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Test: 2026 Volvo EX60 – Was kann er wirklich?

2026 Volvo EX60 Test

Der Volvo EX60 soll nicht einfach nur die elektrische Alternative zum erfolgreichen Volvo XC60 sein. Er ist das erste Modell auf der neuen SPA3-Plattform, besitzt eine 800-Volt-Architektur, lädt mit bis zu 370 kW und bietet je nach Variante bis zu 680 PS. In der größten Batterieausführung verspricht Volvo sogar bis zu 810 Kilometer Reichweite. Wir konnten den neuen Volvo EX60 als P10 AWD electric erstmals auf den Straßen rund um Hamburg fahren. Zeit für die Frage, ob der junge Schwede mehr kann, als mit beeindruckenden Datenblättern und skandinavischer Gelassenheit zu glänzen.

Warum ist der Volvo EX60 für die Marke so wichtig?

Der Volvo XC60 gehört seit Jahren zu den wichtigsten Modellen der schwedischen Marke. Entsprechend groß ist die Aufgabe, die der neue Volvo EX60 übernehmen soll. Er muss ähnliche Tugenden bieten, also Komfort, Sicherheit, Platz und einen hochwertigen Auftritt, gleichzeitig aber konsequent für den vollelektrischen Antrieb entwickelt sein.

Volvo EX60 Fotos

Volvo hat sich deshalb gegen einen einfachen Umbau des XC60 entschieden. Der Volvo EX60 basiert als erstes Modell auf der neuen SPA3-Architektur. SPA steht für Scalable Product Architecture. Während frühere Plattformen unterschiedliche Antriebsarten berücksichtigen mussten, wurde die dritte Generation konsequent für Elektroautos ausgelegt.

Das ermöglicht eine platzsparende Integration von Batterie und Antrieb, einen flachen Innenraumboden und vergleichsweise kurze Karosserieüberhänge. Gleichzeitig führt Volvo im EX60 neue Produktionsverfahren, ein zentralisiertes Computersystem und eine stärkere Integration von Hard- und Software ein.

Der Volvo EX60 ist damit weniger der XC60 mit Batterie und Elektromotor, sondern vielmehr der Beginn einer neuen technischen Generation bei Volvo. Das Fahrzeug wird im schwedischen Stammwerk Torslanda nahe Göteborg produziert und soll langfristig eine zentrale Rolle in der Modellpalette übernehmen.

Wie sieht der Volvo EX60 aus?

Beim Design bleibt Volvo seiner Linie treu. Der EX60 wirkt modern und eindeutig elektrisch, ohne sich durch übertriebene Formen oder eine wilde Lichtinszenierung in den Vordergrund zu drängen. Das passt zur Marke und zum skandinavischen Anspruch, hochwertig aufzutreten, ohne dabei permanent die Nachbarschaft anschreien zu müssen.

An der Front trägt der Volvo EX60 das bekannte Thors-Hammer-Motiv in einer weiterentwickelten, segmentierten Form. Die Tagfahrleuchten sitzen im oberen Bereich, während die eigentlichen Hauptscheinwerfer darunter angeordnet sind. Matrix-LED-Scheinwerfer gehören zur Serienausstattung, in der Ausstattung Ultra kommen Pixel-LED-Scheinwerfer zum Einsatz.

Der geschlossene Bereich an der Front verbessert nicht nur die Aerodynamik. Hinter dem Volvo Logo ist auch ein Teil der Sensorik untergebracht. Weiter unten befinden sich aktive Luftklappen. Sie öffnen sich, wenn Batterie, Antrieb oder Klimasystem zusätzliche Kühlluft benötigen. Ist keine Kühlung erforderlich, bleiben sie geschlossen und reduzieren den Luftwiderstand.

Eine Besonderheit sind die neuen Türgriffe im sogenannten Wing-Grip-Design. Sie liegen nicht als ausfahrbare Elemente in der Karosserie, sondern sind aerodynamisch integriert. Ein leichter Druck beziehungsweise Zug genügt, damit die Tür entriegelt und sich ein Stück öffnet. Gerade für Kinder könnte dieses System leichter zu bedienen sein als ein klassischer, relativ hoch montierter Türgriff.

Unser Testwagen trat in Forest Green an. Das Grün wirkt gedeckt und passt gut zum zurückhaltenden Auftritt des Fahrzeugs. Dazu kamen 22-Zoll-Räder mit Reifen im Format 255/40 R22. Serienmäßig startet der Volvo EX60 auf 20-Zoll-Rädern, optional stehen 21 und 22 Zoll zur Wahl.

Am Heck interpretiert Volvo die vertikalen Rückleuchten neu. Der EX60 bleibt damit klar als Volvo erkennbar, wirkt aber weniger kantig als einige ältere Modelle. Lediglich der offen sichtbare Heckscheibenwischer stört die ansonsten sehr saubere Heckgestaltung ein wenig. Eine Integration unterhalb des Dachspoilers hätte dem aerodynamischen Auftritt gutgestanden.

Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 gehört der Volvo EX60 zu den aerodynamisch günstigeren SUV seiner Größenklasse. Dazu tragen nicht nur die Karosserieform, sondern auch der glatte Unterboden, die aktiven Luftklappen, aerodynamische Felgen, die rahmenlosen Außenspiegel und die integrierten Türgriffe bei.

Wie groß ist der Volvo EX60?

Der Volvo EX60 misst 4,803 Meter in der Länge, 1,899 Meter in der Breite und 1,635 Meter in der Höhe. Werden die Außenspiegel mitgerechnet, wächst die Breite auf 2,067 Meter. Damit bewegt sich der EX60 mitten im Segment der Premium-Mittelklasse-SUV.

Der Radstand beträgt 2,970 Meter. Das sind zehn Zentimeter mehr als beim aktuellen Volvo XC60. Die Räder stehen weit außen, während der vordere Überhang mit 899 Millimetern vergleichsweise kurz ausfällt. Das schafft nicht nur ausgewogene Proportionen, sondern verbessert auch das Platzangebot im Innenraum.

Die Bodenfreiheit beträgt laut technischem Datenblatt 182 Millimeter. Volvo nennt außerdem eine mögliche Wattiefe von 450 Millimetern. Der EX60 wird damit noch nicht zum skandinavischen Expeditionsmobil, sollte aber mit tiefen Pfützen, verschneiten Zufahrten oder einem unbefestigten Weg besser zurechtkommen als ein besonders flach gebautes Elektroauto.

Der Wendekreis liegt bei 11,8 Metern. Für ein 4,80 Meter langes SUV ist das ein vernünftiger Wert. Zum Kleinwagen wird der EX60 dadurch natürlich nicht, im Parkhaus oder in engeren Wohnstraßen wirkt er aber weniger sperrig, als seine Außenabmessungen zunächst vermuten lassen.

Was steckt hinter der neuen SPA3-Plattform?

Die technische Basis des Volvo EX60 ist einer seiner interessantesten Aspekte. Die neue SPA3-Architektur kombiniert eine Betriebsspannung von 800 Volt mit einer direkt in die Karosseriestruktur integrierten Batterie.

Bei der sogenannten Cell-to-Body-Technik wird die Batterie nicht mehr als weitgehend eigenständiges Paket unter den Fahrzeugboden geschraubt. Sie wird zu einem tragenden Teil der Karosserie. Das soll Gewicht sparen, die Steifigkeit erhöhen und zusätzlichen Raum im Innenraum schaffen.

Gegenüber der vorherigen SPA2-Architektur nennt Volvo allein durch diesen Ansatz eine Gewichtsreduzierung von rund 70 Kilogramm. Die tief im Fahrzeugboden sitzende Batterie senkt außerdem den Schwerpunkt und kann dadurch das Fahrverhalten verbessern.

Neu ist auch das Megacasting-Verfahren. Dabei werden zahlreiche einzelne Bleche und Strukturteile durch ein großes Aluminiumgussteil ersetzt. Das reduziert die Anzahl der Verbindungen, vereinfacht die Fertigung und kann zusätzliches Gewicht einsparen. Volvo verwendet dabei nach eigenen Angaben Aluminium mit einem hohen Recycling-Anteil.

Die 800-Volt-Technik bringt weitere Vorteile. Im Vergleich mit einem 400-Volt-System können für die gleiche Leistung geringere Stromstärken genutzt werden. Dadurch lassen sich Kabelquerschnitte und der Kupferanteil reduzieren. Volvo spricht von einer Gewichtsersparnis von rund 20 Kilogramm innerhalb des elektrischen Antriebssystems.

Das System ermöglicht außerdem hohe Ladeleistungen. Je nach Variante erreicht der Volvo EX60 zwischen 320 und 370 kW. Entscheidend ist dabei nicht nur eine möglichst hohe Spitzenleistung, sondern eine stabile Ladekurve. Die von Volvo genannten Ladezeiten deuten darauf hin, dass der EX60 die Leistung über einen relevanten Teil des Ladevorgangs halten soll. Wie gut das in der Praxis funktioniert, muss ein ausführlicher Ladecheck zeigen.

Warum braucht ein Auto 254 TOPS Rechenleistung?

Im Volvo EX60 wird auch die elektronische Architektur grundlegend verändert. Statt zahlreicher kleiner Steuergeräte setzt Volvo verstärkt auf zentralisierte Rechner. Das neue System trägt den Namen HuginCore und verwendet unter anderem einen NVIDIA DRIVE Orin X Prozessor.

Der Rechner liefert 254 TOPS. TOPS steht für Tera Operations per Second, also Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Diese Leistung wird benötigt, um die Daten von Kameras, Radaren, Ultraschallsensoren, Fahrerüberwachung und weiteren Fahrzeugsystemen nahezu verzögerungsfrei zu verarbeiten.

Zusätzlich übernimmt ein eigener User Experience Computer die Verarbeitung von Displays, Infotainment und Audiosystem. Die Architektur soll Komplexität, Kabel und Steuergeräte reduzieren. Gleichzeitig schafft sie die Grundlage für umfangreiche Over-the-Air-Updates.

Volvo bezeichnet den EX60 als Software-definiertes Fahrzeug. Gemeint ist damit, dass sich bestimmte Funktionen und Eigenschaften nicht mehr ausschließlich durch die verbaute Hardware bestimmen. Software-Updates können Funktionen verbessern, Fehler beheben oder neue Möglichkeiten ergänzen, ohne dass dafür zwingend ein Werkstattbesuch notwendig ist.

Das ist grundsätzlich sinnvoll. Es bedeutet allerdings auch, dass der langfristige Eindruck eines Fahrzeugs zunehmend davon abhängt, wie konsequent ein Hersteller seine Software pflegt. Ein moderner Zentralrechner ist nur dann ein Vorteil, wenn die darauf laufenden Programme zuverlässig funktionieren und über Jahre weiterentwickelt werden.

Welche Antriebe gibt es für den Volvo EX60?

Volvo bietet den EX60 zunächst in drei Leistungsstufen an. Jede Variante bekommt eine eigene Batteriegröße. Das erlaubt eine relativ klare Abstufung und verhindert, dass der Basismotor unnötig eine besonders große und schwere Batterie transportieren muss.

Was bietet der Volvo EX60 P6 electric?

Den Einstieg bildet der Volvo EX60 P6 electric mit Hinterradantrieb. Sein Permanentmagnet-Synchronmotor leistet 275 kW, umgerechnet 374 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 480 Nm. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 5,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird, wie bei allen Varianten, elektronisch auf 180 km/h begrenzt.

Die Lithium-Ionen-Batterie besitzt eine Bruttokapazität von 83 kWh. Davon können 80 kWh genutzt werden. Der P6 ist mit 2.189 Kilogramm die leichteste Ausführung des Volvo EX60.

Was bietet der Volvo EX60 P10 AWD electric?

Der von uns gefahrene Volvo EX60 P10 AWD electric besitzt zwei Elektromotoren und Allradantrieb. An der Vorderachse arbeitet ein Asynchronmotor, hinten kommt ein Permanentmagnet-Synchronmotor zum Einsatz. Die Systemleistung beträgt 375 kW, also 510 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 710 Nm. Damit beschleunigt der P10 AWD in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Batterie stellt brutto 95 kWh und netto 92 kWh bereit. Das Leergewicht beträgt 2.350 Kilogramm.

Volvo EX60 P10 AWD Fahrbericht

Was bietet der Volvo EX60 P12 AWD electric?

Das vorläufige Topmodell ist der Volvo EX60 P12 AWD electric. Zwei Elektromotoren entwickeln gemeinsam 500 kW, also 680 PS. Der Sprint auf 100 km/h dauert nur 3,9 Sekunden. Beim maximalen Drehmoment sind sich die bereitgestellten Volvo Unterlagen nicht vollständig einig. Das technische Datenblatt nennt 710 Nm, während in einer anderen Unterlage 790 Nm auftauchen. Da es sich teilweise noch um vorläufige Angaben handelt, orientieren wir uns zunächst am technischen Datenblatt.

Der P12 besitzt eine Batterie mit 117 kWh Bruttokapazität und 112 kWh nutzbarem Energieinhalt. Das Leergewicht liegt bei 2.405 Kilogramm.

Selbst das Basismodell ist damit alles andere als untermotorisiert. 374 PS und 5,9 Sekunden auf 100 km/h hätten vor einigen Jahren noch für einen ausgesprochen sportlichen Volvo gereicht. Beim P12 sprechen wir mit 680 PS und 3,9 Sekunden bereits über frühere Sportwagenwerte, nun verpackt in einem Familien-SUV.

Wie weit kommt der Volvo EX60?

Für den Volvo EX60 P6 electric nennt der Hersteller einen vorläufigen WLTP-Verbrauch von 14,9 bis 18,0 kWh je 100 Kilometer. Die kombinierte Reichweite liegt abhängig von Rädern, Ausstattung und Konfiguration zwischen 511 und 611 Kilometern.

Der P10 AWD electric soll zwischen 16,2 und 19,2 kWh je 100 Kilometer verbrauchen. Seine kombinierte WLTP-Reichweite wird mit 554 bis 660 Kilometern angegeben.

Besonders auffällig ist der P12 AWD electric. Trotz einer Systemleistung von 680 PS soll er auf einen WLTP-Verbrauch von 16,0 kWh je 100 Kilometer und eine Reichweite von bis zu 810 Kilometern kommen.

Diese Kombination klingt beeindruckend, muss allerdings richtig eingeordnet werden. Die Daten des P12 sind noch vorläufig. Außerdem dürfte der maximale Reichweitenwert an eine bestimmte Rad-Reifen-Kombination und eine möglichst günstige Ausstattung gebunden sein.

Trotzdem zeigt die Größenordnung, welches Ziel Volvo verfolgt. Der EX60 soll nicht nur auf dem Papier schnell sein, sondern die bisher häufig genannten Gegenargumente gegen ein Elektroauto ausräumen. Mehr als 600 Kilometer in den kleineren Varianten und bis zu 810 Kilometer im Topmodell reichen theoretisch auch für lange Autobahnetappen.

Ob im Alltag tatsächlich 810 Kilometer möglich sind, hängt stark von Geschwindigkeit, Temperatur, Topografie, Reifen und Nutzung der Klimatisierung ab. Bei konstant 180 km/h wird auch der Volvo EX60 keinen physikalischen Sonderstatus genießen.

Wie schnell lädt der Volvo EX60?

Der Volvo EX60 P6 electric lädt Gleichstrom mit maximal 320 kW. P10 AWD und P12 AWD erreichen unter optimalen Bedingungen bis zu 370 kW.

Beim P6 soll der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent 16 Minuten dauern. Auch der P10 benötigt laut Volvo lediglich 16 Minuten. Beim größeren 117-kWh-Akku des P12 steigt die Zeit auf 19 Minuten.

Volvo gibt zusätzlich an, wie viel WLTP-Reichweite innerhalb von zehn Minuten nachgeladen werden kann. Beim P6 sind es bis zu 300 Kilometer, beim P10 bis zu 315 Kilometer und beim P12 bis zu 340 Kilometer.

Diese Angaben gelten an einer entsprechend leistungsfähigen Schnellladesäule, mit einer passend vorkonditionierten Batterie und unter günstigen Bedingungen. Dennoch ist eine Ladezeit von 16 Minuten für den Bereich von 10 auf 80 Prozent eine klare Ansage.

Selbstverständlich dauert ein tatsächlicher Ladestopp länger als die reine Ladezeit. Abfahrt von der Autobahn, Suche der Säule, Anstecken, Bezahlvorgang und Rückkehr auf die Strecke gehören zur gesamten Reisezeit. Trotzdem nähert sich der EX60 damit einem Bereich, in dem nicht mehr das Fahrzeug, sondern eher der Gang zur Toilette oder die Schlange an der Kaffeetheke die Länge der Pause bestimmt.

Positiv ist außerdem der serienmäßige 22-kW-Onboard-Charger. Viele Elektroautos in dieser Klasse laden an einer AC-Säule lediglich mit 11 kW. Der Volvo EX60 kann eine entsprechend leistungsfähige Wallbox oder öffentliche Wechselstromsäule vollständig nutzen.

Eine Ladung von 0 auf 100 Prozent dauert beim P6 rund vier Stunden, beim P10 etwa viereinhalb Stunden und beim P12 ungefähr sechs Stunden. Gerade für Laternenparker oder Nutzer öffentlicher AC-Ladepunkte kann die serienmäßige 22-kW-Technik einen echten Unterschied machen.

Wie fährt sich der Volvo EX60 P10 AWD?

Unsere erste Fahrt fand mit dem Volvo EX60 P10 AWD electric in der Ausstattung Ultra statt. 510 PS, 710 Nm, Allradantrieb und ein aktives Fahrwerk treffen dabei auf ein Leergewicht von 2.350 Kilogramm.

Auf den Straßen Hamburgs fiel zunächst der hohe Abrollkomfort auf. Im Fahrwerksmodus Soft gleitet der EX60 ruhig über Unebenheiten. Kurze Fahrbahnkanten werden nicht vollständig ausgeblendet, gelangen aber gut gefiltert in den Innenraum.

Die Abstimmung passt zum Charakter des Fahrzeugs. Der EX60 möchte kein künstlich nervöses Elektro-SUV sein. Er fühlt sich souverän und entspannt an, ohne dabei unpräzise zu werden.

Beim P10 AWD und beim P12 AWD ist das aktive Four-C-Fahrwerk serienmäßig vorgesehen. Four C steht für Continuously Controlled Chassis Concept. Sensoren überwachen permanent Fahrsituation, Geschwindigkeit und Karosseriebewegungen. Die Dämpfer werden innerhalb kürzester Zeit angepasst.

Zur Wahl stehen unterschiedliche Abstimmungen für Fahrwerk und Lenkung. Im weichen Modus steht der Komfort im Vordergrund. Die straffere Einstellung reduziert Aufbau- und Wankbewegungen deutlicher, lässt den EX60 auf schlechterem Asphalt aber auch spürbar verbindlicher auftreten.

Die Spreizung zwischen den Modi ist tatsächlich wahrnehmbar. Das ist positiv, denn bei manchen Fahrzeugen verändert ein Wechsel des Fahrmodus eher die Grafik im Display als das Fahrverhalten.

Im Alltag passt die komfortable Abstimmung besonders gut zum EX60. Auf einer kurvigen Landstraße kann die straffere Einstellung sinnvoll sein, um die Karosserie stärker zu kontrollieren.

Auch die Lenkung lässt sich anpassen. Sie bleibt im leichtgängigen Modus angenehm unaufgeregt und wird in der strafferen Einstellung schwerer. Das kleine Lenkrad vermittelt dabei einen handlichen Eindruck, obwohl der EX60 weder klein noch leicht ist.

Wie gut sind Beschleunigung und Bremsen?

Mit 510 PS beschleunigt der Volvo EX60 P10 AWD erwartungsgemäß sehr nachdrücklich. Der Kraftaufbau erfolgt gleichmäßig und kontrolliert. Auch auf feuchtem Untergrund bringt der Allradantrieb die Leistung sauber auf die Straße.

Der EX60 versucht nicht, jede Beschleunigung in eine dramatische Show zu verwandeln. Es gibt keine künstlich übertriebene Akustik und keinen aggressiven Schlag in den Rücken. Stattdessen baut sich die Leistung unmittelbar, aber gut dosierbar auf.

Bei einer kräftigen Bremsung überzeugte der EX60 mit einem stabilen Geradeauslauf und einem klaren Pedalgefühl. Das ist bei einem Elektroauto wichtig, weil die Verzögerung aus Rekuperation und mechanischer Bremse möglichst harmonisch ineinandergreifen muss.

Die Rekuperation lässt sich in mehreren Stufen einstellen. Neben einer schwächeren und einer stärkeren Verzögerung gibt es einen automatischen Modus. Dabei entscheidet das Fahrzeug anhand von Verkehrssituation, Kameradaten und Streckenverlauf, ob freies Rollen oder eine stärkere Energierückgewinnung sinnvoller ist.

Auch One Pedal Drive ist verfügbar. Dabei kann der Volvo EX60 durch das Lösen des Fahrpedals bis zum Stillstand verzögern. Wer das klassische Verhalten eines Automatikfahrzeugs bevorzugt, kann zusätzlich eine Kriechfunktion aktivieren.

Damit bietet Volvo genügend Möglichkeiten, das Verzögerungsverhalten an den persönlichen Geschmack anzupassen. Der automatische Modus wirkt besonders interessant, weil freies Rollen auf einer offenen Strecke häufig effizienter ist als unnötiges Verzögern und erneutes Beschleunigen.

Wie hoch war der Verbrauch auf der ersten Fahrt?

Nach unserer ersten Testfahrt zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 17,9 kWh je 100 Kilometer an. Dabei waren Stadtverkehr, Landstraße, Autobahn, starke Beschleunigungen und eine kurze Fahrt bis zur Höchstgeschwindigkeit enthalten.

Dieser Wert ist ausdrücklich kein standardisiertes Testergebnis. Strecke, Geschwindigkeit, Wetter und Fahrweise entsprachen keiner reproduzierbaren Verbrauchsrunde. Trotzdem liefert die Anzeige einen interessanten ersten Hinweis.

Ein Verbrauch von 17,9 kWh je 100 Kilometer ist für ein 2,35 Tonnen schweres Elektro-SUV mit 510 PS unter diesen Bedingungen bemerkenswert. Die gute Aerodynamik scheint nicht nur auf dem Datenblatt zu existieren.

Bei einer ruhigen Überlandfahrt und moderatem Autobahntempo dürfte ein niedrigerer Wert möglich sein. Gleichzeitig wird der Verbrauch bei dauerhaft hohem Tempo deutlich steigen. Eine ausführliche Verbrauchsfahrt, idealerweise zusammen mit einem Ladecheck, bleibt deshalb notwendig.

Die erste Tendenz fällt allerdings positiv aus. Der Volvo EX60 scheint die hohe Leistung nicht automatisch in einen übermäßigen Energieverbrauch umzusetzen.

Wie leise ist der Volvo EX60?

Bereits im Stadtverkehr wirkte der Innenraum ausgesprochen ruhig. Die Akustikverglasung, die aerodynamisch optimierte Karosserie und die gute Abdichtung reduzieren Wind- und Außengeräusche deutlich.

Bei unserer nicht geeichten Messung zeigte das Gerät bei 50 km/h Werte zwischen 54 und 55 Dezibel. Bei 100 km/h lagen wir ungefähr zwischen 62 und 63 Dezibel.

Diese Werte dienen nur als Orientierung, bestätigen aber den subjektiven Eindruck. Der Volvo EX60 gehört zu den Elektroautos, bei denen das Fehlen eines Verbrennungsmotors nicht plötzlich alle anderen Geräusche in den Vordergrund rückt.

Volvo setzt zusätzlich auf Akustikschaum in Karosseriehohlräumen und eine aktive Straßenlärmunterdrückung. Dabei erzeugt das Audiosystem Gegenfrequenzen, um bestimmte Fahrbahn- und Abrollgeräusche im Innenraum zu reduzieren.

Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, das gut zur Langstrecke passt. Selbst auf größeren Rädern blieb der Testwagen akustisch angenehm. Mit den serienmäßigen 20-Zoll-Rädern dürfte der Abrollkomfort potenziell noch etwas besser ausfallen.

Warum endet der Vortrieb schon bei 180 km/h?

Unabhängig von der Leistungsstufe begrenzt Volvo den EX60 auf 180 km/h. Im Test zeigte der Tacho kurzzeitig 182 bis 183 km/h, was innerhalb der üblichen Tachovoreilung liegt.

Die Begrenzung entspricht der Sicherheitsstrategie von Volvo und ist nicht neu. Im Alltag dürfte sie für die meisten Fahrer kaum eine Rolle spielen. Bei Richtgeschwindigkeit 130 km/h fühlt sich der EX60 ohnehin deutlich wohler als bei dauerhaftem Höchsttempo.

Trotzdem bleibt die Frage berechtigt, weshalb ein Premiumfahrzeug mit bis zu 680 PS bereits bei 180 km/h elektronisch eingebremst wird. Gerade auf einer freien deutschen Autobahn könnten Käufer erwarten, zumindest kurzzeitig 200 oder 220 km/h fahren zu können.

Für die Effizienz, die Reichweite und die thermische Belastung ist die Begrenzung sinnvoll. Emotional wirkt sie bei einem 680 PS starken Topmodell dennoch widersprüchlich. Volvo liefert Sportwagenbeschleunigung, beendet die Veranstaltung aber dort, wo manche schwächere Mittelklasse gerade erst richtig durchatmet.

Ein Sicherheitsargument für deutlich höhere Geschwindigkeiten lässt sich kaum konstruieren. Gleichzeitig sollte ein leistungsstarkes Fahrzeug aber nicht ausschließlich über seine Beschleunigungswerte verkauft werden, wenn ein Teil der möglichen Fahrleistung bewusst nicht nutzbar ist.

Wie hochwertig ist der Innenraum?

Der Innenraum des Volvo EX60 wirkt modern, hell und bewusst aufgeräumt. Unser Testwagen kombinierte helle Flächen mit dunkleren Elementen und zahlreichen recycelten Materialien. Volvo schafft es dabei weitgehend, Nachhaltigkeit nicht nach Verzicht aussehen zu lassen. Recycelte Kunststoffe und textile Oberflächen wirken nicht billig, sondern sind gestalterisch in das Interieur integriert.

Je nach Ausstattung stehen unter anderem Nordico, Tailored Wool und FSC-zertifizierte Echtholzdekore zur Verfügung. Weich unterschäumte Flächen, eine angenehme Armauflage und sauber ausgeführte Übergänge erzeugen einen hochwertigen Eindruck.

Nicht alle Bereiche sind weich verkleidet. Im unteren Teil der Türen und an manchen Einstiegsbereichen kommt harter Kunststoff zum Einsatz. Das ist in dieser Fahrzeugklasse nicht ungewöhnlich, könnte aber bei losen Gegenständen eher zu Klappergeräuschen führen.

Soft-Close-Türen besitzt der Testwagen nicht. Die Türen schließen dennoch satt und vermitteln einen soliden Eindruck. Der elektromechanische Türöffner besitzt außerdem eine mechanische Rückfallebene. Wird stärker am Hebel gezogen, lässt sich die Tür auch dann öffnen, wenn die elektrische Unterstützung ausfallen sollte.

Wie gut sind Sitze und Platzangebot?

Volvo besitzt traditionell einen guten Ruf bei der Sitzergonomie, und der EX60 bildet keine Ausnahme. Die Vordersitze bieten eine ausgewogene Polsterung, guten Seitenhalt und eine angenehme Unterstützung im Schulter- und Oberschenkelbereich.

Die Sitzfläche kann für größere Personen verlängert werden. Je nach Ausstattung stehen Sitzheizung und Sitzbelüftung zur Verfügung. Auch nach längerer Zeit entstand nicht der Eindruck, auf einem besonders weich gepolsterten Sessel ohne Halt zu sitzen. Die Sitze verbinden Komfort und Führung überzeugend.

Der lange Radstand schafft im Fond viel Platz. Bei einer Körpergröße von 1,85 Metern blieb hinter dem entsprechend eingestellten Beifahrersitz noch deutlich Luft für die Knie. Auch die Kopffreiheit fällt trotz der leicht abfallenden Dachlinie ordentlich aus.

Der flache Boden erleichtert die Nutzung des mittleren Sitzplatzes. Drei Erwachsene werden auf längeren Strecken naturgemäß enger sitzen als zwei, für ein Mittelklasse-SUV ist der Fond aber gut nutzbar.

Die äußeren Rücksitze lassen sich beheizen. Hinzu kommen eine eigene Klimazone, USB-C-Anschlüsse und gut erreichbare ISOFIX-Befestigungen. Die Mittelarmlehne ist weich gepolstert und kann mit ausklappbaren Becherhaltern beziehungsweise einer Ablagefläche genutzt werden.

Positiv ist auch die dritte Kopfstütze. Wird sie nicht benötigt, lässt sie sich so weit versenken, dass die Sicht nach hinten kaum eingeschränkt wird.

Wie viel Gepäck passt in den Volvo EX60?

Der Kofferraum fasst 523 Liter oberhalb des Ladebodens. Werden die Rücksitze umgelegt, steigt das Volumen auf bis zu 1.647 Liter. Die Rücksitzlehnen sind im Verhältnis 40:20:40 geteilt. Damit lässt sich der schmale Mittelteil separat umklappen. Lange Gegenstände wie Ski können transportiert werden, während vier Sitzplätze nutzbar bleiben.

Im Kofferraum gibt es Haken, Verzurrösen, seitliche Ablagen und zusätzliche Fächer unter dem Ladeboden. Ein herausnehmbarer beziehungsweise abgetrennter Behälter mit neun Litern Volumen eignet sich beispielsweise für feuchte Sportsachen oder kleinere Gegenstände, die nicht lose durch den Kofferraum fliegen sollen.

Die Hutablage wird sauber in Schienen geführt. Das klingt nach einem nebensächlichen Detail, verhindert aber das bei vielen Fahrzeugen bekannte Wackeln und Verkanten.

Die optionale Anhängerkupplung lässt sich elektrisch ausfahren. Der P6 darf gebremste Anhänger bis 2.000 Kilogramm ziehen. P10 AWD und P12 AWD erreichen bis zu 2.400 Kilogramm Anhängelast.

Die Stützlast beträgt 100 Kilogramm. Das gilt auch für die maximale Dachlast. Damit eignet sich der EX60 nicht nur für einen Fahrradträger, sondern auch für größere Wohnwagen oder schwere Anhänger.

Unter der Fronthaube befindet sich zusätzlich ein Frunk mit 58 Litern Volumen. Ist dort das Warndreieck untergebracht, bleiben laut Volvo noch 46 Liter nutzbar. Der Bereich ist abgedichtet und bietet genügend Platz für Ladekabel, Warnwesten und weiteres Zubehör.

Kofferraum und Frunk kommen zusammen auf 581 Liter. Streng genommen lassen sich die beiden Räume nicht zu einer einzigen ebenen Ladefläche addieren, für den Alltag zählt aber, dass die Ladekabel nicht unter dem Urlaubsgepäck vergraben werden müssen.

Wie wird der Volvo EX60 bedient?

Direkt vor dem Fahrer sitzt ein 11,4 Zoll großes Display weit oben unterhalb der Windschutzscheibe. Die Position ist gut gewählt. Geschwindigkeit, Navigation und weitere wichtige Informationen liegen nahe an der Blickachse.

Ein Head-up-Display haben wir während der ersten Fahrt nicht vermisst. Das Fahrerdisplay sitzt hoch genug, um den Blick nur kurz von der Straße nehmen zu müssen. Gleichzeitig wird es nicht vom Lenkrad verdeckt.

Das zentrale Infotainmentdisplay misst 15 Zoll und ist horizontal ausgerichtet. Die leicht gebogene OLED-Anzeige wirkt modern und reagierte während unserer Fahrt schnell.

Volvo nutzt Android Automotive als Betriebssystem. Google Maps ist direkt integriert und übernimmt die Routen- und Ladeplanung. Dabei können Ladepunkte gefiltert und der erwartete Ladestand am Ziel beziehungsweise an der Ladesäule angezeigt werden.

Die grundlegende Menüstruktur ist verständlich. Häufig genutzte Funktionen befinden sich in dauerhaft sichtbaren Bereichen. Trotzdem wird auch im EX60 viel über den Bildschirm gesteuert.

Das betrifft unter anderem die Ausrichtung der Lüftungsdüsen. Diese sind optisch elegant in den Armaturenträger integriert, werden aber über das Klimamenü eingestellt. Im Stand funktioniert das problemlos. Während der Fahrt wäre eine klassische mechanische Verstellung leichter und ohne längeren Blickkontakt mit dem Display zu bedienen.

Auch die elektrische Lenksäule wird über das Display ausgewählt und anschließend mit den Lenkradtasten verstellt. Das spart separate Schalter, macht eine einfache Funktion aber nicht automatisch unkomplizierter.

Der Warnblinker besitzt erfreulicherweise weiterhin eine physische Taste. Zusätzlich kann er über das Display aktiviert werden.

Was kann Google Gemini im Volvo EX60?

Im Volvo EX60 kommt Google Gemini als dialogorientierter KI-Assistent zum Einsatz. Im Gegensatz zu einer klassischen Sprachsteuerung soll das System natürlichere Gespräche ermöglichen. Es ist nicht notwendig, jeden Befehl in einer exakt vorgegebenen Form zu sprechen. Damit könnte der Assistent nicht nur Navigation, Medien oder Fahrzeugfunktionen steuern, sondern auch allgemeinere Fragen beantworten. In der Theorie entsteht daraus eine Art digitaler Beifahrer.

Wie hilfreich das im Alltag ist, hängt von der tatsächlichen Erkennungsqualität und von den unterstützten Fahrzeugfunktionen ab. Niemand braucht einen sprachgewandten Assistenten, der eine lange Antwort formuliert, aber bei der gewünschten Sitzheizung um technische Bedenkzeit bittet.

Zum Infotainment gehören außerdem Google Maps, der Google Play Store und verschiedene Streaming-Apps. Apple Music ist direkt integriert und unterstützt in Verbindung mit dem Audiosystem auch Dolby Atmos.

Das Smartphone kann per UWB-Technik als digitaler Fahrzeugschlüssel verwendet werden. Alternativ steht eine Schlüsselkarte zur Verfügung. In der Mittelkonsole befindet sich eine induktive Ladeschale. Eine zweite Ladefläche für den Beifahrer hätten wir angesichts des Platzangebots begrüßt.

Apple CarPlay und Android Auto waren während unserer ersten Fahrt noch nicht vollständig verfügbar. Die Funktion soll laut den Angaben bei der Veranstaltung mit einem späteren Over-the-Air-Update nachgereicht werden.

Volvo Car Connect Plus mit Google-Diensten und mobilem Datenvolumen ist laut Preisliste für vier Jahre im Fahrzeugpreis enthalten. Danach kann für die weitere Nutzung bestimmter Online-Funktionen ein kostenpflichtiges Abonnement notwendig werden. Das sollte bei der langfristigen Kostenbetrachtung berücksichtigt werden.

Wie praktisch ist die Mittelkonsole?

Zwischen Fahrer und Beifahrer befindet sich eine offene Mittelkonsole mit mehreren Ablageebenen. Der untere Bereich bietet viel Platz für größere Taschen. Darüber sitzt ein verschiebbares Element mit ausfahrbarem Becherhalter. Wird dieser nicht benötigt, bleibt eine große Ablagefläche erhalten. Das ist eine flexible und durchdachte Lösung.

Das klassische Handschuhfach vor dem Beifahrer entfällt. Stattdessen gibt es ein kleineres geschlossenes Fach in der Mittelkonsole. Zusätzlichen Stauraum bietet der EX60 zwar mehr als genug, dennoch hätten wir ein normales Handschuhfach weiterhin praktisch gefunden.

Die Armauflage ist weich und ausreichend lang. Sie lässt sich allerdings nicht aufklappen. Wer dort ein tiefes Staufach erwartet, wird enttäuscht.

Das große Panorama-Glasdach sorgt für einen hellen Innenraum. In der Ausstattung Ultra kann es elektrochromatisch verschattet werden. Das Glas wird dabei milchiger und reduziert die Licht- und Wärmeeinstrahlung.

Ein vollständig lichtdichtes Rollo gibt es nicht. Gerade im Hochsommer bietet ein klassischer Dachhimmel jedoch einen stärkeren Sonnen- und Sichtschutz. Die elektrochromatische Lösung wirkt technisch elegant, ersetzt eine mechanische Verschattung aber nicht in jeder Situation vollständig.

Wie gut klingt das Bowers & Wilkins Audiosystem?

In der Ausstattung Plus ist ein Bose Premium Sound System mit 21 Lautsprechern und 1.200 Watt vorgesehen. Der Ultra verfügt über ein Bowers & Wilkins High-Fidelity-Audiosystem. Das Bowers & Wilkins System arbeitet mit 28 Lautsprechern, einer Gesamtleistung von 1.820 Watt und Dolby Atmos. Lautsprecher befinden sich unter anderem in den Kopfstützen, im Dachhimmel und im Bereich der hinteren Radverkleidungen.

Der Klang überzeugte bei unserer ersten Hörprobe mit klaren Höhen, gut aufgelösten Mitten und einem kräftigen, aber nicht unkontrollierten Bass. Dolby Atmos erzeugt eine breite und räumliche Darstellung.

Ein hochwertiges Audiosystem ist selbstverständlich kein rational notwendiger Bestandteil eines Elektroautos. Wer häufig Musik hört und den EX60 als Langstreckenfahrzeug nutzt, bekommt mit dem Bowers & Wilkins System allerdings eine der überzeugendsten Komfortoptionen des Fahrzeugs.

Wie sicher ist der Volvo EX60?

Sicherheit bleibt ein zentrales Thema bei Volvo. Der EX60 nutzt fünf Radarsensoren, fünf Kameras und zwölf Ultraschallsensoren. Aus den Daten erstellt der Zentralrechner ein möglichst genaues Bild der Umgebung. Das automatische Notbremssystem erkennt unter anderem Fahrzeuge, Fußgänger, Radfahrer, Motorradfahrer und große Tiere. Weitere Systeme sollen Kollisionen beim Abbiegen, Spurwechsel oder Verlassen der Fahrbahn verhindern beziehungsweise deren Folgen reduzieren.

Zur Ausstattung gehören unter anderem ein aktiver Spurhalte-Assistent, Cross Traffic Alert mit Bremseingriff, eine Ausstiegswarnung, Totwinkelüberwachung, Verkehrszeichenerkennung und ein Fahrer-Monitoring-System.

Das Fahrer-Monitoring erkennt Anzeichen von Müdigkeit oder Ablenkung. Ein Innenraumradar überwacht außerdem, ob sich Personen oder Tiere im Fahrzeug befinden.

Eine Besonderheit ist der multiadaptive Sicherheitsgurt. Das System kann die Rückhaltekraft abhängig von Unfallschwere und Insassen anpassen. Bei einem größeren Insassen und einem schweren Aufprall kann eine stärkere Rückhaltekraft sinnvoll sein. Bei einem kleineren Insassen oder einem weniger schweren Unfall kann sie reduziert werden, um unter anderem die Belastung des Brustkorbs zu verringern.

Die Gurtkraft wird dabei nicht einfach nur in zwei festen Stufen verändert. Sensoren liefern zusätzliche Daten, auf deren Basis das System die Rückhaltung differenzierter anpassen kann.

Bei unserer starken Bremsung zogen die Gurte deutlich an. Das vermittelte einen sicheren Eindruck, ersetzt aber selbstverständlich keinen standardisierten Crashtest.

Wie gut funktionieren die Assistenzsysteme?

Auf der Autobahn hielt der Volvo EX60 zuverlässig Abstand und Fahrspur. Der Lenkassistent arbeitete ruhig und vermied unnötige Korrekturen. Das System unterstützt auch beim Spurwechsel. Pilot Assist beziehungsweise Pilot Assist Plus ist für Geschwindigkeiten bis 150 km/h ausgelegt. Der Fahrer bleibt verantwortlich und muss das Verkehrsgeschehen weiterhin überwachen.

Kritik gibt es bei der Übernahme erkannter Tempolimits. Der EX60 zeigte ein kommendes Verkehrsschild frühzeitig im Fahrerdisplay an, passte die eingestellte Geschwindigkeit jedoch nicht automatisch an. Um das neue Limit zu übernehmen, musste die entsprechende Lenkradtaste nach oben oder unten betätigt werden. Das lässt sich nach kurzer Eingewöhnung bedienen, ist aber unnötig umständlich.

Andere Hersteller bieten bereits Systeme, die ein erkanntes Tempolimit auf Wunsch automatisch am Verkehrsschild übernehmen. Wenn der Volvo die zulässige Geschwindigkeit ohnehin korrekt erkennt und ankündigt, sollte er sie zumindest in einem auswählbaren Modus selbstständig berücksichtigen können.

Positiv ist eine zusätzliche Begrenzungsfunktion am Fahrpedal. Das Fahrzeug erschwert ein unbeabsichtigtes Überschreiten der erkannten Geschwindigkeit durch einen spürbaren Widerstand. Soll dennoch stärker beschleunigt werden, kann dieser Punkt bewusst überwunden werden.

Das kann besonders bei leistungsstarken Elektroautos hilfreich sein. 510 PS führen bereits bei einem kurzen Druck auf das Fahrpedal zu einer deutlichen Geschwindigkeitsänderung.

Wie gut lässt sich der Volvo EX60 einparken?

Die Ultra-Ausstattung besitzt eine 360-Grad-Kamera mit 3D-Darstellung. Zusätzlich können Front- und Heckkamera einzeln angezeigt werden. Die Bildqualität wirkte gut und die verschiedenen Perspektiven helfen dabei, den EX60 in einer engen Parklücke zu positionieren. Die Vielzahl der Ansichten kann zunächst etwas überladen wirken.

Eine besonders klar hervorgehobene Felgenansicht haben wir während unserer kurzen Fahrt nicht gefunden. Gerade bei den optionalen 22-Zoll-Rädern wäre eine einfache Darstellung der Bordsteinkante hilfreich.

Die automatische Bremsfunktion kann aktiviert werden und soll Kollisionen beim Rangieren verhindern. Sensoren und Kameras decken den Bereich um das Fahrzeug weitgehend ab. Wer sich an die Bedienung gewöhnt hat, kann die Außenabmessungen damit gut kontrollieren.

Wie schwer ist der Volvo EX60?

Trotz Cell-to-Body, Megacasting und reduzierter Kabelmengen bleibt der Volvo EX60 ein schweres Fahrzeug. Der P6 wiegt 2.189 Kilogramm, der P10 AWD 2.350 Kilogramm und der P12 AWD 2.405 Kilogramm. Die mögliche Zuladung liegt je nach Variante zwischen 455 und 461 Kilogramm.

Das sollte bei voller Besetzung berücksichtigt werden. Fünf erwachsene Personen, Gepäck, Dachbox und Zubehör können die Zuladungsreserve schnell aufbrauchen.

Die Zahlen zeigen gleichzeitig, weshalb die technischen Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung notwendig sind. Ohne die Einsparungen durch Plattform, Batterieintegration und Gussbauteile wäre der EX60 noch schwerer geworden.

Die Physik gewährt auch einem Volvo keinen Familienrabatt. Das hohe Gewicht wirkt sich auf Reifen, Bremsen und Energiebedarf aus. Der niedrige Schwerpunkt und das adaptive Fahrwerk kaschieren die Masse gut, sie können sie aber nicht aufheben.

Was kostet der Volvo EX60?

Der Volvo EX60 P6 electric startet in der Ausstattung Plus bei 62.990 Euro. Als Ultra kostet er 69.790 Euro. Der P10 AWD electric liegt bei 65.990 Euro als Plus und 72.790 Euro als Ultra. Für den P12 AWD electric werden mindestens 71.990 Euro verlangt. In der Ausstattung Ultra steigt der Preis auf 78.790 Euro.

Die Preisabstände zwischen den Motorisierungen sind überraschend gering. Der Wechsel vom P6 Plus zum P10 AWD Plus kostet lediglich 3.000 Euro. Dafür gibt es Allradantrieb, 136 PS mehr Leistung und eine größere Batterie.

Vom P10 Plus zum P12 Plus beträgt der Aufpreis 6.000 Euro. Die Topversion bietet weitere 170 PS und den erheblich größeren 117-kWh-Akku.

Die Plus-Ausstattung umfasst unter anderem 20-Zoll-Räder, den 22-kW-Onboard-Charger, das Bose Audiosystem, ein feststehendes Panorama-Glasdach und eine Wärmepumpe.

Ultra ergänzt 21-Zoll-Räder, das Bowers & Wilkins Audiosystem, das elektrochromatische Panorama-Glasdach, Pixel-LED-Scheinwerfer und die 360-Grad-Kamera mit 3D-Darstellung.

Auf den ersten Blick wirkt der P10 AWD als besonders interessante Variante. Der Aufpreis gegenüber dem P6 fällt überschaubar aus, während Leistung, Traktion, Batteriegröße und Reichweite steigen. Der P6 bleibt dennoch die vernünftigere Wahl für alle, die auf Allradantrieb verzichten können und weniger Gewicht bewegen möchten.

Welche Garantie gibt Volvo?

Die Werksgarantie beträgt laut Preisliste 36 Monate beziehungsweise 100.000 Kilometer, je nachdem, welcher Wert zuerst erreicht wird. Für die Hochvoltbatterie gilt eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Unter bestimmten Voraussetzungen und mit den vorgesehenen Batterieprüfungen soll eine Verlängerung auf bis zu zehn Jahre beziehungsweise 240.000 Kilometer möglich sein.

Gerade bei einem technisch komplexen Fahrzeug mit neuer Plattform, neuer Batterieintegration und zentralisierter Software ist die langfristige Absicherung ein wichtiger Punkt.

Was gefällt uns am Volvo EX60?

Der Volvo EX60 vermittelt bereits bei der ersten Fahrt einen sehr stimmigen Gesamteindruck. Das Fahrzeug wirkt nicht wie eine Ansammlung einzelner technischer Spitzenwerte, sondern wie ein konsequent entwickeltes Elektro-SUV. Besonders positiv fallen der Fahrkomfort, die niedrige Geräuschkulisse, die guten Sitze und das großzügige Platzangebot auf. Der 22-kW-Onboard-Charger ist serienmäßig und die angekündigten DC-Ladezeiten gehören auf dem Papier zur Spitze des Segments.

Auch der erste Verbrauchswert von 17,9 kWh je 100 Kilometer macht Hoffnung. Für ein Fahrzeug dieser Größe und Leistung ist das unter den gefahrenen Bedingungen ein gutes Ergebnis.

Die Bedienung des zentralen Displays ist grundsätzlich verständlich. Google Maps bietet eine überzeugende Ladeplanung und das Fahrerdisplay sitzt in einer sehr angenehmen Position.

Das Fahrwerk des P10 AWD schafft eine breite Spreizung zwischen komfortabel und straff. Im Alltag fühlt sich der EX60 ruhig und hochwertig an, bei Bedarf stehen dennoch mehr als ausreichende Leistungsreserven zur Verfügung. Kofferraum, Frunk, die 40:20:40 geteilte Rückbank und die hohe Anhängelast machen den Volvo EX60 zu einem vollwertigen Familien- und Reisefahrzeug.

Wo hat der Volvo EX60 noch Verbesserungspotenzial?

Trotz des guten ersten Eindrucks ist nicht alles perfekt. Die Bedienung der Lüftungsdüsen über den Touchscreen ist optisch elegant, während der Fahrt aber weniger intuitiv als eine mechanische Lösung. Ähnliches gilt für die Einstellung der Lenksäule.

Ein klassisches Handschuhfach fehlt. Die Mittelkonsole bietet zwar viel Stauraum, ersetzt aber nicht in jeder Situation das bekannte geschlossene Fach vor dem Beifahrer. Beim Panorama-Glasdach hätten wir uns zusätzlich ein vollständig schließendes Rollo gewünscht. Die elektrochromatische Verschattung reduziert den Lichteinfall, verdunkelt den Innenraum aber nicht vollständig.

Das System zur Übernahme von Geschwindigkeitsbegrenzungen verlangt einen zusätzlichen Tastendruck. Hier arbeiten einige Wettbewerber automatischer. Die Begrenzung auf 180 km/h bleibt Geschmackssache. Rational reicht diese Geschwindigkeit aus. Emotional wirkt sie bei bis zu 680 PS künstlich und dürfte insbesondere auf dem deutschen Markt diskutiert werden.

Die Zuladung von maximal 461 Kilogramm ist für ein großes Familien-SUV nicht überragend. Wer häufig mit fünf Personen und umfangreichem Gepäck reist, sollte die Gewichtsgrenzen im Blick behalten. Zudem bleibt abzuwarten, ob die hohen Ladeleistungen und Reichweiten unter realen Bedingungen bestätigt werden können. Besonders die 810 Kilometer des P12 sind noch ein vorläufiger WLTP-Wert.

Für wen eignet sich der Volvo EX60?

Der Volvo EX60 richtet sich an Familien, Vielfahrer und bisherige Fahrer eines größeren Verbrenner-SUV, die beim Umstieg auf ein Elektroauto möglichst wenige Einschränkungen akzeptieren möchten.

Mit bis zu 660 Kilometern Reichweite im P10 und bis zu 810 Kilometern im P12 wird die Reichweite für viele Nutzer kein entscheidendes Gegenargument mehr sein. Hinzu kommen kurze Ladezeiten und serienmäßiges AC-Laden mit 22 kW.

Der P6 genügt bereits für den normalen Alltag und bietet mit 374 PS mehr Leistung, als ein Familien-SUV zwingend benötigt. Der P10 AWD dürfte für viele Käufer den interessantesten Kompromiss aus Reichweite, Allradantrieb, Leistung und Preis bilden.

Der P12 AWD ist die technische Demonstration. 680 PS, 112 kWh nutzbare Batteriekapazität und bis zu 810 Kilometer WLTP-Reichweite sind beeindruckend, aber nicht für jeden notwendig.

Neben dem Kauf dürfte Leasing eine wichtige Rolle spielen. Die Technik entwickelt sich weiterhin schnell, während Software, Ladestandards und Batterien fortlaufend verbessert werden. Attraktive Leasing- und Finanzierungsangebote könnten deshalb entscheidend für den Markterfolg werden.

Wie fällt unser erstes Fazit zum Volvo EX60 aus?

Der Volvo EX60 ist kein halbherziger elektrischer Ableger des XC60. Er nutzt eine eigene Plattform, eine 800-Volt-Architektur, eine strukturell integrierte Batterie und ein leistungsfähiges zentrales Rechnersystem.
Auf dem Papier bietet er bis zu 680 PS, maximal 370 kW Ladeleistung, bis zu 810 Kilometer WLTP-Reichweite und 2.400 Kilogramm Anhängelast. Diese Werte beeindrucken, erzählen aber nur einen Teil der Geschichte.

Wichtiger ist, dass der EX60 bei der ersten Fahrt als harmonisches Gesamtpaket überzeugte. Er fährt leise, komfortabel und souverän. Die Sitze sind ausgezeichnet, das Platzangebot ist familientauglich und der Innenraum verbindet moderne Technik mit einer angenehm zurückhaltenden Gestaltung.

Der P10 AWD zeigte trotz 510 PS einen Verbrauch von 17,9 kWh je 100 Kilometer. Dieser Wert entstand nicht auf einer standardisierten Runde, ist angesichts der dynamischen Fahrweise aber bemerkenswert.

Kritik gibt es bei einigen Bedienlösungen, dem fehlenden Dachrollo, dem nicht vorhandenen klassischen Handschuhfach und der künstlichen Begrenzung auf 180 km/h. Auch die automatische Übernahme erkannter Tempolimits könnte besser gelöst sein.

Der grundsätzliche Eindruck bleibt dennoch sehr positiv. Volvo hat beim EX60 nicht nur viel Technik eingebaut, sondern diese weitgehend sinnvoll miteinander verbunden. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Elektroauto mit guten Daten und einem guten Elektroauto.

Ob die versprochenen Reichweiten und Ladezeiten im Alltag bestehen, werden ausführliche Tests zeigen müssen. Nach der ersten Fahrt spricht allerdings einiges dafür, dass der Volvo EX60 nicht nur ein elektrischer Ersatz für den XC60 wird, sondern eines der wichtigsten neuen Modelle der Marke.

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