruck.
Der neue Jeep Compass PHEV ist komfortabel, geräumig, modern und überraschend effizient nutzbar. Er bewahrt mit Bodenfreiheit, Fahrprogrammen und robustem Auftritt einen Teil des typischen Jeep-Charakters, ohne daraus eine rustikale Show zu machen.
Am Ende ist er vor allem eines: ein überzeugendes Angebot für alle, die im Alltag elektrisch fahren möchten, auf langen Strecken aber weiterhin Benzin im Tank und fast 1.000 Kilometer theoretische Gesamtreichweite als Sicherheitsnetz bevorzugen.





















